10 Jahre Engagement Global: Freie Hansestadt Bremen

Jörn Hendrichs 0 Jubiläum Partnerschaften SKEW

Die Freie Hansestadt Bremen pflegt seit einigen Jahren Partnerschaften mit den Städten Windhoek in Namibia und Durban in Südafrika. Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) unterstützt und fördert diese Projekte. Jörn Hendrichs von der Senatskanzlei der Freien Hansestadt Bremen beantwortet uns dazu vier Fragen.

1. Seit vielen Jahren pflegen Sie Städtepartnerschaften mit Windhoek in Namibia und Durban in Südafrika. Inzwischen arbeiten Sie auch trilateral zusammen. Was macht den Charme einer solchen trilateralen Zusammenarbeit aus?

Die Städte Windhoek und Durban sind als Süd-Kommunen mit vergleichbaren Herausforderungen konfrontiert. Dazu gehört zum Beispiel Landflucht und die Ausbreitung von informellen Siedlungen, der Aufbau kommunaler Infrastruktur, Bekämpfung von hoher Arbeitslosigkeit oder der Umgang mit dem Klimawandel. Die Probleme und Lösungen der beiden Städte unterscheiden sich oft sehr von den Ansätzen in Bremen, daher ist der Süd-Süd-Austausch oft eine gute Ergänzung zu den „klassischen“ Nord-Süd-Partnerprojekten. Wir versuchen daher bei beinahe allen Vorhaben mit unseren beiden afrikanischen Partnerkommunen, die Expertise der jeweils anderen Stadt einzubeziehen. Mittlerweile pflegen Windhoek und Durban dieses „Dreiecksverhältnis“ selbst aktiv und konsultieren sich im Rahmen von Austauschen oder Konferenzteilnahmen.

2. Wie hat Ihnen die Zusammenarbeit mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global geholfen, Ihre Städtepartnerschaften auszubauen?

Für internationale Zusammenarbeit gibt es in Kommunen meist nur kleine Budgets, daher war seinerzeit ein externer „Anschub“ der entscheidende Impuls, um die Partnerschaften auf eine neue Stufe zu heben. Die Unterstützung und Förderung der SKEW ist nach wie vor die Grundlage, um unsere kommunalen Partnerschaften zu pflegen und auszubauen. Zudem bietet der von der SKEW organisierte Austausch die Gelegenheit zur Vernetzung mit anderen international aktiven Kommunen und von deren Erfahrungen zu lernen.

3. Auf welche Weise profitieren die Bremerinnen und Bremer von den Partnerschaften?

Unsere Partnerschaften mit Windhoek und ganz besonders mit Durban sind aus einer zivilgesellschaftlichen Bewegung hinaus entstanden. Es wurden Austausche, Benefizveranstaltungen und kulturelle Events organisiert, jedoch alles auf ehrenamtlicher Basis. Das Engagement der Kommune selbst hebt eine Partnerschaft auf eine andere Ebene. Es entstehen neue Kooperationen, mehr Menschen werden involviert und die Partnerschaften werden sichtbarer. Das ist zum einen Wertschätzung für das langjährige Engagement, auf der anderen Seite erhalten so mehr Menschen aus Bremen, Durban und Windhoek die Gelegenheit zum Austausch und voneinander zu lernen. Dies betrifft insbesondere junge Menschen, die etwa durch Schulpartnerschaften, Programme wie weltwärts oder ASA, Praktika oder Kurzaufenthalte im Rahmen von betrieblichen Ausbildungen die jeweils andere Partnerstadt kennenlernen.

4. Braucht es Engagement Global in zehn Jahren noch für Ihre Städtepartnerschaften?

Ganz sicher! Ohne die Unterstützung von Engagement Global würde wohl vieles zum Erliegen kommen, was in den letzten zehn Jahren bundesweit an kommunalen Partnerschaften und Engagement entstanden ist. Engagement Global ist der Grund, weswegen deutsche Kommunen im internationalen Vergleich eine führende Rolle bei der Pflege ihrer internationalen Partnerschaften einnehmen. Außerdem wären die Fortschritte etwa im Bereich Fairer Handel und der kommunalen nachhaltigen Beschaffung ohne Engagement Global nicht möglich gewesen.

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