<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"><channel><title>Blog.Engagement Global</title><description>Lesen Sie zukünftig alle Beiträge auf Blog.Engagement Global.</description><link>http://blog.engagement-global.de/</link><language>de</language><pubDate>Mon, 13 May 2024 17:20:00 +0200</pubDate><generator>Contao Open Source CMS</generator><atom:link href="https://blog.engagement-global.de/share/engagement-global-blog.xml" rel="self" type="application/rss+xml" /><item><title>Neues Augenzentrum in Ghana: Die mobile Friends Eye Clinic</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/TL_FILES_URLfiles/blog_beitraege/2024/05/240513-eyesight-for-africa-1.jpg" title="Foto: D. Hasselmann" data-lightbox="1f5146">              <img src="http://blog.engagement-global.de/TL_FILES_URLassets/images/e/240513-eyesight-for-africa-1-84d568fe.jpg" width="500" height="305" alt="Im Hintergrund ein Bild von dem Bus der mobilen Augenklinik und Dr. Seth Wayne" title="Foto: D. Hasselmann">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Dr. Seth Wanye wird diesen mobilen Augen-OP Bus für die zukünftigen Operationen nutzen.</figcaption>            </figure>          <p>Die Idee für diese mobile Klinik entstand bereits 2020, als ein ghanaisches Ärzteteam unter schwierigen Bedingungen mit kleinen Autos alle 14 Tage zu Outreach-Programmen fuhr und in einfachen Räumen operierte. Herr Hasselmann kam die Vision eines besser ausgestatteten mobilen Augenheilkundezentrums, das direkt vor Ort operieren könnte.</p> <p>Die Umsetzung dauerte einige Jahre: Im November 2022 wurde ein Gelenkbus erworben, der dann in Weißenhorn (Neu-Ulm) umgebaut wurde. Der Bus bietet Platz für einen OP-Bereich und eine Werkstatt zur Brillenherstellung. Im Februar 2024 übernahm Engagement Global die Transportkosten für den Bus von Hamburg nach Ghana.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Wie geht es weiter?</h2>                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2024/05/240513-eyesight-for-africa-2.jpg" title="D.Hasselmann" data-lightbox="37eb15">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/c/240513-eyesight-for-africa-2-6e57065c.jpg" width="500" height="305" alt="Dr. Seth Wanye wird diesen mobilen Augen-OP Bus für die zukünftigen Operationen nutzen." title="D.Hasselmann">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Dr. Seth Wanye in der Werkstatt des Busses.</figcaption>            </figure>          <p>Die mobile Augenklinik wird alle 14 Tage durch verschiedene Regionen Ghanas fahren und ihre Dienste anbieten. Die Bevölkerung wird über örtliche Krankenhäuser und -stationen informiert, sodass Patienten problemlos Zugang zur Behandlung erhalten können.</p> <p>Eine Untersuchung dauert pro Patient etwa 10 bis15 Minuten, während eine Katarakt-OP (Grauer Star) etwa 30 Minuten in Anspruch nimmt und 240 Euro kostet. Die Kosten können über Krankenkassen abgerechnet werden, falls in einem Krankenhaus operiert wird; andernfalls müssen die Patienten selbst bezahlen oder Sponsor*innen übernehmen die Kosten. Dass es in Ghana Krankenversicherungen gibt, ist noch recht neu: Bis vor sechs Jahren gab es diese noch gar nicht. Das führte dazu, dass der Zugang zu medizinischer Versorgung für arme Menschen erschwert war.</p> <p>Das Projekt der mobilen Augenklinik ist nicht nur eine medizinische Bereicherung für Ghana, sondern auch ein Beispiel für innovative Gesundheitsversorgung in entlegenen Gebieten. Wir wünschen dem Friends Eye Center und allen Beteiligten viel Erfolg bei ihrer wichtigen Arbeit.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Weiterführende Informationen zum Transportkostenzuschuss &#40;TKZ&#41;</h2>             <p>Das Förderprogramm Transportkostenzuschuss (TKZ) von Engagement Global unterstützt Vereine und Stiftungen dabei, Güter wie medizinische Geräte, Krankenhausbedarf, Maschinen und sogar Fahrzeuge an Projekte im Ausland zu versenden. Der Transportkostenzuschuss deckt die Kosten des Transports von Sachspenden, wenn diese dazu dienen, die Lebensbedingungen besonders benachteiligter Bevölkerungsgruppen in einem Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mittelfristig zu verbessern. Der Bus wird fortwährend mit medizintechnischen Geräten für die Augenheilkunde ergänzt und ist derzeit auf Reisen durch Ghana.</p> <p> </p> <p><strong>Autorin: </strong>Hirra Sonya Hafeez</p> <p> </p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/friends-eye-center-in-ghana-eroeffnet.html</link><pubDate>Mon, 13 May 2024 17:20:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/friends-eye-center-in-ghana-eroeffnet.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2024/05/240513-eyesight-for-africa-1.jpg" length="126553" type="image/jpeg" /></item><item><title>Kooperation von Engagement Global mit der Bundeswehr</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p class="hide-teaser">Christian Braun arbeitet seit sieben Jahren bei Engagement Global in der Außenstelle Hamburg, die er seit 2019 leitet. Er ist Teil eines Teams aus den Außenstellen in Berlin, Hamburg und Leipzig, die im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) Veranstaltungen mit der Bundeswehr organisieren. Christian Braun verantwortet dabei Veranstaltungen an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, an der die Führungskräfte des höheren Dienstes ausgebildet werden.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2023/10/Christian_Braun/231020-christian-braun-2.jpg" width="603" height="368" alt="">                      <figcaption class="caption" style="width:603px">Dr. Christian Braun, Leiter der Außenstelle Hamburg</figcaption>            </figure>          <p><strong>Wie kam es zu der Kooperation mit der Bundeswehr?</strong></p> <p>Die Kooperation gab es schon vor der Gründung von Engagement Global und zwar mit InWEnt (Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH). Damals gab es Tagungshäuser von InWEnt in der Nähe von Bundeswehr-Standorten. Durch den Austausch konnten Bundeswehr-Angehörige etwas über Entwicklungszusammenarbeit erfahren, wenn auch viel informeller als es heute der Fall ist. Nachdem InWEnt in der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) aufgegangen ist, wurde die Kooperation von Engagement Global fortgeführt.</p> <p><strong>Warum ist die Kooperation mit der Bundeswehr so wichtig?</strong></p> <p>Bei der Bundeswehr erreichen wir überwiegend Menschen, die bislang nicht oder nur kaum mit entwicklungspolitischen Themen in Kontakt kamen. Die Themen, die wir vermitteln, wie Nachhaltigkeit im Sinne der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDG), haben dabei zum einen Relevanz im Arbeitskontext, zum anderen aber auch eine Bedeutung für das Privatleben der Teilnehmenden. Wenn in den Evaluationsbögen nach den gemeinsamen Bildungsveranstaltungen von den Soldatinnen und Soldaten zurückgemeldet wird, dass man sich nun konkrete Handlungsoptionen überlegt hat, wie man nachhaltiger agieren kann, dann ist das ein großer Erfolg. Da die Bundeswehr hierarchisch organisiert ist, erfüllen die von uns geschulten Führungskräfte auch eine Funktion als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in die Bundeswehr hinein.  </p> <p><strong>Wie gestalten sich die Seminare bei der Bundeswehr inhaltlich und methodisch?</strong></p> <p>In unseren Seminaren wird die Entwicklungszusammenarbeit praktisch vorgestellt. Wie funktioniert sie, was bewirkt sie, was gibt es für Beispiele und vor allem, wie trägt sie durch Krisennachsorge und Krisenprävention zu einem nachhaltigen Frieden bei. Ziel ist es, dass die Soldatinnen und Soldaten in ihren Auslandsmissionen wissen, wer ihnen auf zivilgesellschaftlicher Seite gegenübersteht und sich somit ein Austausch entwickeln kann.</p> <p>Bei der Bundeswehr gibt es oft viel Informationen in kurzer Zeit, zumeist in Form von PowerPoint-Präsentationen. Wir haben dagegen viele Module, wie unser Brettspiel zu den SDG und unser fünfstündiges Planspiel, die den Perspektivwechsel und das persönliche Erlebnis in den Vordergrund stellen. Diese Formate werden sehr gerne angenommen, sodass sich festhalten lässt, dass die Bundeswehr definitiv bereit ist für Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE).</p> <p><strong>Welchen besonderen Moment gab es in der Zusammenarbeit?</strong></p> <p>Ein Moment, der immer wieder besonders ist, ist, wenn man merkt, dass man die Gruppe mit seinen Themen erreicht hat, wenn es Pausengespräche dazu gibt und die Situation im Seminar lockerer wird. Gerade die Gespräche mit einzelnen Soldatinnen und Soldaten sind teilweise sehr bewegend. Die Erfahrungen, die in den Auslandsmissionen gemacht wurden, insbesondere in Afghanistan, lassen viele der Soldatinnen und Soldaten nicht los. Die Soldatinnen und Soldaten lernen, sich und ihre Kameraden, wenn notwendig, auch mit Waffengewalt zu verteidigen. Wenn darüber berichtet wird, sind das Momente, in denen deutlich wird, wie verschieden Lebenswelten sein können.</p> <p> </p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2023/10/Christian_Braun/231020-christian-braun-3.jpg" width="603" height="368" alt="">                      <figcaption class="caption" style="width:603px">Der SDG-Seminarraum in Delitzsch</figcaption>            </figure>          <p><strong>Wie ist die Resonanz innerhalb der Bundeswehr auf unsere Angebote, gibt es da viel Interesse?</strong></p> <p>Zumeist gibt es zu Beginn des Seminars eine gewisse Skepsis. Zum Ende hin ist dann das Interesse geweckt und wir werden gefragt, was wir noch für Veranstaltungen anbieten können. Oft werden wir auch gefragt, ob unsere Bildungsmaterialien gekauft werden können, da sie das SDG-Spiel gerne für sich privat oder die Schulen ihrer Kinder hätten. Ein weiteres Highlight ist auch der Seminarraum in der Unteroffizierschule (USH) in Delitzsch, der nun ein SDG-Seminarraum ist. Der Wunsch dazu kam von der USH selbst und nun werden die SDG in jeder Veranstaltung, die dort stattfindet – zumindest durch Infomaterial an den Wänden – sichtbar.</p> <p> </p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/kooperation-von-engagement-global-mit-der-bundeswehr.html</link><pubDate>Fri, 20 Oct 2023 15:33:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/kooperation-von-engagement-global-mit-der-bundeswehr.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2023/10/Christian_Braun/231020-christian-braun-2.jpg" length="57620" type="image/jpeg" /></item><item><title>Aktiv mitwirken</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p class="hide-teaser">Alejandro Ramiro Rios Aparicio war Teilnehmer bei den Programmen weltwärts und ASA von Engagement Global. Im Interview erzählt er wie das Erlebte ihn immer noch prägt und gibt Empfehlungen für junge Menschen auf der Suche nach interkulturellen Erfahrungen.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2023/09/Alejandro_Ramiro_Rios_Aparicio/230908-alejandro-ramiro-rios-aparicio-2.jpg" width="603" height="368" alt="">                      <figcaption class="caption" style="width:603px">Alejandro Ramiro Rios Aparicio Foto: privat</figcaption>            </figure>          <p><strong>Wie bist du auf weltwärts aufmerksam geworden und was hat dich bewegt, dich für den Freiwilligendienst weltwärts zu bewerben?</strong></p> <p>Ich habe weltwärts über Sonqo Kusichiy in Peru kennengelernt. Diese Organisation wurde von einem Lehrer für Waldorf-Pädagogik gegründet. Anfangs sollte sie armen Kindern eine Möglichkeit bieten, sich aus der sozialen Isolation zu lösen, indem ihnen Kunst und Kultur nähergebracht wurden. Die Organisation arbeitet mit Freiwilligen aus Deutschland zusammen und im Jahr 2018 wurde beschlossen, auch einen Süd-Nord-Austausch anzubieten. Mich faszinierte damals die Idee, an einem echten Kulturaustausch teilzunehmen, das Funktionieren einer europäischen Gesellschaft direkt kennenzulernen, ein anderes Entwicklungsmodell zu sehen und meine eigenen Fähigkeiten auf die Probe zu stellen. Deshalb habe ich mich entschieden, eine Pause von meinen bisherigen Plänen zu machen und mich zu bewerben.</p> <p><strong>Wo hast du deinen Freiwilligendienst absolviert und was ist deine eindrücklichste Erinnerung an diese Zeit?</strong></p> <p>Meinen Freiwilligendienst habe ich an einer Waldorfschule in Heinsberg absolvierte. Während dieser Zeit hatte ich viele schöne Erlebnisse mit den Lehrer*innen und Kindern. Eine meiner schönsten Anekdoten war wohl das Fußballturnier. Da es sich um eine kleine Schule handelte, hatte jede Klasse eine Fußballmannschaft. Außerdem hatte jede Klasse die Möglichkeit, sich Verstärkung zu holen. Die Viertklässler haben mich eingeladen, in ihrem Team mitzuspielen, und ich habe die Einladung gerne angenommen. Für mich war es vor allem wichtig, eine gute Zeit zu haben. Ein paar Wochen vor dem Turnier hatten die Kinder mir gesagt, dass wir Strategien und Koordination üben sollten. Ich hatte das nicht sonderlich ernst genommen. Doch beim Turnier sollten wir gegen die Zehnt- und Elftklässler spielen. Ich dachte, wir hätten keine Chance zu gewinnen. Doch ich hatte mich geirrt. Tatsächlich haben wir das Finale gegen die Elftklässler mit einem Tor Vorsprung gewonnen und alle Kinder, Eltern und Lehrer*innen haben gemeinsam diesen Triumph gefeiert. </p> <p><strong>Was hat dich motiviert, nach weltwärts am ASA-Programm teilzunehmen?</strong></p> <p>Während meiner Freiwilligenarbeit habe ich in Seminaren viel über die Struktur der Freiwilligenarbeit erfahren und die Ziele des Programms kennengelernt. Trotz einiger Kritik habe ich ein großes Potenzial im Programm gesehen und so habe ich angefangen, mich für das Thema Entwicklungszusammenarbeit zu interessieren. Einerseits hatte ich die Programme von Engagement Global im Blick und teile einige ihrer Ziele. Andererseits hatte ich ein Studium in Deutschland angefangen und war in die Arbeit einiger deutscher sozialer Einrichtungen involviert. Dennoch hatte ich den Wunsch, direkt mit Organisationen aus dem Globalen Süden zusammenzuarbeiten. Die direkte Arbeit bei der Partnerorganisation des ASA-Programms war für mich eine Möglichkeit, meiner Gesellschaft "Danke" zu sagen, dass sie mich zu dem gemacht hat, wer ich bin. So konnte ich auf sinnvolle Weise zurückgeben, was ich von beiden Kontinenten gelernt habe. Dieses Verlangen, einen bedeutungsvollen Beitrag zu leisten und meine Lernreise weiterzuführen, hat mich dazu motiviert, nach meinem weltwärts-Einsatz am ASA-Programm teilzunehmen.</p> <p><strong>Hast du noch Kontakt mit den Menschen, mit denen du während des Freiwilligendienstes oder während des ASA-Projektes zusammengearbeitet und gelernt hast? Wenn ja, in welcher Weise?</strong></p> <p>Ja, ich halte immer noch Kontakt zu einigen von ihnen. Die Entfernung ist dabei oft eine Herausforderung, aber wir finden Wege, Zeit miteinander zu verbringen. Vor ein paar Monaten zum Beispiel hat mir ein Freund aus meiner Freiwilligengruppe vorgeschlagen, ein altes Computerspiel herunterzuladen (Left4Dead 2), um es online zusammen zu spielen. Während des Spiels waren wir auch über das Telefon verbunden. Ich denke, das Spiel diente als Ausrede. Die Witze, Erinnerungen und spontanen Einfälle während des Spiels zeigten, dass die Freundschaft immer noch intakt war.</p> <p><strong>Was unterscheidet aus deiner Sicht weltwärts und ASA?</strong></p> <p>Aus meiner Sicht liegt der Hauptunterschied in der Rolle der Partnerorganisationen bei der Gestaltung des Programms. Bei weltwärts spielen Partnerorganisationen eine aktivere Rolle und es wird erwartet, dass sie sich regional vernetzen und stärken, beispielsweise durch Partnerkonferenzen. Im ASA-Programm wird hingegen dem Projekt selbst mehr Wert beigemessen und die Partnerorganisationen bleiben mehr in ihrem eigenen Arbeitsbereich isoliert. Natürlich gibt es auch andere Unterschiede wie die Anzahl der Teilnehmenden, das akademische Niveau der Teilnehmenden und die Dauer des Programms. Doch als jemand aus dem Globalen Süden assoziiere ich den Hauptunterschied mit der Rolle der Partnerorganisationen.</p> <p><strong>Mit welchen Argumenten würdest du jungen Menschen den Freiwilligendienst weltwärts oder das ASA-Programm empfehlen?</strong></p> <p>Die Empfehlung hängt stark von den individuellen Interessen ab. Einerseits sollten wir uns bewusst sein, dass das, was heute in einer Region der Welt geschieht, Auswirkungen auf andere Regionen hat – sei es ökologisch, sozial oder wirtschaftlich. Wenn unser Ziel ist, eine bessere Welt zu hinterlassen, können wir das nicht individuell oder nur auf uns selbst bezogen erreichen, selbst nicht innerhalb Europas. Diese Programme ermöglichen der jüngeren Generation, die Arbeit der Zivilgesellschaft in anderen Ländern kennenzulernen, die Herausforderungen und Entwicklungsansätze vor Ort zu verstehen, interkulturelle Kompetenzen durch den langen Kontakt mit einer fremden Kultur zu entwickeln und dadurch langfristig persönliches und berufliches Wachstum zu gewährleisten. Insgesamt bieten sie eine Chance, aktiv an positiven Veränderungen auf globaler Ebene mitzuwirken.</p> <p> </p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/aktiv-mitwirken.html</link><pubDate>Fri, 08 Sep 2023 13:09:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/aktiv-mitwirken.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2023/09/Alejandro_Ramiro_Rios_Aparicio/230908-alejandro-ramiro-rios-aparicio-2.jpg" length="71745" type="image/jpeg" /></item><item><title>Gemeinsam für Nachhaltigkeit: Wie Solingens Bürgerinnen und Bürger „Orte der Veränderung“ gestalten</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p class="hide-teaser">Dialog, Mitsprache, Akzeptanz. Das sind nur einige positiv belegte Begriffe, die mit Bürgerbeteiligung in Verbindung gebracht werden. Die Teilhabe von Bürgerinnen und Bürgern ist grundlegend für unser Demokratieverständnis und damit auch eine wichtige Säule kommunaler Entscheidungsprozesse. Die Klingenstadt Solingen setzt auf ihrem Weg zur Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen auf eine breite und transparente Zusammenarbeit mit der Stadtgesellschaft. Bürgerinnen und Bürger, aber auch Vereine, Initiativen, Institutionen, Bildungseinrichtungen und lokale Unternehmen bringen eigene Perspektiven, wertvolles Wissen und kreative Ideen in den Nachhaltigkeitsprozess mit ein. Aus einem breit angelegten Dialog zur Erarbeitung einer Nachhaltigkeitsstrategie sind in Solingen – verteilt über das gesamte Stadtgebiet – „Orte der Veränderung“ entstanden, die die 17 Ziele der Agenda 2030 für alle erlebbar machen. Zum Tag der Bürgerbeteiligung am 18. August haben wir mit Ariane Bischoff gesprochen. Die Landschaftsarchitektin leitet den Stab „Nachhaltigkeit und Klimaschutz” in Solingen und arbeitet in dieser Funktion und in gemeinsamer Mission direkt mit dem Oberbürgermeister Tim Kurzbach zusammen. Denn Nachhaltigkeit wird in Solingen von allen gelebt – vom Kindergartenkind bis zum Oberbürgermeister.</p> <p class="hide-teaser"> </p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2023/08/Ariane_Bischoff/230818-ariane-bischoff-2.jpg" width="603" height="368" alt="">                      <figcaption class="caption" style="width:603px">Foto: Stadt Solingen</figcaption>            </figure>          <p><strong>Frau Bischoff, warum ist Ihnen das Thema Nachhaltigkeit und eine nachhaltige Stadtgestaltung so wichtig?</strong></p> <p>Seit mehr als zwei Jahrzehnten bin ich an verschiedenen Stellen bei der Stadt Solingen tätig und begleite seit seinen Anfängen auch den Nachhaltigkeitsprozess. Das Thema umfasst viele verschiedene Facetten von sozialer, ökologischer, ökonomischer Entwicklung. Damit unser Planet für uns, für unsere Kinder und Kindeskinder attraktiv und lebenswert bleibt und wir das, was uns lieb und teuer ist, erhalten können, müssen wir uns unbedingt mit Nachhaltigkeit befassen.</p> <p><strong>Solingen hat 2018 eine eigene kommunale Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet und setzt diese nun um. Können Sie uns erläutern, wie Bürgerinnen und Bürger in den Entwicklungsprozess mit einbezogen waren?</strong></p> <p>Wir waren uns in Solingen eigentlich von Anfang an darüber einig, dass wir den Nachhaltigkeitsprozess mit allen angehen wollen, die an diesem Thema Interesse haben: mit Privatpersonen, Vereinen, Initiativen, Unternehmen, mit politisch Verantwortlichen und natürlich mit den vielen unterschiedlichen Bereichen der Verwaltung inklusive Stadtwerke und Klinikum. Denn wir können nur nachhaltige Veränderungen bewirken, wenn alle an einem Strang ziehen.</p> <p>Außerdem wollten wir nicht erst mit den verschiedenen Akteurinnen und Akteuren ins Gespräch kommen, wenn die Strategie bereits beschlossen ist – uns war es wichtig, von Beginn an zusammenzuarbeiten. So haben wir direkt nach einer Bestandsaufnahme zu einer Nachhaltigkeitskonferenz eingeladen, Anregungen aus der Stadtgesellschaft aufgenommen, Ideen für die Umsetzung formuliert und wieder an alle zurückgespielt. Das Format der Nachhaltigkeitskonferenzen hat sich dann im Laufe der Zeit für unsere Stadt bewährt.</p> <p>In den Zwischenzeiten gab es aber auch noch Runde Tische, Arbeitskreise und die Treffen der Steuerungsgruppe für unsere Nachhaltigkeitsstrategie. Die Steuerungsgruppe stammt noch aus der Zeit, in der Solingen am Programm „Global Nachhaltige Kommune“ von Engagement Global teilgenommen hat. Heute nennt sie sich Beirat, ist aber nach wie vor genauso breit besetzt – nämlich mit Vertreterinnen und Vertretern aus allen Ratsfraktionen, aus der Wirtschaft, der Wissenschaft und aus der Zivilgesellschaft. Unser Anliegen war, die breite Bevölkerung mit einzubeziehen, daher sind Vertreterinnen und Vertreter aus dem Integrationsrat, den Wohlfahrts- und Naturschutzverbänden im Beirat vertreten.</p> <p><strong>Was ist nach Verabschiedung der Nachhaltigkeitsstrategie passiert? Stehen Kommune und Stadtgesellschaft weiterhin in engem Austausch? </strong></p> <p>Nachdem die Nachhaltigkeitsstrategie 2018 beschlossen war, haben wir sofort eine weitere Nachhaltigkeitskonferenz ausgerichtet, um in den Umsetzungsprozess zu starten. Dort haben wir unsere Impulsprojekte vorgestellt. Das waren Projekte, an denen die verschiedensten Akteurinnen und Akteure beteiligt waren. Und dann kam der Zeitpunkt, zu dem wir uns gefragt haben: Wie können wir das Engagement noch breiter verankern? 2020 – sogar noch vor der Corona Pandemie – hatten wir den Gedanken, ein neues Konferenzformat auszuprobieren. Die Idee war, nicht in einem Konferenzraum zu tagen, sondern rauszugehen an die Orte, wo Veränderung und Transformation stattfinden, und dort dezentrale Workshops anzubieten. Aus dieser Idee sind die „Solinger Orte der Veränderung“ entstanden. Am Anfang waren es elf, heute sind es 30. An diesen Orten geht es um gesellschaftliche Teilhabe und soziales Miteinander, um Klima- und Ressourcenschutz, um nachhaltiges Wirtschaften. Es sind Wohnprojekte dabei, Sportvereine, Schulen, Naturschutzprojekte, Nachbarschaftsgärten und lokale Unternehmen. Die Menschen, die an den Projekten mitwirken, identifizieren sich mit den Zielen der Solinger Nachhaltigkeitsstrategie und sind zu deren Botschafterinnen und Botschaftern geworden.</p> <p><strong>Was würden Sie anderen Kommunen mit auf den Weg geben, damit eine Nachhaltigkeitsstrategie den Rückhalt der Bevölkerung hat? </strong></p> <p>Ich rate dazu, zunächst zu überlegen, welche zentralen Stakeholder in der Kommune auch ein Interesse an einer Nachhaltigkeitsstrategie haben und diese einzuladen, die Ziele mit zu formulieren und mit ganz konkreten Schritten voranzubringen. Mein Tipp dabei: lieber klein anfangen und offen dafür sein, dass sich der Prozess aus sich heraus entwickelt. Aus unserer Erfahrung kann ich sagen, dass sich einige Kooperationen und Projekte ergeben haben, die nicht geplant waren, sich aber als sehr wertvoll erwiesen haben. Aus den Nachhaltigkeitskonferenzen sind die „Solinger Orte der Veränderung“ entstanden. Letztes Jahr im September haben wir in Kooperation mit dem Forum für Soziale Innovation (FSI) und unter der Beteiligung von vielen lokalen Initiativen, Start-Ups und Unternehmen die „Solinger Nachhaltigkeitswochen” veranstaltet. An zehn verschiedenen Tagen wurden Vorträge, Workshops, Rundgänge und Mitmachaktionen angeboten, und am Ende fand ein Nachhaltigkeitsforum statt. Und dieses Jahr veranstalten wir am 18. August ein Nachhaltigkeitsfestival im Gründer- und Technologiezentrum – nicht nur für Solingen, sondern auch für Aktive und Interessierte aus dem Bergischen Land. Mit diesem niederschwelligen Angebot wollen wir noch mehr Initiativen und Menschen die Möglichkeit geben, ihre Ideen einer Öffentlichkeit zu präsentieren und Kontakte zu knüpfen.</p> <p> </p> <p>Die Fragen stellte <strong>Julia Krakau</strong>. Sie arbeitet als freie Journalistin in Nordrhein-Westfalen.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Weiterführende Links</h2>             <p><a href="https://nachhaltig.solingen.de/inhalt/verzeichnis/orteDerVeraenderung" target="_blank">Zu den Solinger Orten der Veränderung</a></p> <p><a href="https://nachhaltig.solingen.de/inhalt/nachhaltigkeitsfestival" target="_blank">Zum Nachhaltigkeitsfestival 2023</a></p> <p><a href="https://nachhaltig.solingen.de/inhalt" target="_blank">Zur Website Nachhaltig Solingen</a></p> <p><a href="https://skew.engagement-global.de/global-nachhaltige-kommune.html" target="_blank">Zum SKEW-Programm Global Nachhaltige Kommune</a></p> <p> </p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/gemeinsam-fuer-nachhaltigkeit-wie-solingens-buergerinnen-und-buerger-orte-der-veraenderung-gestalten.html</link><pubDate>Fri, 18 Aug 2023 13:00:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/gemeinsam-fuer-nachhaltigkeit-wie-solingens-buergerinnen-und-buerger-orte-der-veraenderung-gestalten.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2023/08/Ariane_Bischoff/230818-ariane-bischoff-2.jpg" length="151120" type="image/jpeg" /></item><item><title>Vom Freiwilligendienst zu Bildung trifft Entwicklung</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p class="hide-teaser">Natalie Gabrysch ist seit Anfang 2022 BtE-Referentin und realisiert vorwiegend in Nordrhein-Westfalen vielfältige Projekte: von einzelnen Workshops, konsumkritischen Stadtrundgängen und Projekttagen bis hin zu ganzen Veranstaltungsreihen. Dazu gehört zum Beispiel, unterstützt vom Umweltamt Düsseldorf, eine wöchentliche Arbeitsgruppe zum Thema „Globales Lernen“ in einer Schule. Ihre Themen sind: Konsum und Mode, fairer Handel, Klima und Müll und die Sustainable Development Goals.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2023/06/Natalie_Gabrysch/230622_Natalie_Gabrysch_2.png" width="603" height="368" alt="">                      <figcaption class="caption" style="width:603px">Natalie Gabrysch. Foto: privat</figcaption>            </figure>          <p><strong>1. Was hilft dir dabei, die BtE-Themen lebensnah und passend zu Zielgruppen – die ja sehr unterschiedlich sein können – zu vermitteln?</strong></p> <p>Empathie und Flexibilität bei den Veranstaltungen helfen sehr! Ein konkreter Zeitplan für eine Veranstaltung bietet eine gute Orientierung, sollte aber auch Raum für unerwartete spannende Diskussionen oder persönliche Anekdoten ermöglichen. Besonders bei längeren Veranstaltungsreihen empfinde ich es als sehr wertvoll, die Teilnehmenden direkt miteinzubeziehen und nach ihren Wünschen für die Veranstaltung zu fragen.</p> <p><strong>2. Was wünschst du BtE für die kommenden zehn Jahre?</strong></p> <p>Dass sich noch mehr Schulen und außerschulische Institutionen an dem Programm beteiligen, damit der Austausch zu globalem Lernen, den Weltnachhaltigkeitszielen und internationalen Perspektiven weiter vorangetrieben werden kann!</p> <p><strong>3. Was sollte jemand unbedingt mitbringen als BtE-Referentin oder BtE-Referent?</strong></p> <p>Neugier für vielfältige Themen, Methoden und neue Perspektiven, Offenheit und die Freude daran, eigene Erfahrungen weiterzutragen! Denn für mich bedeutet BtE: sich auszutauschen, voneinander lernen, von eigenen Erfahrungen zu berichten und zugleich durch unerwartete Fragen selber zum Nachdenken angeregt zu werden und dabei immer kritisch die eigenen Privilegien und Perspektiven zu reflektieren!</p> <p> </p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/vom-freiwilligendienst-zu-bildung-trifft-entwicklung.html</link><pubDate>Mon, 10 Jul 2023 12:00:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/vom-freiwilligendienst-zu-bildung-trifft-entwicklung.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2023/06/Natalie_Gabrysch/230622_Natalie_Gabrysch_2.png" length="359113" type="image/png" /></item><item><title>Unterstützung und Empowerment für junge Engagierte</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p class="hide-teaser">Janni Umlauf leistet Beratung, Coaching und ist neben vielen anderen Projekten seit 2016 bei „<em>Bildung trifft Entwicklung“</em>, seit 2018 zuständig für <em>„Junges Engagement“</em>, bei dem zurückgekehrte Freiwillige in ihrem zivilgesellschaftlichen Engagement unterstützt werden. Janni nutzt kein Pronomen, versteht sich als nicht-binär und setzt sich für antirassistische, feministische und queere Perspektiven ein.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2023/06/Janni_Umlauf/230613_Janni_Umlauf%20.jpg" width="603" height="368" alt="">                      <figcaption class="caption" style="width:603px">Janni Umlauf. Foto: BpBbundesfotoKurc</figcaption>            </figure>          <p><strong>1. Welche Impulse oder neue Ideen hast du vom Jubiläumsfestival in Göttingen mitgenommen?</strong></p> <p>Das Jubiläumsfestival in Göttingen hat einen schönen und spannenden Raum sowie Möglichkeiten der Vernetzung, des Lernens, des Empowerment und des gemeinsam kritischen Denkens und Handelns angeboten. Natürlich wurde auch gefeiert und die Menschen hatten eine Menge Spaß – das darf gern zusammengedacht werden!</p> <p>Auf dem Festival sind zahlreiche und verschiedene Perspektiven aufeinandergetroffen und wurden mit inhaltlichen Impulsen zusammengebracht. <em>Bildung trifft Entwicklung, CHAT der WELTEN </em>und das <em>Junge Engagement</em> haben dabei einen nachhaltigen und handlungsorientierten Beitrag geleistet. Mehr als 65 Workshops mit insgesamt rund 2.000 Teilnehmer*innen konnten in diesen drei Tagen umgesetzt werden. Das motiviert mich, weiter zu machen und neue Angebote für zurückgekehrte Freiwillige zu entwickeln. Der Bedarf und die Nachfrage sind auf jeden Fall da. Die Motivation, sich mit kritischen Fragestellungen und antirassistischen Themen zu beschäftigen, ist immens hoch gewesen und sollte weiter gefördert werden.</p> <p>Persönlich fand ich auch den Austausch mit Entscheidungsträger*innen wichtig und ich hoffe auf weitere Gespräche und konkrete Umsetzungen, um globales Lernen und Handeln weiter in die Gesellschaft zu tragen und dort als festen Bestandteil des Alltags zu etablieren. Nur wenn wir auch strukturelle und gesellschaftliche Unterstützung haben, ist Engagement auf persönlicher Ebene sinnvoll und kann zu Lösungen für Krisen, Konflikte und Herausforderungen der Zeit beitragen! </p> <p><strong>2. Hast du etwas gelernt, dass dir dabei hilft, die BtE-Themen lebensnah und passend zu Zielgruppen – die ja sehr unterschiedlich sein können – zu vermitteln?</strong></p> <p>Die Vielfältigkeit der Zielgruppen zu erfahren und zu berücksichtigten ist wichtig, wenn wir emanzipatorische Bildungsformate entwickeln und durchführen wollen. Raum geben und achtsam sein ist hier sehr zentral. Das Mitdenken von Awareness-Konzepten und Safer Spaces für BIPoC* und Flinta* muss weiter in unsere Arbeit eingebaut werden, um ein respektvolles Lernen auf wirklicher Augenhöhe zu fördern.</p> <p> Hautnah mit jungen Menschen zusammen zu arbeiten und für einige Tage in einem Mini-Kosmos zu leben, zu essen, zu feiern, bringt mich und meine Arbeit sehr nah ran. Ich habe erfahren, dass junge Menschen sehr motiviert sind und es an uns liegt, passende und attraktive Angebote zu schaffen und an ihren Interessensfeldern anzuknüpfen, um direkte Unterstützung und Empowerment zu ermöglichen. Dazu müssen wir auf die jungen Menschen und ihre Forderungen hören, sowie ihnen direkte Verantwortung übertragen und sie ihre Wirksamkeit spüren lassen. Und ganz persönlich habe ich auch erfahren, was es bedeutet in einem starken Team zu arbeiten. Alle haben überall mit angepackt! Nur gemeinsam konnten wir ein so erfolgreiches Programm umsetzen, was mich sehr freut und dankbar macht.</p> <p><strong>3. Was wünschst du BtE für die kommenden 10 Jahre?</strong></p> <p>Ich erhoffe mir ein weiteres Zusammenwachsen von <em>Weltwärts</em> und <em>BtE / Junges Engagement</em> und hoffe, dass sich viele Menschen bei uns engagieren und damit einen wichtigen Beitrag leisten. Ich hoffe auch, dass <em>BtE</em> kritisch bleibt, sich auf neue Inhalte und Methoden einlässt, verstärkt die eigenen Privilegien, Vorurteile und den eigenen Rassismus tiefer reflektiert und versucht auch strukturell abzubauen. Hier braucht es natürlich den Rückhalt und die (finanzielle) Unterstützung von staatlicher und politischer Seite, wie dem BMZ! In den vergangenen Jahren war es nicht immer einfach, aber ich schaue mit Hoffnung in eine inklusive Zukunft. Die Versprechen sind da – das Handeln möchte ich jetzt sehen!</p> <p>Ein stärkeres Zusammenwachsen mit aktivistischen Strukturen sehe ich als wichtige Stärke und hoffe, dass wir so in Bildungsveranstaltungen die Stimmen und Kämpfe aus dem Globalen Süden sichtbarer und lauter machen können. Es geht uns darum Menschen zu mobilisieren, wir sollten also mit vielen Gruppen und Akteur*innen zusammenarbeiten! <em>BtE</em> hat schon viel erreicht und doch sehe ich noch viel Potenzial und freue mich auf Weiterbildungen und praxisorientierte Workshops, die klar feministische und antirassistische Bildungsinhalte transportieren und sich gegen jede Form der Diskriminierung positionieren!</p> <p><strong>4. Was sollte jemand unbedingt mitbringen als BtE-Referentin oder BtE-Referent?</strong></p> <p>Als BtE-Referent*in solltest du unbedingt eine Offenheit zum Lernen mitbringen. Wir bieten zwar „fertige“ Workshops und Inhalte an, lernen aber durch die Begegnungen der Teilnehmenden und der eigenen Auseinandersetzung mit dem Thema selbst immer viel dazu. Auch sollten wir unsere Perspektiven stets in Frage stellen, uns Stimmen anhören, die hier noch nicht so laut sind und versuchen, möglichst macht-kritische Bildungsräume zu gestalten, die Platz für Handlungsideen und praktisches Arbeiten lassen. Wenn du in dir einen Funken spürst, der etwas gestalten möchte, dann ist es gut irgendwo anzufangen und etwas zu machen – <em>Bildung trifft Entwicklung</em> und <em>Junges Engagement</em> bieten dafür einen perfekten Rahmen, also mach mit und lasse aus dem Funken ein Feuer entstehen, an dem wir uns alle gemeinsam wärmen können!</p> <p> </p> <p>*BIPoC* steht für: Black, Indigenous and People of Color.</p> <p>*Flinta* steht für: Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, trans und agender Personen.</p> <p>Der angehängte Asterisk dient dabei als Platzhalter, um alle nicht-binären Geschlechtsidentitäten einzubeziehen.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Weitere Informationen</h2>             <p><a href="https://www.bildung-trifft-entwicklung.de/de/ueber-je.html">Weitere Informationen zu Junges Engagement</a></p> <p><a href="https://jannes-umlauf.de/">Weitere Informationen zu Jannis Arbeit in den Bereichen politischer Bildung und Moderation</a></p> <p> </p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/unterstuetzung-und-empowerment-fuer-junge-engagierte.html</link><pubDate>Tue, 13 Jun 2023 14:51:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/unterstuetzung-und-empowerment-fuer-junge-engagierte.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2023/06/Janni_Umlauf/230613_Janni_Umlauf%20.jpg" length="64543" type="image/jpeg" /></item><item><title>Wasser für nachhaltige Entwicklung</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p class="hide-teaser">Eine weltweite Wasserkrise gefährdet das Leben von rund 3,6 Milliarden Menschen. Besonders im Globalen Süden ist der Zugang zu sauberen Wasserquellen und Sanitäranlagen nicht gesichert, was fatale gesundheitliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen hat. Unterstützt durch den Transportkostenzuschuss von Engagement Global hat der Verein Keep Smiling ein Brunnenprojekt in Tshikapa in der Demokratischen Republik Kongo gestartet – und damit einer Stadt ermöglicht, saubere Wasserquellen selbst zu erschließen. Im Interview erzählen Ria Müller und Torsten Braun von Keep Smiling e.V. über die Ziele des Projektes, Herausforderungen bei der Umsetzung und die weiteren Pläne in Tshikapa.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2023/03/230310_Braun_Mueller_Shwender_content.jpg" width="603" height="368" alt="">                      <figcaption class="caption" style="width:603px">Fotos: Keep Smiling e.V.</figcaption>            </figure>          <p><strong>1. Frau Müller, Herr Braun, Ihr Verein Keep Smiling hat im November 2022 Brunnenbohrtechnik nach Tshikapa in der Demokratischen Republik Kongo transportiert. Erzählen Sie uns mehr von dem Projekt.</strong></p> <p>Bei einem Besuch unseres Partners 2018 wurde uns deutlich, dass die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser ein sehr wichtiges Thema ist. Wasser ist Leben, sauberes Trinkwasser schützt die Menschen vor Krankheiten. Die Menschen im Einzugsgebiet des ersten Brunnens sind nun nicht mehr gezwungen, viel Kraft und Zeit zu investieren, um an sauberes Wasser zu gelangen. Lediglich ein sogenannter Wasserpfennig ist aufzuwenden, um dem Wasser einen Wert zu geben sowie um Rücklagen zu schaffen für anfallende Reparaturmaßnahmen oder die Erweiterung des Wassersystems. In der DR Kongo sind kaum Bohrgeräte verfügbar und die desolate Infrastruktur macht eine Planung von Bohrungen durch Firmen nahezu unmöglich. Die Schulung in geophysikalischer Bodenuntersuchung und die Ausbildung an dem Bohrgerät ermöglichen es unserem Partner eigenständig Brunnen zu bohren und die Wasserversorgung auszubauen.</p> <p><strong>2. Ihr Verein unterstützte in Tshikapa zuvor bereits dem Aufbau einer Schule. Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit dem Partnerverein Budikadidi (Hilfe zur Selbsthilfe)?</strong></p> <p>Keep Smiling wurde gegründet, um nach einer Naturkatastrophe auf den Philippinen Hilfe zu leisten. Danach haben wir über persönliche Kontakte Pfarrer Panu kennengelernt. Er ist Kongolese, lebt in Deutschland und hat vor über 30 Jahren unseren Partnerverein Budikadidi mitgegründet. Der Fokus unseres Partners und Keep Smiling ist nahezu identisch: Bildung, Wasserversorgung, Medizin und Ernährung sind die Schlüsselthemen, damit sich die Menschen ein besseres Leben ermöglichen können. Wir möchten den Menschen nicht einfach Sachen geben. Wir erarbeiten mit unserem Partner Projekte. Die Umsetzung und Betreuung liegen in der Verantwortung der Menschen vor Ort. Budikadidi heißt <em>Schule der Selbständigkeit</em>. Das ist aus unserer Sicht der richtige Weg in eine bessere Zukunft. </p> <p><strong>3. Welche Herausforderungen gab es im Verlauf des Brunnenprojektes? Was hat Ihnen besonders geholfen, diese Herausforderungen zu bewältigen?</strong></p> <p>Nach dem Entschluss das Wasserprojekt umzusetzen, war nahezu jeder einzelne Schritt eine Herausforderung. Wir mussten das richtige, geeignete Equipment sowohl für die Bohrung aber auch für den initialen Bau von zumindest drei kompletten Brunnen auswählen. Die Finanzierung des Equipments war sehr schwierig. Wir haben durch Spendendinner, Konzerte, Spendenläufe und weitere Aktionen sehr viele Spenden erzielt. Allerdings war dies in Zeiten von Corona nicht einfach. Das Equipment von circa zehn verschiedenen Lieferanten aus Thailand, England und Deutschland musste so koordiniert werden, dass wir alles in den gesponsorten Container packen konnten – auch das in Eigenleistung. Durch den Bau eines Zwischenbodens aus Holz war es möglich, den Container komplett auszunutzen. Auch die Zollabwicklung und vor allem der Transport des Containers sowie der Import in die Demokratische Republik Kongo haben uns vor große Herausforderungen gestellt. Am Ende haben uns bei jedem Schritt engagierte Menschen, die sich für unser Projekt begeistern konnten, geholfen, die Hürden zu überspringen: Ein Bohrexperte bei der Wahl des Bohrequipments, der Pumpenhersteller KSB und einer der Mitarbeiter bei der Auswahl des Pumpequipments, das Humanitarian Team von DHL beim Export, Transport und dem zollfreien Import in die Demokratische Republik Kongo. Nicht zuletzt Engagement Global: hier wurden wir enorm kompetent beraten und sehr großzügig finanziell unterstützt. Auch Firmen, Mitarbeiterinitiativen von Firmen und Stiftungen haben neben sehr vielen Spendern, Helfern und Unterstützern zum Erfolg des Projektes beigetragen.</p> <p><strong>4. Den ersten Brunnenbau haben Sie im November/Dezember 2022 noch persönlich begleitet, Herr Braun. Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht? Was hat sich seitdem getan?</strong></p> <p>Die Menschen in der Demokratischen Republik Kongo haben in diversen Situationen während der Vorbereitungen, der Bohrung und beim Bau des ersten Brunnens viel Einsatz und Kreativität gezeigt. Mit der Beteiligung der Bevölkerung vor Ort hoffen wir auf eine nachhaltige Verbesserung der Lebensumstände.</p> <p>Ich durfte miterleben, wie sich die Menschen vor Ort über das erste fließende, saubere Wasser freuen. Selbst das Spülwasser wurde von den Menschen aufgefangen und genutzt. Ein tolles Weihnachtsgeschenk für die Menschen vor Ort, aber auch für uns, die wir so lange auf diesen Moment hingearbeitet haben.</p> <p>Die Bohrung eines zweiten Brunnens ist in Vorbereitung, bedarf aber noch weiterer Materialien aus Deutschland. Wir hoffen, dass man spätestens im zweiten Quartal 2023 mit der Umsetzung starten kann. Die Vorbereitungen vor Ort laufen bereits.</p> <p><strong>5. Das Brunnenprojekt wurde vor allem durch Spenden und Fördergelder umgesetzt. Welche Tipps haben Sie aufgrund Ihrer Erfahrungen für andere Vereine, die ähnliche Projekte auf den Weg bringen wollen?</strong></p> <p>Man muss Geduld und Ausdauer mitbringen. Es lohnt sich außerdem Aufwand und Zeit in die Beantragung von öffentlichen Fördergeldern zu stecken. Hat das Projekt Hand und Fuß und vermittelt man seine Idee mit einer gewissen Leidenschaft, lassen sich viele Menschen für solch ein Projekt begeistern. Die Menschen möchten gerne Gutes tun und wenn man sein Projekt schlüssig darlegt und eine ausreichende Transparenz vorweisen kann, so ist dies auch für das Spendenaufkommen förderlich. Außerdem haben uns die mediale Präsenz in einer regionalen Wochenzeitung sowie zwei Beiträge im regionalen Fernsehen sehr geholfen, weitere Spenden, aber auch weitere Fördermitgliedschaften zu gewinnen. Wir haben gerade in der Umsetzungsphase unsere Spender, Unterstützer und alle Interessierten über unsere Social-Media-Kanäle an den Fortschritten teilhaben lassen. Dies fördert sicherlich auch die Transparenz sowie die Spendenbereitschaft. Tue Gutes und sprich darüber…das regt Viele dazu an, sich daran zu beteiligen.</p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/wasser-fuer-nachhaltige-entwicklung.html</link><pubDate>Fri, 10 Mar 2023 15:18:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/wasser-fuer-nachhaltige-entwicklung.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2023/03/230310_Braun_Mueller_Shwender_content.jpg" length="165047" type="image/jpeg" /></item><item><title>Mehr als ein Dach über dem Kopf</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2023/02/Dr_Peter_Scheid/In_GK_St_Joseph_Blog.jpg" width="603" height="368" alt="Personen stehen in der MItte einer Straße mit bunten Häusern.">                      <figcaption class="caption" style="width:603px">Gawad Kalinga e.V. setzt sich auf den Philippinen für soziale Teilhabe in. Foto: Ateneo de Manila University</figcaption>            </figure>          <p><strong>1. Heute ist Welttag der sozialen Gerechtigkeit. Wie engagiert sich Ihr Verein Gawad Kalinga e.V. dafür, dieses Ziel zu erreichen?</strong></p> <p>Gawad Kalinga e.V. unterstützt die gleichnamige philippinische Nichtregierungsorganisation dabei, Menschen auf den Philippinen, die in extremer Armut und oft am Rand der Gesellschaft leben, den Weg zurück in die Gesellschaft zu ebnen.</p> <p>Wir engagieren uns vor allem im Bereich Häuserbau: Ganze Dörfer werden errichtet, in die besonders arme Menschen einziehen können. Die Idee dabei ist, nicht nur ein Dach über dem Kopf zu schaffen, sondern die Menschen zu resozialisieren.</p> <p><strong>2. Können Sie das Häuserbau-Projekt und die Idee dahinter näher beschreiben?</strong></p> <p>Wenn ein neues Dorf entsteht, werden Menschen, die bisher in primitiven, provisorischen Unterkünften in oft illegalen Siedlungen leben, gefragt, ob sie in diese Dörfer umziehen möchten. Die Hälfte der Arbeit an den neuen Häusern übernehmen professionelle Handwerkerinnen und Handwerker, die andere Hälfte der Fertigstellung übernehmen aber die späteren Bewohnerinnen und Bewohner. Zudem besuchen alle zukünftigen Mitglieder der Dorfgemeinschaft sogenannte Value Formation Seminars, in denen es darum geht, ihnen die Verantwortung für sich und die Gemeinschaft näher zu bringen und sich zum Beispiel in der Nachbarschaftshilfe zu engagieren. Aufbauend auf diesen Seminaren unterschreiben die Menschen vor Einzug einen Vertrag, in dem alle Regeln zum Zusammenleben festgehalten werden.</p> <p>In den Dörfern wird ein Dorfvorstand gewählt, der zum Beispiel bei Streitigkeiten versucht zu schlichten. Es gibt in jedem Dorf kulturelle Veranstaltungen; zum Beispiel Tanz- und Theaterprojekte, um den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft zu stärken.</p> <p>Auch die nationale Organisation Gawad Kalinga sowie insbesondere die Ateneo de Manila Universität unterstützen die Bewohnerinnen und Bewohner, zum Beispiel bei der Arbeitssuche und bei der medizinischen Betreuung. Ein wichtiger Bestandteil des Konzeptes ist auch, dass es in jedem Dorf für die Kinder Zugang zu Bildung gibt, angefangen beim Kindergarten. Aktuell wurde dem Dorf sogar eine Highschool gespendet von Alumni der Ateneo Universität und einer philippinischen Bank.</p> <p>Ich habe viele Dörfer besucht, und es war toll, den Riesenunterschied zu dem Leben in den Wellblechhütten, in denen sie vorher gelebt haben, zu sehen. Ein junge Frau sagte mir ganz stolz: „Ich habe gerade meinen Bachelor bestanden.“</p> <p><strong>3. Seit wann engagiert sich Gawad Kalinga e.V. auf den Philippinen?</strong></p> <p>In den ersten Jahren haben wir den Bau einzelner Häuser in bestehenden Dörfern finanziert. Das erste eigene Dorf haben wir 2012 mit Fördermitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert. Im Jahr davor war ich mit meiner Frau auf den Philippinen. Wir waren in der Stadt Cabiao, etwa zwei Autostunden nördlich von der Metropole Manila. Dort haben wir gemeinsam mit der Bürgermeisterin ein Wellblechdorf besucht. Die Leute lebten unter ärmsten Bedingungen in illegal gebauten Hütten am Rande eines still gelegten Bewässerungskanals. Danach haben wir den Plan gefasst: Diese Menschen sollen nicht mehr in Armut leben. So entstand das erste Dorf mit 90 Häusern. Wir haben es finanziert aus Eigenmitteln und Fördermitteln über bengo vom BMZ. Das Dorf trägt den Namen „German Village – GK St. Joseph“ – German Village, weil es mit Fördermitteln aus Deutschland gebaut wurde, und der Rest des Namens bezieht sich auf die Region, in der sich das Dorf befindet.</p> <p>Seitdem ist noch ein weiteres „German Village - GK Dasmariñas“ mit 68 Häusern entstanden. Das erste Dorf wird gerade um 60 Häuser erweitert. Wir haben so schon über 1.000 Menschen einen besseren Lebensstandard ermöglicht.</p> <p>Wir arbeiten sehr eng mit der Universität Ateneo de Manila, eine Jesuiten-Uni in Manila, zusammen. Sie ist auch Mitbegründerin der philippinischen NGO Gawad Kalinga. Wenn wir Fördermittel über bengo vom BMZ weitergeleitet bekommen, decken diese immer 75 Prozent der Projektkosten. 25 Prozent müssen dabei von den Antragstellern übernommen werden, das heißt von unserem Verein sowie unserem Projektpartner, der Ateneo Universität.</p> <p><strong>4. Welche Bedeutung hat der Verein Gawad Kalinga e.V. für Sie?</strong></p> <p>Der Verein ist eine sehr persönliche Sache für mich. Ich habe ihn 2008 gegründet, nachdem ich die Organisation Gawad Kalinga auf einer Dienstreise nach Asien kennenlernen durfte. Der Verein hat aktuell ungefähr 150 Mitglieder. Das sind im Wesentlichen unsere Freundinnen und Freunde. Es ist ein sehr kleiner Verein, und wir pflegen zu all unseren Mitgliedern einen persönlichen Kontakt. Letztes Jahr wurden in einem German Village bei einem Taifun einige Dächer zerstört. Auf unseren darauffolgenden Spendenaufruf kamen so viele Mittel zusammen, dass wir den Bewohnerinnen und Bewohnern den Schaden komplett ersetzen konnten.</p> <p>Ich bin auch sehr glücklich über die mittlerweile schon fast 10-jährige Zusammenarbeit mit bengo. Es ist toll, wie gut man durch den ganzen Prozess hinweg, von der Antragstellung bis zur Projektabwicklung unterstützt wird. Knapp die Hälfte aller Gelder, die unser Verein auf die Philippinen schicken konnte, kommen über bengo vom BMZ. Wir hoffen, in den nächsten Jahren noch weitere Anträge stellen zu können.</p> <p><strong>Weitere Infotmationen zu bengo:</strong><br>bengo steht deutschen Nichtregierungsorganisationen (NRO) seit mehr als 30 Jahren als Beratungsstelle für Fragen rund um die entwicklungspolitische Projektarbeit in Entwicklungsländern zur Seite. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellt den NRO zur Unterstützung dieser Arbeit Fördermittel bereit, die von Engagement Global verwaltet werden.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Weitere Informationen</h2>             <p><a href="http://gawad-kalinga.org/" target="_blank">Zur Website von Gawad Kalinga e.V. </a></p> <p><a href="https://www.engagement-global.de/bengo.html" target="_blank">Zur Website von bengo</a></p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/mehr-als-ein-dach-ueber-dem-kopf-265.html</link><pubDate>Mon, 20 Feb 2023 12:28:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/mehr-als-ein-dach-ueber-dem-kopf-265.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2023/02/Dr_Peter_Scheid/In_GK_St_Joseph_Blog.jpg" length="48508" type="image/jpeg" /></item><item><title>Wissen vermitteln über Kinderrechte und Umweltschutz mit RadiJojo!</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p class="hide-teaser">Am 13. Februar ist der Internationale Tag des Radios, der an die Macht und die wechselhafte Geschichte des beliebten Mediums erinnert. Das Radio übernimmt aber auch eine wichtige Informations- und Bildungsfunktion. Nicole Wilden vom Kindermediennetzwerk Radijojo! erzählt im Interview, wie Audioformate und ihre Produktion für die Wissensvermittlung und die internationale Zusammenarbeit genutzt werden können.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2023/02/Nicole_Wilden/Nicole_Wilden_Radijojo_603x368.jpg" width="603" height="368" alt="Die Autorin im Gespräch">                      <figcaption class="caption" style="width:603px">Nicole Wilden. Foto: privat</figcaption>            </figure>          <p><strong>1. Frau Wilden, Sie arbeiten als Projektleiterin bei dem gemeinnützigen Kindermediennetzwerk RadiJojo! Was können Sie uns über das Netzwerk, seine Schwerpunkte und Ziele erzählen? </strong></p> <p>Radijojo arbeitet seit fast 20 Jahren mit Kindern und Jugendlichen zu Themen wie Kinderrechte, Umwelt, Bildung, Gesundheit, Familie und Frieden. Wir bieten Kindern in Deutschland und weltweit die Möglichkeit, sich aktiv an der Programmgestaltung zu beteiligen. In Schulen arbeiten wir vornehmlich in Form von Projekttagen und -wochen. Unsere Ziele und Aufgaben sind Globales Lernen, Friedensarbeit, Kinderrechte, SDG, Integration und Inklusion – jeweils in Kombination und durch kindgerechte Medien umsetzen und bekannter machen. Unser weltweites Netzwerk besteht aus Non-Profit-Organisationen, Community-Radios, aber auch Schulen. Generiert beziehungsweise kennengelernt haben wir diese durch die Teilnahme an internationalen Kindermedien-Summits, aber auch durch die Mitgliedschaft in anderen Netzwerken wie zum Beispiel der Anna-Lindh-Stiftung oder dem Community-Radio Netzwerk Amarc. Wir organisieren die Zusammenarbeit mit den Partnern im Globalen Süden und den Schulen in Deutschland, in denen wir Projektaktivitäten anbieten. Lehrkräfte, die an einem Workshop in ihren Klassen interessiert sind, können sich bei Radijojo, gerne aber auch direkt bei mir melden.</p> <p><strong>2. Was wird von den Teilnehmenden bei Projekten von RadiJojo! als Herausforderung wahrgenommen und was wird häufig als Mehrwert empfunden? </strong></p> <p>Wir arbeiten in Klassenverbänden an Grundschulen. Eine besondere Herausforderung ist es, jedes Kind unabhängig von seiner Persönlichkeit und seinen Lernvoraussetzungen zu integrieren und für die jeweilige Thematik, also Kinderrechte oder SDG, zu interessieren. Bei den Kinderrechten ist das ziemlich einfach. Bei den SDG kommt es vor allem auf den Einstieg an. Den Begriff „Ziele für nachhaltige Entwicklung“ verwenden wir anfangs gar nicht. Wir erarbeiten die Thematik zunächst mit Fragen wie: „Was brauchen Menschen, um gut und gesund leben zu können?“ Oder: „Was sind für dich die größten Probleme auf der Welt?“ Das heißt, die Didaktik ist sehr wichtig.</p> <p>Als Mehrwert sehen die beteiligten SchülerInnen, aber auch die Lehrkräfte, die Produktion der Radiosendung. Auch die Zusammenarbeit und der Austausch mit Kindergruppen in Ländern des Globalen Südens wird positiv wahrgenommen.</p> <p><strong>3. Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen den Schulklassen und den Partnern im Globalen Süden? Welche Rückmeldungen bekommen Sie dazu von den Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern? </strong></p> <p>In den meisten Fällen ist es so, dass wir Partner aus unserem Netzwerk ansprechen und fragen, ob Interesse an einer Zusammenarbeit im Rahmen einer Projektwoche, die wir in einer Schule in Deutschland anbieten, besteht. Die Partnerorganisationen werden für die Kooperation nicht von uns bezahlt, arbeiten also quasi ehrenamtlich mit uns zusammen beziehungsweise agieren im Rahmen ihrer eigenen Projekte und Ressourcen. Da kommt es also erstmal darauf an, ob das Thema und der vorgesehene Zeitraum passt. Wenn ja, werden während der Projektwochen Briefe, Fotos und manchmal auch kleinere Videos zu dem jeweiligen Thema ausgetauscht. Dazu kommen Videokonferenzen mit der Schulklasse in Deutschland und der Kinderpartnergruppe im Globalen Süden. Im Idealfall arbeiten wir mit den SchülerInnen parallel am gleichen Thema und bieten die gleichen oder ähnliche Aktivitäten an, dazu gehören auch kleine Radiobeiträge, die im Partnerland und in Schulen in Deutschland produziert werden und in die gemeinsame Radiosendung einfließen. Das heißt zusammengefasst, dass der Austausch normalerweise allein über Radijojo erfolgt. In ganz seltenen Fällen gibt es bereits eine bestehende Schulpartnerschaft, die genutzt werden kann.</p> <p>Auffällig ist, dass früher einzelne von uns organisierte Kooperationen noch durch Lehrkräfte der jeweiligen Schulen nach Abschluss der Projektwochen fortgesetzt wurden. Das ist jetzt nicht mehr der Fall, leider. Das Interesse ist zwar grundsätzlich groß, aber offenbar sind die personellen Ressourcen hier inzwischen sehr begrenzt. Die Rückmeldungen von SchülerInnen und Lehrkräften zu dem Austausch mit Partner im Globalen Süden sind aber durchweg positiv.</p> <p>So werden neben vielen Unterschieden auch immer viele Gemeinsamkeiten ausgemacht, das kann sich auf Essen, Sport, Musik oder den Alltag beziehen. Und es gibt aus Sicht der SchülerInnen in Deutschland auch immer wieder Überraschungen, zum Beispiel dass Kinder aus Indien, Chile, Ruanda oder Ägypten über die behandelten Themen – also Kinderrechte, Umwelt, SDG – oft genauso gut oder besser Bescheid wissen.</p> <p>So banal es klingt: Viele an den Workshops teilnehmende Schülerinnen und Schüler hier zeigten sich oft erstaunt darüber, dass überhaupt eine Möglichkeit besteht, mit Kindergruppen, vor allem in afrikanischen Ländern, über Skype oder Zoom zu sprechen. Sie sind davon ausgegangen, dass es dort kein Internet gibt. Der Hinweis, dass die Digitalisierung in vielen Ländern zum Teil sehr viel weiter fortgeschritten ist als in Deutschland, hat sie sehr überrascht. Es herrscht also nach wie vor oft eine von Klischees geleitete Vorstellung über Alltag und Lebensbedingungen in den Ländern Afrikas, Asiens und Südamerikas, die vor allem geprägt ist von Armut, mangelnder Bildung und Rückständigkeit. Es ist wichtig und ja auch im Sinne unserer Projekttätigkeit, diese Stereotypen und Vorurteile aufzubrechen.</p> <p><strong>4. Warum eignen sich Audioformate – wie Radiosendungen – für Kinder und Jugendliche, um Wissen über die Agenda 2030 aufzubereiten, dabei zu lernen und anderen zu vermitteln? </strong></p> <p>Wir arbeiten im Rahmen des Projektes, das vom Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung (FEB) von Engagement Global gefördert wird, vor allem mit Grundschulen zusammen. In den meisten Bundesländern also bis zur Klassenstufe vier, in Berlin und Brandenburg bis zur Klassenstufe sechs. Zusammengefasst: mit sehr jungen Kindern. Und sehr junge wie auch ältere Kinder, aber auch Teenager, konsumieren Medien in erster Linie nur. Wenn es aber darum geht auf der anderen Seite zu stehen, selbst etwas zu machen, ist die Angst sehr groß: sich zu zeigen, etwas zu erklären, eine Meinung zu vertreten.</p> <p>Wir werden immer mal wieder gefragt, ob wir nicht auch Videos machen können. Das gestaltet sich aber schon bei Vorstellungsvideos für die Kinder im Partnerland oft als schwierig: „Lieber nicht, ich möchte so nicht gesehen und gehört werden, ich könnte ja etwas falsch machen.“ Audios sind da einfacher. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler lernen direkt am Anfang der Projektwoche den Umgang mit der Aufnahmetechnik und bekommen eine Einführung in den Audioschnitt. Das heißt, sie erkennen sehr schnell, dass es leicht ist, zum Beispiel Versprecher oder inhaltliche Fehler zu korrigieren. Das hilft ihnen dabei, sich auch zu komplexeren Themen wie der Agenda 2030 zu äußern. Dazu kommt, dass sie durch diese mediale Umsetzung die angesprochene Thematik nochmal vertiefen können. Das gelingt durch die Produktion von kleinen Radiobeiträgen, aber auch mit Straßenumfragen. In den Umfragen wird das Wissen der Menschen auf der Straße zu den SDG oder Kinderrechten, aber auch länderkundliche Informationen abgefragt. Für uns ist das ein Gradmesser, wie viel die beteiligten Kinder in der Woche gelernt haben. Denn oft werden sie gebeten, die entsprechenden Sachverhalte zu erklären, die PassantInnen nicht oder nur bedingt kannten. Dies ist vor allem bei den SDG der Fall.</p> <p>Ein weiterer Aspekt der Eignung von Audio-/Radioformaten ist zudem, dass sie leicht und auf vielen Kanälen verbreitet werden können – über unsere Partnerradiosender, zudem über Podcast-Plattformen und Websites. Dies unterstützt auch den Wunsch der beteiligten Kinder, bestehende Missstände und Probleme einer breiteren Öffentlichkeit näherzubringen.</p> <p><strong>5. Ihre Projekte werden unter anderem vom Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung (FEB) unterstützt. Was bedeutet das für Ihre Arbeit und wie wirkt es sich auf diese aus? </strong></p> <p>Die Förderung durch FEB trägt dazu bei, dass wir den Schulen in Deutschland verlässlich unsere Projektaktivitäten anbieten können. Wie schon erwähnt arbeiten unsere Partner im Globalen Süden ehrenamtlich mit uns zusammen beziehungsweise im Rahmen ihrer eigenen Kapazitäten. Durch die Unterstützung durch Engagement Global können wir aber langjährige Kooperationen aufbauen und gemeinsame, regelmäßige Projekte im Rahmen unserer Workshops in Deutschland umsetzen.</p> <p><strong>6. Gibt es einen produzierten Beitrag, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist? </strong></p> <p>Ja, das ist schon etwas länger her – eine Radiosendung, die wir anlässlich des Internationales Tages gegen Kinderarbeit produziert haben. Mitgemacht haben eine Berliner Schulklasse und Organisationen in Pakistan, Indien und Nepal, die sich für die Umsetzung der Kinderrechte einsetzen, Kinder aus Arbeitsverhältnissen befreien und die Reintegration in Familie und Schule unterstützen. In der Sendung sind auch zahlreiche ehemalige KinderarbeiterInnen zu Wort gekommen, die über ihr Erlebtes, aber auch über ihre Wünsche für die Zukunft berichtet haben. Sie alle waren froh, dass sie eine Stimme bekommen haben. Der Austausch erfolgte über Briefe und Videokonferenzen, zudem haben wir mit allen beteiligten Kindern einen gemeinsamen Song produziert – „Rights from the Start“. Darin wurden auch einzelne Artikel der Kinderrechtskonvention zitiert. Die Sendung wurde auf Englisch produziert und von Community- Radio-Stationen weltweit ausgestrahlt.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Weitere Informationen</h2>             <p><a href="https://asa.engagement-global.de" target="_blank">Zur Website des ASA-Programms</a></p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/fragen-an-nicole-wilden-von-radijojo-ggmbh.html</link><pubDate>Mon, 13 Feb 2023 11:43:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/fragen-an-nicole-wilden-von-radijojo-ggmbh.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2023/02/Nicole_Wilden/Nicole_Wilden_Radijojo_603x368.jpg" length="44118" type="image/jpeg" /></item><item><title>Mit ASA für Fair Fashion einsetzen</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p class="hide-teaser">Die Textilbranche belastet die Umwelt und die Arbeitsbedingungen sind oft menschenunwürdig. Mit ihrer Teilnahme am ASA-Programm engagiert sich Anna Lindner für ökofaire Mode und erzählt uns im Interview, was sie während ihres Praktikum, für das sie auch nach Indien gereist ist, über Nachhaltigkeit im Textilsektor gelernt hat.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2022/11/Anna_Lindner_Content_603x368.jpg" width="603" height="368" alt="Die Autorin steht von einer Infowand.">                      <figcaption class="caption" style="width:603px">Anna Lindner</figcaption>            </figure>          <p><strong>Du nimmst am ASA-Programm teil und engagierst dich in einem Projekt, bei dem du eine Marketingstrategie für ökologische und faire Babytrageprodukte entwickelst. Erzähl uns etwas mehr über das Projekt und deine Aufgaben. </strong></p> <p>Mama Nuka bietet verschiedene Babytrageprodukte an; zu Beginn der Unternehmensgründung waren vor allem Tragetücher. Kurz vor meinem Projektstart wurde zudem ein neues Produkt, eine Half Buckle-Babytrage, gelauncht. Die Produkte bestehen aus biologischen Materialien, werden in Indien in einem Familienbetrieb produziert und rein pflanzlich gefärbt. Das bedeutet, dass bei der Färbung keine Chemikalien zum Einsatz kommen, sondern lediglich Naturprodukte wie Blüten, Wurzeln und Blätter verwendet werden. Das Wasser, das zum Färben verwendet wird, kann so wieder in den Kreislauf der Natur zurückgeführt werden, zum Beispiel zum Bewässern neuer Pflanzen, und es entstehen keine gesundheitlichen Schäden für die ArbeiterInnen in der Produktion. Der Betrieb in Indien arbeitet ausschließlich mit dem natürlichen Färbeverfahren. Meine Aufgabe besteht vor allem darin, Online-Marketingaktivitäten für die Produkte zu planen und umzusetzen, um Mama Nuka als ökofaires Label auf dem Markt bekannter zu machen. Insbesondere plane ich aktuell eine Social-Media-Kampagne für die Adventszeit, designe und poste Pins für die visuelle Suchmaschine Pinterest und schreibe bei Bedarf neue Artikel für den Mama Nuka-Blog. Um einen Einblick in die Produktion und Bedingungen zu erhalten, besichtigte ich zudem den Betrieb in Indien und nahm an einem Workshop für die pflanzliche Färbung teil. Meine Erfahrungen und Eindrücke werden von mir dokumentarisch festgehalten, um diese im Rahmen von Blog-Einträgen oder Posts zu kommunizieren. Für Marketingaktivitäten arbeitet Mama Nuka zudem mit einer indischen Designagentur zusammen, die insbesondere ökologisch orientierte Unternehmen unterstützen.</p> <p><strong>Warum hast du dich für das Projekt beworben? Was ist deine Motivation, dich speziell in diesem Bereich zu engagieren und was hast du gehofft, bei dem Projekt zu lernen? </strong></p> <p>Der Textil- und Modesektor ist global für einen großen Teil verursachter Emissionen und Umweltbelastungen verantwortlich, wie zum Beispiel hohe Abfallmengen, giftige Chemikalien für die Färbung- und Herstellung, die ins Abwasser gelangen. Der Sektor ist auch geprägt von mangelnden Sicherheitsvorkehrungen in Fabriken und menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen. Im Rahmen des Projekts kann ich mein privates Interesse für einen bewussten Textilkonsum weiterverfolgen und mich mit meiner Arbeit für Fair und Slow Fashion beziehungsweise Textilien einsetzen. Als Praktikantin bei Mama Nuka wollte ich vor allem mehr über den nachhaltigen Textilsektor, die Bedeutung von fairer Produktion und die Rolle Indiens bei der Textilherstellung lernen.</p> <p><strong>Wie empfindest du die Arbeit bei den Organisationen? Was sind die Herausforderungen? Gab es Erfolgserlebnisse?</strong></p> <p>Bislang verläuft die Arbeit mit meinen Partnerorganisationen gut und ich fühle mich in unserer Zusammenarbeit sehr wohl. Wir halten Kontakt, um uns über die einzelnen Projektaufgaben und Zwischenergebnissen auszutauschen. Grundsätzlich arbeitet man jedoch viel in Eigenverantwortung und hat die Freiheit eigene Ideen einzubringen, kann sich aber mit der Partnerorganisation zu Fragen austauschen oder ein Feedback einholen. Das Projekt erfordert ein selbstständiges Arbeiten und es ist notwendig, sich seinen Arbeitsalltag selbst strukturieren zu können. Das stellte für mich an manchen Tagen, vor allem zu Beginn des Projekts, teilweise eine Herausforderung dar, bietet aber auf der anderen Seite viel Freiheit bei der Tagesgestaltung. Für mich hat sich diese Arbeitsmethode bewährt und die einzelnen Projektaufgaben konnten bislang erfolgreich bearbeitet werden. Der Alltag in Indien unterscheidet sich zudem auch vom gewohnten Alltag in Deutschland. Dabei spielen zum Beispiel die Kultur im Alltags- und Arbeitskontext, Sprachbarrieren, oder aber auch Faktoren wie sehr hohe Temperaturen oder ein großer Lärmpegel eine Rolle. Daran musste ich mich zu Beginn erstmal gewöhnen und meinen eigenen Arbeitsrhythmus finden. Im Rahmen des Projekts haben sich bei mir auch weitere Fragen ergeben, die ich gerne weiterverfolgen möchte, zum Beispiel welche Rolle unser eigener Textilkonsum auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Textilsektor spielt, welche globalen Zusammenhänge hier vorliegen und inwieweit man noch mehr auf die Konsequenzen von Fast Fashion aufmerksam machen kann.</p> <p><strong>Du unterstützt Mama Nuka und Elephant Dreamz bei Marketing und Öffentlichkeitsarbeit – wie werden ökologische Babytrageprodukte beworben? Worauf kommt es an? </strong></p> <p>Im Fokus der Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit steht die Hervorhebung der ökologischen Herstellung, fairen Arbeitsbedingungen sowie natürlichen Färbung der Babytrageprodukte von Mama Nuka und ihren Vorteil für die Umwelt gegenüber konventionellen Produkten. Hilfreich ist dabei auch, dass ich als Praktikantin vor Ort durch Foto- und Videoaufnahmen einen authentischen Einblick in die Mama Nuka Produktion geben kann und dadurch auch der Produktionsprozess transparent für die potenziellen KäuferInnen dargestellt werden kann. Zum anderen müssen auch die Funktionen der Produkte kommuniziert werden. Das bedeutet, man muss hier mehrere Faktoren beachten und vereinen: Warum ist eine ökofaire Produktion so wichtig und wie setzt sich Mama Nuka hierfür ein und warum sind die Produkte besonders gut geeignet, um Babys sicher und ergonomisch korrekt zu tragen. Bei allen Marketingmaßnahmen ist es zudem wichtig zu wissen, die richtige Zielgruppe zu bedienen. Das heißt, wir müssen Kanäle und Plattformen auswählen, auf denen am Tragen interessierte Eltern oder werdende Eltern aktiv sind.</p> <p><strong>Wem würdest du das ASA Programm empfehlen? Für welche ASA-Interessierte ist speziell dein Projekt spannend? </strong></p> <p>Das Projekt würde ich allen empfehlen, die sich für einen bewussten Textilkonsum interessieren und mehr über die Hintergründe einer ökofairen Produktion lernen möchten. Außerdem würde ich es für Teilnehmende empfehlen, die gerne im Bereich Pinterest- und Social Media Marketing arbeiten oder arbeiten möchten. Das Projekt bietet zudem vor allem auch die Möglichkeit, mehr über den Alltag in Indien zu erfahren und das Land kennenzulernen.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Weitere Informationen</h2>             <p><a href="https://asa.engagement-global.de" target="_blank">Zur Website des ASA-Programms</a></p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/mit-asa-fuer-fair-fashion-einsetzen.html</link><pubDate>Thu, 10 Nov 2022 10:21:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/mit-asa-fuer-fair-fashion-einsetzen.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2022/11/Anna_Lindner_Content_603x368.jpg" length="42925" type="image/jpeg" /></item><item><title>10 Jahre Engagement Global: Stadt Nürnberg</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p class="hide-teaser">Die Stadt Nürnberg pflegt mehrere Städtepartnerschaften - unter anderem mit Charkiw in der Ukraine. Darüber, was diese 30-jährige Partnerschaft aktuell ausmacht und wie sich die Zusammenarbeit mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global auf die Partnerschaften allgemein auswirkt, haben wir mit Karin Gleixner und Daniel Nevaril von der Stadt Nürnberg gesprochen.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2022/10/Blog_KarinGleixner_DanielNevaril.jpg" width="600" height="366" alt="Portait von Karin Gleixner und Daniel Nevaril">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Portait von Karin Gleixner und Daniel Nevaril. Foto: Karin Gleixner</figcaption>            </figure>          <h3><strong>1. Seit über 30 Jahren haben Sie eine Städtepartnerschaft mit Charkiw in der Ukraine. Was konkret macht diese Partnerschaft aktuell aus – was hat sich verändert? (Daniel Nevaril)</strong></h3> <p>Mit ihren 30 Jahren ist die Städtepartnerschaft mit Charkiw eine der ältesten und sicherlich auch intensivsten Städtepartnerschaften Nürnbergs. Nicht zuletzt durch einen sehr aktiven Partnerschaftsverein und das Nürnberger Haus in Charkiw, waren die Beziehungen unabhängig von der jeweiligen politischen Lage stets innig und herzlich. Kultur und Austausch waren hierbei die Stützpfeiler.</p> <p>Nun sind die Beziehungen in den letzten Monaten (leider) noch intensiver geworden, das Amt für Internationale Beziehungen und der Partnerschaftsverein stehen gemeinsam in ständigem Kontakt, sowohl mit den Kolleg*innen der Stadtspitze und Stadtverwaltung als auch den Partnern in der Zivilgesellschaft. Zahlreiche Hilfslieferungen wurden erfolgreich auf den Weg gebracht. Mittlerweile waren sogar schon wieder persönliche Begegnungen möglich. Gemeinsam mit unseren Freunden in der Ukraine hoffen wir auf baldigen Frieden und einen raschen Wiederaufbau.</p> <h3><strong>2. Was hat sich seit Ihrer Zusammenarbeit mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global an Ihren Partnerschaften verändert? (Karin Gleixner)</strong></h3> <p>Durch die Kooperation mit der SKEW, sprich mit einer KEPOL-Stelle, wurde der (partizipative) Aufbau von Projektpartnerschaften mit zwei Kommunen in Togo erst möglich gemacht. Ohne die KEPOL-Stelle wäre dies nie möglich gewesen. Gerade in der so wichtigen Aufbauphase war Zeit und Kapazität vorhanden!</p> <p>Anmerkung der Redaktion: KEPOL steht für „Koordination kommunaler Entwicklungspolitik“. Bei diesem Angebot der SKEW wird aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ein Zuschuss für Personalressourcen für kommunales entwicklungspolitisches Engagement vergeben. Durch die Stellen sollen Grundlagen und Strukturen geschaffen werden, die auch über den Förderzeitraum hinaus entwicklungspolitisches Engagement auf kommunaler Ebene ermöglichen.</p> <h3><strong>3. Was fällt Ihnen spontan ein, wenn sie an Engagement Global denken? (Karin Gleixner)</strong></h3> <p>Gutes Zusammenarbeiten. Offenheit. Flexibilität. Gemeinsam an Lösungen arbeiten.</p> <p> </p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/id-10-jahre-engagement-global-stadt-nuernberg.html</link><pubDate>Mon, 17 Oct 2022 12:40:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/id-10-jahre-engagement-global-stadt-nuernberg.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2022/10/Blog_KarinGleixner_DanielNevaril.jpg" length="36479" type="image/jpeg" /></item><item><title>10 Jahre Engagement Global: Stadt Saarbrücken</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p class="hide-teaser">Die Stadt Saarbrücken ist Gewinnerin des Wettbewerbs Hauptstadt des Fairen Handels (2015) und belegte auch schon beim Wettbewerb Kommune bewegt Welt Platz 1 (2018). Im Interview erzählt Diego Núñez, der bei der Stadt Saarbrücken für die kommunale Entwicklungspolitik zuständig ist, welche Auswirkungen diese Erfolge auf die städtische Politik haben.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2022/08/Beitrag_Diego_Nunez/220803_Diego_Nunez.jpg" width="600" height="366" alt="Portait von Diego Núñez">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Portait von Diego Núñez. Foto: Martin Magunia</figcaption>            </figure>          <h3><strong>1. Was hat Sie bei Ihrer ersten Teilnahme am Wettbewerb Hauptstadt des Fairen Handels dazu motiviert, mitzumachen?</strong></h3> <p>Der Wettbewerb war uns von Anfang an bekannt; wir bewunderten Dortmund und Düsseldorf als erste Gewinner. Aber wir hatten das Gefühl Saarbrücken sei der Herausforderung noch nicht gewachsen. Erst mit der Erlangung des Titels „Saarbrücken, erste Fairtrade-Town in Deutschland im Jahr 2009“ war die Zeit gekommen, uns daran zu beteiligen… und siehe da, wir landeten drei Mal auf Platz 2 (2009, 2011, 2013). 2015 konnte Saarbrücken dann den Wettbewerb gewinnen und gewann sogar 2021 einen Sonderpreis für die kommunale Dreieckpartnerschaft mit Diriamba, Nicaragua und Marcala, Honduras.</p> <h3><strong>2. Hatte der mehrfache Erfolg beim Hauptstadtwettbewerb – und auch beim Wettbewerb Kommune bewegt Welt – Auswirkungen auf die städtische Politik? (in Sachen Nachhaltigkeit, Beschaffung, Stadtplanung)</strong></h3> <p>Die Schaffung einer Stelle für den Bereich „Fairer Handel und Nachhaltigkeit“ war eine direkte Folge des vierfachen Erfolgs (Vize-Hauptstadt 2009, 2011, 2013, Hauptstadt 2015, Platz 1 bei Kommune bewegt Welt 2018). Die Zusammenarbeit zwischen den Ämtern in den Bereich Nachhaltigkeit ist dadurch gestärkt geworden. Die Stadtpolitik unterstützt die Weiterentwicklung der Förderung des fairen Handels und der Nachhaltigkeitsziele.</p> <h3><strong> 3. Was zeichnet Engagement Global aus Ihrer Perspektive besonders aus?</strong></h3> <p>Mit den Menschen, die bei Engagement Global arbeiten, haben wir die allerbesten Erfahrungen gemacht. Sie sind kompetent, motiviert und hilfsbereit. Die Bedürfnisse unserer Kommune in den Bereichen Nachhaltigkeit und fairer Handel werden durch zahlreiche Programme vom Engagement Global unterstützt. Ohne diese Unterstützung wären wir nicht in der Lage uns so engagieren, wie wir es aktuell tun.</p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/id-10-jahre-engagement-global-stadt-saarbruecken.html</link><pubDate>Mon, 01 Aug 2022 12:01:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/id-10-jahre-engagement-global-stadt-saarbruecken.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2022/08/Beitrag_Diego_Nunez/220803_Diego_Nunez.jpg" length="74340" type="image/jpeg" /></item><item><title>10 Jahre Engagement Global: Freie Hansestadt Bremen</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p class="hide-teaser">Die Freie Hansestadt Bremen pflegt seit einigen Jahren Partnerschaften mit den Städten Windhoek in Namibia und Durban in Südafrika. Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) unterstützt und fördert diese Projekte. Jörn Hendrichs von der Senatskanzlei der Freien Hansestadt Bremen beantwortet uns dazu vier Fragen.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2022/06/Beitrag-Joern-Henrichs/Blog_Joern-Hendrichs.jpg" width="603" height="368" alt="">                   </figure>          <h3>1. Seit vielen Jahren pflegen Sie Städtepartnerschaften mit Windhoek in Namibia und Durban in Südafrika. Inzwischen arbeiten Sie auch trilateral zusammen. Was macht den Charme einer solchen trilateralen Zusammenarbeit aus?</h3> <p>Die Städte Windhoek und Durban sind als Süd-Kommunen mit vergleichbaren Herausforderungen konfrontiert. Dazu gehört zum Beispiel Landflucht und die Ausbreitung von informellen Siedlungen, der Aufbau kommunaler Infrastruktur, Bekämpfung von hoher Arbeitslosigkeit oder der Umgang mit dem Klimawandel. Die Probleme und Lösungen der beiden Städte unterscheiden sich oft sehr von den Ansätzen in Bremen, daher ist der Süd-Süd-Austausch oft eine gute Ergänzung zu den „klassischen“ Nord-Süd-Partnerprojekten. Wir versuchen daher bei beinahe allen Vorhaben mit unseren beiden afrikanischen Partnerkommunen, die Expertise der jeweils anderen Stadt einzubeziehen. Mittlerweile pflegen Windhoek und Durban dieses „Dreiecksverhältnis“ selbst aktiv und konsultieren sich im Rahmen von Austauschen oder Konferenzteilnahmen.</p> <h3>2. Wie hat Ihnen die Zusammenarbeit mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global geholfen, Ihre Städtepartnerschaften auszubauen?</h3> <p>Für internationale Zusammenarbeit gibt es in Kommunen meist nur kleine Budgets, daher war seinerzeit ein externer „Anschub“ der entscheidende Impuls, um die Partnerschaften auf eine neue Stufe zu heben. Die Unterstützung und Förderung der SKEW ist nach wie vor die Grundlage, um unsere kommunalen Partnerschaften zu pflegen und auszubauen. Zudem bietet der von der SKEW organisierte Austausch die Gelegenheit zur Vernetzung mit anderen international aktiven Kommunen und von deren Erfahrungen zu lernen.</p> <h3>3. Auf welche Weise profitieren die Bremerinnen und Bremer von den Partnerschaften?</h3> <p>Unsere Partnerschaften mit Windhoek und ganz besonders mit Durban sind aus einer zivilgesellschaftlichen Bewegung hinaus entstanden. Es wurden Austausche, Benefizveranstaltungen und kulturelle Events organisiert, jedoch alles auf ehrenamtlicher Basis. Das Engagement der Kommune selbst hebt eine Partnerschaft auf eine andere Ebene. Es entstehen neue Kooperationen, mehr Menschen werden involviert und die Partnerschaften werden sichtbarer. Das ist zum einen Wertschätzung für das langjährige Engagement, auf der anderen Seite erhalten so mehr Menschen aus Bremen, Durban und Windhoek die Gelegenheit zum Austausch und voneinander zu lernen. Dies betrifft insbesondere junge Menschen, die etwa durch Schulpartnerschaften, Programme wie weltwärts oder ASA, Praktika oder Kurzaufenthalte im Rahmen von betrieblichen Ausbildungen die jeweils andere Partnerstadt kennenlernen.</p> <h3>4. Braucht es Engagement Global in zehn Jahren noch für Ihre Städtepartnerschaften?</h3> <p>Ganz sicher! Ohne die Unterstützung von Engagement Global würde wohl vieles zum Erliegen kommen, was in den letzten zehn Jahren bundesweit an kommunalen Partnerschaften und Engagement entstanden ist. Engagement Global ist der Grund, weswegen deutsche Kommunen im internationalen Vergleich eine führende Rolle bei der Pflege ihrer internationalen Partnerschaften einnehmen. Außerdem wären die Fortschritte etwa im Bereich Fairer Handel und der kommunalen nachhaltigen Beschaffung ohne Engagement Global nicht möglich gewesen.</p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/id-10-jahre-engagement-global-freie-hansestadt-bremen.html</link><pubDate>Mon, 20 Jun 2022 11:03:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/id-10-jahre-engagement-global-freie-hansestadt-bremen.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2022/06/Beitrag-Joern-Henrichs/Blog_Joern-Hendrichs.jpg" length="24976" type="image/jpeg" /></item><item><title>Konferenz für die 17 Ziele</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p class="hide-teaser">Am 5. Juni 1972 nahmen mehr als 100 Staaten erstmals an einer Konferenz zum Thema Umwelt- und Klimaschutz teil. Ein Startschuss für länderübergreifendes Engagement. Anlässlich dieses Jubiläums erzählt Katharina McLarren von der Hochschule Rhein-Waal von einer Konferenzsimulation mit dem Schwerpunkt „17 Nachhaltigkeitsziele in der Afrikanischen Union“, die 2021 von Teilnehmenden des ASA-Programms von Engagement Global mitorganisiert wurde. Das Projekt setzt ein Zeichen für internationale Zusammenarbeit und gemeinsames Engagement für nachhaltige Entwicklung – von Studierenden für Studierende.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2022/06/Beitrag_Katharina_McLarren/220601_Katharina_McLarren_600x366.jpg" width="600" height="366" alt="Portait von Katharina McLarren">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Portait von Katharina McLarren. Foto: privat</figcaption>            </figure>          <h3>1. Frau McLarren, Sie haben 2021 an der Konferenzsimulation mitgewirkt, die Ihre Hochschule Rhein-Waal in Kooperation mit der Riara University in Nairobi für internationale Studierende organisiert hat. Wie ist die Idee entstanden, internationale Studierende dazu einzuladen, die Rolle von Delegierten der Afrikanischen Union einzunehmen und über die Agenda 2030 zu beraten?