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Climate Cycle Tour macht Halt bei Engagement Global

Angelo und Stanislav 0 Bildung Jugend Klimaschutz

Am 21. August 2019 brach eine internationale Gruppe junger Erwachsener in Ostrhauderfehn in Ostfriesland zu einer Fahrradtour nach Frankfurt am Main auf – mit dem Ziel, unterwegs Menschen dazu zu bewegen, sich ebenfalls für den Klimaschutz einzusetzen. Was genau es mit der Aktion Climate Cycle Tour auf sich hat, haben sie uns in einem Interview erzählt.

Mit der Climate Cycle Tour möchte die Gruppe auf den Klimawandel aufmerksam machen und andere dazu bewegen, selbst aktiv zu werden. Foto: Engagement Global

Bonn, 29. August 2019. Auf ihrer Etappe von Köln nach Remagen legten sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Climate Cycle Tour einen Zwischenstopp bei Engagement Global in Bonn ein. Die Climate Cycle Tour ist ein Projekt des internationalen Jugendnetzwerks Peer-Leader-International e.V. und wird vom Förderprogramm entwicklungspolitische Bildung (FEB) von Engagement Global gefördert. FEB vergibt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Fördermittel an gemeinnützige Vereine und Organisationen, die sich in der entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit in Deutschland engagieren. Dabei werden Projekte unterstützt, die anschaulich und greifbar über entwicklungspolitische Themen aufklären sowie Impulse geben und Wege aufzeigen, entwicklungspolitisch tätig zu werden. Während der Radtour vom 21. August bis 3. September 2019 macht die Gruppe Halt in verschiedenen Städten, wo sie Lesungen zum Thema Klimawandel hält.

Angelo (18) aus Brasilien und Stanislav (29) aus der Ukraine haben uns in einem Interview Fragen zur Tour beantwortet und von ihrer persönlichen Motivation berichtet:

Was genau hat es mit der Climate Cycle Tour auf sich?

Angelo: Das Ziel der Climate Cycle Tour ist es, mit szenischen Lesungen, die wir unterwegs in Jugendzentren, Schulen oder Universitäten halten, Menschen über den Klimawandel aufzuklären, sie quasi aufzuwecken und dazu zu bewegen, sich selbst zu engagieren.

Stanislav: Die Lesungen sollen für alle Menschen zugänglich sein und zeigen, dass jeder mitmachen und etwas zum Klimaschutz beitragen kann. Die Inhalte der Lesungen und auch die Texte selbst sollen weiterverbreitet werden, sodass noch mehr Menschen erreicht werden. Deshalb stellen wir die Texte auf unserer Website zur Verfügung – alle, die wollen, können sie herunterladen und anderen vorlesen.

Was hat euch motiviert, bei der Climate Cycle Tour mitzumachen?

Angelo: Ich fahre schon immer gerne Fahrrad. Mein Vater repariert Fahrräder und mit ihm bin ich immer überall mit dem Rad hingefahren. Und für den Klimaschutz habe ich mich schon in der Schule eingesetzt.

Stanislav: Die Kinder und Jugendlichen in meiner Heimatstadt wissen nicht viel über den Klimawandel und Recycling. Deshalb arbeiten wir mit den Menschen dort zu genau diesen Themen. Die Tour durch Deutschland bietet mir die Gelegenheit, mich außerhalb der Heimat für den Klimaschutz stark zu machen und gemeinsam mit der Gruppe etwas zu erreichen. Und Fahrrad fahre ich auch sehr gerne. Früher war ich sogar in einem Radsportverein aktiv und bin Langstrecke gefahren. Nicht viele Menschen fahren mit ihren Fahrrädern wirklich lange Strecken – dazu will ich motivieren. In der Ukraine habe ich zusammen mit meiner Frau eine Fahrradtour nur für Frauen organisiert. Das hat sehr viel Spaß gemacht!

Was war euer bisheriges Highlight auf der Tour?

