Geschlechtergerechtigkeit für ein nachhaltiges Morgen

Eva del Coz 0 Flüchtlinge Frauentag Gleichstellung Vereine

Am Dienstag, 8. März 2022, wird weltweit der Internationale Frauentag gefeiert. In diesem Jahr steht er im Zeichen der nachhaltigen Entwicklung. Denn keine nachhaltige Zukunft ohne die Gleichstellung der Geschlechter. Das beinhaltet auch die Situation von Frauen und Mädchen in den Blick zu nehmen, die auf der Flucht vor Krieg oder Umweltkatastrophen sind.

Am Dienstag, 8. März 2022, wird weltweit der Internationale Frauentag gefeiert. In diesem Jahr steht er im Zeichen der nachhaltigen Entwicklung. Denn keine nachhaltige Zukunft ohne die Gleichstellung der Geschlechter. Das beinhaltet auch die Situation von Frauen und Mädchen in den Blick zu nehmen, die auf der Flucht vor Krieg oder Umweltkatastrophen sind.

Darum stellt die Außenstelle Mainz von Engagement Global in Kooperation mit dem Sozialen Friedensdienst Kassel e. V. das Thema „Frauen auf der Flucht“ in den Mittelpunkt der Vernissage zur Ausstellung „Ein Ort. Irgendwo“. Die Karikaturenausstellung, die Erfahrungen von Flucht und Migration visualisiert, wird als Teil des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland ab Freitag, 1. April 2022, in Kassel gezeigt.

Wie eine Ausstellung dazu beitragen kann, auf Themen wie Flucht und Migration aufmerksam zu machen und wieso die Perspektive von Frauen besonders zu berücksichtigen ist – darüber spricht Eva del Coz, Geschäftsführerin Sozialer Friedensdienst Kassel e.V., im Interview.

Portait von Eva del Coz. Foto: Sozialer Friedensdienst Kassel
Portait von Eva del Coz. Foto: Sozialer Friedensdienst Kassel

1. Frau del Coz, bei der Vernissage zu der Ausstellung „Ein Ort. Irgendwo“ wird es ein Fachgespräch zu „Frauen auf der Flucht“ geben. Wieso ist es in Ihren Augen wichtig, auch im Bereich Flucht und Migration Frauen besonders in den Blick zu nehmen?

Ich denke, dass es wichtig ist, Frauen besonders in den Blick zu nehmen, weil mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge nach Angaben des UNHCR Frauen und Mädchen sind. Jedoch nicht „nur“– auch Kinder, Menschen mit Behinderungen, etc. sollten unsere besondere Aufmerksamkeit erfahren. In Bezug auf die Ausstellung ist es uns wichtig, nicht nur über Menschen zu sprechen, die einen Migrationshintergrund haben, sondern vor allem mit ihnen.

Sie haben Geschichten zu erzählen, von denen wir viel lernen können – dafür müssen wir ihnen aber einen Raum geben und sie hören wollen. Die Perspektiven von Frauen auf der Flucht gehen dabei öfter unter, sind meistens komplett andere als die von Männern – daher wollen wir ihnen im Rahmen der Vernissage spezifischen Raum verleihen.

2. Was kann in Deutschland, in Kassel, getan werden, um die Situation von Flucht gefährdeten bzw. geflüchteten Frauen zu verbessern?

Die Stadt Kassel sowie verschiedene soziale Einrichtungen unterstützen von Flucht betroffene Frauen in einem besonderen Maße. Spezifische Sprachkurse, ein weiterer Ausbau der Sozialberatungen und noch mehr berufliche Förderangebote, die sich mit den Care-Aufgaben, die oft den Frauen obliegen, vereinbaren lassen, wären wünschenswert. Finanzmittel für einen gut ausgestatteten Dolmetscher*innen-Pool, auch Freizeitangebote für Frauen, sind eine große Unterstützung.

Vor allem ist es wichtig, in den Dialog zu gehen und die in Kassel von Flucht betroffenen Frauen zu fragen: „Was braucht ihr?“ Sie wissen dies besser, als wir es tun.

3. Die Ausstellung hat das Thema Flucht karikaturistisch aufbereitet. Ihrer Erfahrung als Geschäftsführerin des Sozialen Friedensdienstes Kassel e.V. nach: Welchen Mehrwert bietet eine künstlerische Aufbereitung der Thematik?

Kunst kann Dinge begreifbar machen, die durch Worte nicht fassbar sind. Kunst erreicht Menschen auf einer anderen Ebene und fordert zum Nachdenken auf. Bilder können das Vorstellungsvermögen von Menschen anregen, die bislang keine oder nur sehr wenige Berührungspunkte mit dem Thema Flucht hatten. Vor allem aber geben die Karikaturen denen, die sie erschaffen haben, Würde und Selbstwert zurück: Die Bilder sind Kunst und etwas, das geschaffen wurde. Es kann sehr viel bedeuten für Menschen, die alles zurücklassen mussten – wieder erschaffen und gestalten zu können. Wie relevant dies für Individuen ist, wird uns im Kontext der von uns angebotenen interkulturellen Projekte immer wieder von den Teilnehmenden gespiegelt.

4. Wie würde eine Karikatur aussehen, die das Thema „Frauen auf der Flucht“ für Sie gut darstellt? Beschreiben Sie sie gerne.

Für mich gibt es keinen Prototypen einer guten Karikatur zu der Thematik. Ich bin zwar eine Frau, jedoch ohne Fluchthintergrund – eine gute Karikatur zum Thema „Frauen auf der Flucht“ stammt meiner Meinung nach von einer Frau, die geflüchtet ist und ihre Erlebnisse, ihre Sichtweise, ihr Leben mittels Kunst mit uns teilt. Flucht ist individuell, so wie es Menschen sind. Die „eine“ gute Karikatur gibt es für mich nicht.

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