</h3> <p>Erste Kontakte zwischen den beiden Hochschulen existierten bereits. Da die Studierenden der Riara University inhaltliche Kenntnisse zur Afrikanischen Union (AU) und die Studierenden der Hochschule Rhein-Waal Erfahrung in der Durchführung von Simulationen der AU hatten, lag die Idee nahe, diese Fähigkeiten zusammenzuführen. Beide Hochschulen legen Wert auf die Anwendung von analytischen und theoretischen Kenntnissen. Darüber hinaus spielt die Internationalisierung der Lehre ebenfalls eine große Rolle. Solch ein gemeinsames Projekt sollte sich aber nicht nur auf die beiden Hochschulen konzentrieren, sondern ebenfalls für weitere Studierende angeboten werden.</p> <h3>2. Welche Ergebnisse sind bei der Konferenzsimulation erarbeitet worden?</h3> <p>Im Laufe des Projektes hat sich das Projektteam auf folgende Schwerpunkte der Nachhaltigkeitsziele konzentriert: Bildung; Landwirtschaft; Geschlechtergerechtigkeit; Gesundheit und dabei die Agenda 2063 der Afrikanischen Union näher untersucht, die ebenfalls die SDG (Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen beinhaltet. Konkret ging es beispielsweise um Reformen zur Dekolonialisierung von nationalen Bildungsplänen; die Great Green Wall for the Sahara and the Sahel; eine AU-weite COVID-19-Impfstrategie oder aber den Konflikt um die Wasserressource des Nils und den Grand Ethiopian Renaissance Dam.</p> <h3>3. Wie profitierten Studierende aus Ihrer Sicht von der Teilnahme an einer solchen Simulation?</h3> <p>Zwar handelte es sich bei dem Projekt „nur“ um eine Simulation der AU. Austausch, Zeitdruck, Verhandlungsgespür und Erfolgserlebnisse waren jedoch keinesfalls simuliert und selbst die digitale Ausführung des Projekts hat es jungen Erwachsenen aus verschiedenen Kontinenten ermöglicht, sich über aktuelle Themen der globalen Politik auszutauschen. Neben den empirischen Kenntnissen wurden analytische Fähigkeiten ausgebaut, da die Studierenden Grundlagen aus dem Studium einsetzen konnten, um festzustellen, wie oder sogar warum es zu bestimmten Konflikten oder Herausforderungen kam, um dann umsetzbare policy recommendations zu erarbeiten.</p> <p>Darüber hinaus haben die Teilnehmenden ihre Soft Skills gestärkt. Dies umfasste ihre Zeitmanagement-Fähigkeiten, ihre interkulturellen Kompetenzen, ihre Verhandlungskompetenzen, aber auch ihre rhetorischen Fähigkeiten sowie ihre Sprachkenntnisse.</p> <h3>4. ASA-Teilnehmende haben die Hochschulen bei der Organisation der Konferenzsimulation unterstützt. Welchen Mehrwert bietet das ASA-Programm für die Organisatorinnen und Organisatoren einer solchen Veranstaltung?</h3> <p>Das ASA-Programm ermöglicht eine erweiterte und intensive Zusammenarbeit zwischen den Projektpartnern. Aufgrund der Förderung konnten sich die deutschen und kenianischen Projektkoordinatorinnen ganz der Vorbereitung des Projektes widmen, weitere Studierende für das Projekt gewinnen und eine wesentlich detailliertere Einführung in die Simulation vorbereiten als es ohne Förderung möglich gewesen wäre. Durch dieses Projektteam bestand bereits ein Netzwerk und Kenntnisse, die eingebracht werden konnten, um ein Gelingen der Simulation zu garantieren. Die Koordinatorinnen ergänzten sich besonders gut, da einige bereits Erfahrung in der Durchführung solcher Simulationen hatten, andere hatten sich im Laufe ihres Studiums und erster Berufserfahrungen in Themen der Nachhaltigkeit vertieft und wiederum einige waren gut vernetzt und konnten unter anderem eine Gastrednerin für die Simulation gewinnen.</p> <h3>5. Das Projekt ist auch 2022 wieder geplant – mit welchem Schwerpunkt?</h3> <p>Das Folgeprojekt wird (leider) wieder digital stattfinden, was allerdings mehr Studierenden erlauben wird, daran teilzunehmen. Der große Unterschied zu letztem Jahr besteht darin, dass die zwei deutschen ASA-Teilnehmenden Externe [Anm. d. Red.: nicht an einer der Partnerhochschulen studierend] sind und somit zusätzliche Ideen einbringen können. Der Schwerpunkt liegt wieder auf den SDG, wenngleich die genauen Themen in der Zusammenarbeit im Team noch festgelegt werden. Es werden wieder zwei Konferenzen stattfinden – eine kleinere im Sommer- und eine größere im Wintersemester.</p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/konferenz-fuer-die-17-ziele.html</link><pubDate>Fri, 03 Jun 2022 08:00:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/konferenz-fuer-die-17-ziele.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2022/06/Beitrag_Katharina_McLarren/220601_Katharina_McLarren_600x366.jpg" length="57505" type="image/jpeg" /></item><item><title>Schulpartnerschaft mit Neugier und Engagement</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p class="hide-teaser">Die Schulpartnerschaft des Kurt-Huber-Gymnasiums Gräfelfing und der Emmaberg Girls Secondary School in Makambako, Tansania, besteht schon seit 2011. Sie ist geprägt von gemeinsamen Projekten auf Augenhöhe und intensivem Austausch via Briefen und Videokonferenzen. Im Windschatten der Schulpartnerschaft beschäftigt sich die jahrgangsübergreifende AG zudem intensiv mit Themen wie Klimaschutz und Antirassismus und macht sie mit kreativen Aktionen – von Plakataktionen bis Podcast – auch für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler greifbarer.</p> <p>2019 reiste eine Gruppe des bayerischen Gymnasiums zur Partnerschule nach Emmaberg. Der Gegenbesuch ist jetzt – nach Verschiebung wegen der Corona-Pandemie – für Sommer 2022 geplant. Um sich auf diesen vorzubereiten, nahmen die Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler an den Auftaktkonferenzen vom Entwicklungspolitischen Schulaustauschprogramm (ENSA) teil. Im Interview erzählen die Schülerinnen Viola, Maren, Sekwana und Clara von ihrer Arbeit in der AG, welche Ideen sie auf der Konferenz sammeln konnten und warum sie von Schulpartnerschaften überzeugt sind.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2022/04/Beitrag_Viola-Maren-Sekwana-Clara/220401_Benjamin_R%C3%BCckert_Markt.jpg" width="603" height="368" alt="Schülerinnen des KHG und der Emmaberg School bei der Begegnungsreise 2019">                      <figcaption class="caption" style="width:603px">Schülerinnen des KHG und der Emmaberg School bei der Begegnungsreise 2019. Foto: Benjamin Rückert</figcaption>            </figure>          <h3>1. Wie häufig trefft ihr euch in der AG? Was ist Teil der AG-Arbeit?</h3> <p><strong>Viola:</strong> Ich bin noch nicht so lange in der AG und habe darum noch kein Treffen vor Corona miterlebt. Aber auch während Corona treffen wir uns: Wir machen online Kooperationsspiele für den Gruppenzusammenhalt und auch einfach, um gemeinsam Spaß zu haben. Meist beschäftigen wir uns dann mit unterschiedlichen Themen. Wir haben zum Beispiel angefangen, Kisuaheli zu lernen, uns für einen Wettbewerb beworben und uns auch kreativ mit der Partnerschaft auseinandergesetzt. Wir nehmen auch regelmäßig an Workshops mit bestimmten Schwerpunkten teil, derzeit unter anderem zu Rassismus, Kolonialismus, Privilegien und kritischem Weißsein.</p> <p><strong>Maren:</strong> Dazu kann ich noch sagen, dass wir uns so nicht jede Woche treffen. In der großen Gruppe etwa monatlich und dafür dann für drei bis vier Stunden. Am Anfang des Schuljahres haben wir Untergruppen zu bestimmten Themen gegründet, die häufiger zusammenkommen. Wir haben zum Beispiel ein Podcast-Team. Und ein Team, das rassismus-kritische Aktionen plant und durchführt. Ein anderes Team hat einen Spendenlauf organisiert. Wir haben ein Leitungsteam aus Schülerinnen und Schülern aller Jahrgangsstufen, die gemeinsam mit den Lehrkräften die AG-Treffen planen. Jeweils zwei Schülerinnen und Schüler leiten zusammen mit einer Lehrkraft auch die Unterteams.</p> <h3>2. Könnt ihr mehr von den Unterteams erzählen? Welche Aktionen entstehen daraus? Wie funktioniert der Podcast?</h3> <p><strong>Viola:</strong> Ich bin in einem Unterteam, das eine Plakataktion geplant hat, die in den nächsten Tagen startet. Wir haben uns über bekannte Klimaaktivistinnen und -aktivisten informiert und von jedem Kontinent mehrere ausgewählt, die wir auf Plakaten vorstellen und selbst zu Wort kommen lassen – mit Zitaten und QR-Codes zu Reden, Interviews und Dokumentationen. Diese Poster werden in der Schule aufgehängt.</p> <p><strong>Maren:</strong> Für den Podcast interviewen haben wir zum Beispiel Schülerinnen und eine Lhrkraft aus unserer Partnerschule interviewt sowie auch Expertinnen und Experten zu bestimmten Themen. Der Podcast kommt auch richtig gut an.</p> <p><strong>Viola:</strong> Außerdem haben wir eine Video-Botschaft für die tansanischen Schülerinnen und Schüler aufgenommen. Wir sind mit mehreren Leuten durch die Schule gegangen und haben die Bereiche in der Schule gefilmt, die wir den Schülerinnen und Schüler zeigen wollen. Zu den Räumen und Orten haben wir dann englische Texte geschrieben, in eine App eingesprochen und zu unseren Filmaufnahmen dazu geschnitten. Das haben wir nach Emmaberg geschickt mit der Bitte, eine Führung durch ihre Schule zurückgeschickt zu bekommen. Wir haben auch schon andere Videobotschaften von unseren Freundinnen erhalten, zum Beispiel zu Weihnachten.</p> <h3>3. Was hat euch in der (Zusammen-)arbeit in der AG am meisten überrascht, was findet ihr spannend daran?</h3> <p><strong>Clara:</strong> Ich finde es spannend, dass unsere AG jahrgangsstufenübergreifend so gut funktioniert. Bei uns arbeiten Schülerinnen und Schüler aus der fünften bis zur zwölften Klasse zusammen. Auch die Unterteams sind ganz bunt durchgemischt, sodass man auch mal von Leuten, mit denen man sonst gar keinen Kontakt hat, Meinungen und Sichtweisen mitbekommt.</p> <p><strong>Maren:</strong> Die Zusammenarbeit funktioniert vor allem auf Augenhöhe. Ich bin zum Beispiel in der elften Klasse und ich teile mir die Leitung eines der Unterteams mit einer Sechstklässlerin. Wir machen das gemeinsam. Getreu dem Motto von Greta Thunberg: „Niemand ist zu klein, um einen Unterschied zu machen“.</p> <p><strong>Sekwana:</strong> Trotz des Altersunterschiedes reden wir auch in den Unterteams immer viel, knüpfen Kontakte und sind zu den Themen, aber auch darüber hinaus, im Austausch.</p> <h3>4. Worauf freut ihr euch am meisten bei dem geplanten Besuch der tansanischen Schülerinnen?</h3> <p><strong>Viola:</strong> Es wird schön sein, mit ihnen in den persönlichen und direkten Austausch zu gehen. Sie wirklich und nicht nur über Video zu sehen. Ich freue mich darauf, mich über alles Mögliche mit ihnen zu unterhalten.</p> <p><strong>Sekwana:</strong> Ja, genau. Sie real zu treffen, wird sicher toll. Vor allem wollen wir ihnen München zeigen, gemeinsam etwas unternehmen und auch zeigen, wo und wie man selbst lebt.</p> <p><strong>Clara:</strong> Ich freue mich auch darauf, alltägliche Dinge zu vergleichen und Gemeinsamkeiten zu finden. Zum Beispiel der Weg zur Schule ist ja schon ein ganz anderer, weil wir nicht direkt in der Schule leben wie die Schülerinnen der Emmaberg-Schule.</p> <p><strong>Maren:</strong> Die Umarmungen – darauf freue ich mich am meisten. Und darauf, die Freundinnen, die ich 2019 gefunden habe, wiederzusehen. Damals haben wir viel geredet, musiziert und getanzt. Das war so lebendig und bereichernd – ich hoffe, dass es hier auch trotz Corona möglich sein wird.</p> <h3>5. Was glaubt ihr wird am spannendsten oder überraschendsten für die Schülerinnen aus Emmaberg bei ihrem Besuch?</h3> <p><strong>Maren:</strong> Clara hat es ja vorhin schon erwähnt: Zum Beispiel der Schulweg ist ja etwas, das sie so gar nicht kennen. Ich habe aber auch Sorge, dass es rassistische Vorfälle geben könnte. Darauf müssen wir uns als Gruppe natürlich vorbereiten und überlegen, wie wir damit umgehen werden. Auch wenn ich natürlich hoffe, dass es nicht dazu kommt. Auf jeden Fall überraschen wird sie aber die Trennung von Schule und Privatleben, die bei uns ja sehr konsequent ist.</p> <p><strong>Sekwana:</strong> Generell der Schulalltag wird für sie vermutlich ungewöhnlich sein. Es ist ja eine andere Kultur, die mich umgekehrt bei ihnen auch überraschen würde. Neu wird sicher auch der versetzte Unterricht der verschiedenen Klassenstufen sein, den wir momentan wegen Corona haben.</p> <p><strong>Viola:</strong> Fremd wird ihnen vermutlich auch sein, wie viel für uns gemacht wird. Zum Beispiel, dass das Schulgebäude von Putzkräften gereinigt wird. Das gehört in Emmaberg zu den Aufgaben der Schülerinnen.</p> <p><strong>Clara:</strong> Wir wissen ja auch, dass die Emmaberg-Schule sehr religiös ist. Dort gehört Religion sehr zum Alltag. Wir haben zwar Religionsunterricht, aber abgegrenzt und außerdem auch Ethik-Unterricht. Und wir haben nicht jeden Morgen einen Gottesdienst.</p> <h3>6. Ihr wart ja alle auch auf der Auftaktveranstaltung von ENSA: Ist euch eine der anderen Partnerschaften besonders in Erinnerung geblieben? Welches der Projekte könntet ihr euch für eure AG vorstellen?</h3> <p><strong>Clara:</strong> Mir ist bei den anderen Schulpartnerschaften als erstes aufgefallen, dass sie ganz häufig nicht so persönlich sind wie bei uns. Manche Schülerinnen und Schüler haben sich gegenseitig erst am Partnerschaftstag auf der Konferenz kennenlernen können. Und wir haben ja die Brieffreundschaften und die regelmäßigen Videokonferenzen – das geht bei den anderen häufig gar nicht. Während wir uns viel austauschen – zum Beispiel über das, was uns gegenseitig wichtig ist – haben die anderen da nicht so regelmäßige Kommunikation.</p> <p><strong>Maren:</strong> Mich hat die Vielfalt der Themen begeistert. Ich konnte ganz viel Inspiration und Ideen mitnehmen. Besonders das Umweltthema des Gymnasium Lappersdorf ist mir im Gedächtnis geblieben, wo die Partnerschulen unter anderem einen Gemüseacker angelegt haben. Mit den Schülerinnen und Schülern dort habe ich mich lange unterhalten und auch Kontakte ausgetauscht. Sie haben auch eine Solaranlage gebaut – das war für uns sehr interessant, weil unsere Partnerschule das auch plant und wir sie dabei unterstützen wollen.</p> <h3>7. Wenn ihr alles machen könntet, was ihr wolltet, welche Projekte würdet ihr dann gerne mit den tansanischen Schülerinnen und Schülern umsetzen?</h3> <p><strong>Maren:</strong> Viel mehr Reisen würde ich mir wünschen, mehr Begegnungen. Die Videokonferenzen sind toll, aber nicht genug. Und im Kleinen: Es würde schon helfen, wenn Emmaberg mehr Headsets zur Verfügung hätte, damit wir mit allen gleichzeitig sprechen können.</p> <p><strong>Sekwana:</strong> Genau. Wenn wir mehr und stabilere Video-Konferenzen machen könnten oder wenn aus den Briefen, die wir hin und her schicken, E-Mails werden könnten. Das wäre toll.</p> <p><strong>Maren:</strong> Außerdem hatten wir vor der Pandemie jedes Jahr einen tansanischen Abend, zu denen unsere ganze Schule eingeladen waren. Den würde ich gerne wiederholen. Dort haben wir für unsere Gäste tansanisch gekocht, Tänze aufgeführt, von unserer Partnerschule erzählt und Fotos und Filme gezeigt.</p> <h3>8. Eure Schulpartnerschaften läuft demnach sehr gut. Aber meint ihr, das funktionieren immer? Aus welchen Gründen könnte eine Partnerschaft nicht klappen?</h3> <p><strong>Sekwana:</strong> Ich denke, wenn die Motivation auf beiden Seiten da ist, dann klappt es. Eine Hürde ist natürlich der regelmäßige Kontakt. Besonders dann, wenn Video-Konferenzen nicht möglich sind. Damit es trotzdem nicht nur eine einseitige Unterstützung mit Geld oder so wird, sondern ein richtiger Austausch, muss das Interesse an einer gleichwertigen Partnerschaft von beiden Seiten da sein.</p> <h3>9. Welchen Mehrwert hat eure Schulpartnerschaft beziehungsweise welchen Mehrwert haben Schulpartnerschaften allgemein? Für euch, aber auch so generell?</h3> <p><strong>Clara:</strong> Viele nehmen Afrika als ein Ganzes wahr und bezeichnen es auch so, ohne zwischen den verschiedenen Ländern und Kulturen zu unterscheiden. Indem wir uns damit auseinandersetzen, über den Tellerrand hinausschauen, unseren Blick in die Welt richten, lernen wir andere Perspektiven kennen. Und wir sammeln Erfahrungen, die wir dann wieder an andere weitergeben und sie auch zur Auseinandersetzung auffordern können.</p> <p><strong>Maren:</strong> Mein Leben ganz persönlich hat die Schulpartnerschaft positiv verändert. Ich möchte jetzt auch beruflich etwas auf internationaler Ebene machen. Ich glaube und hoffe, dass wir so gemeinsam das Leben von vielen Menschen nachhaltig verändern. Bildung ist das beste Mittel gegen den Teufelskreis der Armut. Schulpartnerschaften helfen dabei.</p> <h3>10. Wenn ihr andere Schülerinnen und Schüler überzeugen wollen würdet, in die AG einzutreten, wie würdet ihr das machen? Was würdet ihr ihnen erzählen?</h3> <p><strong>Viola:</strong> Manche denken vielleicht, dass es in so einer AG sachlich zugeht, dass wir nur über Probleme reden oder über Arbeit. Aber so ist es ja nicht. Wir gehen auch spielerisch mit den Themen um, wir setzen konkret Aktionen um und machen alle möglichen Aktivitäten. Wir kochen gemeinsam, tanzen, tauschen uns locker zu ganz verschiedenen Dingen aus. Es ist immer unterschiedlich. Es macht Spaß.</p> <p><strong>Sekwana:</strong> Es gibt ja nicht nur die große Schulpartnerschaftsebene, sondern es entstehen ja auch Freundschaften. Die Briefe, die gemeinsamen Abende und Videokonferenzen sind ja alle sehr persönlich. Das ist vielen nicht klar.</p> <p><strong>Clara:</strong> Die AG ist ein Angebot, mehr zu sehen als Europa. Eine Chance, den eigenen Horizont zu erweitern. Diese Chance sollte man annehmen.</p> <p><strong>Maren:</strong> Ich würde einfach von mir selbst und meinen Erfahrungen erzählen. Nicht: „Komm du rein, weil…“. Stattdessen berichte ich davon, was für eine Bereicherung es für mich und mein Leben ist. Aber auch davon, dass ich mich aufgrund Weißer Privilegien verpflichtet fühle, die Welt auch mal aus einer globalen Perspektive aus zu betrachten. Und wer das einmal gemacht hat, will auch gar nichts anderes mehr.</p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/schulpartnerschaft-mit-neugier-und-engagement.html</link><pubDate>Fri, 01 Apr 2022 15:11:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/schulpartnerschaft-mit-neugier-und-engagement.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2022/04/Beitrag_Viola-Maren-Sekwana-Clara/220401_Benjamin_R%C3%BCckert_Markt.jpg" length="103055" type="image/jpeg" /></item><item><title>Weltwassertag</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p class="hide-teaser">Die Ressource Wasser ist lebenswichtig – als Trinkwasser, für Sanitärversorgung, Gesundheit und Umwelt. Und trotzdem haben circa zwei Milliarden Menschen weltweit keinen zuverlässigen Zugang zu Wasser. Die kleine Hilfsaktion e.V. setzt sich unter anderem in Kambodscha im Bereich WASH (Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene) ein. Im Interview erzählt Nadine Urbansky, leitende Projektmanagerin bei "Die Kleine Hilfsaktion e.V.", von der Umsetzung des Projekts und den weiteren Plänen des Vereins.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2022/03/Beitrag_Nadine-Urbansky/220316-Nadine-Urbansky-603x368.jpeg" width="600" height="366" alt="Portait von Nadine Urbansky">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Portait von Nadine Urbansky. Foto: Kleine Hilfsaktion e.V.</figcaption>            </figure>          <h3>1. Frau Urbansky, die kleine Hilfsaktion e. V. engagiert sich unter anderem in Kambodscha, Laos und Tansania mit ganz unterschiedlichen Projekten. Wie ist das von bengo geförderte Projekt, die Nachrüstung und Modernisierung von WASH-Einrichtungen in kambodschanischen Gesundheitszentren, entstanden? Was musste bei der Planung/Umsetzung beachtet werden?</h3> <p>Wir arbeiten schon seit Jahren im Bereich WASH (Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene) und rüsten sowohl einzelne Haushalte in Krisensituationen als auch ganze Schulen mit einem angepassten WASH aus. Wir bevorzugen Projekte an Orten, an denen die Zahl der Beneficaries besonders hoch ist. In einer Schule haben Schülergenerationen etwas von der Anlage und tragen das Wissen weiter. Gesundheitszentren haben mit ihren tausenden PatientInnen Zugang zu Menschen in einer oft schwierigen gesundheitlichen Situation. Gerade hier ist ein Mindestmaß an Hygiene und natürlich als Basis sauberes Wasser oft direkt lebensrettend. Wir machen die Zentren gleichzeitig zugänglich für Menschen mit Behinderung.</p> <h3>2. Die Modernisierung ist aber nur der erste Schritt des Projektes. Was sollte darüber hinaus noch passieren und warum?</h3> <p>Das sollte nicht passieren, es passiert. Wir nennen es intern „Projekt-Software“. Die Modernisierung und der Zugang zu sauberem Wasser sind für die MitarbeiterInnen im Zentrum und den begleitenden AkteurInnen der VHSGs (Village-Health-Support-Groups) eine große Motivation, die von uns durchgeführten Schulungen zu besuchen. Sie tragen das zusätzliche Wissen über wasserinduzierte Krankheiten und Hygiene weiter in die Dörfer und zu den PatientInnen.</p> <h3>3. Wieso wurde sich bei dem Projekt auf die Gesundheitszentren konzentriert anstatt Privathaushalte oder andere Gemeinschaftsorte?</h3> <p>Bereits unser erstes gefördertes Projekt aus dem Jahr 2013 war ein WASH-Projekt. Damals haben wir 72 vorher obdachlosen Familien ein neues Zuhause gegeben und jede Familie wurde mit einem kleinen Regenwasserauffangsystem, einer Latrine und einem Bio-Sandfilter ausgerüstet. Gerade WASH-Anlagen, die von vielen Beneficaries genutzt werden, sind effektiv und nachhaltig. Daher haben wir uns in den Folgejahren auf Umrüstungen großer Schulen spezialisiert.</p> <p>Ein ganz persönliches Schlüsselerlebnis hat uns dann auf die hygienischen Missstände und den Wassermangel in den ländlichen Gesundheitszentren Kambodschas aufmerksam werden lassen. Nach einem umfangreichen Screening und der Entwicklung eines benötigten Standards wurde uns die Notwendigkeit und die Effizienz dieser Maßnahme klar.</p> <h3>4. Wie ist der aktuelle Stand des Projektes? Gab es Überraschungen?</h3> <p>Am 28. Februar 2022 war geplantes Projektende. Gerade in Zeiten von Corona macht es uns sehr stolz, dass wir den Zeitplan trotz mehrfacher Situationen, in den wegen der geänderten Rahmenbedingungen Improvisationsgeist bei allen AkteurInnen gefragt war, termingerecht bleiben konnten. Herr Debschütz [Anm. d. Red.: Geschäftsführer der Kleinen Hilfsaktion e. V.) war zum Projektende persönlich in Kambodscha und hat sich über das Ergebnis ein Bild gemacht. Zu sehen, dass nun 28 Gesundheitszentren über den gleichen (hohen) WASH-Standard verfügen, war ein tolles Gefühl. Die Zahl an Menschen, denen damit nachhaltig geholfen wird, ist beeindruckend. 56.000 PatientInnen jedes Jahr. Der Folgeantrag ist bereits eingereicht.</p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/weltwassertag.html</link><pubDate>Wed, 16 Mar 2022 17:42:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/weltwassertag.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2022/03/Beitrag_Nadine-Urbansky/220316-Nadine-Urbansky-603x368.jpeg" length="158197" type="image/jpeg" /></item><item><title>Geschlechtergerechtigkeit für ein nachhaltiges Morgen</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p class="hide-teaser">Am Dienstag, 8. März 2022, wird weltweit der Internationale Frauentag gefeiert. In diesem Jahr steht er im Zeichen der nachhaltigen Entwicklung. Denn keine nachhaltige Zukunft ohne die Gleichstellung der Geschlechter. Das beinhaltet auch die Situation von Frauen und Mädchen in den Blick zu nehmen, die auf der Flucht vor Krieg oder Umweltkatastrophen sind.</p> <p>Darum stellt die Außenstelle Mainz von Engagement Global in Kooperation mit dem Sozialen Friedensdienst Kassel e. V. das Thema „Frauen auf der Flucht“ in den Mittelpunkt der Vernissage zur Ausstellung „Ein Ort. Irgendwo“. Die Karikaturenausstellung, die Erfahrungen von Flucht und Migration visualisiert, wird als Teil des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland ab Freitag, 1. April 2022, in Kassel gezeigt.</p> <p>Wie eine Ausstellung dazu beitragen kann, auf Themen wie Flucht und Migration aufmerksam zu machen und wieso die Perspektive von Frauen besonders zu berücksichtigen ist – darüber spricht Eva del Coz, Geschäftsführerin Sozialer Friedensdienst Kassel e.V., im Interview.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2022/03/Beitrag_Eva-del-Coz/220322_Blog_Jane-Escher.jpg" width="603" height="368" alt="Portait von Eva del Coz. Foto: Sozialer Friedensdienst Kassel">                      <figcaption class="caption" style="width:603px">Portait von Eva del Coz. Foto: Sozialer Friedensdienst Kassel</figcaption>            </figure>          <h3>1. Frau del Coz, bei der Vernissage zu der Ausstellung „Ein Ort. Irgendwo“ wird es ein Fachgespräch zu „Frauen auf der Flucht“ geben. Wieso ist es in Ihren Augen wichtig, auch im Bereich Flucht und Migration Frauen besonders in den Blick zu nehmen?</h3> <p>Ich denke, dass es wichtig ist, Frauen besonders in den Blick zu nehmen, weil mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge nach Angaben des UNHCR Frauen und Mädchen sind. Jedoch nicht „nur“– auch Kinder, Menschen mit Behinderungen, etc. sollten unsere besondere Aufmerksamkeit erfahren. In Bezug auf die Ausstellung ist es uns wichtig, nicht nur über Menschen zu sprechen, die einen Migrationshintergrund haben, sondern vor allem mit ihnen.</p> <p>Sie haben Geschichten zu erzählen, von denen wir viel lernen können – dafür müssen wir ihnen aber einen Raum geben und sie hören wollen. Die Perspektiven von Frauen auf der Flucht gehen dabei öfter unter, sind meistens komplett andere als die von Männern – daher wollen wir ihnen im Rahmen der Vernissage spezifischen Raum verleihen.</p> <h3>2. Was kann in Deutschland, in Kassel, getan werden, um die Situation von Flucht gefährdeten bzw. geflüchteten Frauen zu verbessern?</h3> <p>Die Stadt Kassel sowie verschiedene soziale Einrichtungen unterstützen von Flucht betroffene Frauen in einem besonderen Maße. Spezifische Sprachkurse, ein weiterer Ausbau der Sozialberatungen und noch mehr berufliche Förderangebote, die sich mit den Care-Aufgaben, die oft den Frauen obliegen, vereinbaren lassen, wären wünschenswert. Finanzmittel für einen gut ausgestatteten Dolmetscher*innen-Pool, auch Freizeitangebote für Frauen, sind eine große Unterstützung.</p> <p>Vor allem ist es wichtig, in den Dialog zu gehen und die in Kassel von Flucht betroffenen Frauen zu fragen: „Was braucht ihr?“ Sie wissen dies besser, als wir es tun.</p> <h3>3. Die Ausstellung hat das Thema Flucht karikaturistisch aufbereitet. Ihrer Erfahrung als Geschäftsführerin des Sozialen Friedensdienstes Kassel e.V. nach: Welchen Mehrwert bietet eine künstlerische Aufbereitung der Thematik?</h3> <p>Kunst kann Dinge begreifbar machen, die durch Worte nicht fassbar sind. Kunst erreicht Menschen auf einer anderen Ebene und fordert zum Nachdenken auf. Bilder können das Vorstellungsvermögen von Menschen anregen, die bislang keine oder nur sehr wenige Berührungspunkte mit dem Thema Flucht hatten. Vor allem aber geben die Karikaturen denen, die sie erschaffen haben, Würde und Selbstwert zurück: Die Bilder sind Kunst und etwas, das geschaffen wurde. Es kann sehr viel bedeuten für Menschen, die alles zurücklassen mussten – wieder erschaffen und gestalten zu können. Wie relevant dies für Individuen ist, wird uns im Kontext der von uns angebotenen interkulturellen Projekte immer wieder von den Teilnehmenden gespiegelt.</p> <h3>4. Wie würde eine Karikatur aussehen, die das Thema „Frauen auf der Flucht“ für Sie gut darstellt? Beschreiben Sie sie gerne.</h3> <p>Für mich gibt es keinen Prototypen einer guten Karikatur zu der Thematik. Ich bin zwar eine Frau, jedoch ohne Fluchthintergrund – eine gute Karikatur zum Thema „Frauen auf der Flucht“ stammt meiner Meinung nach von einer Frau, die geflüchtet ist und ihre Erlebnisse, ihre Sichtweise, ihr Leben mittels Kunst mit uns teilt. Flucht ist individuell, so wie es Menschen sind. Die „eine“ gute Karikatur gibt es für mich nicht.</p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/geschlechtergerechtigkeit-fuer-ein-nachhaltiges-morgen.html</link><pubDate>Mon, 07 Mar 2022 16:17:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/geschlechtergerechtigkeit-fuer-ein-nachhaltiges-morgen.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2022/03/Beitrag_Eva-del-Coz/220322_Blog_Jane-Escher.jpg" length="21164" type="image/jpeg" /></item><item><title>10 Jahre Engagement Global: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit &#40;GIZ&#41; GmbH</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p class="hide-teaser">Viele Programme, die heute unter dem Dach von Engagement Global arbeiten, waren vor der Gründung 2012 kurzzeitig bei der GIZ beheimatet. Die koordinierte Zusammenarbeit und gute Abstimmung der jeweiligen Aktivitäten zwischen beiden Organisationen regelt ein Kooperationsausschuss, dem auch Dr. Kathrin Lorenz und Tilman Nagel angehören. Sie beantworteten uns vier Fragen.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2022/02/Beitrag_Kathrin-Lorenz_GIZ/220224_KathrinLorenz.jpg" width="603" height="368" alt="Portait von Dr. Kathrin Lorenz">                      <figcaption class="caption" style="width:603px">Dr. Kathrin Lorenz. Foto: privat</figcaption>            </figure>          <h3>1. Wie hat die Zusammenarbeit mit Engagement Global begonnen – und worin besteht sie konkret?</h3> <p>Grundlage der Zusammenarbeit zwischen Engagement Global und der GIZ ist eine Kooperationsvereinbarung, die am 2. Mai 2012 in Bonn unterzeichnet wurde. Seitdem kooperieren wir in verschiedener Hinsicht, zum Beispiel im Rahmen des Programms „Fachkräfte für kommunale Partnerschaften weltweit“ oder den „Betreiberpartnerschaften städtischer Wasserversorger aus Deutschland und dem Globalen Süden“.</p> <h3>2. Was zeichnet Engagement Global aus Ihrer Perspektive besonders aus?</h3> <p>Die Nähe zu und starke Vernetzung mit zivilgesellschaftlichen Organisationen und Akteuren auf kommunaler Ebene in Deutschland und den Partnerländern. Zum Beispiel sehen wir das im Rahmen des Programms „Internationale Städte-Plattform für nachhaltige Entwicklung“.  <br>Starke Dienstleistungsorientierung hinsichtlich ihrer Kunden und Partner, um unterschiedlichsten Akteuren die gleichen Zugänge zu den verschiedenen Förderprogrammen zu ermöglichen.</p> <h3>3. Wenn Sie nur eine Sache an Engagement Global ändern könnten, was wäre das?</h3> <p>Wir würden uns freuen, wenn Engagement Global und die GIZ auf ein und dieselbe digitale Kollaborationsplattform zugreifen könnten. Dies würde die Zusammenarbeit und den Austausch auf institutioneller und auf Projektebene vereinfachen. ;) Auch unsere Partner könnten dann zeitgleich und an gemeinsamen Dokumenten arbeiten und sich ohne Systembrüche virtuell austauschen.</p> <h3>4. Welcher Song, welche Musik wäre ein passender Soundtrack für zehn Jahre Engagement Global?</h3> <p>Gratulieren möchten wir gerne mit den Sportfreunden Stiller „Applaus, Applaus“.</p> <p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=yeNHxg-ciDI" target="_blank">Zum Song vom Sportfreunde Stiller: Applaus, Applaus</a><br><br>Als Geburtstagsgeschenk haben wir für Sie noch ein paar weitere Songs herausgesucht, deren Texte einen gesellschaftspolitischen Hintergrund haben und den entwicklungspolitischen Bildungs- und Sensibilisierungsauftrag von Engagement Global unterstreichen:<br><br><a href="https://www.youtube.com/watch?v=el262YzLVzE" target="_blank">Zum Song von Jamiroquai - When You Gonna Learn</a><br><a href="https://www.youtube.com/watch?v=fD3bWdQduRQ" target="_blank">Zum Song von Fleetwood Mac – Don’t stop</a><br><a href="https://www.youtube.com/watch?v=9bYaw_fIo1g" target="_blank">Zum Song von Jamiroquai - Emergency on planet earth</a><br><a href="https://www.youtube.com/watch?v=0LoenypUcmI" target="_blank">Zum Song von Counting Crows - Big Yellow Taxi</a><br><a href="https://www.youtube.com/watch?app=desktop&amp;v=1EA7lgdTcLk" target="_blank">Zum Song von Culcha Candela - Schöne Neue Welt</a></p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Kooperationsvereinbarung</h2>             <p>Die Vereinbarung definiert eine Arbeitsteilung im In- und Ausland und regelt Mechanismen für eine partnerschaftliche Kooperation in Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländern. Sie ordnet die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, Bundesländern und Kommunen. Zudem klärt sie die jeweiligen Aktivitäten auf den Gebieten der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit in Deutschland sowie der Qualifizierung von Fach- und Führungskräften weltweit.</p> <p>Ein Beispiel: Engagement Global kooperiert mit deutschen Kommunen und fördert unter anderem den Auf- und Ausbau von Partnerschaften zwischen Deutschland und Entwicklungsländern. Die GIZ setzt die Expertise von Kommunen und Kommunalverbänden in ihren Vorhaben der internationalen Zusammenarbeit ein, von Deutschland ins Ausland und umgekehrt, insbesondere auf dem Gebiet der lokalen Regierungsführung.</p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/id-10-jahre-engagement-global-deutsche-gesellschaft-fuer-internationale-zusammenarbeit-giz-gmbh.html</link><pubDate>Tue, 22 Feb 2022 13:26:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/id-10-jahre-engagement-global-deutsche-gesellschaft-fuer-internationale-zusammenarbeit-giz-gmbh.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2022/02/Beitrag_Kathrin-Lorenz_GIZ/220224_KathrinLorenz.jpg" length="31680" type="image/jpeg" /></item><item><title>10 Jahre Engagement Global: Von Spiegel Online bis zum Fair-o-Mat</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p class="hide-teaser">Zum zehnjährigen Jubiläum freut sich Meike Schmidt, Mitarbeiterin von Engagement Global, über große und kleine Projekte zur Erreichung der SDG, die Engagement Global intern und extern auf den Weg gebracht hat.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2022/01/Beitrag-Meike-Schmidt/220124_Meike_Schmidt_603x368.jpg" width="600" height="366" alt="Porträt Meike Schmidt">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Meike Schmidt. Foto: Meike Schmidt</figcaption>            </figure>          <p>Vor zehn Jahren, als Engagement Global gegründet wurde, begann ich meine erste richtige Arbeitsstelle – bei einer weltwärts-Trägerorganisation. Engagement Global begleitet mich also direkt und indirekt schon mein ganzes Berufsleben. Interkulturellen Austausch zu fördern, das ist mir eine Herzensangelegenheit, weil ich glaube, dass wir durch mehr interkulturelle Verständigung viele Probleme der aktuellen Zeit lösen können. Klimawandel, wachsender Hass gegen Andersdenkende, Rassismus, all diese Entwicklungen, die einerseits unseren Planeten und andererseits das friedliche Miteinander auf der Welt gefährden, können durch mehr interkulturelles Verständnis, durch persönliche Begegnungen und durch mehr Empathie für die jeweils andere Seite besser überwunden werden. Denn schließlich leben wir alle in der Einen Welt.</p> <p>Seit gut einem Jahr arbeite ich nun bei Engagement Global und ich staune immer noch, wie viele Möglichkeiten es gibt, sich zu engagieren. Mein Schlüsselerlebnis, dass meine Arbeit bei Engagement Global etwas bewirken kann, stammt aus der Stabsstelle Kommunikation, Veranstaltungen, der Bereich, in dem ich arbeite. Mehrmals im Jahr übernehmen die Kolleginnen und Kollegen vom #17Ziele-Team die Werbebanner auf der Startseite von SPIEGEL ONLINE, um dort ganz aktuell passend zu den jeweils gerade dastehenden Überschriften auf die SDG und daraus folgenden Tu Du‘s hinzuweisen. Meine Arbeitgeberin beim reichweitenstärksten Nachrichtenportal zu sehen, das hat mich als regelmäßige Leserin schon sehr beeindruckt. Auch den Orchester-Flashmob (17Ziele Freude-Flash), den das Team im Spätsommer organisiert hat und mit dem Engagement Global übrigens einen Weltrekord aufgestellt hat, fand ich richtig inspirierend (Link dazu gibt es weiter unten).</p> <p>Gleichzeitig freue ich mich auch über die vielen kleinen Beiträge, die auch intern bei Engagement Global, für die Erreichung der SDG geleistet werden, zum Beispiel der Fair-o-Mat im Erdgeschoss der Bonner Liegenschaft, der von engagierten Kolleginnen regelmäßig befüllt wird und nur fair gehandelte Süßigkeiten beinhaltet. Oder die Weihnachtsaktion von zwei Kollegen, bei denen Beutel für Obdachlose gespendet werden. Diese kleinen Gesten intern zeigen, dass bei Engagement Global viele Mitarbeitende ihr Engagement für Nachhaltigkeit und mehr Empathie nicht mit Verlassen der Bürotür an den Haken hängen.</p> <p>Für Engagement Global habe ich zwei Geburtstagswünsche, einen großen und einen kleinen. Mein großer Wunsch ist, dass auch in den nächsten zehn Jahren weiter so motivierte Mitarbeitende das Bild und die Programme von Engagement Global gestalten, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Mein kleiner Wunsch ist, dass es im Jubiläumsjahr wieder möglich sein wird, mit Kolleginnen und Kollegen zusammenzukommen, um einen fair gehandelten Kaffee zu trinken.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Weitere Informationen</h2>             <p><a title="zur Website 17Ziele" href="https://17ziele.de/17ziele-freude-flash.html" target="_blank">17Ziele Freude-Flash - Ziele für Nachhaltige Entwicklung - Agenda 2030 der UN</a></p> <p> </p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/zehn-jahre-engagement-global-von-spiegel-online-bis-zum-fair-o-mat.html</link><pubDate>Mon, 03 Jan 2022 20:03:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/zehn-jahre-engagement-global-von-spiegel-online-bis-zum-fair-o-mat.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2022/01/Beitrag-Meike-Schmidt/220124_Meike_Schmidt_603x368.jpg" length="35757" type="image/jpeg" /></item><item><title>10 Jahre Engagement Global: terre des hommes e.V.</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p class="hide-teaser">terres des hommes e.V. gehört zu jenen zivilgesellschaftlichen Organisationen, deren Arbeit Engagement Global seit Gründung fördert. Birte Kötter, Vorstand Kommunikation von terres des hommes e.V., beantwortete uns vier Fragen.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2022/01/Beitrag-Birte-Koetter/220103-Birte-Koetter-603x368.jpeg" width="600" height="366" alt="Portätfoto: Birte Kötter">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Birte Kötter. Foto: Christel Kovermann</figcaption>            </figure>          <p><strong>terre des hommes e.V. arbeitet mit Engagement Global seit deren Gründung. Was war die eindrücklichste Veränderung in der Zusammenarbeit im Laufe der Jahre?</strong></p> <p>Engagement Global ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Die vielen neuen Mitarbeiter*innen haben zu einer Professionalisierung des Beratungsprozesses geführt. Das ist aus unserer Sicht ein guter Indikator für die gestiegene Bedeutung von Engagement Global als Geldgeber für die Projektförderung von Nichtregierungsorganisationen.</p> <p><strong>Was zeichnet Engagement Global aus Ihrer Perspektive besonders aus?</strong></p> <p>Engagement Global ist die Brücke zwischen Zivilgesellschaft und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Damit schlägt Engagement Global eine wichtige Brücke zwischen den unterschiedlichen Akteuren und stärkt dabei das gemeinsame Ziel einer gerechteren Welt.</p> <p><strong>Was fällt ihnen spontan ein, wenn Sie an Engagement Global denken? Drei Stichworte?</strong></p> <p>Partnerschaftlich – hilfsbereit – konstruktiv.</p> <p><strong>Wenn Sie eine Sache an Engagement Global ändern könnten, was wäre das?</strong></p> <p>Eine engere Verzahnung zwischen Projektberatung und Nachweiskontrolle würde nach unserer Einschätzung zu reibungsloseren Abläufen und besserer Konstanz in der Beratung führen.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Zur Organisation</h2>             <p>terre des hommes Deutschland e.V. wurde 1967 als Reaktion auf das Leiden von Kindern im Vietnamkrieg von engagierten Bürgerinnen und Bürgern gegründet und arbeitet unabhängig von Regierungen, Wirtschaft und Parteien. Die Organisation arbeitet mit lokalen Partnerorganisationen zusammen, die sie mit Spenden und durch Beratung bei der Durchführung der Projekte zur Selbsthilfe unterstützt. Ziel ist es, gemäß den Vorgaben der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen Jungen und Mädchen vor Ausbeutung und Missbrauch zu schützen und dafür zu sorgen, dass sie in einer gesunden Umwelt leben können. Das Förderprogramm bengo, seit 2012 unter dem Dach von Engagement Global, unterstützt seit seiner Gründung vor über 30 Jahren Projekte von terre des hommes. Sie haben unterschiedliche Schwerpunkte und Zielrichtungen und reichen von großen Multi-Stakeholder-Projekten bis hin zu Projekten entwicklungspolitischer Bildungsarbeit.</p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/zehn-jahre-engagement-global-terres-des-hommes.html</link><pubDate>Mon, 03 Jan 2022 19:01:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/zehn-jahre-engagement-global-terres-des-hommes.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2022/01/Beitrag-Birte-Koetter/220103-Birte-Koetter-603x368.jpeg" length="30889" type="image/jpeg" /></item><item><title>Reisen für Inklusion und Teilhabe - Welttag der Menschen mit Behinderung</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p class="hide-teaser">Schülerinnen und Schüler einer deutschen und einer tansanischen Schule für Hörgeschädigte entwickelten bei Begegnungsreisen in ihre jeweiligen Länder die Idee, ein bilinguales Gebärdenlexikon im Videoformat zusammenzustellen. Am Internationale Tag der Menschen mit Behinderung erzählt Heike Eberhard, stellvertretende Schulleiterin der deutschen Schule, im Interview über das inklusive Projekt, die vom ENSA-Programm finanziell geförderten Reisen und die langjährige globale Schulpartnerschaft.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2021/12/211203-Heike-Eberhard-603x368.jpg" width="603" height="368" alt="Porträt von Heike Eberhard">                      <figcaption class="caption" style="width:603px">Foto: Heike Eberhard</figcaption>            </figure>          <h3>1. Frau Eberhard, Sie sind stellvertretende Schulleiterin an der Schule für Hörgeschädigte St. Josef, die seit 1988 eine Partnerschaft mit der St. Vincent Gehörlosenschule in Songea, Tansania, hat. Wie ist die Partnerschaft entstanden und wie pflegen die Schülerinnen und Schüler diese?</h3> <p>Die Partnerschaft entstand dadurch, dass beide Schulen ihre Wurzeln in der Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in Untermarchtal haben. St. Vincent School for the Deaf, also unsere tansanische Partnerschule, wurde 1988 gegründet. Es war für die Schwestern natürlich logisch, dass die Partnerschaft mit einer deutschen Schule für Hörgeschädigte hilfreich wäre. Aus heutiger Sicht war das sicherlich so. Allerdings war der Charakter der Partnerschaft damals noch ein gänzlich anderer: In der Überzeugung, den KollegInnen und den hörgeschädigten Kindern in Tansania Gutes zu tun, beschloss der „Norden“, was für den „Süden“ hilfreich und gewinnbringend sein könnte. So wurde Vieles eins zu eins nach Tansania übernommen, was dort überhaupt nicht den wirklichen Bedürfnissen entsprach.</p> <p>Ein Umdenken setzte ein, als 2014 eine Gruppe gehörloser Jugendlicher aus Tansania, zusammen mit ein paar LehrerInnen, nach Deutschland reiste. Im direkten Kontakt mit den Kindern wurde schnell klar, dass Hörgeräte nichts nützen, wenn zum Beispiel die Versorgung mit Batterien nicht gewährleistet ist. Diese Begegnung und schließlich ein Wechsel in der Schulleitung von St. Josef waren der Umschwung zur Augenhöhe. Die tansanischen KollegInnen trauten sich, ihre Bedürfnisse und Wünsche an die Partnerschaft zu formulieren. Und die deutsche Seite legte schließlich ihre Haltung ab, besser zu wissen, was in Tansania notwendig sei.</p> <p>Was bis dahin eine reine Schulpartnerschaft auf Leitungsebene war, änderte sich mit der Begegnungsreise 2019, als eine Gruppe von zehn deutschen SchülerInnen nach Tansania reiste und dort gemeinsam mit den tansanischen SchülerInnen an konkreten Projekten arbeitete. Schnell war allen Beteiligten klar, dass die Verständigung nicht einfach, aber auch nicht unmöglich war. Mit dem Herzen waren alle dabei und fortan wechselten jedes Mal, wenn auf Ordensebene eine Reise durchgeführt wurde, kleine Briefe und geschriebene oder gezeichnete Botschaften den Kontinent.</p> <p>Natürlich wurden wir – so wie viele andere Schulpartnerschaften auch – von Corona heftig ausgebremst. Leider sind die technischen Voraussetzungen in unserer Partnerschule noch nicht so weit, dass Online-Meetings problemlos durchgeführt werden können. Es mangelt einfach an einem stabilen Internetzugang. Außerdem gibt es zu wenig zuverlässige Endgeräte. Hier ist also noch viel Luft nach oben.</p> <h3>2. Erzählen Sie uns von den Begegnungsreisen 2014 und 2019. Welche Projekte haben die beiden Schulen gemeinsam entwickelt? Was haben die Schülerinnen und Schüler dabei gelernt?</h3> <p>Die erste Begegnung 2014 zeigte, dass sich die SchülerInnen beider Länder unglaublich aufgeschlossen gegenübertreten. Die deutschen SchülerInnen „quetschten“ die tansanischen förmlich aus und die tansanischen waren einfach nur überwältigt, dass es in Deutschland so viele Kinder und Jugendliche mit denselben Hörproblemen gibt. Es war aber auch schnell deutlich, dass der direkte Kontakt sehr schwierig war. Die tansanische Gebärdensprache hat sich aus der englischen Gebärdensprache entwickelt, die deutsche Gebärdensprache hat sich eigenständig entwickelt. Sie liegen doch so weit auseinander, dass der direkte Einstieg in eine gebärdensprachlich geführte Unterhaltung nicht möglich war. Und so entstand die Idee zum deutsch-tansanischen Gebärdenlexikon, das wir dann 2019 bei unserem Outgoing begonnen haben.</p> <h3>3. Heute ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung. Was für einen Beitrag leisten insbesondere internationale Projekte wie das bilinguale Gebärdenlexikon für Teilhabe und Inklusion?</h3> <p>Für den Großteil der weltweiten Bevölkerung einen vermeintlich kleinen. Für die Beteiligten jedoch einen ganz elementaren, denn sie erleben sich als zu einer Community zugehörig. Was die Akzeptanz einer (Hör-)Behinderung betrifft, sind wir in Deutschland zwar schon weiter als noch vor 20 Jahren, aber (auch im internationalen Vergleich) noch lange nicht am Ziel. In Tansania ist das leider noch völlig anders. Dort gilt Hörbehinderung, vor allem in ländlichen Gebieten, häufig noch immer als gottgewollte Strafe, als Fluch, der auf der Familie lastet und als eine Tatsache, die möglichst verschwiegen werden sollte. Dass es eine Schule für Hörgeschädigte gibt, in denen die Kinder eine schulische Bildung erfahren, ist ein erster großer Schritt. Bildung ist die elementarste aller Grundlagen.</p> <p>Für unsere PartnerschülerInnen ist es ungeheuer wichtig, sich als Teil einer Gemeinschaft zu erleben. Zu sehen, dass es weltweit Gehörlose gibt, die in weiten Teilen ihr Leben alleine meistern und denen „die Welt offen steht“ ist eine für sie gänzlich neue Perspektive. Insofern leistet die Partnerschaft hier einen Beitrag zum Empowerment der tansanischen Hörgeschädigten.</p> <p>Der Zugang zur Schriftsprache ist für die meisten unserer PartnerschülerInnen extrem erschwert oder gänzlich unmöglich. Umso wichtiger ist es, dass sie sich in der Gebärdensprache gut ausdrücken können. Das tansanisch-deutsche Gebärdenlexikon kann hier einen wichtigen Beitrag zur (internationalen) Teilhabe leisten, indem nicht nur die tansanischen Gebärden wiederholt und gefestigt werden können, sondern auch die deutschen.</p> <h3>4. Ein Blick in die Zukunft: Wo wollen Sie noch hin mit der Partnerschaft? Und was wünschen Sie sich, was sollen die tansanischen und deutschen Jugendlichen aus dem Projekt mitnehmen?</h3> <p>Regelmäßige Austausche auf SchülerInnen-Ebene – sowohl real als auch virtuell – werden von allen Beteiligten sehr gewünscht. Alle stehen in den Startlöchern, um endlich wieder „richtig“ am Gebärdenlexikon weiterzuarbeiten. Neben dem hilfreichen Produkt, das in diesem Projekt entsteht, ist es jedoch vor allem Selbstwirksamkeit, die die SchülerInnen in diesem Projekt erleben. Die Vokabeln auszuwählen und selbst vor der Kamera, die ebenfalls von den TeilnehmerInnen geführt wird, in die eigenen Gebärdensprache umzusetzen und sie damit für den Rest der Welt sichtbar zu machen, ist für alle ein einschneidendes Erlebnis. In den letzten Online-Begegnungen hat sich auf KollegInnen-Ebene aber auch der Wunsch nach regelmäßigem Austausch bis hin zum temporären Job-Tausch herauskristallisiert. Vor allem auf tansanischer Seite ist die Suche nach inhaltlicher Fort- und Weiterbildung sehr intensiv, da die tansanische LehrerInnen-Ausbildung den Bereich Hörschädigung überhaupt nicht berücksichtigt.</p> <p>Thema Hörschädigung ist jedoch nicht alles. Es gibt so viele andere Bereiche, in denen die Partnerschaft gewinnbringend sein kann. Globale Gerechtigkeit, Fairer Handel, Nachhaltigkeit und weiteres – das alles sind Themen, die wir gerne gemeinsam angehen möchten. Unsere Partnerschaft wird also auf Jahre hin nicht langweilig werden.</p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/reisen-fuer-inklusion-und-teilhabe-welttag-der-menschen-mit-behinderung-3-dezember-2021.html</link><pubDate>Fri, 03 Dec 2021 10:09:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/reisen-fuer-inklusion-und-teilhabe-welttag-der-menschen-mit-behinderung-3-dezember-2021.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2021/12/211203-Heike-Eberhard-603x368.jpg" length="34676" type="image/jpeg" /></item><item><title>Kinderrechte stärken mit indigenem Wissen</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2021/09/211203-Josephine_Wragge_Foto_Christel_Kovermann.jpg" width="603" height="368" alt="Porträt Jospehine Wragge">                      <figcaption class="caption" style="width:603px">Jospehine Wragge. Foto: terre des hommes Deutschland</figcaption>            </figure>          <h3>1. Frau Wragge, Sie arbeiten als Referentin mit dem Schwerpunkt Lateinamerika bei der Kinderrechtsorganisation terre des hommes Deutschland. Heute ist Weltkindertag in Deutschland – in welchem Land steht es derzeit am besten um die Rechte von Kindern?</h3> <p>In allen Ländern gibt es noch Handlungsbedarf, um die Rechte von Kindern erfolgreich umzusetzen. In der Region Lateinamerika haben sich im Zuge der Coronapandemie und weiteren politischen, sozialen und ökonomischen Krisen die Risiken für Kinder und Jugendliche leider vielerorts erhöht. Unter anderem haben zum Beispiel die Raten häuslicher und sexualisierter Gewalt insbesondere gegen Kinder, Jugendliche, junge Frauen, LGTBIQ+ und Minderheiten in fast allen Ländern der Region zugenommen. Auch die Zahl der Kinder, die die Schule abbrechen und arbeiten müssen, um ihre Familien zu unterstützen, ist deutlich gestiegen. Durch Covid-19 bedingte Einkommenseinbußen, aber auch durch die zunehmenden negativen Auswirkungen der sich verschärfenden Klimakrise (etwa Wetterextreme, menschengemachte Naturkatastrophen, Ernteeinbußen), ist die Ernährungssicherheit vieler Familien in Gefahr und Kinder leiden vermehrt unter der Umwelt-, Luft- und Wasserverschmutzung. Somit werden insbesondere die in der UN-Kinderrechtskonvention verankerten Rechte von Kindern auf einen effektiven Schutz vor Gewalt, das Recht auf Bildung, auf ausreichend gesunde Ernährung, sauberes Wasser und insgesamt das Recht auf eine gesunde, intakte Umwelt auch für die zukünftigen Generationen weiter kontinuierlich verletzt. <br><br>In den Projektländern Peru und Bolivien gab es in den letzten Jahren bereits wichtige Fortschritte im Bereich der Anerkennung interkultureller, multilingualer Bildung, die auch indigenes Wissen und Praxis dieser sehr diversen Länder aktiv integrieren. Projekte wie dieses unterstützen diese Prozesse von Seiten der Zivilgesellschaft, in guter Zusammenarbeit mit den staatlichen Bildungsbehörden. Wichtig ist, dass das Projekt Maßnahmen zu Umwelt- und Klimaschutz und interkultureller Bildung mit Aktionen zu Gewaltprävention verbindet, um den beschriebenen Problemlagen effektiv zu begegnen.  </p> <h3>2. Welche der Maßnahmen ließen sich Ihrer Meinung nach gut auf andere Länder übertragen?</h3> <p>Eine spannende Maßnahme, nach der auch das Projekt im spanischen Titel benannt ist, sind die sogenannten „Warmiñan“ (auf Quechua „der Weg der Mädchen und Frauen“). Das sind geschützte Räume für das Empowerment von Mädchen und Frauen, die sowohl der Aufarbeitung und progressiven Heilung von Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen als auch des gemeinsamen Austauschs und der gegenseitigen Stärkung dienen. Das Ziel ist, dass Mädchen und Frauen wieder auf „ihren eigenen Weg finden“, indem sie sich in erster Linie mit sich selbst, der Natur und den anderen Frauen verbinden. Hier wird kulturelles Wissen aktiv gelebt und angewandt, mit dem Kennenlernen nach andiner Weltsicht (Kosmovision) heiliger Orte in der Natur (zum Beispiel Berglagunen oder Flüsse) und kultureller Stätten, dem Durchführen von gemeinsamen Ritualen sowie Gesprächs-, Austausch und Coaching-Momenten. Obgleich in den anderen Maßnahmen vorwiegend inklusiv mit beiden Geschlechtern (und Personen LGTBIQ+) zum Thema Genderperspektive und Gewaltprävention gearbeitet wird, sind aufgrund der spezifischen Diskriminierungs- und häufigen Gewalterfahrungen auch diese separaten Räume wichtig. <br><br>In den ersten internen Projektevaluierungen haben die beteiligten Mädchen und Frauen vor allem diese Aktivität bisher als sehr wertvoll empfunden. Sie gaben an, neben oft überlastender Haushaltsarbeit und täglichen Verpflichtungen, endlich auch Zeit für sich und den geschützten Austausch mit anderen Frauen zu haben und fühlen sich bereits gestärkt. Ähnliche Empowerment-Spaces / geschützte Räume, die sehr sensibel auf den jeweiligen kulturellen Kontext eingehen, lassen sich sicher in vielen Kontexten auch in anderen Ländern schaffen.</p> <h3>3. Welchen Ansatz verfolgt terre des hommes, um die Rechte von Kindern weltweit zu stärken?</h3> <p>Ein zentraler Ansatz unserer Arbeit ist die Förderung des in erster Linie in Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention verankerten Rechts auf Partizipation von Kindern und Jugendlichen. Viel mehr als nur als „Zielgruppe“, sehen wir Kinder und Jugendliche als Akteur*innen, die eigenständig Lösungen für Probleme und Herausforderungen in ihrem jeweiligen Kontext erarbeiten und voranbringen und gesellschaftliche Prozesse aktiv und entscheidend mitgestalten und prägen. In diesem Sinne möchten wir insbesondere die Kapazitäten der Kinder und Jugendliche zur Selbstorganisation sowie ihre soziale und politische Teilhabe und Einflussnahme stärken. Das gilt für jeden Themenbereich, in dem ein spezifisches Projekt angesiedelt ist, sei es im Bereich Recht auf eine gesunde Umwelt, Gewaltprävention und Förderung einer Friedenskultur, Migration und Flucht, Kinderarbeit oder weitere Themen zu denen wir mit unseren Partnern arbeiten.<br><br>Gleichzeitig ist uns das „wie“ sehr wichtig. Wir führen Projekte nicht selbst durch, sondern arbeiten mit Nichtregierungsorganisationen und Netzwerken der lokalen Zivilgesellschaft zusammen. Im Dialog mit den Partnern und einem von terre des hommes begleiteten internationalen Jugendnetzwerk entscheiden wir gemeinsam die strategischen Ziele und damit einhergehenden Haupt-Handlungsfelder und Aktionen unserer Organisation. Grundlage hierbei sind sowohl die spezifischen lokalen Bedürfnisse in den einzelnen Projektländern als auch die aktuellen globalen Herausforderungen. <br><br>Es geht also in erster Linie um die partnerschaftliche Unterstützung der lokalen Zivilgesellschaft und die Stärkung der Rolle von Kindern und Jugendlichen als Akteur*innen der Zivilgesellschaft. Nur so erscheint uns Entwicklungszusammenarbeit mittel- und langfristig nachhaltig, kohärent und sinnvoll.</p> <h3>4. Wie ist das konkrete Projekt in Peru und Bolivien entstanden? Auf welchen Grundlagen baut es auf?</h3> <p>In der Tat baut das Projekt auf spannenden Erfahrungen und Ergebnissen aus Vorläufer-Projekten auf. Der Projektpartner Ceprosi in der Region Cusco in Peru ist bekannt für die Umsetzung und das Voranbringen von good practices zu interkultureller Bildung, kulturellen Rechten und Umwelt- und Klimaschutz an Schulen und Gemeinden der Region und ist hierzu auch gut mit dem Bildungsministerium und den lokalen Bildungsbehörden vernetzt. Vor Jahren entwickelte die Organisation ein zeremonielles Austauschtreffen und Saatgut-Festival nach andiner Kosmovision (das sogenannte Watunakuy). Bei diesem Fest zum Zelebrieren der Artenvielfalt und dem Austausch von Saatgut spielen Kinder und Jugendliche mittlerweile die anleitende Hauptrolle. Die Projektorganisation Ayni in Bolivien hat langjährige Erfahrung im Bereich Gewaltprävention sowie genderbasierter und sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und baut seit einiger Zeit auch ihre Arbeit zu kulturellen Ansätzen wie dem „Buen Vivir“-Ansatz und dem Recht von Kindern und Jugendlichen auf eine gesunde Umwelt aus. <br><br>In Lateinamerika haben wir in den letzten Jahren spezifisch darauf geschaut, wie unsere Projektorganisationen in ihrer Erfahrung, fachlichen Expertise und methodischen Ansätzen voneinander lernen und ihre Arbeit gegenseitig bereichern und gemeinsam thematisch arbeiten können. In diesem Sinne soll mit dem Projekt eine anfänglich bestehende Verbindung der Partner über unsere Partnerplattformen vertieft und eine neue Vernetzungsstruktur zwischen beiden und weiteren Organisationen aufgebaut werden. Konkret geht es in erster Linie darum, die Themen interkulturelle Bildung, Buen Vivir, Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt / Umwelt- und Klimaschutz mit den Aspekten Gender und Gew altprävention zu verbinden.</p> <h3>5. Warum ist die Einbindung indigenen Wissens und indigener Weltsicht so zentral, wenn Maßnahmen zur Stärkung von Kinderrechten in diesen Ländern erfolgreich sein sollen?</h3> <p>In den meisten, der nach wie vor stark vom kolonialen Erbe geprägten lateinamerikanischen Gesellschaften wurde indigenes Wissen und Praxis leider lange absolut fälschlicherweise als minderwertig degradiert und diskriminiert, obgleich indigene Weltsichten unheimlichen kulturellen Reichtum und seit jeher innovative Antworten auf lokale und weltweite Probleme und Herausforderungen bieten – wie aktuell die globale Klimakrise. Dies beginnt mit dem Grundverständnis, dass die Natur, die Erde („Pachamama“) als oberste Einheit Matrix allen Lebens ist und über eigene Rechte verfügt, und von der wir als Menschen nur ein kleiner Teil sind. Die Pachamama wird als lebendiges Wesen zuallererst respektiert und Wert geschätzt und auf keinen Fall als „Ressource“ ausgebeutet. Dies führt schon an sich zu einem radikal anderen Verhalten, was den Umwelt- und Klimaschutz ganz automatisch und natürlich integriert. Darüber hinaus gibt es eine Vielfalt an technischem Wissen zum Schutz und Erhalt der Biodiversität. <br><br>Des Weiteren haben das am Leben halten und die aktive Weitergabe von kulturellem, indigenen Wissen auch einen inhärenten Wert an sich (für die Kinder und Jugendlichen, zukünftigen Generationen und die gesamte Menschheit). Nicht nur haben die Kinder und Jugendliche ein international anerkanntes Recht darauf, es stärkt sie auch. Die Projektergebnisse zeigen, dass die Kinder und Jugendliche sich nicht nur mit großer Neugier und Leidenschaft kulturelles Wissen zur Bepflanzung der traditionellen chakra (Feldarbeit), Tier- und Pflanzenreichtum, heiliger Stätte und Naturorte, traditionelles Kunsthandwerk, Musik, Tänzen und weiteres aneignen, sondern sich auch ihre gesamten schulischen Leistungen verbessern. Die Kinder der Schulen, an denen beispielsweise Ceprosi aktiv ist, gewinnen seit Jahren nationale Preise des Bildungsministeriums für außerordentliche schulische Leistungen. Darüber hinaus bringen sie sich als Akteur*innen in ihren Gemeinden ein und fordern auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene ihre Rechte als Kinder und Jugendliche ein. Das Praktizieren ihrer Kultur stärkt ihr Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein, um sich frei zu entfalten, ihr Potenzial auszuschöpfen und ihre Kinderrechte zu verwirklichen.  </p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/kinderrechte-staerken-mit-indigenem-wissen.html</link><pubDate>Mon, 20 Sep 2021 10:49:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/kinderrechte-staerken-mit-indigenem-wissen.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2021/09/211203-Josephine_Wragge_Foto_Christel_Kovermann.jpg" length="114768" type="image/jpeg" /></item><item><title>Einen Platz gefunden in der Kommunalverwaltung</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2021/05/Beitrag-Nafez-Omar/210518-Nafez-Omar-603x368.jpeg" width="603" height="368" alt="Nafez Omar steht vor einer Vitrine">                   </figure>          <p class="hide-teaser">Wie ist eine deutsche Kommunalverwaltung organisiert? Welche Abläufe greifen ineinander und wie wird ein Projekt dann schließlich umgesetzt? Einblicke in den Verwaltungsalltag der Stadt Krefeld bekam der Syrer Nafez Omar im Rahmen des Projekts „Qualifizierung von syrischen Geflüchteten in deutschen Kommunalverwaltungen“ der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt. Nach einem zwölfmonatigen Praktikum hat er nun genau dort eine Ausbildung als Vermessungstechniker begonnen.</p> <p>Mit einem bisher einzigartigen Projekt bietet die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global deutschen Kommunen inhaltliche und finanzielle Unterstützung bei der Qualifizierung von syrischen Geflüchteten in der Kommunalverwaltung an. Ziel des Vorhabens ist die Vorbereitung von nach Deutschland geflohenen Syrerinnen und Syrern auf eine Mitwirkung am zukünftigen Aufbau demokratischer Verwaltungsstrukturen in ihrem Heimatland.</p> <p>Einer von ihnen ist der heute 25-jährige Nafez Omar und eine der sieben Kommunen, die sich schon in den Jahren 2018 und 2019 am Modellprojekt beteiligte, ist die Stadt Krefeld. 2015 floh der damalige Student von Syrien über die Türkei nach Deutschland und landete zunächst in Moers am Niederrhein. Hier erfuhr er vom Projekt, bewarb sich und konnte als einer von deutschlandweit 25 Praktikantinnen und Praktikanten für zwölf Monate die Verwaltungsabläufe der Stadt Krefeld kennenlernen.</p> <p>Zwei Jahre später hat die SKEW mit Nafez Omar gesprochen. Für ihn hat sein Praktikum, das er in den verschiedenen Abteilungen des Fachbereichs Vermessungs- und Katasterwesen absolviert hat, neue berufliche Perspektiven eröffnet. Die Arbeit hat ihm so gut gefallen, dass er sich bei der Stadt Krefeld erfolgreich für eine Ausbildung als Vermessungstechniker bewarb. Im Interview haben wir ihn nach seinen Eindrücken und Erfahrungen gefragt. Und wir wollten wissen, ob er sich vorstellen kann, mit seiner beruflichen Qualifikation eines Tages beim Aufbau von kommunalen Strukturen in Syrien mitzuhelfen.</p>   </div> <div class="ce_text block">             <h3>1. Herr Omar, Sie haben als einer von acht Syrerinnen und Syrern ein Praktikum in der Krefelder Kommunalverwaltung absolviert. Das Praktikum hat für Sie sicherlich Türen geöffnet. Was waren in dieser Zeit Ihre wichtigsten Erfahrungen und Erkenntnisse?</h3> <p>Zu Beginn meines Praktikums hat mich die Verwaltung überfordert – es gab so viele neue Aufgaben, so viele festgelegte Abläufe. In Syrien hatte ich so gut wie keine Berührungspunkte mit Verwaltung oder Behörden. Hinzu kam am Anfang die Sprachbarriere. Doch alle Kolleginnen und Kollegen haben sich vom ersten Tag an um mich gekümmert und meine Fragen beantwortet. Sie gaben mir den Rat, die vorgegebenen Arbeitsabläufe immer nur Schritt für Schritt und Aufgabe für Aufgabe abzuarbeiten. Dieser Tipp hat mir danach immer wieder geholfen und ich konnte mich gut einarbeiten. Irgendwann habe ich gemerkt, dass meine Meinung als Mitarbeiter gefragt ist. Das hat mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben!</p> <h3>2. Gemeinsam mit den Praktikantinnen und Praktikanten aus den anderen Modellkommunen haben Sie Ihre Lernerfahrungen in der Kommunalverwaltung reflektiert. Welche kommunalen Praktiken haben Ihnen besonders gut gefallen? Würden Sie diese, wenn das möglich wäre, gerne auch in Syrien umgesetzt sehen?</h3> <p>Wir haben uns insgesamt drei Mal mit allen 25 Praktikantinnen und Praktikanten zu Erfahrungsaustauschen getroffen. Das war wirklich wichtig. Diese fanden auf Deutsch und Arabisch statt und wir konnten uns gegenseitig von unserer Arbeit und unseren Erfahrungen berichten. Ein Kollege hier aus Krefeld hat sein Praktikum im Bereich Stadtmarketing gemacht. Gemeinsam mit dem Fachbereich Migration und Integration haben sie das Kochbuch „Geschmacksache Krefeld" zusammengestellt mit Rezepten und Geschichten von Menschen aus 65 Ländern. Außerdem gefiel mir ein Projekt, in dem es um die Begrünung des öffentlichen Raums ging. Mehr Bäume in der Stadt würde ich auch gerne in Syrien sehen.</p> <h3>3. Haben Sie sich durch das Praktikum beruflich neu orientiert? Was hat Sie nach dem Praktikum bewogen, sich für eine Ausbildung bei der Stadt Krefeld zu bewerben?</h3> <p>Vor meiner Flucht hatte ich in Syrien ein IT-Studium begonnen. Das Vermessungswesen habe ich erst durch mein Praktikum kennengelernt. Mir gefällt der Beruf des Vermessungstechnikers, weil er trotz mancher bürokratischer Abläufe sehr abwechslungsreich ist. Wir arbeiten immer in einem Team und mal im Innen-, mal im Außendienst, das heißt, ich bin auch für die Arbeit oft unterwegs und lerne meine Kollegen und meine Umgebung noch besser kennen.</p> <h3>4. Glauben Sie, dass Sie Ihr in Krefeld erworbenes Know-how irgendwann in Ihrem Heimatland einsetzen können?</h3> <p>Wenn ich meine Ausbildung bei der Stadt Krefeld beendet habe, möchte ich in meinem Beruf als Vermessungstechniker arbeiten und noch mehr Erfahrungen sammeln. Da sehe ich mich erst mal in Deutschland. Doch natürlich hoffe ich, dass sich die politische Situation in Syrien irgendwann ändert. Es wäre toll, wenn sich das hier Gelernte dann in irgendeiner Form auch auf den syrischen Kontext übertragen ließe und mein Know-how dort geschätzt werden würde.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Qualifizierung von syrischen Geflüchteten in deutschen Kommunalverwaltungen</h2>             <p>Die erste Praktikumsrunde im Modellprojekt der Initiative „Kommunales Know-how für Nahost“ (IKKN) der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) startete im Zeitraum 2018/ 2019. Wie Nafez Omar vertiefen nun einige der 25 ehemaligen Praktikantinnen und Praktikanten ihr Wissen als Auszubildende oder Angestellte in den Verwaltungen.</p> <p>An der aktuell laufenden zweiten Projektphase 2020/ 2021 beteiligen sich erneut fünf Kommunen – wieder absolvieren 17 Syrerinnen und Syrer ein zwölfmonatiges Verwaltungspraktikum in einem Berliner Bezirk, zwei Städten und zwei Landkreisen.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Kontakt</h2>             <p><strong>Jennifer Ichikawa<br></strong>Telefon +49 (0) 228 20 717- 2348 <br>E-Mail: <a href="http://blog.engagement-global.de/&#109;&#97;&#105;&#108;&#116;&#111;&#58;&#x6A;&#x65;&#x6E;&#x6E;&#x69;&#x66;&#x65;&#114;&#x2E;&#x69;&#x63;&#104;&#105;&#x6B;&#97;&#x77;&#97;&#64;&#101;&#110;&#103;&#97;&#x67;&#x65;&#109;&#x65;&#x6E;&#116;&#45;&#103;&#108;&#111;&#98;&#x61;&#108;&#x2E;&#100;&#101;">&#x6A;&#x65;&#x6E;&#x6E;&#x69;&#x66;&#x65;&#114;&#x2E;&#x69;&#x63;&#104;&#105;&#x6B;&#97;&#x77;&#97;&#64;&#101;&#110;&#103;&#97;&#x67;&#x65;&#109;&#x65;&#x6E;&#116;&#45;&#103;&#108;&#111;&#98;&#x61;&#108;&#x2E;&#100;&#101;</a></p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Weitere Informationen</h2>             <ul class="linklist"> <li><a href="https://www.initiative-nahost.de/de/qualifizierung-von-syrischen-gefluechteten-in-kommunalverwaltungen.html" target="_blank">Zur Projekt "Qualifizierung von syrischen Geflüchteten in deutschen Kommunalverwaltungen"</a></li> <li><a href="https://www.krefeld.de/de/inhalt/plan-der-religionen-liegt-als-faltplan-und-in-digitaler-vision-vor/" target="_blank">Zum Plan der Religionen der Stadt Krefeld</a></li> <li><a href="https://www.wz.de/nrw/krefeld/stadt-krefeld-legt-plan-der-religionen-fuer-suche-nach-gebetshaeusern-vor_aid-53559411" target="_blank">Zum Artikel der Westdeutschen Zeitung über Nafez Omar und den Plan der Religionen</a></li> </ul>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/einen-platz-gefunden-in-der-kommunalverwaltung.html</link><pubDate>Tue, 18 May 2021 16:32:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/einen-platz-gefunden-in-der-kommunalverwaltung.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2021/05/Beitrag-Nafez-Omar/210518-Nafez-Omar-603x368.jpeg" length="65762" type="image/jpeg" /></item><item><title>Internationale Begegnungen bereichern und erweitern den Horizont</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2021/05/Beitrag-Werner-Eggert/210503-Werner-Eggert-603x368.jpg" width="603" height="368" alt="Porträt Werner Eggert">                      <figcaption class="caption" style="width:603px">Werner Eggert</figcaption>            </figure>          <p class="hide-teaser">Interlink Academy for International Dialog and Journalism unterstützt weltweit Qualitätsjournalismus durch Trainings und Beratung. Gegründet wurde die gemeinnützige Organisation 2014 von Werner Eggert, der seit Jahrzehnten als Medienberater, Trainer und Coach arbeitet. Tätig war er unter anderem für den namibischen Rundfunk, das Internationale Institut für Journalismus in Berlin, den Bertelsmann Konzern und die Deutsche Welle Akademie. Wir sprachen mit Werner Eggert über die Arbeit der Interlink Academy und ein Projekt in Myanmar.</p> <h3>1. Herr Eggert, über bengo wurde zwölf Monate lang ein Projekt der Interlink Academy in Myanmar gefördert. Worum ging es bei diesem Projekt und was macht es so besonders im Unterschied zu üblichen journalistischen Trainingsangeboten?</h3> <p>In dem Projekt ging es darum, das regionale Medienhaus Dawei Watch im Südosten des Landes umfassend zu stärken. Das betraf die redaktionellen Kapazitäten und die Kapazitäten im Management. Dawei Watch ist das einzige Medienhaus in der Region, das nicht dem Staat gehört und Menschen dort mit einer unabhängigen und kritischen Berichterstattung versorgt. Allerdings leidet das Medienhaus wie viele andere auch unter dem digitalen Wandel. Die Einnahmen bei den Printprodukten brechen weg und können nur schwer durch digitale Erlöse ersetzt werden. Gleichzeitig fehlt es der Redaktion an Fertigkeiten, die technischen Möglichkeiten der Onlineberichterstattung auszuschöpfen. Mit Beratung und Trainingsmaßnahmen haben wir hier einen Beitrag geleistet, für Dawei Watch einen journalistische und wirtschaftliche Perspektive zu erschließen.</p> <h3>2. Interlink Academy arbeitet in ganz unterschiedlichen Ländern (beispielsweise Nepal, Ukraine, Zimbabwe) – wie entscheiden Sie, mit wem Sie zusammenarbeiten und wie entstehen ihre Projekte?</h3> <p>Die Auswahl unserer Partner geschieht immer individuell und es lässt sich kein generelles Muster beschreiben. Gemeinsam ist allen unseren Projekten, dass wir die Zusammenarbeit mit der Partnerorganisation niedrigschwellig beginnen und uns kennenlernen. Die ersten Projekte mit einer Förderung beispielsweise durch bengo nehmen wir erst in Angriff, wenn unsere Partner und wir uns einig sind, dass wir zusammenpassen und dass wir uns gegenseitig schätzen und vertrauen. Und wenn das erste größere Projekt erfolgreich verläuft, überlegen wir, ob es einen Bedarf für ein weiteres Projekt gibt. Unsere Partnerschaften wachsen also gleichsam organisch.</p> <h3>3. Wie sah die Kooperation in Myanmar mit Dawei Watch konkret aus?</h3> <p>Zusammen mit unserem Partner haben wir drei Bereiche identifiziert, die wir mit gemeinsam ertüchtigen wollten: Erstens Mobile Video Reporting, zweitens digitale Recherche und Fact-Checking im Internet und den sozialen Medien, und drittens das Erschließen und Verstetigen neuer Erlösquellen. In diesen Feldern haben wir Trainings durchgeführt und diese durch ein kontinuierliches Coaching ergänzt. Die Coronavirus Pandemie hat diese Arbeit erschwert und vieles musste online geschehen, da internationale Reise nur sehr schwer möglich waren und auch Reisen innerhalb Myanmars im April und dann wieder von Oktober bis Dezember nur mit anschließenden Quarantänen durchgeführt werden konnten. Hier kam uns unsere langjährige Erfahrung mit digitalem Training zu Gute, genauso wie die genaue Kenntnis der Umstände in Myanmar.</p> <h3>4. Was können deutsche Medienschaffende lernen von ihren Kolleginnen und Kollegen in Myanmar?</h3> <p>Das hängt immer von den einzelnen Personen ab, aber es ist unsere grundsätzliche Erfahrung, dass die internationale Begegnung immer bereichernd ist. Kolleginnen und Kollegen im globalen Süden bei der Arbeit zu erleben, weitet den Horizont, öffnet den Blick auf neue Lösungen im eigenen Berufsalltag, und last but not least, lehrt im Angesicht der eigenen Privilegien auch etwas Demut.</p> <h3>5. Haben Sie aktuell Kontakt zu ihren Partnern in Myanmar und können etwas zu deren Arbeitssituation sagen?</h3> <p>Ja, wir stehen in regelmäßigem Austausch. Und wenn Sie die Arbeitssituation nach dem Militärputsch vom 1. Februar meinen, ist die sehr schlecht. Die Journalistinnen und Journalisten von Dawei Watch berichten weiterhin online, die Printpublikationen wurde aber eingestellt und die Reporter gehen aus Sicherheitsgründen auch nicht mehr in die Redaktion, sondern arbeiten von verschiedenen Standorten aus. Das Militär beobachtet die Veröffentlichungen der privaten Medien genau, und entzieht ihnen bei auffällig kritischer Berichterstattung die Lizenz. Davon sind bislang die kleinen Medienhäuser in den Regionen - wie Dawei Watch - weniger betroffen, es hat vor allem die landesweit agierenden Medien getroffen, die entweder nicht mehr erscheinen oder aus dem Untergrund bzw. aus dem Exil im Ausland heraus veröffentlichen. Etliche Journalisten wurden auch verhaftet, allerdings noch niemand von Dawei Watch. Neben der politischen Repression macht den freien Medien auch zu schaffen, dass das Internet immer wieder abgeschaltet oder gedrosselt wird. Das erschwert Recherchen, und es erschwert das Veröffentlichen von Geschichten online.</p> <h3>6. Was braucht es, damit Qualitätsjournalismus eine Zukunft hat?</h3> <p>Uiiii, das ist die Frage aller Fragen. Sicher scheint zu sein, dass Qualitätsjournalismus überwiegend im Netz stattfinden wird. Da weiß man schon viel darüber, wie das aussieht, auch wenn es hier noch viel zu entdecken und zu entwickeln gibt. Zum Beispiel, wie Journalisten besser mit sozialen Medien interagieren können. Schwerer zu beantworten ist die Frage, wie sich privater Qualitätsjournalismus in Zukunft finanzieren lässt. Das gilt hier bei uns, und es gilt in unseren Partnerländern. Und journalistische Unabhängigkeit hat in der Regel die wirtschaftliche Unabhängigkeit zur Voraussetzung. Wobei es bei uns noch die öffentlich-rechtlichen Medien mit der Finanzierung durch Rundfunkbeiträge gibt, die bei aller Kritik unterm Strich guten Journalismus produzieren. In unseren Partnerländern beobachten wir eher Staatssender als öffentlich-rechtliche Einrichtungen. Und Staatssender produzieren in der Regel keinen unabhängigen Qualitätsjournalismus.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Weitere Informationen</h2>             <p><a href="https://bengo.engagement-global.de/" target="_blank">Zur Internetseite von bengo </a></p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/internationale-begegnungen-bereichern-und-erweitern-den-horizont.html</link><pubDate>Mon, 03 May 2021 14:32:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/internationale-begegnungen-bereichern-und-erweitern-den-horizont.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2021/05/Beitrag-Werner-Eggert/210503-Werner-Eggert-603x368.jpg" length="96792" type="image/jpeg" /></item><item><title>Nachhaltigkeit erfordert Neugestaltung vieler kommunaler Bereiche</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2021/04/Beitrag-Dirk-Messner/210423-dirkmessner_fotosusannekambor_umweltbundesamt-603x368.jpg" width="603" height="368" alt="Poträt von Dirk Messner">                      <figcaption class="caption" style="width:603px">Prof. Dr. Dirk Messner</figcaption>            </figure>          <p class="hide-teaser">„Wie können wir 2050 in Wohlstand, Demokratie, Sicherheit und Stabilität auf diesem Planeten leben?“ – das ist eine der Fragen, die Prof. Dr. Dirk Messner antreibt, sich für das Thema Nachhaltigkeit einzusetzen. Zur 15. Bundeskonferenz der Kommunalen Entwicklungspolitik, die vom 14. bis 16. Juni 2021 stattfindet, hat sich der Präsident des Bundesumweltamts mit einem Impulsvortrag angekündigt. Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global hat vorab ein Interview mit ihm geführt.</p> <h3>1. Herr Messner, welche Bedeutung haben die Kommunen Ihrer Meinung nach für die Umsetzung der Agenda 2030?</h3> <p>In der Agenda 2030 geht es ganz stark um Lebensqualität von Menschen, die sich dort realisiert (oder auch nicht), wo sie wohnen – das sind die Kommunen. Da geht es um Mobilität, Zugang zu Bildung und Gesundheit. Lokale Politik ist auch in einer globalisierten Welt von herausragender Bedeutung und daher sind die Kommunen zentrale Akteure bei der Umsetzung der Agenda 2030.</p> <h3>2. Was sind die wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen für Kommunen in den nächsten zehn Jahren?</h3> <p>Wenn man sich die gesamte Nachhaltigkeitsagenda anschaut, kommt man auf einige Aspekte, die von besonderer Wichtigkeit sind. Zunächst entscheidet sich auf kommunaler Ebene die Lebensqualität. Gerade in den Entwicklungsländern ist es eine riesige Herausforderung, den Zugang zu lebensnotwendigen Dienstleistungen und Infrastruktur für alle zu sichern. Das muss auf kommunaler Ebene passieren.</p> <p>Das zweite wichtige Thema ist die Klima- und Ressourcenherausforderung. Denken Sie zum Beispiel an die Mobilitätsinfrastruktur in einer Stadt: Die kann decarbonisiert und emissionsarm sein, sie kann aber auch einen enormen Anteil der Emissionen ausmachen. Daher lautet die Aufgabe, Mobilitätssysteme nachhaltig zu gestalten.</p> <p>Das dritte große Feld ist der Städtebau. Wir können wir unsere Städte und Gebäude nachhaltig bauen und bewirtschaften? Derzeit entfallen 40 Prozent der weltweiten Emissionen auf den Bausektor. Hier müssen Städtebau und Klimaschutz Hand in Hand gehen. Für all dies braucht man immer auch Energie, daher sind zukunftsfähige Energiesysteme das vierte Thema. Und nicht zuletzt benötigen alle Menschen eine wirtschaftliche Grundlage, sie brauchen Beschäftigung. Aus diesem Grund ist auch die Förderung von existenzsichernden Beschäftigungsverhältnissen auf lokaler Ebene ein großes Zukunftsthema.</p> <h3>3. Was ist Ihre ganz persönliche Motivation, sich für Nachhaltigkeit einzusetzen und warum sind Sie auf der Buko – der Bundeskonferenz der Kommunalen Entwicklungspolitik – dabei?</h3> <p>Die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts ist für mich die Frage, wie wir mit zehn Milliarden Menschen auf einem begrenzten Planeten in Wohlstand, Demokratie, Sicherheit und Stabilität zusammenleben wollen. Um dies sicher zu stellen, kommen enorme Aufgaben auf uns zu. Dafür müssen wir bis 2050 unsere Wohlstandssteigerung vom Ressourcenverbrauch abkoppeln.</p> <p>Als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderungen (WBGU) bin ich persönlich erst ziemlich spät zur Umweltpolitik und zu der Erkenntnis gekommen, dass wirtschaftliche und soziale Fragen nur im Kontext lokaler und globaler Ökosysteme betrachtet werden können. Aber seitdem hat mich der Begriff des vom Menschen gemachten „Erdsystemwandels“ nicht mehr losgelassen und ich arbeite dafür, die Bereiche Umwelt, Nachhaltigkeit und Lebensqualität zusammen zu bringen. Ich freue mich sehr auf die Diskussion auf der Buko!</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Weitere Informationen</h2>             <p><a href="https://skew.engagement-global.de/bundeskonferenz.html" target="_blank">Zum Programm und zur Anmeldung zur 15. Bundeskonferenz der Kommunalen Entwicklungspolitik</a></p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/nachhaltigkeit-erfordert-neugestaltung-vieler-kommunaler-bereiche.html</link><pubDate>Mon, 26 Apr 2021 09:32:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/nachhaltigkeit-erfordert-neugestaltung-vieler-kommunaler-bereiche.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2021/04/Beitrag-Dirk-Messner/210423-dirkmessner_fotosusannekambor_umweltbundesamt-603x368.jpg" length="177249" type="image/jpeg" /></item><item><title>Globales Lernen für eine sozial-ökologische Transformation stärken</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2021/04/Beitrag-Julia-Waeltring/210406_Foto_Julia-Waeltring_VEN-603x368.jpg" width="603" height="368" alt="Poträt von Julia Wältring">                   </figure>          <p class="hide-teaser">Julia Wältring ist bei VEN e.V., dem Verband Entwicklungspolitik Niedersachen, für das Thema Globales Lernen zuständig. Eine über das Programm für Qualifizierungsmaßnahmen (PFQ) von Engagement Global geförderte Fortbildung ermöglicht es VEN, eine Lerngruppen aufzubauen, die sich gegenseitig bereichert und auch in Zukunft innerhalb der entwicklungspolitischen Zivilgesellschaft wirken kann. In einem Interview berichtet Julia Wältring von ihrer Arbeit und dem PFQ-Projekt..</p> <p>Der VEN e. V., Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen, ist das landesweite Netzwerk entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen und verfügt über ein breites Mitglieder-Netzwerk von Eine-Welt-Initiativen, Gruppen und Weltläden in Niedersachsen, die er als Dachverband berät, fortbildet und qualifiziert. Julia Wältring ist zusammen mit Sören Barge für die Fachstelle Globales Lernen beim VEN zuständig.