• Entwicklungszusammenarbeit
  • Globales Lernen
  • Inklusion
  • Migration

Nachhaltiger Tourismus – Übernachten und Gutes tun

0 Entwicklungszusammenarbeit Hilfsprojekte Nachhaltigkeit

Habt ihr euch schon einmal Gedanken darüber gemacht wie ihr vom Reisen mehr mitnehmen könnt? Wie ihr mehr prägende Erfahrungen sammeln und gleichzeitig der lokalen Bevölkerung etwas zurückgeben könnt? – Kölner Studierende wollen mit ihrer Plattform Socialbnb den Tourismus revolutionieren.

Bild eines Raumes und Logo von ecohouse.
Die Grundidee von Socialbnb: Übernachten und Gutes tun. Foto: Socialbnb

Mit Übernachtungen Schulen unterstützen, den Regenwald erhalten oder dem HIV den Kampf ansagen - mit Socialbnb ist das jetzt möglich.

Wir, eine Gruppe von Kölner Studierenden, wollen das Problem der Spendenabhängigkeit von gemeinnützigen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen (NGO) mithilfe von ungenutzten Räumlichkeiten angehen.

Die Idee

Socialbnb ist eine Online-Plattform, über die Reisende Übernachtungen bei den verschiedenen Projekten in derzeit drei Kontinenten buchen können. Die Einnahmen, die für die Übernachtungen gezahlt werden, kommen direkt den Hilfsprojekten vor Ort zugute. Reisende fördern dabei nicht nur die Projekte, sondern sie lernen auch die lokale Bevölkerung und ihre Kultur viel besser kennen, da sie viel näher am Geschehen sind.

Noch dazu kann hautnah miterlebt werden, wie Bildungsprogramme in Peru funktionieren, was gebraucht wird, um eine Schule in Nepal zu bauen oder was gegen gesundheitliche Risiken in Afrika getan wird. Beim Reisen können dadurch ganz neue Eindrücke gesammelt werden.

5 Mädchen lächeln in die Kamera. Vier zeigen mit ihren Fingern ein Friedenszeichen.
Durch Socialbnb können Reisende Hilfsprojekte vor Ort unterstützen. Foto: Socialbnb

Das Schönste ist, dass dabei beide Seiten profitieren. Freie Räumlichkeiten werden nachhaltig und profitabel genutzt und Reisende können sozusagen im Schlaf Gutes tun. Wir wollen damit eine größere Masse für Themen wie Entwicklungszusammenarbeit und nachhaltiges Reisen sensibilisieren. Menschen, die keine Möglichkeiten haben, an langfristigen Freiwilligenprogrammen teilzunehmen, haben so eine Chance, einen Einblick in lösungsorientierte Ansätze für eine bessere Zukunft zu bekommen.

Allerdings wollen wir auch darauf aufmerksam machen, dass es nicht unbedingt sinnvoll ist, für einen kurzen Zeitraum Freiwilligenarbeit in einer Schule zu leisten. Wir finden, dass vielen Organisationen auf lange Sicht mehr geholfen wird, wenn Touristen dort hinkommen, für ihre Übernachtungen bezahlen und von dem Geld Lehrer eingestellt werden können. Diese arbeiten dann langfristig mit den Kindern vor Ort, sind pädagogisch ausgebildet und können individuell auf die Kinder eingehen. Auf diese Weise müssen sich die Kinder nicht andauernd an jemand Neues gewöhnen. Außerdem kann man auf diese Weise Lehrern feste Arbeitsplätze anbieten.

Die Entstehung

Alles fing vor ungefähr zwei Jahren an. Ein ehemaliges Teammitglied reiste damals quer durch Südostasien und traf in Kambodscha auf Mr. Thy. Mr. Thy hatte den großen Wunsch, den Kindern seines Dorfes eine Schule mit regelmäßigem Englischunterricht zu ermöglichen, da dies in der lokalen Schule nicht angeboten wurde. Als Tuk Tuk-Fahrer hatte er viel Kontakt zu ausländischen Reisenden. Deshalb erkannte er die Notwendigkeit gutes Englisch zu beherrschen. Er wollte den Kindern damit bessere Chancen für die Zukunft und ihr Arbeitsleben geben. Jedoch war seine Idee drauf und dran, an der Finanzierung zu scheitern. Er gründete eine kleine Organisation, die allerdings aufgrund der geringen Größe nur schwer an Aufmerksamkeit gewann. Somit konnte er nur wenige Spendengelder generieren.