Angelo: Mich hat eine Frau sehr bewegt, die zu unserer Lesung in Gelsenkirchen kam und so begeistert war, dass sie sich unserer nächsten Etappe angeschlossen hat und mit uns nach Wuppertal gefahren ist. Das war bis dahin die anstrengendste Strecke, weil es viel bergauf und bergab ging und sehr kalt war. In Wuppertal hat sie uns sogar bei der Lesung unterstützt und einen Teil des Textes vorgelesen. Genau das ist ja eigentlich unser Ziel, aber ich hätte nicht gedacht, dass es wirklich funktioniert und sich uns Leute spontan anschließen.

Neben der Deutschlandtour sind weitere Touren durch die Ukraine, Bosnien und Herzegowina, Malawi und Südafrika geplant. Finden diese Touren direkt im Anschluss an diese statt und fahrt ihr selbst auch mit?

Angelo und Stanislav: Die Tour durch die Ukraine beginnt Ende September. Im November folgt Malawi, im Januar 2020 Südafrika und die Tour durch Bosnien und Herzegowina ist für April 2020 geplant, weil es dort im Winter zu kalt ist. An allen Touren nehmen Menschen aus verschiedenen Ländern teil. Immer dabei sind der internationale Koordinator von Peer-Leader-International e.V. und die jeweiligen nationalen Koordinierenden. Außerdem fahren die nationalen Koordinierenden immer bei der vorangehenden Tour mit, um einen Eindruck vom Ablauf gewinnen zu können.

Angelo: Stanislav fährt also jetzt in Deutschland mit, um besser einschätzen zu können, was bei der Climate Cycle Tour durch die Ukraine auf ihn zukommt.

Wann wurde Peer-Leader-International e.V. mit welchem Ziel gegründet?

Aneglo: Den Verein gibt es schon seit 25 Jahren. Zuerst hieß er Partnerschaft Mirantao e.V. 2018 wurde er dann in Peer-Leader-International e.V. umbenannt. Ziel der NGO ist es, Lernorte außerhalb von Schulen zu schaffen. Dort sollen Jugendliche andere Jugendliche unterrichten. Wir wollen also Peer-to-Peer Learning – Lernende unterrichten Lernende– ermöglichen und fördern. Neben dem Klimaschutz machen wir uns auch für Themen wie Geschlechtergerechtigkeit oder Korruptionsbekämpfung stark.

Wie kamt ihr zu Peer-Leader-International e.V.?

Angelo: Ich kam über meine Schwester zu Peer-Leader-International e.V., sie ist schon länger Mitglied. Mich hat unter anderem die Möglichkeit eines Austausches mit Deutschland angesprochen. 2016 war ich dann zum ersten Mal hier. Im Allgäu fand ein internationales Treffen der NGO statt, bei dem neue Projekte entwickelt wurden. Letztes Jahr habe ich dann an einem Seminar zum Thema „Jugendliche in der Politik“ teilgenommen, bei dem es darum ging, wie wir als junge Menschen die Gesellschaft positiv beeinflussen können. Durch die Austausche habe ich mich auch persönlich weiterentwickelt. Seit Juli absolviere ich einen Freiwilligendienst in Deutschland und freue mich sehr auf weitere wertvolle Erfahrungen.

Stanislav: Mir macht es sehr viel Spaß mit Kindern zu arbeiten. Deshalb habe ich angefangen, mich bei Peer-Leader-International e.V. in der Ukraine zu engagieren. Mein erstes eigenes Projekt war es, mit einer Gruppe von Kindern nach Deutschland zu einem Sommer Camp zu reisen. Das war sehr aufregend! Viele der Kinder waren danach so motiviert, dass sie jetzt selbst aktiv sind – das Projekt funktioniert also.

Am 2. September 2019 wird die Gruppe ihren Zielort Frankfurt am Main erreichen und dort von 15 bis 18 Uhr ihre Abschlusslesung im Jugendhaus Heideplatz halten.

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