</p> <p>Julia Wältring ist seit gut 20 Jahren im Globalen Lernen unterwegs mit verschiedenen Themen und Zielgruppen. Internationale Solidaritätsarbeit in der Jugendverbandsarbeit mit der Begleitung und Beratung internationaler Partnerschaften und die Koordination von weltwärts-Freiwilligendiensten waren dabei wichtige Stationen. Ihre Motivation, sich in Deutschland für eine sozial-gerechte und ökologisch-nachhaltige Welt einzusetzen, wurde maßgeblich gestärkt durch einen zweijährigen Aufenthalt in Kolumbien in der internationalen Schutzbegleitung von Menschen, die wegen ihres Einsatzes für die Menschenrechte bedroht wurden.</p>   </div> <div class="ce_text block">             <h3>1. Fortbildungen sind Teil des Service, den der VEN seinen Mitgliedern bietet. Können Sie kurz beschreiben, was diese Fortbildungen unterscheidet von der Fortbildung, die nun über PFQ gefördert wird?</h3> <p>Viele Fortbildungen vom VEN sind aufgrund von Förderbedingungen auf ein bis drei Seminartage begrenzt. So ist zwar die konkrete und punktuelle Auseinandersetzung mit wichtigen Themen und Bedarfen der Engagierten in Niedersachsen möglich, nicht aber eine umfassende, längerfristige Begleitung von Multiplikator*innen innerhalb einer „Lernreise“, die persönliche Reflektionen und nachhaltige Kompetenzentwicklung möglich macht. Das nun über PFQ geförderte Projekt ermöglicht uns, mehrere aufeinander bezogene mehrtägige Module und eine begleitende Praxisphase umzusetzen und eine gemeinsame Lerngruppe über einen längeren Zeitraum zu formen, die sich gegenseitig bereichert und auch in Zukunft innerhalb der entwicklungspolitischen Zivilgesellschaft wirken kann. Sie unterstützt damit gezielt den Nachwuchs für das Globale Lernen in Niedersachsen.</p> <h3>2. Worin konkret besteht die Qualifizierung, für die der VEN eine PFQ-Förderung erhalten hat?</h3> <p>Die Teilnehmer*innen unserer Qualifizierungsreihe „Globales Lernen für eine sozial-ökologische Transformation stärken“ erschließen sich ganzheitlich Theorie und Praxis des Globalen Lernens. Dazu gehören sowohl die Auseinandersetzung mit Grundannahmen, pädagogischer Perspektive und Lernkonzepten als auch das Anwenden von Methoden und die Reflektion der eigenen Haltung und Rolle als Lehrende*r. Das Ausprobieren neuer Herangehensweisen in der Wissensvermittlung sowie neuer Zugänge zu Lernprozessen zu eröffnen, ist angesichts des gesellschaftlich notwendigen Wandels ein besonderer Zuschnitt dieser Qualifizierung. Es bedarf gut ausgebildeter und fortlaufend geschulter Multiplikator*innen, die mit den aktuellen Herausforderungen umgehen können. Die Herausforderung besteht in diesem Kontext nicht nur inhaltlich, sondern auch in der Anzahl von Engagierten in den entwicklungspolitischen Vereinen und Initiativen, die Lernenden solche qualitativ hochwertigen Bildungsangebote unterbreiten, um den steigenden Bedarf nach kompetenz- und handlungsorientiertem sowie selbstbestimmtem Lernen flächendeckend bedienen zu können. So ermöglichen wir auch gezielt die Qualifizierung von Nachwuchskräften.</p> <p>In der Praxisphase setzen die Teilnehmer*innen den selbst entwickelten Workshop um und reflektieren abschließend ihre Erfahrungen mit dem Wissenstransfer in die Praxis. Dabei werden sie begleitet und beraten. Die zugrunde liegenden Qualitätskriterien für Globales Lernen sowie die Vernetzung mit Akteur*innen und Netzwerken in Niedersachsen bieten darüber hinaus Orientierung für die zukünftigen eigenständigen Angebote der Teilnehmer*innen.</p> <h3>3. Wie monitoren Sie die Qualität von VEN-Fortbildungen?</h3> <p>Wenn wir konkrete Fortbildungsangebote entwerfen, nehmen wir die Bedarfe, Impulse und Erwartungen der Engagierten in Niedersachsen auf und formulieren Ziele für die Umsetzung. In der Planung werden dann mögliche Referent*innen und Methoden auf ihre Zielerreichung hin geprüft. Dabei hilft oft der fachliche Austausch mit Kolleg*innen landes- und bundesweit, zum Beispiel innerhalb der Arbeitsgemeinschaft der Eine-Welt Landesnetzwerke. Grundsätzlich evaluieren wir Fortbildung beim VEN mit verschiedenen Mitteln. Dazu befragen wir natürlich die Teilnehmenden nach der Fortbildung in Hinblick auf ihren Lernzuwachs, aber auch in Bezug auf ihr zukünftiges Engagement und ziehen Schlüsse für zukünftige Fortbildungen. Auch ein späterer Blick auf die Aktivitäten von Teilnehmenden in ihrer Bildungsarbeit zeigt uns, ob die Fortbildungen gewirkt haben.</p> <h3>4. Wirkungsmessung ist eine Möglichkeit, die Qualität einer Fortbildung zu monitoren. Welche Indikatoren zur Wirkungsmessung müssen bei einer PFQ-Förderung bedient werden?</h3> <p>Das Besondere an der PFQ-Wirkungsmessung liegt in der Erfassung der Anwendung und Weitergabe des erworbenen Wissens und der erworbenen Kompetenzen. Ziel ist es, dass sich die Teilnehmer*innen nicht nur neues und für ihre Arbeit relevantes Wissen aneignen, sondern dass sie dieses in ihren Projekten anwenden. Darüber hinaus spielt die Vermittlung des Gelernten innerhalb der eigenen Organisation eine herausragende Rolle sowie die Weitergabe an Partner der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Naheliegend dabei ist die Umsetzung dieser Wissensweitergabe innerhalb eines Jahres. Dadurch ist eine Messung durch uns als Anbieter der Qualifizierung noch gut realisierbar und die Motivation der Teilnehmer*innen, konsequent an der Vermittlung und Weitergabe zu arbeiten, steigt. So wird Expert*innenwissen zeitnah weitergegeben und ein Beitrag zu einem nachhaltigen Wissensmanagement gewährleistet.</p> <h3>5. Dies ist Ihre erste PFQ-Förderung – wie fanden Sie das Beantragungsverfahren?</h3> <p>Wir fühlten uns von Beginn an von den Mitarbeitenden im PFQ-Programm sehr gut beraten. Die Rückmeldungen zu einer ersten Projektskizze sowie die Hinweise zu konkreten finanziellen Bedingungen waren sehr hilfreich. Das Antragsformular ist übersichtlich und hilft, die Details des Vorhabens konkret zu planen und auszuformulieren. Natürlich kostet es einige Zeit, es lohnt sich aus unserer Sicht aber, denn die Umsetzung eines längerfristig angelegten Vorhabens ist mit der Förderung möglich. Einige zusätzliche Dokumente und auch eine PFQ-spezifische Trägerprüfung sind nötig. Das sollte man im Zeitplan bedenken.</p> <h3>6. Frage an die Expertin: Welche Eigenschaften, welche Einstellungen machen jemanden zu einer guten Referentin, zu einem guten Referenten für Globales Lernen?</h3> <p>Die bestehenden Problematiken und Herausforderungen auf globaler Ebene fachlich gut und nachvollziehbar zu vermitteln und begreifbar zu machen und gleichzeitig Veränderungsbedarf und Handlungsmotivation in den Lernenden zu wecken, ist aktuell eine der größten Herausforderungen. Die Fähigkeit, diese Balance in einem Bildungsangebot halten zu können, fordert fachliche und pädagogische Kompetenz, das Einbinden der Bedürfnisse der Lernenden, kritische (Selbst)Reflektion und nicht zuletzt authentisches Auftreten von Referent*innen. Perspektiven von Menschen aus Ländern des Globalen Südens miteinzubinden ist eine weitere Grundlage, um die eigene Weltsicht zu weiten und ein tieferes Verständnis von einem nachhaltigen und gleichberechtigen Zusammenleben auf diesem Planeten entwickeln zu können. Und nicht zuletzt kann eine gute Portion Humor und die Erkenntnis, dass Lehrende selbst auch immer Lernende sind, dabei manchmal Wunder wirken!</p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/globales-lernen-fuer-eine-sozial-oekologische-transformation-staerken.html</link><pubDate>Mon, 12 Apr 2021 14:52:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/globales-lernen-fuer-eine-sozial-oekologische-transformation-staerken.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2021/04/Beitrag-Julia-Waeltring/210406_Foto_Julia-Waeltring_VEN-603x368.jpg" length="62400" type="image/jpeg" /></item><item><title>Wie die Auseinandersetzung mit Rassismus neue Perspektiven eröffnen kann</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2021/03/Beitrag-Whitney-Akowuah/210317-Akowuah_Whitney.jpg" width="603" height="368" alt="Poträt von Whitney Akowuah">                   </figure>          <p class="hide-teaser">Whitney Akowuah ist Sprecherin des Fachkreises Anti-Rassismus bei Engagement Global. Wir haben mit ihr anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung der Rassendiskriminierung am 21. März über die Arbeit dieses Fachkreises gesprochen und darüber, welche Hoffnungen und Erwartungen sie persönlich mit ihrem Engagement verbindet.</p> <h3>1. Wie ist der Fachkreis entstanden und wer arbeitet mit?</h3> <p>Als Organisation haben wir uns vorgenommen diskriminierungssensibel sein zu wollen. Um diesem Ziel näher zu kommen, ist es essentiell, dass wir uns mit den unterschiedlichen Formen von Diskriminierung auseinandersetzen. Rassismus ist eine sehr wirkmächtige Form der Diskriminierung, die tief in allen Bereichen unserer Gesellschaft sitzt, weil Menschen rassistisch sozialisiert sind. Vor allem wir, die in der Entwicklungszusammenarbeit tätig sind, sollten unsere Arbeit mit Blick auf ihre Entstehungsgeschichte rassismuskritisch hinterfragen. Ich denke, dass der Fachkreis unter anderem vor diesem Hintergrund und dem Willen einen Veränderungsprozess anzustoßen entstanden ist. Im Fachkreis haben Mitarbeitende von Engagement Global abteilungs-und fachbereichsübergreifend die Möglichkeit, sich mit diversen Fragen rund um Rassismus auseinanderzusetzen. Auch die Frage nach Safer Spaces und Empowerment von und für BIPOC (Black, Indigenous, People of Color) bei Engagement Global spielt eine immer größere Rolle.</p> <h3>2. Wie würdest Du die Rolle beschreiben, die ihr als Fachkreis wahrnehmt?</h3> <p>Aus meiner Sicht haben wir uns als Fachkreis in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Mit unserer Arbeit tragen wir zu einem internen Auseinandersetzungs- und Qualifizierungsprozess in Bezug auf das Thema Antirassismus bei, indem wir beispielsweise Veranstaltung für alle Mitarbeitenden organisieren. Das führt zu einem kontinuierlichen inhaltlichen und fachlichen, aber auch persönlichen Austausch der Mitarbeitenden zu dem Thema. Als Sprecherin des Fachkreises bin ich Mitglied der Steuerungsgruppe zur diskriminierungssensiblen Organisationsentwicklung, verschiedene Abteilungen greifen zunehmend auf die Expertise des Fachkreises zurück und auch einzelne Mitarbeitende kommen gelegentlich mit ihren Fragen auf uns zu. Wir und somit das Thema Antirassismus werden immer sichtbarer, sodass wir Schritt für Schritt dazu beitragen können, dass Antirassismus in unserer Organisation zum Querschnittsthema wird.</p> <h3>3. Welche konkreten Aufgaben habt ihr derzeit auf der Agenda?</h3> <p>Für die diesjährigen Internationalen Wochen gegen Rassismus haben wir uns ein neues Format für die Mitarbeitenden von Engagement Global ausgedacht. Anknüpfend an unsere Inputreihen im Herbst letzten Jahres, in denen Themen wie Rassismus in der Entwicklungszusammenarbeit sowie Intersektionalität behandelt wurden, wollen wir den Mitarbeitenden trotz Homeoffice die Möglichkeit geben auf ihrem rassismuskritischen Weg im Austausch miteinander zu bleiben. Aus diesem Grund haben wir uns ein Format überlegt, welches wir „Let’s talk about“ nennen. Hier können sich Mitarbeitende in Kleingruppen unter anderem in die Auseinandersetzung mit dem eigenen Weißsein begeben. Denn weiße Menschen tragen Verantwortung, an jeder Stelle der Gesellschaft Rassismus mit zu dekonstruieren. Wir werden anhand des Feedbacks der Kolleginnen und Kollegen sehen, ob man derartige Gesprächsrunden regelmäßig durchführen oder sogar etablieren kann. Darüber hinaus wollen wir Querschnittsthemen einen Raum geben, sodass im Idealfall jeder Mensch bei Engagement Global einen Zugang zum Thema Rassismus findet, in dem wir zum Beispiel die Frage aufwerfen, welchen Zusammenhang es zwischen Klimagerechtigkeit und Rassismus gibt.</p> <p>Nicht zu Letzt steht auf der Agenda für den Fachkreis „Selfcare“. Da wir alle die Arbeit ehrenamtlich leisten, ist es wichtig, dass wir auch die Zeit haben im Rahmen von Teamtagen Prozesse zu reflektieren und uns inhaltlich fortzubilden.</p> <h3>4. Welche Ziele habt ihr euch gesetzt für die kommenden Jahre?</h3> <p>Unsere Ziele für die nächsten Jahre sind noch nicht in Stein gemeißelt. Als übergeordnetes Ziel verfolgen wir das Mainstreaming von Antirassismus bei Engagement Global. Wie wir diesem Ziel näherkommen, überlegen wir gemeinsam bei unseren regelmäßigen Meetings oder im Rahmen von Visionsworkshops. Wichtig ist uns, dass wir als Gruppe Lust auf ein bestimmtes Thema oder eine bestimmte Aktion haben. Denn bei all der Ernsthaftigkeit des Themas soll das Ehrenamt auch Spaß machen.</p> <h3>5. Welche Hoffnungen, Erwartungen verbindest Du persönlich mit deinem Engagement im Fachkreis?</h3> <p>Ich bin ein sehr zukunftsorientierter Mensch und kann mir daher die rassismuskritische Reise von Engagement Global sehr lebhaft und detailliert vorstellen. Ich bin überzeugt davon, dass eine echte Auseinandersetzung mit Rassismus uns als Organisation neue Perspektiven und Möglichkeiten eröffnen kann. Dabei ist es allerdings wichtig, Rassismus nicht losgelöst von anderen Diskriminierungsformen zu betrachten, sondern ihre Verschränkungen und ihr Zusammenwirken zu erkennen und zu verstehen, also intersektional zu denken und zu agieren. Erst dann kommen wir unserem Ziel der Diskriminierungssensibilität Schritt für Schritt näher.</p> <p>Was ich mir also von meinem Engagement im Fachkreis erhoffe? Ich hoffe, dass die Arbeit, die wir als Fachkreis innerhalb unserer Organisation leisten, viele kleine Steine ins Rollen bringt und Denkanstöße bewirkt, die sich wiederum auf die Arbeit jedes Einzelnen auswirken und wir so letztlich sowohl intern als auch nach außen rassismuskritisch und intersektional agieren. Dafür erwarte ich Offenheit, Mut und Tatendrang.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Buchempfehlungen zum Thema Antirassismus</h2>             <p>Für alle, die den Einstieg in das Thema Antirassismus suchen oder noch mehr erfahren wollen, haben wir zehn Buchempfehlungen.</p> <p>„Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“ - Alice Hasters <br><a title="Mehr Informationen zum Buch" href="https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/was-weisse-menschen-nicht-ueber-rassismus-hoeren-wollen-aber-wissen-sollten/978-3-446-26425-0/" target="_blank">Mehr Informationen zum Buch</a></p> <p>„Exit Racism“ - Tupoka Ogette<br><a title="Mehr Informationen zum Buch" href="https://www.unrast-verlag.de/neuerscheinungen/exit-racism2016-12-05-22-25-07-detail" target="_blank">Mehr Informationen zum Buch</a></p> <p>„Deutschland Schwarz Weiß“ - Noah Sow<br><a title="Mehr Informationen zum Buch" href="https://www.bod.de/buchshop/deutschland-schwarz-weiss-noah-sow-9783746006819">Mehr Informationen zum Buch</a></p> <p>„Eure Heimat ist unser Albtraum” - Fatma Aydemir, Hengame Yagoobifarah (Hg.)<br><a title="Mehr Informationen zum Buch" href="https://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/eure-heimat-ist-unser-albtraum-9783961010363.html" target="_blank">Mehr Informationen zum Buch</a></p> <p>„Schwarz sein in einer rassistischen Welt“ - Ijeoma Olou<br><a title="Mehr Informationen zum Buch" href="https://www.unrast-verlag.de/ebooks/du-willst-also-ueber-hautfarben-reden-712-detail" target="_blank">Mehr Informationen zum Buch</a></p> <p>„Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche“ - Reni Eddo-Lodge<br><a title="Mehr Informationen zum Buch" href="https://www.klett-cotta.de/buch/Tropen-Sachbuch/Warum_ich_nicht_laenger_mit_Weissen_ueber_Hautfarbe_spreche/101167" target="_blank">Mehr Informationen zum Buch</a></p> <p>„Zwischen mir und der Welt“ - Ta-Neshi Coates<br><a title="Mehr Informationen zum Buch" href="https://www.fischerverlage.de/buch/ta-nehisi-coates-zwischen-mir-und-der-welt-9783596298327" target="_blank">Mehr Informationen zum Buch</a></p> <p>„Sprache und Sein“ - Kübra Gümüşay<br><a title="Mehr Informationen zum Buch" href="https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/sprache-und-sein/978-3-446-26595-0/" target="_blank">Mehr Informationen zum Buch</a></p> <p>„The Hate U Give“- Angie Thomas<br><a title="Mehr Informationen zum Buch" href="https://www.penguinrandomhouse.de/Taschenbuch/The-Hate-U-Give/Angie-Thomas/cbj-Jugendbuecher/e547501.rhd" target="_blank">Mehr Informationen zum Buch</a></p> <p>„Ohne Gnade: Polizeigewalt und Justizwillkür in den USA“ - Bryan Stevenson<br><a title="Mehr Informationen zum Buch" href="https://www.piper.de/buecher/ohne-gnade-isbn-978-3-492-31003-1" target="_blank">Mehr Informationen zum Buch</a></p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/wie-die-auseinandersetzung-mit-rassismus-neue-perspektiven-eroeffnen-kann.html</link><pubDate>Fri, 19 Mar 2021 08:00:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/wie-die-auseinandersetzung-mit-rassismus-neue-perspektiven-eroeffnen-kann.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2021/03/Beitrag-Whitney-Akowuah/210317-Akowuah_Whitney.jpg" length="164373" type="image/jpeg" /></item><item><title>Warum es so wichtig ist, für das Thema unbewusste Voreingenommenheit zu sensibilisieren</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2021/03/Beitrag_Julia_Pedersen/210308_Julia-Pedersen.jpg" width="603" height="368" alt="Poträt von Julia Pedersen">                   </figure>          <p class="hide-teaser">Julia Pedersen ist Gleichstellungsbeauftragte bei Engagement Global. In einem Interview spricht sie über ihre Motivation, sich beruflich mit dem Thema auseinanderzusetzen, über die Aufgaben, die mit dem Amt einhergehen, und darüber, welche Maßnahmen aus dem Gleichstellungsplan besonders wichtig für sie sind. Das Interview haben wir anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März geführt.</p> <h3>1. Du bist Gleichstellungsbeauftragte bei Engagement Global. Was ist deine Motivation, dich beruflich mit dem Thema Gleichstellung auseinanderzusetzen?</h3> <p>Tatsächlich ist es nicht das erste Mal, dass ich mich beruflich mit dem Thema beschäftige. In meinem Job vor Engagement Global hatte ich ein klares Gender-Mandat als Projektleiterin für Personal-und Organisationsentwicklung. Insgesamt beschäftigt mich das Thema schon seit meinem Studium in Südafrika, weil mir dort die überall präsente, strukturelle Beschaffenheit des Themas klar wurde. Wenn man erkannt hat, dass Gleichstellung – wie Rassismus – ein strukturelles Thema ist, muss man logischerweise an Strukturen ansetzen. Zum Beispiel im Beruf. Meine private Motivation und Inspiration die Strukturen zu verändern, ist inzwischen meine Tochter: Ich möchte nicht, dass sie die Chancenungleichheit, die derzeit besteht, erleben muss, wenn sie erwachsen ist.</p> <h3>2. Was sind deine Aufgaben als Gleichstellungsbeauftragte?</h3> <p>Rein formell ist es meine Aufgabe, auf die Einhaltung des Bundesgleichstellungsgesetzes bei Engagement Global zu achten, dazu gehört zum Beispiel, dass ich über Organisations-und Personalprozesse informiert werde und die Möglichkeit habe, Stellung zu nehmen. Meine persönliche Ambition ist, dass ich erstens zum Ende meiner Amtszeit insgesamt zu einer höheren Diskriminierungssensibilität bei Engagement Global auch über das Thema Gender hinaus und zu einer größeren Sichtbarkeit des Themas Gender als nicht rein binär (männlich/weiblich) beigetragen habe. Und dass ich zweitens zu einer höheren Transparenz in allen Personalprozessen beigetragen und für das Thema „unbewusste Voreingenommenheit“ (unconscious bias) sensibilisiert habe, da beides nach meiner langjährigen Berufserfahrung in den Bereichen Personal und Organisation mehr als alles andere zu einer Erhöhung der Chancengleichheit beiträgt.</p> <h3>3. Aktuell arbeitet Engagement Global mit dem 3. Gleichstellungsplan (2020 – 2023). Welche Maßnahmen aus diesem Plan sind für dich strategisch zentral und warum?</h3> <p>Wir sind bei Engagement Global als Gleichstellungsbüro in der glücklichen Lage, dass die Personalabteilung, bei der die Umsetzung des Gleichstellungsplans nach Bundesgleichstellungsgesetz angesiedelt ist, uns eng in die Erstellung der Ziele und Maßnahmen einbezogen hat. Alle Maßnahmen, die wir eingebracht haben, haben erhöhte Chancengleichheit und Transparenz in den Personalprozessen zum Ziel und sind damit für mich strategisch zentral. Um dies zu verdeutlichen ein Beispiel einer Maßnahme zur prozentualen Geschlechterparität, die schon in der Umsetzung ist und anfangs für Verwirrung gesorgt hat. Bei Engagement Global haben wir circa 75 Prozent weibliche und 25 Prozent männliche Mitarbeitende. Mit dem Ziel der prozentualen Geschlechterparität wollen wir diese Verteilung auf jeder Gehaltsstufe sehen. Im Moment haben wir in den obersten Gehaltstufen noch mehr als 25 Prozent Männer und in den unteren noch mehr als 75 Prozent Frauen. Das „füttert“ unsere unbewusste Voreingenommenheit, dass Männer besser geeignet sind für Führungspositionen und Frauen besser für Positionen, in denen mehr zugearbeitet wird und beschneidet gleichzeitig die Chancen beider Geschlechter. Ich habe letztens über die Aussage einer Führungskraft in einem globalen Großkonzern lachen müssen, die sagte: „Wahre Geschlechtergerechtigkeit haben wir erst erreicht, wenn wir von genauso vielen inkompetenten Frauen wie inkompetenten Männern geführt werden.“ Da ist was Wahres dran, finde ich. Noch schöner wäre es natürlich, wenn Positionen rein nach nachgewiesener Kompetenz besetzt werden.</p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/warum-es-so-wichtig-ist-fuer-das-thema-unbewusste-voreingenommenheit-zu-sensibilisieren.html</link><pubDate>Mon, 08 Mar 2021 09:56:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/warum-es-so-wichtig-ist-fuer-das-thema-unbewusste-voreingenommenheit-zu-sensibilisieren.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2021/03/Beitrag_Julia_Pedersen/210308_Julia-Pedersen.jpg" length="33722" type="image/jpeg" /></item><item><title>Frauen und Mädchen – forscht!</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2021/01/Beitrag-Julia-Rauh/210211_Portraet_Rauh.jpg" width="600" height="600" alt="Porträt von Julia Rauh vor einer Wand">                   </figure>          <p class="hide-teaser">Anlässlich des Internationalen Tages der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft spricht Julia Rauh von der Universität Potsdam über ihren Weg in die Forschung und darüber, wie sie mit ihrem Projekt „TTESD - Teacher Training for Education for Sustainable Development“ Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) langfristig und nachhaltig in das Geographielehramtsstudium an der Universität Potsdam implementiert hat.</p> <h3>1. Sie haben 2019 im Rahmen des Mentoring-Programms von ESD für Lehramtsstudierende des Faches Geographie ein Projekt aufgesetzt. Können Sie kurz die Zielsetzung dieses Projektes beschreiben und welche drei zentralen Ergebnisse / Learnings Sie daraus mitgenommen haben?</h3> <p>Das Projekt „TTESD - Teacher Training for Education for Sustainable Development“ hatte das Ziel, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu stärken, indem wir sowohl BNE-Kompetenzen als auch BNE-Prinzipien des Lernens langfristig und nachhaltig in das Geographielehramtsstudium an der Universität Potsdam implementieren. Gemeinsam mit meiner Arbeitsgruppe der „Didaktik der Geographie“ implementierten wir für die Studienmodule in unserem Fachbereich eine neue Studienordnung, welche unsere Lehrveranstaltungen strukturell zum einen thematisch offener und zum anderen auch projektorientierter gestaltbar machen soll.</p> <p>Ich selbst gestalte im Moment die Einführungsveranstaltung für die Erstsemesterstudierenden in der Didaktik. Ich blicke dort vor allem auf die geographischen Konzepte, welche einen Umgang mit komplexen Phänomenen – ganz im Sinne einer BNE - ermöglichen. Im Master zum Beispiel veränderten wir zwei thematisch bereits festgelegte Seminare zu zwei thematisch offenen und problemorientierten Projektseminaren, die durch Forschungsschwerpunkte der Lehrenden – BNE, ,Digitalisierung und bilingualer Geographieunterricht – geprägt werden können.</p> <p>Aus diesem Prozess nehme ich die Erkenntnis mit, dass Wandel an einer Institution wie einer Hochschule viel Zeit braucht. Der Aushandlungsprozess bis zur Änderung war langwierig und das Inkrafttreten der entsprechenden neuen Ordnung dauert bis heute an. Ich habe also vor allem auch gelernt, geduldig zu sein und mich von Komplikationen und Interessenkonflikten nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Zudem wurde mir auch klar, wie essentiell regelmäßige und klare Kommunikation in einem Prozess ist, welcher den Wandel an einer großen und komplexen Institution wie einer Universität vorantreiben soll.</p> <h3>2. Was ist das Forschungsziel ihres aktuellen Projektes?</h3> <p>Mein aktuelles Forschungsprojekt ist seit Oktober 2020 mein Dissertationsprojekt, welches sich im großen Bereich der Professionsforschung innerhalb der geographischen Bildung einordnen lässt. Durch meine bereits zweijährige Lehrtätigkeit in der Didaktik der Geographie und durch meine Unterrichtsbesuche bei unseren Studierenden im halbjährigen Schulpraktikum wurde ich auf zwei Aspekte aufmerksam: Ein spannender (Geographie-)Unterricht steht und fällt mit einer „guten“ Problemstellung. Das Finden (adäquater, komplexer und aktueller) unterrichtlicher Problemstellungen stellt jedoch eine Schwierigkeit für unsere Lehramtsstudierenden dar, wie sich in den anschließenden Reflexionsgesprächen herausstellte. Forschung existiert vor allem zu Problemlösekompetenzen auf der Seite der Schüler*innen. Noch nicht beforscht hingegen ist die Lehrer*innenseite und deren Strategien, ein entsprechendes unterrichtliches Problem zu finden. Deshalb ist das Ziel meines Projektes im ersten Schritt, die Strategien zur Findung unterrichtlicher Probleme von Geographielehrer*innen mittels Interviews zu erheben und im zweiten Schritt auf Grundlage dessen einen Leitfaden zu erstellen, welcher in der Hochschullehre in der Ausbildung zukünftiger Lehrer*innen Anwendung finden soll.</p> <h3>3. Was hat Ihnen als Wissenschaftlerin geholfen, „am Ball zu bleiben“ und eine akademische Karriere einzuschlagen?</h3> <p>Der Weg in die Wissenschaft war ein schleichender Prozess bei mir und kein Ziel, welches ich am Anfang meines Lehramtsstudiums vor Augen hatte. Ein Studium an sich war für ein Arbeiter*innenkind wie mich schon ein großes Privileg. Im Laufe des Studiums merkte ich jedoch schnell, dass mich vor allem die qualitative Forschung in der Humangeographie im Studium begeisterte und fokussierte mich auch in meinen Abschlussarbeiten darauf. Besonders die engmaschige und qualitativ hochwertige Betreuung durch meine Betreuerin half mir bei den ersten Schritten in die Wissenschaft. Mit dem Beginn meiner Tätigkeit als Akademische Mitarbeiterin in der „Didaktik der Geographie“ konnte ich erste Forschungsluft in der Geographiedidaktik schnuppern. Nach dem Besuch einiger nationaler und internationaler Konferenzen mit meinen Kolleg*innen, fasste ich den Entschluss, an der Universität zu bleiben und eine Promotion anzufangen. Auf dem Weg haben mir besonders meine Kolleg*innen geholfen, die mir immer auf Augenhöhe begegnet sind und mich in Diskussionen zu ihren Forschungsprojekten involvierten. Was mir besonders half „am Ball“ zu bleiben, waren die vielen und auch langen Reflexionsgespräche mit Freunden, Familie und Kolleg*innen. Besonders motivierend empfinde ich die „Hebelwirkung“, die ich sowohl in der universitären Lehre als auch in der Forschung spüre: Ich bin in der privilegierten Lage, durch Seminare angehende Lehrer*innen für zukünftige Herausforderungen in der (geographischen) Bildung zu sensibilisieren und ihnen gleichzeitig entsprechende Werkzeuge auf dem Weg zu zukunftsfähiger Bildung mitzugeben. Wichtig ist, dass man diese Position als Multiplikator*in ernst nimmt und auch die zukünftigen Lehrkräfte in Bezug auf die Rolle als Multiplikator*in sensibilisiert.</p> <h3>4. Was braucht es, damit mehr Mädchen sich für Forschung und wissenschaftliches Arbeiten – gerade auch im naturwissenschaftlichen Bereich – begeistern?</h3> <p>Meiner Meinung nach braucht es mehr Unterstützung von Seiten der Institutionen: Das sollte nicht erst an der Universität mit Mentoringprogrammen für Frauen beginnen, sondern idealerweise bereits in der Schule. Zukünftige Lehrer*innen sollten also bereits in der Ausbildung sensibilisiert werden für Genderstereotype und wie diese aufgebrochen werden können. Außerdem sollte in der Lehramtsausbildung stärker darauf fokussiert werden, wie Schüler*innen angeleitet werden können, selbst zu forschen. An der Universität selbst sollten Studierende mehr Unterstützung darin erfahren herauszufinden, wofür sie „brennen“. Den Platz als Einzelne*r an einer Universität zu finden und gleichzeitig herauszufinden, welche beruflichen Möglichkeiten das eigene Studium bietet und welche beruflichen Ziele man selbst vor Augen hat, stellt vor allem Studierende in den ersten Semestern vor große Herausforderungen. Es sollte mehr in strukturelle Hilfen wie Tutor*innenprogramme investiert werden, in denen Studierende andere Studierende unterstützen, sowohl in berufsbezogenen als auch fachlichen Fragen.</p> <h3>5. Wie kann eine entsprechende Berufswahl gefördert werden?</h3> <p>Einen Beruf im wissenschaftlichen Bereich zu wählen ist für Lehramtsstudierende aufgrund der strukturellen Bedingungen nicht so verlockend wie eine Verbeamtung, die am Ende des Referendariats im Land Brandenburg vor der Tür steht. Das Wissenschaftszeitgesetz, befristete Verträge und der Druck Drittmittel einzuwerben, um die eigene Stelle an der Universität zu finanzieren, nagen oft an der Leidenschaft und der Motivation, die man für die forschende Tätigkeit eigentlich aufbringt. Die Universitäten sollten langfristig in den Mittelbau investieren, da nicht jeder einen Aufstieg in eine Professur schafft oder anstrebt. Entfristete Stellen für wissenschaftliches Personal würden sowohl Lehre als auch Forschung an den Universitäten in ihrer Qualität verbessern und es würden sicherlich auch mehr Absolvent*innen eine wissenschaftliche Karriere anstreben.</p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/frauen-und-maedchen-forscht.html</link><pubDate>Thu, 11 Feb 2021 08:22:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/frauen-und-maedchen-forscht.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2021/01/Beitrag-Julia-Rauh/210211_Portraet_Rauh-Teaser.jpeg" length="53950" type="image/jpeg" /></item><item><title>Chancen der Gemeinwohl-Ökonomie</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2021/01/Interview_Christian_Felber/Christian%20Felber%20%28HS%20Harz%29%20%284%29.png" width="603" height="368" alt="Christian Felber steht in einem Hörsaal vor einer Präsentation und spricht. Foto: Hochschule Harz">                      <figcaption class="caption" style="width:603px">Christian Felber ist der Begründer der Gemeinwohl-Ökonomie. Foto: Hochschule Harz</figcaption>            </figure>          <h3>1. Gab es einen konkreten Auslöser für die Initiierung des Wirtschaftsmodells der Gemeinwohl-Ökonomie?</h3> <p>Auslöser war die Untersuchung des Werte-Widerspruchs zwischen der globalisierten Wirtschaft auf der einen Seite und unseren demokratischen Verfassungen auf der anderen.</p> <p>Die von der Wirtschaftswissenschaft gepredigten Scheinwerte Eigennutzenmaximierung, Konkurrenzorientierung, Materialismus und grenzenloses Wachstum stehen in auffallendem Gegensatz zu universalen Beziehungs- und Verfassungswerten wie Menschenwürde, Solidarität, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit oder Mitentscheidung. Die Gemeinwohl-Ökonomie ist der Versuch, die Marktwirtschaft an zeitlosen Grundwerten auszurichten.</p> <h3>2. Was ist die Grundideen der Gemeinwohl-Ökonomie?</h3> <p>Die Gemeinwohl-Ökonomie ist ein Wirtschaftsmodell, in dem alle wirtschaftlichen Tätigkeiten auf das Gemeinwohl ausgerichtet sind und auch daran gemessen werden. Der Erfolg einer Volkswirtschaft wird mit dem demokratisch komponierten Gemeinwohl-Produkt statt mit dem monetären Bruttoinlandsprodukt gemessen. Unternehmen erstellen eine davon abgeleitete Gemeinwohl-Bilanz: Je besser deren Ergebnis, desto geringere Steuern und Zinsen zahlen sie, sie erhalten Vorrang im öffentlichen Einkauf und freieren Zugang zum Weltmarkt – und umgekehrt: Je schlechter das Gemeinwohl-Bilanz-Ergebnis, desto schwieriger wird es auf allen Ebenen.</p> <p>In der Gemeinwohl-Ökonomie stimmen die Gesetze des Marktes mit den Werten der Gesellschaft überein.</p> <h3>3. Wie wirken Gemeinwohl-Ökonomie und die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung zusammen?</h3> <p>Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) sind so etwas wie ein Gemeinwohl-Produkt: 17 Ziele zur Verbesserung der Lebensqualität und Rechte aller Menschen. Der einzige Unterschied zu einem „echten“ Gemeinwohl-Produkt ist, dass die SDG „top down“ definiert und entschieden wurden – im Gegensatz zur bottum-up-Ansatz des Gemeinwohl-Produkts. So erklärt es sich auch, dass sich das Bruttoinlandsprodukt-Wachstum fataler Weise unter die SDG-Ziele gemischt hat. Alle anderen Ziele sind zu begrüßen. Auf Unternehmensebene gibt es einen Abgleich der SDG mit der Gemeinwohl-Bilanz: Sowohl anwendende Unternehmen als auch -Gemeinden berichten, dass die Gemeinwohl-Bilanz das ideale Instrument ist, die SDG lokal umzusetzen.</p> <h3>4. Welche Chancen, aber auch Herausforderungen birgt das Wirtschaftsmodell?</h3> <p>Ich beginne mit den Herausforderungen: Viele Menschen in den Industrieländern werden sich mit einer Verringerung des materiellen Güterwohlstandes oder innerem Wachstum und Reichtum als Alternative schwertun - die Mainstream-Wirtschaftswissenschaft wird Mühe haben, von ihrer Vorstellung des Homo oeconomicus abzulassen. Manche werden auch nicht damit einverstanden sein, dass es nur noch Millionäre, aber keine Milliardäre mehr geben wird. Und die Begrenzung der Größe und Macht transnationaler Konzerne wird eine Nagelprobe für die Demokratie.</p> <p>Doch der Gewinn an Lebensqualität, Beziehungsqualität, Umweltqualität, Klimastabilität, Zeitwohlstand, Demokratie und Frieden sollten die Gesamtbilanz eindeutig im grünen Bereich ansiedeln. Die Welt wird sicherer, solidarischer, nachhaltiger und humaner. Das kann kein Bruttoinlandsprodukt der Welt leisten!</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Weitere Informationen</h2>             <p><a href="https://gwoe.17plus.org/" target="_blank">Mehr Informationen zum Zusammenspiel der 17 Ziele und der Gemeinwohl-Ökonomie</a></p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/chancen-der-gemeinwohl-oekonomie.html</link><pubDate>Tue, 26 Jan 2021 15:27:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/chancen-der-gemeinwohl-oekonomie.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2021/01/Interview_Christian_Felber/Christian%20Felber%20%28HS%20Harz%29%20%284%29.png" length="220550" type="image/png" /></item><item><title>Warum wir auch im Jahr 2020 unbedingt noch über das Thema Sklaverei sprechen müssen</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2020/12/Tina%20Haupt%20und%20Uwe%20Kleinert/InternationalerTagderSklaverei.png" width="500" height="500" alt="Eine Person pflastert Steine. Foto: photocase">                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Ein Großteil des Abbaus der Natursteine findet in Ländern statt, in denen oft sehr schlechte Arbeitsbedingungen weit verbreitet sind. Foto: photocase</figcaption>            </figure>          <p><strong>Heute ist der „Internationale Tag der Abschaffung der Sklaverei“ – trotzdem gibt es immer noch Formen der Zwangsarbeit. Wie sehen diese aus und warum ist Sklaverei noch immer nicht beseitigt?</strong></p> <p>Auch heute noch sind Männer, Frauen und Kinder auf der ganzen Welt Opfer moderner Sklaverei. Sie werden auf öffentlichen Märkten ge- und verkauft, gegen ihren Willen verheiratet, unter dem Deckmantel der „Heirat“ als Arbeitskräfte missbraucht. Sie werden gezwungen, in geheimen Fabriken mit dem Versprechen einer Entlohnung zu arbeiten, die ihnen aber immer wieder vorenthalten wird. Sie werden gezwungen auf Baustellen, in Läden, auf Bauernhöfen oder in Häusern als Dienstmädchen zu arbeiten.</p> <p>Nach Angaben der Walk Free Foundation waren 2016 schätzungsweise 40,3 Millionen Männer, Frauen und Kinder Opfer moderner Sklaverei, 24,9 Millionen von ihnen in Zwangsarbeit und 15,4 Millionen in einer Zwangsehe. Frauen und Mädchen sind stark überrepräsentiert und machen 71 Prozent der Opfer aus.</p> <p>Besonders verbreitet ist moderne Sklaverei in Indien (mit mehr als 18 Millionen versklavten Menschen) sowie China (3,14 Millionen) und Pakistan (2,1 Millionen). Aber auch in den Industrieländern leben insbesondere Frauen als Zwangsprostituierte unter sklavereiähnlichen Umständen.</p> <p>Eine spezifische Form moderner Sklaverei ist Schuldknechtschaft, von der auch Millionen Kinder betroffen sind. Dazu kommt es, wenn beispielsweise Bauernfamilien in einer Notlage bei unseriösen Geldverleihen - meist zu horrenden Zinsen - Kredite aufnehmen, um etwa Saatgut oder andere lebenswichtige Dinge zu kaufen. Als Gegenleistung verlangen die Geldgeber, dass die Familien die Schulden abarbeiten.</p> <p>Die Gründe dafür, dass solche Formen der Sklaverei noch immer existieren, sind vielfältig. Menschen kennen beispielsweise ihre Rechte nicht und wissen nicht, wie sie diese einfordern können. Das kann aufgrund fehlender Bildung der Fall sein oder weil sie als Migrantinnen und Migranten oder Geflüchtete in ein fremdes Land gekommen sind und die Sprache nicht verstehen. Oft wird jegliche Form von Zusammenschluss der Arbeitenden unterbunden, um das Entstehen von Gewerkschaften zu verhindern. Ein weiteres Problem sind fehlende Kontrollen geltender Gesetze, die das Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit und die Einhaltung von Standards garantieren.</p> <p><strong>Wie sieht die Situation bei der Produktion von Naturstein aus? Wird in Deutschland – privat oder als öffentliche Beschaffungsstelle – Naturstein eingekauft, der aus Zwangsarbeit stammt?</strong></p> <p>Ein Großteil des Abbaus der Natursteine findet in Ländern statt, in denen nach Einschätzung der International Trade Union Confederation (ITUC) sehr schlechte Arbeitsbedingungen weit verbreitet sind, zum Beispiel in China, Indien, der Türkei oder Brasilien.</p> <p>Der Trend in der Natursteingewinnung und -verarbeitung geht aber von der Handarbeit zur industriellen Fertigung. Dadurch nimmt zumindest die Präsenz der Kinderarbeit in Steinbrüchen ab. Von Steinbruch zu Steinbruch sowie zwischen den Verarbeitungsbetrieben gibt es aber große Unterschiede.</p> <p>Vor allem für Steine aus Indien ist Kinderarbeit nicht völlig auszuschließen. Häufig sind Familien auf ein zusätzliches Einkommen der Kinder angewiesen. Auch die Modernisierung von Betrieben ist kein Garant für die Beendigung von Kinderarbeit. Aber auch die Arbeitsbedingungen für erwachsene Angestellte sind alles andere als akzeptabel: niedrige Löhne unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns, unsichere und ungesunde Arbeitsbedingungen durch hohe Staubbelastung, fehlende Sicherheitsmaßnahmen, extreme Temperaturen und ein Mangel an Trinkwasser.</p> <p>Die Situation in China ist besser, doch auch in vielen chinesischen Unternehmen gibt es erhebliche Missstände, die denen in Indien ähneln. Zudem werden indische Steine teils in China weiterverarbeitet und kommen so als „chinesisches“ Material zu uns.</p> <p>Der Handel mit Naturstein erstreckt sich über den gesamten Globus. Das macht es für private Verbraucher aber auch öffentliche Beschaffungsstellen sehr schwierig, Zwangs- oder Kinderarbeit auszuschließen. Baumärkte bieten nur selten zertifizierte Ware an, Kommunen entscheiden bei der Beschaffung beziehungsweise dem Bau mit Natursteinen zu oft nach dem Preis. So fällt die Wahl oft auf die asiatischen Steine.</p> <p><strong>Woran kann man sich beim Einkauf orientieren, um das Risiko von Sklaverei und Zwangsarbeit zu reduzieren und sich für eine gerechte Lieferkette einzusetzen?</strong></p> <p>Es ist essenziell, bei der (öffentlichen) Auftragsvergabe die Einhaltung sozialer Standards zu fordern. Die Anforderungen unterteilen sich zum einen in Anforderungen an die Produktion und zum anderen in Anforderungen an den Nachweis. Denn nur, wenn umfassende Anforderungen an beides gestellt werden, kann nachhaltig zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen beigetragen werden.</p> <p>Für alle Anwendungsbereiche und Vergabearten können Gütezeichen zur Nachweisführung angewendet werden und sind daher eine gut anwendbare Nachweismethode. Weitere Informationen dazu finden Sie beispielweise in der Studie zur Natursteinkonferenz (siehe unten).</p> <p>Kommunen und Privatkunden können außerdem heimischen Steinen den Vorzug geben. So wird auch der CO2-Fußabdruck minimiert, der bei Steinen aus Asien aufgrund der langen Transportwege sehr hoch ist. Weitere Informationen finden Sie bei den untenstehenden Links.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Kontakt</h2>             <p><strong>Ann-Kathrin Voge</strong><br> Telefon +49 228 20 717-158<br><a href="http://blog.engagement-global.de/&#109;&#97;&#105;&#108;&#116;&#111;&#58;&#97;&#110;&#110;&#45;&#107;&#97;&#116;&#x68;&#x72;&#x69;&#x6E;&#46;&#118;&#111;&#x67;&#x65;&#x40;&#x65;&#x6E;&#x67;&#97;&#x67;&#101;&#x6D;&#101;&#x6E;&#116;&#x2D;&#x67;&#x6C;&#111;&#98;&#97;&#x6C;&#46;&#x64;&#x65;" target="_blank">&#97;&#110;&#110;&#45;&#107;&#97;&#116;&#x68;&#x72;&#x69;&#x6E;&#46;&#118;&#111;&#x67;&#x65;&#x40;&#x65;&#x6E;&#x67;&#97;&#x67;&#101;&#x6D;&#101;&#x6E;&#116;&#x2D;&#x67;&#x6C;&#111;&#98;&#97;&#x6C;&#46;&#x64;&#x65;</a></p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Weitere Informationen</h2>             <p><a href="https://www.woek.de/themen-projekte/nachhaltige-beschaffung/aktuell/detail/endlich-wieder-live-und-in-farbe-erfolgreiche-fachkonferenz-natursteine-aus-verantwortlichen-lieferketten" target="_blank">Zur Webseite der Natursteinkonferenz mit umfangreicher Dokumentation</a></p> <p><a href="https://www2.weed-online.org/uploads/woek_weed_2020_natursteine_aus_verantwortlichen_lieferketten.pdf" target="_blank">Zur Studie zur Naturstein aus verantwortlichen Lieferketten</a></p> <p><a href="https://www.weed-online.org/publikationen/10872039.html" target="_blank">Zur juristischen Stellungnahme „Beschaffung von Natursteinen unter Berücksichtigung der Transportentfernung“ von Katja Gnittke</a></p> <p><a href="https://www.kompass-nachhaltigkeit.de/praxisbeispiele#!/documentTypes:1/productGroups:14/size:1,2,3" target="_blank">Zur Sammlung an kommunalen Ausschreibungsbeispielen für Naturstein im Kompass Nachhaltigkeit </a></p> <p><a href="https://www.kompass-nachhaltigkeit.de/produktsuche/naturstein/pflastersteine#!/filters/Bund" target="_blank">Zum Vergleich von Naturstein-Gütezeichen im Kompass Nachhaltigkeit</a></p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/warum-wir-auch-im-jahr-2020-unbedingt-noch-ueber-das-thema-sklaverei-sprechen-muessen.html</link><pubDate>Tue, 01 Dec 2020 13:34:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/warum-wir-auch-im-jahr-2020-unbedingt-noch-ueber-das-thema-sklaverei-sprechen-muessen.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2020/12/Tina%20Haupt%20und%20Uwe%20Kleinert/InternationalerTagderSklaverei.png" length="439027" type="image/png" /></item><item><title>weltwärts in Deutschland statt Ruanda</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/autoren/1Portrait%20Sarah.jpg" width="500" height="500" alt="Sarah Eikermann">                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Sarah Eikermann</figcaption>            </figure>          <p><strong>Warum hast du dich für weltwärts entschieden?</strong><br>Als ich vor einem Jahr auf der Suche nach einer Organisation war, mit der ich für ein Jahr ins Ausland gehen kann, bin ich über eine gute Freundin auf die VEM (Vereinte Evangelische Mission) gestoßen. Letztendlich habe ich mich auch für diese Entsendeorganisation entschieden, da mir beispielsweise das Auswahlverfahren für Bewerberinnen und Bewerber oder auch die Art und Weise der Finanzierung des Jahres sehr gefallen hat. Erst da habe ich erfahren, dass die Kosten zu einem großen Teil vom weltwärts-Programm getragen werden und zu einem kleineren Teil von Spenden.<br><br><br><strong>Wie hat sich das angefühlt, nicht ausreisen zu können?</strong><br>Es ist ein komisches Gefühl, immer wieder zu hoffen, dass man dieses Jahr vielleicht doch noch ausreisen kann und dann immer wieder aufs Neue die Nachricht zu bekommen, dass der Zeitpunkt der Ausreise weiter nach hinten verschoben wurde. Letztendlich kam die Nachricht, dass eine Ausreise für diesen Jahrgang nicht mehr möglich sein wird. Es ist ein ständiger Wechsel zwischen Hoffnung und Enttäuschung gewesen, aber mit der Zeit wurde die Enttäuschung immer weniger, da ich mich in gewisser Weise auf die nächste Verschiebung bzw. auf die Absage einstellen konnte.<br><br><br><strong>Inwieweit hat Corona deine Pläne durchkreuzt?</strong><br>Corona hat meine Pläne in so weit durcheinandergebracht, dass sich meine Zukunftspläne, so wie es aktuell aussieht, um ein Jahr nach hinten verschieben werden. Ich werde wahrscheinlich versuchen, nächstes Jahr, also im Jahr 21/22, ins Ausland zu gehen und dann ein Jahr später mit dem Studium anzufangen.<br><br><br><strong>Wie hat deine Entsendeorganisation reagiert?</strong><br>Im Mai 2020 wurde meine Ausreise auf Ende Oktober 2020 verschoben und kurze Zeit später wurde mir mitgeteilt, dass eine eventuelle Ausreise im Februar 2021 stattfinden kann. Für die Zeit des Wartens bis zur Ausreise konnte ich meinen Freiwilligendienst schon in Deutschland anfangen. Im Oktober kam dann leider die Nachricht, dass eine Ausreise für diesen Jahrgang nicht stattfinden wird. Uns Freiwilligen der VEM wurde angeboten, dass wir unser Auslandsjahr in den nächsten drei Jahrgängen ohne Bewerbungsverfahren nachholen können. Über dieses Angebot freue ich mich persönlich sehr und ich finde es auch sehr gut, dass man mir jetzt schon mitgeteilt hat, dass eine Ausreise für 20/21 nicht mehr möglich ist, sodass ich mich jetzt schon darum kümmern kann, was ich nach meinem Freiwilligendienst ab März machen werde.<br><br><br><strong>Wie engagierst du dich jetzt und was sind deine Aufgaben?</strong><br>Meine Organisation hat den Freiwilligen angeboten ihren Freiwilligendienst schon in Deutschland anfangen zu können und eventuell im Ausland fortzuführen. Dieses Angebot habe ich angenommen und arbeite seit Anfang September in einer Sekundarschule im Kreis Minden. Dort begleite ich eine sechste Klasse in ihrem Alltag und bin ab und zu auch in anderen Klassen im Unterricht dabei. Im Unterricht besteht meine Aufgabe darin, die Lehrer zu unterstützen, den Kindern bei ihren Aufgaben zu helfen oder auch Streitereien zu klären. Am Nachmittag bin ich zusammen mit einem anderen Freiwilligen in der Nachmittagsbetreuung. Dort spielen wir mit den Kindern, die erst später nach Hause fahren, weil ihre Eltern beispielsweise noch auf der Arbeit sind.<br><br><br><strong>Inwieweit hat deine jetzige Arbeit mit dem geplanten Freiwilligendienst zu tun?</strong><br>Mein jetziger Freiwilligendienst unterscheidet sich von der Arbeit, die ich in Ruanda getan hätte, nicht all zu groß. Dort wäre ich auch in einer Schule gewesen und hätte den Lehrern geholfen. Der größte Unterschied ist, dass ich in Ruanda wahrscheinlich an zwei Schulen gearbeitet hätte und den Schülerinnen und Schülern Englischunterricht ohne eine anwesende Lehrkraft hätte geben dürfen.<br><br><br><strong>Was hast du bisher aus deiner Zeit als Freiwillige mitgenommen?</strong><br>In meiner bisherigen Zeit an der Schule konnte ich schon verschiedene Erfahrungen machen. Ich habe gelernt, offener und selbstsicherer an neue und unbekannte Situationen heranzugehen und mir vorher nicht so viele Gedanken darüber zu machen. Es ist unglaublich interessant wie unterschiedlich Kinder sein können und auch wie unterschiedlich sie auf die Lehrer reagieren. Eine der ersten Beobachtungen, die ich machen konnte, war, dass es nichts bringt, wenn man als Lehrer laut wird und anfängt rumzuschreien und Strafen zu verteilen. Lehrer, die ruhiger sind, die ihren Unterricht ansprechend gestalten und auf die Späße der Kinder eingehen, haben einen besseren Draht zu den Schülern und können so eine angenehmere Atmosphäre im Klassenzimmer schaffen. Mir ist wichtig geworden. auf die Kinder einzugehen und ihre Wünsche und Bedürfnisse wahrzunehmen.<br>Es fällt mir immer noch sehr schwer, mich bei den Kindern durchzusetzen, da ich für sie keine richtige Lehrerin bin und gleichzeitig ein engeres Verhältnis zu ihnen habe als die Lehrer. Bis jetzt habe ich noch nicht die richtige Balance zwischen den zwei Bereichen gefunden und es ist manchmal auch ziemlich hart, von den Kindern nicht akzeptiert zu werden.<br>Im Großen und Ganzen macht es mir trotz der anstrengenden Phasen unglaublich viel Spaß mit den Kindern zusammenzuarbeiten und beobachten zu können wie sie sich verändern und wie sie denken. Ich freue mich auf die nächsten Monate und bin gespannt, was noch alles passieren wird und welche Erfahrungen ich noch sammeln werde.<br><br><br><strong>Wie sehen deine Pläne nach deinem Freiwilligendienst aus?</strong><br>Da mein Freiwilligendienst in Deutschland maximal ein halbes Jahr gehen wird, werde ich wahrscheinlich das zweite halbe Jahr arbeiten, um Geld für mein Studium zu verdienen. Vielleicht kommt es zu einer Ausreise im Sommer 2021 und ich würde mein ausgefallenes Auslandsjahr sehr gerne nachholen. Für danach plane ich, Internationales Grundschullehramt in den Niederlanden zu studieren.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Weitere Informationen</h2>             <p><a href="https://www.weltwaerts.de/de/startseite.html" target="_blank">Zur Webseite des weltwärts-Programms</a><br><a href="https://www.weltwaerts.de/de/nachricht-freiwillige/zu-hause-ist-weltwaerts.html%20" target="_blank">Zu den Informationen zum weltwärts-Freiwilligendienst in Zeiten von Corona<br></a><a href="https://www.weltwaerts.de/de/erfahrungen-freiwillige.html" target="_blank">Zu weiteren Erfahrungsberichten von weltwärts-Freiwilligen</a><br><br></p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/weltwaerts-in-deutschland-statt-ruanda-234.html</link><pubDate>Mon, 02 Nov 2020 14:29:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/weltwaerts-in-deutschland-statt-ruanda-234.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/autoren/1Portrait%20Sarah.jpg" length="47144" type="image/jpeg" /></item><item><title>Hoffnungslichter für Peru</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/autoren/200821_Lucy_Contreras.jpg" width="500" height="500" alt="Lucy Contreras">                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Lucy Contreras</figcaption>            </figure>          <h3>1. Welche Auswirkungen hat die Corona Pandemie auf die Menschen in Peru?</h3> <p>Nicht nur in Bezug auf das Gesundheitssystem, sondern auch soziokulturell und ökonomisch leidet Peru sehr stark unter der Coronakrise. Mit 32 Millionen Einwohnern liegt Peru auf Platz fünf der weltweiten Corona-Statistik. <br> Die Intensivbetten und die Beatmungsplätze reichen schon seit Monaten nicht mehr aus, vor allem der Norden Perus und das Amazonasgebiet sind stark betroffen. Und zuletzt war es in den Anden ein Alptraum, weil Sauerstoff fehlt.<br> Das peruanische Gesundheitssystem war schon vor Covid-19 veraltet und unzureichend. Dass wir nicht weit mehr Tote, wie in Italien, zu beklagen haben, liegt daran, dass die Bevölkerung in Peru wesentlich jünger ist. Denn im Durchschnitt sind die Menschen etwa 28 Jahre alt.</p> <p>Von Mitte März bis zum 1. Juli galt ein strikter Lockdown. Dieser wurde begleitet von starken Repressionen durch die Polizei. Viele Menschen wurden festgenommen, dies sorgte für eine hohe Ansteckungsrate in Haftanstalten. Der Lockdown dauerte länger als 100 Tage. Dabei waren die Ausgangssperren nur für die mittlere und obere Schicht wirksam, denn viele ärmere Menschen müssen täglich ihr Haus verlassen. Die meisten Peruaner können nicht, wie in Deutschland, im Home-Office arbeiten. Nicht alle haben einen Kühlschrank zu Hause. Fast drei Viertel der Beschäftigten arbeiten im informellen Sektor, ohne Krankenversicherung und andere Absicherungen. Sie können nicht zu Hause bleiben. Sie müssen in die Stadt oder auf den Markt, um mit anderen Menschen Geschäfte zu machen oder einzukaufen. Die Regierung hat hier die falschen Maßnahmen getroffen und alle Aktivitäten gestoppt. Das gilt für verschiedene Sektoren: Das Baugewerbe, die Produktion, der gesamte Dienstleistungssektor - all diese Bereiche der Wirtschaft sind stark betroffen.</p> <p>Ein Beispiel, dass die Situation verdeutlicht, ist die Gastronomie. In Peru leben einige Familien von der Arbeit in ihren eigenen Restaurants, die sie in ihren Häusern betreiben. Diese Restaurants durften drei lange Monaten nicht öffnen. Auch Essen zur Abholung oder Lieferung anzubieten war untersagt.</p> <p>Besonders dramatisch ist die Notsituation der venezolanischen Flüchtlinge, die oft Angestellte in Restaurants waren, oder im Dienstleistungssektor arbeiteten. Sie und ihren Familienmitglieder wurden aus ihren Mietwohnungen gedrängt.</p> <p>Die vorher relativ starke peruanische Wirtschaft ist durch den Lockdown kollabiert. Die Ausgangssperre wurde nun aufgehoben, die Infektionsrate ist jedoch immer noch sehr hoch. Das liegt auch an der Reaktion der Regierung auf Menschen, die den Lockdown aufgrund ihrer Lebenssituation missachten mussten. Es gab keinerlei Sensibilisierungsstrategien oder präventive Maßnahmen.</p> <h3>2. Welche Herausforderungen empfindet ihr aktuell als besonders wichtig?</h3> <p>In Peru hat die Pandemie alle Bereiche, alle Sektoren berührt, überwältigt und beeinträchtigt. Das zeigt sich nicht nur auf beruflicher und wirtschaftlicher Ebene, sondern beeinflusst auch die persönliche, familiäre und soziale Situation der Menschen.</p> <p>Mit dem ökonomischen Wachstum der letzten 20 Jahren hatten sich viele arme Familien in die Mittelsicht hochgearbeitet - mit Mikrokrediten und mit viel Arbeit und Mühe. Der Lockdown zerstörte die Früchte dieser harten Arbeit, das kleine Kapital ging verloren. Diese Erfahrungen sind für die Menschen sehr schmerzhaft. Die Menschen müssen nun neu anfangen.</p> <p>Die Pandemie verdeutlicht, dass die Probleme des Landes struktureller Natur sind. Einerseits erkennen die Menschen in Peru an, wie gravierend die herrschende soziale Ungleichheit für ärmere Bevölkerungsgruppen Menschen ist. Andererseits zeigt die Politik auch in der Krise ihre Unfähigkeit und ihre Anfälligkeit für Korruption. Viele wesentliche Fragen warten auf eine Antwort. Wie kann man die ärmsten Bevölkerungsteile vor vermeidbaren Krankheiten schützen? Dafür braucht es den Aufbau eines stärkeren Staatsbürgerbewusstseins, eine effizientere Politik und eine gemeinschaftlichere Vision der Pflege. Der Umgang mit der Ungleichheit sollte eine Frage der Solidarität und daher Teil der sozialen Agenda des Landes sein.</p> <p>Eine weitere Herausforderung ist die Vermeidung von Gewalt, die aufgrund der wirtschaftlichen und sozialen Missstände explodieren kann.</p> <h3>3. Wie reagieren die Menschen vor Ort auf diese Herausforderungen?</h3> <p>Unter diesen schweren Rahmenbedingungen haben sich die Menschen in ärmeren Viertel selbst organisiert, um den am stärksten Betroffenen zu helfen. Denn die Regierung denkt nur an Menschen, die im Home-Office arbeiten können. Kirchen und gemeinnützige Vereine reagieren mit Armenspeisungen. An den zentralen Punkten in den Stadtvierteln stehen „Küchen für alle“ oder SOS-Töpfe bereit. Suppe, Reis und Bohnen werden für alle Bedürftigen täglich gekocht.</p> <p>Die Menschen zeigen sich solidarisch. Es gab Situationen, in denen Krankenhäuser sich weigerten, ärmere Erkrankte aufzunehmen. Um die Erkrankten zu unterstützten, protestierten Nachbarn vor den Krankenhäusern. Oft waren die Proteste erfolgreich und auch die ärmeren Menschen wurden behandelt. Es freut mich sehr zu sehen, dass die Menschen sich so sehr für einander einsetzen.</p> <p>Durch meine Arbeit für die Katholische Kirche bin ich auch in engen Kontakt mit einigen Diözesen und Pfarreien, die sich selbst organisiert haben, um Nothilfe zu leisten. Mit viel Kreativität und mit dem Gedanken, dass man für das Gemeinwohl arbeitet, wird einiges bewegt. Wenn Perus Gesellschaft zusammenhält, können wir der Virus besiegen, weil es ein Virus des Hungers ist.</p> <p>Dennoch, diese Pandemie hat dem Land in vielen Dimensionen tiefe Schmerzen bereitet. Der Virus verbreitet sich auch jetzt noch auf den Märkten und auf den Straßen. Um mit den Symptomen umzugehen, beraten sich die Menschen telefonisch und per Whatsapp untereinander. Zum Beispiel dazu, welche Medikamente Symptome lindern können, da viele sich eine Sprechstunde bei einem Arzt nicht leisten könnten.</p> <p>Inzwischen hat der Virus meine Mutter erwischt, ihr geht es aber jetzt wieder gut. Drei meiner Onkel und Nachbarn sind an dem Virus gestorben. Viele Beerdigungen finden aktuell via Zoom statt. So finden die Menschen einen Weg zu trauern, auch wenn es sehr schwer ist.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Über MiGlobe</h2>             <p>MiGlobe ist ein Team von erfahrenen Akteurinnen und Akteuren mit Migrationsbezug, die Kommunen bei der interkulturellen Öffnung der kommunalen Entwicklungspolitik zur Seite stehen. MiGlobe Baden-Württemberg ist ein Kooperationsprojekt der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global gGmbH, des Forums der Kulturen Stuttgart e. V. und des Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V. Das Projekt wird finanziert durch Mittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. </p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Weitere Informationen</h2>             <p><a href="https://bw.miglobe.de/" target="_blank">Zur Webseite von MiGlobe</a></p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/hoffnungslichter-fuer-peru.html</link><pubDate>Fri, 21 Aug 2020 15:29:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/hoffnungslichter-fuer-peru.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/autoren/200821_Lucy_Contreras.jpg" length="166678" type="image/jpeg" /></item><item><title>„Wenn du etwas hast, teile es“</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/autoren/20200721_David-Tchakoura_500.jpg" width="500" height="624" alt="Dr. David Tchakoura">                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Dr. David Tchakoura</figcaption>            </figure>          <h3>1. Laut offiziellen Zahlen sind aktuell rund 800 Menschen in Togo mit dem Covid-19 Virus infiziert. Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf die Menschen in Togo?</h3> <p>Zuerst ist es wichtig zu betonen, dass wir nicht von zuverlässigen Zahlen sprechen können, da die gesundheitliche Infrastruktur in vielen Teilen des Landes noch sehr rudimentär ist. Man kann nicht darauf vertrauen, dass jede Person mit Symptomen auch tatsächlich getestet wurde. Daher sind diese Zahlen mit Vorsicht zu betrachten. Menschen kommen oft auch mit anderen Krankheitserregern wie zum Beispiel Malaria in Kontakt. Es kann daher durchaus sein, dass einige Covid-19 Symptome wie beispielweise Fieber von den Erkrankten selbst nicht richtig zugeordnet werden.</p> <p>Wirklich verheerend sind die wirtschaftlichen Auswirkungen für den informellen Sektor. Im März trat eine Ausgangssperre von 19:00 bis 06:00 Uhr in Kraft, die mittlerweile wieder aufgehoben wurde. Besonders hat diese Maßnahme Fahrer von Zemidjans (Mopedtaxis), Taxifahrer, sowie Verkäuferinnen und Verkäufer schwer getroffen. In den Bereichen leben die Menschen von ihrem täglichen Verdienst. Vielen Menschen ist in diesen Berufen von einem auf den anderen Tag das Einkommen einfach weggebrochen.</p> <p>Gleichzeitig wurde die Präsenz von Sicherheitskräften auf den Straßen stark erhöht. Die Sicherheitskräfte gingen oft extrem brutal gegen alle Menschen vor, die die Auflagen missachteten. Es gab viele Verstöße gegen die Menschenrechte und einige sind leider auch an den Folgen von Misshandlungen gestorben. Andere leiden immer noch an den Verletzungen und Folgen der Repression.</p> <p>Auf soziokultureller Ebene hat der Lockdown auch Spuren hinterlassen. Für viele Familien, wie auch für meine, bedeutete der Lockdown eine sehr lange Trennung. Mein Vater zum Beispiel ist oft auf dem Land, meine restliche Familie lebt in der Hauptstadt Lomé. Er durfte erst seit kurzem wieder das Dorf verlassen und bei dem Rest der Familie in Lomé sein. Es war eine schwierige Zeit.</p> <p>Aus der globalen Perspektive betrachtet sind die Auswirkungen der Krise in Togo nicht von der Lage der togolesischen Diaspora zu trennen. Viele von uns unterstützen Familien im Togo auf vielfältige Weise, vor allem finanziell durch regelmäßige Überweisungen. Wenn Menschen hier im Globalen Norden ihre Jobs verlieren oder in Kurzarbeit gehen müssen, steht automatisch weniger Geld für die Angehörigen und Freunde in der Heimat zur Verfügung.</p> <h3>2. Welche Herausforderungen empfinden Sie aktuell als besonders wichtig?</h3> <p>Durch den Lockdown kam es zu Schließungen von Schulen. Allerdings funktioniert der Fernunterricht wegen mangelnder Infrastruktur in Togo nicht so gut. Das ist eine ernstzunehmende Herausforderung, denn viele Schülerinnen und Schüler laufen dadurch Gefahr, ein Schuljahr wiederholen zu müssen, wenn sie die Abschlussprüfungen nicht bestehen.</p> <p>Die Situation von kleinen Unternehmen habe ich ja bereits angesprochen, ich möchte es hier aber noch einmal hervorheben. Diese kleinen Unternehmen haben meistens keine Reserven. Diese Menschen sind also direkt von Armut betroffen und werden sich nicht schnell von der Krise erholen können.</p> <p>Ich mache mir außerdem Sorgen um den Zusammenhalt im Land, denn eine anhaltende Krise könnte die Solidarität gefährden. Wenn Menschen nun so verzweifelt sind, dass sie nur noch an sich selbst denken können, ist der nächste Schritt ein kollektiver Egoismus und das ist wirklich bedenklich.</p> <p>Die Menschenrechtsverletzungen der Sicherheitskräfte müssen auch geahndet werden. Das sehe ich aktuell als eine weitere Herausforderung, denn diese Kräfte werden kaum zur Rechenschaft gezogen.</p> <h3>3. Wie reagieren die Menschen vor Ort auf diese Herausforderungen?</h3> <p>Mich freut es wirklich zu sehen, wie hilfsbereit selbst auch arme Menschen miteinander umgehen und wie die Zivilgesellschaft versucht, Betroffenen zur Seite zu stehen. Es gab viele kleinere Spendenaktionen von lokalen NGOs in Togo, um besonders von Armut betroffene Menschen und Dörfer finanziell zu unterstützen. Die togolesische Regierung hat auch einige Initiativen zur Unterstützung ins Leben gerufen, das ist auch lobenswert.</p> <p>Viele Menschen organisieren sich nun auf lokaler Ebene selbst, es gibt Gemeinschaftsküchen für Bedürftige und sowohl wohlhabende, als auch ärmere Teile der Bevölkerung zeigen sich aktuell noch solidarisch.</p> <p>Die togolesische Diaspora steht noch eng mit ihren Familien und Gemeinden in Kontakt, auch da gab es eine große Welle an Solidarität und finanzielle Unterstützung.</p> <p>Besonders hat es mich beeindruckt, wie Menschen auf Social Media versuchen, für die Situation zu sensibilisieren und zum solidarischen Teilen aufrufen. Es gibt viele Botschaften, die motivieren, sich gegenseitig zu helfen. Der Appell lautet da immer: „Wenn du etwas hast, teile es“. Das lässt mich ein wenig hoffen, dass die kulturell verankerte Solidarität doch noch bleibt. Diese Krise können wir nur zusammen überwinden.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Über MiGlobe</h2>             <p>MiGlobe ist ein Team von erfahrenen Akteurinnen und Akteuren mit Migrationsbezug, die Kommunen bei der interkulturellen Öffnung der kommunalen Entwicklungspolitik zur Seite stehen. MiGlobe Baden-Württemberg ist ein Kooperationsprojekt der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global gGmbH, des Forums der Kulturen Stuttgart e. V. und des Dachverbands Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V. Das Projekt wird finanziert durch Mittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Weitere Informationen</h2>             <p><a href="https://bw.miglobe.de/" target="_blank">Zur Webseite von MiGlobe</a></p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/wenn-du-etwas-hast-teile-es.html</link><pubDate>Wed, 29 Jul 2020 13:52:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/wenn-du-etwas-hast-teile-es.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2020/07/20200721_David-Tchakoura_500_2.jpg" length="71818" type="image/jpeg" /></item><item><title>Kinderrechte stärken</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2020/06/200602_Lea_Kulakov_Teaser.jpg" width="601" height="366" alt="">                   </figure>          <h3>Welche Rechte sind konkret gemeint mit den Kinderrechten?</h3> <p>Mit den Kinderrechten sind alle in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschriebenen Kinderrechte gemeint. Insgesamt sind es 54 Artikel, zum Beispiel das Recht auf Schutz vor Gewalt, das Recht auf Bildung, das Recht auf Gleichbehandlung und Schutz vor Diskriminierung und das Recht auf Gesundheit. Die Kinderrechte ergänzen die allgemeinen Menschenrechte und wurden definiert, um der besonderen Rolle von Kindern und Jugendlichen in der Gesellschaft gerecht zu werden und sie zu stärken – deshalb beziehen die Kinderrechte alle Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre mit ein. Aus dem Katalog der UN-Kinderrechtskonvention fokussiert sich die Kindernothilfe in ihrer Projekt- und Programmarbeit vor allem auf vier Schwerpunkte: Bildung, Schutz vor Gewalt, Schutz vor wirtschaftlicher Ausbeutung und Teilhabe.</p> <h3>Wie können wir Kinderrechte stärken, worauf kommt es an, damit Kinder mit ihren Rechten berücksichtigt werden?</h3> <p>Um Kinderrechte zu stärken ist es wichtig anzuerkennen, dass Kinder selbst Rechteträger sind. Das mag selbstverständlich klingen und fast alle Staaten der Welt haben die UN-Kinderrechtskonvention auf dem Papier auch unterzeichnet, aber auf die Lebensrealität vieler Kinder in unseren 32 Partnerländern hat dies oftmals nur wenig Einfluss: Auf der politischen Agenda haben Kinderrechte leider selten Priorität. Aber auch das persönliche Umfeld und die Zivilgesellschaft tragen natürlich Verantwortung dafür, dass Kinderrechte verwirklicht werden. Hier fehlt oft das Bewusstsein für Kinderrechte.</p> <p>Unser Ansatz besteht deshalb darin, Kinder so zu unterstützen, dass sie ihre Rechte selbst kennen und einfordern können. Neben Projekten, die sich auf Bildung, Aufklärung oder Kinderschutz fokussieren, fördern wir immer auch die Gemeinwesenentwicklung. Dieser ganzheitliche Ansatz bedeutet auch, dass wir mit unseren Projekten nicht nur Kinder direkt fördern, sondern auch das gesamte Umfeld um sie herum. Das wirkt sich dann positiv auf die Kinder aus.</p> <p>In vielen Ländern unterstützen wir beispielsweise Frauenselbsthilfegruppen. Frauen aus einer Gemeinde werden dabei unterstützt, sich in Selbsthilfegruppen zusammenzuschließen. Sie sparen gemeinsam Geld, entwickeln Geschäftsideen und nehmen Herausforderungen in ihrem Dorf in die Hand. In den Selbsthilfegruppen wird auch viel über Kinderrechte gesprochen und darüber, wie wichtig Bildung für Kinder ist. Durch die zusätzlichen Einnahmen durch die neuen Geschäftsideen können die Familien mehr Kinder zur Schule schicken. Damit tragen sie auch zur Reduzierung von Armut bei und schaffen Bewusstsein für Probleme und entsprechende Lösungen.</p>   </div> <div class="ce_text block">             <h3>Können Sie an einem oder zwei Beispielen beschreiben, wie Projekte zu Kinderrechten konkret aussehen?</h3> <p>Die Projekte der Kindernothilfe werden gemeinsam mit den Partnerorganisationen vor Ort geplant und durchgeführt. Momentan arbeiten wir weltweit mit rund 350 lokalen NGOs zusammen. Die Kolleg*innen kennen die Situation, die Menschen und die kulturellen Besonderheiten am besten und können so gezielt Projekte planen und umsetzen.</p> <p>Ein schönes Beispiel für die tolle Zusammenarbeit ist das länderübergreifende Projekt „It´s Time to Talk! – Children´s Views on Children´s Work“. In 18 Ländern treffen sich regelmäßig arbeitende Kinder und Jugendliche in sogenannten Kinderkomitees, um über ihre Situation und Lebensrealität als arbeitende Kinder und Jugendliche zu diskutieren, Probleme zu identifizieren und entsprechende Forderungen an Menschen in ihrem Umfeld zu formulieren, die sie bei einer Verbesserung ihrer Lebenssituation unterstützen können. Die Kinder und Jugendlichen organisieren dann Treffen mit diesen Personen, beispielsweise mit Eltern, Lehrer*innen, Gemeindevorständen oder Politiker*innen. Für viele arbeitende Kinder und Jugendliche ist es das erste Mal, dass sie wirklich ernst genommen werden und dass ihnen jemand zuhört. Dadurch wachsen ihr Selbstbewusstsein und die Motivation anderen zu helfen enorm. Bei diesem Projekt arbeiten wir mit sehr kreativen und kindgerechten Methoden, um die Kinder und Jugendlichen zu beteiligen. Eine sinnvolle Partizipation von Kindern und Jugendlichen ist in der Entwicklungszusammenarbeit noch selten. Basierend auf diesem Projekt haben wir deshalb im letzten Jahr andere NROs, die in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit aktiv sind, darin geschult, wie man Kinderpartizipation bei der Planung und Umsetzung von Projekten sinnvoll einsetzen kann und welche tollen Methoden es dafür gibt.</p> <h3>Wie hat sich die Arbeit der Kindernothilfe, gegründet 1959, seit ihren Anfängen verändert?</h3> <p>Die Kindernothilfe wurde vor 60 Jahren im Zuge der großen Hungersnot in Indien gegründet. Noch heute nehmen wir natürlich Kinderrechtsverletzungen wie Armut und Hunger in den Blick, allerdings wollen wir auch auf die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in unseren Partnerländern, und auch in Deutschland, einwirken. Deshalb sind wir in vielen nationalen und internationalen Bündnissen aktiv, tragen dadurch zur nachhaltigen Umsetzung der Kinderrechte bei. Auch durch Öffentlichkeitsarbeit, beispielsweise durch Kampagnen, oder viele ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer versuchen wir die Öffentlichkeit aufzuklären und ein Bewusstsein für Kinderrechte zu schaffen.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h3>Weitere Informationen</h3>             <p><a href="http:// www.kindernothilfe.de" target="_blank">Mehr zur Kindernothilfe<br></a><a href="https://www.kinderrechtskonvention.info/" target="_blank">Mehr zur Kinderrechtskonvention</a></p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/kinderrechte-starken.html</link><pubDate>Tue, 02 Jun 2020 12:52:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/kinderrechte-starken.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2020/06/200602_Lea_Kulakov_Teaser.jpg" length="27036" type="image/jpeg" /></item><item><title>Afrika-Sonderpreis beim Song Contest</title><description><![CDATA[ <div class="ce_image block">         <figure class="image_container">          <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2020/05/200525_Salome_und_Shalom.jpg" width="600" height="366" alt="© Dave Nyirenda">             </figure> </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>Wie seid ihr auf den Song Contest aufmerksam geworden und was hat euch bewegt, daran teilzunehmen?</strong></p> <p>Shalom: „Wir haben durch unsere deutschen Freundinnen Luna und Nadja, die einen Freiwilligendienst an unserer Schule geleistet haben, vom Song Contest erfahren. Sie kamen auf uns zu und fragten, ob wir an dem Wettbewerb teilnehmen könnten. Wir sahen es als eine Gelegenheit für die Welt, zu hören, was wir als Gruppe tun, und wir wollten einfach nur gehört werden, unsere Stimme erheben und hofften, dass vielleicht andere wie wir – die da draußen sind und einfach auf eine solche Gelegenheit hoffen – motiviert werden würden, ebenfalls aufzustehen. Also sagten wir uns: "Warum nicht?" – und dann haben wir es versucht.“</p> <p>Salome: „Wir wollten die ganze Welt zusammenbringen, denn manchmal denken wir in verschiedenen Situationen, dass wir uns gegenseitig vernachlässigen, etwa wegen unserer unterschiedlichen Herkunft, unserer Hautfarbe und verschiedener anderer Dinge. Mit unserem Song wollten wir zumindest einen Beitrag leisten, denn obwohl wir noch jung sind, wollen wir uns anstrengen etwas zu verändern.”</p> <p>Shalom: „Und wir lieben die Musik, es ist eine Leidenschaft, mit der wir aufgewachsen sind, seit wir Kinder sind.”</p> <p><strong>Worum geht es in eurem Song „Love and Unity“?</strong></p> <p>Shalom: „Wir haben den Song "Love and Unity" geschrieben, weil wir EINE WELT wollen. Dafür kämpfen wir als Kinder, wir wollen nicht, dass die Art und Weise, wie wir in dieser Welt aufwachsen, zukünftigen Generationen ebenfalls widerfährt. Wenn sie kommen, sollen sie sehen, dass alles in Ordnung ist – nicht perfekt, aber okay. “</p> <p><strong>Wie ist der Song entstanden?</strong></p> <p>Salome: „Wir haben den Song gemeinsam geschrieben. Es war einfach, den Text einzubringen, da wir als Gruppe zusammengearbeitet haben. Natürlich sind wir alle unterschiedlich, aber wir haben es trotzdem geschafft, einen gemeinsamen Text auf die Beine zu stellen – das macht uns wirklich glücklich. Wir haben den Rap-Teil hinzugefügt, damit der Song rockt und nicht zu traurig klingt. Wir wollten, dass die Leute das Lied genießen während sie dessen Botschaft aufnehmen.“</p> <p><strong>Wie denkt ihr kann Musik und euer Song die Welt bewegen?</strong></p> <p>Salome: „Wenn andere Kinder uns irgendwo singen hören, werden sie motiviert sein, sie werden sagen: "Ich möchte so sein wie diese Kinder." Wenn diese Kinder sich uns anschließen, werden wir sehr viele sein, wir werden unsere Botschaft fast überall verbreiten und dann wird es sehr einfach sein, die Welt zu verändern, sie zu EINER WELT zu machen.“</p> <p>Mit ihrer Motivation, den EINE WELT-Gedanken zu stärken, haben sich „The Elites“ einen Platz auf dem EINE WELT-Album Vol. 3 gesichert. Das Album enthält alle Gewinnersongs der dritten Runde des Song Contests „Dein Song für EINE WELT!“, professionell produziert auf zwei CDs. Das Album kann kostenlos unter www.eineweltsong.de bestellt und heruntergeladen werden.</p> <p><em><strong>Original Interview – Englisch</strong></em></p> <p><strong>How did you hear about the Song Contest and what made you decide to participate?</strong></p> <p>Shalom: „We heard about from our German friends Luna and Nadja who made a voluntary service at our school. They approached us asking if we could join the contest. Well we saw it as an opportunity for the world to hear what we do as a group and we just wanted to be heard, to speak up and hoped that maybe others like us – who are out there just hoping for such an opportunity – would be motivated to stand up too. So we said "why not?", and then we gave it a shot.”</p> <p>Salome: „We wanted to bring the whole world together, because sometimes we think in different situations we neglect each other, because of our different states, of our skin colour and different things. So at least we wanted to contribute, although we are small we want to make the effort to change.”</p> <p>Shalom: „And we love music, it’s a passion, that we are grown up with since we are kids.”</p> <p><strong>What's your song "Love and Unity" about?</strong></p> <p>Shalom: „We wrote the song „Love and Unity“ because we want ONE WORLD. That’s what we are fighting for as kids, we don’t want the way we grow up in this world for that to happen to other generations that are about to come. When they come, they should find, that everything is just fine – not perfect, but okay.“</p> <p><strong>How was the song written?</strong></p> <p>Salome: „We wrote the song together, it was easy to bring in the lyrics as we were doing some group work. Of course as a group we have some differences but anyway we made it, so we are really happy. We added the rap part to make it rock, so that it doesn’t sound too sorrowful. We wanted people to enjoy the song as they are getting the message from it.“</p> <p><strong>How do you think music and your song can move the world?</strong></p> <p>Salome: „Music and our song is going to help some other kids too, if they are going to hear us sing somewhere, they are going to be motivated, they are going to be like „i want to be like those kids“, so if those ones will join us, there will be a lot of us, so we are going to spread the news almost everywhere and then it will be very simple to change the world, to make it just one world.“</p> <p> </p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/afrika-sonderpreis-beim-song-contest.html</link><pubDate>Mon, 25 May 2020 12:45:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/afrika-sonderpreis-beim-song-contest.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2020/05/200525_Salome_und_Shalom.jpg" length="36106" type="image/jpeg" /></item><item><title>Warum es so wichtig ist, rassismuskritisch denken zu lernen</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2020/03/200318_Tupoka_Ogette-min.jpeg" width="500" height="553" alt="">                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Tupoka Ogette Rassismus-Expertin</figcaption>            </figure>          <h3>1. Angesichts der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen nach rechts: Was gibt Ihnen persönlich die Kraft, sich als Aktivistin für mehr rassismuskritisches Denken und Diskriminierungssensibilität einzusetzen und weiterzumachen?</h3> <p>Ehrlich gesagt gibt es solche und solche Tage. Die Entwicklungen in letzter Zeit und die Zuspitzung in dem schrecklichen Attentat in Hanau ist für von Rassismus Betroffene Menschen und Menschen, die sich beruflich mit Rassismuskritik und auch Rechtsextremissmus-Prävention auseinandersetzen keine Überraschung. So traurig das ist. Seit Jahren warnen wir davor. Wir warnen davor, dass diese Polarisierung der Gesellschaft, dieses „was darf ich denn noch sagen“, der Nährboden für derartige Horrortaten sind. Es war also schon ein herber Schlag und natürlich macht es mir auch persönlich Angst. Ich habe Söhne, die auch an so einem Ort wie einer Shishabar hätten sein können.</p> <p>Und gleichzeitig weiß ich eben auch: Rassismuskritik und die Rekonstruktion eines rassistischen Systems sind ein Marathon und kein Sprint. Es ist immer ein Schritt voran und drei zurück. Daher kommt - auch nach einem so großen Tiefschlag - die Hoffnung bei mir zurück, auch wenn es diesmal ein bisschen länger gedauert hat.</p> <h3>2. Sind rassismuskritisch und rassismussensibel für Sie Synonyme oder sollten die Begriffe unterschieden werden?</h3> <p>Es ist wichtig, beides zu sein oder zu werden, denke ich. Sensibel für rassistische Strukturen, verinnerlichten Rassismus bei sich selbst oder bei Anderen, sensibel dafür, was Sprache für eine Macht haben kann. Und gleichzeitig eine kritische Haltung Rassismus gegenüber stärken und entwickeln. Nicht nur dem offensichtlichen Rassismus gegenüber, also Hasstaten und Übergriffen. Auch dem Rassismuss, der schleichend und vermeintlich harmlos daherkommt. In Kinderbüchern, in Witzen, in eigenen Gedanken.</p> <h3>3. Sie beschreiben in Ihren Analysen, dass rassistisches Denken in der Mitte der Gesellschaft verankert ist. Wo sehen Sie in diesem Zusammenhang die Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit?</h3> <p>Rassistisches Denken ist Teil unserer gesamten Struktur als Gesellschaft. Es ist Ideologie, Struktur und es wirkt prozesshaft. Dementsprechend ist zu allererst einmal kein Individuum und keine Institution frei von Rassismus. Wir sind alle rassistisch sozialisiert. Bei entwicklungspolitischen Institutionen sehe ich zwei Besonderheiten. Einerseits ist die Geschichte des Rassismus immanent mit der Existenz von entwicklungspolitischen Institutionen verknüpft. Menschen, Organisationen und Länder des globalen Südens müssten nicht „entwickelt“ werden, wenn es die Ausbeutung durch den transatlantischen Sklavenhandel und die danach Folgende Kolonialzeit nicht gegeben hätte. Allein der Gedanke von „entwickelt“ versus „nicht-, oder unter-entwickelt“ ist ein Produkt des Dualismus, der rassistische Theorien legitimiert hat. Entwicklungspolitik ist nicht selten Teil von neolokonialen Strukturen.</p> <p>Andererseits herrscht aber gerade in Entwicklungsorganisationen oft das Selbstverständnis, besonders Gutes zu tun und damit auch zu den besonders Guten zu gehören. Vor allem zu denen, die absolut nicht rassistisch sein können.</p> <p>Diese beiden Dinge passen leider schlecht zusammen, wenn es dann um rassismuskritische Selbstreflexion gehen soll, da diese Forderung dann nicht selten große Abwehr auslöst oder gar eine rassismuskritische Auseinandersetzung ganz verhindert.</p>   </div> <div class="ce_text block">             <h3>4. Welche Maßnahmen sollten Organisationen aus dem Bereich der Entwicklungszusammenarbeit ergreifen, damit ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rassismus- und diskriminierungskritisch handeln?</h3> <p>Externe Berater*innen einladen. Und sich gesamtinstitutionell so schnell und so intensiv wie es nur geht, in die rassismuskritische Arbeit stürzen. Und dies am besten top-down. Meine Erfahrung ist, wenn die Führungsetage mit gutem Beispiel vorangeht, dann ist es für alle in der Institution viel leichter und nachhaltiger. Mit „gutem Beispiel“ meine ich hier drei Dinge: Die Wichtigkeit von Rassismsukritik der Institution zu priorisieren. Sich selbst verletzlich und selbstkritisch zeigen. Ressourcen dafür bereitstellen und nicht nur Worte. Ich denke, vor allem an Punkt zwei und drei mangelt es oft. Wichtig wäre es auch, eine Art Leitfaden oder Selbstverpflichtung zu entwickeln. Und dies als „lebendes“ Dokument, also ein Dokument war immer wieder evaluiert wird.