Ein Mann sitzt auf einer Bank und schreibt in ein Heft. Ein kleines Mädchen schaut ihm dabei zu.
Das Engagement des Kambodschaners Mr. Thy führte zur Gründung von Socialbnb. Foto: Socialbnb

Die Kölnerin wollte Mr. Thy unbedingt helfen und überlegte, wie man eine regelmäßige Einnahmequelle kreieren könnte. Zurück in Deutschland kam die Idee, Mr. Thys freie Räumlichkeiten an Reisende zu vermieten. Zurück in Deutschland starteten sie eine Initiative. Innerhalb kürzester Zeit erreichten wir so die Vermittlung von genügend Übernachtungen, dass der Bau der Schule und ein Lehrer finanziert werden konnten. Diese Idee wurde zum Grundkonzept von Socialbnb, mit dem auch anderen Hilfsprojekten und Nichtregierungsorganisation mit ähnlichen finanziellen Problemen geholfen werden soll.

Das Projekt

Zurzeit besteht das Team aus 12 Kölner Studierenden. Wir arbeiten ehrenamtlich neben dem Studium an diesem Projekt und bringen das Wissen aus unseren verschiedenen Studienfächern mit. Dabei sind manche für die Partner-Akquise, also das Kontaktieren und letztendliche Listen von neuen Hilfsprojekten, auf der Webseite zuständig. Andere kümmern sich um das Marketing, den Onlineblog und die übergreifende Leitung. Wir treffen uns so oft es geht, mindestens einmal die Woche, um immer auf dem neuesten Stand zu sein und gemeinsam zu arbeiten.

Gefördert wird das Projekt unter anderem von der Studierendenorganisation Enactus Köln und dem GATEWAY, dem Gründungsservice der Universität zu Köln, dessen Räumlichkeiten wir nutzen dürfen. Ein großer Teil unserer Arbeit besteht darin, Hilfsprojekte zu finden, zu kontaktieren und von dem Konzept zu überzeugen. Je mehr Buchungen wir haben, desto mehr wird den Hilfsprojekten durch die zusätzlichen Geldeinnahmen geholfen. Deshalb ist ebenfalls der Bereich des Marketings sehr wichtig, damit immer mehr Menschen auf Socialbnb aufmerksam werden und unsere Projekte unterstützen wollen.

Das Team von Socialbnb.
Die Plattform Socialbnb möchte im Jahr 2019 weiter wachsen. Foto: Socialbnb

Seit dem Launch der Website Anfang 2018 hat sich Socialbnb schnell weiterentwickelt. Mittlerweile werden regelmäßig neue Hilfsprojekte aus den verschiedensten Teilen der Welt auf der Onlineplattform gelistet. Dadurch haben Reisende die Möglichkeit, in den entlegensten Regionen der Welt zu übernachten wie beispielsweise Nepal, Mozambique, Uganda oder Peru. Immer mehr NGOs sehen die Plattform als Möglichkeit an, eine neue, verlässliche Einnahmequelle zu bekommen. Gleichzeitig finden immer mehr junge Reisende die Idee des nachhaltigen Reisens unterstützenswert.

Wir bieten eine neue Möglichkeit Projekte jenseits der immer beliebter werdenden Volunteerprogramme zu fördern. Mit der Hilfe von Social Media Influencern, Radiosendern und Onlinemagazinen konnten wir bereits an Bekanntheit gewinnen. Die zusätzlichen Buchungen und positiven, persönlichen Rückmeldungen von Reisenden und NGOs zeigen, dass wir auf einem guten Weg sind und tatsächlich was verändern können.

Bis zum Ende des Jahres wollen wir an die 100 verschiedene gemeinnützige Projekte auf der Plattform gelistet haben, wobei es höchstwahrscheinlich eine unbegrenzte Anzahl an Organisationen gibt, denen wir mit Socialbnb helfen könnten.

Unsere Vision ist es das Umsetzen von nachhaltigeren Reisemöglichkeiten voranzutreiben und viele Menschen von dem Grundgedanken zu überzeugen, dass man beim Reisen Gutes tun kann. Mit Socialbnb kann sich jeder ganz nebenbei „im Schlaf“ global engagieren!

Weitere Informationen

0 Kommentare

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Einen Kommentar schreiben

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Blog-Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutz