Kommunale Entwicklungspolitik und Agenda 2030

Sabrina Hoffmann 0 Klimaschutz Nachhaltigkeit

Sabrina Hoffmann ist seit November 2019 Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik im Landkreis Passau. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (auch SDGs, Sustainable Development Goals). Bei der Erreichung der Nachhaltigkeitsziele spielen Kommunen eine große Rolle, da sie internationale Beschlüsse auf lokaler Ebene verfolgen und umsetzen können. In einem Interview hat sie uns von ihren Aufgaben erzählt.

Sabrina Hoffmann ist Koordinatorin für kommunale Entwicklungszusammenarbeit im Landkreis Passau. Foto: Sabrina Hoffmann

1. Was sind Ihre Hauptaufgaben als Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik?

Es gibt verschiedene Projekte, die in meinen Aufgabenbereich fallen seitdem ich im November 2019 den Landkreis Passau als Koordinatorin ergänze: Dazu zählen die Partnerschaftsarbeit mit Kommunen des Globalen Südens, die Förderung der Fairen Beschaffung und des Bewusstseins für entwicklungspolitische Themen in der eigenen Verwaltung, die Vernetzung der bereits entwicklungspolitisch Engagierten, die Unterstützung des Globalen Lernens in pädagogischen Einrichtungen sowie das Projekt „1000 Schulen für unsere Welt“, in dem momentan Spendengelder für eine Schule in Tansania gesammelt werden. Da jeder dieser Bereiche wiederum unterschiedliche Akteur*innen, Einrichtungen oder Zielgruppen betrifft, ist eine meiner zentralen Hauptaufgaben Vernetzungs- sowie Anlaufstelle zu sein – und natürlich den Überblick über die einzelnen Vorhaben zu behalten. Andererseits nimmt auch die Suche nach (neuen) Ideen für die Umsetzung der Projekte sowie die Planung (und hoffentlich auch die spätere Umsetzung) mit den jeweiligen Akteur*innen und Kolleg*innen einen zentralen und spannenden Part in meiner Stelle als Koordinatorin ein.

2. Welche Rolle spielen die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung bei Ihrer Arbeit und welchen Beitrag können Kommunen zur Erreichung der Ziele leisten?

Für mich persönlich sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung wohl der Kern beziehungsweise das „Herzstück“ meiner Arbeit. Die verschiedenen Ziele, manche stärker und manche schwächer, bilden insgesamt die Basis für die einzelnen, oben genannten Aufgabenbereiche und stellen gleichzeitig auch eine Art Legitimierung für meine Arbeit im Landkreis Passau dar. Dabei nehmen Kommunen eine wichtige Rolle zur Erreichung der Ziele ein, zumal die SDGs nur durch das aktive Mitwirken und die Zusammenarbeit verschiedener Staaten sowie Akteur*innen erreicht werden können. Daher sind auch einzelnen Städte, Gemeinden oder Landkreise gefragt, um die Ziele, die ja auf internationaler Ebene beschlossenen wurden, auf lokaler Ebene zu verfolgen, konkret umzusetzen und dadurch erfahrbar zu machen. Außerdem haben speziell Kommunen durch ihre Nähe zu den eigenen Bürger*innen die Chance, zum Beispiel durch Veranstaltungen oder Öffentlichkeitsarbeit, das Bewusstsein für Themen der nachhaltigen Entwicklung zu schaffen und können dadurch einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Ziele leisten.

 

Einige der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung sind für die kommunale Entwicklungspolitik des Landkreises Passau besonders wichtig.

3. Welches Thema/Projekt liegt Ihnen persönlich besonders am Herzen?

Einerseits liegt mir besonders die Bewusstseinsbildung für entwicklungspolitische Themen am Herzen, da die 17 Ziele letztendlich nur gelebt werden können, wenn sie bekannt sind und klar ist, welche Rolle sie für einen selbst sowie für das eigene Handeln – privat oder in der Arbeit – spielen. Das ist insbesondere auch deshalb spannend, weil ich dadurch selbst immer wieder auf Neues stoße und viel dazu lernen kann. Andererseits ist auch Zusammenarbeit oder „Partnerschaftlichkeit“ ein sehr wichtiges Thema für mich. Alleine werde ich meine Aufgaben als Koordinatorin in den kommenden zwei Jahren nicht erreichen können, weshalb Kooperation, Austausch und letztendlich „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“ (Ziel 17) mit den unterschiedlichen Akteur*innen im Landkreis zentral sind – und gleichzeitig auch sehr viel Spaß machen!

4. Was wurde im Bereich der kommunalen Entwicklungspolitik des Landkreises Passau vor der Schaffung der Stelle schon erreicht?

Auch vor meiner Stelle als Koordinatorin hat sich im Landkreis Passau schon einiges getan. Zum Beispiel organisiert der Landkreis Passau ein jährlich stattfindendes Treffen zum gegenseitigen Austausch für die verschiedenen Organisationen, Institutionen oder auch Einzelpersonen, die sich für Eine-Welt-Themen oder entwicklungspolitisch in anderen Ländern engagieren – das Treffen hat dieses Jahr nun zum vierten Mal stattgefunden. Im Eine-Welt-Laden in Vilshofen gibt es außerdem eine gut genutzte Station für Globales Lernen mit speziellen Lernkisten, die von den verschiedenen Schulen ausgeliehen werden. Zudem hat sich der Landkreis im Jahr 2018 der Agenda 2030 angeschlossen – Seitdem wurde in verschiedenen Workshops und in einer Arbeitsgruppe eine Nachhaltigkeitsstrategie basierend auf sechs ausgewählten SGDs ausgearbeitet. Die Strategie wurde schließlich im Dezember 2019, also kurz nachdem ich als Koordinatorin angefangen habe, beschlossen. In diesem Beschluss sind einige meiner Aufgaben und Ziele, wie etwa die Unterstützung von Partnerschaften oder eine nachhaltigere Beschaffung in der eigenen Verwaltung, festgeschrieben und ich freue mich zur Verwirklichung dieser Ziele beitragen zu können!

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