</p> <p>Regelmäßige Räume für Empowerment und Critical Whiteness für alle Mitarbeiter*innen wären zum Beispiel Bestandteil eines solchen Leitfadens.</p> <h3>5. Was bedeutet es, rassistisch zu handeln? Was sind Ihre wichtigsten Tipps für Weiße, die nicht rassistisch handeln wollen?</h3> <p>Also ich unterscheide da ganz klar zwischen bewussten und gewollten rassistischen Aussagen oder Handlungen und unbewussten Intention. Bei bewussten rassistischen Handlungen bin ich die falsche Ansprechperson. Ich denke, da sollte als Institution aber auf jeden Fall immer und konsequent gehandelt werden.</p> <p>Rassistisch zu handeln ist sonst leider eher die Norm als die Abweichung. Es ist Teil unserer Sozialsierung. Diese Erkenntnis ist zwar traurig und oft auch erschreckend aber gleichzeitig eben auch wichtig und der erste Schritt, um Rassismus überhaupt demonstrieren zu können.</p> <p>Ansonsten kann ich es nicht oft genug sagen: Rassismuskritisch denken lernen. Die eigene Sprache aus rassismuskritischer Sicht analysieren und anpassen. Eigene Denkmuster auf rassistische Inhalte überprüfen. Das Wahrnehmen ist ein wichtiger erster Schritt dabei. Man muss sich nicht gleich verurteilen dafür aber es bewusst wahrnehmen ist wichtig. Sich mit anderen weißen Menschen über das Erlernte austauschen. Schwarzen Menschen und People of Color zuhören und von ihrer Perspektive lernen. Ein ganz wichtiger weiterer Punkt ist auch der, dass weiße Menschen einen Umgang mit dem Konzept der white fragility finden sollten.</p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/warum-es-so-wichtig-ist-rassismuskritisch-denken-zu-lernen.html</link><pubDate>Fri, 20 Mar 2020 15:47:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/warum-es-so-wichtig-ist-rassismuskritisch-denken-zu-lernen.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2020/03/200318_Tupoka_Ogette.jpeg" length="40851" type="image/jpeg" /></item><item><title>Kommunale Entwicklungspolitik und Agenda 2030</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2020/03/Sabrina%20Hoffmann_Bild.jpg" width="1140" height="802" alt="">                      <figcaption class="caption" style="width:1140px">Sabrina Hoffmann ist Koordinatorin für kommunale Entwicklungszusammenarbeit im Landkreis Passau. Foto: Sabrina Hoffmann</figcaption>            </figure>          <h3>1. Was sind Ihre Hauptaufgaben als Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik?</h3> <p>Es gibt verschiedene Projekte, die in meinen Aufgabenbereich fallen seitdem ich im November 2019 den Landkreis Passau als Koordinatorin ergänze: Dazu zählen die Partnerschaftsarbeit mit Kommunen des Globalen Südens, die Förderung der Fairen Beschaffung und des Bewusstseins für entwicklungspolitische Themen in der eigenen Verwaltung, die Vernetzung der bereits entwicklungspolitisch Engagierten, die Unterstützung des Globalen Lernens in pädagogischen Einrichtungen sowie das Projekt „1000 Schulen für unsere Welt“, in dem momentan Spendengelder für eine Schule in Tansania gesammelt werden. Da jeder dieser Bereiche wiederum unterschiedliche Akteur*innen, Einrichtungen oder Zielgruppen betrifft, ist eine meiner zentralen Hauptaufgaben Vernetzungs- sowie Anlaufstelle zu sein – und natürlich den Überblick über die einzelnen Vorhaben zu behalten. Andererseits nimmt auch die Suche nach (neuen) Ideen für die Umsetzung der Projekte sowie die Planung (und hoffentlich auch die spätere Umsetzung) mit den jeweiligen Akteur*innen und Kolleg*innen einen zentralen und spannenden Part in meiner Stelle als Koordinatorin ein.</p> <h3>2. Welche Rolle spielen die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung bei Ihrer Arbeit und welchen Beitrag können Kommunen zur Erreichung der Ziele leisten?</h3> <p>Für mich persönlich sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung wohl der Kern beziehungsweise das „Herzstück“ meiner Arbeit. Die verschiedenen Ziele, manche stärker und manche schwächer, bilden insgesamt die Basis für die einzelnen, oben genannten Aufgabenbereiche und stellen gleichzeitig auch eine Art Legitimierung für meine Arbeit im Landkreis Passau dar. Dabei nehmen Kommunen eine wichtige Rolle zur Erreichung der Ziele ein, zumal die SDGs nur durch das aktive Mitwirken und die Zusammenarbeit verschiedener Staaten sowie Akteur*innen erreicht werden können. Daher sind auch einzelnen Städte, Gemeinden oder Landkreise gefragt, um die Ziele, die ja auf internationaler Ebene beschlossenen wurden, auf lokaler Ebene zu verfolgen, konkret umzusetzen und dadurch erfahrbar zu machen. Außerdem haben speziell Kommunen durch ihre Nähe zu den eigenen Bürger*innen die Chance, zum Beispiel durch Veranstaltungen oder Öffentlichkeitsarbeit, das Bewusstsein für Themen der nachhaltigen Entwicklung zu schaffen und können dadurch einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Ziele leisten.</p> <h3> </h3>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2020/03/2b_ausgew%C3%A4hlte%20SDGs%20Landkreis%20Passau.png" width="1140" height="751" alt="">                      <figcaption class="caption" style="width:1140px">Einige der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung sind für die kommunale Entwicklungspolitik des Landkreises Passau besonders wichtig.</figcaption>            </figure>          <h3>3. Welches Thema/Projekt liegt Ihnen persönlich besonders am Herzen?</h3> <p>Einerseits liegt mir besonders die Bewusstseinsbildung für entwicklungspolitische Themen am Herzen, da die 17 Ziele letztendlich nur gelebt werden können, wenn sie bekannt sind und klar ist, welche Rolle sie für einen selbst sowie für das eigene Handeln – privat oder in der Arbeit – spielen. Das ist insbesondere auch deshalb spannend, weil ich dadurch selbst immer wieder auf Neues stoße und viel dazu lernen kann. Andererseits ist auch Zusammenarbeit oder „Partnerschaftlichkeit“ ein sehr wichtiges Thema für mich. Alleine werde ich meine Aufgaben als Koordinatorin in den kommenden zwei Jahren nicht erreichen können, weshalb Kooperation, Austausch und letztendlich „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“ (Ziel 17) mit den unterschiedlichen Akteur*innen im Landkreis zentral sind – und gleichzeitig auch sehr viel Spaß machen!</p> <h3>4. Was wurde im Bereich der kommunalen Entwicklungspolitik des Landkreises Passau vor der Schaffung der Stelle schon erreicht?</h3> <p>Auch vor meiner Stelle als Koordinatorin hat sich im Landkreis Passau schon einiges getan. Zum Beispiel organisiert der Landkreis Passau ein jährlich stattfindendes Treffen zum gegenseitigen Austausch für die verschiedenen Organisationen, Institutionen oder auch Einzelpersonen, die sich für Eine-Welt-Themen oder entwicklungspolitisch in anderen Ländern engagieren – das Treffen hat dieses Jahr nun zum vierten Mal stattgefunden. Im Eine-Welt-Laden in Vilshofen gibt es außerdem eine gut genutzte Station für Globales Lernen mit speziellen Lernkisten, die von den verschiedenen Schulen ausgeliehen werden. Zudem hat sich der Landkreis im Jahr 2018 der Agenda 2030 angeschlossen – Seitdem wurde in verschiedenen Workshops und in einer Arbeitsgruppe eine Nachhaltigkeitsstrategie basierend auf sechs ausgewählten SGDs ausgearbeitet. Die Strategie wurde schließlich im Dezember 2019, also kurz nachdem ich als Koordinatorin angefangen habe, beschlossen. In diesem Beschluss sind einige meiner Aufgaben und Ziele, wie etwa die Unterstützung von Partnerschaften oder eine nachhaltigere Beschaffung in der eigenen Verwaltung, festgeschrieben und ich freue mich zur Verwirklichung dieser Ziele beitragen zu können!</p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/interview-sabrina-hoffmann.html</link><pubDate>Mon, 09 Mar 2020 12:56:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/interview-sabrina-hoffmann.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2020/03/Sabrina%20Hoffmann_Bild.jpg" length="508955" type="image/jpeg" /></item><item><title>30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/11/191120_teaserbox_57211411.jpg" width="500" height="305" alt="Eine junge Frau sitzt an einer Nähmaschine" title="Foto: ALDEPA">                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Mit Unterstützung des Projekts können die Jugendlichen zum Beispiel eine Schneiderlehre aufnehmen. Foto: ALDEPA</figcaption>            </figure>          <p>Die Kinderrechtsorganisation Kinderrechte Afrika e.V. setzt sich seit 1996 für die Grundrechte von Kindern ein. So zum Beispiel mit dem Projekt „Stärkung des Systems der Jugendstrafgerichtsbarkeit und Beitrag zur Schaffung eines wirksamen und nachhaltigen Kinderschutzes im äußersten Norden Kameruns“, das seit Mai 2016 läuft. Die lokale Partnerorganisation ALDEPA betreut das Projekt in Kamerun vor Ort. Bengo von Engagement Global fördert das Projekt mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.</p> <p>Die Projektregion gehört zu den ärmsten und bevölkerungsreichsten Gegenden Kameruns. Vor allem die großen Städte erfahren in den letzten Jahren einen starken Bevölkerungszuwachs, insbesondere von minderjährigen Personen, die auf der Suche nach Arbeit sind. Oft leben und arbeiten die Kinder und Jugendlichen auf der Straße, wo sie Opfer von Gewalt, wirtschaftlicher Ausbeutung oder Kinderhandeln werden. Laut Kinderrechte Afrika e.V. finden sich viele Kinder wegen kleiner Diebstähle irgendwann in Polizeigewahrsam oder Gefängnissen wieder. Andere würden wiederum von ihren Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern einer Straftat bezichtigt – in der Regel unberechtigter Weise –, damit diese ihnen keinen Lohn zahlen müssen. Im Gefängnis sehen sich die Kinder und Jugendlichen mit Haftbedingung konfrontiert, die ihre Menschen- und Kinderrechte grob missachten. Das Projekt will dazu beitragen, das System der Jugendgerichtsbarkeit zu stärken und den Kinderschutz wirksamer und nachhaltiger zu gestalten.</p> <p>Elisabeth Munsch hat uns anlässlich des Internationalen Tags der Kinderrechte und direkt im Anschluss an ihren Projektbesuch einige Fragen beantwortet.</p>   </div> <div class="ce_text block">             <h2>Engagement Global: Das Projekt startete 2016 und endet voraussichtlich Ende Dezember 2019. Was hat sich getan?</h2> <p>Elisabeth Munsch: Polizeikräfte, Richter(innen) und Gefängniswärter(innen) wurden zu den Besonderheiten der Jugendstrafgerichtsbarkeit geschult, mit besonderem Blick auf Kinderrechte und Alternativen zu einer Inhaftierung. Knapp 80 Prozent der Fälle, in denen Minderjährige angeklagt wurden, konnten dadurch außergerichtlich geklärt werden. Außerdem werden nun die gesetzlichen Fristen für die Untersuchungshaft und die Anklageerhebung beachtet, wenn ein Minderjähriger festgenommen wird.</p> <p>In Haft erhalten die Jugendlichen medizinische Versorgung, Zusatznahrung und Bildungsangebote. Informative Diskussionsrunden werden wöchentlich organisiert und die Jugendlichen können an Alphabetisierungskursen im Gefängnis teilnehmen. Für Minderjährige, die bereits ein bestimmtes Schulniveau hatten, konnte erreicht werden, dass sie das Gefängnis verlassen dürfen, um ihre Grundschulprüfung abzulegen. Die Gefängniswärter(innen) werden in die pädagogische Begleitung der Kinder einbezogen und leiten die Aktivitäten an. Auch Berufsinformationstage werden in den Gefängnissen organisiert, sodass die Jugendlichen ihren Berufswunsch entwickeln können. Selbst eine Einführung in verschiedene Ausbildungsberufe wird im Gefängnis angeboten.</p> <p>Die Jugendtrakte in den Gefängnissen der Projektregion funktionieren also nun wie spezielle geschlossene Bildungszentren. Die Zeit, die die Jugendlichen im Gefängnis verbringen, können sie dort für ihre (Aus-)Bildung nutzen, um mit einen guten Neustart nach der Entlassung direkt Fuß zu fassen.</p> <p>Viele der Jugendlichen hatten den Kontakt zu ihren Familien verloren. Das Projekt macht die Eltern ausfindig und begleitet sie bei der Wiedereingliederung der Jugendlichen nach der Haft.</p> <p>Durch diese Maßnahmen konnte erreicht werden, dass kaum ein Jugendlicher rückfällig wurde.</p> <p>Kleinkinder, die an der Seite ihrer inhaftierten Mütter im Gefängnis aufwachsen müssen, entwickeln ihre Fähigkeiten altersgerecht dank der frühkindlichen Förderung, die durch das Projekt eingeführt wurde. Kinder ab drei Jahren können jetzt sogar einen Kindergarten außerhalb des Gefängnisses besuchen. Das Gefängnispersonal oder ein(e) Freiwillige(r) bringen sie dort hin und holen sie wieder ab. Ihre Mütter sind sehr dankbar für diese Förderung.</p> <h2>EG: Was waren und sind besondere Herausforderungen oder Schwierigkeiten vor Ort?</h2> <p>Elisabeth Munsch: Die größte Herausforderung war die Begleitung von Kindern, die wegen Terrorismus verhaftet wurden. Manche Jugendliche werden verdächtigt, mit der Sekte Boko Haram in Verbindung zu stehen. Einige von ihnen hatten sich tatsächlich den Reihen von Boko Haram angeschlossen, andere waren von der Miliz entführt worden. Zunächst wurden diese Fälle vor dem Militärgericht behandelt, das keine speziellen Verfahren für Minderjährige kennt. Ein ständiges Plädoyer über eine lange Zeit hinweg war nötig, um schließlich zu erreichen, dass auch für diese Jugendlichen internationale Standards eingehalten, ihre Fälle vor einem Zivilgericht verhandelt und ihre Grundrechte (Habeas Corpus) bei der Festnahme beachtet werden.</p> <p>So verbringen sie nun ihre Haft zusammen mit anderen Minderjährigen in den vom Projekt ausgebauten Jugendtrakten der Gefängnisse. Die ersten von ihnen verbrachten bis zu drei Jahre in Haft, bevor sie dank des Rechtsbeistands des Projekts entlassen und wieder integriert werden konnten.</p> <h2>EG: Wie läuft die Arbeit mit dem Projektpartner ALDEPA vor Ort ab?<strong> <br></strong></h2> <p>Elisabeth Munsch: Kinderrechte Afrika e. V. bereitet das Projekt mit dem Partner vor, basierend auf Erkenntnissen aus vorherigen Projekten sowie aktuellen Entwicklungen. Die Maßnahmen und Umsetzungsstrategien werden dann gemeinsam entwickelt. Kinderrechte Afrika e. V. begleitet die Umsetzung durch die gemeinsame Planung, Halbjahresberichte und mindestens einen jährlichen Vor-Ort-Besuch. Die Aktivitäten und Ergebnisse werden dabei gemeinsam analysiert, um Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Kinderrechte Afrika e. V. bietet auch technische Unterstützung bei der Umsetzung, wenn es notwendig ist, und begleitet den Partner bei der Dokumentierung und Aufbereitung von bewährten Vorgehensweisen, sogenannten best practices.</p> <h2>EG: Was ist Ihr Wunsch zum Tag der Kinderrechte?<strong><br></strong></h2> <p>Elisabeth Munsch: Unser Wunsch ist es, dass die Behörden und die lokalen staatlichen Dienste sich auch künftig immer mehr einbringen, indem sie die bewährten Vorgehensweisen, die wir im Projekt erprobt haben, anwenden, sie dadurch verewigen und nachhaltig eine Jugendgerichtsbarkeit praktizieren, die die Rechte der Kinder achtet.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Weitere Informationen</h2>             <ul> <li><a title="Kinderrechte Afrika e.V." href="https://www.kinderrechte-afrika.org/projekte-partner/aktuelle-projekte/kamerun-kinder-in-gefängnissen/" target="_blank">Zur Projektseite von Kinderrechte Afrika e.V.</a></li> <li><a title="Internetseite von Bengo" href="https://bengo.engagement-global.de/" target="_blank">Zur Internetseite von bengo</a></li> </ul>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/id-30-jahre-kinderrechtskonvention-225.html</link><pubDate>Wed, 20 Nov 2019 15:00:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/id-30-jahre-kinderrechtskonvention-225.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/11/191120_teaserbox_57211411-gro%C3%9F.jpg" length="79841" type="image/jpeg" /></item><item><title>Welttoilettentag</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/5/WelttoilettentagFoto%202%20gto_pressebilder_welttoilettentag-2019_191118_W%C3%B6hlert-0488-795c9695.jpg" width="402" height="268" alt="Eine Schülerin trägt einen weißen Overall und sitzt dabei auf einer Toilettenschüssel mitten auf dem Potsdamer Platz in Berlin">                      <figcaption class="caption" style="width:402px">Zum Welttoilettentag machten Schülerinnen und Schüler in Berlin auf die schlechte sanitäre Grundversorgung in vielen Region der Welt aufmerksam. Foto: Delia Wöhlert</figcaption>            </figure>          <p>Engagement Global fördert aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) seit vielen Jahren die Arbeit der German Toilet Organization (GTO). Das Bildungsprojekt „Klobalisierte Welt“ wird unter anderem von dem Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung von Engagement Global unterstützt. Zusätzlich bietet die GTO Fortbildungsseminare für andere Nichtregierungsorganisationen (NROs) zu Sanitärversorgung, Hygiene und Wasser an. Gefördert werden diese Seminare von Programm zur Förderung entwicklungspolitischer Qualifizierungsmaßnamen von Engagement Global.</p> <p>Anlässlich des Welttoilettentags wollten wir von Thilo Panzerbieter, Gründer und Geschäftsführer des gemeinnützigen Vereins, mehr über die Arbeit der Organisation erfahren.</p> <h2>Engagement Global: Wie „feierte“ die German Toilet Organization (GTO) den Welttoilettentag 2019?</h2> <p><strong>Thilo Panzerbieter</strong>: Gemeinsam mit Berliner Schülerinnen und Schülern haben wir das Schweigen rund um das „Stille Örtchen“ öffentlichkeitswirksam gebrochen. Auf dem Potsdamer Platz – im Herzen Berlins – stand gestern eine selbstgebaute, „mangelhafte“ Toilette, die den schlechten Zustand der sanitären Grundversorgung in vielen Regionen der Welt erlebbar machte. Verdutzte Passantinnen und Passanten wurden Flaschen mit verdrecktem Wasser gereicht. An einer eigens errichteten „Speakers Corner“ riefen die Schülerinnen und Schülern ihre Forderungen von einem „Klo-Pult“ den Menschen zu. Es wurden Flyer verteilt und in der Niedersächsischen Landesvertretung fand eine Schüler*innen-Pressekonferenz statt.</p> <p>Die Aktion ist Teil unseres entwicklungspolitischen Bildungsprojekts „Klobalisierte Welt“: In eintägigen Projekttagen haben die Schülerinnen und Schüler des Werner-von-Siemens-Gymnasiums, der John-F.-Kennedy Schule und des Johann-Gottfried-Herder-Gymnasiums sich mit dem Thema auseinandergesetzt und eigene Ideen für pressewirksame Aktionen am Welttoilettentag entwickelt und umgesetzt.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/5/Welttoilettentag%202%20Foto%20klein1%20gto_pressebilder_welttoilettentag-2019_191118_W%C3%B6hlert-0273-3d9a9855.jpg" width="402" height="268" alt="Eine Schulgruppe hält ein Banner in die Kamera mit der Aufschrift &quot;Lass uns zusammen die Welt retten - Toiletten sind ein Menschenrecht&quot;">                      <figcaption class="caption" style="width:402px">Die Aktion der Schülerinnen und Schüler war Teil des entwicklungspolitischen Bildungsprojekts Klobalisierte Welt. Foto: Delia Wöhlert</figcaption>            </figure>          <h2>Engagement Global: Wie ist die Resonanz auf solche öffentlichen Aktionen?</h2> <p><strong>Thilo Panzerbieter</strong>: Die Presse liebt das Spiel mit diesem scheinbar banalen, tabubehafteten Thema, welches provozierende Wortspiele erlaubt und dennoch unerwartete Tiefe mit sich bringt. Auch die Politik nimmt unsere Einladung zu solchen Anlässen gerne an. So war beispielsweise vor einem Jahr am Welttoilettentag Norbert Barthle, der Parlamentarische Staatssekretär des BMZ, dabei und es wurde sogar in der Tagesschau darüber berichtet.</p> <p>Die Schülerinnen und Schüler erleben Selbstwirksamkeit. Sie machen von ihrem Demonstrationsrecht gebrauch, setzen neues Wissen kreativ um und erfahren wie Pressearbeit funktioniert. Wenn wir in einem Nachbesuch an den Schulen die gemeinsamen Presseberichte, Grußworte aus der Politik oder den selbstgemachten Film der Aktion ansehen, sind viele stolz auf das gemeinsam erreichte. Ich glaube, dass die wahre Wirkung des Projekts sich erst hier entfaltet – wenn Jugendliche erfahren, was ihr soziales Engagement bewirken kann.</p> <h2>Engagement Global: Wie kam es zu der Projektidee? Gibt es da keine „Berührungsängste“ mit dem Thema bei den Schülerinnen und Schülern?</h2> <p><strong>Thilo Panzerbieter</strong>: Wir gründeten die GTO in 2005, um die Sanitärversorgung in einkommensschwachen Regionen der Welt zu verbessern. Schon kurz danach erhielten jedoch wir die ersten Zuschriften von Schulen in Deutschland, die auf ihre eigenen Schultoilettenprobleme hinwiesen. Wir sahen hier ein Potential. „Klobalisierte Welt“ knüpft an die Lebensrealität der Schülerinnen und Schüler an, um einen Perspektivwechsel einzuleiten: Wie wäre mein Leben ohne Trennwände, ohne Wasser, Seife oder Toilette? Welche Folgen hätte dieses für mein Leben, mein Umfeld, die Gesellschaft? Das Toiletten-Tabu macht das Thema spannend, die globalen Zusammenhänge überraschen. Gleichwohl kann man dabei unser System in Deutschland hinterfragen. Schließlich verwenden wir Trinkwasser, um unsere Exkremente wegzuspülen – nicht besonders nachhaltig.</p> <p>Da wir unsere Wirkung steigern wollen, bieten wir seit kurzem auch Lehrkräfte-Fortbildungen und Unterrichtsmaterialien an. Hiermit hoffen wir endlich auch Schülerinnen und Schüler im ganzen Bundesgebiet zu erreichen. Wir würden uns freuen, wenn dieses Interview dazu führt, dass Leserinnen oder Leser von diesem Angebot erfahren.</p> <h2>Engagement Global: Engagement Global fördert die Arbeit der GTO auch über das PFQ, dem Programm zur Förderung entwicklungspolitischer Qualifizierungsmaßnahmen. Hier bietet die GTO Fortbildungsseminare für andere NROs und deren Fachpersonal an. Warum sind solche Seminare notwendig?</h2> <p><strong>Thilo Panzerbieter</strong>: Auch hier waren Anfragen an unseren Verein der Ursprung der Idee. Wir erhielten Zuschriften und Anrufe von anderen NROs, die im Rahmen ihrer Auslandsprojekte Toiletten implementieren wollten. Oftmals wurden wir gebeten: „Schickt uns bitte einen Bauplan“. So einfach ist das aber nicht…</p> <p>Partizipation der Betroffenen ist bei diesem Thema essentiell wichtig und gleichzeitig eine Herausforderung. Wie thematisiert man ein Nutzungsverhalten, was sich hinter einem Tabu und einer verschlossenen Tür verbirgt? Manche wollen bei der Nutzung hocken, andere sitzen; einige waschen sich, andere nutzen Toilettenpapier; bei manchen ist es wichtig, dass Mann und Frau nicht unter einem Dach aufs Klo gehen, für manche spielt die Himmelsrichtung eine Rolle. So unterschiedlich wie die Nutzungsweisen, sind auch die technischen Möglichkeiten: ob mit oder ohne Spülung, mit oder ohne Urintrennung, mit oder ohne Wiederverwertung von Ressourcen wie Dünger oder Biogas. Die optimale Lösung wird auch durch lokal verfügbare Baumaterialien, lokale Gesetze und von den Methoden der Hygiene- und Verhaltensänderung beeinflusst. Unsere Seminare geben hier umfangreiche Orientierung.</p> <h2>Engagement Global: Wie ist die Resonanz der Zielgruppe?</h2> <p><strong>Thilo Panzerbieter</strong>: Ursprünglich schufen wir die Seminare für kleine Organisationen, die über wenig bis keine Auslandserfahrungen verfügten. Es zeigte sich aber sehr schnell, dass auch viele große Träger das Angebot sehr gerne annehmen, um die Qualität ihrer Maßnahmen zu sichern. Manche Förderer schicken ihre Antragsteller sogar aktiv zu uns. Auch Studierende nehmen gerne teil, um einen praktischen Einblick neben dem Studium zu erlangen.</p> <p>Wir bietet in der Zwischenzeit Seminare für eine Vielzahl von Themen: „Wasser“, „Hygienepromotion und Verhaltensänderung“, „Sanitärversorgung“ (vier verschiedene Seminare: Grundlagen, Aufbau, im urbanen Kontext, in der Übergangs- und Nothilfe) und „Monitoring &amp; Evaluation“. Die gute Resonanz führen wir zurück auf unseren Mix aus Vorträgen, interaktiven Gruppenübungen, jeweils gespickt mit zahlreichen Praxisbeispielen. Ein Besuch der Seminare ist auch für Interessierte anderer Themengebiete der Entwicklungszusammenarbeit sinnvoll – viele der Methoden lassen sich gut auf andere Themen übertragen.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">       <h2>Weitere Informationen</h2>             <ul> <li><a href="https://www.germantoilet.org/de/fortbildung/grundlagenkurse-wash" target="_blank">Zum aktuellen Kursangebot der German Toilet Organization für andere NROs</a></li> <li><a href="https://www.germantoilet.org/de/schulen/klobalisierte-welt-schulungen/" target="_blank">Zur Lehrkräfte-Fortbildung: "Klobales Lernen im Unterricht"</a></li> <li><a href="https://www.germantoilet.org/de/schulen/klobalisierte-welt-Unterrichtsmaterial/" target="_blank">Zu didaktisch-konzipierten Unterrichtsmaterialien mit Sanitärbezug</a></li> <li><a href="https://www.germantoilet.org/de/schulen/klobalisierte-welt/" target="_blank">Zu den "Klobalisierte Welt" Projekt- und Aktionstagen an Schulen</a></li> <li><a title="Film zum Aktionstag " href="https://www.youtube.com/watch?v=ias_q5Oi8vo" target="_blank">Zum Film über die Aktion zum Word Toilet Day 2019 auf YouTube</a></li> </ul>         </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/welttoilettentag.html</link><pubDate>Tue, 19 Nov 2019 21:40:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/welttoilettentag.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/11/WelttoilettentagFoto%202%20gto_pressebilder_welttoilettentag-2019_191118_W%C3%B6hlert-0488.jpg" length="166302" type="image/jpeg" /></item><item><title>Climate Cycle Tour macht Halt bei Engagement Global</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/f/190902_Climate-Cycle-Tour_Gruppenbild-ee32945f.jpg" width="500" height="305" alt="" title="Foto: Engagement Global">                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Mit der Climate Cycle Tour möchte die Gruppe auf den Klimawandel aufmerksam machen und andere dazu bewegen, selbst aktiv zu werden. Foto: Engagement Global</figcaption>            </figure>          <p><strong>Bonn, 29. August 2019</strong>. Auf ihrer Etappe von Köln nach Remagen legten sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Climate Cycle Tour einen Zwischenstopp bei Engagement Global in Bonn ein. Die Climate Cycle Tour ist ein Projekt des internationalen Jugendnetzwerks Peer-Leader-International e.V. und wird vom Förderprogramm entwicklungspolitische Bildung (FEB) von Engagement Global gefördert. FEB vergibt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Fördermittel an gemeinnützige Vereine und Organisationen, die sich in der entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit in Deutschland engagieren. Dabei werden Projekte unterstützt, die anschaulich und greifbar über entwicklungspolitische Themen aufklären sowie Impulse geben und Wege aufzeigen, entwicklungspolitisch tätig zu werden. Während der Radtour vom 21. August bis 3. September 2019 macht die Gruppe Halt in verschiedenen Städten, wo sie Lesungen zum Thema Klimawandel hält.</p> <p>Angelo (18) aus Brasilien und Stanislav (29) aus der Ukraine haben uns in einem Interview Fragen zur Tour beantwortet und von ihrer persönlichen Motivation berichtet:</p> <p><strong>Was genau hat es mit der Climate Cycle Tour auf sich?</strong></p> <p>Angelo: Das Ziel der Climate Cycle Tour ist es, mit szenischen Lesungen, die wir unterwegs in Jugendzentren, Schulen oder Universitäten halten, Menschen über den Klimawandel aufzuklären, sie quasi aufzuwecken und dazu zu bewegen, sich selbst zu engagieren.</p> <p>Stanislav: Die Lesungen sollen für alle Menschen zugänglich sein und zeigen, dass jeder mitmachen und etwas zum Klimaschutz beitragen kann. Die Inhalte der Lesungen und auch die Texte selbst sollen weiterverbreitet werden, sodass noch mehr Menschen erreicht werden. Deshalb stellen wir die Texte auf unserer Website zur Verfügung – alle, die wollen, können sie herunterladen und anderen vorlesen.</p> <p><strong>Was hat euch motiviert, bei der Climate Cycle Tour mitzumachen?</strong></p> <p>Angelo: Ich fahre schon immer gerne Fahrrad. Mein Vater repariert Fahrräder und mit ihm bin ich immer überall mit dem Rad hingefahren. Und für den Klimaschutz habe ich mich schon in der Schule eingesetzt.</p> <p>Stanislav: Die Kinder und Jugendlichen in meiner Heimatstadt wissen nicht viel über den Klimawandel und Recycling. Deshalb arbeiten wir mit den Menschen dort zu genau diesen Themen. Die Tour durch Deutschland bietet mir die Gelegenheit, mich außerhalb der Heimat für den Klimaschutz stark zu machen und gemeinsam mit der Gruppe etwas zu erreichen. Und Fahrrad fahre ich auch sehr gerne. Früher war ich sogar in einem Radsportverein aktiv und bin Langstrecke gefahren. Nicht viele Menschen fahren mit ihren Fahrrädern wirklich lange Strecken – dazu will ich motivieren. In der Ukraine habe ich zusammen mit meiner Frau eine Fahrradtour nur für Frauen organisiert. Das hat sehr viel Spaß gemacht!</p> <p><strong>Was war euer bisheriges Highlight auf der Tour?</strong></p> <p>Angelo: Mich hat eine Frau sehr bewegt, die zu unserer Lesung in Gelsenkirchen kam und so begeistert war, dass sie sich unserer nächsten Etappe angeschlossen hat und mit uns nach Wuppertal gefahren ist. Das war bis dahin die anstrengendste Strecke, weil es viel bergauf und bergab ging und sehr kalt war. In Wuppertal hat sie uns sogar bei der Lesung unterstützt und einen Teil des Textes vorgelesen. Genau das ist ja eigentlich unser Ziel, aber ich hätte nicht gedacht, dass es wirklich funktioniert und sich uns Leute spontan anschließen.</p> <p><strong>Neben der Deutschlandtour sind weitere Touren durch die Ukraine, Bosnien und Herzegowina, Malawi und Südafrika geplant. Finden diese Touren direkt im Anschluss an diese statt und fahrt ihr selbst auch mit?</strong></p> <p>Angelo und Stanislav: Die Tour durch die Ukraine beginnt Ende September. Im November folgt Malawi, im Januar 2020 Südafrika und die Tour durch Bosnien und Herzegowina ist für April 2020 geplant, weil es dort im Winter zu kalt ist. An allen Touren nehmen Menschen aus verschiedenen Ländern teil. Immer dabei sind der internationale Koordinator von Peer-Leader-International e.V. und die jeweiligen nationalen Koordinierenden. Außerdem fahren die nationalen Koordinierenden immer bei der vorangehenden Tour mit, um einen Eindruck vom Ablauf gewinnen zu können.</p> <p>Angelo: Stanislav fährt also jetzt in Deutschland mit, um besser einschätzen zu können, was bei der Climate Cycle Tour durch die Ukraine auf ihn zukommt.</p> <p><strong>Wann wurde Peer-Leader-International e.V. mit welchem Ziel gegründet?</strong></p> <p>Aneglo: Den Verein gibt es schon seit 25 Jahren. Zuerst hieß er Partnerschaft Mirantao e.V. 2018 wurde er dann in Peer-Leader-International e.V. umbenannt. Ziel der NGO ist es, Lernorte außerhalb von Schulen zu schaffen. Dort sollen Jugendliche andere Jugendliche unterrichten. Wir wollen also Peer-to-Peer Learning – Lernende unterrichten Lernende– ermöglichen und fördern. Neben dem Klimaschutz machen wir uns auch für Themen wie Geschlechtergerechtigkeit oder Korruptionsbekämpfung stark.</p> <p><strong>Wie kamt ihr zu Peer-Leader-International e.V.?</strong></p> <p>Angelo: Ich kam über meine Schwester zu Peer-Leader-International e.V., sie ist schon länger Mitglied. Mich hat unter anderem die Möglichkeit eines Austausches mit Deutschland angesprochen. 2016 war ich dann zum ersten Mal hier. Im Allgäu fand ein internationales Treffen der NGO statt, bei dem neue Projekte entwickelt wurden. Letztes Jahr habe ich dann an einem Seminar zum Thema „Jugendliche in der Politik“ teilgenommen, bei dem es darum ging, wie wir als junge Menschen die Gesellschaft positiv beeinflussen können. Durch die Austausche habe ich mich auch persönlich weiterentwickelt. Seit Juli absolviere ich einen Freiwilligendienst in Deutschland und freue mich sehr auf weitere wertvolle Erfahrungen.</p> <p>Stanislav: Mir macht es sehr viel Spaß mit Kindern zu arbeiten. Deshalb habe ich angefangen, mich bei Peer-Leader-International e.V. in der Ukraine zu engagieren. Mein erstes eigenes Projekt war es, mit einer Gruppe von Kindern nach Deutschland zu einem Sommer Camp zu reisen. Das war sehr aufregend! Viele der Kinder waren danach so motiviert, dass sie jetzt selbst aktiv sind – das Projekt funktioniert also.</p> <p>Am 2. September 2019 wird die Gruppe ihren Zielort Frankfurt am Main erreichen und dort von 15 bis 18 Uhr ihre Abschlusslesung im Jugendhaus Heideplatz halten.</p>   </div> <h2 class="ce_headline">   Weitere Informationen</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://climatecycle.de/" class="hyperlink_txt" title="Zur Website zur Climate Cycle Tour" rel="" target="_blank">Zur Website zur Climate Cycle Tour</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://peerleaderinternational.wordpress.com/" class="hyperlink_txt" title="Zur Website von Peer-Leader-International e.V." rel="" target="_blank">Zur Website von Peer-Leader-International e.V.</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-bottom:20px;">           <a href="https://feb.engagement-global.de/" class="hyperlink_txt" title="Zur Website des Förderprogramms Entwicklungspolitische Bildung" rel="" target="_blank">Zur Website des Förderprogramms Entwicklungspolitische Bildung</a>    </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/climate-cycle-tour-macht-halt-bei-engagement-global.html</link><pubDate>Mon, 02 Sep 2019 09:35:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/climate-cycle-tour-macht-halt-bei-engagement-global.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/09/190902_Climate-Cycle-Tour_Gruppenbild.jpg" length="80101" type="image/jpeg" /></item><item><title>Kinderbücher für eine nachhaltigere Zukunft</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/07/190718_Medium-EG_SchuBi_Schulwettbewerb-zur-Entwicklungspolitik_Vorabendprogramm_Preistraeger-und-Preistraegerinnen-vor-Jugendgaestehaus_20160613.jpg" title="Foto: Engagement Global" data-lightbox="c50810">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/8/190718_Medium-EG_SchuBi_Schulwettbewerb-zur-Entwicklungspolitik_Vorabendprogramm_Preistraeger-und-Preistraegerinnen-vor-Jugendgaestehaus_20160613-032faba8.jpg" width="500" height="305" alt="Mehrere Kinder sitzen auf einer Couch und zeigen ihre Daumen hoch." title="Foto: Engagement Global">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Es gibt eine Menge Kinderbücher, die Geschichten von kleinen und großen Klimaheldinnen und Klimahelden erzählen. Foto: Engagement Global</figcaption>            </figure>          <p>Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Und spätestens seit dem Aufkommen der Fridays-for-Future-Bewegung fordern auch immer mehr Kinder und Jugendliche einen nachhaltigeren Umgang mit unserem Planeten. Sie sind es nämlich, die mit den Folgen des Klimawandels leben müssen. Gleichzeitig sind sie die entscheidende Generation, wenn es darum geht, den dringend benötigten Umschwung zu gestalten. Je früher sich Kinder also spielerisch mit den Themen Umwelt, Nachhaltigkeit und Klimawandel auseinander setzen, desto eher haben sie die Möglichkeit, zu erkennen, welche Chancen sich für sie aus einer dynamischer und vielfältiger werdenden Welt ergeben und dass sie den Wandel selbst mitgestalten können. <br><br> Eine Möglichkeit, Kinder an das Thema Nachhaltigkeit heranzuführen, ist das Vorlesen und Verschenken von Bücher mit Geschichten von kleinen und großen (Klima-)Heldinnen und Helden, die Bäume pflanzen, Bienen schützen oder die Umwelt von Plastik befreien. <br><br> Am Tag des Kinderbuches, am 2. April, haben wir unsere Community auf Facebook nach ihren liebsten Kinderbüchern zu den Themen Nachhaltigkeit, Umwelt und „Die-Welt-verbessern“ gefragt. Herausgekommen ist eine lange Liste mit großartigen Empfehlungen. Klickt euch durch und nehmt eure Kinder mit auf eine nachhaltige Lesereise!</p>   </div> <div class="ce_text block">             <ul> <li><a href="https://www.droemer-knaur.de/buch/9559442/vier-fuers-klima" target="_blank">Vier fürs Klima – Petra Prinzler &amp; Günther Wessel</a></li> <li><a href="https://rap-verlag.de/buecher/der-kleine-weltretter.html" target="_blank">Der kleine Weltretter – Rieke Kersting</a></li> <li><a href="https://www.ravensburger.de/produkte/kinderbuecher/wieso-weshalb-warum/wir-schuetzen-unsere-umwelt-32685/index.html" target="_blank">Wir schützen unsere Umwelt – Carola von Kessel, Guido Wandrey</a></li> <li><a href="https://www.oekom.de/buecher/sachbuch/buch/baum-fuer-baum.html" target="_blank">Baum für Baum. Jetzt retten wir Kinder die Welt – Felix Finkbeiner</a></li> <li><a href="https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/der-mann-der-baeume-pflanzte/978-3-446-23935-7/" target="_blank">Der Mann, der Bäume pflanzte – Jean Giono, Quint Buchholz </a></li> <li><a href="https://www.jacobschildrensbook.com/deutsch/bilderb%C3%BCcher/" target="_blank">Rettet Loli – Babett Jabocs</a></li> <li><a href="https://www.buchverlagkempen.de/detailview?no=LI73" target="_blank">Hannes und die Müllmonster – Henriette Kröger</a></li> <li><a href="https://www.oekom.de/buecher/vorschau/buch/plastian-der-kleine-fisch.html" target="_blank">Plastian, der kleine Fisch – Nicole Intemann</a></li> <li><a href="https://www.topp-kreativ.de/das-upcycling-buch-fuer-kinder-5958" target="_blank">Das Upcycling-Buch für Kinder – Christine Renzler</a></li> <li><a href="https://www.moritzverlag.de/Alle-Buecher/Was-wird-aus-uns.html" target="_blank">Was wird aus uns? Nachdenken über die Natur – Antje Damm</a></li> <li><a href="http://www.minedition.com/books/detail/522?country_id=1" target="_blank">Janes Traum – Patrick McDonnell </a></li> <li><a href="http://www.gerda-raidt.de/arbeiten/muell.html" target="_blank">Müll: Alles über die lästigste Sache der Welt – Gerda Raidt</a></li> <li><a href="https://tredition.de/autoren/marco-mehring-13470/max-fine-paperback-40423/" target="_blank">Max und Fine – Marco Mehring</a></li> <li><a href="https://www.papermoon-verlag.de/alle-b%C3%BCcher/das-m%C3%A4dchen-und-der-baum/" target="_blank">Das Mädchen und der Baum – Roseni Kurányi, Susanne Ward</a></li> <li><a href="https://www.oetinger.de/buch/weisst-du-wo-die-baumkinder-sind/9783789109607" target="_blank">Weißt du, wo die Baumkinder sind? – Peter Wohlleben, Stefanie Reich</a></li> <li><a href="https://shop.sea-shepherd.de/de/buch-gideon-und-der-rote-strand.html" target="_blank">Gideon und der rote Strand – Geert Vons</a></li> <li><a href="https://de.book-info.com/isbn/3-219-11414-8.htm" target="_blank">Das himmelblaue T-Shirt …und wie es entsteht – Brigit Antoni, Birgit Prader</a></li> <li><a href="https://www.bauerhubert.de/geschichten/" target="_blank">Bauer Huberts Geschichten rund um nachwachsende Rohstoffe</a></li> <li><a href="https://shop.tessloff.com/WAS-IST-WAS/WAS-IST-WAS/Buchreihe-NEU/WAS-IST-WAS-Band-125-Klima.html?listtype=search&amp;searchparam=klima" target="_blank">WAS IST WAS-Bände zu Natur und Umwelt </a></li> <li><a href="http://www.gerstenberg-verlag.de/index.php?id=detailansicht&amp;url_ISBN=9783836959995" target="_blank">Alexander von Humboldt oder die Sehnsucht nach der Ferne – Volker Mehnert, Claudia Lieb</a></li> <li><a href="https://www.magellanverlag.de/feine-b%C3%BCcher/bilderbuch/" target="_blank">Willibarts Wald – Duncan Beendie</a></li> <li><a href="https://www.circonverlag.de/wo-kommt-das-her.html" target="_blank">Wo kommt das her? Vom Rohstoff zu T-Shirts, Apfelsaft und Co. – Karolin Küntzel, Kathleen Richter</a></li> <li><a href="https://animanova.de/kids-for-the-ocean-das-buch-zur-initiative-von-anne-maeusbacher/" target="_blank">Kids for the Ocean – Anne Mäusbacher</a></li> <li><a href="https://www.arsedition.de/produkte/detail/produkt/weniger-ins-meer-was-du-tun-kannst-um-plastik-und-muell-zu-vermeiden-9069/" target="_blank">Weniger ins Meer – Was du tun kannst, um Plastikmüll zu vermeiden – Hannah Wilson</a></li> <li><a href="http://www.aracari.ch/page/de/buecher/detail?id=272" target="_blank">Gust der Mechaniker – Recycling in der Werkstatt – Leo Timmers</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/pia-alex-klimaprojekt" target="_blank">Pia, Alex und das Klimaprojekt – Eine abenteuerliche Entdeckungsreise – Umweltbundesamt</a></li> <li><a href="https://www.thienemann-esslinger.de/thienemann/buecher/buchdetailseite/tatu-patu-und-ihre-verrueckten-maschinen-isbn-978-3-522-43648-9/" target="_blank">Tatu und Patu und ihre verrückten Maschinen – Sami Toivonen, Aino Havukainen </a></li> <li><a href="https://www.fischerverlage.de/buch/der_aufstand_der_kinder/9783104009292" target="_blank">Der Aufstand der Kinder – Susanne Fischer</a></li> <li><a href="https://usborne.com/browse-books/catalogue/product/1/11996/why-do-we-need-bees/" target="_blank">Why do we need bees? (Englisch) – Katie Daynes</a></li> </ul>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/kinderbuecher-fuer-eine-nachhaltigere-zukunft-219.html</link><pubDate>Thu, 18 Jul 2019 18:05:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/kinderbuecher-fuer-eine-nachhaltigere-zukunft-219.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/07/190718_Medium-EG_SchuBi_Schulwettbewerb-zur-Entwicklungspolitik_Vorabendprogramm_Preistraeger-und-Preistraegerinnen-vor-Jugendgaestehaus_20160613.jpg" length="64234" type="image/jpeg" /></item><item><title>Für die 17 Nachhaltigkeitsziele am Ball bleiben: Tu du’s!</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/0/190618_Blogebeitrag-Sport-in-der-EZ-1d3efd10.jpg" width="500" height="305" alt="Vier junge Menschen stehen vor einer Wand auf denen die 17 Ziele zu sehen sind und posieren mit Schildern in der Hand für ein Foto. Foto: Engagement Global">                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Vom 20. bis 22. Juni 2019 berät Engagement Global auf dem evangelischen Kirchentag in Dortmund zu globalem Engagement im Sport. Foto: Engagement Global</figcaption>            </figure>          <p>Weltweit wächst das Bewusstsein dafür, dass Sport ein wichtiges Mittel ist, um den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung näher zu kommen. Denn Sport kann Frieden fördern, zum Beispiel wenn Sportlerinnen und Sportler aus Nord- und Südkorea zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang gemeinsam die Einheitsflagge ins Stadion tragen. Sport kann zur Gleichstellung der Geschlechter beitragen, etwa wenn Mädchen und Frauen in Afghanistan oder Namibia Zugang zu den gleichen Sportarten haben wie Männer. Und er kann Ungleichheiten entgegenwirken, beispielsweise wenn er Jugendlichen in Townships in Südafrika oder Favelas in Brasilien Beschäftigungs- und Lebensperspektiven aufzeigt. <br><br> Aber auch in Deutschland kann Sport einen großen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung leisten. <br><br> Wer selbst Sport treibt, weiß, welche positive Kraft durch regelmäßige Bewegung – allein oder im Team – entwickelt werden kann. Sport fördert unsere Gesundheit und unser Selbstbewusstsein, er vermittelt Werte wie Fairness und Respekt und schafft einen Lern- und Erfahrungsraum, in dem soziale, sprachliche und kulturelle Barrieren überwunden werden. Menschen, die im Sport aktiv sind, verfügen häufig über wichtige Kompetenzen, um sich gesellschaftlich zu engagieren. <br><br> Für alle Sportbegeisterten unter euch stellen wir hier noch einmal zusammen, was ihr tun könnt, um die Potenziale des Sports zu nutzen und euch für nachhaltige Entwicklung einzusetzen. Dabei verweisen wir insbesondere auf die Angebote von Engagement Global, dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und seiner Jugendorganisation Deutsche Sportjugend (dsj) sowie von weiteren zivilgesellschaftlichen Partnern.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h3>Spread the word</h3>             <p>Informiert euch über die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung und erzählt davon in eurem Sportverein. Mit der Unterstützung von Referentinnen und Referenten oder Promotorinnen und Promotoren lassen sich auch im Sportverein entwicklungspolitische Informations- und Bildungsveranstaltungen organisieren, wobei die Außenstellen von Engagement Global in der jeweiligen Region weitere Hilfestellungen bieten können. Als Juniorbotschafterinnen und Juniorbotschafter für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bei der dsj habt ihr im Schwerpunkt Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) die Möglichkeit, euch im Rahmen von Seminaren zu nachhaltiger Entwicklung auszutauschen, um die hierbei gewonnenen Erkenntnisse anschließend in euren Vereinsalltag einfließen zu lassen. Wenn ihr nach Möglichkeiten zu einer interaktiven und spielerischen Auseinandersetzung mit den Nachhaltigkeitszielen sucht, empfehlen wir euch das neu entwickelte Crossboccia-Spiel GloBall. Sportvereine, die sich an der Testphase beteiligen möchten, können es ab sofort über die Webseite der beim katholischen Sportverband DJK bestellen.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h3>Engagiert euch im Ausland</h3>             <p>Wer sich in einem Sportprojekt im globalen Süden engagieren will, kann dies über den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst weltwärts im Sport tun. In Nordrhein-Westfalen gibt es auch über den Konkreten Friedensdienst Reisezuschüsse für bis zu dreimonatige Auslandseinsätze in Sportprojekten eurer Wahl.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h3>Organisiert Begegnungen</h3>             <p>Falls ihr einen internationalen Austausch mit einem Partnerverein organisieren und euch gemeinsam mit den Nachhaltigkeitszielen beschäftigen wollt, bietet das Programm Weltwärts-Begegnungsprojekte von Engagement Global und der dsj als strategischem Partner umfassende Fördermöglichkeiten.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h3>Engagiert euch für Nachhaltigkeit in eurem Verein</h3>             <p>Wenn ihr in eurem Sportalltag einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten möchtet, könnt ihr euch für mehr Klimaschutz oder fair und ökologisch produzierte Sportartikel in eurem Verein einsetzen. Der DOSB und einzelne Landessportverbände informieren darüber, wie sich durch Sanierungsmaßnahmen beispielsweise der Energieverbrauch senken und C02 einsparen lässt. Nachhaltig produzierte Sportbälle finden sich über die Berliner Kampagne Rund um Fair und auf der Internetseite des Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit.</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p>Habt ihr weitere Ideen oder Fragen zu entwicklungspolitischem Engagement im Sport? Dann nehmt gerne Kontakt mit uns auf. Von Donnerstag, 20. Juni, bis Samstag, 22. Juni 2019 nehmen Engagement Global und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) den Deutschen Evangelischen Kirchentag zum Anlass, um für globales Engagement im Sport zu motivieren. Schaut vorbei!</p>         </div> <h2 class="ce_headline">   Weitere Informationen</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://www.17ziele.de/" class="hyperlink_txt" title="Zur Webseite von 17Ziele" rel="" target="_blank">Zur Webseite von 17Ziele</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://www.bildung-trifft-entwicklung.de/startseite.html" class="hyperlink_txt" title="Zur Webseite von Bildung trifft Entwicklung" rel="" target="_blank">Zur Webseite von Bildung trifft Entwicklung</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://www.einewelt-promotorinnen.de/" class="hyperlink_txt" title="Zur Webseite von Eine Welt-Promotorinnen und Promotoren" rel="" target="_blank">Zur Webseite von Eine Welt-Promotorinnen und Promotoren</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://www.engagement-global.de/standorte.html" class="hyperlink_txt" title="Zu den Standorten auf der Engagement Global Webseite" rel="" target="_blank">Zu den Standorten auf der Engagement Global Webseite</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://www.dsj.de/bildung/bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung-bne/qualifizierung-von-juniorbotschafterinnen-bne/" class="hyperlink_txt" title="Zur Qualifizierung von Juniorbotschafterinnen und Juniorbotschaftern" rel="" target="_blank">Zur Qualifizierung von Juniorbotschafterinnen und Juniorbotschaftern</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://www.dsj.de/index.php?id=1092" class="hyperlink_txt" title="Zu den Seminaren auf der Webseite vom dsj" rel="" target="_blank">Zu den Seminaren auf der Webseite vom dsj</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://www.vollwertsport.de/" class="hyperlink_txt" title="Zur Webseite von Vollwertsport" rel="" target="_blank">Zur Webseite von Vollwertsport</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://asc46.de/services/freiwilligendienste/weltwaerts" class="hyperlink_txt" title="Zum Freiwilligendienst im Sport auf der Webseite des ASC Göttingen" rel="" target="_blank">Zum Freiwilligendienst im Sport auf der Webseite des ASC Göttingen</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://www.engagement-global.de/konkreter-friedensdienst-nrw-projektgruppe.html" class="hyperlink_txt" title="Zum Konkreten Friedensdienst NRW auf der Engagement Global Webseite" rel="" target="_blank">Zum Konkreten Friedensdienst NRW auf der Engagement Global Webseite</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://begegnungen.weltwaerts.de/de/startseite.html" class="hyperlink_txt" title="Zu weltwärts Begegnungen auf der Internetseite von weltwärts" rel="" target="_blank">Zu weltwärts Begegnungen auf der Internetseite von weltwärts</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://www.dsj.de/weltwaerts/" class="hyperlink_txt" title="Zu den weltwärts Begegnungen im Sport auf der Webseite vom dsj" rel="" target="_blank">Zu den weltwärts Begegnungen im Sport auf der Webseite vom dsj</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://klimaschutz.dosb.de/" class="hyperlink_txt" title="Zur IOC-Informationskampagne für Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Sport auf der Webseite des DOSB" rel="" target="_blank">Zur IOC-Informationskampagne für Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Sport auf der Webseite des DOSB</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://www.siegelklarheit.de/home" class="hyperlink_txt" title="Zur Webseite von Siegelklarheit" rel="" target="_blank">Zur Webseite von Siegelklarheit</a>    </div> <h2 class="ce_headline">   Download</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://berlinersportfair.files.wordpress.com/2018/02/fact-sheet-faire-bc3a4lle_s3.pdf" class="hyperlink_txt" title="Zum Factsheet vom Berliner Sport – Rund um Fair" rel="" target="_blank">Zum Factsheet vom Berliner Sport – Rund um Fair</a>    </div> <div class="ce_text block">             <p>    </p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/fuer-die-17-nachhaltigkeitsziele-am-ball-bleiben-tu-dus.html</link><pubDate>Tue, 18 Jun 2019 17:55:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/fuer-die-17-nachhaltigkeitsziele-am-ball-bleiben-tu-dus.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/06/190618_Blogebeitrag-Sport-in-der-EZ.jpg" length="49850" type="image/jpeg" /></item><item><title>GiveAvote – Warum wählen gehen wichtig ist</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/05/190516_foto1.jpg" width="600" height="366" alt="Ein Gruppe junger Leute halten Schilder zur Europawahl hoch." title="Foto: GiveaVote">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Mit der Kampagne GiveaVote sollen europaweit junge Wähler aus die Europawahl am 26. Mai 2019 aufmerksam gemacht werden.</figcaption>            </figure>          <p><strong>Engagement Global: Warum engagiert ihr euch bei GiveAVote und was erhofft ihr euch von eurem Engagement?</strong></p> <p>Jenny und Timo: Wir sind 23 und 25 Jahre alt, einen Großteil unseres Lebens haben wir noch vor uns. Wir haben Vorstellungen und Ideen, wie wir unser Leben gestalten möchten. Frieden, ein gewisser Wohlstand, Chancen und Möglichkeiten, Gesundheit und vieles mehr sind uns sehr wichtig. Die Gesellschaft und deren Gestaltung, die eben großenteils durch die Politik geschieht, hat hier maßgeblichen Einfluss. Als Bürger einer Demokratie haben wir In Deutschland die Möglichkeit, uns an der Gestaltung unseres gesellschaftlichen Lebens zum Beispiel durch unsere Teilnahme an Wahlen einzubringen. Als Teil von Europa hat auch besonders auch das Staatenverbündnis die Europäische Union großen Einfluss auf unser Leben. Die Beteiligung bei der Europawahl ist demnach genauso wichtig wie diese bei einer nationalen, regionalen und kommunalen Wahl. Gleichzeitig ist es schockierend wie gering die Wahlbeteiligung besonders junger Menschen bei den vergangenen Europawahlen war. Nicht weit zurückliegende Geschehnisse, allen voraus der Brexit, zeigen uns, wohin eine Vernachlässigung der Wahlmöglichkeit führen kann.</p> <p>Uns liegt unsere Zukunft am Herzen und wir sind uns sicher, dass auch all den anderen jungen Menschen, auch denen, die bisher nicht wählen gegangen sind, ihre Zukunft wichtig ist. Um sie davon zu überzeugen, dass auch ihre Stimme – generell – aber auch besonders bei der Europawahl im Mai wichtig ist, engagieren wir uns bei GiveAVote.</p> <p>GiveAVote ist dabei für uns das beste Beispiel von Zusammenarbeit und Zusammenhalt über Ländergrenzen hinweg. Gemeinsam für gemeinsame Ziele und Visionen.</p> <p><strong>EG: Warum ist gerade bei jungen Menschen die Wahlbeteiligung im Vergleich zu älteren Wählern gering?</strong></p> <p>Jenny und Timo: Die genauen Gründe dafür wissen wir natürlich auch nicht. Grundsätzlich nehmen wir jedoch an, dass es ganz einfach daran liegt, dass viele junge Menschen einerseits nicht viel Wissen über Politik haben und ihnen vielmehr das Gefühl, die Wahrnehmung bzw. die Erfahrung fehlt, dass die eigene Stimme von Bedeutung ist bzw. Sich die nicht-Teilnahme an Wahlen auch für sie individuell negativ auswirken kann. <br>Sie fühlen sich gegebenenfalls nicht wirklich machtvoll und sehen keine Konsequenz weder aus der Teilnahme noch der nicht-Teilnahme ihrerseits an Wahlen. <br>Gleichzeitig ist die Politik ja doch ein wenig wie Wirtschaftsunternehmen: Die Leistung wird dem Kunden (der Zielgruppe) angepasst. Am Ende heißt das, dass sich eine niedrigere Wahlbeteiligung junger Menschen auf die Gestaltung der Politik auswirkt. Diese ist dann eher auf wählende Bevölkerungsgruppen ausgelegt, was wiederum dazu führt, dass sich noch weniger junge Menschen angesprochen fühlen und vom Wählen abgehalten werden.</p> <p><strong>EG: Interessieren sich junge Menschen überhaupt noch für starre Organisationen wie Parteien?<br></strong></p> <p>Jenny und Timo: Es zeigt sich tatsächlich, dass sich die Identifikation mit Parteien für viele junge Menschen schwierig ist. Das ist allerdings nicht nur bei jungen Menschen so. Wir haben den Eindruck, dass mittlerweile eine relativ große Zahl an Errungenschaften wie Wohlstand und Frieden für gegeben halten. Es mag sein, dass viele Menschen den direkten Wert ihrer Stimme nicht mehr so sehr schätzen. Denken jedoch alle Menschen so, dann würde unsere Demokratie nicht mehr funktionieren. Die Beteiligung der Menschen ist das Fundament unserer Gesellschaft und es sollte nie unterschätzt werden, dass dieses uns viele Errungenschaften erst ermöglicht hat.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/05/190516_foto2.jpg" width="600" height="366" alt="Zwei Frauen und ein Mann schauen in die Kamera. Eine Frau hält ein Schild hoch." title="Foto: GiveaVote">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Mit der Kampagne GiveaVote sollen europaweit junge Wähler aus die Europawahl am 26. Mai 2019 aufmerksam gemacht werden.</figcaption>            </figure>          <p><strong>EG: Was bedeutet für euch Europa?</strong></p> <p>Jenny und Timo: Europa bedeutet für uns vor allem Frieden und Zusammenhalt. Die Kernprinzipien, auf denen Europa beziehungsweise die Europäische Union aufgebaut wurde, sind genau diese: Zum Erhalt von Frieden durch die Zusammenarbeit und den Zusammenhalt verschiedener Nationen. Gemeinsam stärker zu sein als alleine, ist hier die Devise.</p> <p><strong>EG: Wie sieht für euch das Europa der Zukunft aus?</strong></p> <p>Jenny und Timo: Das Europa der Zukunft rafft sich in unseren Augen zusammen, vereint sich, und setzt sich gemeinsam für grundlegende Werte und Rechte wie Frieden, Gleichberechtigung, Chancengleichheit, Bildung, Gesundheit und Wohlstand ein. Die Welt ist nicht zuletzt auch durch das Internet globaler geworden und Themen wie den Klimawandel lassen sich nicht alleine Lösen und verlangen Zusammenarbeit. Wenn Europäische Länder bei diesen Themen nicht nur mitreden, sondern auch führend sein möchten, geht dies nur gemeinsam.</p> <p><strong>Eine von uns ergänzte Frage: </strong></p> <p><strong>EG: Was können auch andere (junge) Menschen tun, um euch und die zugrundeliegende Thematik zu unterstützen?<br></strong></p> <p>Jenny und Timo: Um unsere Zukunft wirklich gestalten zu können, reicht es nicht, wenn nur einige von uns an der Europawahl teilnehmen. Daher ist es super wichtig, dass wir noch mehr (junge) Menschen dazu motivieren, sich zu informieren und am 26. Mai ihre Stimme abzugeben. Mit nur drei Klicks und einer Anmeldung bei der Kampagne diesmalwähleich unter http:// www.ttimv.eu/EYCA erhält man einerseits die Möglichkeit individuell zugeschnittene Infos rundum die Wahl zu erhalten und kann gleichzeitig andere Menschen zur Teilnahme an der Wahl motivieren. Darüber hinaus ist es natürlich super mit möglichst vielen Menschen über die Wahl zu sprechen, sich zu informieren und die Message zu verteilen. Social Media ist das, wo besonders junge Menschen ihre Infos her beziehen: Posts mit Hashtags wie #giveavote, #EU, #Europawahl, #diesmalwähleich, #getinformed etcetera erreichen hier Reichweite. Infos rund um relevante Themen sind auf verschiedensten Plattformen zu finden. Mehr Möglichkeiten zum Engagement gibt es auch auf giveavote.eu.</p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/giveavote-warum-waehlen-gehen-wichtig-ist.html</link><pubDate>Thu, 16 May 2019 12:21:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/giveavote-warum-waehlen-gehen-wichtig-ist.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/05/190516_foto1.jpg" length="54755" type="image/jpeg" /></item><item><title>Nachhaltiger Tourismus – Übernachten und Gutes tun</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/04/190410_Argentinien_Common-area-of-homestay.jpg" width="600" height="366" alt="Bild eines Raumes und Logo von ecohouse." title="Foto: Socialbnb">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Die Grundidee von Socialbnb: Übernachten und Gutes tun. Foto: Socialbnb</figcaption>            </figure>          <p>Mit Übernachtungen Schulen unterstützen, den Regenwald erhalten oder dem HIV den Kampf ansagen - mit Socialbnb ist das jetzt möglich.</p> <p>Wir, eine Gruppe von Kölner Studierenden, wollen das Problem der Spendenabhängigkeit von gemeinnützigen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen (NGO) mithilfe von ungenutzten Räumlichkeiten angehen.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Die Idee</h2>             <p>Socialbnb ist eine Online-Plattform, über die Reisende Übernachtungen bei den verschiedenen Projekten in derzeit drei Kontinenten buchen können. Die Einnahmen, die für die Übernachtungen gezahlt werden, kommen direkt den Hilfsprojekten vor Ort zugute. Reisende fördern dabei nicht nur die Projekte, sondern sie lernen auch die lokale Bevölkerung und ihre Kultur viel besser kennen, da sie viel näher am Geschehen sind.</p> <p>Noch dazu kann hautnah miterlebt werden, wie Bildungsprogramme in Peru funktionieren, was gebraucht wird, um eine Schule in Nepal zu bauen oder was gegen gesundheitliche Risiken in Afrika getan wird. Beim Reisen können dadurch ganz neue Eindrücke gesammelt werden.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/04/190410_Sch%C3%BCler-in-Pang-Na.jpg" width="600" height="366" alt="5 Mädchen lächeln in die Kamera. Vier zeigen mit ihren Fingern ein Friedenszeichen." title="Foto: Socialbnb">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Durch Socialbnb können Reisende Hilfsprojekte vor Ort unterstützen. Foto: Socialbnb</figcaption>            </figure>          <p>Das Schönste ist, dass dabei beide Seiten profitieren. Freie Räumlichkeiten werden nachhaltig und profitabel genutzt und Reisende können sozusagen im Schlaf Gutes tun. Wir wollen damit eine größere Masse für Themen wie Entwicklungszusammenarbeit und nachhaltiges Reisen sensibilisieren. Menschen, die keine Möglichkeiten haben, an langfristigen Freiwilligenprogrammen teilzunehmen, haben so eine Chance, einen Einblick in lösungsorientierte Ansätze für eine bessere Zukunft zu bekommen. <br><br>Allerdings wollen wir auch darauf aufmerksam machen, dass es nicht unbedingt sinnvoll ist, für einen kurzen Zeitraum Freiwilligenarbeit in einer Schule zu leisten. Wir finden, dass vielen Organisationen auf lange Sicht mehr geholfen wird, wenn Touristen dort hinkommen, für ihre Übernachtungen bezahlen und von dem Geld Lehrer eingestellt werden können. Diese arbeiten dann langfristig mit den Kindern vor Ort, sind pädagogisch ausgebildet und können individuell auf die Kinder eingehen. Auf diese Weise müssen sich die Kinder nicht andauernd an jemand Neues gewöhnen. Außerdem kann man auf diese Weise Lehrern feste Arbeitsplätze anbieten.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Die Entstehung</h2>             <p>Alles fing vor ungefähr zwei Jahren an. Ein ehemaliges Teammitglied reiste damals quer durch Südostasien und traf in Kambodscha auf Mr. Thy. Mr. Thy hatte den großen Wunsch, den Kindern seines Dorfes eine Schule mit regelmäßigem Englischunterricht zu ermöglichen, da dies in der lokalen Schule nicht angeboten wurde. Als Tuk Tuk-Fahrer hatte er viel Kontakt zu ausländischen Reisenden. Deshalb erkannte er die Notwendigkeit gutes Englisch zu beherrschen. Er wollte den Kindern damit bessere Chancen für die Zukunft und ihr Arbeitsleben geben. Jedoch war seine Idee drauf und dran, an der Finanzierung zu scheitern. Er gründete eine kleine Organisation, die allerdings aufgrund der geringen Größe nur schwer an Aufmerksamkeit gewann. Somit konnte er nur wenige Spendengelder generieren.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/04/190410_Mr-Thy-in-Pang-Na.jpg" width="600" height="366" alt="Ein Mann sitzt auf einer Bank und schreibt in ein Heft. Ein kleines Mädchen schaut ihm dabei zu." title="Foto: Socialbnb">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Das Engagement des Kambodschaners Mr. Thy führte zur Gründung von Socialbnb. Foto: Socialbnb</figcaption>            </figure>          <p>Die Kölnerin wollte Mr. Thy unbedingt helfen und überlegte, wie man eine regelmäßige Einnahmequelle kreieren könnte. Zurück in Deutschland kam die Idee, Mr. Thys freie Räumlichkeiten an Reisende zu vermieten. Zurück in Deutschland starteten sie eine Initiative. Innerhalb kürzester Zeit erreichten wir so die Vermittlung von genügend Übernachtungen, dass der Bau der Schule und ein Lehrer finanziert werden konnten. Diese Idee wurde zum Grundkonzept von Socialbnb, mit dem auch anderen Hilfsprojekten und Nichtregierungsorganisation mit ähnlichen finanziellen Problemen geholfen werden soll.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Das Projekt</h2>             <p>Zurzeit besteht das Team aus 12 Kölner Studierenden. Wir arbeiten ehrenamtlich neben dem Studium an diesem Projekt und bringen das Wissen aus unseren verschiedenen Studienfächern mit. Dabei sind manche für die Partner-Akquise, also das Kontaktieren und letztendliche Listen von neuen Hilfsprojekten, auf der Webseite zuständig. Andere kümmern sich um das Marketing, den Onlineblog und die übergreifende Leitung. Wir treffen uns so oft es geht, mindestens einmal die Woche, um immer auf dem neuesten Stand zu sein und gemeinsam zu arbeiten.</p> <p>Gefördert wird das Projekt unter anderem von der Studierendenorganisation Enactus Köln und dem GATEWAY, dem Gründungsservice der Universität zu Köln, dessen Räumlichkeiten wir nutzen dürfen. Ein großer Teil unserer Arbeit besteht darin, Hilfsprojekte zu finden, zu kontaktieren und von dem Konzept zu überzeugen. Je mehr Buchungen wir haben, desto mehr wird den Hilfsprojekten durch die zusätzlichen Geldeinnahmen geholfen. Deshalb ist ebenfalls der Bereich des Marketings sehr wichtig, damit immer mehr Menschen auf Socialbnb aufmerksam werden und unsere Projekte unterstützen wollen.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/04/Teamfoto%20Socialbnb.jpg" width="600" height="366" alt="Das Team von Socialbnb." title="Foto: Socialbnb">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Die Plattform Socialbnb möchte im Jahr 2019 weiter wachsen. Foto: Socialbnb</figcaption>            </figure>          <p>Seit dem Launch der Website Anfang 2018 hat sich Socialbnb schnell weiterentwickelt. Mittlerweile werden regelmäßig neue Hilfsprojekte aus den verschiedensten Teilen der Welt auf der Onlineplattform gelistet. Dadurch haben Reisende die Möglichkeit, in den entlegensten Regionen der Welt zu übernachten wie beispielsweise Nepal, Mozambique, Uganda oder Peru. Immer mehr NGOs sehen die Plattform als Möglichkeit an, eine neue, verlässliche Einnahmequelle zu bekommen. Gleichzeitig finden immer mehr junge Reisende die Idee des nachhaltigen Reisens unterstützenswert. <br><br>Wir bieten eine neue Möglichkeit Projekte jenseits der immer beliebter werdenden Volunteerprogramme zu fördern. Mit der Hilfe von Social Media Influencern, Radiosendern und Onlinemagazinen konnten wir bereits an Bekanntheit gewinnen. Die zusätzlichen Buchungen und positiven, persönlichen Rückmeldungen von Reisenden und NGOs zeigen, dass wir auf einem guten Weg sind und tatsächlich was verändern können.</p> <p>Bis zum Ende des Jahres wollen wir an die 100 verschiedene gemeinnützige Projekte auf der Plattform gelistet haben, wobei es höchstwahrscheinlich eine unbegrenzte Anzahl an Organisationen gibt, denen wir mit Socialbnb helfen könnten.</p> <p>Unsere Vision ist es das Umsetzen von nachhaltigeren Reisemöglichkeiten voranzutreiben und viele Menschen von dem Grundgedanken zu überzeugen, dass man beim Reisen Gutes tun kann. Mit Socialbnb kann sich jeder ganz nebenbei „im Schlaf“ global engagieren!</p>   </div> <h2 class="ce_headline">   Weitere Informationen</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://socialbnb.net/" class="hyperlink_txt" title="Zur Webseite von Socialbnb" rel="" target="_blank">Zur Webseite von Socialbnb</a>    </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/nachhaltiger-tourismus-uebernachten-und-gutes-tun.html</link><pubDate>Wed, 10 Apr 2019 16:44:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/nachhaltiger-tourismus-uebernachten-und-gutes-tun.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/04/190410_Argentinien_Common-area-of-homestay.jpg" length="111482" type="image/jpeg" /></item><item><title>Wie der Sport Menschen vereint</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/04/Sportunterricht-zweite-Klasse_Foto-Marc-Franz.jpg" width="600" height="366" alt="" title="Foto: Marc Franz">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Typisches Spiel im Sportunterricht für die 2. Klasse: Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser. Hier fliegen die Kinder wie Vögel auf die andere Uferseite. Foto: Marc Franz</figcaption>            </figure>          <p><strong>Engagement Global: Der ASC 1846 Göttingen bietet nicht nur ein breites Sportangebot in Göttingen, sondern fördert auch den Sport in verschiedenen afrikanischen Ländern. Wie sieht dieses Engagement konkret aus?</strong></p> <p>Ingo Dansberg: Mit dem Freiwilligendienst sind wir seit 2008 in afrikanischen Ländern aktiv. Im Zyklus 2018/2019 sind es 78 Freiwillige in den Ländern Südafrika, Namibia, Sambia, Tansania, Uganda und Ruanda. Unser Fokus ist das Medium Sport – damit sind wir in den Partnerorganisationen aktiv. Konkret sind 90% unserer Einsatzstellen Grundschulen in ärmlichen Gebieten. Hier unterstützen die Freiwilligen den Sportunterricht/ die Sportaktivitäten während der Schulzeit. Zusätzlich setzen die Freiwilligen im Nachmittagsbereich ihre individuellen Stärken ein und betreuen weitere Sportmannschaften oder sonstige Aktivitäten.</p>   </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>Engagement Global: Warum engagiert sich der ASC in diesem Bereich, wie kann Sport aus Ihrer Sicht zur Entwicklung beitragen?</strong></p> <p>Ingo Dansberg: Als Großsportverein und Kooperationspartner der Sportjugend Niedersachsen setzen wir seit 2004 den Freiwilligendienst im Sport in Niedersachsen um. Die positiven Erfahrungen daraus haben uns ermutigt, auch auf internationaler Ebene aktiv zu werden. Sport hat immens viele Vorteile, die wir in der Entwicklungszusammenarbeit sehen. Der Aufforderungscharakter ist für die Schulkinder sehr hoch, zudem ist die Sprachbarriere schnell überwunden. „Sport hat die Kraft, Menschen zu vereinen.“, hat Nelson Mandela gesagt. Wir glauben daran, dass die Zusammenarbeit mit Sport viele Kulturen zusammenbringen kann und dass der Erfolg ein Verständnis/ eine Anerkennung der anderen Kultur als Grundlage für weitere Aktivitäten ist. Sport hat natürlich die Komponente der physischen Ertüchtigung und fördert das allgemeine Wohlbefinden.</p> <p><strong>Engagement Global: Wenn Sie auf die vergangenen 11 Jahre zurückblicken, wie sieht Ihr Resümee aus?<br></strong></p> <p>Ingo Dansberg: Zurückblickend ist es ein langer, sehr aufregender Prozess gewesen. Als zuständiger Referent im ASC durfte ich das Programm von Anbeginn begleiten und mit aufbauen. Wir haben 2008 mit sechs Freiwilligen in Südafrika gestartet, mit jeweils zwei Freiwilligen in dem Bereich Handball, Fußball und Schwimmen. Ich habe viel lernen dürfen, insbesondere die Zusammenarbeit mit den Partnern vor Ort. Zu verstehen, inwiefern die Zusammenarbeit möglich ist und welche Grundvoraussetzungen gegeben sein müssen, damit beide Seiten glücklich sind. Mit vielen tollen Partnern und Menschen habe ich nächtelang zusammengesessen und an der Programmumsetzung gefeilt. Mit welchen Voraussetzungen bewerben sich die jungen Menschen bei uns? Wie können sie eingesetzt und betreut werden und was benötigen die Partnerorganisationen vor Ort? Über die Jahre haben wir eine Struktur geschaffen, die es möglich macht beim ASC Göttingen insgesamt ca. 80 Freiwillige zu betreuen. Ich denke, ein besonderes Highlight ist das Netzwerk um den weltwärts-Einsatz. Wir haben ganz viele tolle ehemalige Freiwillige, die uns bei den Seminaren unterstützen und uns mit Vorträgen in Schulen unterstützen. Zudem gibt es jetzt eine wachsende Verbindung von Ehemaligen, die gemeinsam tolle Aktionen machen. Vor Ort haben wir seit 2012 lokale Projektmanager, die in dem jeweiligen Land die Betreuung der Freiwilligen und den Kontakt zu den Partner sehr intensiv pflegen. Für mich persönlich ist es ein großer Erfolg, dass aus gesundheitlicher Sicht alle Freiwilligen heile nach Hause gekommen sind. Spätestens auf den Rückkehrseminaren begegnen wir dann tollen jungen Menschen, die wir als deutsche Jugendliche entsandt haben und als offene Weltbürger zurückkehren.</p> <p><strong>Engagement Global: Welche Erfolge und Herausforderungen gab es?</strong></p> <p>Große Herausforderungen waren unter anderem wirtschaftliche Entscheidungen, die getroffen werden mussten. Allein die Finanzierung von (sicherem) Transport beschäftigt uns immer wieder. Auch personell gab es viele schwierige Momente, ob mit Menschen aus dem Netzwerk oder auch mit Mitarbeitern oder weltwärts-Freiwilligen.</p> <p>Bedanken möchte ich mich an der Stelle bei der Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle weltwärts bei Engagement Global. Als Vermittler zwischen der Entsendeorganisation und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) machen sie für mich einen tollen Job. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verstehen das Programm und helfen lösungsorientiert bei unseren Fragen.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/04/Schwimmunterricht-East-London_Foto-Marc-Franz.jpg" width="600" height="366" alt="" title="Foto: Marc Franz">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Schwimmunterricht an einer Grundschule in East London, Südafrika. 98 Prozent der Kinder können in der 3. Klasse nicht schwimmen und müssen erst ans Wasser gewöhnt werden. Foto: Marc Franz</figcaption>            </figure>          <p>weltwärts ist ein Programm, was mich seit elf Jahren quasi rund um die Uhr beschäftigt. Ich bin unglaublich dankbar für die positive Grundeinstellung seitens des ASC Göttingen. Der ASC unterstützte besonders am Anfang den Aufbau mit Eigenmitteln und gab die Möglichkeit das Programm mit vielen Stunden zu entwickeln. Alle Wegbegleiter im In- und Ausland sind interessante Bereicherungen in meinem Leben. Ich habe Freundschaften geschlossen, die seit vielen Jahren bestehen und immer intensiver werden. Auch wenn die Umsetzung des Programms teilweise sehr schwierig ist, es zahlt sich spätestens aus, wenn man mit den Partnern und Freiwilligen über die Zusammenarbeit spricht. Es sind Worte des Dankes und die der Anerkennung für unsere gute Arbeit. Es sind so starke Statements, die mich zu Tränen rühren und mir Motivation zur optimalen Weiterarbeit in dem Programm geben.</p> <p>Mit ca. 500 Entsendungen in den elf Jahren hoffe ich, dass wir gerade erst am Anfang der internationalen Zusammenarbeit sind.</p>   </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>Engagement Global: Seit 2014 bietet der ASC für junge Menschen aus afrikanischen Ländern auch einen Freiwilligendienst im Sport in Deutschland an. Wie sieht so ein Freiwilligendienst aus? Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen, wurden Ihre Erwartungen erfüllt?</strong></p> <p>Ingo Dansberg: Durch die Süd-Nord-Komponente haben wir ein zusätzliches Programm im internationalen Bereich. Aktuell sind 12 Freiwillige aus dem globalen Süden (Senegal, Uganda, Sambia, Namibia, Südafrika) in deutschen Sportvereinen aktiv. Sehr ähnlich zu den Nord-Süd-Entsendungen sind sie 12 Monate im Bereich Sport aktiv. Da wir jetzt im vierten Jahr sind, ist es ähnlich wie Nord-Süd – wir müssen Erfahrungen sammeln. Insbesondere in dem Bereich der Erwartungen und Vorbereitungen sind noch Herausforderungen, da werden wir dran arbeiten. Die Menschen aus dem globalen Süden sind eine tolle Ergänzung hier vor Ort.</p> <p><strong>Engagement Global: In welche Richtung soll es mit weltwärts weitergehen? Haben Sie Pläne für das weltwärts-Angebot des ASC oder Wünsche an das Programm?</strong></p> <p>Ingo Dansberg: Bei der Entwicklung des Programms sind wir vor allem immer um Qualitätssteigerung bemüht. Bessere Auswahl, Vorbereitung, Durchführung, etc. Es ist nicht so, dass wir da Handlungszwang haben, aber natürlich möchten wir das Programm weiter verbessern. Quantitativ setzen wir uns regelmäßig mit dem Vorstand zusammen und besprechen unsere Ideen für die kommenden Jahre. Ich persönlich finde neue Länder immer sehr spannend, aber insbesondere in den Ländern in Ostafrika (Ruanda, Tansania, Uganda) sehe ich auch viele Möglichkeiten zur Erweiterung. Mit Leidenschaft und Disziplin werden wir weiter an allen Punkten des Programms arbeiten. Meinen Wunsch an das Programm richte ich an das BMZ. Die Finanzierung mit 75% bedeutet mit ca. 80 Freiwilligen bei uns ein ziemlich großer finanzieller Aufwand, die Lücke zu 100% zu schließen. Einerseits dürfen wir die Freiwilligen bitten dazu einen Sponsorenkreis aufzubauen, andererseits ist es untersagt diese zur Grundfinanzierung des Programms anzufordern. Mein Wunsch ist es, entweder die prozentuale Förderung zu erhöhen oder die Freiwilligkeit der Spendensammlung zur Verbindlichkeit machen zu dürfen.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h1>Links</h1>             <p><a title="Zur Internetseite von weltwärts" href="https://www.weltwaerts.de/de/" target="_blank">Zur Internetseite von weltwärts - Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst</a></p> <p><a title="ASC Göttingen" href="https://asc46.de/services/freiwilligendienste/freiwilligendienste-im-sport" target="_blank">Zur Internetseite des ASC Göttingen über Freiwilligendienste</a></p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/wie-der-sport-menschen-vereint.html</link><pubDate>Fri, 05 Apr 2019 13:59:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/wie-der-sport-menschen-vereint.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/04/Sportunterricht-zweite-Klasse_Foto-Marc-Franz.jpg" length="69020" type="image/jpeg" /></item><item><title>Führung teilen – gemeinsam führen: Wie geht das?</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/03/20190308_Frauentag.jpg" width="600" height="366" alt="Zwei Teilnehmerinnen tauschen sich auf dem Rural Future Lab 2017 in Berlin aus." title="Foto: Simon Veith/Engagement Global">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Zwei Teilnehmerinnen tauschen sich auf dem Rural Future Lab 2017 in Berlin aus.  Copyright ist: Foto: Simon Veith/Engagement Global</figcaption>            </figure>          <p>Anna Schwedes und Monika Schimmelpfennig-Smuda leiten seit Oktober 2016 gemeinsam eine Abteilung, die bis 31. Dezember 2018 knapp 40 Mitarbeitende umfasste. Bis Dezember 2018 wurden in dieser Abteilung die drei Förderlinien FEB (Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung), AGP (Aktionsgruppenprogramm) und PFQ (Programm zur Förderung entwicklungspolitischer Qualifizierungsmaßnahmen) sowie programmübergreifende Seminare verwaltet. Seit 1. Januar 2019 ist FEB in eine eigene Abteilung ausgegliedert.</p>   </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>Engagement Global: Gemeinsame oder geteilte Führung? </strong></p> <p>Anna Schwedes: Wir verstehen unser Jobsharing als gemeinsames Führen einer Abteilung. Es geht uns darum, gemeinsam Strategien zu definieren, diese für die Abteilung zusammen erfolgreich umzusetzen und dabei die jeweiligen Stärken zu berücksichtigen.</p> <p>Monika Schimmelpfennig-Smuda: Eine geteilte Führung wäre beim Jobsharing nicht möglich, denn wir verantworten eine gemeinsame Aufgabe, die Führung der Abteilung - anders als bei der Kombination von zwei Teilzeit-Kräften mit jeweils eigenem Verantwortungsgebiet.</p> <p><strong>EG: Was hat euch bewegt, gemeinsam die Abteilung zu führen beziehungsweise die Abteilungsführung zu teilen? </strong></p> <p>Anna Schwedes: Nach meiner Elternzeit stellte sich mir die Frage, wie und ob ich meine Aufgabe als Leiterin einer personalstarken Abteilung wieder wahrnehmen könnte. Hinzu kam, dass ich eine lange Anfahrt zur Arbeit habe. Mir war es wichtig, sowohl Zeit für mein Kind zu haben als auch die Interessen der Abteilung mit Power und Qualität zu vertreten.</p> <p>Monika Schimmelpfennig-Smuda: Auch ich stand nach meiner Elternzeit vor der Herausforderung Führungsposition und Kind miteinander zu verbinden.</p> <p>Anna Schwedes und Monika Schimmelpfennig-Smuda: Wir hatten uns beide bereits mit dem Modell des Jobsharings beschäftigt. Umso mehr waren wir froh und dankbar, dass sich uns aufgrund der gleichen Ausgangssituation diese Möglichkeit bot und unsere Vorgesetzten bereit waren, dieses Pilotvorhaben zu testen. Natürlich ist es auch sehr spannend neue Wege zu beschreiten und mögliche Arbeitszeitmodelle der Zukunft bei Engagement Global mit zu entwickeln.</p> <p><strong>EG: Wie habt ihr das im Arbeitsalltag organisiert?  <br></strong></p> <p>Anna Schwedes: Ich bin montags bis mittwochs im Büro, Monika mittwochs bis freitags. Neben den gängigen Aufgaben nutzen wir den Mittwoch für die Abstimmung untereinander sowie für Sitzungen mit dem Team. Grundsätzlich haben wir keine getrennten Aufgabengebiete, sondern eher Schwerpunkte, auf die sich die Einzelne konzentriert. Die akut anfallenden Aufgaben teilen wir auf und versuchen diese weitestmöglich alleine umzusetzen, um zeitaufwändige Abstimmungen zu reduzieren.</p> <p>Monika Schimmelpfennig-Smuda: Bei Urlauben oder im Krankheitsfall vertreten wir uns gegenseitig oder werden von unserer Stellvertretung vertreten. In der Praxis stellt sich das manchmal sehr schwierig dar, da wir drei an die Kita-Ferien gebunden sind. Bis jetzt haben wir dennoch immer Lösungen gefunden.</p> <p><strong>EG: Was habt ihr als besonders schwierig empfunden bei der gemeinsamen Führung? </strong></p> <p>Anna Schwedes und Monika Schimmelpfennig-Smuda: Die hohe Geschwindigkeit der Prozesse und Aufgaben auf Führungsebene und die Tatsache, dass viele Aufgaben nur in Abstimmung mit anderen Einheiten erledigt werden können, führt dazu, dass einige Aufgaben zwischen uns beiden hin und her geschoben werden müssen. Das kann frustrierend sein und macht zusätzliche Abstimmung erforderlich, aber ist natürlich wichtig, um Fristen einzuhalten.</p> <p><strong>EG: Was hat euch geholfen? </strong></p> <p>Monika Schimmelpfennig-Smuda: Da es noch keine Vorerfahrungen im Haus mit Jobsharing auf Abteilungsleitungsebene gegeben hat, verstehen wir uns als Pilot, bei dem erprobt und weiterentwickelt werden muss.</p> <p>Anna Schwedes: Kostbar waren dabei die Rückmeldungen aus dem Team, von den Vorgesetzten aber auch die externe Prozessbegleitung der Abteilung sowie unsere Netzwerke<em>.</em></p> <p>Monika Schimmelpfennig-Smuda und Anna Schwedes: Ohne die gegenseitige Offenheit und ein 100 Prozent Vertrauen untereinander würde das Jobsharing nicht funktionieren.</p> <p><strong>EG: Welche Tipps könnt ihr Kolleginnen und Kollegen geben, die über eine „Doppelspitze“ nachdenken?