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Junges Handwerk in der Entwicklungszusammenarbeit

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Im Rahmen des Programms „Junges Handwerk in der Entwicklungszusammenarbeit" waren wir im Mai für vier Wochen zur Projektreise in Mpumalanga, Südafrika. Unsere Gruppe bestand aus zehn Maurerauszubildenden, zwei Lehrern vom Max-Born-Berufskolleg und einem Maurermeister. Durch den Verein Nangu Thina hatten wir Kontakt zu den südafrikanischen Pfadfindern und konnten dort bei zwei Projekten mitarbeiten.

Pay mit anderen jungen Männern beim Bau einer Mauer
Bei der Arbeit

Die ersten Tage in Südafrika verbrachten wir in der schönen Stadt Nelspruit, die etwa eine Stunde von unserer Baustelle entfernt war. Wir übernachteten in einem Scoutcenter, wo wir auch von zwei deutschen Scouts - Felix und Christian - empfangen wurden. In den ersten fünf Tagen lebten wir uns erstmal ein, erkundeten die Stadt und auch ein paar Sehenswürdigkeiten.

In Kabokweni, ein Township in der Nähe von Nelspruit, arbeiteten wir mit den südafrikanischen Jugendlichen an Gebäuden für einen Zeltplatz. Untergebracht wurden wir auf dem Grundstück einer älteren Dame, die mit ihrem Neffen zusammenwohnt. Dort bauten wir unsere Zelte auf, in denen wir die nächsten Wochen schliefen. Die Fahrt zur Baustelle war schon ein Abenteuer, ein steiniger und huckeliger Weg ins Nichts. Die Arbeit auf unserer Baustelle kann man nicht mit der Arbeit in Deutschland vergleichen, wir mussten alles per Hand herstellen wie Beton, Mörtel etc. Es gab keinen Wasserhahn den man mal eben aufdrehen konnte, um sich Wasser zu holen, und so gut wie keine Maschinen.

Auf der anderen Baustelle haben wir an der Fertigstellung eines Gemeinschaftshauses mitgearbeitet. Hier lebten wir bei Khonzaphi und seiner sehr gastfreundlichen Familie im Haus. Dort angekommen wurden wir ganz herzlich in Empfang genommen und allen Familienmitgliedern vorgestellt. Danach brachte uns ihre Haushälterin zur Baustelle und drückte uns einen Plan in die Hand. Eine Seite des Gebäudes stand schon und die andere Seite sollten wir fertig stellen. Zum Feierabend lud uns Khonzaphi zu sich ein und wir aßen alle zusammen, probierten Zuckerrohr und spielten Tischtennis.

Neben der Arbeit haben wir auch etwas vom Land gesehen. Auf dem Weg in den Krügerpark besuchten wir den Jugendchor „Youth in Action", der in der Nähe des Krügergates seine Heimat hat. Der Chorleiter fuhr mit uns zu einem Gebäude, wo viele Chormitglieder auf uns warteten und uns herzlich empfingen, im Anschluss gingen wir alle ins Gebäude und nahmen Platz. Danach sang der Chor für uns und ich war echt positiv überrascht, so etwas Schönes hatte ich vorher nie gehört. Nach der Vorstellung bestritten wir noch ein Fußballmatch gegen Mitglieder des Chors und am Abend aßen wir alle bei dem Chorleiter zu Hause, spielten Karten und wurden immer pärchenweise auf Gastfamilien aufgeteilt. Am nächsten Tag frühstückten wir alle zusammen, bedankten uns für die Gastfreundlichkeit und machten uns auf den Weg in den Krügerpark. Auf dem Weg in den Park holten wir noch Excellent ab, ein Pfadfinder, der von Beruf Ranger ist und uns den ersten Tag durch den Park begleitete. Wir sahen in der Zeit viele Elefanten, Giraffen, Nashörner, Löwen und vieles mehr. Was für ein Abenteuer! Die Tage im Krügerpark vergingen wie im Flug und nach den aufregenden Tagen dort machten wir uns wieder auf den Weg nach Nelspruit.

In den letzten Tagen beendeten wir die beiden Baustellen. Am letzen Abend kamen noch mal alle, die an dem Bau der Gebäude beteiligt waren, im Scoutcenter zusammen zum Abendessen. Nach dem Essen sangen alle für uns und wir bekamen jeder ein Pfadfinderhalstuch geschenkt, worüber wir uns sehr freuten. Wir tranken alle noch etwas zusammen, hörten Musik und hatten Spaß. Am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen, schweren Herzens machten wir uns auf den Weg nach Johannesburg, wo wir noch eine sehr schöne Zeit miteinander verbrachten. Wir besuchten ein Museum, machten eine Stadtrundfahrt, gingen alle zusammen Essen und gingen in ein Einkaufszentrum.

Nun war der Monat vorbei und ich hatte viele Eindrücke gesammelt vom Land Südafrika, so wie auch seinen Menschen. Unser Flieger ging gegen Mittag nach Dubai, und ich war auch froh wieder nach Hause zu kommen und in der gewohnten Umgebung zu leben und Freunde und Familie wiederzusehen.

Bevor ich losgeflogen bin, wusste ich nicht recht, was mich in Südafrika erwartet. Wo schlafen wir? Was essen wir? Wie sind die Menschen dort? Ist es gefährlich dort? Wie sieht die Landschaft aus? Es geht einem sehr viel durch den Kopf, aber am Ende kommt doch eh alles anders als man sich es vorgestellt hat. Ich war positiv überrasch, wie lebensfreudig die Menschen in Südafrika sind, und was sie einem alles geben, obwohl sie doch so wenig besitzen. Davon könnten viele von uns noch etwas lernen!

Für eine beste Erfahrung kann ich mich nicht entscheiden, da das ganze Projekt für mich ein Highlight war und ich es sicherlich niemals in meinem Leben vergessen werde. Es war sehr informativ und hat mir auch in vielen Dingen die Augen geöffnet.

Nach der Rückkehr in Deutschland musste ich mich erstmal wieder einleben und realisieren wieder hier zu sein. Viele Sachen sind für uns hier selbstverständlich wie fließend Wasser, eine Toilette, eine Wohnung, Essen/Trinken etc. da wir es nicht anders gewohnt sind und es nicht anders kennen. Daher sollte jeder die Chance haben, auf so einen Kontinent zu fliegen und sich einen eigenen Eindruck zu machen.

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