</strong></p> <p>Anna Schwedes und Monika Schimmelpfennig-Smuda: Wenn Interesse an Jobsharing besteht, sollte vorab mit der Führungskraft geklärt werden, ob in der jeweiligen Position Jobsharing sinnvoll und möglich ist oder ein anderes Teilzeit-Modell besser passen würde. Wenn ja, dann sollten im Vorfeld genau die Erwartungen, Rollen und Workflows sowie die Sicherstellung der Auskunftsfähigkeit besprochen und dann regelmäßig überprüft werden. Und natürlich muss ein Tandempartner gefunden werden, mit dem es zeitlich, zwischenmenschlich und fachlich passt. Man sollte sich bewusst sein, dass Jobsharing – trotz all der Vorteile - kein Selbstläufer ist. Jobsharing bedeutet auch immer erhöhte Abstimmung, Zeitaufwand und Kompromisse. Wer Interesse am Modell hat, kann gerne auf uns zukommen.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h1>Links</h1>             <ul> <li><a title="Zur Internetseite von PFQ" href="https://www.engagement-global.de/pfq-programm.html" target="_blank">Zur Internetseite des Programms zur Förderung entwicklungspolitischer Qualifizierungsmaßnahmen</a></li> <li><a title="AGP" href="https://www.engagement-global.de/agp-aktionsgruppenprogramm.html" target="_blank">Weitere Informationen zum Aktionsgruppenprogramm</a></li> </ul>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/fuehrung-teilen-gemeinsam-fuehren-wie-geht-das.html</link><pubDate>Fri, 08 Mar 2019 11:26:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/fuehrung-teilen-gemeinsam-fuehren-wie-geht-das.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/03/20190308_Frauentag.jpg" length="62900" type="image/jpeg" /></item><item><title>Solidarisch Wissen teilen</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/02/PFQ_Verteiler.jpg" title="Foto: istock/laflor" data-lightbox="e833fa">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/02/PFQ_Verteiler.jpg" width="600" height="366" alt="" title="Foto: istock/laflor">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Aus der Praxis: Architekten über Grenzen bieten mit Unterstützung von PFQ Expertise zum Thema Bauvorhaben. Foto: istock/laflor</figcaption>            </figure>          <p><strong>Engagement Global: Welche Qualifizierung bieten Sie für andere Nichtregierungsogranisationen an?</strong></p> <p>Thomas Schinkel: Architekten über Grenzen bietet NGOs für deren Bauvorhaben im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) und Katastrophenhilfe (KH) umfassende fachspezifische Unterstützung. Aspekte der Nachhaltigkeit stehen im Vordergrund. Sehr wenige Organisationen verfügen über eigene Baufachleute. Das führt schnell dazu, dass wichtige Aspekte übersehen werden mit der Folge von Nachteilen und Risiken für die Nutzer bis zum Verlust baulicher Anlagen. Daher möchten wir bereits im Vorfeld Projektverantwortliche für die vielen unterschiedlichen Aspekte (Risiken - Potenziale) sensibilisieren, die bei der Projektierung von Baumaßnahmen wichtig sind:</p> <ul> <li>Nutzung lokaler Ressourcen (Materialien, Sonne, Wind, Wasserkraft, Biomasse); </li> <li>Nutzung lokaler Fachleute/Architekten und traditioneller Bautechniken;</li> <li>Berücksichtigung nationaler/lokaler Baustandards, Mindeststandards;</li> <li>Werkzeuge zur Korruptionsvermeidung, Resilienzansätze, Contextual Planning;</li> <li>Mindeststandards für Behindertengerechtes Bauen und</li> <li>Trinkwasser-, Sanitärversorgung, Abwasserreinigung, Hygiene.</li> </ul> <p><strong>EG: Was war der Auslöser (Motivation, Hoffnung), diese Qualifizierung anzubieten?</strong></p> <p>Thomas Schinkel: Seit Gründung unseres Vereins haben wir immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Vereine und ihre Projektverantwortlichen mit sehr viel Engagement und gutem Willen anspruchsvolle Projekte entwickeln, ohne über die notwendigen Mindestvoraussetzungen zu deren erfolgreicher Durchführung zu verfügen. Das hat immer wieder zu erhöhten Kosten, langen Verzögerungen und Mängeln bei baulichen Einrichtungen geführt. Im Extremfall können die Projektziele verfehlt werden. Aus diesem Grund ist es uns ein wichtiges Anliegen, Angebote zu einer baufachlichen Kapazitätsförderung anzubieten. Dafür möchten wir mit Veranstaltungen, Publikationen und mit dem Aufbau einer Internetplattform Angebote bereitstellen. Wir hoffen einen Beitrag zu leisten, dass die unbestreitbar wichtigen Projektziele vieler guter Initiativen so gut wie möglich erreicht werden können.</p> <p><strong>EG: Hatten Sie bereits Erfahrung in der Konzeption von Seminaren?</strong></p> <p>Thomas Schinkel: Vor unserem ersten PFQ-geförderten Fortbildungsprojekt hatten wir unregelmäßig Seminare zur Fortbildung unserer eigenen Mitglieder und Vorbereitung auf die Projektarbeit angeboten. Seit 2015 führen wir nun mit Unterstützung von Engagement Global unter dem übergeordneten Thema Nachhaltiges Bauen in der EZ und KH eine Veranstaltungsreihe für Akteure in der EZ und KH durch. Unser Partner <em>humantektur</em> hat bei der inhaltlichen Ausrichtung und der organisatorischen Umsetzung von Anfang an eine wichtige Rolle gespielt. Die zweitägigen Veranstaltungen mit Vorträgen, Workshops und Diskussionen zum Wissensaustausch mit und zur Fortbildung von Mitarbeitern privater Hilfsorganisationen übersteigen deutlich unsere bisherigen Aktivitäten. Erst mit der Projektförderung können wir ein größeres Zielpublikum (große/kleine NGOs) erreichen. Das Ziel ist, den Wissensaustausch und Fortbildung anzuregen. In mittlerweile fünf Veranstaltungen wurden grundlegende Fragen zur Durchführung von Bauprojekten behandelt wie Methoden zu Vorbereitung, Durchführung, Monitoring komplexer Planungs-und Ausführungsprozesse.</p> <p><strong>EG: Welche Rückmeldungen haben Sie von den Teilnehmenden erhalten?</strong></p> <p>Thomas Schinkel: Das bisherige Echo und die Rückmeldungen waren durchweg sehr positiv. Gerade der Schwerpunkt auf die Praxis mit Vorstellung von konkreten, sehr unterschiedlichen Projektbeispielen und den positiven wie negativen Erfahrungen wurde sehr geschätzt. Bei vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern hat das den Wunsch geweckt, bei Folgeveranstaltungen eigene Projekte vorzustellen und anschließend zu diskutieren. Wir haben das gerne aufgegriffen. Dies hatte den gewünschten Effekt zu einem Austausch auf Augenhöhe, jeder konnte sich aktiv einbringen. Eine strikte Trennung von Inputgebern und bloß passiven Zuhörern konnte gar nicht entstehen. Gerade die Mischung unterschiedlicher Veranstaltungsformate an einem Tag (Vortrag, Workshop, Plenum, Abschlussdiskussion) wurde sehr gerne angenommen.</p> <p><strong>EG: Welchen Nutzen haben die Seminarteilnehmer aus der Qualifizierungsmaßnahme gezogen?</strong></p> <p>Thomas Schinkel: Die Seminarteilnehmer konnten an Hand der vielen Beispiele und Herangehensweisen ihren Wissens- und Erfahrungshorizont erweitern und sehen, wie andere Akteure an ähnliche Aufgaben herangehen. Die gesammelten Erfahrungen konnten sie unmittelbar für ihre eigenen aktuellen, künftigen oder bereits abgeschlossen Projekte nutzen. Darüber hinaus boten sich viele Gelegenheiten in den Pausen und nach den Veranstaltungen, zweckdienliche Kontakte für weitere Zusammenarbeit und kontinuierlichen Austausch zu knüpfen, zum Beispiel als Projektpartner.</p> <p><strong>EG: Welche positiven Effekte haben sich für Ihre Organisation ergeben?</strong></p> <p>Thomas Schinkel: Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es bei den vielen Akteuren in der EZ und KH immer noch viel Bedarf aber auch großes Interesse an einem baufachlichen Wissensaustausch gibt, ebenso an Einrichtungen, die hier Angebote bieten. Hier können wir durchaus eine bestehende Lücke füllen und fühlen uns darin bestätigt in dieser Richtung weiterzuarbeiten. Während der Veranstaltungsreihe hat sich herausgestellt, dass ein starkes Interesse besteht, die fachspezifischen Themen und Inhalte zu sammeln und allgemein zur Verfügung zu stellen. Deshalb arbeiten wir aktuell am Aufbau einer Internetplattform für Wissensvermittlung und Weiterbildung zum Thema Nachhaltiges Bauen in der EZ und KH. Einige Organisationen zeigten Interesse, beim Aufbau und Betrieb eines Netzwerkes zusammenzuarbeiten. Dies ist durchaus ein Novum und lässt uns hoffen, dass künftig in der EZ und KH weniger autark gearbeitet wird und Synergien besser genutzt werden können.</p> <p><strong>EG: Wurden Sie während der Antragstellung für PFQ-Förderung beraten? Welche Hilfestellung erhielten Sie von Engagement Global?</strong></p> <p>Thomas Schinkel: Ohne die Unterstützung des PFQ hätten wir diese Fortbildungsarbeit nicht beginnen und nicht in dem erforderlichen Umfang leisten können. Die Hilfestellungen bei der Antragsbearbeitung waren professionell, engagiert und immer der Sache dienlich. Ohne die Geduld und das Verständnis für die Ziele des Förderprojekts wären wir wahrscheinlich nicht dazu gekommen, die Veranstaltungsreihe zu beginnen und bis heute fortzuführen.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Weiterführender Link zum Thema</h2>             <p><a href="http://www.architekten-ueber-grenzen.de/" target="_blank">Zur Internetseite von Architekten über Grenzen</a></p> <p><a href="https://www.engagement-global.de/pfq-programm.html">Zur Internetseite von PFQ</a></p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/solidarisch-wissen-teilen.html</link><pubDate>Wed, 20 Feb 2019 10:44:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/solidarisch-wissen-teilen.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/02/PFQ_Verteiler.jpg" length="47565" type="image/jpeg" /></item><item><title>Dreh das Radio auf</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/02/190213_Teaserbild.jpg" width="600" height="366" alt="Eine Person liegt auf dem Rücken mit verschränkten Armen hinter dem Kopf und schaut in die Luft. Im Vordergrund ist ein silbernes Radiomodell zu sehen, auf das die Person seinen Fuß angelehnt hat." title="Foto: Eric Nopanen">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">95 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren schaltet regelmäßig das Radio ein. Foto: Eric Nopanen</figcaption>            </figure>          <p>Radio ist ein Massenmedium. 95 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren schaltet regelmäßig ein, lauscht dem klassischen Radio oder nutzt Webradio. Mit Musik, tagesaktuellen Informationen, Unterhaltung und Moderation lassen sich die Zuhörerinnen und Zuhörer durch den Tag begleiten. Und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. <br><br> Um das Radio als Medium zu würdigen, wird daher bereits zum achten Mal am 13. Februar der World Radio Day begangen - ein Aktionstag, der von der UNESCO ins Leben gerufen wurde. Der Tag wurde nicht zufällig gewählt: Der 13. Februar 1946 war Gründungstag des United Nations Radio, einem Radioprogramm, das über die Aktivitäten der Vereinten Nationen informiert. Auch heute noch ist der Sender weltweit in mehreren Sprachen zu empfangen. Staaten werden am Weltradiotag dazu aufgerufen, den Zugang zu Informationen über Radio sicherzustellen und die internationale Zusammenarbeit von Radiosendern zu fördern.<br><br> Um mehr über das Thema zu erfahren, haben wir mit zwei Menschen gesprochen, die sich mit viel Leidenschaft, beruflich und privat, dem Medium Radio widmen. Abi Mali, Radiomoderatorin aus Lusaka in Sambia, berichtet von ihrer Arbeit bei einem Jugendradio und erzählt, was ihre junge Hörerschaft bewegt. Leon Tanzki, Student und Radiomacher aus Siegen, ist beim Campusradio in Siegen aktiv und teilt mit uns seine Gedanken zur Entwicklung des Radios und dem politischen Potenzial des Mediums.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Abi Mali, Radiomoderatorin bei  Power FM Zambia</h2>                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/02/190213_Radio_Power_Logo.png" width="600" height="366" alt="Logo von Power FM Zambia">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Power FM Zambia</figcaption>            </figure>          <p><strong>Engagement Global: Welchen Themen widmet ihr euch bei Power FM Zambia? </strong></p> <p>Abi Mali: POWER FM 91.3 ist Sambias einziges Jugendradio. Unsere Themen richten sich an junge Menschen, an alle Junggebliebenen und an eine Hörerschaft, die ein Programm möchte, das anders ist als der Rest. In unserem Programm geht es um lokale, aber auch internationale Themen, von aktuellen Meldungen, Unterhaltung, Lifestyle bis hin zu Sport, immer kombiniert mit einem gefühlvollen Mix aus aktuellem R’n’B, Hiphop, Pop, Soul, sambischen und Afro-Beats, gemischt mit altbekannten Hits.</p> <p><strong>EG: Wie interagiert ihr mit euren Zuhörerinnen und Zuhörern? Und was interessiert eure junge Hörerschaft? </strong></p> <p>Abi Mali: Da muss ich etwas ausholen. Ich denke, Radio oder Medien generell sind Plattformen, die man nicht einfach als selbstverständlich ansehen sollte und die man klug und durchdacht nutzen sollte. Die Hörerschaft, die Zuschauerinnen und Zuschauer oder die Leserinnen und Leser können ihren Stimmen und ihren Meinungen Gehör verleihen, entweder auf direktem Weg oder über ein Medium. Wenn also ein Zuhörer oder eine Zuhörerin sich mit dir identifizieren kann oder das von dir Gesagte nachempfinden kann, hast du seine oder ihre Aufmerksamkeit. Wenn er oder sie sich sicher fühlt und du ihm oder ihr einen sicheren Ort gibst, um seine oder ihre Meinung mitzuteilen, dann ist die Interaktionen mit den Hörerschaft ein Selbstläufer. Daher bemühen wir uns beim Sender, dass unsere Inhalte informativ und relevant sind, aber auch Spaß machen und unterhalten. Ich sehe mich gern als die Freundin, die meine Zuhörer und Zuhörerinnen bisher nicht hatten. Dann ist da natürlich noch die Musik. Um die Hörerschaft zu erreichen, musst du eine überzeugende Playlist haben.</p> <p><strong>EG: Wie kann das Radio für politische Fragen und Themen genutzt werden? Wie nutzt ihr es bei Power FM? </strong></p> <p>Abi Mali: Ich gehöre nicht zu denen, die über Politik reden, denn ich hasse es, schon so früh Falten zu bekommen (lacht). Aber ich finde, wenn es um Politik geht, dann sollten Radiomacherinnen und –macher immer erst einen unvoreingenommenen und unparteiischen Standpunkt vertreten. Ich möchte außerdem noch mal an das anknüpfen, was ich eben über Medien als Plattform gesagt habe, auf der Zuhörerinnen und Zuhörer aufrichtig ihre Sorgen und Interessen teilen und auf der Meinungen gehört werden können. Wann immer wir einen Zuhörer oder eine Zuhörerin haben, der oder die sich mit einem Anliegen zu einem bestimmten Thema an uns wendet, versuchen wir alle wichtigen und relevanten Autoritäten, Politiker oder Politikerinnen und Entscheidungsträger und -trägerinnen, wenn sie Zeit für uns haben, einzuladen. So können beide Seite gehört und eine Lösung gefunden werden.</p> <p><strong>EG: Was macht Radio für dich so besonders? </strong></p> <p>Abi Mali: Ich habe eine Leidenschaft für Menschen und es gibt so viele tolle und interessante Menschen, die einem überall begegnen – seien es Künstlerinnen und Künstler, Anwältinnen und Anwälte, Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Existenzgründende, Politikerinnen und Politiker, Kinder oder Menschen, die auf der Straße ihre Waren verkaufen. Das sind alles Leute, deren Geschichte von anderen gehört werden sollten. Ich liebe es, diese Geschichten zu teilen. Abgesehen davon brauche ich einen Ort, an dem ich all meiner Energie freien Lauf lassen kann und Radio ist genau dieser Ort für mich. Außerdem liebe ich Musik und davon kann ich im Radio jede Menge spielen.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Leon Tanzki, Radiomoderator beim Campusradio Radius 92.1 Siegen</h2>                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/02/190213_Campus_Radio_Logo.png" width="600" height="366" alt="Logo vom Campusradio Siegen.">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Campusradio Radius 92.1 Siegen.</figcaption>            </figure>          <p><strong>Engagement Global: Welchen Themen widmet ihr euch bei Radius 92.1?</strong></p> <p>Leon Tanzki: Radius 92.1 ist das Campusradio an der Universität Siegen. Unsere Themen erstrecken sich also auf alles, was die Studierendenschaft so angeht. Dabei kann es sich um den Aus- und Umbau des Unigeländes und die Hochschulpolitik handeln. Natürlich haben wir auch überregionale Themen, die wir aus der Sicht von uns Studis betrachten. Aber auch alles was man in Siegen so unternehmen und entdecken kann, ist uns einen Beitrag wert. Wir hoffen mit unserem Programm den alteingesessenen Siegenern die Uni und den Uniangehörigen die Stadt näher zu bringen.</p> <p><strong>EG: Was interessiert die Studierenden und wie interagiert ihr mit euren Zuhörerinnen und Zuhörern?</strong></p> <p>Leon Tanzki: Wir sind ein kleiner Sender und können uns keine teuren Erhebungen unter der Hörerschaft leisten. Aber wir bekommen über die sozialen Medien mit, welche Themen gut oder auch weniger gut ankommen. Die größte Resonanz erzeugen tatsächlich Themen, die die Studierenden in Siegen direkt angehen. Das kann ein kritisches Interview mit dem Allgemeinen Studierenden Ausschuss (AStA) sein, aber auch die Vorstellung einer regionalen Band, die im lokalen Musikclub auftritt. Dann merkt man, dass Siegen – und noch mehr die Universität – ein echter Mikrokosmos ist. Vieles, was in Deutschland und der Welt vorgeht, wird von anderen ausführlicher und schneller abgedeckt. Aber an der Uni sind wir die erste Quelle.</p> <p><strong>EG: Welchen Stellenwert hat Radio als Medium in der Gesellschaft und wie wird es sich in Zukunft entwickeln?</strong></p> <p>Leon Tanzki: Als Radiomacher hoffen wir natürlich, dass wir viele Menschen erreichen, sie irgendwie bewegen, unterhalten und informieren. Das gelingt uns auch oft – aber immer seltener über den klassischen Weg. Immer wieder kriegen wir mit, dass die Leute unsere Beiträge viel häufiger bei Facebook, Twitter oder der Mediathek (NRWison.de) anklicken. Vor das gute alte Radio locken wir die Studis in größeren Mengen vor allem noch bei Sondersendungen. Gleichzeitig kriegen wir oft Feedback zu unserer Musikauswahl, die abseits des Mainstreams angelegt ist. Wir hören dann ab und zu von Neuentdeckungen durch unsere Playlist, was uns sehr freut. Im Grunde bleibt fürs Radio also vielleicht alles „wie früher“ – nur die Verbreitungswege und Nutzungsgewohnheiten werden sich verändern.</p> <p><strong>EG: Wie kann das Radio für politische Fragen und Themen genutzt werden? Wie nutzt ihr es bei Radius 92.1?</strong></p> <p>Leon Tanzki: Eine der stärksten Beitragsformen im Radio ist das Interview. Auch im Bereich der politischen Berichterstattung hat das Medium hier einen großen Vorteil. Zudem ist das Radio ein unglaublich schnelles Medium. So lassen sich Sendungen zu politischen Entwicklungen, die alle Blickpunkte vereinen außergewöhnlich aktuell produzieren und senden. Aber auch allgemeine politische Themen lassen sich im Radio besonders gut aufbereiten. Ein Grund dafür ist die Interaktion mit der Hörerschaft, die es ermöglicht Themen mit und für diejenigen zu behandeln, die betroffen sind. Beim Campusradio kämpfen wir so jedes Jahr erneut gegen die niedrige Wahlbeteiligung zu den Wahlen des Studierenden Parlaments (regelmäßig sieben bis acht Prozent). Dazu erklären wir, wie was wann und wo gewählt wird und auch warum. Den Effekt unserer Arbeit können wir leider nicht messen.</p> <p><strong>EG: Was macht Radio für dich so besonders?</strong></p> <p>Leon Tanzki: Ich bin in meinem ersten Semester zum Campusradio gegangen und geblieben. Radio war bis dahin nicht als Berufsweg auf meinem Schirm. Aber ich war angetan von der Unmittelbarkeit dieses Mediums. Man macht das Mikro an und ist auf Sendung mit Beiträgen die am gleichen Tag entstanden sind. Das ist bis heute das, was mich beim Radio am meisten reizt. Genau wie die Möglichkeit der Interaktion mit dem Publikum, die beim Radio so viel flüssiger und ungezwungener funktioniert.</p>   </div> <h2 class="ce_headline">   Kurzbiographien</h2> <div class="ce_text block">       <h3>Abi Mali</h3>                <figure class="image_container float_above">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/02/190213_Foto_Abi.jpg" width="227" height="249" alt="Abi Mali" title="Foto: Abi Mali">                   </figure>          <p>Abi Mali wurde in Lusaka in Sambia geboren, wo sie auch heut lebt und arbeitet. Sie ist als Autorin, Produzentin und Voiceover-Künstlerin tätig und moderiert jeden Morgen die „Sunny Side Up Breakfast Show“ beim Jugendradiosender Power FM. Abi Mali liebt Mode, Musik und Tanz und arbeitet leidenschaftlich gern beim Radio und ist Teil der Online-Show „Whats Cooking Zambia“.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h3>Leon Tanzki</h3>                <figure class="image_container float_above">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/02/190213_Leon_Kopfhoererportrait_sw.jpg" width="227" height="249" alt="Leon Tanzki" title="Foto: Leon Tanzki">                   </figure>          <p>Leon Tanzki studiert Medienwissenschaften an der Universität Siegen und ist dort seit 2013 ehrenamtlich beim Campusradio Radius 92.1 aktiv. Beim Campusradio war er bereits Chef der Musikredaktion, Wort-Chefredakteur und übernimmt ab und zu die Moderation. Seit 2017 ist Leon Tanzki zertifizierter Medientrainer der Landesanstalt für Medien und gibt regelmäßig Seminare und Workshops für Mitglieder von Radius 92.1 sowie für Bürgerfunker.</p>   </div> <h2 class="ce_headline">   Weitere Informationen</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.radius921.de/tmp/" class="hyperlink_txt" title="Zur Webseite von Radius 92.1" rel="">Zur Webseite von Radius 92.1</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-bottom:30px;">           <a href="https://www.facebook.com/YouthRadioZambia/" class="hyperlink_txt" title="Zur Facebookseite von  Power FM Zambia" rel="">Zur Facebookseite von  Power FM Zambia</a>    </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/dreh-das-radio-auf.html</link><pubDate>Wed, 13 Feb 2019 09:40:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/dreh-das-radio-auf.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/02/190213_Teaserbild.jpg" length="31893" type="image/jpeg" /></item><item><title>Frauen in der Wissenschaft</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p>In Ihrer Arbeit zeigt Dr. Schüßler, welche Rolle Politik, Unternehmen und Zivilgesellschaft nach dem Fabrikeinsturz von Rana Plaza einnahmen, um nachhaltige Konsum- und Produktionsbedingungen zu schaffen. Sind ein „Mindestpreis für Jeans“ oder der „Grüne Knopf“ eine nachhaltige Lösung gegen den anhaltenden „Fast Fashion“-Trend? Und wie können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele gemeinsam mit der Politik vorantreiben?</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/01/Prof_-Dr_-Elke-Schuesslerblog.jpg" width="600" height="366" alt="Das Portraitfoto zeigt Elke Schüßler.">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Dr. Elke Schüßler, Professorin an der Johannes Kepler Universität Linz. Foto: Elke Schüßler</figcaption>            </figure>          <p><strong> Engagement Global: Dr. Schüßler, was sind die Schwerpunkte Ihrer Forschung und welche Rolle spielen dabei die 17 Nachhaltigkeitsziele?</strong></p> <p>Dr. Schüßler: In meiner Forschung beschäftige ich mich mit Nachhaltigkeit in globalen Lieferketten, mit der transnationalen Klimapolitik, mit neuen Formen der Arbeit und Arbeitsstandards sowie mit kreativen Prozessen und Innovation. Dabei spielen gleich mehrere der 17 Nachhaltigkeitsziele eine Rolle. Globale Lieferketten in der Bekleidungsindustrie beispielsweise können einen Beitrag zur Reduktion von Armut und Hunger ebenso wie zur Gleichstellung der Geschlechter leisten. Gleichzeitig werden in der Bekleidungsproduktion häufig selbst Minimalarbeitsstandards unterschritten und die Umweltbelastung durch die Bekleidungsproduktion ist enorm.</p> <p>Maßnahmen zur Verbesserung sind häufig an einzelnen Nachhaltigkeitszielen ausgerichtet, übersehen dabei aber die komplexen Zusammenhänge zwischen den unterschiedlichen Themenfeldern. Wieder anhand der Bekleidungsindustrie illustriert: Maßnahmen zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen legitimieren womöglich gleichzeitig das wenig nachhaltige Produktions- und Konsumptionsmodell der „fast fashion“, was die Umwelt weiter belastet. Zum Adressieren solcher systemischen Probleme bedarf es interdisziplinäres, vernetztes Denken und grundlegende Innovationen. So fügen sich dann auch meine unterschiedlichen Forschungsgebiete zusammen.</p>   </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>Engagement Global: Sie haben unter anderem zu den Auswirkungen von Rana Plaza auf staatliche Maßnahmen in der Textilbranche geforscht. Was waren die wichtigsten Erkenntnisse?</strong></p> <p>Dr. Schüßler: Zunächst einmal ist es wichtig, zu betonen, dass nicht in erster Linie die Politik auf Rana Plaza reagiert hat, sondern vor allem die Unternehmen und die Zivilgesellschaft. Nach wie vor halten sich Regierungen mit sogenannten „harten Regulierungen“ von Handelsbeziehungen stark zurück und hoffen auf eine sogenannte Selbstregulierung seitens der Unternehmen, auch wenn es hier starke nationale Unterschiede gibt.</p> <p>Die Forschung wie auch die Erfahrung haben aber gezeigt, dass eine solche Selbstregulierung nicht ausreicht, um Probleme mit Arbeits- und Umweltstandards in den Griff zu bekommen. Zum einen fehlen den meisten Unternehmen die Anreize hierfür, wenn weder der Staat konkrete Nachhaltigkeitsziele einfordert und mit Berichtspflichten untermauert, noch die Kundinnen und Kunden auf Ereignisse wie Rana Plaza reagieren und beispielsweise Transparenz über Produktionsbedingungen einfordern.</p> <p>Zum anderen sind die Probleme nicht durch einzelne Unternehmen, sondern nur durch kollektives Handeln der Unternehmen, unterstützt durch Gewerkschaften und andere zivilgesellschaftliche Akteure sowie natürlich auch staatlicher Regulierung, zu lösen. Hier hat sich seit Rana Plaza einiges getan: Mit dem Brandschutzabkommen in Bangladesch wurde erstmalig ein Vertragswerk gemeinsam von ca. 200 Unternehmen sowie zwei Globalen Gewerkschaftsföderationen unterzeichnet, um kollektiv – und unter Einbindung der Arbeiterinnen- und Arbeitervertretung – das Problem der Gebäudesicherheit in Bangladesch anzugehen.</p> <p>Hier hat wirklich ein Umdenken stattgefunden, was sich womöglich in weiteren kollektiven Maßnahmen niederschlagen wird. In Großbritannien und Australien wurde darüber hinaus mit dem „Modern Slavery Act“ eine wichtige rechtliche Grundlage für Transparenzanforderungen in Bezug auf Arbeitsstandards in globalen Lieferketten geschaffen.</p> <p> </p> <p><strong>Engagement Global: Wie können staatliche Maßnahmen in der Textilbranche das Konsumverhalten nachhaltig verändern?</strong></p> <p>Dr. Schüßler: Das Konsumverhalten ist und bleibt ein Graubereich von Regulierungsmaßnahmen, die nach Erkenntnissen unserer Forschung stark auf die Produktionsbedingungen fokussieren. Die Unternehmen fordern manchmal im Gespräch einen „Mindestpreis für eine Jeans“, der staatlich festgelegt werden sollte, um die Kundennachfrage nach immer günstigeren Ladenpreisen zu stoppen. So etwas steht aber nicht zur Debatte. Mit dem „Grünen Knopf“ versucht die deutsche Bundesregierung, mehr Transparenz für Konsumentinnen und Konsumenten zu schaffen. In der Praxis ist es aber sehr schwierig festzustellen, ob wirklich alle Produktionsschritte, die einem Produkt zugrunde liegen, nachhaltig sind, so dass die Gefahr des „greenwashings“ besteht. Wirksam wäre ein methodisch sauber durchgeführtes, weltweit einheitliches Ranking, in dem sich Konsumentinnen und Konsumenten über die Praktiken einzelner Unternehmen informieren können. Viel Potenzial hat außerdem die öffentliche Beschaffung. Wenn diese auf Nachhaltigkeit umgestellt wird, betrifft dies bereits einen recht großen Markt. Dies könnte Auswirkungen auf andere Marktsegmente haben und darüber hinaus Lerneffekte bei Unternehmen in der Lieferkette, aber auch bei Politikerinnen und Politikern erzielen.</p> <p> </p> <p><strong>Engagement Global: Wissenschaftliche Forschung ist eine Grundlage um die 17 Nachhaltigkeitsziele umsetzen zu können. Wie kann Forschung auch der Bevölkerung und der Politik zugänglicher gemacht werden? </strong></p> <p>Dr. Schüßler: Aus meiner Sicht helfen hier nur ein regelmäßiger Dialog und Austausch. Wissenschaft und Praxis sind zunächst unterschiedliche Systeme, in denen unterschiedliche Bewertungskriterien gelten. Das wissenschaftliche Publizieren ist durch den internationalen Wettbewerb und internationale Standards in den letzten Jahren deutlich anspruchsvoller und zeitaufwändiger geworden. Damit sind die Ergebnisse – nicht zuletzt auch durch proprietäre Geschäftsmodelle der Wissenschaftsverlage – der Praxis immer weniger zugänglich geworden.</p> <p>Gleichzeitig besteht die Gefahr, den so und so schon hochgradig belasteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern immer neue Verantwortlichkeiten und Zielvorgaben nach den Standards amerikanischer Top-Universitäten aufzubürden, für deren Erfüllung es hierzulande aber nicht die nötigen zeitlichen und finanziellen Ressourcen gibt. Professionelle Kommunikationsabteilungen seitens der Universitäten können hier eine wichtige Rolle dabei spielen, Forschungsergebnisse einer breiteren Öffentlichkeit zu vermitteln. Doch natürlich sollte sich jede Wissenschaftlerin und jeder Wissenschaftler auch die Zeit nehmen, mit Praxis, Politik und Öffentlichkeit zu sprechen. Bei qualitativ ausgerichteter Forschung passiert dies fast schon zwangsläufig, da hier die Daten nur durch einen intensiven Austausch und Kontakt mit den Forschungssubjekten erhoben werden.</p> <p> </p> <p><strong>Engagement Global: Konnten Sie Auswirkungen Ihrer Forschung auf politische Forderungen und die Arbeitswelt in der Textilbranche feststellen? Wenn ja, welcher Art?</strong></p> <p>Dr. Schüßler: Dafür ist es vielleicht noch zu früh, da unser Projekt noch nicht abgeschlossen ist. Wir erleben aber eine hohe Aufmerksamkeit seitens Politik und Gesellschaft an unseren Forschungsergebnissen und nutzen diese natürlich, um mit Entscheidungsträgerinnen und -trägern ins Gespräch zu kommen. Darüber hinaus bemühen wir uns aktiv um eine Dissemination unserer Forschungsergebnisse, indem wir beispielsweise Konferenzen und Stakeholder-Workshops in den jeweiligen am Projekt beteiligten Ländern organisieren oder unsere Ergebnisse im Rahmen bestehender Gesprächsrunden und Austauschforen präsentieren. Wir veröffentlichen Zwischenergebnisse in Form von „Discussion Papers“ auf unserer Projektwebseite und bemühen uns darüber hinaus, unsere wissenschaftlichen Publikationen „open access“ zur Verfügung zu stellen. Die weitere Auswertung unserer Daten sowie die Kommunikation unserer Erkenntnisse werden in den letzten sechs Monaten der Projektlaufzeit unsere Hauptaufgaben sein. </p> <p> </p> <p><strong>Engagement Global: Was motiviert Sie persönlich für Ihre Forschungsarbeit und Ihr Engagement?</strong></p> <p>Dr. Schüßler: Meine Forschung ist entweder von empirischen Problemstellungen oder von theoretischen Fragestellungen angetrieben, beziehungsweise im Idealfall von beidem gleichzeitig. Gerade wenn es um die Nachhaltigkeitsziele geht, stehen aber natürlich zunächst komplexe empirische Phänomene im Vordergrund. Ich bin aber überzeugt davon, dass es gerade hier gute Theorien und systematische Forschung braucht, um Lösungen identifizieren und umsetzen zu können.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Weiterführende Links zum Thema</h2>             <ul> <li><a title="Zum Blogbeitrag „Rana Plaza Gedenktag: Fünf Jahre nach der Katastrophe“" href="http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/rana-plaza-gedenktag-fuenf-jahre-nach-der-katastrophe-167.html" target="_blank">Zum Blogbeitrag „Rana Plaza Gedenktag: Fünf Jahre nach der Katastrophe“</a></li> <li><a href="https://www.17ziele.de/artikel/detail/siebzehn-ziele-in-der-wissenschaft-neue-raeume-fuer-neues-denken.html" target="_blank">Zum Interview mit Dr. Ali Gümüsay zum Thema 17 Ziele in der Wissenschaft</a></li> </ul>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/frauen-in-der-wissenschaft.html</link><pubDate>Mon, 11 Feb 2019 12:07:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/frauen-in-der-wissenschaft.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2019/01/Prof_-Dr_-Elke-Schuesslerblog.jpg" length="53746" type="image/jpeg" /></item><item><title>An Erfahrungen wachsen</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p>Am 5. Dezember wird jährlich der Internationale Tag der freiwilligen Helferinnnen und Helfer für wirtschaftliche und soziale Entwicklung – kurz der Internationale Tag der Freiwilligen – begangen. Engagement Global ist die Ansprechpartnerin in Deutschland für entwicklungspolitisches Engagement. Unter dem Dach von Engagement Global ist auch die Koordinierungsstelle des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes weltwärts angesiedelt.</p> <p>Der Name ist Programm: Mit weltwärts arbeiten junge Erwachsene weltweit als Freiwillige gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Partnerorganisation in einem Projekt. Neben dem weltwärts Nord-Süd Programm, in dem die Freiwilligen in eines der so genannten Partnerländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit gehen, gibt es seit 2013 auch die Süd-Nord-Komponente.</p> <p>Zum Internationalen Tag der Freiwilligen sprachen wir mit Dr. Jens Kreuter, dem Geschäftsführer von Engagement Global, über die Entwicklungen des Freiwilligendienstes. Aus der weltwärts-Praxis berichten zudem Della Bii-Mai, ehemalige Süd-Nord-Freiwillige aus Kamerun, und Armen Hakobyan, aktuell Süd-Nord-Freiwilliger aus Armenien.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/14/181205_Headerbild_Copyright_Brot_fuer_die_Welt_gro%C3%9F.jpg" title="Foto: Brot für die Welt" data-lightbox="3a4e72">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/14/181205_Headerbild_Copyright_Brot_fuer_die_Welt_gro%C3%9F.jpg" width="778" height="427" alt="" title="Foto: Brot für die Welt">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:778px">Mittlerweile haben mehr als 2000 Süd-Nord-Freiwillige einen Freiwilligendienst absolviert. Foto: Brot für die Welt</figcaption>            </figure>          <p><strong>Engagement Global: Herr Dr. Kreuter, nach Ihrem Abitur leisteten Sie selbst einen Freiwilligendienst in Erfüllung der Zivildienstpflicht in Israel. Aus welchen Gründen entschieden Sie sich für einen Freiwilligendienst?</strong></p> <p>Dr. Kreuter: Bei mir war das damals Abenteuerlust, ich wollte unbedingt noch einmal ins Ausland. Ich hatte schon einen Schüleraustausch gemacht und wollte wieder raus. Und die einzige Möglichkeit für mich war ein solcher Friedensdienst im Ausland. Damals war es schwierig, einen Freiwilligendienst im Ausland zu absolvieren, der auf die Zivildienstpflicht anerkannt wurde, und Israel war eine von ganz wenigen Möglichkeiten. Ich habe in Nes Ammim, einem christlich-jüdischen Versöhnungsprojekt mitgewirkt, in dem Christen aus Europa im Norden von Israel leben. Dort habe ich verschiedene Dinge gemacht, vor allem habe ich in einem Gästehaus gearbeitet, in dem Seminare stattfanden. Ich habe wirklich ganz an der Basis gearbeitet: Betten gemacht, Toiletten geputzt, Teller gewaschen - und in der Zeit eine Menge gelernt. Auch über das Arbeitsleben. Ich war anderthalb Jahre dort, und die Zeit hat mich sehr geprägt.</p> <p><strong>EG: Für Freiwillige ist der Freiwilligendienst im Ausland oft eine weichenstellende Erfahrung in ihrer Biografie. Als Bundesbeauftragter für den Zivildienst waren Sie maßgeblich an der Einführung des Bundesfreiwilligendienstes beteiligt und trugen später, als Leiter des Arbeitsstabes Freiwilligendienste, die Verantwortung für Aufbau und Steuerung des Bundesfreiwilligendienstes und des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes. Welche Erfahrungen aus Ihrem Aufenthalt in Israel haben Sie in die Gestaltung des Freiwilligendienstes mitgenommen?</strong></p> <p>Dr. Kreuter: Es ist sehr schwierig zu sagen, wie einen Menschen eine so lange Erfahrung genau prägt. Anderthalb Jahre - wenn man 20 Jahre alt ist, ist das eine lange und intensive Zeit. Ich glaube, für meine spätere Arbeit war am ehesten das große Vertrauen in die Freiwilligen und die Träger wichtig. Ich glaube und habe es so auch selbst so erlebt, dass niemand einen Freiwilligendienst oder generell ein ehrenamtliches Engagement, aus purem Eigennutz absolviert. Niemand wird damit reich und auch die Träger, die die Organisation übernehmen, machen damit keinen Profit. Deswegen habe ich erst einmal ein sehr großes Grundvertrauen, dass alle in diesem Bereich aktiv sind, weil sie etwas Gutes erreichen wollen. Der Staat muss natürlich darauf achten, dass schwere Fehler identifiziert werden. Das Ganze muss in einem bestimmten Rahmen ablaufen, sodass nach außen erkennbar ist, dass zum Beispiel die Finanzierungen stimmen. Der Staat sollte aber nicht jedes Detail steuern wollen. Eine zweite Erfahrung, die mich geprägt hat, lag darin, dass ich gerade aus schwierigen Momenten besonders viel gelernt habe. Natürlich ist eine gute Begleitung, eine gute Vor- und Nachbereitung wichtig. Wenn dieser Rahmen stimmt, bin ich fest davon überzeugt, dass (fast) alle Jugendlichen (fast) überall auf der Welt spannende und lehrreiche Erfahrungen machen können.</p> <p><strong>EG: Seit 2015 sind Sie Geschäftsführer von Engagement Global, wo auch die Koordinierungsstelle des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes weltwärts angesiedelt ist. 2018 feierte der Freiwilligendienst weltwärts seinen zehnten Geburtstag. Welche Botschaft möchten Sie zukünftigen Freiwilligen mitgeben?</strong></p> <p>Dr. Kreuter: Ich würde zukünftigen Freiwilligen auf jeden Fall den Rat mit auf den Weg geben, die Zeit zu genießen. Ein Jahr im Ausland ist immer eine faszinierende Erfahrung, egal was man erlebt. Auch wenn mal etwas schief geht, auch wenn es Schwierigkeiten gibt. Daran wächst man. Rückblickend sind auch die allermeisten Freiwilligen total begeistert von dem, was sie erlebt haben. Ein zweiter Rat ist: Offenheit! Die Neugier, die Offenheit Menschen gegenüber, die Bereitschaft zu lernen, sich selbst in Frage zu stellen und sich zu verändern - das sind wichtige Impulse. Wenn ich jetzt mit meinen beruflichen Erfahrungen auf meinen Freiwilligendienst zurückschaue, würde ich noch den Rat ergänzen, selbst etwas bescheidener zu sein. Deutsche Abiturientinnen und Abiturienten kommen ja manchmal aus der Schule mit dem Gefühl: „Ich kann jetzt alles. Ich habe das Abitur geschafft.“ Und das stimmt eben nicht. Das habe ich in dem Moment gemerkt, als ich in Israel aus dem Flugzeug gestiegen bin und man mir gesagt hat: „Jetzt putz‘ mal ein Hotelzimmer in 20 Minuten!“ Das konnte ich eben nicht. Wenn Freiwillige irgendwo in Afrika, Asien oder Lateinamerika in eine völlig fremde Kultur kommen, ist es genauso. Ich würde ihnen den Rat geben, sensibel für lang gepflegte Kulturen und Traditionen vor Ort zu sein. Sie sollten dort, im Grunde als ungelernte Kulturfremde, ganz bescheiden ganz unten in der Hierarchie einsteigen. Es gibt immer wieder deutsche Abiturientinnen und Abiturienten, die aus der Schule rauspurzeln und meinen, sie könnten am nächsten Tag in Ghana als Englischlehrer arbeiten. Und die muss man dann manchmal ein bisschen wachrütteln und sagen: „Überleg doch mal kurz, welche Ausbildung eure Englischlehrer hatten, bevor sie euch unterrichtet haben!“ Bescheidenheit, Offenheit und die Zeit zu genießen – das sind meine Ratschläge.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Aus der Praxis</h2>             <p>Della Bii-Mai begann im September 2017 als 1000. Süd-Nord-Freiwillige ihren 13-monatigen Freiwilligendienst bei der Stiftung Partnerschaft mit Afrika e.V. in Potsdam. Mittlerweile haben über 2000 Süd-Nord-Freiwillige einen Freiwilligendienst geleistet oder stecken noch mittendrin. Die junge Kamerunerin Della ist nun seit ein paar Monaten wieder zurück in ihrem Heimatland und reflektiert mit uns ihre Erfahrungen aus einem Jahr Freiwilligenarbeit in Deutschland.</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>EG: Welche Erfahrungen haben dich während deiner Zeit in Deutschland am meisten geprägt?</strong></p> <p>Della Bii-Mai: Mein Aufenthalt in Deutschland war voll gemischter Erfahrungen, Gefühle und Emotionen – beginnend bei meinem Arbeitsalltag bis hin zum Leben in einer Gastfamilie. Vor allem hat mir gefallen, Teil einer anderen Arbeitskultur zu sein, in der man Meinungen und Ideen mit anderen Menschen austauschen konnte. Sei es bei Workshops, Konferenzen oder Foren, an denen ich während meiner Zeit in Potsdam teilnehmen durfte. Aber auch der Austausch mit anderen Freiwilligen hat mich sehr geprägt. Wir waren eine internationale Familie - haben zusammen gelacht und geweint, unsere Ängste und Hoffnungen geteilt - das hat uns sehr zusammengeschweißt. Es freut mich, Teil einer so vielfältigen und auf der Welt verstreuten Familie zu sein.</p> <p><strong>EG: Welche Erwartungen hattest du an deinen Freiwilligendienst und haben sich diese in deiner Zeit bei der Stiftung Partnerschaft mit Afrika e.V. in Potsdam erfüllt?</strong></p> <p>Della Bii-Mai: Zugegebenermaßen war mein Arbeitsleben nicht immer perfekt. Ich habe gleichzeitig in zwei Organisationen gearbeitet und gehofft, mich umfassend an organisatorischen Projekten und Aktivitäten beteiligen zu können. Dies war aufgrund der Sprachbarriere und anderen persönlichen Herausforderungen nicht immer möglich. Ich habe aber einen guten Einblick in die deutsche Arbeitskultur und den Aufbau von Netzwerken bekommen. Zudem konnte ich Erfahrungen in der Projektplanung und Umsetzung sammeln.</p> <p><strong>EG: Was waren deine größten Herausforderungen? </strong></p> <p>Della Bii-Mai: Die deutsche Sprache war auf jeden Fall eine Herausforderung. Ich hatte zuvor nicht erwartet, dass das Deutschlernen eine permanente Herausforderung während meines 13-monatigen Aufenthalts sein würde. Außerdem hatte ich zeitweise Schwierigkeiten mit meiner Wohnsituation. Während meiner Zeit in Potsdam habe ich insgesamt in drei verschiedenen Gastfamilien gelebt – in einer deutschen Familie, in einer deutsch-italienischen Familie und in einer kamerunischen Familie. Sie können sich vorstellen, wie schwierig es ist, sich alle zwei Monate in einer neuen Familie anpassen zu müssen – auch wenn es sehr nette Familien waren.</p> <p><strong>EG: Du bist nun bereits seit vier Monaten wieder zurück in Kamerun. Wie sieht dein Alltag derzeit aus?</strong></p> <p>Della Bii-Mai: Mittlerweile fühlt es sich so an, als sei ich nie weg gewesen. Bei meiner Rückkehr wurde mir klar, wie kurz sich 13 Monate anfühlen können. Zurzeit arbeite ich in einer Organisation und in Projekten für meine Gemeinde. Die Projekte fokussieren sich auf die Bereitstellung von humanitärer Hilfe für bedürftige Einzelpersonen und Gemeinschaften. Meine Region befindet sich bereits seit über zwei Jahren in einer politischen Krise, und die Bedürfnisse der Menschen ändern sich. Aus meiner Zeit in Deutschland habe ich neue Ideen, Ansätze und Arbeitsgewohnheiten mitgenommen, die ich in meine Gemeindearbeit einbringen kann.</p>         </div> <h2 class="ce_headline">   Beginn einer außergewöhnlichen Lernerfahrung</h2> <div class="ce_text block">             <p>Im Gegensatz zu Della Bii-Mai, die ihren weltwärts-Freiwilligendienst bereits abgeschlossen hat, ist Armen Hakobyan erst seit Mitte Oktober 2018 in Deutschland. Der 25-jährige Armenier aus Gjumri wird seinen Einsatz in der Kindertagesstätte Lönsweg in Göttingen, Niedersachsen, absolvieren.</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>EG: Aus welchen Gründen hast du dich entschieden, deinen Freiwilligendienst in Deutschland und in der Kindertagesstätte Lönsweg in Göttingen zu machen?</strong></p> <p>Armen Hakobyan: In Armenien habe ich im Informationszentrum des Ausschusses zur Tourismusentwicklung gearbeitet. Zu meiner täglichen Arbeit dort gehörte unter anderem auch die Kommunikation mit Menschen unterschiedlichster Herkunft und Kultur. Wir hatten auch viele Touristen aus Deutschland. Deshalb wollte ich durch das weltwärts Süd-Nord-Austauschprogramm das Leben in Deutschland kennenlernen. So gewinne ich Wissen und Erfahrungen. Für den Einsatz in einer Kindertagesstätte habe ich mich entschieden, weil ich mehr über das Themenfeld Pädagogik lernen möchte. Von Kindern kann man viel lernen - besonders Sprache.</p> <p><strong>EG: Mit welchen Erwartungen beginnst du deinen Freiwilligendienst? </strong></p> <p>Armen Hakobyan: Ich hoffe, dass mir die Kenntnisse und Erfahrungen, die ich durch weltwärts machen werde, bei meiner zukünftigen Arbeit in der Tourismusbranche in Armenien behilflich sein werden. Besonders nützlich werden mir die verbesserten Sprachkenntnisse sein. Sprache spielt heutzutage eine wichtige und große Rolle. Außerdem freue ich mich, Kontakte zu knüpfen und neue Freunde zu gewinnen.</p> <p><strong>EG: Worin siehst du die größte Herausforderung?</strong></p> <p>Armen Hakobyan: Mir fällt es schwer, so weit von meiner Familie entfernt zu sein. Aber dank Internet kann man mittlerweile jeden Tag miteinander sprechen.</p>         </div> <h2 class="ce_headline">   Kurzbiographien</h2> <div class="ce_text block">       <h3>Dr. Jens Kreuter</h3>                <figure class="image_container float_above">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/14/181205_Portrait_Kreuter_Copyright_Engagement_Global.JPG" width="227" height="249" alt="Dr. Jens Kreuter" title="Foto: Engagement Global">                   </figure>          <p>Dr. Jens Kreuter ist Jurist und Theologe. Von 2006 bis zur Aussetzung des Wehr- und Zivildienstes war er der Bundesbeauftragte für den Zivildienst. Anschließend steuerte er den Aufbau des Bundesfreiwilligendienstes und des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes sowie den Ausbau der Jugendfreiwilligendienste im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Seit 1. Februar 2015 ist Dr. Jens Kreuter Geschäftsführer der Engagement Global gGmbH – Service für Entwicklungsinitiativen.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h3>Della Bii-Mai</h3>                <figure class="image_container float_above">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/14/181205_Della_Copyright_Brot_fuer_die_Welt..jpg" width="227" height="249" alt="Della Bii-Mai" title="Foto: Brot für die Welt">                   </figure>          <p>Della Bii-Mai war die 1000. Süd-Nord-Freiwillige und absolvierte einen weltwärts Freiwilligendienst bei der Stiftung Partnerschaft mit Afrika e.V. in Potsdam. Nach ihrer Rückkehr nach Kamerun ist sie dort nun wieder in der Gemeindearbeit aktiv und unterstützt bei der Bereitstellung von humanitärer Hilfe für bedürftige Einzelpersonen und Gemeinschaften.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h3>Armen Hakobyan</h3>                <figure class="image_container float_above">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/14/181205_Portrait_Amer_Copyright_Armen_Hakobyan.JPG" width="227" height="249" alt="Amer Hakobyan" title="Foto: Armen Hakobyan">                   </figure>          <p>Armen Hakobyan ist 25 Jahre alt und stammt aus Gjumri, einer Stadt in Armenien. Seit Mitte Oktober 2018 absolviert Armen einen weltwärts Süd-Nord-Freiwilligendienst in der Kindertagesstätte Lönsweg in Göttingen.</p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/internationaler-tag-der-freiwilligen.html</link><pubDate>Wed, 05 Dec 2018 12:32:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/internationaler-tag-der-freiwilligen.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/14/181205_Headerbild_Copyright_Brot_fuer_die_Welt_klein.jpg" length="141853" type="image/jpeg" /></item><item><title>Digitale Dynamik für das entwicklungspolitische Engagement?</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/13/shutterstock_411902782.jpg" width="778" height="427" alt="">                      <figcaption class="caption" style="width:778px">Entwicklungspolitisches Engagement findet immer mehr online statt.</figcaption>            </figure>          <p>Bei der Vorbereitung zur Tagung wurde ich überrascht. Befürchtungen, dass dafür mühsam nach Anhaltspunkten, Beispielen und Akteuren gesucht werden muss, haben sich nicht realisiert. Die Digitalisierung, der neue Megatrend, hat schon seit einiger Zeit die Entwicklungspolitik erfasst. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) verabschiedete 2017 eine digitale Agenda. Ein Schwerpunkt ist Digitalisierung in Afrika. Am 14. Und 15. Dezember 2018 startet mit Unterstützung des BMZ die re:publica Accra, um den Dialog zu Digital-Themen zwischen Deutschland und Afrika zu stärken und die Schnittmengen von Digitalisierung und Entwicklungszusammenarbeit zu nutzen. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) setzt bei vielen Projektkooperationen weltweit auf digitale Ansätze und hat ein Toolkit zur Digitalisierung entwickelt, in dem innovative Instrumente und Projekte vorgestellt werden.</p>   </div> <div class="ce_text block">             <p>Auch in der entwicklungspolitischen Bildungs- und Lobbyarbeit in Deutschland tut sich einiges. Über die globalen Auswirkungen der Digitalisierung ging es bei einer Tagung in Stuttgart. Am 6. und 7.September 2018 wurde in Münster über die „Digitale Agenda 2030“ und die Bedeutung für die entwicklungspolitische Projektarbeit diskutiert. „Digitale Dividende“ – ein leeres Versprechen?“ lautet der Titel einer Podiumsdiskussion bei Brot für die Welt am 10. Oktober 2018 in Berlin. Die Auswahl zeigt, dass die digitale Agenda Teil der entwicklungspolitischen Agenda ist.</p> <p>Was bedeutet der digitale Wandel für das Engagement der Menschen, die sich für eine globale gerechte Welt und die Umsetzung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen einsetzen? Sind die entwicklungspolitischen Akteure ausreichend darauf vorbereitet? Oder braucht es mehr Austausch und digitales Lernen, um die Veränderungen zu verstehen und die neuen Möglichkeiten besser für die eigenen Aktivitäten gestaltend zu nutzen? Meine Erfahrungen aus Gesprächen, aus Internet-Recherchen und Studien lassen vermuten, dass es zwar viele innovative Ansätze gibt, aber die Wirkung noch zu wenig in die Breite geht. Drei Beispiele sollen dies verdeutlichen.</p> <p><span style="text-decoration:underline">Online-basierte Engagement-Formate</span>: Zeitlich befristete und online umsetzbare Projekte kommen der Lebensrealität und den Kompetenzen vor allem junger Menschen entgegen. Online-Volunteering gewinnt an Bedeutung und ist ein Element eines modernen freiwilligen Engagements. Plattformen wie youvo.org oder der United Nations Volunteers bringen Freiwillige und soziale Projekte zusammen. Vielen Engagierten sind die Möglichkeiten des Online-Volunteering nicht bekannt. Auf der Nachfrageseite nutzen bisher nur wenige Gruppen und Vereine solche Plattformen für Online-Volunteering zur Unterstützung der eigenen Arbeit.</p> <p><span style="text-decoration:underline">Innovative Formen der Finanzierung</span>: Crowdfunding, Sponsoring, Online-Spenden sind wichtiger werdende Finanzierungsquellen, auch wenn sie nicht die klassischen öffentlichen und privaten Fördermittelgeber der Entwicklungspolitik ersetzen. Um die Potentiale des Crowdfunding erfolgreich zu nutzen, braucht es aber Erfahrungsaustausch und gegenseitiges Lernen. Ein Workshop des Berliner entwicklungspolitischen Ratschlags (BER) zu „Alternatives Fundraising – mehr als ein Lückenfüller“ widmet sich diesem Thema. Wäre es nicht sinnvoll, solche Angebote auszuweiten, um mehr Engagierte zu erreichen?</p> <p><span style="text-decoration:underline">Aufbau digitaler Kompetenz</span>: Wie sich die Digitalisierung in Non-Profit-Organisationen auswirkt, wird im BBE-Newsletter Juni 2018 diskutiert. Autor Frieder Olfe plädiert dafür, die Digitalisierung nicht auf Technik und Daten zu reduzieren oder allein auf die Nutzung neuer digitaler Kommunikation-Tools zu fokussieren, sondern sie vielmehr als Kultur-, Organisations- und Strategieaufgabe für Non-Profit-Organisationen wahrzunehmen. Das Bewusstsein für den Veränderungsbedarf sei zwar im Non-Profit-Sektor vorhanden, so das Ergebnis der Studie „Digitalisierung in Non-Profit-Organisationen“, an der er mitgewirkt hat. Es bestehe aber Bedarf, die digitalen Kompetenzen durch Weiterbildungsangebote zu stärken und den Austausch zwischen großen, etablierten und jungen, innovativen Organisationen zu fördern.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Weitere Informationen</h2>             <ul> <li><a href="https://www.engagement-macht-stark.de/themen/" target="_blank">Zur Internetseite der Woche des bürgerschaftlichen Engagements</a></li> <li><a href="http://www.b-b-e.de/netzwerk/bbe-themenfelder/internationales-und-europa/ag7/" target="_blank">Zur Internetseite der AG Internationales des BBE</a></li> <li><a href="http://www.bmz.de/de/themen/nachhaltige_wirtschaftsentwicklung/ikt/digitale_agenda/index.html" target="_blank">Zu den Informationen zur digitalen Agenda des BMZ</a></li> <li><a href="https://re-publica.com/de/event/republica-accra-2018" target="_blank">Zur Internetseite der re:publica Accra</a></li> <li><a href="https://www.giz.de/fachexpertise/html/22564.html" target="_blank">Zu den Informationen zum Toolkit Digitalisierung auf der Internetseite der GIZ</a></li> <li><a href="https://info.brot-fuer-die-welt.de/termin/digitale-dividende-ein-leeres-versprechen" target="_blank">Zu den Informationen zur Veranstaltung „Digitale Dividende“ auf der Internetseite von Brot für die Welt</a></li> <li><a href="https://www.onlinevolunteering.org/en" target="_blank">Zur Internetseite von Online-Volunteering</a></li> <li><a href="https://www.youvo.org/" target="_blank">Zur Internetseite von Youvo</a></li> <li><a href="http://eineweltstadt.berlin/wie-wir-arbeiten/beratung/ich-brauch-struktur-2018/" target="_blank">Zur Internetseite der Eine Welt Stadt Berlin</a></li> </ul>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/digitale-dynamik-fuer-das-entwicklungspolitische-engagement.html</link><pubDate>Wed, 12 Sep 2018 13:53:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/digitale-dynamik-fuer-das-entwicklungspolitische-engagement.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/13/shutterstock_411902782.jpg" length="76615" type="image/jpeg" /></item><item><title>Zu gut für die Tonne</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p><strong>Engagement Global: Wie kann man sich bei Foodsharing Bonn engagieren?</strong></p> <p>Tim Kallenbach und Isabel Naguib: Auf unserer Plattform sind 600 Foodsaver angemeldet. Davon sind ungefähr 350 Personen aktiv. Bei Foodsharing kann man sich in jedem erdenklichen Rahmen engagiere. Das fängt ganz klein ein. Wir sind schon froh, wenn Menschen keine Lebensmittel wegwerfen. Oder man holt einmal im Monat in einer Bäckerei oder einem Café Brötchen ab. Jeder kann sich sehr flexibel engagieren und auch immer eine Auszeit nehmen, wenn er oder sie mal weniger Zeit hat.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/07/Isabel_und_Tim_600x367.jpg" width="600" height="367" alt="">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Tim Kallenbach und Isabel Naguib</figcaption>            </figure>          <p><strong>EG: Euer Engagement funktioniert über Kooperationen, die ihr mit verschiedenen Betrieben abschließt.</strong></p> <p>Tim und Isabel: Genau. Allein in Bonn haben wir circa 40 Kooperationen. Wir kooperieren beispielsweise mit Supermärkten, Bäckereien, dem Studierendenwerk Bonn und holen bei einzelnen Mensen oder Cafés täglich bis wöchentlich Essen ab. Unsere Kooperationen sind alle sehr individuell. Bei den meisten läuft es so, dass wir regelmäßige Abholtermine haben. Wir holen dann allein oder mit mehreren Personen das Essen ab und verteilen es weiter. Bei regelmäßigen Abholungen wollen wir den Betrieben eine gewisse Zuverlässigkeit gewährleisten. Zum Beispiel wenn sie als Lerneffekt eine Mülltonne weniger bestellt haben. Deswegen ist es auch wichtig, dass man im Voraus schon ein Team hinter sich stehen hat, bevor man den Betrieb anspricht.</p> <p>Wir wollen die Kooperationen gerne weiter ausbauen. Aber wir müssen auch sehen, dass wir genug Engagierte haben, um das leisten zu können. Aufwand und Nutzen müssen sich die Waage halten. Es wäre natürlich unsinnig, für drei Brötchen mit dem Auto aus Siegburg nach Bonn zu fahren. Die Abholer sollten daher möglichst dicht an den Betrieben wohnen.</p>   </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>EG: Habt ihr auch Kooperationen mit großen Supermarktketten?</strong></p> <p>Tim und Isabel: Wir können Filialen nicht einzeln ansprechen. Das läuft immer über die Bundesfilialen des jeweiligen Unternehmens und die Verhandlungen sind komplexer als bei kleinen Läden. Wenn es dann das Go von ganz oben gibt, nehmen wir Kontakt mit einzelnen Filialen auf.</p> <p>Es gibt in Ausnahmefällen auch Trittbrettfahrer, die von Foodsharing gehört haben und auf unsere Kosten profitieren wollen. Die gehen dann einfach zu Betrieben hin und sagen <em>„Hallo, ich bin von Foodsharing. Ich möchte was umsonst abholen.“</em> Das ist alles schon vorgekommen. Darum halten wir auch die Abholzeiten geheim und haben Foodsharing-Ausweise. Professionalität ist uns da sehr wichtig.</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>EG: Einige Betriebe wollen nicht, dass die Kooperation mit euch öffentlich wird. Warum ist das so? Warum werben sie nicht damit, dass sie Lebensmittel retten?</strong></p> <p>Tim und Isabel: Wir bieten zum Beispiel den Supermärkten immer beide Optionen an, komplett öffentlich oder nur unsere Abholer wissen von der Kooperation. Das hat weniger den Hintergrund, dass sie nicht mit uns werben wollen. Beispielsweise Bäckereien möchten nicht, dass ihre Kunden mitbekommen, dass man nach Ladenschluss Backwaren kostenlos bekommt. Das ist geschäftsschädigend. Und das wollen wir natürlich auch nicht. Wir wollen nur dazu beitragen, dass weniger Lebensmittel weggeworfen werden. Darum verstehe ich, wenn das nicht alle an die große Glocke hängen.</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>EG: An wen verteilt ihr das Essen?</strong></p> <p>Tim und Isabel: Foodsharing kommt eher aus der ökologischen Perspektive. Für uns ist Bedürftigkeit kein Kriterium für eine Abnahme, aber es ist trotzdem schön, wenn es Menschen, die weniger haben, zugutekommt. Deswegen geben wir das Essen häufig auch an Seniorenheime, Obdachlosenheime oder Flüchtlingsheime. Jeder Foodsaver ist selbst dafür verantwortlich, dass nichts weggeworfen wird. Viel wird im privaten Umkreis verteilt.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_right">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/07/IMG_3405.png" width="600" height="367" alt="">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Zu gut für die Tonne: Foodsaver retten genießbare Lebensmittel, die sonst im Müll landen würden.</figcaption>            </figure>          <p><strong>EG: Wie ist euer Verhältnis zur Tafel? Steht ihr in Konkurrenz?</strong></p> <p>Tim und Isabel: Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz zur Tafel.</p> <p>Im Gegenteil: Wir haben eine Kooperation mit der bundesweiten Tafel und versuchen uns zu ergänzen. Die Tafeln dürfen keine Lebensmittel annehmen, deren Mindesthaltbarkeitsdatum (fast) abgelaufen ist. Dann springen wir zum Beispiel ein und verteilen die Lebensmittel über unsere Kontakte. Andersrum können auch wir die Tafeln versorgen.</p>   </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>EG: Was haltet ihr von Containern?</strong></p> <p>Tim und Isabel: Für uns ist Containern die illegale, weniger effektive und unhygienische Variante von Foodsharing. Wir sind praktisch die Weiterentwicklung davon. Der Container-Gedanke war zuerst da.</p> <p>Aber irgendwann haben sich die Leute gedacht: Warum machen wir uns strafbar, wenn man auch legal Lebensmittel retten kann?</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>EG: Wie läuft so eine Abholung konkret ab?</strong></p> <p>Tim und Isabel: Für jeden Betrieb haben wir ein Team aus mehreren Foodsavern, die sich mit festen Abholzeiten eintragen. Wir bringen lebensmittelechte Behältnisse mit, um die Abholungen zu transportieren. Hygiene ist dabei ein wichtiges Thema. Jeder Foodsaver plant die Verteilung selbstständig. Bei spontanen und größeren Abholungen müssen wir manchmal auch improvisieren. Dafür haben wir auch ein Springerteam, hauptsächlich für Veranstaltungs-Caterings. Da wird für 1000 Personen Essen geplant und dann kommen vielleicht nur 600.</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>EG: Habt ihr den Eindruck, dass sich die Wertschätzung von Lebensmitteln verändert hat?</strong></p> <p>Tim und Isabel: Es tut sich auf jeden Fall etwas. Bei den Betrieben, mit denen wir kooperieren, merken wir, dass ein Umdenken stattfindet. Nach ein paar Monaten haben sie häufig wesentlich weniger Lebensmittel übrig. Sie planen ihre Einkäufe besser und sortieren ihre Lebensmittel besser. Für uns ist es ein Erfolg, wenn wir weniger abholen müssen. Vielleicht ist es nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber der Tropfen wird größer.</p> <p>Unser Ziel ist, dass wir irgendwann nicht mehr gebraucht werden. Dafür muss in der Politik, der Wirtschaft und beim Verbraucher ein Umdenken einsetzen Wir fordern eine nationale Strategie der Bundesregierung gegen Lebensmittelverschwendung. Die Regelungen zum Mindesthaltbarkeitsdatum müssen unbedingt erneuert werden.</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>EG: Habt ihr zum Abschluss noch Tipps, wie man weniger Lebensmittel wegschmeißt?</strong></p> <p>Tim und Isabel: Benutzt Einkaufszettel, um besser zu planen, was ihr braucht. Lagert Lebensmittel richtig. Tomaten gehören nicht in den Kühlschrank und Äpfel nicht neben Bananen. Fallt nicht auf XXL-Angebote rein.</p> <p>Und wenn ihr doch mal zu viel gekauft habt, nutzt Essens-Fair-Teiler.</p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/zu-gut-fuer-die-tonne.html</link><pubDate>Tue, 19 Jun 2018 11:00:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/zu-gut-fuer-die-tonne.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/07/Isabel_und_Tim_600x367.jpg" length="51621" type="image/jpeg" /></item><item><title>Radeln ohne Alter für ein mobiles Bonn</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/06/Alina_Herbort_und_Natalie_Chirchietti_von_Radeln_ohne_Alter_bei_einem_Ausflug_an_den_Rhein_in_Bonn_600x366.jpg" width="600" height="366" alt="Zwei Frauen fahren Fahrräder mit integrierten Rollstühlen in denen jeweils ältere Personen sitzen.">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Alina Herbort und Natalie Chirchietti von Radeln ohne Alter bei einem Ausflug an den Rhein in Bonn</figcaption>            </figure>          <p><strong>Engagement Global: Was ist die Idee hinter Radeln ohne Alter?</strong></p> <p>Natalie Chirchietti: Wir leben in einer immer älter werdenden Gesellschaft in der viele Menschen in Isolation leben und dadurch ihre Lebensfreude verlieren. Wir sind überzeugt, dass das Leben auch im hohen Alter noch voller Freude sein kann und soll und unternehmen daher ehrenamtlich Rikscha-Fahrten mit Bewohnerinnen und Bewohnern von Senioren- und Pflegeheimen sowie mit Personen deren Mobilität eingeschränkt ist.</p> <p>Unser Idee ist es, Zeit zu schenken, Jung und Alt zusammenzubringen, inklusivere Quartiere zu gestalten, Menschen im Alter Mobilität und ein Gefühl von Freiheit zu verschaffen, unseren Mitbürgern zu helfen ein aktiver Teil der Gesellschaft zu bleiben, Ausflüge an den Rhein, ins Lieblingscafé oder an geliebte Orte zu unternehmen und dabei Erinnerungen wach zu halten, voneinander zu lernen und gemeinsam zu lachen.</p> <p>Unsere Philosophie ist:</p> <ul> <li>Es fängt mit einfacher Großzügigkeit an. Wir schenken alten Menschen unsere Zeit.</li> <li>Es gibt viele Geschichten, die die Älteren erzählen. Aber sie wollen auch welche von uns hören.</li> <li>Durch diese Gegenseitigkeit des Erzählens entstehen Beziehungen.</li> <li>Wir nehmen uns Zeit, und die Langsamkeit hilft uns dabei, die Umgebung wahrzunehmen und die Erfahrung der Fahrt zu schätzen.</li> </ul> <p>Ohne Alter drückt die Idee aus, dass das Leben nicht einfach mit einem festgelegten Alter aufhört. Vielmehr nehmen wir mit Freude an, was jede Generation zu bieten hat. Und das alles einfach durch Radfahren.</p>   </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>EG: Welche Zielgruppe(n) wollt ihr ansprechen?</strong></p> <p>Natalie: In erster Linie wollen wir Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit eingeschränkter Mobilität erreichen. Nicht nur der gesundheitliche Zustand sondern auch die alltäglichen Mobilitätsbarrieren verwehren diesen Menschen oft eine aktive gesellschaftliche Teilhabe. Darüber hinaus möchten wir aber auch alle anderen Bonnerinnen und Bonner in den Quartieren erreichen und sie einladen Teil der Initiative zu werden, ihre Nachbarschaft, aber auch die Stadt besser kennenzulernen und wertzuschätzen. „Ohne Alter“ meint auch, dass es keine Altersbegrenzung gibt. Ob 18 oder 80 Jahre, Jede und Jeder kann bei uns mitmachen, egal ob als Pilotin, Pilot oder hinter den Kulissen bei der Entwicklung neuer Ideen.</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>EG: Radeln ohne Alter Bonn entstand vor zwei Jahren beim NachhaltigkeitsCamp Bonn. Wie kam das zustande?</strong></p> <p>Natalie: Bevor ich zum NachhaltigkeitsCamp ging, hatte ich eine grobe Idee im Kopf: Radeln ohne Alter (RoA) nach Bonn bringen. Ich kannte das Projekt bereits aus Berlin, wo ich eine Weile als ehrenamtliche Pilotin tätig war. Da mich die Idee so begeistert hat, spielte ich mit der Überlegung das Projekt nach Bonn zu holen und das ganze Potenzial noch weiter auszubauen. Für mich war klar, dass dieses Projekt weit mehr Bereiche anspricht als nur die Bekämpfung der Einsamkeit älterer Menschen - es ist ein Mehrwert für das ganze Quartier, für die ganze Stadt und für alle Menschen die in Bonn leben. Da jede tolle Idee nur so toll ist wie ihre Leute, suchte ich nach Unterstützung in Bonn. Menschen, die Lust hatten, gemeinsam mit mir die Idee voran zu treiben. Deshalb habe ich Radeln ohne Alter kurzer Hand beim NachhaltigkeitsCamp zum Thema gemacht. Darüber berichtete sogar meine Hochschule. Plötzlich kannte ich ganz viele Leute in Bonn, die mir halfen meine Ideen zu fokussieren. Viele von ihnen waren selbst total begeistert. Die Idee Radeln ohne Alter bestand also genau genommen schon vorher. Aber die Leute vor Ort haben mich in meinem Vorhaben unterstützt und deutlich gemacht, dass genau dieses Projekt auch in Bonn großen Erfolg bringen könnte. Die Leute die ich beim NachhaltigkeitsCamp kennengelernt habe, sind zum Teil auch ein aktiver Teil von RoA geworden. Da muss ich gleich an @danielakinkel von der Turmstation Kunigunde denken, die nicht nur Pilotin der ersten Stunde ist, sondern auch zum Team gehört und uns vor allem in der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Oder auch @quermitdenker, der uns helfend zur Seite steht und vor allem auf Twitter ein toller Multiplikator ist. Ohne ihn wären wir nie als Shuttle für das Klima auf der Weltklimakonferenz im vergangenen Jahr geradelt. Aber auch an Ulrich Buchholz, der sich nicht nur im Haus Müllestumpe und der Velowerft engagiert, sondern auch gerade versucht gemeinsam mit uns die Idee Radeln ohne Alter nach Niederkassel zu bringen. Das NachhaltigkeitsCamp war eine super Gelegenheit um unsere grobe Idee mit anderen Leuten zu besprechen, sich andere Meinungen und Erfahrungen einzuholen, die mir letzten Endes den nötigen Mut gegeben haben, das Projekt gemeinsam mit Freunden und Bekannten voranzubringen.</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>EG: Der Weltverband von Radeln ohne Alter ist in Kopenhagen. Wie lief die Gründung in Bonn ab und wie läuft der Austausch?</strong></p> <p>Natalie: Zunächst war es ganz einfach Teil der weltweiten Initiative Radeln ohne Alter zu werden - ein Formular genügt und man gehört dazu. Die Gründung eines gemeinnützig anerkannten Vereins in Deutschland gestaltet sich da deutlich anspruchsvoller. Im Februar hatten wir (neun Bonner Studierende) unsere Gründungsveranstaltung, im Juli waren wir endlich gemeinnützig anerkannt und konnten richtig loslegen. In der Zwischenzeit haben wir viele Anträge für Finanzierungen geschrieben und an Wettbewerben teilgenommen, um uns mit dem nötigen Startkapital für die Anschaffung einer ersten Rikscha finanziell auszustatten. So haben wir unter anderem Unterstützung von der Bonner Bürgerstiftung, der Stiftung der Bonner Altenhilfe, der Zurich Versicherung und der Aktion Mensch erhalten. Im September haben wir mit einer großen Eröffnungsfeier gestartet, um uns und das Projekt den Menschen in Bonn vorzustellen. Mittlerweile haben wir vier eigene Vereins-Rikschas und wir andere Einrichtungen im Rhein-Sieg Kreis dabei unterstützt, für ihr Quartier ebenfalls eine eigene Rikscha anzuschaffen. Heute freut sich der Verein über mehr als 88 Mitglieder, darunter rund 25 ehrenamtliche Pilotinnen und Piloten. Tendenz deutlich steigend. Zum Austausch mit Kopenhagen: Wir sind in regelmäßigem Kontakt und können bei Fragen immer auf Dänemark zukommen. Außerdem gibt es die Möglichkeit beim jährlichen Summit andere Akteure als Europa zu treffen oder sich über eine Online-Plattform auszutauschen. Dadurch, dass es im Prinzip ein bestehendes „Projekt“ ist, existieren auch schon viele Materialien und ein Corporate Design, die den Start deutlich erleichtern und helfen die Idee schnell bekannt zu machen. Zudem kann man natürlich auf Erfahrungen aus Dänemark zurückgreifen. Es ist toll Teil einer großen RoA-Familie zu sein, die weltweit den Menschen den Wind in den Haaren verleiht.</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>EG: Was hat sich seit dem NachhaltigkeitsCamp vor zwei Jahren bei euch getan?</strong></p> <p>Natalie: Eine ganze Menge. Im Februar 2017 gegründet und im Juli gemeinnützig anerkannt, verfügen wir heute über vier eigene Rikschas (behindertengerechte Sonderanfertigungen mit Elektro-Motor), 88 Mitglieder (davon 25 ehrenamtliche Pilotinnen und Piloten) und kooperieren bereits mit sechs Senioreneinrichtungen und Quartieren in Bonn; Tendenz steigend! Zudem konnten wir die Idee auch in andere Städte in der Umgebung weitertragen und diese beraten. In Bonn ist eine tolle Gemeinschaft mit vielen Ehrenamtlichen entstanden, begleitet von regelmäßigen Treffen und Events. Außerdem erhalten wir von vielen Seiten finanzielle Unterstützung, zum Beispiel von der Bonner Bürgerstiftung, der Stiftung der Bonner Altenhilfe oder der Aktion Mensch.</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>EG: Eine gute Idee ist schon ein Anfang, aber daraus etwas zu machen, das funktioniert, ist schwer. Welche Tipps habt ihr für Neugründungen?</strong></p> <p>Natalie: Wichtig ist es zumindest ein Kernteam aus mehreren Personen, die wirklich hinter dem Projekt und der Projektidee stehen und bereit sind, einen Teil ihrer Freizeit zu investieren. Auch ein großes Netz an weiteren Ehrenamtlichen ist wichtig. Allein kann man so etwas nur schwer voranbringen. Gleichzeitig darf man die Leute aber auch nicht unter Druck setzen. Jeder soll nur so viel Zeit geben wie er kann; die Leute sollen sich nicht überfordert fühlen.</p> <p>Zudem bieten wir monatliche Stammtische an, wo man sich ganz unverbindlich über das Projekt informieren kann und mit anderen Ehrenamtlichen ins Gespräch kommt – um herauszufinden, welche Möglichkeiten man hat, um sich zu engagieren und ob einem das wirklich zusagt.</p> <p>Präsenz zeigen ist sehr wichtig. Man muss sich nach und nach in das Bewusstsein der Menschen kämpfen. So kann die Idee wachsen, es bietet eine gewisse Transparenz und Offenheit und gleichzeitig sichert man sich die Unterstützung der Öffentlichkeit. Für so etwas eignen sich hervorragend Infostände auf Märkten, Infoveranstaltungen an Hochschulen oder der Uni und so weiter. Auch auf den sozialen Medien kann es sinnvoll sein, regelmäßig über Aktivitäten aufzuklären. Wichtig ist auch, sich zu in der Stadt mit Leuten oder anderen Initiativen zu vernetzen, aktiv mit anderen Leuten ins Gespräch zu kommen und von der Idee zu erzählen. So können Gründerinnen und Gründer auch auf die Erfahrungen anderer zurückgreifen und sich gegenseitig unterstützen.</p> <p>Storytelling ist eine gute Methode um andere Leute, seien es ehrenamtliche oder mögliche finanzielle Unterstützerinnen und Unterstützerinnen, von deiner Idee zu überzeugen. Persönliche Geschichten rufen Emotionen hervor und helfen die Idee hinter dem Projekt an andere weiter zu tragen und sie in den Bann zu ziehen.</p> <p>Fundraising – es gibt viele Wege um an die nötige finanzielle Unterstützung zu kommen. Sprecht mit lokalen Unternehmen, schaut welche Wettbewerbe oder Ausschreibungen es zu eurem Thema gibt… und dann heißt es Ausdauer bewahren und probieren, probieren, probieren.</p> <p>Trotz all dieser Erfahrungen die wir gesammelt haben, läuft es bei uns natürlich auch noch nicht perfekt. Die oben genannten Aspekte haben sich in den vergangenen Monaten für uns als sehr wichtig herausgestellt, dennoch lernen wir täglich dazu, machen neue Erfahrungen und benötigen an mancher Stelle auch den Rat und die Unterstützung anderer Leute. Man wächst mit seinen Aufgaben – daher ist es super wichtig, sich mit anderen Menschen auszutauschen!</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>EG: Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in eurem Engagement?</strong></p> <p>Natalie: Eine große Rolle. Unser Projekt bezieht sich auf gleich drei der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung: Gesundheit und Wohlergehen, weniger Ungleichheit und Nachhaltige Städte und Gemeinden. Wir schenken Menschen im hohen Alter und mit eingeschränkter Mobilität Zeit, Beweglichkeit und Lebensfreude durch gemeinsame, ehrenamtliche Rikscha-Fahrten. Wir wollen Einsamkeit bekämpfen und die Lebenszufriedenheit und -qualität positiv beeinflussen (Gesundheit und Wohlergehen). Dabei wollen wir kein alternatives Taxiunternehmen sein, sondern viel mehr alters-, geschlechts- und schichtübergreifenden Austausch ermöglichen und unsere Quartiere lebenswerter und inklusiver zu gestalten. Außerdem möchten wir die Gesellschaft für die alltäglichen Barrieren älterer und bewegungseingeschränkter Personen sensibilisieren und so die Politik langfristig von der Wichtigkeit nachhaltiger Stadtplanung überzeugen (weniger Ungleichheit und Nachhaltige Städte und Gemeinden).</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>EG: Wie können sich Interessierte bei euch engagieren?</strong></p> <p>Natalie: Bei uns gibt es viele Wege sich zu engagieren. In erster Linie freuen wir uns natürlich über Ehrenamtliche, die Lust haben für andere Menschen aus ihrer Nachbarschaft in die Pedale zu treten. Wer Interesse an RoA hat, ist immer gerne zu unseren Stammtischen eingeladen, die jeden ersten Donnerstag im Monat an wechselnden Orten stattfinden. Dort hat man die Gelegenheit sich ganz unverbindlich zu informieren und mit anderen Pilotinnen und Piloten in den Kontakt zu treten. Gerne machen wir einen Termin mit Interessierten aus und nehmen uns Zeit für ein Training, bei dem wir zeigen, wo man eine Rikscha findet, welche Dinge zu beachten sind und wie die Rikscha fährt. Nach der Schulung wird man in unserem Buchungssystem freigeschaltet und kann von nun an Fahrten annehmen oder selber anbieten. Dabei bestimmt jeder individuell wann und wie oft er oder sie Fahrten unternimmt - es sind also keine festen Pflichttermine, die man damit eingeht. Eine andere Möglichkeit um sich bei uns zu engagieren, ist die Unterstützung des Orga-Teams. Wir freuen uns über helfende Hände, die uns bei Ständen in der Stadt, der Schulung von Pilotinnen und Piloten, der Organisation von Veranstaltungen oder Ähnlichem unterstützen.</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>EG: Euer Verein engagiert sich für Menschen im hohen Alter. Was zieht ihr aus eurer Arbeit mit ihnen, das wir manchmal vielleicht vergessen?</strong></p> <p>Natalie: Vor allem Gelassenheit und Lebensfreude. Wir stellen immer wieder fest, dass manche Leute denken: „Mit dem Alter hört der Spaß und die Lebensfreude auf.“ Auch haben gerade jüngere Menschen oft Berührungsängste mit Älteren und können sich nicht vorstellen, welchen Mehrwert der Kontakt zu einer älteren Person haben kann. Wir können aber versichern, dass die Arbeit mit unseren Fahrgästen ein großer Spaß ist, man viel gemeinsam lacht und sogar neue Freundschaften finden kann. Ich habe meinen Geburtstag sogar in einer der Einrichtungen gefeiert, weil mir die Bewohnerinnen und Bewohner sehr ans Herz gewachsen sind.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Weiterführender Link zum Thema</h2>             <ul> <li><a href="https://www.h-brs.de/de/izne/news/nachhaltigkeitscamp-bonn" target="_blank">Zur Meldung auf der Internetseite der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg</a></li> <li><a href="https://www.facebook.com/RoABonn/" target="_blank">Zum Facebook-Profil von Radeln ohne Alter</a></li> <li><a href="http://radelnohnealter.de/bonn/die-idee/" target="_blank">Zur Website von Radeln ohne Alter</a></li> </ul>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/radeln-ohne-alter-fuer-ein-mobiles-bonn.html</link><pubDate>Wed, 13 Jun 2018 14:30:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/radeln-ohne-alter-fuer-ein-mobiles-bonn.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/06/Alina_Herbort_und_Natalie_Chirchietti_von_Radeln_ohne_Alter_bei_einem_Ausflug_an_den_Rhein_in_Bonn_600x366.jpg" length="259667" type="image/jpeg" /></item><item><title>Von Spongebob-Hassern, Barcamp-Junkies und Nachhaltigkeitsliebenden</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p><strong>Engagement Global: Ihr habt euch letztes Jahr auf dem NachhaltigkeitsCamp in Bonn kennengelernt. Wie ist es zur Zusammenarbeit gekommen?</strong></p> <p><strong>Ute Schulze:</strong> Es gibt in einer Beziehung immer einen Aktiven, der den ersten Schritt macht. Und das war in diesem Fall der Mann. (lacht)</p> <p><strong>Georg Staebner:</strong> Aber es passte einfach alles. Erstmal: „Warum bin ich überhaupt dorthin gefahren?“ - Allgemein zum Netzwerken, um helpteers vorzustellen und sich mit neuen Partnern zu verbinden. Beim Barcamp ist es immer so, dass man sich zu Beginn einmal vorstellen muss mit drei Hashtags. Und die Hashtags von Ute waren einfach sowas von passend, dass ich sie einfach ansprechen musste. Und zwar waren sie „Digitalisierung“…</p> <p><strong>Ute:</strong> Digitales Ehrenamt, Socialmediagedönstante und Initiative Torus, für die ich im Prinzip da war.</p> <p><strong>Georg:</strong> Das passte einfach super. Deswegen habe ich sie angesprochen. Man muss dazu sagen, dass ich eigentlich schon jemanden hatte, der für mich Social Media gemacht hat, aber das passte nicht so ganz. Und ich selber tue mich ein bisschen schwer bei Social Media. Deswegen habe ich sie angesprochen und gefragt, ob sie nicht Interesse hätte, etwas für helpteers zu machen.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/05/Georg_und_Ute.jpg" width="600" height="366" alt="Zwei Personen lächeln in die Kamera" title="Foto: Engagement Global">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Ute Schulze und Georg Staebner. Foto: Engagement Global</figcaption>            </figure>          <p><strong>Engagement Global: Was macht heltpeers genau?</strong></p> <p><strong>Georg:</strong> Wir haben einmal eine kostenlose Plattform, helpteers.net, die jeder frei zugänglich nutzen kann. Zudem bieten wir Organisationen an, unsere Plattform als eigene Plattform zu nutzen. So nutzt zum Beispiel der Verein Nestwärme unsere Plattform, um Eltern behinderter Kinder mit Ehrenamtlichen zu verbinden.</p> <p><strong>Ute:</strong> Ich finde den Begriff so schön: „Begegnungsplattform“. Menschen können sich da begegnen und der wirklich intensive Kontakt entsteht dann wie immer persönlich.</p> <p><strong>Georg:</strong> Durch helpteers gibt es nicht mehr nur das Virtuelle oder nur das Lokale, wir verbinden diese beiden Elemente miteinander.</p>   </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>Engagement Global: Georg, du hast auch eine Session gehalten. Worum ging es da?</strong></p> <p><strong>Georg:</strong> Also helpteers besteht aus mehreren Elementen und das was ich da vorgestellt habe, war das sogenannte Crowdmoving. Also Crowdmoving bedeutet, über digitale Kanäle Menschen zu aktivieren. Das hab ich vorgestellt, um zu schauen, wie ich vielleicht auch einigen Initiativen damit helfen kann.</p> <p>Ich bin aber auch ein Barcamp-Junkie, denn ich mag das Format total. Jeder kann etwas davon mitnehmen und sich einbringen. Das Schöne ist, man gibt einen kurzen Impuls und bekommt unheimlich viel zurück.</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>Engagement Global: Ihr sprecht gerne von dem Begriff Crowdmoving, der sprachlich an Crowdfunding angelehnt ist. </strong></p> <p><strong>Georg:</strong> Das Wort Crowdmoving kommt daher, dass das, was dort passiert, viele Menschen bewegt. Und die Herangehensweise ist ähnlich wie beim Crowdfunding. Was mache ich beim Crowdfunding? Ich erzähle eine Geschichte. Und damit diese Geschichte wahr wird, brauche ich Geld. Und wir sagen „Ich erzähle eine Geschichte, ich möchte, dass diese wahr wird und ich kann das nicht alleine. Wer möchte mitmachen?“ Und mit einem Klick kann man Teil davon werden und etwas bewegen.</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>Engagement Global: Wie gestaltet ihr eure Social Media-Kommunikation?</strong></p> <p><strong>Georg:</strong> Ute ist bei uns für den Bereich Social Media zuständig und ich lasse ihr da vollkommen freie Hand. Wenn mir mal etwas wirklich nicht gefällt, dann sage ich das. Ein Beispiel: Ich mag diese Comic-Figur Spongebob nicht. Als Ute ein GIF mit Spongebob gepostet hat, war ich nicht so begeistert.</p> <p><strong>Ute:</strong> Aber das bin ich auch gewohnt. Ich arbeite zum Teil im digitalen Ehrenamt als auch auf Honorarbasis und werde dafür bezahlt. Am Anfang muss man sich erstmal finden, da braucht es ein bisschen Abstimmung. Das ging bei uns aber sehr schnell. Das mit dem Spongebob war ein Ausrutscher. Da kann man dann aber auch drüber lachen.</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>Engagement Global: Was sind die Schwierigkeiten beim Aufbau eines Social Start-ups?</strong></p> <p><strong>Georg:</strong> Wir wollen auf jeden Fall wachsen, darum suchen wir derzeit aktiv nach weiteren Personen. Wir wachsen auf der Kundenseite, aber es könnte etwas schneller gehen. Bis zu der Entscheidung, helpteers einzusetzen, vergeht normalerweise fast ein dreiviertel Jahr bis ein Jahr. Der Schritt etwas Digitales zu benutzen, neue Wege zu gehen - der ist noch sehr viel mit Angst verbunden. Bei jungen Menschen ist das Gegenteil der Fall. Sie kommen nicht mehr zu Ortstreffen, weil sie alle Informationen im Netz finden.</p> <p><strong>Ute:</strong> Wir verstehen uns beide in diesem digitalen Wandel als Brückenbauer. Wir sind Verbindungselemente für das, was gerade passiert. Wir sind in einem Umbruch und haben eine Vielzahl an Medien und Kommunikationsmöglichkeiten.</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>Engagement Global: Inwiefern können denn die sozialen Netzwerke Fluch oder Segen für soziale Organisationen sein?</strong></p> <p><strong>Georg:</strong> Ein Leben ohne Internet wird es nicht mehr geben. So wie bei allem, müssen wir erst einmal lernen, damit umzugehen. Und klar, dadurch passieren auch Sachen, die nicht so gut laufen. Dann muss man daraus lernen. Dann passiert es aber auch, dass auf einmal ein Kontakt entsteht, der zum Beispiel auf Grund der örtlichen Entfernung sonst nie hätte entstehen können.</p> <p><strong>Ute:</strong> Es gibt auf jeden Fall positive und negative Aspekte. Soziale Medien sind absolut notwendige und tolle Kommunikationsmittel. Doch genauso schnell, wie man positive Wirkungen erzielt, kann man auch negative Wirkungen hervorrufen. Wer Social Media macht, sollte ein entsprechendes Gefühl für solche Situationen haben. Wir alle leben mit dieser Unsicherheit. Das ist die Komplexität der Digitalisierung.</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>Engagement Global: Zeit ist heutzutage für viele Engagierte oder Interessierte ein wichtiger Faktor. Inwiefern bietet helpteers zeitlich gesehen eine Lösung?</strong></p> <p><strong>Georg:</strong> Uns ist einfach wichtig, dass der Schritt zum Engagement so klein wie möglich ist. Jeder soll sich engagieren und einbringen können. Bei helpteers kann man konkret sehen, was noch für das Projekt XY erledigt werden muss. Habe ich Zeit und Lust, kann ich die Aufgabe mit einem Klick übernehmen.</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>Engagement Global: Für das diesjährige NachhaltigkeitsCamp Bonn habt ihr bereits angekündigt, dass ihr eine Session halten werdet. Worum wird es gehen?</strong></p> <p><strong>Ute:</strong> Wir werden das erste Mal gemeinsam eine Session anbieten, das haben wir vorher auch noch nicht gemacht. Wir nehmen als Aufhänger, wie wir uns letztes Jahr beim NachhaltigkeitsCamp gefunden haben und machen unsere „Lovestory“ öffentlich (lacht). Das ist ja auch ein nachhaltiges Ergebnis aus dem letzten NachhaltigkeitsCamp. Wir möchten aber nicht nur über Engagement und Liebe sprechen, sondern auch über Engagement und Geld. Und das ist ein Riesenthema - oft ein Tabu-Thema.</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>Engagement Global: Wie finanziert sich helpteers?</strong></p> <p><strong>Georg:</strong> Wie versuchen natürlich, dass sich das, was wir machen, auch nachhaltig selber finanziert. Wir bekommen keine Spendengelder und wir fragen auch nicht nach Spendengeldern. Das Ziel ist Kunden zu finden, die sagen: „Das was ihr macht, das hilft uns so sehr, dass wir bereit sind dafür zu bezahlen.“</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>Engagement Global: Wo seht ihr euch in fünf Jahren?</strong></p> <p><strong>Georg:</strong> Wir wollen sowohl die kostenlose Plattform als auch eigene Plattformen für Organisationen zum Wachsen bringen. Wir wollen Engagement auf unterschiedlichen Ebenen und in unterschiedlichen Communities voranbringen. Wir wollen vielen Organisationen ermöglichen, dass sie eine eigene Plattform für ihre eigene Community haben können. Zum Beispiel arbeiten Umweltaktivisten vollkommen anders und kommunizieren vollkommen anders als beispielsweise der Verein Nestwärme. Wir sehen dort ein Potenzial von mehreren hundert unterschiedlichen Organisationen, die davon profitieren können.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Weiterführender Link zum Thema</h2>             <p><a href="https://www.nachhaltigkeitscamp-bonn.de/" target="_blank">Zur Internetseite des NachhaltigkeitsCamp Bonn</a></p> <p><a href="https://helpteers.net/info/" target="_blank">Zur Internetseite von helpteers</a></p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/von-spongebob-hassern-barcamp-junkies-und-nachhaltigkeitsliebenden.html</link><pubDate>Mon, 14 May 2018 12:46:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/von-spongebob-hassern-barcamp-junkies-und-nachhaltigkeitsliebenden.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/05/Georg_und_Ute.jpg" length="57176" type="image/jpeg" /></item><item><title>Rana Plaza Gedenktag: Fünf Jahre nach der Katastrophe</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/04/180423_Ranaplaza.jpg" title="Foto: Gisela Burckhardt/FEMNET e.V." data-lightbox="898fd0">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/04/180423_Ranaplaza.jpg" width="600" height="366" alt="" title="Foto: Gisela Burckhardt/FEMNET e.V.">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Die Einsturzstelle des Rana Plaza im Juli 2013 in Dhaka, Bangladesch. Foto: Gisela Burckhardt/FEMNET e.V.</figcaption>            </figure>          <p>Der Verein FEMNET e.V. setzt sich für die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte von Frauen weltweit ein, insbesondere für menschenwürdige, existenzsichernde und sozialgerechte Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie.</p> <p>Wir sprachen mit Anne Neumann, Projektreferentin bei FEMNET, über Veränderungen seit dem Unglück und die derzeitige Situation von Textilarbeiterinnen und Textilarbeitern in den Produktionsländern.</p>   </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>Engagement Global: Was hat sich nach dem Einsturz des Rana Plaza Gebäudes in der Textilbranche verändert?</strong></p> <p>Anne Neumann: Der Einsturz des Rana Plaza Gebäudes hat die katastrophalen Arbeitsbedingungen der Menschen, die hinter unserer Kleidung „versteckt“ sind, ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten, aber auch immer mehr Unternehmen wurde klar, dass es mit der üblichen Preis-Kosten-Abwärtsspirale nicht so weitergehen kann wie bisher. Auch politische Akteurinnen und Akteure wurden aktiver – beispielsweise hat Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller das Bündnis für nachhaltige Textilien ins Leben gerufen. Letztlich ist aus unserer Sicht besonders auf politischer Ebene aber leider zu wenig passiert. Ein besonders wichtiger Fortschritt war die Unterzeichnung des sogenannten Bangladesh Accords von mehr als 220 internationalen Bekleidungsunternehmen, die in Bangladesch produzieren lassen.</p> <p><strong>EG: Nach dem Einsturz haben viele internationale Unternehmen ein Abkommen unterschrieben, in dem sie sich zu mehr Brandschutz und Gebäudesicherheit in Bangladesch verpflichten. Das Abkommen läuft seit 2013 mit einer Laufzeit von fünf Jahren und läuft dieses Jahr aus. Wie geht es weiter nach dem ersten Abkommen? Welche Probleme sehen Sie auf dem Weg zu einem Folgeabkommen? </strong></p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/04/180424_Packabteilung-Bangladesch-%28c%29FEMNET.jpg" width="600" height="366" alt="" title="Foto: Gisela Burckhardt/FEMNET e.V.">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Packabteilung in einer Fabrik in Dhaka, Bangladesch. Die Frauen stehen oft länger als 10 Stunden am Tag, Foto: Gisela Burckhardt/FEMNET e.V.</figcaption>            </figure>          <p>AN: Dank des Bangladesh-Accords wurden bisher mehr als 1.600 Fabriken mit über zwei Millionen Beschäftigten überprüft. Die Untersuchungsberichte wurden erstmals transparent veröffentlicht und 130.000 Mängel identifiziert, von denen rund 84 Prozent beseitigt wurden.</p> <p>Nach mehr als einjährigen Verhandlungen über die Weiterentwicklung des Accord-Abkommens konnte im Sommer 2017 das Folgeabkommen vereinbart werden. Mehr als 140 Unternehmen haben den so genannten Transition Accord bereits unterzeichnet. Aber viele Unternehmen, die den „alten“ Accord unterzeichnet haben, weigern sich nun, dem neuen Abkommen beizutreten. Das betrifft zum Beispiel Abercrombie &amp; Fitch. Aber es gibt auch Unternehmen, die das alte Abkommen nie unterzeichnet haben und sich jetzt auch wieder weigern. Das trifft zum Beispiel auf das deutsche Unternehmen New Yorker zu.</p> <p>Der neue Accord bezieht auch die Produktion von Heimtextilien, also nicht nur Bekleidung mit ein. Hier gilt es nun besonders die großen Hersteller dieser Produkte, wie beispielsweise IKEA, ganz neu zur Unterzeichnung zu bewegen.</p> <p>Ein Problem ist auch, dass mit dem Accord wieder nur die Produktionskette des Nähens im Blickfeld ist. Unternehmen müssen ihr Engagement für gute Arbeitsbedingungen aber auch auf andere Stufen der Produktionskette, wie beispielsweise Weben oder Spinnen oder Rohstoffverarbeitung, ausweiten.</p> <p><strong>EG: FEMNET betreibt seit 2011 Bildungsarbeit an deutschen Hochschulen unter dem Motto „FairSchnitt – Studieren für eine sozial gerechte Modeindustrie“. Warum sind besonders Studierende als Zielgruppe wichtig?</strong></p> <p>AN: Wir richten uns besonders an Modestudiengänge, aber auch an Wirtschaftswissenschaften und Lehramtsstudiengänge. In Modestudiengängen werden die Menschen ausgebildet, die in der Bekleidungsbranche von morgen die Weichen stellen. Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Wirtschaftswissenschaftler können am Beispiel der Bekleidungsindustrie gut menschenrechtliche Risiken und Abhilfemechanismen generell im arbeitsteiligen, globalisierten Wirtschaftssystem diskutieren. Und zukünftige Lehrerinnen und Lehrer sind natürlich unheimlich wichtige Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.</p> <p><strong>EG: Wie ist das Feedback der Studierenden?</strong></p> <p>AN: Viele Studierende aus Modestudiengängen bedauern, dass bei ihnen Nachhaltigkeit immer noch die Exotenperspektive ist. Da, wo einzelne Dozentinnen und Dozenten sich stark für das Thema engagieren, können auch mal Semesterprojekte oder Abschlussarbeiten zu Ideen der „ethical fashion“ umgesetzt werden. Was sowohl Studierende als auch Lehrende sehr schätzen, ist die Möglichkeit, über uns mit Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern aus Produktionsländern wie Indien oder Bangladesch zu sprechen. Hier können sie sich mit den Aktivistinnen und Aktivisten selbst über ihre Probleme, aber auch über Lösungsansätze austauschen. Interessant für Studierende ist sicherlich auch der Fokus auf Nachbarprodukte wie Schuhe oder auf neue Produktionsländer wie Myanmar oder Äthiopien.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/04/180424_schlafende-Naeherin-%28c%29FEMNET.jpg" width="600" height="366" alt="" title="Foto: Gisela Burckhardt/FEMNET e.V.">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Mittagspause. Erschöpft schlafen mehrere Frauen sofort ein, Foto: Gisela Burckhardt/FEMNET e.V.</figcaption>            </figure>          <p><strong>EG: Spielt das Thema faire Mode bei jungen Menschen in Zeiten von Primark, H&amp;M und Co. überhaupt eine Rolle?</strong></p> <p>AN: Wir sehen, dass „ethical fashion“ wichtiger wird – das spiegelt sich beispielsweise in der Zahl der Ausstellerinnen und Aussteller auf der Ethical Fashion Show wieder. Eine Befragung im Forschungsprojekt InNaBe (Innovationen für nachhaltige Bekleidung) hat gezeigt, dass junge Menschen nicht so häufig zu umweltverträglich oder fair hergestellter Kleidung greifen, wie der Durchschnitt der Befragten. Das hängt sicherlich mit dem verfügbaren Budget zusammen. Das Thema Nachhaltigkeit insgesamt spielt vielleicht eine große Rolle – wird jedoch nicht immer unmittelbar mit dem eigenen Einkaufsverhalten in Verbindung gebracht.</p> <p><strong>EG: Was kann jede und jeder Einzelne in seinem Alltag selbst tun, um bessere Arbeitsbedingungen für Textilarbeiterinnen und Textilarbeiter in den Herstellungsländern zu fördern?</strong></p> <p>AN: Wichtig ist aus unserer Sicht besonders das Nachfragen bei Unternehmen: Wer hat meine Kleidung unter welchen Umständen hergestellt? Wirksamer wird das, wenn man insgesamt Aktionen in größeren Netzwerken wie beispielsweise der Kampagne für Saubere Kleidung oder der Fashion Revolution unterstützt. Viele Tipps liefert auch unser Fair Fashion Guide.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Weiterführender Link zum Thema</h2>             <ul> <li><a href="https://www.femnet-ev.de/" target="_blank">Zur Internetseite von FEMNET e.V.</a></li> <li><a href="http://www.fairfashionguide.de" target="_blank">Zum Fair Fashion Guide von FEMNET e.V.</a></li> </ul>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/rana-plaza-gedenktag-fuenf-jahre-nach-der-katastrophe-167.html</link><pubDate>Mon, 23 Apr 2018 18:18:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/rana-plaza-gedenktag-fuenf-jahre-nach-der-katastrophe-167.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/04/180423_Ranaplaza.jpg" length="240922" type="image/jpeg" /></item><item><title>„Abenteuerliches“ Berichten</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p>Annika kehrt von ihrer Reise durch Tansania zurück, zeigt Fotos, teilt Bilder auf sozialen Netzwerken und erzählt von „dem“ Afrika. Kriege, Katastrophen und Krankheiten. Und dennoch sind alle Menschen „dort“ so glücklich. Annika in einem Meer von scheinbar hilfsbedürftigen schwarzen Kindern. Das ASA-Programm versucht durch seine Seminare und andere Angebote wie die ASA-Foto-Stories genau solche Geschichten zu verhindern – Geschichten, die das klischeehafte, koloniale Bild von anderen Kontinenten und Ländern des Globalen Südens reproduzieren und festigen.</p> <p>Im ASA-Programm werden die Teilnehmenden während der Seminare und der drei- oder sechsmonatigen Projektpraktika angeregt, eine bewusste und sensible Haltung einzuüben, die globale Zusammenhänge machtkritisch und diskriminierungssensibel reflektiert. Diese Selbstreflexion soll die eigene Handlungsfähigkeit stärken und die Teilnehmenden ermutigen, sich für eine global nachhaltigere und gerechtere Welt zu engagieren.</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p>Das ASA-Programm bietet verschiedene Möglichkeiten, sich selbst auszuprobieren und Feedback zu bekommen. Mit den ASA-Foto-Stories lädt das Programm seine Teilnehmenden dazu ein, sich mit den eigenen Stereotypen auseinanderzusetzen und eine diskriminierungssensible, rassismuskritische Sprache und Wahrnehmung zu finden (?). Die Teilnehmenden werden dazu angeregt, subjektive Filter beim Schreiben, Fotografieren und Filmen zu erkennen und den eigenen Umgang mit Stereotypen und Rassismen zu reflektieren. Auch dieses Jahr ruft das ASA-Programm seine Teilnehmenden und Ehrenamtlichen dazu auf, Fotografien, Kurzfilme sowie Lyrik und Prosa zum Jahresthema einzureichen. Sie erhalten ein ausführliches Feedback von einer interdisziplinär zusammengesetzten Jury aus dem künstlerisch-kreativen und bildungspolitischen Bereich sowie dem ASA-Netzwerk.</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p>2018 werden kreative Gedanken zum Thema „Handel oder Handeln?“ gesucht. Die Teilnehmenden werden eingeladen, globale Zusammenhänge in den Blick zu nehmen, koloniale Kontinuitäten zu thematisieren und einen eigenen kritischen Umgang damit zu finden. Eine Hilfestellung dafür ist der Code of Conduct on Images and Messages, den das ASA-Programm zur Verfügung gestellt hat.</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p>Aber was bedeutet das konkret? Annika ist von Anfangs maßgeblich an der Zeichnung eines differenzierten oder undifferenzierten Afrikabildes –hier am Beispiel von Tansania – beteiligt. Wurden die Personen, die auf den Bildern zu sehen sind, gefragt, ob sie fotografiert werden wollen? Wurden nur Extreme fotografiert oder wird auch das tägliche Leben in Tansania gezeigt? Dienen die Fotos nur der Selbstdarstellung und Profilierung vor Freundinnen und Freunden, Familie und Bekannten zu Hause oder steht Begegnung im Mittelpunkt? Wurde nur von Elend berichtet oder auch über großartige Initiativen und Organisationen, die sich für eine bessere Welt einsetzen?</p>         </div> <div class="ce_text block">             <p>Die Bilder und Erzählungen, die wir von unseren Reisen mitbringen, sagen oft mehr über uns selbst aus als über Andere. Versuchen wir uns (bewusst oder unbewusst) als bessere, überlegenere, gebildetere Menschen darzustellen? Oder sind wir tatsächlich neugierig, was Menschen vor Ort zu erzählen haben, tauschen uns auf Augenhöhe aus und lernen voneinander?</p>         </div> <h2 class="ce_headline">   Weiterführende Links</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://asa.engagement-global.de/" class="hyperlink_txt" title="Link zum ASA-Programm" rel="" target="_blank">Link zum ASA-Programm</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://asa.engagement-global.de/asa-foto-stories.html" class="hyperlink_txt" title="Link zu den ASA-Foto-Stories" rel="" target="_blank">Link zu den ASA-Foto-Stories</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://asa.engagement-global.de/code-of-conduct-on-images-and-messages.html" class="hyperlink_txt" title="Link zum Code of Conduct" rel="" target="_blank">Link zum Code of Conduct</a>    </div> <h2 class="ce_headline">   Einreichungen von Teilnehmenden der ASA-Foto-Stories</h2> <div class="ce_text block">       <h3>Clara Helene Ramin</h3>                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/04/Ramin_C_Foto.jpg" width="600" height="864" alt="" title="Foto: Clara Helene Ramin">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Foto: Clara Helene Ramin, ASA-Foto-Stories 2017 zum Thema Klima.Wandel.Gerechtigkeit</figcaption>            </figure>          <p>Es ist 18 Uhr. Feierabendverkehr. Die Straßen sind voll, laut. In den Bussen stapeln sich die Menschen, Autos verstopfen die Straßen. Alle sind auf dem Weg nach Hause, wollen so schnell wie möglich ankommen. Doch der Verkehr spielt verrückt, es geht nicht vor und nicht zurück. Die Menschen sind gestresst und müde, eingesperrt im überlasteten Straßennetz. Wusstest du, dass weltweit über 1,6 Milliarden Autos gefahren werden? Dass der Verkehrssektor für rund ein Fünftel der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich ist? Dass die Luftverschmutzung in Großstädten außerdem unter anderem zu Herz-Kreislaufbeschwerden, Atemwegsproblemen, Nervenkrankheiten und Stress führt? Und, dass die Bevölkerungsgruppen, die kein Auto besitzen, am meisten darunter leiden? Botschaften wie diese Hauswand in Valparaíso zeigen einen Weg, sich aus dem Abgasalbtraum zu befreien: Das Fahrrad. Auch wenn das Fahrrad längst nicht das überwiegende Transportmittel in lateinamerikanischen Großstädten ist, findet derzeit vielerorts ein Wandel statt. Das Fahrrad symbolisiert hier, meinem Empfinden nach, nicht nur ein ökonomisches und sportliches Transportmittel; es ist zu einem politischen Instrument geworden, mit dem soziale und räumliche Gerechtigkeit gefordert wird. Während das Fahrradfahren erheblich dazu beiträgt, die allgemeinen Ziele für eine Nachhaltige Entwicklung zu erreichen, steht es gleichzeitig auch für Aktivismus, Autonomie und Agilität. Es repräsentiert einen neuen Lebensstil und transformiert ganze Städte, indem es die Straßen humanisiert und Enthusiasmus fördert, um friedliche und gerechte Räume zu gestalten. Immer mehr Menschen in Lateinamerika – darunter viele Frauen – holen das Fahrrad runter auf die Straßen, schließen sich ‘ciclopaseos‘ und Fahrradbewegungen an und beweisen, dass Wandel, Gerechtigkeit und Klimaschutz mit Deinem Fortbewegungsmittel anfangen kann.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h3>Andreas Demler</h3>                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/04/Fotostories2016-fo-Bewegungsfreiheit-F-Andreas-Demler.jpg" width="600" height="400" alt="" title="Foto: Andreas Demler">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Foto: Andreas Demler, ASA-Foto-Stories 2016 zum Thema Bewegungsfreiheit</figcaption>            </figure>          <p>Bruja – ein chilenischer Systemkritiker, der sein derzeitiges Denken und Handeln der Hinterfragung von Privilegien und Machtstrukturen widmet. Durch intime Einblicke in sein (Innen-)Leben versucht er zur reflektierten Auseinandersetzung mit Kapitalismus, Klassismus und Kolonialismus anzuregen. Obwohl er (m)eine okzidentale Herkunft samt Kultur, Strukturen und Werten grundsätzlich ablehnt, nimmt er proaktiv Kontakt zur westlichen Welt auf und lädt zum Austausch auf Augenhöhe ein. In der abgelichteten Situation spricht er mit meinem Tandempartner und mir über (s)einen nachhaltigen Weg sich etwas finanzielle Bewegungsfreiheit zu verschaffen: dem Lehmbau. Das Gespräch schweift von Permakultur über Autokonstruktion hin zu seiner Vision: durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit um dem Naturwerkstoff eine nachhaltige, finanzielle Existenzgrundlage schaffen, um sich so für das alltägliche Überdierundenkommen stark und für seine Ansichten mobil machen zu können. Langsam glaube ich seine Realität zu verstehen und spüre, dass er sich nicht nur seiner, sondern vor allem auch meiner Bewegungsfreiheit weitaus bewusst ist, als ich selbst: Einer Wirklichkeit mit mehr Privilegien und weniger Hürden. Allein die Möglichkeit in seiner Küche sitzen und an diesem Gespräch teilhaben zu können führt mir die Privilegien meiner Herkunft und die damit einhergehenden, quasi uneingeschränkten und fast selbstverständlichen Freiheiten meines deutschen Pass vor Augen. Nur: Nutze ich sie verantwortungsbewusst und weise?</p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/abenteuerliches-berichten.html</link><pubDate>Wed, 21 Mar 2018 10:22:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/abenteuerliches-berichten.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/04/20180319_Fotostories2016_Bewegungsfreiheit-F-Andreas_Demler_600px%C3%97366px.jpg" length="49005" type="image/jpeg" /></item><item><title>Welt-Recycling-Tag. Nachhaltiges Veranstaltungsmanagement – so kann‘s gehen</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/03/Upcycling_EG_2017_2.jpeg" title="Foto: Engagement Global" data-lightbox="632873">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/03/Upcycling_EG_2017_2.jpeg" width="600" height="366" alt="" title="Foto: Engagement Global">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Foto: Engagement Global</figcaption>            </figure>          <p>Auch das schönste Werbebanner ist irgendwann nicht mehr aktuell. Durch viele Einsätze bekommt es Kratzer und Macken. Ein Blick in die Lagerräume von Engagement Global letzten Sommer zeigte, dass sich trotz sparsamer Produktion über die Jahre viel Material angesammelt hatte. Wir brauchten Platz im Lager und mussten dringend aufräumen, aussortieren und uns von Überflüssigem trennen.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Ausrangiertes Werbematerial – ab in die Tonne?</h2>             <p>Wohin aber mit den ausgedienten Werbeträgern? Noch vor Kurzem ein kreativ gestaltetes Werbebanner – jetzt ein Fall für die Tonne? Nicht bei uns! So viel war klar. Die Idee: Wir produzieren daraus Taschen und Beutel! Sie sollten als robuste Behälter dienen, um Spiele für Messen oder Werkzeug und Schrauben für die Montage von Messewänden zu transportieren. Eine kurze Internetrecherche förderte eine Vielzahl an Firmen zu Tage, spezialisiert auf die Verwandlung alter PVC-Produkte in die von uns angedachten Taschen. Das war die Lösung, um Altes wiederzuverwerten und nichts Neues kaufen zu müssen. Einige der auf Recycling spezialisierten Firmen beschäftigen zudem Menschen mit Behinderungen und leisten dadurch einen Beitrag zu ihrer Integration.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Aus Alt wird Neu in wenigen Schritten – so überraschend ist Upcycling</h2>             <p>Der Entschluss stand: Die Materialien sollten sinnvoll umgestaltet und in neue, schöne und nützliche Dinge verwandelt werden. Die Banner und Planen schnitten wir aus den Metallhalterungen, stellten fest, wieviel Quadratmeter von welchem Material zur Verfügung standen. Die Anbieter berechneten, was sich für welches Produkt eignet und wieviel genäht werden konnte. Meine Kolleginnen und ich entschieden uns für eine Umhängetasche in verschiedenen Größen sowie Beutel mit Reißverschluss für unterschiedliche Zwecke. Aus den Resten ließen sich sogar noch Give-aways herstellen: reflektierende Hosenbeinschonern für bessere Sichtbarkeit auf dem Fahrrad im Straßenverkehr.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Ein Wiedersehen der besonderen Art</h2>             <p>Mit Spannung erwarteten wir den Tag der Lieferung der neuen Produkte und wurden nicht enttäuscht: Wir erkannten begeistert unsere alten Banner wieder – jetzt in neuer Gestalt. Weißt Du noch, was bei dieser Veranstaltung passiert ist? Kannst Du Dich an jene Messe erinnern? Wie schön, dass wir nichts weggeworfen hatten – es war alles noch viel zu gut für die Tonne und erhielt durch die Upcycling-Aktion nun eine zweite Chance.</p> <p>Ein Blick in unsere Lager macht jetzt wieder mehr Spaß als letzten Sommer: Einzigartige Taschen und Beutel sorgen für Ordnung und nützliche Give-aways warten auf neue Besitzerinnen und Besitzer bei der nächsten Veranstaltung. Ein gutes Gefühl für uns und Motivation für die nächste Upcycling-Aktion.</p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/welt-recycling-tag-2018.html</link><pubDate>Thu, 15 Mar 2018 14:58:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/welt-recycling-tag-2018.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/03/Upcycling_EG_2017_2.jpeg" length="50459" type="image/jpeg" /></item><item><title>100 Prozent Menschenwürde – Zusammen gegen Rassismus</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left" style="margin-bottom:60px;">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/autoren/nkechi_madubuko.jpg" data-lightbox="35b623">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/autoren/nkechi_madubuko.jpg" width="500" height="500" alt="Portrait Dr. Nkechi Madubuko">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Dr. Nkechi Madubuko</figcaption>            </figure>          <p>Rassismus in Deutschland zu thematisieren ist historisch bedingt moralisch aufgeladen. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges gilt kategorisch „Rassismus darf es in Deutschland nicht mehr geben“. Doch trotzdem wird Rassismus noch heute unter anderem in Schulmaterialien reproduziert und es gibt Racial Profiling. Studien belegen eine institutionelle Diskriminierung im Bildungssystem Schule sowie rassistische Diskriminierungen auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt.</p> <p>Als soziale Kategorie hat Diskriminierung reale Auswirkungen auf viele Menschen. Noch immer ist Rassismus in unseren Wissenssystemen, kollektivem Wissen über „Andere“, unseren Institutionen und gesellschaftlichen Strukturen verankert. Die Bereitschaft sich wirklich diversitätssensibel zu verhalten und diskriminierende Strukturen und Handlungsweisen abzubauen, setzt also viel voraus: Eine Auseinandersetzung damit, Wissen darüber und eine grundsätzliche Haltung dagegen um Handlungsweisen zu entwickeln.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Wie wird rassistische Diskriminierung erlebt?</h2>             <p>Grundsätzlich gibt es zwei Erfahrungswelten, die betrachten werden sollten: Die Welt derer, die relativ frei in ihren Zugängen sind, als „normal“ wahrgenommen werden, wenig abwertenden Zuschreibungen und Diskriminierungen ausgesetzt sind und die Welt der Menschen, die aufgrund ihrer Hautfarbe, Herkunft, sexueller Orientierung, Behinderung oder Religion als „anders“ markiert leben. Sie machen oft ganz andere Erfahrungen in allen Lebensbereichen. Laut der repräsentativen Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes 2015 haben 31% der Befragten in den letzten drei Jahren Diskriminierungen nach den Merkmalen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz erlebt, jedoch unternahmen 40% davon nichts dagegen, weil sie sich keine Verbesserung erhofften.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Strukturell verankerter Rassismus und seine Auswirkungen</h2>             <p>Die Auswirkungen von strukturellem Rassismus und die regelhafte Erfahrung von Diskriminierung auf individueller Ebene sind nicht wirkungslos. Im Gegenteil: Von Kindesbeinen an in der Kita, in der Schule, Studium, im Beruf und im Alltag zum „Anderen“ gemacht zu werden, Vorurteilen und Abwertungen ausgesetzt zu sein. Zu erleben, dass man „Mensch zweiter Klasse“ ist oder aufgrund „zugeschriebener Eigenschaften“ gewisse Zugänge verschlossen bleiben, macht ohnmächtig, wütend und mindert die Möglichkeit sich und sein Potenzial zu erkennen. Es beeinflusst massiv die Selbsteinschätzung in der Gesellschaft etwas zu erreichen zu können. Für Jugendliche und Kinder bleibt oft das Gefühl von Minderwertigkeit und gegebenenfalls Selbstablehnung als eine schwere Last, zusätzlich gegenüber diskriminierenden Erwachsenen bestehen zu müssen.</p> <p>Es genügt nicht die eigenen Vorurteile als „Wissen“ zu verstehen und zu behaupten soziale Kategorien hätten heute keine Relevanz. Klasse, Herkunft und Geschlechterunterschiede sowie falsche Konstrukte wie „Rasse“ und Zuschreibungen zu bestimmten Religionen sind jahrhundertealte Verhältnisse, die fest in unsere Denk- und Handlungsweisen eingewoben sind. Sie haben vielfach auch Auswirkungen auf Arbeitsbeziehungen und Solidarität.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Was können wir tun?</h2>             <p>Um sich über diese Auswirkungen bewusst zu werden, ist ein Grundwissen über die Historie und gesellschaftliche Verankerung von Rassismus und gesellschaftliche Machtstrukturen in der deutschen Gesellschaft und auf Globaler Ebene eine wichtige Voraussetzung. Darum ist es wichtig im eigenen Arbeits-und Lebensumfeld eine:</p> <ul> <li>Anerkennungs- und Wertschätzungskultur zu etablieren</li> <li>Kategorisierungen und Norm(alitäts)-vorstellungen durchbrechen</li> <li>Vermeidung von Festzuschreibungen und kritische erfahrungsorientierte Auseinandersetzung mit kultureller Norm(alität)</li> <li>Reflektion eigener Erfahrungen von Privilegien und Macht (im Sinne von Zugängen)</li> <li>Positionierung gegenüber jeglicher Form der Diskriminierung im Arbeitsumfeld</li> <li>Ermutigung zu antidiskriminierenden Engagement</li> <li>Empowerment im Sinne von vorurteilssensiblem Umgang sowie Power Sharing im Sinne von Abgabe von Macht und Stärkung der Selbstwirksamkeit sollte auf allen Ebenen mitgedacht werden</li> </ul>         </div> <h2 class="ce_headline">   Weiterführende Links</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://internationale-wochen-gegen-rassismus.de/" class="hyperlink_txt" title="Zur Website der Internationalen Wochen gegen Rassismus" rel="" target="_blank">Zur Website der Internationalen Wochen gegen Rassismus</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Downloads/DE/publikationen/Expertisen/Expertise_Wohnungsmarkt_20150615.pdf?__blob=publicationFile" class="hyperlink_txt" title="Informationen zur Diskriminierung am Wohnungsmarkt der Antidiskriminierungsstelle des Bundes" rel="" target="_blank">Informationen zur Diskriminierung am Wohnungsmarkt der Antidiskriminierungsstelle des Bundes</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Downloads/DE/publikationen/Expertisen/Expertise_Diskriminierung_im_vorschulischen_und_schulischen_Bereich.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=2" class="hyperlink_txt" title="Studie zur rassistischen Diskriminierung im Bildungssystem der Antidiskriminierungsstelle des Bundes" rel="" target="_blank">Studie zur rassistischen Diskriminierung im Bildungssystem der Antidiskriminierungsstelle des Bundes</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://legacy.iza.org/en/webcontent/press/releases/IZAPress20100208EthnicDiscrDP4750.pdf" class="hyperlink_txt" title="Studie zur rassistischen Diskriminierung am Arbeitsmarkt der Universität Konstanz" rel="" target="_blank">Studie zur rassistischen Diskriminierung am Arbeitsmarkt der Universität Konstanz</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-bottom:20px;">           <a href="https://www.svr-migration.de/publikationen/diskriminierungserfahrungen/" class="hyperlink_txt" title="Studie des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration: „Wo kommen Sie eigentlich ursprünglich her?“" rel="" target="_blank">Studie des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration: „Wo kommen Sie eigentlich ursprünglich her?“</a>    </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/id-100-prozent-menschenwuerde-zusammen-gegen-rassismus.html</link><pubDate>Mon, 12 Mar 2018 08:35:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/id-100-prozent-menschenwuerde-zusammen-gegen-rassismus.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/autoren/nkechi_madubuko.jpg" length="47215" type="image/jpeg" /></item><item><title>Peace must grow from within</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/01/20180209_Baboun_DSC_768120180209_Stiftung%20Frauenkirche_Anja%20Schneider.jpg" title="&#40;c&#41; Stiftung Frauenkirche Dresden/ Anja Schneider" data-lightbox="6e5e18">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/1/20180209_Baboun_DSC_768120180209_Stiftung%20Frauenkirche_Anja%20Schneider-cf21b261.jpg" width="500" height="500" alt="" title="&#40;c&#41; Stiftung Frauenkirche Dresden/ Anja Schneider">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Vera Baboun attended a panel discussion on sustaining peace during the Dresden Forum for International Politics together with Tanja Gönner, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). (c) Stiftung Frauenkirche Dresden/ Anja Schneider</figcaption>            </figure>          <p><strong>Engagement Global: Ms. Baboun, in 2012 you became the first female mayor of Bethlehem. What was your motivation to run for the office?</strong></p> <p>Vera Baboun: As an adamant believer in women’s leadership capacities and rights, I have steadily trusted the fact that “a better democracy,” as Michelle Bachelet points out, “is a democracy where women do not have the right to vote and to elect, but to be elected.” Still, the political occupied context of Palestine and its social patriarchal discourse were two substantial challenges that I had seriously considered in my mayoral candidacy decision. Simultaneously, I had evolving personal uncertainties on whether my Palestinian community is ready to elect a woman mayor, and whether women, more than men, believe that a woman can do it. Both uncertainties, though, motivated me to be the change that I want to witness in my own community. Winning nine seats out of fifteen, I was announced on November 15, 2012 as the first elected woman mayor of Bethlehem Municipality since its inception in 1872, and its 16th elected mayor. My uncertainties could not have been defied without my motivation to be the change I want to witness in my life and my community.</p>   </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>EG: What were the biggest obstacles you faced after succeeding the office?</strong></p> <p>VB: Being the head of the Bethlehem Municipal council which comprised fifteen members (12 men and three women), it was considerably irritable and intolerable for some male rivals in the council. Whether it was their male-pride consciousness or their rivalry tendency, I had to practice double efforts to lead the council and implement my election agenda. I had to encounter a male mentality that opts not to acknowledge a woman’s capacity to lead. Consequently, constant and systemized oppressive practices were conducted and reached even to conspiracy. These were considerable obstacles mainly since I have never opted to stand as a loser. I had to stand firmly to all who elected me, my city, and myself. I have never considered the loss of the position, as much as I considered the loss of my voice as a woman leader, and as a role model for many women in my Palestinian community. Despite the obstacles, I terminated my mayoral post on May 25th, 2017 with a more empowered voice, experience, and determination to lead a new change.</p> <p><strong>EG: When you think of your mayoralty, what are the three most important moments that you remember?</strong></p> <p>VB: My mayoral inauguration ceremony on November 15th, 2012 as the 16th mayor of Bethlehem Municipality and its first elected woman mayor. I knew then, that I had taken the road less travelled by other women. The citizens’ vast attendance in the inauguration ceremony and their supporting presence was a moment I will always cherish. On September 28th, 2015, the day the Palestinian Minister of Local Governance approved the increase of the Bethlehem Municipal borders. This achievement enabled the council to work on the city new Urban Master Plan which was not developed since 1958 due to different political factors. The very significant moment was on May 25th, 2014 during the visit of his Holiness Pope Francis to Bethlehem. In his way to the Manger Square to hold the Holy Mass, Pope Francis stopped his popemobile to pray in front the Separation Wall in Bethlehem: “bridges should be built and walls dismantled.”</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/b/DSC_7683-2bf0286b.jpg" width="500" height="333" alt="" title="&#40;c&#41; Stiftung Frauenkirche Dresden/ Anja Schneider">                      <figcaption class="caption" style="width:500px">From 2012 to 2017, Vera Baboun was the first female mayor of Bethlehem, West Bank. (c) Stiftung Frauenkirche Dresden/ Anja Schneider</figcaption>            </figure>          <p><strong>EG: During the Dresden Forum for International Politics last week you said that „ in order to reach a solution in the Middle East it must be recognized that continuous occupation affects the lives and ambitions of thousands of youths.” What needs to be done to improve the situation of young people?</strong></p> <p>VB: Young Palestinian people are part and parcel of their nation. What needs to be done to the youth needs to be done to their whole nation. Ending the occupation is a priority since it is not only a political right but a human right as well. Recognition of the State of Palestine is the recognition of the Palestinian nation and its youth. The political recognition enhances the recognition of their dreams, capacities, voices, and need for justice and security. Such political recognition ensures normal living conditions where no walls are erected, checkpoints encountered, land confiscated, dreams stolen, and ambition suffocated.</p> <p><strong>EG: As the first female mayor of Bethlehem and lecturer for Gender Studies you are a role model to girls and women: Do have a message to those who want to change something but feel unsure about it?</strong></p> <p>VB: Every woman must be the change she wants to witness in her our community. Every woman should be the owner of her own voice, speak her own empowered language and not the language of silence; woman’s empowered voice is her first authority. Every woman should work to empower her voice to master her choice. If both accomplished, nothing can be impossible.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Further Information</h2>             <ul> <li><a href="http://www.sef-bonn.org/en/events/dresden-forum-for-international-politics/dresden-2018/conference-report-speeches-interviews.html" target="_blank">To the news about the Dresden Forum for International Politics on the website of the Development and Peace Foundation (sef:)</a></li> <li><a href="https://www.engagement-global.de/aktuelle-meldung/gelungener-auftakt-dresdner-forum-fuer-internationale-politik.html" target="_blank">To the news about the Dresden Forum for International Poltics on the website of Engagement Global</a></li> </ul>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/peace-must-grow-from-within.html</link><pubDate>Tue, 06 Mar 2018 10:23:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/peace-must-grow-from-within.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2018/01/Baboun_DSC_Stiftung%20Frauenkirche_Anja%20Schneider.jpg" length="80321" type="image/jpeg" /></item><item><title>Ausgezeichnetes Engagement</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2017/12/EPCM---Primary-%281%29_preview_600x366.jpg" title="Foto: burundikids e.V" data-lightbox="5cfec0">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/6/EPCM---Primary-%281%29_preview_600x366-afdb6c46.jpg" width="500" height="305" alt="Das Bild zeigt eine afrikanische Schulklasse. Ein Junge lächelt in die Kamera und zeigt auf." title="Foto: burundikids e.V">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Die „Ecole Polyvalente Carolus Magnus“ (EPCM) öffnete zum Schuljahr 2006/2007 ihre Tore. Foto: burundikids e.V.</figcaption>            </figure>          <p>Der Verdienstorden wird an in- und ausländische Bürgerinnen und Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen. So theoretisch es klingt, so praktisch hat Verena Stamm es umgesetzt. Die gebürtige Deutsche wurde am 9. November 2017 für ihren jahrelangen und ehrenamtlichen Einsatz für Straßen-und Waisenkinder in Burundi mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Verena Stamm ist die Gründerin der Fondation Stamm, eine gemeinnützige Nichtregierungsorganisation, die in Burundi seit dem Jahr 2000 aktiv ist. Der Verein burundikids e.V. ist der deutsche Partner der Fondation Stamm. Mehrere Kooperationsprojekte der beiden Vereine wurden von Engagement Global gefördert; aktuell ist es ein Landwirtschaftsprojekt, gefördert über bengo.</p>   </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>Engagement Global: Sie leben bereits seit 1972 in Burundi. Was fasziniert Sie an diesem Land?</strong></p> <p>Verena Stamm: Mein Mann, ein Burundier, hat dank eines Stipendiums in Deutschland Chemie studiert. Wir lernten uns während meiner Krankenschwesterausbildung kennen, und heirateten. Für ihn war es immer ein Wunsch, nach dem Studium zurück nach Burundi zu gehen, und ich war von Anfang an bereit, mit ihm zu gehen. Das Land faszinierte mich sofort, Landschaft und Menschen. Besonders das damalige Solidaritätsdenken und -handeln in den großen Familien, was heute leider größtenteils verlorengegangen ist. Leider kamen wir nach einem schlimmen Bürgerkrieg an, und die Lage war Ende 1972 noch sehr angespannt.</p> <p><strong>EG: Sie haben auch während des Bürgerkrieges von 1993 bis 2005 dort gelebt. Wie haben Sie den Krieg erlebt?</strong></p> <p>VS: Der Ausbruch des zweiten schlimmen Bürgerkriegs in Burundi wurde durch die Ermordung des ersten demokratisch gewählten Präsidenten verursacht. Wir wurden mitten in der Nacht durch Granateinschläge und heftige Schusswechsel geweckt. Wir versuchten sofort, Freunde und Familie anzurufen, aber die Leitungen waren schon alle gekappt. Wir wussten gar nicht, was los war. Erst am frühen Morgen hörten wir über den französischen Radiosender RFI, dass der burundische Präsident und viele Regierungsmitglieder getötet wurden.</p> <p>Tagelang konnten wir danach nicht aus unserem Haus, überall war die Armee präsent und die Lage sichtlich extrem angespannt. Der nicht gelungene oder zu Ende geführte Staatstreich hatte dann ein schlimmes Morden unter Hutu und Tutsi ausgelöst, das bereits in dieser Nacht begann. Die Parteimitglieder des im Oktober ermordeten Präsidenten waren seit der Wahlkampagne Mitte des Jahres 1993 offenbar schon auf diese Eventualität vorbereitet gewesen, wie man sagte. In weiten Teilen des Landes wurden die Menschen grausam getötet, ihre Häuser verbrannt, das Vieh gestohlen, sogar Schulkinder ermordet. Es schien alles kein Ende zu nehmen und zog sich immer länger über mehrere Jahre hin. In der Hauptstadt Bujumbura gingen die Jugendlichen aufeinander los, Hutu gegen Tutsi, mit Handgranaten und Macheten. Ganze Viertel wurden zerstört. Es waren häufig Racheakte für Massaker, die auf dem Land passiert waren. Aufgrund der Länge dieses Kriegs wurde das ganze Land quasi lahmgelegt. Nichts funktionierte mehr.</p> <p>Im Juli 1996 führte die Armee einen erneuten Staatstreich durch, der zwar Bujumbura etwas zur Ruhe brachte, dafür aber die Rebellengruppen, die sich zwischenzeitlich gebildet hatten, umso aktiver werden ließ. Das Morden auf dem Land nahm noch mehr zu. Gleich nach dem Staatstreich wurde ein Embargo der Internationalen Gemeinschaft gegen Burundi dekretiert. Ich war zur dieser Zeit kurz in Deutschland zu Besuch, und konnte nicht mehr nach Bujumbura zurück. Alle Flüge wurden gestrichen. Ich musste in Kigali, Ruandas Hauptstadt, landen und dann mit dem Auto nach Bujumbura fahren. Die burundische Regierung versuchte, das Embargo zu umgehen, indem sie Waren über den Umweg über Südafrika importierten und auf gleichem Wege auch den Kaffee aus Burundi exportierten. Fluggesellschaften wurden gegründet mit alten Maschinen, die nicht auf internationalen Flughäfen landen durften. Einmal flog ich mit einer „Tanganyika Airlines“, die nur in Charleroi (Belgien) landen durfte.</p> <p>Während dieser Zeit wurden die Friedensverhandlungen in Arusha, Tanzania, geführt, zuerst mit Nelson Mandela und dem tansanischen Präsidenten Julius Nyerere. Durch das Embargo stiegen gleichzeitig die Preise für alle Güter und es war natürlich in erster Linie die verarmte Bevölkerung, die darunter leiden musste. Die Rebellengruppen wurden immer stärker und drängten natürlich in Richtung der Hauptstadt, sodass der damalige burundische Präsident die Familien in den Bergen um Bujumbura herum zwang, ihre Höfe zu verlassen. Sie wurden in Lagern für Binnenflüchtlinge untergebracht. Dadurch wollte die Armee den Rebellen die Möglichkeit für Angriffe nehmen und somit auch die Möglichkeit der Versorgung durch die ansässigen Familien unterbinden. Was bemerkenswert und offensichtlich war: In den Lagern waren nur Frauen und Kinder.</p> <p><strong>EG: Was war der Auslöser für Ihr Engagement?</strong></p> <p>VS: Genau diese Lager waren der Auslöser meines Engagements. Viele Burundier waren empört, dass die rurale Bevölkerung so behandelt wurde. Ich beschloss mit einigen burundischen Frauen diese Lager zu besuchen, um zu sehen, wie man dort helfen könnte. Die Frauen und Kinder lebten unter absolut menschenunwürdigen, unvorstellbaren Bedingungen. Sie kamen sofort auf uns zu und baten uns um Nahrung und Saatgut. Die Felder um die Lager herum durften sie nämlich bestellen.</p> <p>Ich bin daraufhin zur FAO (Food and Agriculture Organisation der Vereinten Nationen) gegangen und bat sie um Saatgut und landwirtschaftliches Gerät wie Hacken etc. Dort erklärte man mir, dass die FAO zwar über entsprechende Mittel verfüge, ich aber als Privatperson keine Unterstützung bekommen könnte. Das war die Geburtsstunde der Fondation Stamm als lokale burundische Nichtregierungsorganisation. Daraufhin war es möglich, über die FAO Saatgut etc. zu bekommen, welches wir anschließend unter den Frauen in den Lagern verteilten. Darüber hinaus bekam ich sehr große Mengen an Nahrungsmitteln vom Internationalen Roten Kreuz. Bei einer Verteilung baten mich viele Frauen, Waisenkinder aufzunehmen, die im Lager zu verwahrlosen drohten.</p> <p>So kam es, dass ich das erste Waisenheim gründete. Aufgrund der Situation der Menschen war außerdem eine unglaubliche Zunahme von Straßenkindern zu beobachten, sodass ich ein zweites Heim eröffnete. Dabei stellte ich schnell fest, dass sehr viele Kinder aufgrund des Krieges schon lange nicht mehr die Schule besucht hatten. Aus dieser dringlichen Notwendigkeit wuchs der Wunsch, eine Schule zu bauen. Mit Hilfe von burundikids e.V. und Human Help Network e.V., die sich zwischenzeitlich als Unterstützer an die Seite der Fondation Stamm gestellt hatten, wurde dieses Vorhaben auch möglich. Angefangen zu bauen haben wir noch während des Bürgerkriegs in 2004. Die erste Schule, die „Ecole Polyvalente Carolus Magnus“ (EPCM), öffnete zum Schuljahr 2006/2007 ihre Tore. Heute besuchen die Schule knapp 1.000 Kinder, Mädchen und Jungen aus einem vorwiegend ländlichen und armen Gebiet. Weitere Schulen konnten wir später auf dem Land bauen und betreiben, zum Beispiel im Norden in Ngozi, und in der Landesmitte in Gitega.</p> <p><strong>EG: Welche Zielsetzung hat Ihre Stiftung? Was ist Ihre persönliche Zielsetzung dabei?</strong></p> <p>VS: Unsere Ziele konzentrieren sich in erster Linie auf Bildung in Schule und Beruf, auf die Gesundheitsversorgung der ärmsten Bevölkerung sowie auf die elementaren Menschrechte – Kinder- und Frauenrechte inbegriffen. Besonders letzteres ist ein Thema, welches seit den Unruhen im April 2015 wieder sehr akut ist.</p> <p>Hierbei geht es schwerpunktmäßig um die Rechte der Mädchen und Frauen. Darüber hinaus ist Umweltschutz ein bedeutendes Thema unserer Arbeit. Es betrifft in erster Linie den Einsatz gegen die Bodenerosion und gegen das Abholzen des bereits sehr mageren Baumbestands in Burundi sowie den Schutz von Wasserressourcen und deren Nutzung. Im Norden des Landes betreiben wir eine Schule, die sich explizit mit dieser Thematik beschäftigt.</p> <p>Ein weiteres Thema sind struktureller Wiederaufbau und Entwicklung, vor allem des ruralen Umfelds. Mit Finanzierung des BMZ arbeiten wir gerade daran, Kooperativen auf- und auszubauen. Ziele sind Ernährungssicherung, effektivere Landwirtschaft und die Erschließung neuer Handelswege und -möglichkeiten.</p> <p>Unsere oberste Zielsetzung ist es, Jugendlichen durch eine qualitativ gute Schul-, Hochschul- und Berufsausbildung neue Perspektiven für eine selbständige Zukunft zu ermöglichen und auch Arbeitsplätze zu schaffen. Die Förderung von Mädchen hat dabei eine Priorität. Dafür sind gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrerund gute Praktikumsplätze wichtig. Mit unseren Schulen versuchen wir, genau das zu erreichen. Die Weiterbildung für Lehrkräfte ist ein wichtiges Thema. Meine wichtigste persönliche Zielsetzung liegt im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit der vielen Jugendlichen in Burundi. Es vergeht nicht ein Tag, an dem mich nicht viele junge Arbeitslose mit einfachen Ausbildungen, aber auch viele mit Universitätsdiplomen, wegen Arbeit ansprechen. Viele von ihnen sind schon jahrelang arbeitslos. Ich möchte dazu beitragen, dass diese jungen Menschen, die ja immerhin mehr als 60% der Bevölkerung ausmachen, eine Lebensperspektive haben.</p> <p>Deutschland hat den „Marschallplan für Afrika“ vorgeschlagen, den ich prinzipiell gut finde. In Punkt 3 dieses Plans geht es um die Jugend in Afrika, Schaffung von Arbeitsplätzen durch Industrialisierung und Privathandel. Afrika im Allgemeinen und Burundi im Speziellen haben unglaublich viele Bodenschätze, die dafür sehr hilfreich wären. Burundi ist trotz seiner geringen Größe und geografischen Binnenlage ein Land mit vielen Entwicklungschancen. Die Frage, die sich in vielen afrikanischen Ländern und bei vielen internationalen Partnerstaaten – und bei international tätigen Konzernen – gleichzeitig stellt, ist die nach Ehrlichkeit und nach den primären eigenen Interessen.</p> <p><strong>EG: Ihre Projekte wurden sowohl in der Vergangenheit als auch aktuell von Engagement Global gefördert. Was konnten Sie mit dieser Förderung umsetzen?</strong></p> <p>VS: Dank der Förderungen von Engagement Global, bengo bzw. des BMZ konnten wir bereits mehrere Projekte umsetzen. Zu nennen wäre beispielsweise der Ausbau der Gynäkologie unseres Krankenhauses „Centre Médical Hippocrate“ (CMH) außerhalb der Hauptstadt zusammen mit burundikids e.V., um die Mütter- und Kindersterblichkeit zu reduzieren. Wir beteiligen uns zusammen mit unserem Partner burundikids Schweiz an der Initiative für kostenlose Vorsorge und Behandlung schwangerer Frauen. Dazu gehören auch die Aidsvorsorge für Schwangere und die Betreuung von Mädchen mit ungewollter Schwangerschaft.</p> <p>Auch der Ausbau unserer Schule EPCM mit 1.000 Schülerinnen und Schülern wurde mit Engagement Global umgesetzt. Diese Schule hat die Lernbedingungen für Kinder und Jugendliche extrem verbessert. Sie kommen zum Teil aus unseren sozialen Einrichtungen und waren ehemalige Kindersoldaten, zum anderen Teil stammen sie aus dem ruralen Umfeld der Hauptstadt Bujumbura. Die EPCM ist übrigens bis dato die einzige Schule in ganz Burundi, die u.a. pharmazeutisch-technische Assistentinnen und -Assistenten (PTA) ausbildet.</p> <p>Aktuell kooperieren wir mit Engagement Global bei einem Landwirtschaftsprojekt in Verbindung mit dem Aufbau eines Spar- und Kreditprogramms für Kooperativen. Das Projekt findet in zwei Provinzen im Norden des Landes statt. Vor allem durch Schulungen, aber auch durch den Zugang zu besserem Saatgut möchten wir hierbei einen Beitrag zur Ernährungssicherung leisten. Die Zusammenschlüsse der einzelnen landwirtschaftlichen Gruppen, die übrigens häufig von Frauen geleitet werden, sollen die Finanzkraft der Bauern verbessern und die landwirtschaftliche Produktion steigern. Auf anderer Ebene kooperieren wir mit Engagement Global beim Transport von Gütern von Deutschland nach Burundi, beispielsweise wenn wir ein Labor oder oder Werkstätten für Ausbildungen einrichten</p> <p><strong>EG: Heute betreut die Fondation zahlreiche Projekte im gesamten Land, unter anderem ermöglichen Sie Kindern eine fundierte Schul- und Berufsausbildung. Wie hat sich Ihre Arbeit über die Jahre entwickelt?</strong></p> <p>VS: Die Fondation Stamm begann ihre Aktivitäten in der Nothilfe für Flüchtlinge und humanitären Hilfe für Waisen und Straßenkinder. Mit der Zeit überlegt man natürlich, wie man von der humanitären Hilfe hin zur Entwicklung und Selbständigkeit kommen kann. Nach den Friedensgesprächen von Arusha und den entsprechenden Verträgen zwischen den Kriegsparteien trat mit der Übergangsregierung immer mehr Ruhe ein.</p> <p>2005 wurde eine neue Regierung gewählt und im ganzen Land gab es wieder Hoffnung. Für mich war das der Zeitpunkt, von der reinen humanitären Hilfe wegzukommen, hin zur Entwicklung des Landes. Das war auch der Moment, als ich begonnen habe mich mit dem Aufbau von Schulen und Ausbildungszentren zu beschäftigen. Auch die Umwelt spielte eine große Rolle, denn man vergisst häufig, dass nicht nur politische Unruhen Burundi in seiner Entwicklung zurückwarfen, sondern auch immer wiederkehrende Naturkatastrophen. Das war insbesondere der Fall 2006 und 2007, als zuerst eine starke Trockenheit und das Jahr darauf eine starke Überschwemmung und sintflutartige Regenfälle Burundi heimsuchten und die Ernten zerstörten. Wieder mussten wir mit humanitärer Hilfe intervenieren.Damals in Kooperation mit der Deutschen Botschaft und mit Schulspeisungen im Norden des Landes, um den Schulabbruch vieler Tausend Kinder zu verhindern. Zeitgleich überlegten wir, wo man im landwirtschaftlichen Bereich ansetzen könnte, um junge Menschen zu befähigen, künftig mit solchen Klimaschwankungen umgehen zu können bzw. vorzusorgen. D</p> <p>ie Idee mündete in einem Ausbildungsprojekt, das sich wiederum einerseits zu einer Schule für Umwelt- und Ressourcenschutz, andererseits zu einem Projekt für Kooperativen entwickelte. Im Bereich der Gesundheit schafften wir es, auch den Menschen mit sehr wenig Mitteln einen Zugang zu medizinischer Versorgung zu ermöglichen. Die anfängliche Gesundheitsstation mit allgemeinmedizinischer Versorgung konnten wir ausbauen und weiterentwickeln. Zwischenzeitlich gibt es dort einen Operationssaal, eine Gynäkologie, eine Pädiatrie, ein Labor und eine eigene Apotheke.</p> <p>Stark setzen wir uns auch gegen geschlechtsspezifische Gewalt ein. Viele sehr junge Mädchen waren und sind Opfer ungewollter Schwangerschaften. Missbrauch geschah vor allem in den unruhigen Zeiten oft in der Schule, was häufig dazu führte, dass die Mädchen keinen anderen Ausweg mehr sahen, als das Landleben hinter sich zu lassen. Sie heuerten in der Hauptstadt als Kindermädchen an, wo sie wiederum dem männlichen Personal oder gar dem Hausherrn ausgeliefert waren. Wir haben für diese Mädchen eigens ein Zentrum eröffnet, wo sie sich regenerieren können, die Liebe zu ihren Kindern entwickeln und durch Schule oder Berufsausbildung wieder an einer eigenen Zukunft arbeiten. Seit den erneuten Unruhen im April 2015, als es heftige Zusammenstöße gegeben hatte zwischen Gegnern und Anhängern des Präsidenten, mussten wir leider immer wieder humanitäre Hilfe leisten. Vor allem Kinder und Jugendliche, die als Straßenkinder zwischen die Fronten geraten waren, waren auf Hilfe angewiesen.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2017/12/Mutter-Kind-Heim-Ausbildungsstaette_preview_500x375.jpg" width="500" height="375" alt="Das Bild zeigt einige Mütter aus dem Zentrum." title="Foto: burundikids e.V.">                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Mutter-Kind-Heim und Ausbildungszentrum für Frauen. Foto: burundikids e.V.</figcaption>            </figure>          <p><strong>EG: Wo sehen Sie derzeit den größten Handlungsbedarf für Ihre Stiftung in Burundi?</strong></p> <p>VS: Ich sehe sehr großen Handlungsbedarf in mehreren Bereichen: Erstens in der weiteren Unterstützung der Bildung der Kinder und Jugendlichen. Eine gute Schul- und Ausbildung von der Grundschule – oder sogar vom Kindergarten – angefangen, bis zu einem Berufsabschluss, bis zum Abitur oder gar Studium ist sehr wichtig, weil sie die Basis für jede Entwicklung ist. Eine gute Ausbildung bedeutet: ausreichend Schulmaterial, gut ausgebildete Lehrkräfte, gut ausgestattete Klassenräume. Dazu gehören auch Bibliotheken – bis heute eine Seltenheit in Burundi – und die Möglichkeit, allen Schülerinnen und Schülern von klein auf den Zugang zu Computern zu ermöglichen.</p> <p>Zweitens ist die Ausbildung für Kinder und Jugendliche, die im tiefen Landesinneren leben, besonders wichtig, um Landflucht vorzubeugen und Perspektiven vor Ort zu schaffen. Kindern von Bauernfamilien fehlt oft nur wegen eines zu weiten Schulwegs die Möglichkeit, später eine qualifizierte Berufsausbildung zu absolvieren. Eine Möglichkeit, dem entgegen zu wirken ist, Internate zu bauen, wie wir es an unserer Schule im Norden des Landes gemacht haben. Der Andrang ist enorm!</p> <p>Hinzu kommt der dringende Bedarf an guten Praktikumsmöglichkeiten. Die meisten Schülerinnen und Schüler verfügen über fachtheoretisches Wissen, haben aber keinerlei Erfahrung in der Praxis aufgrund fehlender Möglichkeiten. Da es zu wenig Industrie und Betriebe gibt, mit denen beispielsweise Ausbildungsverträge geschlossen werden könnten, sind wir bemüht, an unseren Berufsschulen selbst Praktikumsräume zu schaffen, die zu Kleinstbetrieben ausgebaut werden können.</p> <p>Meines Erachtens wäre auch der Aufbau von polytechnischen Instituten wichtig, also weiterführende qualifizierende Einrichtungen, woran es in Burundi sehr mangelt. Das betrifft die unterschiedlichsten Fachbereiche wie Umwelt- und Ressourcenschutz, erneuerbare Energien, Pharmakologie, Metallverarbeitung und Elektromechatronik, Bauingenieurwesen, Tourismus – um nur wenige zu nennen. Der Aufbau solcher Ausbildungs- und Schulungszentren würde den Wunsch, im Ausland studieren zu wollen, deutlich reduzieren. Außerdem werden qualifizierte Fachkräfte nicht nur in Burundi, sondern auch in den ostafrikanischen Nachbarländern sehr benötigt.</p> <p>Unterbeschäftigung und Arbeitslosigkeit sind der Nährboden schlechthin für den heute so heftig diskutierten Migrationswunsch oder dafür, sich im schlimmsten Fall Rebellen oder Terrororganisationen anzuschließen. Kleinstbetriebe und mittelständische Betriebe sollten aufgebaut und gefördert werden. Besonders in den wachsenden Städten möchten wir jungen Schulabgängerinnen und -abgängern helfen, Betriebe zu gründen und aufzubauen. An Vorschlägen und Ideen der jungen Menschen mangelt es nicht, angefangen von Restaurants bis hin in den Modebereich, um mal etwas aus dem Kreativbereich zu nennen. Weitere wichtige Felder sind die Modernisierung der Landwirtschaft und der Bereich der alternativen Energie. Die Energieversorgung durch Solarenergie schafft viele neue Möglichkeiten und könnte viele Probleme lösen. Die Stromversorgung wird immer wichtiger, genauso wie der Zugang zum Internet.</p> <p><strong>EG: Was bedeutet Ihnen das Bundesverdienstkreuz?</strong></p> <p>VS: Für mich bedeutet das Bundesverdienstkreuz sehr, sehr viel. Es hat mich sehr überrascht, diese Auszeichnung zu bekommen. Außerdem war es eine zusätzliche sehr große Ehre, dass es mir während der Feier zum Gedenken an den Mauerfall vor vielen geladenen Gästen in der deutschen Botschaft überreicht wurde. Es ermutigt mich sehr, mich mit meinem Team weiter zu engagieren, sowohl für Burundi, als auch für die Verbindung Deutschlands zu Burundi. Schließlich habe ich hier vieles nur dank der Unterstützerinnen und Unterstützer und Freundinnen und Freunde in Deutschland erreicht.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Weiterführende Links zum Thema</h2>             <ul> <li><a href="http://www.fondation-stamm.org/" target="_blank">Zur Internetseite der Foundation Stamm</a></li> <li><a href="http://burundikids.org/index.html" target="_blank">Zur Internetseite des Verein burundikids e.V.</a></li> <li><a href="https://www.hhn.org/" target="_blank">Zur Internetseite des Human Help Network e.V.</a></li> <li><a href="https://www.burundikids.ch/" target="_blank">Zur Internetseite der burundikids Schweiz</a></li> </ul>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/ausgezeichnetes-engagement.html</link><pubDate>Wed, 13 Dec 2017 10:26:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/ausgezeichnetes-engagement.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2017/12/EPCM---Primary-%281%29_preview_600x366.jpg" length="60898" type="image/jpeg" /></item><item><title>Preisverleihung „Hauptstadt des Fairen Handels“ – Gewinner Köln</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2017/10/JP_600x366.jpg" title="Johanna Pulheim. Foto: Stadt Köln" data-lightbox="f3ac0b">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/e/JP_600x366-aee5915e.jpg" width="500" height="305" alt="Johanna Pulheim hält ein Schild mit der Aufschrift &quot;Köln&quot; hoch." title="Johanna Pulheim. Foto: Stadt Köln">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Johanna Pulheim. Foto: Stadt Köln</figcaption>            </figure>          <p><strong>Engagement Global: Frau Pulheim, die Stadt Köln hat zum zweiten Mal am Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“ teilgenommen und dieses Jahr gewonnen: Herzlichen Glückwünsch! Womit haben Sie den ersten Platz erreicht?</strong></p> <p>Johanna Pulheim: Wir haben eine ungeheuer aktive und gut vernetzte Zivilgesellschaft in Köln, die in den vergangenen Jahren sehr vielfältige und ideenreiche Projekte umgesetzt hat. Für die Stadt Köln ist es ein Gewinn, mit dieser Zivilgesellschaft zusammenzuarbeiten und sie zu unterstützen, beispielsweise mit Fördergeldern oder indem Veranstaltungsräume zur Verfügung gestellt werden. Andererseits unterstützt die Zivilgesellschaft wiederum die Stadtverwaltung, etwa im Bereich Faire Beschaffung. Zudem ist es gelungen, zahlreiche Landes- und Bundesmittel zu akquirieren, die viele Projekte erst ermöglichen.</p> <p><strong>EG: Warum ist Fairer Handel überhaupt wichtig?</strong></p> <p>JP: Der Faire Handel ist aus meiner Sicht eine ganz wichtige Säule der Entwicklungszusammenarbeit und der Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs – Ziele für nachhaltige Entwicklung). Wir hier im globalen Norden müssen uns ändern, damit menschenwürdiges Leben weltweit möglich wird. Dazu gehören ganz wesentlich auch unsere Konsummuster.</p> <p><strong>EG: Welche Maßnahmen und Aktivitäten unterstützen Sie oder haben Sie initiiert, damit Fairer Handel in Köln an Bedeutung gewinnt?</strong></p> <p>JP: In unserer Bewerbung haben wir mit rund 35 Partnern aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft 55 Projektbögen eingereicht, wobei oft mehrere Aktivitäten auf einem Projektbogen zusammengefasst wurden. In den Kategorien Vermarktung und Verkauf, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit und Globales Lernen war die Bewerbung besonders stark. Hier haben wir insbesondere von dem großen Engagement in Schulen, Vereinen und Unternehmen profitiert. Aber auch unser Pilotprojekt im Bereich Faire Beschaffung von Schuhen für unser Grünflächenamt oder auch die Beachtung des Fairen Handels bei der Vergabe der Weihnachtsmarktbeschickung sind sicher innovativ. Zudem sind wir gerade dabei, das Thema Faire Beschaffung auch strukturell besser im Verwaltungshandeln zu verankern.</p> <p><strong>EG: Wie werden Ihre Maßnahmen im Bereich Fairer Handel von den Bürgerinnen und Bürgern angenommen?</strong></p> <p>JP: Die Bürgerinnen und Bürger haben ein großes Interesse am Fairen Handel. Das zeigt nicht nur das große Engagement vieler Kölnerinnen und Kölner in den verschiedenen Vereinen und Einrichtungen, sondern auch die Größe des Publikums bei den Veranstaltungen zum Fairen Handel. So verzeichnete die kürzlich durchgeführte dritte FairTradeNight knapp 800 Besucherinnen und Besucher.</p> <p><strong>EG: Mit dem ersten Platz im Wettbewerb haben Sie neben einem Pokal auch ein Preisgeld von 60.000 Euro gewonnen. Wie werden Sie das Preisgeld einsetzen?</strong></p> <p>JP: Den Preis hat die Stadt gemeinsam mit der Zivilgesellschaft gewonnen. Daher werden wir auch gemeinsam überlegen, wie wir das Preisgeld einsetzen. Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass wir mit dem Preisgeld einen Fördertopf zu Projekten des Fairen Handels einrichten, auf den Kölner Vereine und Schulen sich bewerben können. In der Jury müsste dann aus meiner Sicht die Steuerungsgruppe zum Fairen Handel in Köln vertreten sein. Die Bewerbung hat auch gezeigt, dass wir im Bereich Stadtmarketing zum Beispiel bisher recht wenig gemacht haben. Diesen Bereich würde ich gerne verstärken. Aber wie gesagt, das werden wir – nach eingehender Beratung – gemeinsam entscheiden.</p> <p><strong>EG: Welche Ziele hat sich die Stadt Köln nach dem Wettbewerb gesetzt?</strong></p> <p>JP: Die Stadt Köln will vor allem ihre Aktivitäten im Bereich Faire Beschaffung weiter verstärken. Nach den Schuhen für das Grünflächenamt wollen wir auch ihre Dienst- und Arbeitskleidung fair beschaffen. Zudem soll das Thema eine Rolle in der Aus- und Weiterbildung der Stadt Köln spielen. Eine Schulung wurde bereits durchgeführt, aber wir setzen uns dafür ein, dass das Thema „Faire Beschaffung“ in das reguläre Schulungsprogramm aufgenommen wird. Nur wenn die Kollegen und Kolleginnen geschult und sensibilisiert sind, können wir ihre effiziente Mitarbeit gewinnen.</p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/preisverleihung-hauptstadt-des-fairen-handels-gewinner-koeln.html</link><pubDate>Wed, 18 Oct 2017 17:37:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/preisverleihung-hauptstadt-des-fairen-handels-gewinner-koeln.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2017/10/JP_600x366.jpg" length="51186" type="image/jpeg" /></item><item><title>„Grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist immer besonders“</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/d/Foto_Rolf_Witte_2017_Content-367357ed.jpg" width="500" height="400" alt="Rolf Witte, Leiter Kulturelle Bildung International der BKJ." title="Rolf Witte, Leiter Kulturelle Bildung International der BKJ.">                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Rolf Witte, Leiter Kulturelle Bildung International der BKJ.</figcaption>            </figure>          <p><strong>Der Begriff „Kulturelle Bildung“ hat in Deutschland seit einigen Jahren Hochkonjunktur. Was bedeutet dieser Begriff für Sie? </strong></p> <p>Kulturelle Bildung hat in Deutschland und in vielen anderen Ländern in den letzten 15 Jahren tatsächlich erheblich an Akzeptanz gewonnen – auch wenn sich das lange noch nicht überall zum Beispiel in ausreichender Förderung widerspiegelt. Der nachhaltige Bildungserfolg kulturpädagogischer Angebote beruht auf einem Handlungskonzept, das auf Persönlichkeitsentwicklung mit und in den Künsten zielt, wobei diesem Konzept natürlich ein sehr weiter Begriff von den Künsten zugrunde liegt. Wenn wir den in andere Sprachen so schwer zu übersetzenden deutschen Begriff „Bildung“ ernst nehmen, dann ist Kulturelle Bildung zuerst und vor allem Selbstbildung, Persönlichkeitsbildung, und nicht Bildung zu anderen, übergeordneten Zwecken, so nützlich diese auch sein mögen. Deshalb ist uns als jugendpolitisch verortete Organisation jeder einzelne junge Mensch so wichtig. Denn letztlich muss er oder sie selbst den eigenen Bildungs- und Lebensweg in der Gesellschaft finden und mitgestalten. Um dazu Mut zu machen setzt Kulturelle Bildung an den Stärken an, die in jedem schlummern. Die eigenen Talente und Begabungen auch in komplexen Lebenssituationen entdecken und einsetzen zu können, das ist aus meiner Sicht eine wichtige Zielsetzung eines jeden kulturellen Bildungsvorhabens.</p> <p><strong>Die 2016 ins Leben gerufene Förderlinie „weltwärts Begegnungen“ fördert ausschließlich Projekte, die sich inhaltlich konkret mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung auseinandersetzen. Wie kann kulturelle Bildung zum Erreichen der Nachhaltigkeitsziele beitragen?</strong></p> <p>Zuerst können verschiedenste Formen von kulturellen Bildungsprojekten natürlich junge Menschen für die Nachhaltigkeitsziele sensibilisieren und dazu muss man noch nicht einmal ein grenzüberschreitendes Begegnungsprojekt planen. Insofern sehen wir unsere Aufgabe auch darin, im Rahmen der aktuellen Zusammenarbeit mit Engagement Global, mehr aktive Auseinandersetzung mit den Nachhaltigkeitszielen in der breiten Szene der Kulturellen Bildung in Deutschland anzuregen. Gleichzeitig kann unser Arbeitsfeld aber sicherlich zu Querschnittsthemen wie Inklusion, Gender, kulturelle Diversität auch selbst gute Konzepte und Praxisbeispiele beitragen, die in den letzten Jahren an verschiedensten Orten entwickelt und erprobt wurden. Und letztlich können partnerschaftlich geplante und durchgeführte Begegnungsprojekte mit Partnern aus dem Globalen Süden für junge Menschen einen ganz wertvollen Beitrag dazu leisten, die Nachhaltigkeitsziele in ihrer ganzen Komplexität und Differenziertheit zu erfassen und darauf aufbauend weiter aktiv zu werden. Denn gerade künstlerische Herangehensweisen ermöglichen es den jungen Menschen, vielschichtige und vielfältige Betrachtungs- und Darstellungsformen auszuprobieren und selbst neu zu entwickeln. Und dies gemeinsam mit den Jugendlichen aus dem jeweiligen Partnerland, die naturgemäß ganz andere Erfahrungen und Ansichten rund um die Nachhaltigkeitsziele mitbringen.</p> <p><strong>Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Projekten mit afrikanischen Partnern. Was macht die Zusammenarbeit mit afrikanischen Partnern so besonders?</strong></p> <p>Grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist eigentlich immer besonders, sowohl für die jugendlichen Teilnehmenden als auch für die mitwirkenden Leitungspersonen. Aber andererseits ist auch jedes lokale Vorhaben der Kulturellen Bildung besonders, denn es geht dabei um Lern- und Erfahrungsprozesse, die nicht einfach eine Woche später wiederholt werden können. Und es geht nicht um inhaltliche Vorträge zur Wissensvermittlung, die man einfach jeden Monat mit anderen Jugendlichen wieder ‚abspulen‘ kann. Angesichts dieser inneren Logik der Herangehensweise von Akteuren der Kulturellen Bildung tue ich mich schwer mit der Zuschreibung ‚Afrika‘ und ‚besonders‘. Was natürlich der Fall ist, ist die Tatsache, dass viele Akteure auch in unserem Arbeitsfeld (wie in unserer ganzen Gesellschaft) viel zu wenig über die Länder und Menschen sowie über den ganzen Kontinent Afrika wissen. Auch bei uns gibt es natürlich Kolleg*innen, die tendenziell Gefahr laufen, den Exotismus oder die Vorstellung vom trommelnden Afrikaner als Ausgangspunkt ihrer Herangehensweise zu nehmen. Hier wird unsere Beratungsarbeit sehr wichtig, um ein Bewusstsein zu schaffen, das die Begrenztheit des eigenen Wissens bewusst macht und Wege zu einem solideren Wissen über globale Zusammenhänge aufzeigt. Wir gehen davon aus, dass hier auch unsere Vernetzungstreffen eine wichtige Rolle spielen werden, bei denen wir auch zwischen unerfahrenen und erfahrenen Akteuren des Austauschs mit Partnern im Globalen Süden ein peer learning ermöglichen werden. In unserem Feld ist das erfahrungsgemäß eine der effektivsten Fortbildungsmethoden.</p> <p><strong>Gibt es Mitgliedsorganisationen der BKJ, die sich besonders für eine Kooperation mit afrikanischen Partnerorganisationen interessieren? </strong></p> <p>Einer der Gründe, warum wir uns schon in die Entstehung des Programms „weltwärts Begegnungen“ beratend eingebracht haben, ist die Tatsache, dass wir in den letzten 10 Jahren ein deutlich steigendes Interesse an der Zusammenarbeit mit Partnern aus dem Globalen Süden feststellen konnten. Und dabei spielten auch afrikanische Länder immer wieder eine Rolle. So haben wir z.B. mehrere lokale Kinder- und Jugendzirkusse bei ihren Vorhaben mit Partnern aus verschiedenen afrikanischen Ländern unterstützt. Theaterpädagogische Projekte von lokalen Jugendtheatergruppen gab es in den letzten Jahren z.B. mit Partnern aus Kamerun, Südafrika und der Elfenbeinküste. Eine unserer bundesweiten theaterpädagogischen Mitgliedsorganisationen ist seit vielen Jahren mit Partnern aus Ghana aktiv. Es gibt also auf jeden Fall Träger in unserem Bereich, für die das neue Programm „weltwärts Begegnungen“ auf den ersten Blick wie geschaffen ist und die jetzt auch bereits mitten in der Projektentwicklung und Antragstellung stecken.</p> <p><strong>Welche neuen Möglichkeiten sehen Sie – im Unterschied zu den bisherigen Förderangeboten durch weltwärts-Begegnungen? </strong></p> <p>Wir haben es als Organisation aus dem jugendpolitischen Bereich in den letzten Jahren ja vor allem mit dem Programm Internationale Jugendarbeit des Bundesjugendministeriums zu tun gehabt, aus dem wir Gelder für die Förderung einzelner Begegnungsphasen an die Träger weitergeben konnten. Wir betonen in der Beratung der Träger immer sehr, dass es bei von „weltwärts Begegnungen“ geförderten Vorhaben um bis zu zweijährige Partnerschaften geht und nicht nur um die einzelne tolle Begegnung. Ehrlich gesagt, war ich sogar ein wenig enttäuscht, als bekannt wurde, dass das Programm „weltwärts Begegnungen“ heißen soll. Denn aus meiner Sicht würde eigentlich „weltwärts Partnerschaften“ besser passen und deutlicher den Unterschied zu anderen Förderprogrammen hervorheben, der ja erfreulicherweise gegeben ist. Die Tatsache, dass eine aus mehreren Bausteinen und Begegnungen bestehende Partnerschaft mit allen auch zwischen den Begegnungen anfallenden Arbeitsschritten gefördert werden kann, ist aus meiner Sicht sehr hoch einzuschätzen – auch wenn dadurch natürlich die Antragstellung wieder etwas aufwändiger ausfallen muss. Und natürlich ist es sehr zu begrüßen, das für die beiden Arbeitsfelder Jugendarbeit im Sport und Kulturelle Bildung eine das Programm begleitende Beratungsstruktur aufgebaut wurde, die von allen Interessierten aus diesen riesengroßen Arbeitsfeldern unkompliziert in Anspruch genommen werden kann. Denn alle in den letzten Jahren durchgeführten Befragungen von Trägern der Jugendarbeit haben ergeben, dass sie ganz genau das brauchen, um sich auf den Weg der Vorbereitung eines internationalen Austauschs zu machen: Beratung, Begleitung und Qualifizierung. Grenzüberschreitende Begegnungen – und ganz besonders längerfristige Vorhaben mit Partnern aus dem Globalen Süden – sind so komplexe und aufwändige Vorhaben, die Ehren- und Hauptamtliche in kleinen Institutionen und Vereinen mit ihren jungen Menschen vor Ort nicht so einfach aus dem Ärmel schütteln können. Denen greifen wir als BKJ gerne unter die Arme.</p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/grenzueberschreitende-zusammenarbeit-ist-immer-besonders.html</link><pubDate>Thu, 28 Sep 2017 13:32:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/grenzueberschreitende-zusammenarbeit-ist-immer-besonders.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2017/09/Foto_Rolf_Witte_2017_teaser.jpg" length="20118" type="image/jpeg" /></item><item><title>Grün Rockt - Festivals auf dem Weg zur Nachhaltigkeit</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2017/09/P1030949.jpg" title="Foto: Engagement Global" data-lightbox="5c7715">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/e/P1030949-8dec960e.jpg" width="500" height="305" alt="" title="Foto: Engagement Global">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Foto: Engagement Global</figcaption>            </figure>          <p>Ob Musik, Tanz, Sport oder Entspannung - unzählige Festivals locken jährlich Tausende von Besucherinnen und Besucher. Felder und Wiesen verwandeln sich für ein Wochenende in kleine Dörfer und ganze Städte. Geschlafen wird in Zelten oder Wohnmobilen, im eigens aufgebauten Supermarkt eingekauft und vor den Bühnen getanzt und gesungen.</p> <p>Aber wie sieht es nach dem Feiern aus, wenn das Festival zu Ende ist und alle Menschen abgereist sind? Das Bild, das die verlassenen Festival-Gelände hinterlassen ist erschreckend: Berge von Müll und zerstörte Zelte soweit das Auge reicht. Frei nach dem Motto – nach mir die Sintflut. Mehr und mehr Veranstalter wollen darum saubere Festivals, die umweltfreundlich und nachhaltig sind.</p> <p>„Grün Rockt“: Unter diesem Motto führt das Highfield Festival bei Leipzig verschiedene Projekte durch, um auf die Müll-Probleme aufmerksam zu machen: Das beginnt bereits zu Anfang des Festivaks, mit „Grün Reisen“. Empfohlen wird die An- und Abreise mit Bus und Bahn. Der Festival-Shuttlebus von und zum Hauptbahnhof ermöglicht flexibles und umweltschonendes Reisen.</p> <p>Wer es ruhiger und sauberer mag, kann sich für den Zeltbereich „Grüner Wohnen“ anmelden. Zusätzlich gibt es das Angebot „Mein Zelt steht schon“ - also erst gar kein eigenes Zelt mitnehmen, sondern eines mieten. Der Auf- und Abbau ist im Preis inbegriffen. Andernorts gibt es die Möglichkeit, nach dem Festival sein Zelt, Schlafsack und Isomatte für Obdachlose und Flüchtlinge zu spenden.</p> <p>Eine andere Maßnahme ist das Müllpfand: Wer an dem Festival teilnehmen will, zahlt mit dem Ticket ein Müllpfand von 5 Euro. Nach Abgabe eines vollen Müllsacks an den Recyclingstationen bekommt man dieses Pfand zurück. Eine eigene Müllabfuhr und verschiedene Müll-Sammel-Stationen sollen helfen, den Platz sauber zu halten. Das Pfandbecher-System an den Getränkestationen und die Festival App mit weiterführenden Informationen verringern ebenfalls die Produktion von Müll.</p> <p>Und auch der Supermarkt auf dem Festivalgelände kann helfen: Die Idee dahinter ist, Hamsterkäufe zu verhindern, die auf Festivals geschleppt und größtenteils dort liegen gelassen werden. Hier greift auch „Foodsharing – Verwenden statt verschwenden!“: Lebensmittel, die die Gäste nicht mehr mit nach Hause nehmen möchten, werden gesammelt und auf dem Festival verteilt. Alles was übrig bleibt, geht an die örtliche Tafel. „Auch unsere Festivals hinterlassen einen signifikanten ökologischen Fußabdruck. Diesen möchten wir mit unseren ‚Grün Rockt Projekten‘ in erster Linie reduzieren. Gleichzeitig möchten wir für nachhaltige Themen werben und mit den Projekten diese wichtigen Themen attraktiv unter unsere jungen Gäste mischen und somit in die Gesellschaft tragen“, sagt Julia Baer vom Highfield-Veranstaltungsteam.</p>   </div> <h2 class="ce_headline">   Weitere Informationen</h2> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-bottom:30px;">           <a href="http://www.17Ziele.de" class="hyperlink_txt" title="Zur Internetseite der 17 Ziele" rel="" target="_blank">Zur Internetseite der 17 Ziele</a>    </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/gruen-rockt-festivals-auf-dem-weg-zur-nachhaltigkeit.html</link><pubDate>Wed, 20 Sep 2017 11:33:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/gruen-rockt-festivals-auf-dem-weg-zur-nachhaltigkeit.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2017/09/P1030949.jpg" length="50557" type="image/jpeg" /></item><item><title>Fair Play, Respekt und viele Perspektiven</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2017/08/Lisa_te_Boekhorst_IMG_6593.jpg" title="Lisa te Boekhorst. Foto: dsj &#40;Deutsche Sportjugend&#41;" data-lightbox="575e43">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2017/08/Lisa_te_Boekhorst_IMG_6593.jpg" width="500" height="500" alt="Ein Portraitfoto von Lisa te Boekhorst." title="Lisa te Boekhorst. Foto: dsj &#40;Deutsche Sportjugend&#41;">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Lisa te Boekhorst. Foto: dsj (Deutsche Sportjugend)</figcaption>            </figure>          <p><strong>Engagement Global: Wie kann Sport beitragen, die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) bekannter zu machen und Menschen (in Deutschland und in afrikanischen Ländern) zu animieren, sich für die Erreichung der Ziele einzusetzen?</strong></p> <p>Lisa te Boekhorst: Viele der 17 SDGs sind eng mit dem Thema Sport verknüpft. Um einen gesunden Lebensstil zu erhalten ist Bewegung und Sport unerlässlich, aber auch das Thema nachhaltige Städte und Kommunen kann nicht vollständig durchdacht werden ohne sich über Sport- und Freizeitmöglichkeiten in einer Stadt Gedanken zu machen. Hier kann Sport vor allem als inhaltlicher Fokus von Projekten genutzt werden und einen Bezug zum täglichen Leben der Jugendlichen herstellen. Es gibt aber auch weitere Themen, zu denen der Sport einen enormen Beitrag leisten kann. HIV-Aufklärung oder auch Klimaschutz werden inzwischen in einigen Projekten mit Sport verknüpft, um diese Themen spielerisch zu vermitteln und eine gemeinsame vertrauensvolle Gesprächsbasis zu schaffen. Besonders im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung kann der Sport direkt wirken und durch gute Reflektion die Jugendlichen für vielfältige spätere Lebensaufgaben wappnen. Rollenbilder und Gleichberechtigung, aber auch der Umgang mit Konflikten kommen beim gemeinsamen Sporttreiben in geschütztem Rahmen vor und können daher gut aufgegriffen werden. Sport schafft es zu begeistern und regt durch Fair Play zum Perspektivwechseln an. Das sind genau die Eigenschaften, die es braucht, um sich mit den SDGs auseinander zu setzen.</p> <p><strong>EG: Was ist aus Ihrer Sicht besonders zu beachten, wenn junge Menschen für ein entwicklungspolitisches Engagement im Sport gewonnen werden sollen?</strong></p> <p>LtB: Zunächst glaube ich, dass jeder für entwicklungspolitisches Engagement gewonnen werden kann. Je vielfältiger die Gruppe, desto mehr Perspektiven kommen zusammen und desto größer ist der Mehrwert für die Teilnehmenden. In den Begegnungen geht es nicht darum, bestimmtes Wissen zu erlangen, sondern eigene kulturelle Erfahrungen zu machen und Verständnis für andere Sichtweisen und neue Denkansätze zu bekommen. Um eine erfolgreiche Begegnung zu ermöglichen, ist es jedoch entscheidend, dass Trainerinnen und Trainer und Referentinnen und Referenten sensibilisiert und geschult sind für Gruppendynamiken, Fair Play und interkulturelle Aspekte. Andernfalls können sich Stereotype verfestigen und kulturelle Differenzen verstärken. Auch sind an die Gruppen angepasste Zielvorstellungen entscheidend für ein Gelingen der Projekte. Je heterogener die Gruppe ist, desto schwieriger wird es entstehende gruppendynamische Prozesse zu steuern und einen partnerschaftlichen Austausch zu gewährleisten, bei dem die vorgesehenen Ziele erreicht werden. Es ist daher entscheidend, dass sich Träger und Trägerinnen sowie Referenten und Referentinnen im Vorfeld über Ziele und Gruppenzusammensetzung Gedanken machen und diese bewusst auswählen.</p> <p><strong>EG: Welche Erfahrungen aus Ihrer bisherigen Arbeit, insbesondere der internationalen Jugendarbeit, helfen Ihnen bei der Gestaltung dieser Kooperation mit weltwärts-Begegnungen?</strong></p> <p>LtB: Ich habe selbst eine Zeit lang in Südafrika gelebt und dort im Sportentwicklungsbereich gearbeitet. So konnte ich meine eigenen kulturellen Erfahrungen sammeln und die Möglichkeiten aber auch Grenzen des Sports über Ländergrenzen und Kulturen hinweg kennen lernen. Diese Erfahrung hilft enorm dabei, sich in die Projektideen hineinzuversetzen und sensibel einzelne Situationen zu betrachten. Darüber hinaus kenne ich inzwischen aber auch die theoretischen Grundlagen in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit und in der Organisationsentwicklung, sodass ich die verschiedenen Interessensgruppen, die an den Projekten von weltwärts-Begegnungen beteiligt sind, einschätzen und unterstützen kann.</p> <p><strong>EG: Wie sieht aus Ihrer Sicht eine ideale Sport-Jugendbegegnung im Rahmen von weltwärts Begegnungen aus?</strong></p> <p>LtB: Mit enorm viel Power und Begeisterung. Mit Fair Play und Selbstreflektion. Mit lauten Diskussionen und sportlichen Herausforderungen. Mit Solidarisierung unter jungen Menschen und gegenseitigem Respekt. Mit kreativen Ideen und vielen Perspektiven.</p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/fair-play-respekt-und-viele-perspektiven.html</link><pubDate>Wed, 23 Aug 2017 11:13:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/fair-play-respekt-und-viele-perspektiven.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2017/08/Schoenegge_Mira_Nachhaltig_denken_Mosambik_02.jpg" length="17857" type="image/jpeg" /></item><item><title>Gegenseitiges Vertrauen ist wichtig für einen kulturellen Austausch</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/autoren/Jan_Holze.jpg" title="Jan Holze. Foto: dsj &#40;Deutsche Sportjugend&#41;" data-lightbox="735178">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/autoren/Jan_Holze.jpg" width="500" height="500" alt="Ein Portraitfoto von Jan Holze." title="Jan Holze. Foto: dsj &#40;Deutsche Sportjugend&#41;">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Jan Holze. Foto: dsj (Deutsche Sportjugend)</figcaption>            </figure>          <p><strong>Engagement Global: Die Deutsche Sportjugend hat bereits Erfahrungen in der internationalen Jugendarbeit. Was hat Sie überzeugt, eine Kooperation einzugehen mit einer Einrichtung der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit?</strong></p> <p>Jan Holze: Sport kann Menschen auf der ganzen Welt begeistern, ungeachtet ihres sozialen Hintergrunds oder ihrer Sprache. Sport schafft es interkulturelle Brücken zu bauen und eine gemeinsame Kommunikationsebene zu fördern. Diese Fähigkeit ist sowohl in der internationalen Jugendarbeit als auch in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit von großer Bedeutung. Die dsj hat einen großen Arbeitsschwerpunkt in der internationalen Jugendarbeit, zum Beispiel durch langjährige Kooperationen mit Frankreich und Japan, aber auch immer wieder wechselnden Ländern, zum Beispiel im Rahmen der Olympischen Spiele. Auch entwicklungspolitische Arbeit hat Tradition bei der dsj. Seit 1967 engagiert sich die dsj in der deutsch-afrikanischen Zusammenarbeit in unterschiedlichen Feldern, wie beispielsweise der Aus- und Fortbildung von Jugendleitern und Jugendleiterinnen im Sport oder der Organisation von Fachkräfteaustauschen. Durch die Kooperation haben wir die Möglichkeit Sport, internationale Begegnungen und Entwicklungszusammenarbeit noch enger miteinander zu verknüpfen und die Expertise von Engagement Global und dsj zu bündeln.</p> <p><strong>EG: Wo sehen Sie die besonderen Chancen und Herausforderungen, die Kooperation von der dsj und Engagement Global fruchtbar zu machen für die Deutsch-Afrikanische Jugendinitiative (DAJ) oder allgemeiner: für den deutsch-afrikanischen Jugendaustausch?</strong></p> <p>JH: Der organisierte Sport in Deutschland und Sportbegegnungen im Speziellen entwickeln häufig ihre eigenen Dynamiken, Umgangsformen und Herangehensweisen. Die größten Herausforderungen werden sein, die gemeinsamen Ziele trotz unterschiedlicher Kulturen im Blick zu behalten und Perspektivwechsel zuzulassen. Wenn eine gute Zusammenarbeit gelingt, können beide Seiten ihren Horizont erweitern und neue Methoden kennen lernen. Dann wird es auch möglich sein, neue Zielgruppen zu erreichen und vielfältigen deutsch-afrikanischen Jugendaustausch zu gestalten.</p> <p><strong>EG: Welche neuen Möglichkeiten sehen Sie – im Unterschied zu den bisherigen Förderangeboten (nicht nur von Engagement Global) – durch die neue Förderlinie weltwärts-Begegnungen?</strong></p> <p>JH: Bislang waren Begegnungsreisen in afrikanische Länder besonders den Jugendlichen vorbehalten, die entsprechende finanzielle Unterstützung hatten. Auch waren die Reisen aus afrikanischen Ländern häufig nicht finanzierbar, sodass die Begegnungen eine starke Nord-Süd-Perspektive aufwiesen. Durch die neue Förderlinie ist es möglich neue Perspektiven in die Jugendarbeit zu integrieren und partnerschaftliche Projekte, ungeachtet der sozialen und kulturellen Herkunft der Jugendlichen, zu ermöglichen. Ein zweiter Vorteil von weltwärts-Begegnungen ist der inhaltliche Fokus auf die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (United Nations, UN). Durch die Förderlinie werden neue Verknüpfungen zwischen Sport und den UN-Zielen ermöglicht und ein globaler Austausch über diese Ziele gefördert. Neue Zielgruppen werden erreicht und vielfältige Projekte sowie neue Perspektiven ermöglicht.</p> <p><strong>EG: Wo sehen Sie für den Verband Möglichkeiten, der afrikanischen Seite mehr Gewicht zu geben, in den Austauschen allgemein und in den Begegnungsprojekten im Speziellen?</strong></p> <p>JH: Um einen Austausch auf Augenhöhe durchzuführen ist es vor allem entscheidend unvoreingenommen und offen auch neue Methoden und Herangehensweisen zuzulassen. Aus deutscher Sicht sollte vor allem die Frage im Fokus stehen „Was können wir alles von Afrika lernen?“ Für einen offenen Dialog braucht es genügend Sensibilität für kulturelle Unterschiede und gegenseitiges Vertrauen. Auch hier eignet sich der Sport als gemeinsame Grundlage auf hervorragende Art und Weise. Gemeinsames Sporttreiben schafft Begegnungen auf Augenhöhe. Dabei ist es egal ob die Sportler und Sportlerinnen aus Deutschland oder einem afrikanischen Land kommen oder welcher sozialer Herkunft sie sind. Der Deutscher Olympischer Sport Bund (DOSB) und die dsj haben langjährige Erfahrung in internationalen Sportprojekten verschiedenster Art und können auf bestehenden partnerschaftlichen Strukturen aufbauen. Diese Sportbegegnungen auf Augenhöhe schaffen die Möglichkeit, Begegnungen auf Augenhöhe auch in anderen Bereichen außerhalb des Sports zu fördern.</p> <p><strong>EG: Wann ist diese Kooperation von dsj und Engagement Global für Sie erfolgreich?</strong></p> <p>JH: Wenn wir begeisterte Jugendliche und junge Erwachsene aus Deutschland und afrikanischen Ländern haben, die die Welt aus neuen Perspektiven sehen wollen, und die sich für globale Herausforderungen interessieren. Wenn Freundschaften geschlossen werden und auch weiterhin gemeinsames Sporttreiben über soziale, sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg für ein gegenseitiges Verständnis und eine Gemeinschaft sorgt.</p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/gegenseitiges-vertrauen-ist-wichtig-fuer-einen-kulturellen-austausch.html</link><pubDate>Thu, 10 Aug 2017 12:46:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/gegenseitiges-vertrauen-ist-wichtig-fuer-einen-kulturellen-austausch.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2017/13/170810_Teaser.jpg" length="57518" type="image/jpeg" /></item><item><title>One Game. One World.</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/11/Arne_klindt_bhv07_portraet_foto_hinz_db57ef4360.jpg" title="Arne Klindt" data-lightbox="eb2f94">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/11/Arne_klindt_bhv07_portraet_foto_hinz_db57ef4360.jpg" width="500" height="500" alt="Arne Klindt" title="Arne Klindt">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Arne Klindt</figcaption>            </figure>          <p><strong>Engagement Global: Was hat den Anstoß gegeben, dass Sie sich mit einer Kampagne für Migrantinnen und Migranten organisieren wollten? Gab es ein Schlüsselerlebnis?</strong></p> <p>Arne Klindt: Also wenn man ehrlich ist, haben wir uns für das Thema bereits im März 2015 engagiert. Also zu einem Zeitpunkt, wo das Thema Flüchtlinge noch nicht ganz so stark im Fokus stand wie im weiteren Verlauf des Jahres 2015. Denn für uns als Sportverband war die erste Motivation, die Vereine stärker zu öffnen für neue Zielgruppen und damit dazu beitragen, dass wir mehr Kinder und Jugendliche für Tischtennis begeistern.</p> <p><strong>EG: Wie sind denn die Erfahrungen bisher mit den Migrantinnen und Migranten? Was läuft gut, wo benötigen die Vereine noch Unterstützung?</strong></p> <p>AK: Also gut läuft es immer dort, wo Einzelne aktiv werden und einfach anfangen Erfahrungen zu sammeln. Dass jemand sich traut, wirklich die Tür zu öffnen und den Verein für neue Zielgruppen zu öffnen, das ist erstmal das Entscheidende. Diese Leute müssen ermutigt werden, müssen merken, dass andere sie unterstützen und sie sich austauschen können. Dann entsteht eine Dynamik!</p> <p><strong>EG: Und werden Vereine, die sich engagieren möchten, konkret durch die Kampagne unterstützt?</strong></p> <p>AK: Wir haben eine ganze Palette von Unterstützungsleistungen. Natürlich fängt es beim Tischtennis erstmal mit Material an. Wir haben Schlägersets und Tischpakete zusammengestellt, also das was man braucht, um Sport treiben zu können. Darüber hinaus geht es dann n um Qualifizierung. So, dass derjenige, der sich in dem Feld engagiert wirklich weiß, was auch außerhalb des Sportes Hürden sein können, wie er das angehen soll. Und deshalb machen wir zum Beispiel die Ausbildung für Integrationsbotschafter gemeinsam mit Engagement Global.</p> <p><strong>EG: Welche Erwartungen knüpft der Tischtennis-Bund an diese Kooperation mit Engagement Global?   </strong></p> <p>AK: Wir erhoffen uns von dem Partner, dass wir von dem Know How partizipieren können, das Engagement Global im Themenfeld der Entwicklungszusammenarbeit mitbringt. Das ist im Sportverband erstmal so nicht selbstverständlich vorhanden, für uns ist es aber hilfreich, weil sich durch jede dieser Aktionen und Aktivitäten für unsere Verbandsakteure der Horizont weitet und man oft merkt, dass es um Rahmenbedingungen und um Ziele geht, die über den Sport selbst hinausreichen.</p> <p><strong>EG: Jetzt sind wir hier bei der Weltmeisterschaft, wo auch viele Aktivitäten rund um die Kampagne stattfinden. Welchen Eindruck nehmen Sie von hier mit?</strong></p> <p>AK: Das Highlight, das Leben, das am Stand von Engagement Global herrscht, das im gesamten Funkpark herrscht! Und das man jeden Tag wieder erlebt wie viele junge Menschen, Kinder und Jugendliche tischtennisbegeistert sind, wie viele Lehrer vorbei geschaut haben am Tag der Schulen, die das wiederum weitertragen.</p> <p><strong>EG: Eine letzte Frage: Eine wichtige Rolle spielt für Engagement das Thema Nachhaltigkeit. Was bedeutet dieses Thema für den DTTB und gab es für diese WM so etwas wie ein Nachhaltigkeitskonzept?</strong></p> <p>AK: Also wir haben bei dieser WM an mehreren Punkten auf die Nachhaltigkeit geachtet. Zum Beispiel ist das Verkehrskonzept sehr stark auf den öffentlichen Personen- und Nahverkehr ausgerichtet. Auch bei der Zusammenarbeit mit dem Caterer sind solche Dinge wie Müllvermeidung thematisiert worden. Wir müssen uns natürlich ein bisschen nach dem Pflichtenheft der ITTF richten und versuchen aber diese Aspekte verstärkt mit einzubringen.  Und was als nächstes ansteht, was unsere Nachhaltigkeit betrifft: da steht erst einmal im Vordergrund, dass wir die Kontakte, die wir hier für das gemeinsame Thema der Kampagne gewonnen haben, zielgerichtet weiter verfolgen. Ob das Organisationen oder einzelne Personen sind, die eine Zusammenarbeit wünschen oder uns um Unterstützung gebeten haben im Verlauf der Beratungen, die wir hier durchgeführt haben –  da ist jetzt Nachhaltigkeit für die Zukunft gefragt.</p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/one-game-one-world.html</link><pubDate>Wed, 14 Jun 2017 17:12:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/one-game-one-world.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/11/20170529_Talkrunde_Rene-Frampe.jpg" length="17477" type="image/jpeg" /></item><item><title>„Wir werden von den Menschen in Ruanda wahrscheinlich mehr lernen als die von uns!“</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">       <h3>Markus Priester</h3>                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2017/03/170124_Bild_6_Teaser.jpg" width="600" height="366" alt="Die Scchüler stehen in der Küche und kochen zusammen.">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Foto: Mannlich-Realschule Plus in Zweibrücken</figcaption>            </figure>          <p>Im Rahmen ihrer Präsentation am 4. und 5. November 2016 strahlte die Referentin Nina Alff eine unglaubliche Energie aus, sie brannte für die Sache, gestaltete ihre Präsentation lebendig, greifbar, anschaulich, kurzweilig und sehr informativ. Es wurde deutlich, dass nicht die Vermittlung von Fakten und Wissen im Vordergrund stand sondern eine echte Begegnung mit Menschen. Dadurch verloren die unterschiedlichen Vorkenntnisse und Altersgruppen unter den Schülerinnen und Schülern völlig an Bedeutung.</p> <p>Diese Form der Präsentation bedingte ein intuitives und offenes Lernen, welches den Schülerinnen und Schülern die Bereitschaft abverlangte, sich auf etwas Neues einzulassen. Und dies gelang ihr vollkommen. Sie entfachte in der Gruppe durch viele eigene und sehr detaillierte Materialien ein Feuer und lies die Schülerinnen und Schüler autark arbeiten, was auch die Emanzipation in der Gruppe stark förderte. Sie kommentierte die Arbeiten durch konstruktive Kritik, wodurch die Schülerinnen und Schüler regelrechte Expertisen entwickeln konnten und diese durch unterschiedlichste Präsentationsformen darboten.</p> <p>Auch das gemeinsame Kochen und Essen, welches von Frau Alff vorgeschlagen und initiiert worden war, trug zum Gemeinschaftsgefühl außerordentlich bei. Das gemeinsame Zubereiten der ruandischen Rezepte, die gemeinsame Tischkultur und die gemeinsame Übernachtung wirkten verbindend und waren ein wichtiger Baustein für den Gruppenzusammenhalt. Das Bedeutendste, was Frau Alff während ihrer zwei Tage an unserer Schule allerdings gelang, war eine wichtige Einsicht der Schülerinnen und Schüler: „Wir werden von den Menschen in Ruanda wahrscheinlich mehr lernen als die von uns!“ Frau Alff kam sehr authentisch bei der Gruppe an und sorgte durch Hingabe für ihre Arbeit für sehr viel Abwechslung und großes Interesse. Ich bin davon überzeugt, dass jede und jeder Einzelne, auch über die Fahrt nach Ruanda hinaus, stark davon profitieren wird.</p> <p>Dafür ein dickes Dankschön an Sie, liebe Frau Alff.</p>   </div> <h2 class="ce_headline">   Plastiktüten, Holzroller und ruandisches Essen</h2> <div class="ce_text block">       <h3>Benedikt Lainiger, Benedikt Schmelzer, Yannick Gebel, Nico Leiner, Elias Gärtner, Kilian Magold &#40;Schüler der Mannlich-Realschule Plus in Zweibrücken&#41;</h3>                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2017/03/170124-10.17_Bild_5.jpg" width="500" height="305" alt="Die Schüler sitzen auf einer Turnmatte auf dem Boden.">                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Foto: Mannlich-Realschule Plus in Zweibrücken</figcaption>            </figure>          <p>Am Freitag und Samstag den 4. und 5. November 2016 besuchte uns Frau Alff an der Mannlich- Realschule Plus in Zweibrücken, um uns, einer 18-köpfigen Gruppe, die sich im Februar 2017 auf den langen Weg von Deutschland nach Ruanda machen wird, auf diese Fahrt vorzubereiten. Die Gruppe besteht aus 15 Schülerinnen und Schülern, sowie zwei begleitenden Lehrern und einer Lehrerin.</p> <p>Am frühen Freitagnachmittag erklärte uns Frau Alff, dass Ruanda anders sei als viele andere afrikanische Länder, denn sie selbst war schon in mehreren Ländern Afrikas unterwegs und im Einsatz und hat so schon viele Erfahrungen gesammelt. So erzählte sie uns, dass Ruanda – im Gegensatz zu anderen afrikanischen, aber auch nicht-afrikanischen Ländern – sehr sauber und ordentlich sei. In Ruanda seien Plastiktüten mittlerweile verboten, was viele von uns sehr erstaunte, jedoch bei allen von uns sehr schnell auf Zustimmung stieß. Es stellte sich die Frage, warum es so eine Regelung in Deutschland nicht auch gibt.</p> <p>Sie sagte uns auch, dass viele Ruanderinnen und Ruander selbstgebaute Roller aus Holz besitzen, mit denen sie ihre Ernte zu Märkten fahren. Die Lasten, die ein solcher Roller tragen muss, wiegen meist mehrere hundert Kilo. Wir konnten dies in einer von ihr aufgezeichneten Reportage nachvollziehen und waren erstaunt über die Effizienz dieses einfachsten Transportmittels und der wirtschaftlichen und sozialen Bedeutung, die es für dessen Besitzer oder Besitzerin hat. Außerdem erzählte sie, dass Ruanda sehr darauf achte, dass es keine Korruption gibt. Auch das ist sehr außergewöhnlich für Afrika, da in vielen Staaten enorm viel Korruption herrscht. Sie konnte das beeindruckend belegen, da sie schon einmal in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wohnung des Präsidenten untergebracht war und die Einfachheit des Regierungssitzes, sowie das bescheidene Leben des Präsidenten direkt gesehen hat.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2017/03/170124_Bild_9.jpg" width="500" height="305" alt="Mädchen sitzen in einer Gruppe an einem Tisch.">                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Foto: Mannlich-Realschule Plus in Zweibrücken</figcaption>            </figure>          <p>Im Anschluss bildeten wir drei Gruppen und erarbeiten die Themen: „Wirtschaft Ruandas“, „Politik und Menschenrechte“ und „Frauen auf dem Vormarsch“. Nach der anfänglich doch etwas schwierigeren Aufgabe der Gruppeneinteilung ging es ans Arbeiten, was uns innerhalb der verschiedenen Gruppen viel Spaß gemacht hat. Nach und nach wurden die einzelnen Gruppen fertig und man machte sich daran, das gemeinsame Essen zuzubereiten. Auf dem Speiseplan standen zwei ruandische Gerichte nach original ruandischem Rezept. Nach dem gemeinsamen Abendessen mit Frau Alff bauten wir unser Nachtlager in der benachbarten Turnhalle auf und gingen erst später schlafen.</p> <p>Nach einem stärkenden Frühstück ging es am Samstag in die Endphase unseres gemeinsamen Wochenendes mit Frau Alff. Nun trug jede Gruppe ihren Themenbereich vor und es wurde sowohl intern als auch mit den anderen Gruppen viel diskutiert und viele Ideen mit eingebracht. Die ganze Präsentation haben wir aufgezeichnet, um sie an unserem Weihnachtsbasar und „Tag der offenen Tür“ im Rahmen der Vorstellung unseres Projektes mit präsentieren zu können. Zum Abschluss zeigte uns Frau Alff Bilder aus Ruanda, die sie unter anderem selbst fotografiert hatte, um uns auf die Zeit in Ruanda und das Land einzustimmen und um uns zu zeigen, was uns in Ruanda alles erwartet. Wir danken Frau Alff für die vielen neuen Informationen und Eindrücke, die wir in diesen beiden Tagen von ihr bekommen haben.</p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/wir-werden-von-den-menschen-in-ruanda-wahrscheinlich-mehr-lernen-als-die-von-uns.html</link><pubDate>Wed, 15 Mar 2017 17:05:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/wir-werden-von-den-menschen-in-ruanda-wahrscheinlich-mehr-lernen-als-die-von-uns.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2017/03/170124_Bild_4_Teaser.jpg" length="49925" type="image/jpeg" /></item><item><title>Differenziertes Ruanda-Bild durch eigene Erfahrungen und vielfältige Methoden</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">       <h3>Rudolf Fischer</h3>                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2017/03/170124_Bild_7.jpg" width="500" height="305" alt="Mädchen sitzen mit einem Laptop auf dem Boden.">                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Foto: Mannlich-Realschule Plus in Zweibrücken</figcaption>            </figure>          <p>Nachdem ich die 15 interessierten, aufgeschlossenen und bereits durch Aktionen in der Schule über Ruanda vorinformierten jungen Leute kennengelernt hatte, vereinbarte ich mit deren Lehrer Markus Priester drei Veranstaltungen jeweils donnerstags nach Unterrichtsende. In unterschiedlichen Formaten und mithilfe von Filmen, Bildern und meinen eigenen Veröffentlichungen erarbeiteten wir gemeinsam verschiedene Themen, die den Schülerinnen und Schülern einen mehrperspektivischen Blick auf das afrikanische Land eröffnen sollten.</p> <p>Auf den Vorkenntnissen der Schüler aufbauend begann ich in einer ersten Veranstaltung damit, geographische, historische, soziale, regionale und globale Bedingungen der Entwicklung und Unterentwicklung des rheinland-pfälzischen Partnerlandes aufzuzeigen. Da ich mich seit 30 Jahren mit Ruanda beschäftige, ein Jahrzehnt dort gelebt und gearbeitet habe und letztes Jahr bei zwei Besuchen durchs Land gereist bin, konnte ich meinen Vortrag durch eigene Bilder mit vielen persönlichen Erlebnissen und Erfahrungsberichten illustrieren. Viele Informationen aus dem Film „Kwibuka – ein afrikanischer Traum“, die Ruanda als Musterland für Entwicklung und Wachstum zeigen, wurden aufgegriffen und reflektiert. Bis zum Schluss hatte ich sehr aufmerksame Zuhörerinnen und Zuhörer. In der anschließenden Diskussion hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, Fragen zu meinen Erfahrungen sowie zu ihren eigenen Erwartungen und Wünschen für die geplante Reise zu stellen. Sie bestätigten, dass der Vortrag „ihre Sicht auf Ruanda verändert habe und ihnen Zusammenhänge klarer wurden“. Ihr Bild von Ruanda „sei viel differenzierter geworden“.</p> <p>Im zweiten Termin setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Völkermord in Ruanda 1994 auseinander. Als Einstieg und Vorbereitung sensibilisierte der Film „Hotel Ruanda“ für das Thema. Im anschließenden Workshop stellte ich eine Verbindung zwischen der Tragödie mit dem sehr aktuellen Thema Flucht und Vertreibung her. In Kleingruppen arbeiteten die Jugendlichen an drei Lernstationen und präsentierten ihre Ergebnisse den anderen. Eine Gruppe verdeutlichte sich anhand des Afrika-Puzzles die Größenverhältnisse der afrikanischen Länder und näherte sich mit Lernkarten dem Ausmaß der Fluchtproblematik in Afrika an, das heute als „der Kontinent der Flüchtlingslager" gilt. In den anderen beiden Lernstationen wurde mit Karten, Fotos und Infotafeln zu den Flucht- und Vertreibungsbewegungen von Ruanda einerseits und zu Ruanda als Asylland für burundische und kongolesische Geflüchtete andererseits gearbeitet. Da ich vor, während und nach dem Völkermord in Ruanda gelebt und selbst zweimal das Land verlassen musste, konnte ich hier auf viele eigene Erfahrungen zurückgreifen. Die Schülerinnen und Schüler interessierten sich vor allem für Zeugnisse und Denkmäler des Völkermordes, die sie bei der Reise in Ruanda besuchen wollten.</p> <p>Da ich die ersten Jahre meines Aufenthaltes in Ruanda als pädagogischer Berater im Schulministerium bei der Umsetzung einer Schulreform mitgearbeitet habe, konnte ich in das nächste Thema „Entwicklung durch Bildung. Das ruandische Bildungswesen im Wandel“ besonders viele persönliche Eindrücke einbringen. In einer Präsentation zeigte ich die Entwicklung des Bildungswesens von den Missionsschulen und dem Schulsystem der Kolonialzeit über eine stärkere Berücksichtigung der Bedürfnisse der überwiegend ländlichen Bevölkerung nach der Unabhängigkeit bis hin zu einer modernen, zukunftsfähigen schulischen Ausbildung. Im Anschluss diskutierten wir über die Einordnung im aktuellen Bildungssystem der Partnerschule Centre Scolaire Vumbi im Süden des Landes, die ja Hauptziel der Reise ist und zu der die Mannlich-Realschule regelmäßigen Kontakt halt. Nicht zuletzt wünschten sich die Jugendlichen diesbezüglich auch Tipps für Verhaltensweisen und Formen der sprachlichen Verständigung in Ruanda und in der Schule.</p>   </div> <h2 class="ce_headline">   Vorbereitung auf besondere und umfangreiche Weise</h2> <div class="ce_text block">       <h3>Cornelia Müller &#40;Lehrerin der Mannlich-Realschule Plus in Zweibrücken&#41;</h3>             <p>Der ehemalige Leiter des Partnerschaftsbüros und pädagogischer Berater des Schulministeriums in Kigali, Herr Rudolf Fischer, unterstützte im September 2016 unsere Vorbereitungen für den Besuch bei unserer Partnerschule in Ruanda. Die Veranstaltungen wurden in drei Blöcke gegliedert und durch zwei Filme in Eigenregie ergänzt.</p> <p>Herr Fischer hat uns auf unseren Besuch in Ruanda umfangreich und auf besondere Weise vorbereitet. Seine Veranstaltungen waren nicht nur auf das Vermitteln von reinen Informationen ausgelegt sondern ebenfalls auf das Weitergeben seiner umfangreichen persönlichen Erfahrungen. Seine Berichte waren dadurch lebendig, direkt und haben begeistert. Auch die zahlreichen mitgebrachten Materialien (wie z.B. das Afrika-Puzzle) leisteten einen Beitrag dazu, die Informationen anschaulich zu vermitteln. Filme und private Fotos waren sehr gewinnbringend.</p> <p>Die Schülerinnen und Schüler waren verwundert über die aktuellen Flüchtlingsströme in Afrika. Im Vergleich zu Europa bewirkte dies eine Veränderung der Sicht auf unsere politische Situation. Ebenfalls verstand es Herr Fischer, historisches Verständnis aufzubauen, indem er durch Verknüpfungen den geschichtlichen Hintergrund anschaulich darstellte. Weiterhin wurden die Schülerinnen und Schüler durch die Ausführungen über das „Hassradio“ sensibilisiert darüber, welche Macht Medien besitzen und was sie alles anrichten können.</p> <p>Besonders ergriffen und mitgenommen waren die Schülerinnen und Schüler von den persönlichen Erfahrungen des Referenten durch seinen Aufenthalt während des Genozids in Ruanda. Man hatte den Eindruck, man wäre selbst dabei gewesen, man konnte das Entsetzen spüren und bekam eine eindrucksvolle Vorstellung davon, was Zivilcourage bedeutet.</p>         </div> <h2 class="ce_headline">   Chancen und Probleme eines „Vorzeigelandes“</h2> <div class="ce_text block">       <h3>Julia von Schrader, Hanna Agne, Lucie Kalsch, Marie Rothhaar &#40;Schülerinnen der Mannlich-Realschule Plus in Zweibrücken&#41;</h3>             <p>In drei Veranstaltungen, die donnerstags an unserer Schule in Zweibrücken stattfanden, bekamen wir tiefe und spannende Eindrücke in die Tragödie, das Bildungswesen, die Chancen und Probleme des Landes Ruanda, welches im Herzen Afrikas liegt.</p> <p>Herr Fischer zeigte uns am viele Bilder, die er selbst gemacht hat. Ruanda ist das Vorzeigeland in der Entwicklung. Wir vertieften unsere Kenntnisse über den sogenannten Bauboom in Kigali (Hauptstadt des Landes), die vielen Aktivitäten im Bereich erneuerbarer Energien, den Ausbau der IT-Branche und die Stellung der Frau. Frauen sind sehr präsent in der Politik und Wirtschaft des Landes.</p> <p>Jedoch haben wir auch die negativen Seiten der Entwicklung angesprochen. Zum Beispiel die weit geöffnete Schere zwischen den Armen und den Reichen, die Einschränkung der Pressefreiheit und die Unterdrückung einer Opposition. All dies änderte unsere Sicht auf Ruanda.</p> <p>Am nächsten Termin mit Herrn Fischer beschäftigten wir uns mit einem sehr berührenden und schockierenden Thema: dem Genozid in Ruanda. Es gab drei Lernstationen, die wir in Gruppen bearbeiten sollten und anschließend vorstellten. Wir erfuhren, dass viele Leute aus Ruanda in der Zeit von 1990-1996 auf der Flucht waren, dass viele Menschen heute Zuflucht in Ruanda suchen und wie viele und wie große Flüchtlingsströme in Afrika selbst in Bewegung sind. So haben wir begreifen können, dass Europa nicht am meisten von der „Flüchtlingskrise“ betroffen ist.</p> <p>Unser Schwerpunkt lag jedoch auf der Flucht und Vertreibung der Leute aus Ruanda während des Genozids. Herr Fischer konnte uns spannende und ergreifende Eindrücke aus seiner eigenen Erfahrung und seinen direkten persönlichen Erlebnissen geben und dies anhand von Bildern verdeutlichen. Die Medien hatten zu dieser grausamen Zeit sehr viel Macht und der Rassismus war groß. Sehr beeindruckend war für uns auch, zu erfahren, welche Rolle die Propaganda im Rundfunk in der damaligen Situation gespielt hat und wie leicht es gewesen wäre, durch gezielte Einflussnahme, z.B. seitens der Vereinten Nationen, schon allein durch die Verhinderung dieser Hassbotschaften (etwa durch Störsender) Schlimmeres zu verhindern.</p> <p>Das ruandische Bildungswesen haben wir im letzten Workshop besprochen. Seit 20 Jahren erlebt Ruanda einen starken Wandel im Bildungssystem. Vor allem Hoch- und Sekundarschulen wurden, beziehungsweise werden, gebaut. Auch in den ländlichen Gegenden geschieht dies. Somit hat sich auch die Zahl der Kinder, die eine Schule besuchen können, stark nach oben hin verbessert. Computer sind ebenfalls in den Unterricht integriert. Ruanda hat eines der besten Handynetze auf der Welt und in den mittlerweile ca. 300 Autobussen in der Hauptstadt Kigali haben alle freies WLAN – man möchte, dass vor allem die jungen Menschen an der Entwicklung der digitalen Kommunikationsmittel teilhaben können. Die Kinder lernen Französisch und Englisch. Sogar für behinderte Kinder gibt es Schulen und Lehrkräfte und Integratives Lernen ist in Ruanda etwas ganz Normales.</p> <p>Durch Herrn Fischer konnten wir sehr viele neue Eindrücke und Kenntnisse über Ruanda gewinnen. Dank ihm und seiner Vorträge und auf der Basis seiner persönlichen Erfahrungen und Tipps, fühlen wir uns bestens vorbereitet und freuen uns auf die Reise und die Erlebnisse, die wir dort haben werden und vor allem darauf, endlich selbst eigene Erfahrungen sammeln zu können.</p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/differenziertes-ruanda-bild-durch-eigene-erfahrungen-und-vielfaeltige-methoden.html</link><pubDate>Wed, 15 Mar 2017 16:06:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/differenziertes-ruanda-bild-durch-eigene-erfahrungen-und-vielfaeltige-methoden.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2017/03/170124_Bild_7.jpg" length="32709" type="image/jpeg" /></item><item><title>BtE-Workshop zeigt innere Bilder und Stereotype auf</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2017/03/170124-10.16_Bild_3.jpg" width="500" height="305" alt="Die Schüler sitzen mit der Referentin Melanie Malter-Gnanou in einem Stuhlkreis.">                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Foto: Mannlich-Realschule Plus in Zweibrücken</figcaption>            </figure>          <p>„Was glaubt ihr welche Werte sind Menschen in Ruanda besonders wichtig?“ „Welche Werte sind Menschen in Deutschland wichtig?“ Das sind Fragen, die ich den Schülerinnen und Schülern stelle und schon beginnt die Diskussion unter ihnen: „Ehrlichkeit und Pünktlichkeit sind in Deutschland wichtig“, meint eine Schülerin, um direkt von einer anderen Schülerin unterbrochen zu werden: „Quatsch, ich sage nie ehrlich, ob mir das Outfit einer Freundin gefällt, weil ich sie nicht verletzen möchte!“</p> <p>Im Globalen Lernen kommt es viel auf Perspektivenwechsel an und das erfahren die Schülerinnen und Schüler anhand eines „Karten-Spiels“ mit unterschiedlichen und vor allem unbekannten Regeln je Kleingruppe sowie wechselnder Gruppenzusammensetzung. „Ich habe mich ausgeschlossen und dumm gefühlt, weil ich die Regeln nicht wusste – es hätte mir geholfen, wenn mir jemand die Regeln erklärt hätte...“, sagt ein Schüler nachdem das Bildungsmodul eine halbe Stunde gelaufen ist. „Ich habe es kaum ausgehalten mitanzusehen, dass ein Teilnehmer unserer Gruppe die Regeln nicht korrekt angewandt hat“, ereifert sich ein Lehrer, bevor er erfahren hat, dass die unterschiedlichen Regeln genau den Sinn des Spiels ausgemacht hatten.</p> <p>Anhand einer Karikatur dürfen die Teilnehmenden sich dann eine kleine Geschichte ausdenken – und das führt ganz schnell in eine heftige Diskussion über Rassismen in unseren Köpfen. Wie voreingenommen sind wir gegenüber Menschen, die anders aussehen, sich anders verhalten oder anders lieben, als wir es als „der Norm entsprechend“ kennen? Wie gehen wir mit Vielfalt und Einzigartigkeit um? Wo ist der Unterschied zwischen Aussagen wie „die Afrikaner sind so und so…“ und „die Pfälzer mögen gerne das und das…“ oder „meine ruandische Austauschschülerin aus der Stadt … im Westen des Landes … ist gerne pünktlich, weil…“? Wie sehr kreieren wir auch Bilder und geben diese an andere weiter, wenn wir zum Beispiel von unserem Aufenthalt in Ruanda zurückkommen?</p> <p>Am Ende des Nachmittags waren einige sehr nachdenklich und spürten, dass interkultureller Austausch auch Arbeit an der eigenen Person bedeuten kann, dass Perspektivenwechsel sehr hilfreich ist, um eigene Denkschemata zu verändern und dass wir Menschen doch eigentlich alle sehr ähnlich und doch einzigartig sind!</p>   </div> <h2 class="ce_headline">   Perspektivenwechsel mit der BtE-Referentin Melanie Malter-Gnanou</h2> <div class="ce_text block">       <h3>Peter Hoffmann &#40;Lehrer an der Mannlich-Realschule Plus in Zweibrücken&#41;</h3>                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2017/03/170124_Bild_1.jpg" width="500" height="305" alt="Die Schüler sitzen mit der Referentin Melanie Malter-Gnanou in einem Stuhlkreis.">                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Foto: Mannlich-Realschule Plus in Zweibrücken</figcaption>            </figure>          <p>Eine Begegnung ganz besonderer Art hatte unsere Gruppe am Donnerstag, den 29. September 2016, beim Besuch der Referentin Melanie Malter-Gnanou. Überzeugend war schon ihre Anreise: Sie war mit der Bahn nach Zweibrücken gekommen und dann mit dem Fahrrad die drei Kilometer zu unserer Schule geradelt – gelebte Nachhaltigkeit. Frau Malter-Gnanou eröffnete ihren Nachmittag mit einer Reflexion darüber, was uns bzw. den Menschen in Ruanda wichtig sein könnte. Die anscheinend simple Fragestellung sorgte schon zu Beginn für reichlich Verwirrung, da in der geschäftigen Diskussion schnell klar wurde, dass scheinbar naheliegende Antworten hier gar nicht so eindeutig zu finden sind.</p> <p>Die Grundlage für einen geschickt angelegten Perspektivenwechsel war gelegt – aber den Teilnehmenden noch nicht bewusst. Weiter ging es mit einer auch wieder simpel scheinenden Gruppenarbeit: Alle spielten „Mau Mau“, mit der Anweisung nach dem Lesen der Spielanweisungen nicht mehr miteinander reden zu dürfen. Interessant wurde das Ganze, als jeweils die Gewinnerin bzw. der Gewinner der ersten Runde die Gruppe wechselte und die zweite Runde an einem anderen Tisch spielte. Erst begriff niemand, wie es zu der allgemeinen Verwirrung gekommen war – irgendetwas war in allen Runden „irgendwie komisch“. Erst bei der anschließenden Reflexion wurde allmählich klar, dass an jedem Tisch andere Spielregeln galten. Da man sich nur über Körpersprache verständigen durfte, war zwar allen aufgefallen, dass irgendetwas nicht stimmte, aber eine Lösung des Problems war keiner Gruppe gelungen. Es war frappierend zu merken, wie man selber auf den simplen Trick hereingefallen war und gleichzeitig zu spüren, wie bedeutend letztlich Gestik, Mimik und Körpersprache sind. Intuitiv wurde allen klar, wie sekundär eigentlich die Sprache als Kommunikationsmedium wird, wenn man sich in einem Raum mit anderen Regeln befindet. Im Anschluss stellte Frau Malter-Gnanou die Frage: „Sagst du den anderen immer offen, was du denkst?“ Dabei kam es seitens der Schüler und Schülerinnen zu teils befreiend aufrichtigen Bekenntnissen auch sehr persönlicher und vertrauensvoller Details.</p> <p>Die Teilnehmenden spürten die übersprühende und begeisternde Intensität, mit der ihre Dozentin präsent war. Der kurzweilige, durch eine sehr hohe Schülerinnen- und Schüleraktivität und perfekt impulsgesteuerte Nachmittag war viel zu schnell zu Ende. Perfekter kann man die Neugier auf die Begegnung mit anderen Menschen und einer fremden Kultur mit dem gleichzeitig selbstkritischen Blick auf eigene eingefahrene Denkmuster nicht stimulieren.</p> <p>Danke für diese beeindruckende Begegnung.</p>   </div> <h2 class="ce_headline">   „Jeder Mensch ist einzigartig und doch gleich!“</h2> <div class="ce_text block">       <h3>Sophia Dreller, Sophia Nendza, Inken Schuba, Josephine Lelle, Cyane Freer &#40;Schülerinnen an der Mannlich-Realschule Plus in Zweibrücken&#41;</h3>                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2017/03/170124_Bild_2.jpg" width="500" height="305" alt="Die Schüler sitzen mit der Referentin Melanie Malter-Gnanou in einem Stuhlkreis.">                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Foto: Mannlich-Realschule Plus in Zweibrücken</figcaption>            </figure>          <p>Am Anfang des Nachmittags gab es erst einmal eine kleine Vorstellungsrunde, wo wir als Schülerinnen und Schüler gefragt wurden, was aus unserer Sicht den Menschen in Ruanda sowie uns hier in Deutschland wichtig sei. Direkt begann eine Diskussionsrunde, in der wir unsere unterschiedlichen Meinungen äußern konnten und schnell merkten wir, dass jede und jeder anders zu dem Thema steht. Mit Hilfe eines Karten-Spiels lernten wir etwas über den Perspektivenwechsel, der bei so einer Reise in ein fremdes Land wichtig ist. Bei dem Spiel wurden wir in mehrere Kleingruppen aufgeteilt mit jeweils demselben Kartenspiel („Mau Mau“), aber jeweils anderen Regeln. Ab Spielbeginn durften wir dann nicht mehr reden und mussten mit Hilfe von Gesten versuchen, uns zu verständigen. Zwischendrin wurden die Gruppen getauscht, sodass es in jeder Gruppe einen Spieler oder eine Spielerin gab, die zuvor andere Regeln hatte. Da wir aber nicht reden durften, war es schwer, sich in der Gruppe zurechtzufinden.</p> <p>Anschließend haben wir darüber gesprochen, wie wir uns gefühlt haben. „Ich habe mich ausgeschlossen und dumm gefühlt, weil ich die Regeln nicht wusste. Es hätte geholfen, wenn mir jemand die Regeln erklärt hätte“, war ein allgemeines Fazit. Durch dieses Spiel haben wir gemerkt, wie es ist, wenn man in eine völlig neue Umgebung kommt, in der man sich nicht zurechtfindet und wie sehr man auf die Hilfe anderer angewiesen ist.</p> <p>Später bekam jeder von uns ein Blatt mit derselben Karikatur, zu der wir uns selbst eine Geschichte ausdenken sollten. Das führte schnell zu einer Diskussion über Rassismus, weil jeder etwas anderes in die Karikatur hineininterpretierte. Wir merkten schnell, dass wir voreingenommen sind gegenüber Menschen anderer Kulturen und Hautfarbe und fragten uns, wie wir am besten mit der Vielfalt und der Einzigartigkeit jedes Menschen umgehen sollten. Wir sind gespannt, ob sich dieses Denken ändert, wenn wir aus Ruanda zurückkommen. Der Perspektivenwechsel hat uns gezeigt, dass man sich mit der eigenen Person auseinandersetzen sollte, um sein Denkschema zu ändern. Jeder Mensch ist einzigartig und doch gleich! Auf jeden Fall hat uns dieser Nachmittag sehr viel Spaß gemacht und am Schluss bekamen wir sogar alle eine kleine Tüte mit original afrikanischen Teeblättern.</p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/bte-workshop-zeigt-innere-bilder-und-stereotype-auf.html</link><pubDate>Wed, 15 Mar 2017 16:05:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/bte-workshop-zeigt-innere-bilder-und-stereotype-auf.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2017/03/170124-10.16_Bild_3.jpg" length="44124" type="image/jpeg" /></item><item><title>Reisevorbereitungen mit Kopf, Herz und Hand</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/7/170124_Teaser-Bild_Foto_Anja_Lehmann-6dc90167.jpg" width="500" height="305" alt="Moderationskarten auf einem Plakat.">                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Foto: Anja Lehmann</figcaption>            </figure>          <p>Die nun fast 30 Jahre andauernde Schulpartnerschaft und der anstehende Besuch in Ruanda im Februar 2017 sollen bei den Jugendlichen das Bewusstsein für eine gemeinsame gesellschaftliche Verantwortung sowie ihre interkulturelle Kompetenz stärken. Eine fundierte Vor- und Nachbereitung ist für die Mannlich-Realschule dafür besonders wichtig und wird von den Verbindungslehrern Markus Priester, Peter Hoffmann und der Verbindungslehrerin Cornelia Müller intensiv vorangetrieben. In Arbeitsgruppen mit eingeladenen Expertinnen und Experten, ruandischen Studierenden sowie Bildungsreferentinnen und -referenten aus dem Programm Bildung trifft Entwicklung (BtE) werden im Vorfeld verschiedene Schwerpunkte rund um Ruanda fokussiert. Im Anschluss werden die Schülerinnen und Schüler ihre Erfahrungen in Ausstellungen und Präsentationen aufarbeiten sowie reflektieren. So können sie als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ihre Erfahrungen und das erworbene Wissen an die gesamte Schule und darüber hinaus weitergeben.</p>   </div> <div class="ce_text block">             <p>In den folgenden Wochen geben die Beteiligten hier im Blog von Engagement Global Einblicke in die Vorbereitungsworkshops mit den BtE-Referentinnen und -Referenten. Einerseits kommen ein Referent und eine Referentin selbst zu Wort, andererseits teilen auch die betreuenden Lehrkräfte der Mannlich-Realschule Plus sowie die Schülerinnen und Schüler Ihre Erfahrungen.</p> <p>Wir laden Sie ein, sich mit uns auf diesen kleinen Exkurs zu begeben, um zu entdecken, wie Bildungsveranstaltungen mit BtE aussehen können und wahrgenommen werden. Lesen Sie, welche Fragen die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld ihrer Reise am meisten beschäftigen. Bekommen Sie einen Eindruck davon, wie die BtE-Referentinnen und Referenten stereotype Bilder in den Köpfen aufbrechen. Lassen Sie sich, wie die Lehrenden der Schule, von den Spielen zu interkultureller Kommunikation inspirieren.</p>         </div> <h2 class="ce_headline">   Weitere Informationen</h2> <div class="ce_text block">             <p>Möchten Sie mehr über das Programm Bildung trifft Entwicklung erfahren oder auch selbst Referentinnen/Referenten einladen? Dann besuchen Sie unsere Webseite.</p>         </div> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-top:10px; margin-bottom:30px;">           <a href="http://www.bildung-trifft-entwicklung.de" class="hyperlink_txt" title="Zur Internetseite von BtE" rel="" target="_blank">Zur Internetseite von BtE</a>    </div> <div class="ce_text block">             <p>Weitere Informationen zur Mannlich-Realschule Plus in Zweibrücken und zur Schulpartnerschaft, ebenso wie aktuelles Brief- und Bildmaterial von den gemeinsamen Aktivitäten finden Sie auf der Internetseite.</p>         </div> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-top:10px; margin-bottom:30px;">           <a href="http://mannlich-rs.de/" class="hyperlink_txt" title="Zur Internetseite der Mannlich-Realschule Plus in Zweibrücken" rel="" target="_blank">Zur Internetseite der Mannlich-Realschule Plus in Zweibrücken</a>    </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/reisevorbereitungen-mit-kopf-herz-und-hand.html</link><pubDate>Wed, 15 Mar 2017 15:07:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/reisevorbereitungen-mit-kopf-herz-und-hand.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2017/03/170124_Teaser-Bild_Foto_Anja_Lehmann.jpg" length="31802" type="image/jpeg" /></item><item><title>Ein etwas anderer Seminareinblick</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/c/IMG_0285-dfabacfc.jpg" width="500" height="305" alt="">                   </figure>          <p>30 Seminarteilnehmende streunen im Wald hinter dem Seminarhaus auf der Suche nach Gegenständen umher. Doch was hat der aufgehobene Tannenzapfen eigentlich mit unserem Seminarthema zu tun, der „Kunst des guten Zusammenlebens“? Erstmal dient er mir dazu, bei der Vorstellungsrunde in der Kleingruppe eine Brücke zwischen meinen Ideen zum Thema und meiner Person zu schlagen.</p> <p>Genau wie diese Einstiegsübung erwarten uns an diesem Seminarwochenende viele Zugänge zur Kunst des guten Zusammenlebens. Es soll um Commons, Tiefenökologie, Buen Vivir und die Mentalen Infrastrukturen von Wachstum gehen. Während des Wochenendes werden wir in Offenheit und Bereitschaft zur Reflexion ge- und überfordert. Doch wozu das ganze? Was hat das mit der entwicklungspolitischen Bildung zu tun? Keine direkten Antworten auf Fragen zu finden, ist ungewohnt. Die Workshops geben uns allerdings Impulse für mehr Orientierung auf dem Weg zum „Guten Zusammenleben“: Bei den Mentalen Infrastrukturen des Wachstums geht es um unsere Vorstellungen und Routinen, dem Wunsch nach „Mehr“, „Besser“, „Schneller“ und den Fragen, wie wir damit auf der Welt (weiter) leben können oder wollen. Der Buen Vivir- Workshop liefert Kritiken am Entwicklungsbegriff und zeigt das Konzept des Buen Vivir als Lebensalternative auf. Die Tiefenökologie beschäftigt sich mit Verbindungen zu allen Lebensformen auf der Erde und setzt sich mit unseren Kapazitätsgrenzen auseinander, wie zum Beispiel in Bezug auf das Klima oder auf Wachstum.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">             <p>Der Workshop, den ich besuche, beschäftigt sich mit dem Thema Commons. Commons sind Ressourcen, die allen gehören und von mehreren genutzt werden (müssen). Dieses Konzept findet sich auf allen Erdteilen, Beispiele sind Wikipedia oder auch Orte wie Strände oder Wälder. Ein weiteres Beispiel aus Venezuela haben wir länger betrachtet: Der selbstgegründete Kooperativenverband „CECOSESOLA - Auf dem Weg“, der aus Not(wendigkeit) einen Bestattungsservice, eine Lebensmittelversorgung und ein Krankenhaus ins Leben gerufen hat. Die Kooperative besteht aus 300 Menschen, die alle Entscheidungen gemeinsam in nicht moderierten Sitzungen fällen. Es wird solange diskutiert, bis eine einvernehmliche Lösung gefunden ist. Für uns Workshopteilnehmende ist das erstmal unvorstellbar. Die Kooperative erreicht ständig neu gesteckte Ziele. So ist das Projekt der Lebensmittelversorgung aktuell am wichtigsten. Die Produkte werden zum Kilopreis verkauft, alles trägt den gleichen Preis (ein Kilo Kürbis kostet ebenso viel wie ein Kilo Bohnen). Erwirtschaftetes Plus wird in weitere Gemeinschaftsprojekte investiert. Jede Person in der Kooperative bekleidet im Wechsel eine andere Funktion, in der einen Woche bei der Ernte, in der nächsten an der Kasse. Dieser soziale Prozess im Sinne von gemeinsamen Regeln und gemeinsamer Verantwortung bedeutet „commoning“ und beeindruckt uns am meisten.</p> <p>Abends spielen wir gemeinsam Theater. Wir lernen unsere Perspektiven auf Herausforderungen zu überdenken oder zu verrücken. Das ist auch für Engagierte und Erfahrene keine leichte Übung. Während des Seminars begeben wir uns in teils unbekannte Strukturen und selbstbestimmte Lernprozesse, die durch verschiedene Methoden begleitet werden. Wir sind gefordert, Initiative zu ergreifen, um Themen weiterzudenken, Fragen zu stellen und Antworten zu finden.</p> <p>Nach einem Reflexionsspaziergang mit drei weiteren Teilnehmenden stellen wir fest, dass wir alle nur wenig vom Wald wissen und dadurch auch keinen Bezug zur (Aus-)Nutzung seiner Ressourcen haben. Der Tannenzapfen ist also ein Anfang, meinem Bezug zum Wald wieder einen Namen geben zu können und Symbol dafür, was uns an Gutem Leben umgibt, das wir wahren sollten.</p>         </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Johanna Tückmantel</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/johanna-tueckmantel.html">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/autoren/180321_Autoren_Platzhalter.jpg" width="500" height="500" alt="">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Johanna Tückmantel</figcaption>            </figure>          <p>Johanna Tückmantel arbeitet als Koordinatorin für das Seminarprogramm des Programms Bildung trifft Entwicklung (BtE). Hier ist sie auch zuständig für Vorschläge neuer Themen zur Qualifizierung und Weiterbildung. Mit ganz persönlichen „Kopf, Herz und Hand-Erfahrungen“ erschloss sich ihr das praktische Globale Lernen in verschiedenen Situationen und Erlebnissen im Globalen Süden und -Norden.</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/johanna-tueckmantel.html" title="Read the article: Johanna Tückmantel" class="more">Read more<span class="invisible"> Johanna Tückmantel</span></a> </div> </div> </div> <h2 class="ce_headline">   Weitere Informationen</h2> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-top:10px; margin-bottom:30px;">           <a href="https://www.youtube.com/watch?v=iM0ti-5Rh7E" class="hyperlink_txt" title="Zum Kurzvideo über die venezolanische Kooperative CECOSESOLA" rel="" target="_blank">Zum Kurzvideo über die venezolanische Kooperative CECOSESOLA</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-top:10px; margin-bottom:30px;">           <a href="http://www.bildung-trifft-entwicklung.de/das-seminarprogramm.html" class="hyperlink_txt" title="Zum Seminarprogramm 2017 von Bildung trifft Entwicklung / Engagement Global" rel="" target="_blank">Zum Seminarprogramm 2017 von Bildung trifft Entwicklung / Engagement Global</a>    </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/ein-etwas-anderer-seminareinblick.html</link><pubDate>Tue, 24 Jan 2017 10:35:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/ein-etwas-anderer-seminareinblick.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2017/01/IMG_0285.JPG" length="23286" type="image/jpeg" /></item><item><title>Musik und Spiele - wie in Chile</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/10/20161123_0906_Anlage_2-2015-07-17_06_06_31.jpg" width="600" height="300" alt="Kinder und Erwachsene sitzen im Stuhlkreis." title="Foto: Anke Murdfield">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Foto: Anke Murdfield</figcaption>            </figure>          <p>Eduardo Cisternas ist chilenischer Gitarrist und Liedermacher mit langjähriger Erfahrung in der soziokulturellen Basisarbeit in Armenvierteln Chiles. Michaela Weyand ist Sozialarbeiterin und Musiktherapeutin (M.A.). Gemeinsam haben sie während eines zehnjährigen Fachdienstes für Entwicklungszusammenarbeit von EIRENE das Projekt „Escuela Popular de Artes“, eine soziale Musik- und Kunstschule am Stadtrand von Viña del Mar in Zentralchile aufgebaut. Seit 2007 leben sie wieder in Deutschland und sind seit 2008 als Referent und Referentin für Globales Lernen im Programm „Bildung trifft Entwicklung“ tätig. Sie arbeiten zudem in Musikprojekten zur Förderung und Integration von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen und sind als Duo Manzanar musikalisch künstlerisch aktiv. Hier geben sie einen Einblick in ihre Arbeit.</p> <p>Von 1997 bis 2007 arbeiteten wir als Fachkräfte der Entwicklungszusammenarbeit mit Eirene e.V. in Chile und bauten dort das Nichtregierungsprojekt „Escuela Popular de Artes“, eine sozial ausgerichtete Musik- und Kunstschule für Kinder und Jugendliche aus den Armenvierteln am nördlichen Rand der Küstenstadt Viña del Mar auf.<br> Von Grundberuf her bin ich Sozialarbeiterin und seit 2009 Musiktherapeutin. Mein Mann Eduardo ist Musiker und freischaffender Gitarrenlehrer. Beide sind wir sowohl in Chile als auch in Deutschland in der offenen, interkulturellen Kinder- und Jugendarbeit engagiert. Vom 26. bis 28. Juli 2016 waren wir an der Grundschule Wendelstein in Bayern und haben dort unter dem Motto „Musik und Spiele – wie in Chile“ an drei Vormittagen mit allen Grundschulklassen und einer Mittelschulklasse in jeweils einer Doppelstunde einen kurzweiligen Workshop durchgeführt.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/10/2015-07-17-06.53.52.jpg" width="600" height="300" alt="Kinder und Erwachsene sitzen im Stuhlkreis." title="Foto: Anke Murdfield">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Foto: Anke Murdfield</figcaption>            </figure>          <p>Zum Schuljahresausklang war dies für die Schülerinnen und Schüler sowie für die Lehrerinnen und Lehrer eine willkommene Abwechslung. Nach einer Vorstellungsrunde starteten wir mit einem interaktiven Kennenlernspiel aus Chile. Anschließend berichteten wir mit Hilfe einer PowerPoint-Präsentation von dem interessanten und zugleich nach wie vor politisch bewegten Land. Dabei ist es uns immer ein Anliegen, die Diversität der verschiedenen Kulturen und Regionen kindgerecht darzustellen und auf die Fragen einzugehen. Für uns als Musiker und Musikerin ist ein weiterer wichtiger und oft gewünschter Themenschwerpunkt unserer Workshops die Musik. So stellten wir auch den Wendelsteiner Kindern die typischen Instrumente Chiles vor. Dabei ging es im Klassenraum zeitweilig etwas lauter her: die Kinder liebten es, die Instrumente auszuprobieren und waren mit Feuereifer dabei. Im Anschluss sangen und spielten wir gemeinsam. Es ist immer faszinierend zu erleben, wie allein durch die Musik – ohne Worte – die Aufmerksamkeit einer Gruppe in den Bann gezogen und auf etwas Gemeinsames zentriert wird. Auch sonst zurückhaltende Kinder sind dann mit Spaß und Freude aktiv dabei.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">             <p>Ein absoluter „Hit“ unserer Musikworkshops ist ein Lied aus der Andenkultur namens „La Mariposa“ geworden, das wir auch in Wendelstein mit den Kindern zunächst auf Spanisch sangen, dann den Rhythmus klatschten, anschließend mit Instrumenten, unter anderem Charango, Regenstab und Panflöten begleiteten und zuletzt noch als Tanz einübten. Natürlich erklärten wir den Kindern, dass ihre Altersgefährtinnen und -gefährten in Chile nicht nur Folkloremusik, sondern auch Rock-, Pop- und sonstige Musikrichtungen hören und spielen. Dazu konnten wir ihnen persönlich aus unserem Musikschulprojekt erzählen, Fotos zeigen und Musikbeispiele anhören. Beliebt war auch das uns aus Chile bekannte Kinderspiel „1-2-3-Mumie“, eine Mischung aus Stopptanz und „Armer Schwarzer Kater“. Die Kinder tanzten erst zur Musik, in unserem Fall zur Gitarrenmusik live. Wenn die Musik aufhörte, froren sie ein.</p> <p>Eduardo versuchte, die Kinder nach und nach zum Lachen zu bringen. Wer es nicht schaffte ernst zu bleiben, schied aus. Übrig blieben die Mumien und wurden mit einem Applaus belohnt. Für diese Workshops erhielten wir in Wendelstein ein durchwegs positives Feedback. Wir sind sehr froh, dass wir im Programm „Bildung trifft Entwicklung“ eine Brücke zwischen unserem Leben in Chile und Deutschland herstellen können und dass wir unsere pädagogischen Erfahrungen im Einsatzland zur Förderung der Toleranz und interkulturellen Entwicklung auch in Deutschland einbringen können. Abschließend möchten wir noch darauf hinweisen, dass wir normalerweise nicht so weit entfernt von unserem Wohnort für Engagement Global tätig sind.</p> <p>Wir wohnen im nördlichsten Zipfel von Rheinland-Pfalz im Kreis Altenkirchen im Westerwald. In diesem Fall war das möglich, weil wir netterweise bei der Familie einer Freundin übernachten konnten, über die bereits im letzten Jahr der Kontakt zur Grundschule Wendelstein sowie zum städtischen Gymnasium und der katholischen Pfarrei St. Nikolaus zustande kam.</p>         </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Eduardo Cisternas & Michaela Weyand</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="" title="Foto: Anke Murdfield">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/autoren/Duo_Manzanar.jpg" width="500" height="500" alt="Ein Portraitfoto von den Autoren." title="Foto: Anke Murdfield">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Eduardo Cisternas & Michaela Weyand</figcaption>            </figure>          <p>Eduardo Cisternas ist chilenischer Gitarrist und Liedermacher mit langjähriger Erfahrung in der soziokulturellen Basisarbeit in Armenvierteln Chiles. Michaela Weyand ist Sozialarbeiterin und Musiktherapeutin (Master of Arts). Zusammen sind sie unter anderem für Bildung trifft Entwicklung (BtE) tätig).</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/eduardo-cisternas-und-michaela-weyand.html" title="Read the article: Eduardo Cisternas &amp; Michaela Weyand" class="more">Read more<span class="invisible"> Eduardo Cisternas & Michaela Weyand</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/musik-und-spiele-wie-in-chile.html</link><pubDate>Thu, 08 Dec 2016 18:27:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/musik-und-spiele-wie-in-chile.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/10/20161123_0906_Anlage_2-2015-07-17_06_06_31.jpg" length="46518" type="image/jpeg" /></item><item><title>&quot;Die DAJ bringt Wandel für unsere Zusammenarbeit&quot;</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/09/Lenin_Foto_Neil_Baynes.jpg" data-lightbox="7b68af">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/b/Lenin_Foto_Neil_Baynes-dba8fd6b.jpg" width="500" height="305" alt="Lenin Kazoba sitzt neben drei anderen Workshopteilnehmenden, er spricht und bewegt die Hände.">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Lenin Kazoba (links im Bild) während einer Diskussion. Foto: Neil Baynes</figcaption>            </figure>          <p><strong>DAJ: </strong>Vielen Dank, dass Sie uns für dieses Interview zur Verfügung stehen. Ich habe tatsächlich drei Fragen an Sie. Mit meiner ersten Frage möchte ich Sie bitten, mir zu beschreiben, was die Tanzania Youth Coalition (TYC) ist und in welchem Bereich Sie arbeiten.</p> <p><strong>Lenin Kazoba: </strong>Zunächst einmal kann ich sagen, dass es sich bei der TYC um einen Zusammenschluss von 120 Nichtregierungsorganisationen im Jugendbereich handelt, 249 Jugend-Unternehmergruppen (Youth Enterprise Group – YEG) sowie Hunderten Jugendlichen aus ganz Tansania. Wir haben im Jahr 2002 als loses Netzwerk begonnen, weil es zu dieser Zeit gesetzlich noch nicht erlaubt war, eine Organisation oder Vereinigung anzumelden. 2004 änderte die Regierung diese Gesetze, aber es dauerte noch einmal fast drei Jahre bis wir 2007 offiziell eingetragen waren. Die Hauptaufgabe besteht darin, Fähigkeiten aufzubauen und das Bewusstsein zu schaffen, damit junge Menschen auf lokaler und nationaler Ebene Gehör bekommen. Jungen Menschen also eine Stimme in unserem Land zu geben und die Gesellschaft zu verändern. Wir arbeiten vor allem in fünf Bereichen. Einer davon ist die Lebensgrundlage Jugendlicher.</p> <p>Der Bereich der Lebensgrundlage ist von großer Bedeutung. Der zweite ist der Aufbau demokratischer Strukturen auf lokaler Ebene und gute Regierungsführung. Der dritte beschäftigt sich mit Gender und Jugendgesundheit. Der vierte ist das Schließen von Bündnissen, Netzwerken sowie der Austausch. Wir haben auch einen Bereich, der Umwelt und Lebensgrundlage Jugendlicher abdeckt.</p> <p><strong>DAJ: </strong>Sie sind eine der Implementierungsorganisationen der Deutsch-Afrikanischen Jugendinitiative (DAJ), die vor kurzem ins Leben gerufen wurde. Welches sind Ihre Erwartungen an die Initiative?</p> <p><strong>Lenin Kazoba: </strong>Das ist eine sehr gute Frage. Die Erwartungen sind immer recht hoch. Die Menschen wollen hohe Erwartungen sehen, aber vor allem auch gute Ergebnisse. Wir wussten das und sind darauf vorbereitet. Auch um die Initiative aus anderen Blickwinkeln zu betrachten und in unserer Gesellschaft Veränderungen zu bewirken. Nicht nur in Tansania, sondern in ganz Ostafrika, denn wir werden weitere Partner einbeziehen, wenn wir die Partner aus Kenia, Uganda und anderen Ländern ebenfalls dabei haben. Dies, und da bin ich mir sicher, wird andere Leute dazu ermutigen, weiter zu arbeiten, denn es ist ein Pilotprojekt für drei Jahre. Ich hoffe also, dass sie nach drei Jahren viele Erfolge sehen können.</p> <p>Als Implementierungspartner werden wir viele Unterstützer für die gemeinsame Arbeit mit an Bord bringen. Zurzeit gibt es noch keine Struktur für die Vorgehensweise. Deshalb müssen wir viele Partner einbeziehen. Wir haben das große Forum nun eröffnet. Jetzt möchten alle, die im Bereich Austausch in Tansania tätig sind, zusammenarbeiten.<br> So können wir expandieren und andere Organisationen, die auch mitmachen möchten, an Bord holen. Sie können mitmachen und sich inspirieren lassen. Und auch für uns als Implementierungspartner wird das Netzwerken einfacher, wenn wir alle Beteiligten aus dem Bereich Austausch erst einmal kennen. Vieles ist bereits angelaufen, aber vielleicht nicht immer ganz richtig. Deshalb werden wir die Initiative noch mehr stärken und ich bin sicher, das macht uns noch bekannter. Wir sehen das an unserer Regierung. Sie haben gesagt, dass sie uns unterstützen werden und eng mit uns zusammenarbeiten. Es ist ein Bereich, in dem wir uns sehr darauf freuen, mit jungen Menschen zusammenzuarbeiten und viele Beteiligte zu treffen, zum Beispiel aus dem Bereich Weiterbildung, von Universitäten, der Zivilgesellschaft und auch anderen Vereinen von Jugendlichen für kulturelle oder sportliche Aktivitäten.</p> <p><strong>DAJ: </strong>Was sind Ihrer Ansicht nach die nächsten Schritte zusammen mit der DAJ?</p> <p><strong>Lenin Kazoba: </strong>Nach dem Auftakt wird es nun eine Menge Arbeit vor Ort zu erledigen geben, bevor das Projekt im nächsten Jahr starten kann. Aber jede Implementierungsorganisation wird die Möglichkeit haben, das Projekt in ihrem eigenen Land umzusetzen. Wir werden damit nächstes Jahr in Tansania beginnen, aber davor werden wir in diesem Jahr noch im September einen Workshop mit allen Beteiligten haben, zu dem wir alle einladen, die wir noch nicht getroffen haben.  Dann werden wir auch von der Auftaktveranstaltung berichten. Zusätzlich zu dem Workshop mit allen Beteiligten, hatten wir auch ein Vorbereitungsmeeting mit allen Implementierungspartnern in Addis Abeba und wir werden zukünftig weitere Implementierungsorganisationen einladen. Also werden wir dort auch berichten, was weiter passieren wird. Wir haben auch unserer Regierung schon berichtet, aber im September, wenn wir unseren Workshop hatten, wird es sehr viel konkreter werden. Sodass dann alle wissen, dass etwas passieren wird. So bereiten wir alle auf diese neue Initiative vor.</p>   </div> <h2 class="ce_headline">   Weitere Informationen</h2> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-bottom:30px;">           <a href="https://daj.engagement-global.de/startseite.html" class="hyperlink_txt" title="Zur Webseite von der Deutsch-Afrikanischen Jugendinitiative" rel="">Zur Webseite von der Deutsch-Afrikanischen Jugendinitiative</a>    </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/die-daj-bringt-wandel-fuer-unsere-zusammenarbeit.html</link><pubDate>Fri, 09 Sep 2016 16:21:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/die-daj-bringt-wandel-fuer-unsere-zusammenarbeit.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/09/Lenin_Foto_Neil_Baynes.jpg" length="205551" type="image/jpeg" /></item><item><title>Kevin allein unterwegs? Lauf mit!</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/08/Kevin/Kevin_und_Clara.jpg" title="Kevin und Clara vor der Ausstellung zum Bambusprojekt" data-lightbox="b6cae9">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/6/Kevin_und_Clara-2834dac6.jpg" width="500" height="305" alt="Kevin und Clara stehen vor der Ausstellung zum Bambusprojekt" title="Kevin und Clara vor der Ausstellung zum Bambusprojekt">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Kevin und Clara vor der Ausstellung zum Bambusprojekt. Foto: Samera Zagala</figcaption>            </figure>          <p><strong>Engagement Global: Kevin, erzähl doch mal ein bisschen. Was verbirgt sich hinter dem Projekt BAMBUSWALDhoch10, für das du dich engagierst?</strong></p> <p>Kevin Ruiz: Das Projekt BAMBUSWALDhoch10 gibt es seit 2013. Es ist das zweite große Projekt von Schule fürs Leben e.V. und Escuela para la Vida und wurde letztes Jahr zum Beispiel auch von Engagement Global gefördert. Das Projekt ist wie ein Kreislauf aufgebaut. Alles beginnt mit der Aufforstung von Bambus. Daran knüpfen die Bildungsprojekte an, deren Inhalte sich vor allem an Kinder und Jugendliche in Kolumbien richten. Demnächst soll dann noch eine Bambuspresse in Betrieb genommen werden, mit der sich verschiedenste Bambusprodukte herstellen lassen. Es ist eine tolle Idee, die aber nicht neu ist. Sie entstand bereits in den 90er Jahren. Doch jetzt haben sich kolumbianische Architekten und Ingenieure neue Gedanken darüber gemacht.</p> <p><strong>Engagement Global: Wie kam die Kooperation der beiden Vereine zustande?</strong></p> <p>Kevin Ruiz: Die zwei Partnervereine Schule fürs Leben e.V. und Escuela para la Vida haben das Projekt ins Leben gerufen. Der Chef von Escuela para la Vida Andres Bäppler hat den Verein 2003 gegründet. Er ist Kolumbianer und wurde von seinen Landsleuten gebeten in seinem Heimatort eine Schule zu bauen.</p> <p><strong>Engagement Global: Wie finanzieren sich die Projekte?</strong></p> <p>Kevin Ruiz: Der Wald finanziert die Bildungsprojekte und schafft Arbeitsplätze. Im Bambuswald arbeiten ca. 20 Mitarbeiter, die ihre Fähigkeiten für die schwierige Arbeit an die Jüngeren weitergeben. Um das Projekt mitzufinanzieren, benötigen wir auch die Bambuspresse. Mit ihr werden 4-Kant-Hölzer für den konstruktiven Einsatz gesägt oder Platten für Tische, Türen und Möbel hergestellt. Prinzipiell müssen sich alle Projekte von Schule fürs Leben e.V. nach 10 Jahren selbst finanzieren.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/08/Kevin/13886331_1029200070491269_740734852597647625_n.jpg" data-lightbox="89b712">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/f/13886331_1029200070491269_740734852597647625_n-bc22a8ef.jpg" width="500" height="281" alt="Eine kleine Stadt am Rhein">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Der Rheinsteig war sehr schön! Foto: Clara Seipel</figcaption>            </figure>          <p><strong>Engagement Global: Warum liegt dir das Thema Bambus so am Herzen?</strong></p> <p>Kevin Ruiz: Mein Vater ist Handwerker und hat sein ganzes Leben lang mit Bambus und Rattan gearbeitet. Er kann Häuser und Brücken damit bauen. Ich habe viel von ihm gelernt. Und ich habe schon als Schüler Vorträge über Bambus und dessen Umwelt- und Wirtschaftsaspekte in meiner Schule gehalten. Das Thema ist mir also wichtig, weil es auch in unserer Familie immer eine große Rolle gespielt hat. Früher habe ich Triathlon gemacht, aber das mache ich nicht mehr und investiere meine Zeit jetzt in Bambusprojekte.</p> <p><strong>Engagement Global: In Deutschland machst du ein Freiwilligenjahr. Wo genau bist du beschäftigt und was machst du da?</strong></p> <p>Kevin Ruiz: Ich bin als Freiwilliger bei Schule fürs Leben e.V. , der Akademie für internationale Zusammenarbeit der GIZ und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Ich dokumentiere verschiedene Projekte zu den Themen Umwelt und Umweltpädagogik und arbeite zum Beispiel mit Lehrern zusammen. Eines meiner Lieblingsprojekte, zu denen ich arbeite, ist der Waldlehrpfad Bad Vilbel. Dort lernen Kinder, welche Tiere es gibt und dass es wichtig ist, die Natur zu respektieren. Außerdem dokumentiere ich das Projekt Grüngürtel in Frankfurt am Main. Die Grüngürtel sind wichtig, weil Menschen dort Natur und manchmal sogar auch Kunst erfahren können.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/08/Kevin/14079918_1040722489339027_5543636800717649573_n.jpg" data-lightbox="edbd39">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/0/14079918_1040722489339027_5543636800717649573_n-91eb9780.jpg" width="500" height="281" alt="Zwei Schafe auf eine Wiese">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Durch die Natur wandern macht Spaß Foto: Clara Seipel</figcaption>            </figure>          <p><strong>Engagement Global: Hast du bestimmte Klischees über Deutschland gehört, bevor du hier hergekommen bist?</strong></p> <p>Kevin Ruiz: Ja, es hieß immer, dass Pünktlichkeit und Ordnung den Deutschen sehr wichtig seien. Das hat sich auf jeden Fall bestätigt. Anfangs war es für mich sehr schwierig, pünktlich zu Terminen zu kommen. Das bin ich aus Kolumbien ganz anders gewohnt, da schaut man nicht so genau auf die Uhr. Aber eigentlich finde ich es ganz gut so, denn so lassen sich Dinge leichter abstimmen und Menschen können besser miteinander arbeiten.</p> <p><strong>Engagement Global: Was vermisst du aus deiner Heimat Kolumbien? </strong></p> <p>Kevin Ruiz: Definitiv Agua de Panela. Das ist ein warmes, extrem süßes Getränk aus Zuckerrohrwasser. Und natürlich meine Familie, aber wir skypen oft und meine Mutter unterstützt bei allem. Sie kümmert sich gerade um die Immatrikulation an der Universität in meiner Heimatstadt Buga.</p> <p><strong>Engagement Global: Gibt es auch Vorurteile, die sich nicht bestätigt haben?</strong></p> <p>Kevin Ruiz: Ich hatte gehört, dass Deutsche ausländerfeindlich sind. Ich habe Geschichten von Kolumbianern gehört, die in Deutschland negative Erlebnisse gemacht haben. Ich empfinde das überhaupt nicht so. Ich wohne ja zurzeit in Frankfurt, da sind die Leute sehr offen und die Stadt ist multikulturell. Außerdem spreche ich jetzt schon besser Deutsch und finde mich gut zurecht. Ich werde auf jeden Fall viele spannende Eindrücke mit nach Kolumbien nehmen und werde schauen, welche Ideen sich vielleicht auch dort umsetzen lassen.</p>   </div> <h2 class="ce_headline">   Weitere Informationen</h2> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-bottom:30px;">           <a href="https://www.facebook.com/kevinalleinunterwegs/" class="hyperlink_txt" title="Zur Facebookseite von Kevin allein unterwegs" rel="">Zur Facebookseite von Kevin allein unterwegs</a>    </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/kevin-allein-unterwegs-lauf-mit.html</link><pubDate>Tue, 30 Aug 2016 17:25:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/kevin-allein-unterwegs-lauf-mit.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/08/Kevin/Kevin_und_Clara.jpg" length="309282" type="image/jpeg" /></item><item><title>Junges Handwerk in der Entwicklungszusammenarbeit</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/08/Peter_Albrecht_Interview.jpg" title="Peter Albrecht" data-lightbox="404ea5">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/6/Peter_Albrecht_Interview-4b3f68c6.jpg" width="500" height="444" alt="Peter Albrecht" title="Peter Albrecht">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Peter Albrecht</figcaption>            </figure>          <p><strong>Engagement Global: Wie sind Sie auf das Programm „Junges Handwerk in der Entwicklungszusammenarbeit“ aufmerksam geworden?</strong></p> <p>Peter Albrecht: In diesen Fall ist es so, dass wir gar nicht auf sie aufmerksam geworden sind. Unsere Auszubildende (Maren Scholten) ist durch die überbetriebliche Ausbildung in Kerpen auf dieses Projekt aufmerksam gemacht worden.</p> <p><strong>EG: Was hat Sie überzeugt, sich dafür zu engagieren?</strong></p> <p>PA: Die Präsentation unserer Auszubildenden, Maren Scholten, hat uns überzeugt, an diesem Projekt teilzunehmen. Wir, als Stadtentwässerungsbetrieb, fördern unseren Nachwuchs, motivieren an horizonterweiternden Projekten teilzunehmen, um eine fundierte Ausbildung mit einer Zusatzqualifikation zu ermöglichen.</p> <p><strong>EG: Welche Arbeit, welcher Aufwand ist für Sie als Ausbildungsleiter konkret mit der Teilnahme verbunden?</strong></p> <p>PA: Die Arbeit bestand hauptsächlich aus administrativen Aufgaben. Hier mussten primär Genehmigungen eingeholt werden, so dass unsere Auszubildende an diesem Projekt teilnehmen konnte. Finanziell hatte es keinerlei Auswirkungen auf den SEBD. Frau Scholten musste nicht einmal vom Dienst freigestellt werden, da sie an dem Projekt während ihrer Urlaubszeit teilgenommen hat.</p> <p><strong>EG: Was haben Sie für Ihre Arbeit gewonnen?</strong></p> <p>PA: Es war eine sehr interessante Erfahrung zu sehen, wie engagiert unsere Auszubildende an dieses Projekt herangegangen ist und der Teamgeist gestärkt wurde. Wir werden es in Zukunft nicht ausschließen, an weiteren Projekten mit unseren Auszubildenden teilzunehmen.</p> <p><strong>EG: Was empfehlen Sie Betrieben, die sich überlegen bei „Junges Handwerk in der Entwicklungszusammenarbeit“ mitzumachen?</strong></p> <p>PA: Der SEBD sieht dieses Projekt als gutes Werkzeug, dass die Auszubildenden neue Erfahrungen in sozialer Kompetenz und Teamfähigkeit erlangen. Als Ausbildungsleiter kann ich aus eigener Erfahrung über dieses Projekt nur sagen: Machen sie mit und schauen sie als Ausbildungsbetrieb über den berühmten Tellerrand. Wir unterstützen damit soziale Projekte und fördern die Sozialkompetenz unserer Auszubildenden.</p> <p><strong>EG: Ihre Verbesserungswünsche für das Programm?</strong></p> <p>PA: Das nach der Anmeldung der teilnehmenden Auszubildenden die Betriebe von Junges Handwerk informell besser eingebunden werden. Der Ausbildungsbetrieb bekam während und nach dem Projekt, außer von seinen Auszubildenden, keine Informationen.</p> <p>SEBD = Stadtentwässerungsbetrieb der Landeshauptstadt Düsseldorf</p>   </div> <h2 class="ce_headline">   Weitere Informationen</h2> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-bottom:30px;">           <a href="http://www.juha-ez.de/" class="hyperlink_txt" title="Zur Webseite von Junges Handwerk in der Entwicklungszusammenarbeit" rel="">Zur Webseite von Junges Handwerk in der Entwicklungszusammenarbeit</a>    </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/junges-handwerk-in-der-entwicklungszusammenarbeit-92.html</link><pubDate>Fri, 29 Jul 2016 14:39:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/junges-handwerk-in-der-entwicklungszusammenarbeit-92.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/08/Peter_Albrecht_Interview.jpg" length="134390" type="image/jpeg" /></item><item><title>Sharity Online</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/06/SharityOnline.png" title="Das Team von SharityOnline" data-lightbox="74f4a6">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/0/SharityOnline-cffc2230.png" width="500" height="229" alt="Das Team von SharityOnline" title="Das Team von SharityOnline">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Das Team von SharityOnline</figcaption>            </figure>          <p><strong>Wie entstand diese Idee und was macht sie aus?</strong></p> <p>Auslöser war der Anstieg des Flüchtlingsstroms 2015, der höher denn je war. Nach vielerlei Brainstorming und der Sammlung von Einfällen entstand die Idee, von der viele Menschen profitieren können. Das Resultat – ein ehrenamtliches Unternehmen, welches Organisationen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, sowie interessierte, freiwillige Helfer zusammenzubringt: <em>SharityOnline e.V.</em></p> <p>All dies sollte über eine Webplattform laufen. Auf dieser sollten sich Organisationen anmelden und Anfragen veröffentlichen können, für welche sie Hilfe benötigen. Freiwillige Helfer wären dann in der Lage, diese Anfragen einzusehen, mit der Organisation in Kontakt zu treten – und letztendlich mit anzupacken. Aktuell ist die Reichweite nur der Schwarzwald-Baar-Kreis, jedoch ist es geplant, dies auszuweiten.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/06/SharityOnline_1.png" width="637" height="426" alt="Zwei junge Frauen halten einen Vortrag">                      <figcaption class="caption" style="width:637px">Während eines Vortrags.</figcaption>            </figure>          <p><strong>Wie wurde diese Idee umgesetzt?</strong></p> <p>In vielen kleinen Schritten haben wir das Unternehmen größer gemacht.</p> <p>Nach fleißigem Regeln der rechtlichen Grundlagen, Erarbeitung von Kapital, persönlicher Expertise der Studenten bei der Umsetzung, dem Rollen der Werbetrommel und viel Elan war es zu Beginn des Jahres 2016 endlich so weit – und die Webplattform ging online. Selbstverständlich war der Weg dorthin und auch danach sehr steinig.</p> <p>So wurden beispielsweise der Publikumspreis bei einem Elevator Pitch-Wettbewerb gewonnen, hausgemachte Waffeln vor unserer Hochschule verkauft oder Zeitungsartikel veröffentlicht.</p> <p>Die Verantwortung, die mit der Leitung eines solchen Unternehmens zusammenhängt, ist sehr hoch, um auch wirklich Erfolgsmomente zu haben. Für jeden beteiligten Studenten war es eine gänzlich neue Erfahrung.</p> <p>Aber auch auf persönlicher Ebene haben sich Mitglieder unseres Teams mit der Flüchtlingshilfe auseinander gesetzt. Denn unserer Meinung nach ist es wichtig, auch selbst anzupacken und in die Rolle der Menschen zu schlüpfen, die unser Angebot ansprechen soll.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/06/SharityOnline_2.jpg" width="1024" height="555" alt="Vier junge Frauen und ein junger Mann von SharityOnline">                      <figcaption class="caption" style="width:1024px">Teammitglieder von SharityOnline</figcaption>            </figure>          <p>So haben wir selbst in einem Flüchtlingsheim Spenden sortiert oder bei der Kleiderausgabe mitgeholfen. Eine tolle Erfahrung.</p> <p>Im Rahmen der Aktion „Flüchtlingen eine Stimme geben“ haben wir außerdem – mit Unterstützung der Flüchtlingsheimleitung – einzelne Flüchtlinge interviewt und ihre Geschichten auf unseren Vereinsblog gestellt. Es ist eine hochemotionale Erfahrung die Gänsehaut verursacht – und einen den restlichen Tag daran zurückdenken lässt. Das letzte Interview war mit einer Frau, mit der wir noch immer im Kontakt stehen. Gemeinsam werden wir sie wieder besuchen und gemeinsam ein Fußballspiel im Flüchtlingsheim anschauen.</p> <p><strong>Rückblick auf die Erlebnisse?</strong></p> <p>Unsere Rolle bei der Fortführung des Vereins war es, den Vereinsblog mit Beiträgen zu füllen und bei der Planung von Mithilfsaktionen in Flüchtlingsheimen, sowie deren Umsetzung, mitzuwirken. So ist es jedermann möglich, hinter unsere Kulissen zu schauen.</p> <p>Insbesondere die Aktionen in den Heimen haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Mit Flüchtlingen auf persönlicher Ebene zu interagieren ist notwendig, um sich eine gänzlich unvoreingenommene Perspektive zu schaffen. Wir werden auch in Zukunft noch an die Interviews denken, bei denen wir mit anwesend waren.</p> <p>Wir sind froh, diese Erfahrung gemacht zu haben. Und durch unser Angebot wird es jeden möglich werden, einfach mit den Flüchtlingen in Kontakt zu treten.</p> <p>Aus diesem Grund müssen wir Eigenwerbung betreiben: Probiert es aus. Es wird euch für immer verändern, denn es ist eine Erfahrung fürs Leben.</p>   </div> <h2 class="ce_headline">   Weitere Informationen</h2> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-bottom:20px;">           <a href="http://sharityonline.de/" class="hyperlink_txt" title="Zur SharityOnline-Plattform" rel="" target="_blank">Zur SharityOnline-Plattform</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-bottom:20px;">           <a href="http://sharityonline-blog.de/" class="hyperlink_txt" title="Zum Blog des Vereins" rel="" target="_blank">Zum Blog des Vereins</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-bottom:20px;">           <a href="https://www.facebook.com/SharityOnline-701842753258469/" class="hyperlink_txt" title="Zur Facebookseite" rel="" target="_blank">Zur Facebookseite</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-bottom:20px;">           <a href="https://twitter.com/sharityonline" class="hyperlink_txt" title="Zum Twitteraccount" rel="" target="_blank">Zum Twitteraccount</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-bottom:20px;">           <a href="https://www.instagram.com/sharity_online/" class="hyperlink_txt" title="Zum Instagramaccount" rel="" target="_blank">Zum Instagramaccount</a>    </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/sharity-online.html</link><pubDate>Fri, 01 Jul 2016 13:00:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/sharity-online.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/06/SharityOnline.png" length="1018116" type="image/png" /></item><item><title>NachhaltigkeitsCamp Bonn</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/06/NachhaltigkeitsCamp_Bonn_Copyright_Severin_Caspari.jpg" data-lightbox="979000">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/06/NachhaltigkeitsCamp_Bonn_Copyright_Severin_Caspari.jpg" width="5184" height="3456" alt="Die Teilnehmenden in der Halle des BaseCamps sitzen auf Stühlen vor einer Bühne während der Begrüßung.">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:5184px">Das NachhaltigkeitsCamp im BaseCamp in Bonn. Foto: Severin Caspari</figcaption>            </figure>          <p>Trotz des bisher kaum vorhandenen Sommers, zeigt sich dieser Morgen mal von der freundlichen Seite. Gegen 8:00Uhr betrete ich voll bepackt mit Taschen und Material das BaseCamp Bonn, dem (wie sie selbst schreiben) größten „Indoor Vintage Fake Campingplatz“. Die Stimmung erinnert mich wirklich an meinen letzten Campingurlaub. Mit Kulturtaschen bepackte Gäste schlendern zu den Waschräumen und auf der Empore wird gemütlich das Frühstück eingenommen. Auf der Hauptbühne hat es sich - neben unserem Veranstaltungsbanner - eine halbe Schulkasse zum Schlafen gemütlich gemacht, denen es in dem großen ausrangierten Schlafwagen wohl zu heiß geworden ist. Hier soll heute also ein Barcamp zum Thema Nachhaltigkeit stattfinden?</p> <p>Gut eine Stunde später werden die ersten Namensbadges ausgegeben. Alte Bekannte begrüßen sich, die ersten lockeren Gespräche entstehen. Über 150 Teilnehmende haben sich angemeldet. Mit dabei Vertreterinnen aus den großen Bonner Organisationen, Hochschulen, Unternehmen, aber auch viele interessierte Einzelpersonen.</p> <p>Kurz nach 10 Uhr stehen wir dann tatsächlich auf der Bühne und begrüßen die Teilnehmenden der Veranstaltung. „Wer von Euch hat noch nie ein Barcamp besucht?“ fragen wir, woraufhin sich gut Zweidrittel der Arme gen Hallendecke bewegen. Beeindruckt sind wir als sich dennoch fast 30 Teilnehmende beherzt Richtung Bühne bewegen und ihren Sessionvorschlag auf eine Moderationskarte schreiben. Ich habe das Gefühl, dass schon die Vorstellungen der Sessions bei den Teilnehmenden ziemlich gut ankommen und deutliche Reaktionen auslösen. Die Vorstellung der Session „Primark auf dem Bonner Bahnhofsvorplatz und andere Katastrophen“ ist da nur ein Beispiel.</p> <p>Meine Bedenken, wie wir die vielen Themen sinnvoll auf die verschiedenen Räumlichkeiten aufteilen, verfliegen langsam, als sich der Sessionplan auf den Metaplanwänden zu einem ziemlich guten Programm zurechtruckelt.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/06/NachhaltigkeitsCamp_Bonn_2_Copyright_Severin_Caspari.jpg" data-lightbox="41360c">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/06/NachhaltigkeitsCamp_Bonn_2_Copyright_Severin_Caspari.jpg" width="5184" height="3456" alt="Drei Männer stehen vor der Wand wo der Sessionplan angepinnt wurde.">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:5184px">Der Session-Plan ist vielseitig! Foto: Severin Caspari</figcaption>            </figure>          <p>Ein Barcamp soll immer Raum für Austausch und Diskussionen geben. Im Baseamp Bonn gibt es genau EINEN Raum den wir möglichst sinnvoll bespielen wollen. Hier in Bonn haben sich in den letzten Jahren Silentpartys etabliert, bei denen die Gäste den Sound per Kopfhörer auf die Ohren bekommen und dann fast geräuschlos durch die Partynacht tanzen. Warum also diese Technik nicht auch für ein Barcamp nutzen? Auch wenn noch nicht alles perfekt funktioniert, so sitzt die Mehrheit sehr zufrieden in den lautlosen Vorträgen. Irgendwer bringt direkt den Begriff der „Micky Mouse Sessions“ ein.</p> <p>Gegen Nachmittag kann ich auch selbst einmal eine Session besuchen. Auf Sofas, Stühlen und in einem Strandkorb machen wir es uns gemütlich, um Karin bei ihrer „Minecraft“ Session zu lauschen. Ich gebe zu, dass ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, nächtelang an Gebäuden (Klotz für Klotz) zu basteln. Aber es beeindruckt mich, dass gerade Jugendliche im Spielverlauf mit nachhaltigen Themen konfrontiert werden. „Karotten anbauen im Schnee? Kann man machen, aber kostet dann eben einiges an Energie!“, erklärt Karin.</p> <p>Um 17:00 Uhr trommeln wir nochmal alle zusammen, um uns zu verabschieden und um Feedback einzuholen. Die Rückmeldungen sind absolut positiv und sehr motivierend. Gut auch, dass wir ein paar Hinweise zu Verbesserungsvorschlägen erhalten, so können wir zum Beispiel die selbst eingerichtete Mitfahrzentrale ruhig etwas früher kommunizieren oder auch über papierlose Flipcharts nachdenken. Die zentrale Frage aber lautet „Was bleibt!?“. Wir als Organisatoren, werden versuchen Inhalte zu vernetzen und werden auch prüfen, in welcher Form ein NachhaltigkeitsCamp 2017 in Bonn stattfinden kann. Letztendlich sind aber alle gefragt die dort waren und neue Kontakte geknüpft haben.</p> <p>So langsam verlassen die Besucherinnen und Besucher die Halle und werfen ihre Namensbadges in die Sammelbox am Eingang.</p> <p>Als ich mich auf den Heimweg mache, liegt das Basecamp wieder fest unter der Kontrolle der vielen Schulgruppen, die sich auf ein schönes Wochenende an diesem besonderen Ort freuen.</p> <p>Was meint ihr? War dieses Barcamp nachhaltig?</p> <p>Gerne möchten wir hier eine Liste mit euren Blogbeiträgen zusammenstellen:</p> <p>Lasst von Euch hören!</p> <p>Daniel Montua für das Organisationsteam.</p>   </div> <h2 class="ce_headline">   Blog-Liste</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://bonnections.de/en/2016/06/26/sustainability-barcamp-translates-to-c-ome-a-and-m-eet-p-eople-ncbn16-bonn/" class="hyperlink_txt" title="Blog-Beitrag auf bonnections.de" rel="" target="_blank">Blog-Beitrag auf bonnections.de</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://abaufsland.tumblr.com/post/146568653509/how-to-catch-a-chicken-ncbn16" class="hyperlink_txt" title="Blog-Beitrag auf abaufsland" rel="" target="_blank">Blog-Beitrag auf abaufsland</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://tom.hypotheses.org/574" class="hyperlink_txt" title="Blog-Beitrag von Stephanie" rel="" target="_blank">Blog-Beitrag von Stephanie</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://bonn.digital/blog/nachhaltiges-eventmanagement-beim-nachhaltigkeitscamp-ncbn16/" class="hyperlink_txt" title="Blog-Beitrag von Bonn.digital" rel="" target="_blank">Blog-Beitrag von Bonn.digital</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-bottom:30px;">           <a href="https://www.h-brs.de/de/izne/news/nachhaltigkeitscamp-bonn" class="hyperlink_txt" title="Blog-Beitrag des Internationalen Zentrums für Nachhaltige Entwicklung &#40;IZNE&#41;" rel="" target="_blank">Blog-Beitrag des Internationalen Zentrums für Nachhaltige Entwicklung &#40;IZNE&#41;</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Daniel Montua</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/daniel-montua.html" title="Daniel Montua">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/0/Montua_quadrat_klein-136ba960.jpg" width="500" height="500" alt="Daniel Montua" title="Daniel Montua">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Daniel Montua</figcaption>            </figure>          <p>Daniel Montua ist Social Media und Community Manager bei Engagement Global und dort für die strategische Planung der sozialen Netzwerke zuständig. Nach seiner Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann sammelte er Erfahrungen im Agenturumfeld. Der Diplom-Medienökonom beschäftigte sich im Rahmen seiner Diplomarbeit mit neuen, digitalen Bürgerbeteiligungsformaten. Ehrenamtlich engagiert sich Daniel Montua in der Jugendverbandsarbeit, z.B. mit der Organisation von internationalen Jugendbegegnungen. Er ist Mitorganisator der Socialbar Bonn.</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/daniel-montua.html" title="Read the article: Daniel Montua" class="more">Read more<span class="invisible"> Daniel Montua</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/nachhaltigkeitscamp-bonn.html</link><pubDate>Tue, 28 Jun 2016 13:24:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/nachhaltigkeitscamp-bonn.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/06/NachhaltigkeitsCamp_Bonn_Copyright_Severin_Caspari.jpg" length="4558467" type="image/jpeg" /></item><item><title>Globales Lernen auf der Landesgartenschau Eutin</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/06/Beitrag_Heike_Kammer.jpg" width="1140" height="640" alt="Kinder sitzten beim Basteln auf dem Boden">                      <figcaption class="caption" style="width:1140px">Basteln macht Spaß. Foto: Heike Kammer</figcaption>            </figure>          <p>Die Sonne scheint, die Blumen blühen und riechen gut, auf den Gemüse- und Kräuterbeeten des Küchengartens wachsen kleine grüne Pflanzen. Die gepflegtesten Gärten, die ich je gesehen habe. Mai 2016, die Landesgartenschau Eutin hat vor wenigen Wochen eröffnet. Für Kinder werden Bildungsveranstaltungen angeboten, unter anderem für Globales Lernen von Bildung trifft Entwicklung.</p> <p>Eine Kindergruppe kommt lachend und schwatzend entlang des Küchengartens zum Holländerhaus. Hier habe ich schon meine Puppenbühne aufgebaut und erwarte die Kinder. Im interkulturellen Puppenspiel geht es heute um Freundschaft, um den Umgang mit Fremden, die von weit her zu uns kommen. Die Kinder entdecken sofort, dass jedeR Freundschaft braucht, niemand will weggeschickt oder ausgelacht werden.</p> <p>Von den Erfahrungen aus meiner Zeit in Mexiko kann ich den Kindern etwas Neues zeigen und ihnen eine andere Perspektive auf das Thema eröffnen. Die kleine Puppenbühne habe ich von dort mitgebracht, wo ich für „peace brigades international“ im internationalen Friedensdienst tätig war. Im Süden Mexikos haben sich Teile der indigenen Bevölkerung organisiert, um ihr Land und ihre Rechte zurück zu gewinnen. Eine Strategie der Regierenden, um an der Macht zu bleiben, ist es, die Dörfer zu spalten, sodass die Leute gegeneinander kämpfen. Im Friedensdienst haben wir Puppentheater in diesen Dörfern aufgeführt, um Menschen wieder ins Gespräch miteinander zu bringen. Die Puppen-Hasen Rodolfo und Mateo reisen nun schon viele Jahre mit mir, um mit Kindern zu Themen wie Freundschaft, Toleranz, Teilen oder Frieden zu arbeiten und ihnen das Leben in Mexiko näher zu bringen. </p> <p>Nach dem Theaterstück gehen wir in eine Hütte mit Tischen und Bänken zum Basteln. Jedes Kind darf sich aus einer Socke einen kleinen Freund oder Freundin basteln. Zum Glück hat uns die Landesgartenschau einen Heißkleber zur Verfügung gestellt, denn sonst wären in der kurzen Zeit die Figuren nicht fertig geworden. Einige Kinder spielen ganz spontan kleine Theaterszenen zu Freundschaft. Mein Plakat, das ich an den Holzlatten der Hütte befestigt hatte, wird zur Bühne. Die Kinder sind begeistert und gehen weiter zu den Spielplätzen.</p> <p>Am nächsten Tag kommen Schulkinder der 1. Klasse. Sie haben das „Friedenstheater aus Mexiko“ gebucht. In diesem Stück helfen die Kinder den Figuren, einen Streit zu schlichten und erkennen: „Es ist ganz wichtig, in Frieden zu leben.“ Oder: „Wenn wir teilen, hat jeder was.“ Auch hier große Begeisterung: „Es hat ganz doll Spaß gemacht.“</p> <p>Den Lehrerinnen und Erzieherinnen gebe ich noch Flyer von Bildung trifft Entwicklung mit und erkläre ihnen unser Programm. Sie hatten noch nie davon gehört, werden es weiter erzählen oder auch selbst wieder buchen.</p> <p>Ich glaube es ist gut, dass wir unser Programm hier anbieten. Bildung trifft Entwicklung wird dadurch bekannter und Kinder erfahren mehr von der Welt. Bei den Kleinen geht es mir in erster Linie um Sensibilisierung, darum, die Situationen und Gefühle der Anderen ernst zu nehmen. Das können sowohl Nachbarkinder sein, als auch Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen, oder weit weg von uns leben.</p>   </div> <h2 class="ce_headline">   Weitere Informationen</h2> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-top:10px; margin-bottom:30px;">           <a href="http://www.bildung-trifft-entwicklung.de/" class="hyperlink_txt" title="Zum Programm Bildung trifft Entwicklung" rel="" target="_blank">Zum Programm Bildung trifft Entwicklung</a>    </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/globales-lernen-auf-der-landesgartenschau-eutin.html</link><pubDate>Fri, 17 Jun 2016 17:14:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/globales-lernen-auf-der-landesgartenschau-eutin.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/06/Beitrag_Heike_Kammer.jpg" length="457743" type="image/jpeg" /></item><item><title>Nachhaltigkeit selber machen. Beim NachhaltigkeitsCamp Bonn</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_above">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/06/basecamp01-500x250.jpg" width="500" height="250" alt="Wohnwagen in der Halle des Basecamps Bonn">                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Foto: Basecamp Bonn</figcaption>            </figure>          <p>Manchau gagog changau gagog chaugo gagog amaug. Was aussieht, als sei jemand auf der Tastatur eingeschlafen, ist in Wirklichkeit ein Beleg dafür, dass Nachhaltigkeit für den Menschen schon immer unverzichtbar war. Es ist der Name eines Sees in Südamerika und bedeutet in der Sprache der Ureinwohner: „Wir fischen auf unserer Seite, ihr fischt auf eurer Seite und niemand fischt in der Mitte“[1]<a href="https://www.nachhaltigkeit.info/media/1326279587phpeJPyvC.pdf" target="_blank" name="_ftnref1"></a>. Dahinter steckt der Gedanke, die Fischbestände schonend zu behandeln, um auch in Zukunft von ihnen zehren zu können. Heute sagen wir dazu nachhaltige Fischerei. Nachhaltigkeit ist also nichts Neues, sondern eine uralte Überlebensstrategie des Menschen. Bereits die indigenen Völker haben nachhaltig gelebt.</p> <p>Deutschland hat seinen eigenen Nachhaltigkeits-Häuptling. Im frühen 18. Jahrhundert sorgte sich Hans Carl von Carlowitz um den sächsischen Wald. Damals herrschte in der Region Holznot, denn der Energiehunger der Erzgruben und Schmelzhütten des Erzgebirges war zu lange mit der Axt gestillt worden. Pläne zur Aufforstung gab es keine. Unter diesem Eindruck formulierte der Oberberghauptmann von Carlowitz in seiner Schrift <em>Sylvicultura oeconomica</em> das Prinzip der Nachhaltigkeit. Danach sollte nur so viel abgeholzt werden, wie der Wald auf natürliche Weise regenerieren kann.</p> <p>Heute denken wir über Nachhaltigkeit im globalen Maßstab nach. Denn nicht nur Wald und Seen, sondern unser gesamtes Klima- und Ökosystem ist bedroht – und damit unsere eigene Lebensgrundlage. Wir leben über unsere ökologischen Verhältnisse, wobei der Großteil der Ressourcen von den Industrieländern genutzt wird. Die globale Konsumkultur heizt diese Entwicklung weiter an.</p> <p>Was tun? Die grundsätzliche Marschroute ist seit langem bekannt und wurde zum Beispiel 1987 im Brundtland-Report[2] formuliert. Danach ist eine Entwicklung nachhaltig, „wenn sie den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.“ In der Praxis tun wir Menschen uns aber nach wie vor schwer mit der Nachhaltigkeit.</p> <p>Der jüngste Versuch daran etwas zu ändern, stellt die im September 2015 von der UN verabschiedete Agenda 2030[3] <a href="#_ftn3" name="_ftnref3"></a>für nachhaltige Entwicklung dar. 193 Staaten haben sich darin auf 17 Ziele verabschiedet, die bis ins Jahr 2030 erreicht werden sollen. Die Ziele sind ambitioniert und durchdringen sämtliche Lebensbereiche. Sie haben ökologische, ökonomische und soziale Dimensionen. Etwa sollender Klimawandel reguliert und extreme Armut und Hunger beendet werden. Hochwertige Bildung und die Gleichberechtigung der Geschlechter sollen global zum Standard werden.</p> <p>So wichtig Beschlüsse auf dem internationalen Parkett auch sind – sich auf das Handeln <em>von oben</em> zu verlassen, erscheint doch zu wenig. Das zeigt schon der Blick auf die Geschichte der Klimapolitik: Es brauchte 21 Klimakonferenzen, bis sich die Weltgemeinschaft vergangenes Jahr in Paris darauf einigen konnte, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Level zu begrenzen. Ohne Politik und Wirtschaft aus ihrer Verantwortung zu entlassen, muss Nachhaltigkeit von allen gelebt werden, wenn sie erfolgreich sein soll.</p> <p>Das führt uns zurück zu den Indigenen, die sich schon aus klugem Eigeninteresse der Nachhaltigkeit verschrieben haben. Die Alternative lautet: selber machen. Und hier haben wir gerade in Deutschland gute Erfahrungen gemacht, wenn wir etwa an die Energiewende denken. Bürgerinnen und Bürger schrauben sich Solarpanel auf ihre Dächer. Andere schließen sich in Genossenschaften zusammen und stellen Windparks auf. Mehr als 50 Prozent aller Kraftwerke, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden, sind laut BUND in der Hand von Privatpersonen und Landwirten[4]. Nachhaltigkeit <em>made at home</em> .</p> <p>Nicht nur beim Thema Energie, auch in anderen Lebensbereichen lässt sich Nachhaltigkeit im Alltag leben. Viele Ideen gibt es bereits: Beim Upcycling entstehen Gegenstände aus vermeintlichen Abfallprodukten. Der Kauf regionaler Lebensmittel schont das Klima, weil lange Transportwege wegfallen. Geld kann bei Banken angelegt werden, die nicht in fossile Energieträger wie Kohle investieren.</p> <p>Damit sind nur einige Beispiele genannt. Weitere Ideen können Besucherinnen und Besucher am Freitag, den 24. Juni 2016, beim NachhaltigkeitsCamp Bonn erproben und weiterentwickeln. Zu der Veranstaltung laden Engagement Global und Bonn.digital ein. Sie wird in Form eines „Barcamps“ abgehalten – ein Format, bei dem die Teilnehmenden gleichzeitig die Akteure sind. Jeder kann eine Session zu seinem Thema mit Bezug zu Nachhaltigkeit anbieten. Gleichgesinnte schließen sich an und gemeinsam wird eine Idee weitergesponnen.</p> <p>Die Location könnte nicht passender sein. Das Basecamp[5] im Bonner Süden war in seinem früheren Leben eine Lagerhalle. Heute bilden dort ausgemusterte Schlafwaggons, Transporter und Wohnwagen einen Indoor-Campingplatz mit ganz viel Retro-Charme. Wo ließe sich besser über nachhaltige Lebensweisen und die Grenzen der Wegwerfgesellschaft konferieren als hier?</p> <p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> <a href="https://www.nachhaltigkeit.info/media/1326279587phpeJPyvC.pdf">https://www.nachhaltigkeit.info/media/1326279587phpeJPyvC.pdf</a></p> <p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Brundtland-Bericht">https://de.wikipedia.org/wiki/Brundtland-Bericht</a></p> <p><a href="#_ftnref3" name="_ftn3">[3]</a> <a href="http://www.globalgoals.org/de/">http://www.globalgoals.org/de/</a></p> <p><a href="#_ftnref4" name="_ftn4">[4]</a> <a href="http://www.bund.net/themen_und_projekte/klima_und_energie/energiewende/energiewende_von_unten/" target="_blank">http://www.bund.net/themen_und_projekte/klima_und_energie/energiewende/energiewende_von_unten/</a></p> <p><a href="#_ftnref5" name="_ftn5">[5]</a> <a href="http://www.basecamp-bonn.de/" target="_blank">http://www.basecamp-bonn.de/</a></p>   </div> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-top:10px; margin-bottom:30px;">       <h2>Weitere Informationen</h2>           <a href="http://www.engagement-global.de/nachhaltigkeitscamp-bonn.html" class="hyperlink_txt" title="Zum NachhaltigkeisCamp Bonn" rel="" target="_blank">Zum NachhaltigkeisCamp Bonn</a>    </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/nachhaltigkeit-selber-machen-beim-nachhaltigkeitscamp-bonn.html</link><pubDate>Thu, 09 Jun 2016 08:32:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/nachhaltigkeit-selber-machen-beim-nachhaltigkeitscamp-bonn.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/06/basecamp_vw-500x250.jpg" length="52175" type="image/jpeg" /></item><item><title>Bäume berühren und sprechen lassen - Einblicke in das erste Einstiegsseminar Globales Lernen für Geflüchtete</title><description><![CDATA[ <h1 class="ce_headline">   Bäume berühren und sprechen lassen</h1> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/2/Keith_Hamaimbo-522be9b2.jpg" width="500" height="750" alt="Keith Hamaimbo">                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Dr. Keith Hamaimbo</figcaption>            </figure>          <p>Der Wald ruft in jeder Person ein Bild hervor. Oft gibt es eine innere Angst vor dem Wald. Ein Ort, an dem alles dicht, dunkel und geheimnisvoll ist, an dem überall Gefahren lauern. Dieses Bild ist mir angesichts der vielen Meldungen zur Flüchtlingslage in den letzten Monaten wieder eingefallen. Als „Gegengift“ zu dem Bild fiel mir ausgerechnet ein Baum ein. Nehmen wir zum Beispiel die Eiche: Ein schöner Baum, der nicht nur hervorragende dekorative Eigenschaften hat, sondern auch Einheit und Frieden symbolisiert. In vielen alten Religionen wurde sie sogar als heilig verehrt. Würden aber Tausende von Eichen beieinander stehen, wären sie vielleicht unheimlich und man würde die einzelne Eiche nicht mehr wahrnehmen.</p> <p>Als feststand, dass ich Teil des Teams für das erste Einstiegsseminar zum Globalen Lernen für Geflüchtete von Bildung trifft Entwicklung (BtE) von Engagement Global sein sollte, war ich gespannt, was ich mit den unterschiedlichen Teilnehmenden erleben würde. Auf der Liste der Teilnehmenden standen unter anderem Frauen und Männer aus Ruanda, Somalia und Syrien. Jeder und jede von ihnen mit einer anderen Geschichte. Einige sind schon länger in Deutschland, andere waren schon einmal in ihre Heimatländer zurückgekehrt und sind wieder nach Deutschland eingereist, nachdem die persönliche Sicherheit in ihrem Land nicht gewährleistet werden konnte. Andere waren erst wenige Monate in Deutschland – demzufolge war das Niveau der Sprachkenntnisse in der Gruppe sehr unterschiedlich. Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich daher Sorgen, ob sie bei ihren Bildungsveranstaltungen verstanden werden könnten. Auch ich konnte noch sehr wenig Deutsch als ich begann, als Referent tätig zu sein. Trotzdem wurden meine Inhalte verstanden. Was ich in den letzten Jahren dazu gelernt habe, sind die unterschiedlichen Methoden, die es ermöglichen Inhalte mithilfe aller Sinne und auf lebendige Art und Weise zu vermitteln. In dem Einstiegsseminar ist es unsere Aufgabe als Trainer oder Trainerin, eben diese Methoden aufzuzeigen, mit denen die neuen Referentinnen und Referenten ihre Inhalte vermitteln können.</p> <p>Eine der Methoden kann das Arbeiten mit Bildern sein. Bilder erzählen Geschichten, wird gesagt. Aber auf einem dramatischen Bild eine Person wiederzuerkennen, die gerade neben dir sitzt, erzeugt eine ganz andere Beziehung zu diesem Bild. Plötzlich sind das keine „Flüchtlinge“ mehr, die irgendwo auf einen Lastwagen gepfercht werden. Es sind Menschen wie du und ich. Dann frage ich die Teilnehmenden: „Kennst du auch andere Leute auf diesem Bild? Weißt du, wo diese oder jene Person jetzt ist?“ Durch diese Reflexion sehe ich in dem Wald (in Hunderten von Berichten über Flüchtlinge) plötzlich wieder Bäume. Ich berühre einen Baum, indem ich mit einer Person über ihre Fluchtreise spreche. Wenn sie mit mir darüber spricht, weiß ich, dass ich ihr nichts zu sagen brauche. Ich muss nur zuhören. Ihre Geschichte ist einzigartig. Ich erkenne plötzlich die Zerstörung, wenn die Person mir ein Bild zeigt und sagt: „Siehst du das hier? So sieht die Straße jetzt aus. Das habe ich im Internet gefunden. Aber siehst du hier? So sah die Straße vorher aus. Diese Straße kenne ich.“ Ich habe am Ende einen starken Wunsch: Das sollten viele Menschen mitbekommen. Diese Geschichten dürfen auf gar keinen Fall hier im Seminar im Verborgenen bleiben. Diese Menschen – genau wie die Bäume im Wald – müssen für sich sprechen, genau betrachtet werden, damit viele endlich verstehen, dass wir nicht von Monstern und Schmarotzern in Flüchtlingsverpackungen heimgesucht werden. Ich hoffe, dass die neuen Referentinnen und Referenten viele Anfragen bekommen, um Ihre Geschichten erzählen und ein Bild von ihren Heimatländern vermitteln zu können.</p>   </div> <div class="ce_text block">             <p>Zu guter Letzt möchte ich eine Anekdote aus dem Seminar erzählen. Eine der Methoden des Seminars, die durchgeführt werden sollte, war „Stühle rücken“. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden in Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe bekommt die Aufgabe, Stühle in einer bestimmten Position aufzustellen. Es gibt nicht genug Stühle, um es jeder Gruppe zu ermöglichen, die eigene Aufgabe zu erledigen. Gewöhnlich gibt es am Anfang des Spiels ein bisschen Chaos und „Streit“ um die Stühle, bis ich als Trainer nach ca. 20 Minuten das Gefühl habe, dass mein pädagogisches Vorhaben erreicht worden ist. Am Ende kann ich dann ganz kompetent erklären, dass es in dieser Übung darum geht aufzuzeigen, dass Konkurrenz nicht immer zielführend ist. Es geht beim Globalen Lernen vielmehr um Kooperation und Empathie.</p> <p>Mit einer Gruppe ist die Übung gescheitert. Nach ca. ein bis zwei Minuten war das Spiel schon zu Ende und alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer standen zufrieden vor den wenigen für die jeweilige Gruppe versammelten Stühlen. Die Gruppen erläuterten mir: „Wir sind mit den wenigen Stühlen zufrieden! Wenn es nicht genug Stühle gibt, dann gibt es eben nicht genug. Aber von den anderen möchten wir ungern die Stühle wegnehmen.“ Mit den Trainerinnen und Trainern des Seminars machten wir uns später Gedanken, ob wir die Übung hätten umformulieren müssen: „Stellt ALLE Stühle in eine Reihe...“ und nicht „Stellt die Stühle in eine Reihe...“? Dann wäre die Übung vielleicht verständlicher.</p>         </div> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-top:10px; margin-bottom:30px;">           <a href="http://www.bildung-trifft-entwicklung.de/" class="hyperlink_txt" title="Zur Seite von Bildung trifft Entwicklung" rel="" target="_blank">Zur Seite von Bildung trifft Entwicklung</a>    </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/baeume-beruehren-und-sprechen-lassen.html</link><pubDate>Tue, 17 May 2016 00:00:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/baeume-beruehren-und-sprechen-lassen.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/autoren/Keith_Hamaimbo.jpg" length="536422" type="image/jpeg" /></item><item><title>CHAT der WELTEN</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/05/Chat_Der_Welten_Franziska.JPG" title="Franzsika Weiland" data-lightbox="4d13d2">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/f/Chat_Der_Welten_Franziska-e63edc0f.jpg" width="500" height="720" alt="Franzsika Weiland" title="Franzsika Weiland">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Franzsika Weiland</figcaption>            </figure>          <p><strong>Der CHAT der WELTEN verbindet die Themen des Globalen Lernens mit einem „virtuellen Austausch“. Was heißt das genau?</strong></p> <p>In den Bildungsveranstaltungen des CHAT der WELTEN Thüringen wird Globales Lernen mit dem Medium CHAT verbunden. Das bedeutet, dass sich Thüringer Schüler und Schülerinnen über eine internetbasierte Plattform, zum Beispiel Skype, anhand von Text-, Video- oder Audionachrichten mit anderen Schülern oder Experten aus verschiedensten Ländern Lateinamerikas, Afrikas oder Asiens zu einem bestimmten entwicklungspolitischen Thema austauschen.</p> <p><strong>Werden die CHATs begleitet?</strong></p> <p>Die Chats werden methodisch in den Unterricht eingebunden. Das heißt, dass geschulte Referentinnen oder Referenten in die Schule kommen um den CHAT gemeinsam mit den Schülern und Schülerinnen vorbereiten. Sie nutzen dafür die Methoden des Globalen Lernens und ihre Erfahrungen, um die Informationen, die im Chat ausgetauscht werden, in einen Kontext zu setzen. Diese Chance hat man mit dem reinen Informationsbezug durch Facebook, Twitter oder dem normalen Nachrichtenkonsum nicht. Damit werden oft ganz andere Perspektiven eröffnet.</p> <p><strong>Was ist das Ziel eines CHAT der WELTEN-Projekts?</strong></p> <p>Die Grundvoraussetzung für einen solchen Austausch ist Neugier: Es geht darum, Fragen zu stellen und hinzuhören. Damit sollen die Bildungsveranstaltungen einen Beitrag leisten, gegenseitiges Interesse und die Bereitschaft für den Austausch über Leben und Alltag in den jeweiligen Partnerländern zu wecken. Perspektivenwechsel ist hier das Stichwort, mit dem zum gegenseitigen Verständnis und Verstehen angeregt werden soll. Digitale Medien im Unterricht einzubinden bedeutet eben nicht nur, sprachliche und kommunikative Kompetenzen zu fördern, sondern auch das Internet als verbindendes Element zwischen verschiedenen Lebenswelten für den Wissens- und Erfahrungsaustausch zu nutzen. Globalisierungsthemen können so von verschiedenen Standpunkten aus beleuchtet werden.</p> <p><strong>Über was wird sich „ausgetauscht“?</strong></p> <p>Um eine Idee von der Themenvielfalt zu bekommen, eignet sich ein Blick auf die UN-Ziele nachhaltiger Entwicklung (SDGs), die am 1. Januar 2016 in Kraft getreten sind. Das Themenspektrum kann neben allgemeinen Lebens- und Alltagsbezügen auch wirtschaftliche, politische, religiöse und gesellschaftliche Schwerpunkte aufweisen. Meiner Erfahrung nach beziehen sich die Fragen während der Chats nicht nur auf entwicklungspolitische Schwerpunktthemen, sondern betreffen oftmals die Alltagserfahrungen der jeweiligen Chat-Partnerinnen und -Partner. Beide Bereiche sind dabei oft nicht strikt voneinander zu trennen.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_above">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/05/Chat_der_Welten_Schuelerauswertung_gut-16-03-18.jpeg" width="1024" height="768" alt="Eine Schülerauswertung als Wörter-Cloud">                      <figcaption class="caption" style="width:1024px">Eine Schülerauswertung</figcaption>            </figure>          <p><strong>Wie werden die CHAT-Partnerinnen und Partner ausgewählt?</strong></p> <p>Es gibt zwei Gruppen von CHAT-Partnern und -Partnerinnen: Expertinnen und Experten zu einem bestimmten Thema und Schülergruppen. Für die Experten-CHATs werden unsere CHAT-Partner in erster Linie nach ihrer Expertise und ihren Erfahrungen ausgewählt. Eine Offenheit gegenüber dem Konzept des Globalen Lernens ist unerlässlich. Sie sollten auch gut mit Jugendlichen umgehen können, denn das Prinzip des Lernens auf Augenhöhe und Perspektivenwechsel stehen bei uns im Vordergrund.</p> <p>In der Zusammenarbeit mit unseren Partnerinstitutionen, die sich in verschiedenen Ländern Afrikas, Lateinamerikas und Asiens befinden, ist es uns wichtig, die CHAT-Projekte gemeinsam vorzubereiten, so dass die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler gut auf den gemeinsamen Austausch vorbereitet werden können.</p> <p><strong>Heute haben doch viele Schüler ein Smartphone oder nutzen einen Computer. Die Kommunikation über alle Grenzen hinweg mit WhatsApp, Facebook und Co ist doch schon völlig normal. Ist der CHAT der WELTEN nicht ein alter Hut?</strong></p> <p>Nein, ganz und gar nicht. Du kannst mit der Nutzung verschiedener CHAT-Medien zwar an die Lebenswelten der Schülerinnen und Schüler anknüpfen und so einen Bezugspunkt schaffen, mit dem sie vertraut sind. Dabei wird ihnen aber die Möglichkeit gegeben, Bekanntes mit Unbekanntem zu verknüpfen: Sie bekommen die Chance, sich über den normalen Medienkonsum hinaus mit Themen zu beschäftigen und so auch unerwartete Meinungen, die auf ganz persönlichen Erfahrungen basieren, kennenzulernen. In unseren Projekten hat sich genau das oft gezeigt: Die Schülerinnen und Schüler haben explizit nach den persönlichen Erfahrungen und dem Lebenshintergrund der CHAT-Partnerinnen gefragt. Und das ist etwas ganz Besonderes am CHAT: Wir reden in den Veranstaltungen nicht übereinander, sondern miteinander. Die Informationen zu entwicklungspolitischen Themen bekommen durch den CHAT der WELTEN ein Gesicht und das Lernen eine tatsächlich globale Dimension.</p> <p><strong>Was nehmen die Schülerinnen und Schüler denn aus einem CHAT-Projekt mit?</strong></p> <p>Bisher haben wir positive Rückmeldungen bekommen, auch weil wir gerade durch das Chatten an ihre Lebenswelten anknüpfen. Es macht ihnen beispielsweise Freude, den Lernprozess mitzugestalten, indem die eigenen Fragen formuliert und gestellt werden. Viele waren erstaunt, dass sich die CHAT-Partnerinnen und -Partner, egal ob Schulklassen oder Experten, Zeit für den gemeinsamen Austausch genommen haben. Das ist ja nicht selbstverständlich, denn oftmals muss bei CHAT-Veranstaltungen eine Zeitverschiebung eingeplant werden. CHAT-Partnerinnen und Partner stehen daher auch schon mal früher auf oder bleiben länger in der Schule.</p> <p><strong>Welche technischen Voraussetzungen braucht man für die Durchführung eines CHAT-Projekts? Was, wenn diese nicht vorhanden sind oder Probleme machen? Haben auch die Partnerinnen und Partner im globalen Süden die technischen Voraussetzungen für einen Chat?</strong></p> <p>Eine funktionierende Internetverbindung sollte auf beiden Seiten vorhanden sein. Das ist nicht nur in manchen Ländern des Globalen Südens ein Problem, sondern auch hier in Thüringen noch nicht überall gängig, da in einigen Schulen Internet noch nicht raumdeckend zur Verfügung steht. Daher weichen wir auch oft auf einen Surfstick aus. Dies gilt natürlich auch für die ausländischen Partner. Falls eine Verbindung nicht zuverlässig steht, kann man auch auf Video-Botschaften ausweichen oder den CHAT mit Textnachrichten durchführen. Da wir nicht davon ausgehen können, dass in jeder Schule Computer oder Tablets zur Verfügung gestellt werden, haben wir unseren ganz eigenen Gerätekoffer mit Rechner, USB-Verteiler, Verlängerungskabel, Mikrofon und Boxen zusammengestellt. Unsere CHAT-Partner haben bisher auch immer für eine gute Internetverbindung gesorgt und sind zum Beispiel mal ins Internetcafé ausgewichen.</p>   </div> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-bottom:20px;">           <a href="http://www.chatderwelten.de" class="hyperlink_txt" title="Zur Website des Programms" rel="" target="_blank">Zur Website des Programms</a>    </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/chat-der-welten.html</link><pubDate>Wed, 11 May 2016 11:59:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/chat-der-welten.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/05/Chat_der_Welten_Schuelerauswertung_gut-16-03-18.jpeg" length="148886" type="image/jpeg" /></item><item><title>Mais que uma bola - Mehr als ein Ball</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/02/Schleicher-und-Jorginho.JPG" title="Werner Schleicher und Jorginho" data-lightbox="33bd06">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/5/Schleicher-und-Jorginho-5cf14285.jpg" width="500" height="375" alt="Links sieht man Werner Schleicher und rechts den Brasilianer Jorginho" title="Werner Schleicher und Jorginho">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Werner Schleicher und Jorginho. Foto: Schleicher</figcaption>            </figure>          <p><strong>Worum geht es bei Ihrem Projekt „Mais que uma bola – mehr als ein Ball“?</strong></p> <p>Im Rahmen der Städtepartnerschaft Köln – Rio de Janeiro richtet sich das Sportprojekt „Mais que uma bola – mehr als ein Ball“ an Jugendliche aus beiden Städten im Alter von jeweils 14-16 Jahren. Partner sind die Heinrich-Böll-Gesamtschule in Köln-Chorweiler und „Bola para Frente“, Fußballschule in Guadalupe, Rio, Zona Norte.</p> <p>Aus Anlass der Fußball WM 2014 hat das Sportamt der Stadt Köln und die „Rheinflanke gGmbH“ mit der Heinrich-Böll-Gesamtschule 2013 + 2014 den Jugendaustausch mit der von Jorginho gegründeten Einrichtung begonnen. Beiden Seiten haben die Begegnungen mit Jugendlichen vom anderen Ende der Welt die Augen geöffnet. Die Globalisierung wurde hautnah erfahrbar und das Interesse an der jeweils anderen Kultur geweckt. Der Fußball baute die Brücke.</p> <p><strong>Was ist das Ziel des Projektes?</strong></p> <p>Ziel des Projektes ist die Verbesserung der interkulturellen Kompetenz und der Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen aus benachteiligten Stadtteilen von Köln und Rio. Eine Wertevermittlung von Hilfsbereitschaft, Toleranz und Respekt soll vermittelt werden.</p> <p><strong>Sie haben im Jahr 2014 mit anderen Kölner Initiativen beim Wettbewerb Kommune bewegt Welt gewonnen. Der Wettbewerb prämiert Projekte und Maßnahmen zum Thema Migration und Entwicklung, bei denen Kommunen (Städte, Landkreise und Gemeinden) mit Migrantenorganisationen und anderen Eine-Welt-Akteuren zusammenarbeiten. Wofür konnten Sie das Preisgeld nutzen?</strong></p> <p>Die Summe von 2.500,- € (Zehntelanteil) wurde komplett als Grundstock für die zweite Auflage unseres Projektes : „Mehr als ein Ball“ verwendet. Inzwischen ist das neue Projekt fast finanziert und mit einer neuen Gruppe von Jugendlichen aus Köln Chorweiler fahre ich Ende dieses Monats wieder in die Armenviertel von Rio. Das Projekt konnte so nachhaltig weiterentwickelt werden (Olympiaprojekt Köln-Rio 2016). Das Geld kommt zu 100 % den beteiligten Jugendlichen aus Köln und Rio de Janeiro zugute. Die Brasilianer kommen dann im Sommer zu uns.</p>   </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>Wir freuen uns, dass das Projekt jetzt zur Olympiade weitergeht. Wie sieht die Neuauflage genau aus?</strong></p> <p>Neben dem Fußball sollen weitere Sportarten hinzugenommen werden, um den olympischen Gedanken mit aufzunehmen. Die 14-16 Jährigen werden nun wieder im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften, hier wie dort, auf die jeweils andere Kultur vorbereitet. Es wird wieder Portugiesisch Unterricht erteilt, sowie Musik und natürlich Geographie und Gesellschaftslehre. Die Schüler/innen des ersten Austauschs werden als Multiplikatoren (Sportausbilder) eingesetzt.</p> <p>Zwei Begegnungswochen sind geplant: Im März 2016 in Rio und im Juni 2016 in Köln mit jeweils ca. 20 Personen.</p> <p>Zur Sicherung der Nachhaltigkeit wurde auch vereinbart, nach der Schule, also 2017, einen Praktikantenaustausch für 3-4 Monate zu planen, in dem jeweils zwei Jugendliche in den Familien wohnen und im Bereich Sport in der jeweils anderen Stadt ein Praktikum absolvieren.</p> <p>Auch die Unterstützung der Favela Triangolo soll weiter ausgebaut werden. In der Favela leben rund 1000 - 2000 Menschen unter der Autobahn unter katastrophalen Lebensbedingungen und rund 20 % der Kinder aus der Fußballschule kommen hierher. Von dem Geld einer Schulsammlung der HBG wurden Dinge des täglichen Lebens wie Matratzen, Ventilatoren und Pampers von den Chorweiler Schülern im März 2015 an die Familien überreicht.</p>         </div> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-bottom:20px;">           <a href="http://mehr-als-ein-ball.de/" class="hyperlink_txt" title="Zur Website des Projekts" rel="" target="_blank">Zur Website des Projekts</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-bottom:20px;">           <a href="http://www.service-eine-welt.de/migration/migration-wettbewerb-kommune-bewegt-welt.html" class="hyperlink_txt" title="Zur Seite des Wettbewerbs Kommune bewegt Welt" rel="" target="_blank">Zur Seite des Wettbewerbs Kommune bewegt Welt</a>    </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/mehr-als-ein-ball.html</link><pubDate>Wed, 03 Feb 2016 17:02:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/mehr-als-ein-ball.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/02/Mais-que-uma-bola.JPG" length="462662" type="image/jpeg" /></item><item><title>Engagement Global für Alle?!</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">       <h2>„…ach ja…und das Ganze muss bitte auch noch barrierefrei sein!“</h2>             <p>Das ist sicherlich ein Satz, der häufiger zwischen Auftragnehmern und den ausführenden Agenturen fällt und eines der Kernprobleme ganz gut beschreibt. Entweder sehen Kunden das Thema als lästige zusätzliche Anforderung, mit der sie sich nur ungern beschäftigen oder aber Dienstleister sind zu wenig sensibilisiert und bringen keine einschlägige Erfahrung mit. So entfällt dann schnell eine strategische Planung der digitalen Angebote, bei der die Anforderungen zur Barrierefreiheit von Anfang an berücksichtigt werden.</p> <p>Engagement Global ist als öffentliche Einrichtung zur Umsetzung der sogenannten <a title="Zum Wikipediaeintrag" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung" target="_blank">BITV</a> (Barrierfreie-Informationstechnik-Verordnung)  verpflichtet und dem wollen wir – so gut es geht - auch gerecht werden.</p> <p>Eine möglichst sauber programmierte Website, Bilder mit entsprechenden Beschreibungen für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen, aber auch gut aufbereitete Dokumente, die wir zum Download in unserer Mediathek bereitstellen, gehören mittlerweile zu den Standards.</p> <p>Als wir mit unseren Aktivitäten auf Facebook und Twitter anfingen, stellten wir uns auch hier die Frage, wie wir Inhalte von externen Social Media Plattformen (auf die wir keinen Einfluss haben), barrierearm anbieten können. Es entstand unser <a title="Zum Social Media Newsroom" href="http://www.engagement-global.de/social-media-newsroom.html" target="_blank">Social Media Newsroom</a>, der alle Aktivitäten auf einer Seite bündelt und durch entsprechende Screenreader gelesen werden kann.</p> <p>Als ersten Einstieg haben wir auch zwei Videos in Gebärdensprache produziert, die unsere Organisationsziele und die Funktionen unserer Website verdeutlichen. Die Produktion dieser Videos und der Austausch mit unserem gehörlosen Dienstleister waren unglaublich bereichernd und haben uns motiviert weiter an diesem Thema zu arbeiten.</p>         </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">       <h2>Warum so kompliziert?</h2>             <p>In unserem Arbeitsumfeld werden sehr gerne Fremdwörter und Fachbegriffe verwendet, die nicht nur für Menschen mit Beeinträchtigungen schwer zu verstehen sind. Daher bauen wir unser Textangebot in Leichter Sprache weiter aus. Gemeinsam mit speziell geschulten Redakteurinnen erstellen wir Texte, die dann von einer Prüfgruppe getestet werden. In dieser Prüfgruppe sind unter anderem Menschen mit Beeinträchtigungen. Wie sieht ein Text in Leichter Sprache dann konkret aus? Als Erklärung für die sperrige Formulierung „Globale Ziele für nachhaltige Entwicklung“ schreiben wir dann zum Beispiel: „Entwicklung soll so ablaufen, dass Menschen auch in Zukunft gut auf der Welt leben können.“</p> <p>Sicherlich können wir uns noch verbessern und die barrierefreien Angebote weiter ausbauen, aber immerhin wurden wir mit 96 von 100 Punkten als „sehr gut zugänglich“ durch den BITV (Barrierfreie-Informationstechnik-Verordnung) getestet.</p>         </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Daniel Montua</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/daniel-montua.html" title="Daniel Montua">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/0/Montua_quadrat_klein-136ba960.jpg" width="500" height="500" alt="Daniel Montua" title="Daniel Montua">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Daniel Montua</figcaption>            </figure>          <p>Daniel Montua ist Social Media und Community Manager bei Engagement Global und dort für die strategische Planung der sozialen Netzwerke zuständig. Nach seiner Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann sammelte er Erfahrungen im Agenturumfeld. Der Diplom-Medienökonom beschäftigte sich im Rahmen seiner Diplomarbeit mit neuen, digitalen Bürgerbeteiligungsformaten. Ehrenamtlich engagiert sich Daniel Montua in der Jugendverbandsarbeit, z.B. mit der Organisation von internationalen Jugendbegegnungen. Er ist Mitorganisator der Socialbar Bonn.</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/daniel-montua.html" title="Read the article: Daniel Montua" class="more">Read more<span class="invisible"> Daniel Montua</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/engagement-global-fuer-alle.html</link><pubDate>Fri, 29 Jan 2016 11:12:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/engagement-global-fuer-alle.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2016/Grafik_Beitrag_Barriefreiheit.JPG" length="36438" type="image/jpeg" /></item><item><title>Flucht und Migration in der Bildungsarbeit</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/autoren/Zohreh_Rezvany.jpg" title="Zohreh Rezvany" data-lightbox="48afec">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/2/Zohreh_Rezvany-a19c6af2.jpg" width="500" height="620" alt="Zohreh Rezvany" title="Zohreh Rezvany">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Zohreh Rezvany, Referentin im Programm „Bildung trifft Entwicklung“ (BtE)</figcaption>            </figure>          <p><strong>Was motiviert Sie, sich im Globalen Lernen und für BtE zu engagieren? </strong></p> <p>Ich halte es für sehr wichtig, Vermittlerin einer anderen Kultur in einem westlichen Land zu sein und auch umgekehrt, die Erfahrungen in Deutschland meinen eigenen Landsleuten weiterzugeben. Ich liebe es, den Menschen eine Perspektive zu zeigen, mit der sie sich wohl fühlen und ihre Träume erfüllen können.</p> <p><strong>Welche Themen bieten Sie in Ihren Bildungsveranstaltungen an und für welche Zielgruppen? </strong></p> <p>Neben der Auseinandersetzung mit Gründen und Wegen von Flucht sowie mit dem Leben in einem fremden Land als Flüchtling, biete ich auch Bildungsveranstaltungen zu folgenden Themen an:</p> <ul> <li>Alltag in anderen Ländern</li> <li>Deutsche und internationale Entwicklungszusammenarbeit, Arbeiten im Projekt</li> <li>Frauen/Gender</li> <li>Interkulturelle Schulpartnerschaften</li> <li>Interkulturelles Lernen/Werte und Normen/Vorurteile/Klischees</li> <li>Kinder in anderen Ländern (Kinderalltag, Kinderrechte, Kinderarbeit, Kinderspiele)</li> <li>Menschenrechte/Demokratieförderung/Migration</li> </ul>   </div> <div class="ce_text block">             <p>Meine Zielgruppen sind sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene. Besonders zum Thema Flucht werde ich oft in Schulen eingeladen, um darüber mit Lehrern und Lehrerinnen, aber auch mit Schülern und Schülerinnen zu sprechen.</p> <p>Die deutsche Gesellschaft ist gerade jetzt sensibilisiert für das Thema Flüchtlinge, dazu brennen den Menschen viele Fragen unter den Nägeln. Es ist wichtig, hier vielschichtige Antworten einzubringen, die für ein breiteres Verständnis des Themas hilfreich sein können.</p> <p><strong>Wie bringen Sie Ihre eigenen Erfahrungen mit Flucht und Migration und aus der Arbeit mit Geflüchteten in die Bildungsveranstaltungen ein? </strong></p> <p>Ich arbeite schon viele Jahre mit geflüchteten Menschen, 12 Jahre lang habe ich mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen gearbeitet und seit mehr als 15 Jahren mit erwachsenen Flüchtlingen. Ich weiß viel über die Politik in ihren Heimatsländern und ihre Fluchtgründe. Weil ich auch zum großen Teil ihre Muttersprache spreche, gewinne ich schnell ihr Vertrauen, was natürlich hilfreich ist. Ich kenne auch das System in Deutschland und bin immer auf dem neusten Stand der Dinge. Ich informiere mich über die neuen Gesetze, auf diesem Wege versuche ich, Flüchtlingen in meiner täglichen Arbeit zu helfen und ihre Probleme nachvollziehen zu können.</p> <p>In meinen Veranstaltungen versuche ich, eine Brücke zwischen den geflüchteten Menschen und der deutschen Gesellschaft zu schlagen, damit sie sich gegenseitig mit Respekt begegnen und auf Augenhöhe akzeptieren. Damit das gelingen kann, ist es wichtig, sich mit den jeweiligen Themen auseinanderzusetzen, die die Menschen beschäftigen. In meiner Arbeit als Bildungsreferentin gebe ich die Interessen der Flüchtlinge weiter, zeige auf, wie sie leben, wie sie Integration verstehen, was ihre Erwartungen an das Leben in Deutschland sind. Den Flüchtlingen und Migrantinnen/Migranten vermittle ich hingegen die Wünsche und Angebote der deutschen Gesellschaft. Dabei geht es immer darum, ein Stück zu nehmen und ein Stück zu geben.</p> <p><strong>Auf welche Reaktionen stoßen Sie dazu bei Ihren Zielgruppen? Welche Rückmeldungen bekommen Sie?</strong></p> <p>Bis heute waren alle, sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Erwachsene von der Authentizität der Veranstaltungen begeistert. Sie konnten sich in die Lage der Flüchtlinge versetzen und haben dadurch ein besseres Verständnis über deren Leben gewonnen. Es waren bis heute nur positive Rückmeldungen – zu meiner Freude!</p> <p><strong>Warum denken Sie, ist es wichtig, BtE-Veranstaltungen zum Thema Flucht und Migration anzubieten? </strong></p> <p>Statistisch betrachtet ist von 122 Menschen weltweit aktuell eine Person entweder ein Flüchtling, binnenvertrieben oder asylsuchend. Wären alle Menschen auf der Flucht Bürgerinnen und Bürger eines einzigen Landes, wäre es die 24.-größte Nation der Welt.</p> <p>Knapp 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht vor Kriegen, Konflikten und Verfolgung. Dies ist die höchste Zahl, die jemals vom „Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen“ (United Nations High Commissioner for Refugees, UNHCR) verzeichnet wurde, und sie wächst rasant, wie der kürzlich veröffentlichte statistische UNHCR-Jahresbericht „Global Trends“ belegt. Ende 2014 waren 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Im Vergleich dazu waren es ein Jahr zuvor 51,2 Millionen Menschen, vor zehn Jahren 37,5 Millionen Menschen. Die Steigerung von 2013 auf 2014 war die größte, die jemals im Laufe eines Jahres von UNHCR dokumentiert wurde.</p> <p>Wenn wir mit den Menschen mit Fluchthintergrund in einem Land leben wollen, führt kein Weg daran vorbei, dass wir uns mit Flucht und Migration auseinandersetzen, die Menschen mit diesem Hintergrund kennenlernen und sie in Deutschland integrieren. Die deutsche Gesellschaft ist auch daran interessiert, die Welt der Flüchtlinge kennen zu lernen. Deshalb halte ich es für sehr wichtig, mehrere Bildungsveranstaltungen mit diesem Thema anzubieten.</p>         </div> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-bottom:20px;">           <a href="http://migration.iom.int/europe/" class="hyperlink_txt" title="Die Migrationswege nach Europa" rel="" target="_blank">Die Migrationswege nach Europa</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-bottom:20px;">           <a href="http://www.bildung-trifft-entwicklung.de/" class="hyperlink_txt" title="Das Programm Bildung trifft Entwicklung" rel="" target="_blank">Das Programm Bildung trifft Entwicklung</a>    </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/flucht-und-migration-in-der-bildungsarbeit-82.html</link><pubDate>Wed, 13 Jan 2016 13:14:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/flucht-und-migration-in-der-bildungsarbeit-82.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/autoren/Zohreh_Rezvany.jpg" length="634813" type="image/jpeg" /></item><item><title>Endlich geht´s los: Deutschland Fairgleicht</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/12/Marwede/Strassenbau.jpg" width="1140" height="1140" alt="Eine Hand pflaster einen Weg mit Steinen." title="Faire Pflastersteine">                      <figcaption class="caption" style="width:1140px">Faire Pflastersteine</figcaption>            </figure>          <p>Die Image- und Kommunikationskampagne „Deutschland Fairgleicht“ sorgt für die Ausweitung des öffentlichen Engagements in Kommunen zu Fairem Beschaffungswesen und würdigt die bereits engagierten Akteure im sozialverträglichen kommunalen Beschaffungswesen. Den Spagat zu schaffen zwischen kreativer, interessanter Kommunikation und fachlich korrekter Information zu diesem komplexen Thema ist eine Herausforderung. Es ist die erste Kampagne eines so großen Umfangs, die wir von der SKEW zu diesem Themenbereich durchführen.</p> <p>Die von der Agentur ressourcenmangel entwickelte Kommunikationsstrategie zielt darauf ab, dass mehr Beschafferinnen und Beschaffer in den Kommunen ein Bewusstsein dafür bekommen sollen, dass das preisgünstigste nicht immer auch das beste Angebot ist. Theoretisch will wohl jeder fair agieren und nicht auf Kosten Dritter konsumieren. Aber in der Praxis sieht das leider anders aus. Zwischen Wunschdenken und Handeln klaffen große Lücken – und diese gilt es zu schließen. Aus diesem strategischen Leitgedanken entstand die Idee für das Schlüsselbild der Kampagne: Die Weltkarte mit den Kontinenten, die von mehreren Händen aufeinander zu geschoben werden. Wir schließen mit der Kampagne Fairness-Lücken, die zwischen Deutschland und den Ländern des Südens existieren. Auch der entwickelte Hauptclaim der Kampagne „Deutschland Fairgleicht“ zielt auf diesen strategischen Leitgedanken ab. Was die Kampagne erreichen soll, sind mehr Vergleiche zwischen Anbietern, nicht nur nach finanziellen Angebotskriterien, sondern auch nach den Aspekten der fairen Herstellung und Produktion. Etwas Kreatives muss her – und so war „Deutschland Fairgleicht“ geboren. Damit klar ist, dass hier Kommunen gemeint sind, bekommt der Hauptclaim die Unterzeile „Für die faire kommunale Beschaffung“ – schließlich wollen wir gezielt die Akteure im Beschaffungswesen ansprechen.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/12/Marwede/warnjacken_original_R_K_B_by_Jakob%20Ehrhardt_pixelio%20de.jpg" width="1140" height="757" alt="Mehrere Jacken mit Warnreflektoren" title="Arbeitskleidung kann auch fair sein. Foto: Jakob Ehrhardt / PIXELIO">                      <figcaption class="caption" style="width:1140px">Arbeitskleidung kann auch fair sein. Foto: Jakob Ehrhardt / PIXELIO</figcaption>            </figure>          <p>Zielgruppen, Botschaften, Zielsetzungen – daran haben wir uns bei der Ausarbeitung der Kampagnen-Bausteine orientiert. Entstanden sind abwechslungsreiche, kreative wie auch interaktive Formate, die in den nächsten Monaten nach und nach den Kommunen und kommunalen Akteuren nähergebracht werden. Wir sind schon sehr auf die Reaktionen aus den Kommunen gespannt und freuen uns auf zahlreiche neue Kontakte.</p>   </div> <h2 class="ce_headline">   Weitere Informationen</h2> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-bottom:20px;">           <a href="http://www.service-eine-welt.de/deutschland_fairgleicht/deutschland_fairgleicht-start.html" class="hyperlink_txt" title="www.deutschland-fairgleicht.de" rel="" target="_blank">www.deutschland-fairgleicht.de</a>    </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/endlich-gehts-los-deutschland-fairgleicht.html</link><pubDate>Thu, 17 Dec 2015 16:55:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/endlich-gehts-los-deutschland-fairgleicht.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/12/Marwede/Strassenbau.jpg" length="795082" type="image/jpeg" /></item><item><title>Junges Handwerk in der Entwicklungszusammenarbeit</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/12/Pay%20Kauf/Handwerker.jpg" width="1140" height="855" alt="Pay mit anderen jungen Männern beim Bau einer Mauer" title="Bei der Arbeit">                      <figcaption class="caption" style="width:1140px">Bei der Arbeit</figcaption>            </figure>          <p>Die ersten Tage in Südafrika verbrachten wir in der schönen Stadt Nelspruit, die etwa eine Stunde von unserer Baustelle entfernt war. Wir übernachteten in einem Scoutcenter, wo wir auch von zwei deutschen Scouts - Felix und Christian - empfangen wurden. In den ersten fünf Tagen lebten wir uns erstmal ein, erkundeten die Stadt und auch ein paar Sehenswürdigkeiten.</p> <p>In Kabokweni, ein Township in der Nähe von Nelspruit, arbeiteten wir mit den südafrikanischen Jugendlichen an Gebäuden für einen Zeltplatz. Untergebracht wurden wir auf dem Grundstück einer älteren Dame, die mit ihrem Neffen zusammenwohnt. Dort bauten wir unsere Zelte auf, in denen wir die nächsten Wochen schliefen. Die Fahrt zur Baustelle war schon ein Abenteuer, ein steiniger und huckeliger Weg ins Nichts. Die Arbeit auf unserer Baustelle kann man nicht mit der Arbeit in Deutschland vergleichen, wir mussten alles per Hand herstellen wie Beton, Mörtel etc. Es gab keinen Wasserhahn den man mal eben aufdrehen konnte, um sich Wasser zu holen, und so gut wie keine Maschinen.</p> <p>Auf der anderen Baustelle haben wir an der Fertigstellung eines Gemeinschaftshauses mitgearbeitet. Hier lebten wir bei Khonzaphi und seiner sehr gastfreundlichen Familie im Haus. Dort angekommen wurden wir ganz herzlich in Empfang genommen und allen Familienmitgliedern vorgestellt. Danach brachte uns ihre Haushälterin zur Baustelle und drückte uns einen Plan in die Hand. Eine Seite des Gebäudes stand schon und die andere Seite sollten wir fertig stellen. Zum Feierabend lud uns Khonzaphi zu sich ein und wir aßen alle zusammen, probierten Zuckerrohr und spielten Tischtennis.</p> <p>Neben der Arbeit haben wir auch etwas vom Land gesehen. Auf dem Weg in den Krügerpark besuchten wir den Jugendchor „Youth in Action", der in der Nähe des Krügergates seine Heimat hat. Der Chorleiter fuhr mit uns zu einem Gebäude, wo viele Chormitglieder auf uns warteten und uns herzlich empfingen, im Anschluss gingen wir alle ins Gebäude und nahmen Platz. Danach sang der Chor für uns und ich war echt positiv überrascht, so etwas Schönes hatte ich vorher nie gehört. Nach der Vorstellung bestritten wir noch ein Fußballmatch gegen Mitglieder des Chors und am Abend aßen wir alle bei dem Chorleiter zu Hause, spielten Karten und wurden immer pärchenweise auf Gastfamilien aufgeteilt. Am nächsten Tag frühstückten wir alle zusammen, bedankten uns für die Gastfreundlichkeit und machten uns auf den Weg in den Krügerpark. Auf dem Weg in den Park holten wir noch Excellent ab, ein Pfadfinder, der von Beruf Ranger ist und uns den ersten Tag durch den Park begleitete. Wir sahen in der Zeit viele Elefanten, Giraffen, Nashörner, Löwen und vieles mehr. Was für ein Abenteuer! Die Tage im Krügerpark vergingen wie im Flug und nach den aufregenden Tagen dort machten wir uns wieder auf den Weg nach Nelspruit.</p> <p>In den letzten Tagen beendeten wir die beiden Baustellen. Am letzen Abend kamen noch mal alle, die an dem Bau der Gebäude beteiligt waren, im Scoutcenter zusammen zum Abendessen. Nach dem Essen sangen alle für uns und wir bekamen jeder ein Pfadfinderhalstuch geschenkt, worüber wir uns sehr freuten. Wir tranken alle noch etwas zusammen, hörten Musik und hatten Spaß. Am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen, schweren Herzens machten wir uns auf den Weg nach Johannesburg, wo wir noch eine sehr schöne Zeit miteinander verbrachten. Wir besuchten ein Museum, machten eine Stadtrundfahrt, gingen alle zusammen Essen und gingen in ein Einkaufszentrum.</p> <p>Nun war der Monat vorbei und ich hatte viele Eindrücke gesammelt vom Land Südafrika, so wie auch seinen Menschen. Unser Flieger ging gegen Mittag nach Dubai, und ich war auch froh wieder nach Hause zu kommen und in der gewohnten Umgebung zu leben und Freunde und Familie wiederzusehen.</p> <p>Bevor ich losgeflogen bin, wusste ich nicht recht, was mich in Südafrika erwartet. Wo schlafen wir? Was essen wir? Wie sind die Menschen dort? Ist es gefährlich dort? Wie sieht die Landschaft aus? Es geht einem sehr viel durch den Kopf, aber am Ende kommt doch eh alles anders als man sich es vorgestellt hat. Ich war positiv überrasch, wie lebensfreudig die Menschen in Südafrika sind, und was sie einem alles geben, obwohl sie doch so wenig besitzen. Davon könnten viele von uns noch etwas lernen!</p> <p>Für eine beste Erfahrung kann ich mich nicht entscheiden, da das ganze Projekt für mich ein Highlight war und ich es sicherlich niemals in meinem Leben vergessen werde. Es war sehr informativ und hat mir auch in vielen Dingen die Augen geöffnet.</p> <p>Nach der Rückkehr in Deutschland musste ich mich erstmal wieder einleben und realisieren wieder hier zu sein. Viele Sachen sind für uns hier selbstverständlich wie fließend Wasser, eine Toilette, eine Wohnung, Essen/Trinken etc. da wir es nicht anders gewohnt sind und es nicht anders kennen. Daher sollte jeder die Chance haben, auf so einen Kontinent zu fliegen und sich einen eigenen Eindruck zu machen.</p>   </div> <h2 class="ce_headline">   Weitere Informationen</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.juha-ez.de/" class="hyperlink_txt" title="Zur Seite &quot;Junges Handwerk in der Entwicklungszusammenarbeit&quot;" rel="" target="_blank">Zur Seite "Junges Handwerk in der Entwicklungszusammenarbeit"</a>    </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/junges-handwerk-in-der-entwicklungszusammenarbeit.html</link><pubDate>Fri, 11 Dec 2015 15:48:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/junges-handwerk-in-der-entwicklungszusammenarbeit.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/12/Pay%20Kauf/Handwerker.jpg" length="618430" type="image/jpeg" /></item><item><title>Die Lage ist ernst</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/11/Michael%20Kuehn/brockmann-mali-welthungerhilfe.jpg" width="1000" height="662" alt="Ein Mann in Mali hält trockene Erde in der Hand.">                      <figcaption class="caption" style="width:1000px">Durch den Klimawandel trocknen die Böden in Mali aus und schmälern die Ernte. Foto: Brockmann / Welthungerhilfe</figcaption>            </figure>          <p>Als Welthungerhilfe bringen wir zum Beispiel Politiker mit Partnern aus unseren Projektgebieten zusammen, die längst mit den <strong>Folgen des Klimawandels</strong> kämpfen. Mit Afrikanerinnen, die erleben, wie der Regen ausbleibt oder zu unvorhersehbaren Zeiten fällt. Mit Peruanern aus den Anden, die nicht mehr das ganze Jahr über Zugang zu Wasser haben seit die Gletscher schmelzen. Und mit Inselbewohnern der Pazifikküste, die ihre Heimat verlassen müssen.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Führt Klimawandel auch zu mehr Hunger weltweit?</h2>                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/11/Michael%20Kuehn/Indien%20Boethling%20-%20Welthungerhilfe%20Bild%203.jpg" width="1000" height="669" alt="Mehrere Menschen in Indien neben ihren überfluteten Feldern.">                      <figcaption class="caption" style="width:1000px">In einem Küstenabschnitt auf Sagar Island, Indien ist der Deich gebrochen, das Meer hat die Felder versalzen. Foto: Böthling / Welthungerhilfe</figcaption>            </figure>          <p>Klimawandel erschüttert die Grundlagen der Nahrungsmittelproduktion. Nach Extremwetterereignissen wie Dürren oder Überschwemmungen ist zum Beispiel zu viel oder zu wenig Wasser vorhanden. Meerwasser lässt Äcker für etwa drei Jahre unfruchtbar werden und Süßwasserquellen in Küstennähe versalzen. Außerdem zerstören Extremwetterereignisse die wichtigste Infrastruktur: Ohne Bewässerungsanlagen, Straßen und Märkte können Lebensmittel nicht mehr angebaut, transportiert und gehandelt werden. Im schlimmsten Fall können die Bauern drei Jahre nichts mehr ernten und sind auf Importe angewiesen, während die Preise für Grundlebensmittel steigen. Unter solchen Umständen kann niemand überleben. In den indischen Deltagebieten, den Sundarbans, wandern die Männer bereits in Städte ab, um als Billiglohnarbeiter Geld zu verdienen und nach Hause zu schicken. Die Frauen und Kinder bleiben schutzlos zurück.</p> <p>Klimawandel als Armutsfalle? Mehr Infos auch in der aktuellen Studie: <a href="http://www.welthungerhilfe.de/informieren/themen/klimawandel/klimawandel-schafft-hunger-armut.html" target="_blank">„Auswirkungen des Klimawandels auf Ernährungssicherheit“</a></p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Wie können Projekte im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit helfen, mit dem Klimawandel zu leben?</h2>                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/11/Michael%20Kuehn/Indien%20Felschen%20-%20Welthungerhilfe%20Bild%204.jpg" width="1000" height="667" alt="Dilip Mondal aus Indien auf seinem Feld.">                      <figcaption class="caption" style="width:1000px">Dilip Mondal, 45, lebt im Überschwemmungsgebiet, den Sundarbans, in Indien. Foto: Felschen/ Welthungerhilfe</figcaption>            </figure>          <p>Starten wir als Welthungerhilfe neue Programme und Projekte, dann lassen wir sie vor Beginn durch eine so genannte Klimaanpassungsprüfung laufen. Das heißt, wir und unsere Partner denken immer darüber nach, ob und wie der Klimawandel durch Veränderungen des Wetters unsere Projektregion verändern wird und wie unsere Partner und Zielgruppen Risiken besser einschätzen und sich entsprechend vorbereiten können. Wir engagieren uns daher seit langem stark in der Katastrophenvorsorge. Die Projekte helfen den Menschen, sich an die <a href="http://www.welthungerhilfe.de/informieren/themen/klimawandel/mit-klimawandel-leben.html" target="_blank">Folgen des Klimawandels anzupassen</a>: Menschen in Überschwemmungsgebieten brauchen zum Beispiel Schutzräume und Erste-Hilfe-Trainings, während Bauern in Trockengebieten von Regenauffangbecken und hitzeresistentem Saatgut profitieren können.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Emissionen entstehen überall und müssen verringert werden</h2>             <p>Die ärmeren Länder des globalen Südens haben ein Recht auf möglichst nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und viel Nachholbedarf, um ihre Armut zu lindern. Außerdem haben diese Länder wenig bis gar nichts zum Klimawandel beigetragen. Ihnen jetzt extreme Ziele zur Reduktion von Treibhausgasen vorzuschreiben, ist global gesehen wenig gerecht.</p> <p><strong>Klimaschutz muss von den Verursachern</strong>, also den reichen Ländern und mehr und mehr den Schwellenländern, ausgehen − zum Beispiel von uns Deutschen, aber auch von den Ober- und Mittelschichten in Mumbai. Das ist auch eine Frage der Glaubwürdigkeit. Und wenn die Bewohner der Sundarbans in Indien neuerdings auch Moped fahren, sollte uns das nicht stören. Es sei denn wir schaffen Mobilitätskonzepte für diese Gesellschaften, die auf Elektrofahrzeugen beruhen.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Die Länder des Globalen Südens leiden als erstes unter dem Klimawandel, den die Länder des Nordens hauptsächlich verursacht haben.</h2>             <p>Der Süden prangert diese Ungerechtigkeit auf den Klimakonferenzen immer wieder an. Aber welche Entschädigungen sind geplant? Die reichen Länder haben sich verpflichtet, ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar für <strong>Klimafinanzierung</strong> bereit zu stellen. Ein Teil davon wird bereits heute über den <a href="http://www.gcfund.org/about/the-fund.html" target="_blank">Grünen Klimafonds</a> abgewickelt, aus dem Klimaschutz und Anpassung finanziert werden sollen.</p> <p>Wir Nichtregierungsorganisationen fordern, dass mindestens die Hälfte des Geldes <strong>für Anpassungsmaßnahmen an besonders arme Länder</strong> geht. Wenn wir die Menschen im Süden nicht unterstützen, mit den Veränderungen zu leben, werden noch mehr Menschen zu <strong>Klimaflüchtlingen.</strong></p> <p>Doch Anpassungsmaßnahmen im Süden entlasten uns nicht von unserer Verantwortung, die Emission von Treibhausgasen zu reduzieren. Schon heute sind <strong><a href="http://www.welthungerhilfe.de/blog/weltklimagipfel-klimaschaeden-systematisch-angehen/" target="_blank">klimabedingte Schäden</a></strong> eingetreten, die nicht mehr rückgängig zu machen sind. Und wir müssen mit Schäden rechnen, an die wir uns nicht mehr anpassen können. Dafür muss es im internationalen Kontext Umgangsformen geben.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Deutschland als Vorreiter beim Klimaschutz, immer noch?</h2>             <p>Deutschland gilt als Vorreiter beim Klimaschutz, aber, wenn deutsche Unternehmen ihren Klimaschutz schönrechnen, können wir unsere Vorreiterrolle schnell verlieren. Das ist beim VW-Skandal zu sehen. „Schaut mal, die Deutschen − so eine große Klappe und nichts dahinter“, heißt es dann. „Die wollen ihre Emissionen um 40 Prozent reduzieren und schummeln bei ihren Autos.“ Selbst die deutsche Regierung interveniert auf EU-Ebene, um die Abgasnormen industriefreundlich zu gestalten. Das ist bitter und kann uns ganz schön um die Ohren fliegen.</p> <p>Die Welt schaut auf Deutschland. Wir sind das Land, das die Energiewende umsetzen und aus der Kohle aussteigen will. Aber auf die Ankündigungen müssen auch Taten folgen. Die anderen Länder sehen genau hin, ob es sich lohnt und die Bevölkerung mitzieht – sonst fangen sie gar nicht erst an.</p> <p>Zusammen mit <a href="http://venro.org/home/" target="_blank">VENRO,</a> der deutschen <a href="http://www.klima-allianz.de/" target="_blank">Klimaallianz</a> und dem <a href="http://www.climatenetwork.org/" target="_blank">Climate Action Network</a> machen wir als Welthungerhilfe der Bundesregierung Druck <a href="http://www.welthungerhilfe.de/informieren/themen/klimawandel/klimakonferenz-paris.html" target="_blank">(&gt;&gt; mehr erfahren: Forderungen zur Klimakonferenz Paris)</a>, wenn wir den Eindruck haben, dass Deutschland nicht genug für den Klimaschutz tut. Dann laden wir auch schon mal unsere Partner aus betroffenen Ländern zu einem Abendessen mit Vertretern des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (AwZ) ein, damit die Politiker eine Vorstellung von den Folgen des Klimawandels bekommen. Außerdem sensibilisieren wir die Öffentlichkeit für einen sparsameren, nachhaltigeren Konsum.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Blick auf Paris und die 21. Klimakonferenz:</h2>             <p>Blickt man auf den Klimagipfel in Paris, der in wenigen Tagen startet, fällt auf, dass die Regierungen im Laufe der 20 Konferenzjahre durchaus Fortschritte gemacht haben. Beim Klimagipfel in Kopenhagen 2009 zum Beispiel sollten die Texte für ein Klimaabkommen bzw. für Beschlüsse erst während der zwei Konferenzwochen geschrieben und verabschiedet werden – dies war erfolglos.</p> <p>Der Text für ein gemeinsames verbindliches Klimaschutzabkommen, der ab 2020 in Kraft treten soll und über welchen in Paris verhandelt wird, liegt bereits jetzt schon vor. Und die Akteure kennen den Text. Voraussichtlich wird es also einen alle Staaten umfassenden Klimavertrag geben, Streitereien wird es trotzdem geben.</p> <p>Und: <strong>Die Länder werden sich in Paris nur auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner einigen. </strong>Die von den <a href="http://unfccc.int/focus/indc_portal/items/8766.php" target="_blank">Ländern bisher eingereichten freiwilligen Selbstverpflichtungen zur Reduktion von Treibhausgasen</a> reichen gerade einmal, um die Erderwärmung auf drei bis vier Grad bis zum Jahr 2100 zu begrenzen. Heute sind wir bereits bei einem Grad Erwärmung angekommen. Steigt die Temperatur aber auch nur um mehr als zwei Grad gegenüber der Zeit der industriellen Revolution, werden die Folgen für Mensch und Umwelt unbeherrschbar.</p> <p>Der Vertrag von Paris kann also nur ein Ausgangspunkt für weitere Verhandlungen sein. Unter anderem müssen die Staaten ihre Selbstverpflichtungen transparenter machen. Bisher legt jedes Land ein anderes Maß an: Die Deutschen wollen ihre Emissionen um 40 Prozent verringern, die USA „nur“ um 18,5 Prozent. Wir nehmen als Ausgangswert allerdings die hohen Emissionen von 1990, während die USA schon vom niedrigeren Wert von 2005 ausgeht. Somit sind die Angaben bisher nur schwer vergleichbar.</p> <p><strong>Außerdem wartet der Süden darauf, dass der Norden endlich verbindliche Aussagen zur Finanzierung macht und beweist, dass man ihm trauen kann. Zumindest dieses Mal.</strong></p> <p><em>Der Text entstand im Rahmen eines Interviews mit der Journalistin Christina Felschen <a href="http://christina-felschen.com/">http://christina-felschen.com/</a> </em></p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/die-lage-ist-ernst.html</link><pubDate>Fri, 27 Nov 2015 12:50:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/die-lage-ist-ernst.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/11/Michael%20Kuehn/brockmann-mali-welthungerhilfe.jpg" length="597029" type="image/jpeg" /></item><item><title>Von großen Worten und kleinen Taten</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">       <h2>Die ZukunftsTour wirbt für Nachhaltige Entwicklung in Deutschland</h2>             <p>Nachhaltigkeit. Globale Wertschöpfungsketten. SDGs: Was für Praktiker der Entwicklungszusammenarbeit Alltagssprache ist, ist für die meisten Menschen zweifellos schwere Kost. Wer kennt sie nicht, die skeptischen und fragenden Blicke, wenn man im Gespräch auf ein entwicklungspolitisches Thema kommt: Was geht mich das an? Da können wir doch eh nichts ändern.</p> <p>Entwicklungspolitische Bildungsreferentinnen und Kommunikatoren wissen deshalb: Im entwicklungspolitischen Feld werden nicht nur Brunnen, sondern auch die sprichwörtlich dicken Bretter gebohrt. Globale Bildung ist eine Herkulesaufgabe. Gleichzeitig ist die Vermittlung von Wissen über globale Zusammenhänge und die Sensibilisierung für die Folgen des eigenen Handelns heute wichtiger denn je. Nachhaltige Entwicklung ist nur möglich, wenn sich auch an Verhaltens- und Konsummustern Vieler etwas ändert – auch wenn die Fokussierung auf das persönliche Handeln Politik und Wirtschaft nicht aus der Verantwortung entlassen.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_above">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/11/Beitrag_Severin_Zukunftstour-HH.jpg" width="1140" height="761" alt="Der Minister Müller steht in einer Gruppe Jugendlicher">                      <figcaption class="caption" style="width:1140px">Entwicklungsminister Müller bei der ZukunftsTour in Hamburg: Foto: Jörg Müller</figcaption>            </figure>          <p>Die <a title="ZukunftsTour" href="http://zukunftstour.zukunftscharta.de/" target="_blank">ZukunftsTour</a> ist ein Versuch in diese Richtung. Sie ist Teil des <a title="Zukunftscharta-Prozesses" href="https://www.zukunftscharta.de/" target="_blank">Zukunftscharta-Prozesses</a> des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und verfolgt das Ziel, die Ideen und Ansätze der Charta in die Breite zu tragen. Das ZukunftsTour-Team bei Engagement Global organisiert die Veranstaltungen 2015 und 2016 in allen Bundesländern. Von organisatorischer Seite wäre es keine EZ-Veranstaltung, wenn nicht noch viele weitere Partner einen Beitrag leisten würden: das Entwicklungspolitische Forum der GIZ, die Landesnetzwerke, die Landesregierung und natürlich das BMZ selbst.</p>   </div> <div class="ce_text block">             <p>Die Zukunftswerkstatt aus Workshops, Lernstationen und Ausstellungen lebt vom Engagement vieler Vereine und Initiativen aus der jeweiligen Region. So entsteht das Programm in jedem Bundesland neu und ist in jeder Stadt immer ein bisschen anders. In der Politikarena – in der sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft austauschen – stehen konkrete Lösungen im Bundesland im Vordergrund: Was können wir vor Ort für eine nachhaltigere und gerechtere Welt tun?</p> <p>Die wichtigste Zielgruppe der Zukunftswerkstatt sind Schülerinnen und Schüler – und die sind bekanntlich gnadenlos, wenn es langweilig wird und ihre Rolle allzu passiv bleibt. Letztlich eine sehr ehrliche Form des Feedbacks, die wir als Ansporn für abwechslungsreiche Veranstaltungen sehen. Und in der Tat bringen die Akteure viele spannende Ideen und Beiträge ein, die den Jugendlichen einen verständlichen und spielerischen Zugang zu globalen Herausforderungen ermöglichen und konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.</p> <p>Wir haben beispielsweise häufig Beiträge zum Thema Fairer Handel, die sich mit Konsumgütern befassen, die vor allem für viele junge Menschen einen besonderen Stellenwert haben, so wie Handys und Kleidung. Die Jugendlichen erfahren so etwas über die Herkunft der Rohstoffe und die oftmals ausbeuterischen Produktionsbedingungen unter denen die Menschen am Anfang der Lieferkette arbeiten müssen. Aber auch was sie konkret daran ändern können: Ein anderes Shoppingverhalten kann genauso ein Beitrag sein, wie der Einsatz für fair gehandelte Produkte an ihrer eigenen Schule.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_above">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/11/Beitrag_Severin_AndreasHenn.jpg" width="1140" height="760" alt="Ein Redner zwischen Jugendlichen">                      <figcaption class="caption" style="width:1140px">Bei der Zukunftswerkstatt. Foto: Andreas Henn</figcaption>            </figure>          <p>Wie begeisterungsfähig sind die Schülerinnen und Schüler also? Wir beobachten, dass es unter den Jugendlichen ein großes Bewusstsein für Ungerechtigkeiten gibt. Auch die Notwendigkeit den Klimaschutz zu intensivieren findet viel Zuspruch, während das Schicksal der vielen geflüchteten Menschen, die derzeit in Europa Schutz suchen, sehr emotional besetzt ist. Sucht man mit ihnen das Gespräch äußern die Jugendlichen dabei auch die Bereitschaft an ihrem eigenen Verhalten etwas zu ändern, faire Produkte zu kaufen oder den Ressourcenverbrauch einzuschränken.</p> <p>Auf der anderen Seite sehen sie aber auch die Politik klar in der Pflicht: Die Bedingungen für Flüchtlinge müssten verbessert und die Bemühungen bei der Energiewende intensiviert werden. Zudem äußern sie Ansprüche die klar machen, dass sie mit einem reinen Appell an das Gewissen nicht zu ködern sind: Faire Klamotten ja, aber dann sollen diese auch gut aussehen. Modebewusstsein sticht Gerechtigkeitsempfinden.</p> <p>Informations- und Bildungsarbeit bleibt deshalb wichtig, wenn die kürzlich von der internationalen Staatengemeinschaft beschlossenen Ziele für Nachhaltige Entwicklung erreicht werden sollen. Auch dieses Thema kam auf der ZukunftsTour zur Sprache. So forderten etwa Vertreterinnen und Vertreter der Entwicklungspolitischen Landesnetzwerke, globales Lernen stärker im Curriculum der Schulen zu verankern.</p> <p>Natürlich geht es am Ende nicht darum Fachbegriffe aus der EZ-Welt bekannter zu machen. Vielmehr sollten positive Geschichten von nachhaltigen Projekten erzählt werden, die das stärken, was Pädagogen als „Selbstwirksamkeits-Erwartung“ bezeichnen: Den Glauben daran, dass ich etwas (ändern) kann. Vielleicht sind es nicht die großen Worten, sondern die (vielen) kleinen Taten, die am meisten bewirken.</p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/von-grossen-worten-und-kleinen-taten.html</link><pubDate>Fri, 20 Nov 2015 14:57:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/von-grossen-worten-und-kleinen-taten.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/11/Beitrag_Severin_Zukunftstour-HH.jpg" length="543124" type="image/jpeg" /></item><item><title>Gemeinsam gegen Hochwasser</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/11/Beitrag_Isabela.jpg" width="1140" height="757" alt="Menschen bei einer Veranstaltung, einer spricht ins Mikro.">                      <figcaption class="caption" style="width:1140px">Bei einer Veranstaltung. Foto: Aldo Rempel</figcaption>            </figure>          <p>Die Internationale Städteplattform Connective Cities organisierte vom 19. bis 21. August den Workshop “Developing flood vulnerability and risk analysis for local flood management planning” in Curitiba, Brasilien. Connective Cities - Die Städteplattform zielt darauf, kommunale Akteure aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in verschiedenen Regionen weltweit miteinander zu vernetzen, um Erfahrungen der nachhaltigen Stadtentwicklung auszutauschen, gemeinsam zu lernen und städtische Projektideen zu entwickeln.</p> <p>Im Mittelpunkt der Projektwerkstatt in Curitiba stand die Entwicklung von Risikoanalysen im Bereich des lokalen Hochwassermanagements. Connective Cities hatte hierzu in Kooperation mit dem Zivilschutzamt des brasilianischen Bundeslands Paraná eingeladen.</p> <p>Die Teilnehmenden der lokalen und staatlichen Regierungen und Institutionen, sowie die Mitglieder von Forschungsinstituten tauschten sich in Vorträgen, und Arbeitsgruppen aus. Die Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen und Bundesländern aus Brasilien, Mexiko, Kolumbien, Peru und Deutschland arbeiteten dabei gemeinsam an Hochwasserrisikoanalysen und erfuhren Neues über Standards, Technologien und Arbeitsverfahren.</p> <p>Unser Programm Internationale Städteplattform Connective Cities hat bisher immer Veranstaltungen in Europa und Deutschland organisiert. Normalerweise werden die internationalen Veranstaltungen von unserem Partner Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH durchgeführt. Seit unserer letzten Dialogveranstaltung in Köln war uns klar, dass das Thema Hochwasserschutz ein großes Interesse bei den Teilnehmenden geweckt hatte.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/11/Beitrag_Isabela2.jpg" width="1140" height="757" alt="Gruppenbild von Teilnehmenden der Veranstaltung">                      <figcaption class="caption" style="width:1140px">Die Teilnehmenden der Veranstaltung. Foto: Aldo Rempel</figcaption>            </figure>          <p>Gleich nach unserer Veranstaltung kamen viele E-Mails aus Brasilien und anderen Ländern, um sich für die Teilnahme zu bedanken. Die brasilianischen Kolleginnen und Kollegen waren während und nach der Veranstaltung euphorisch über ihre Partizipation. Sie wollen die weiteren Veranstaltungen verfolgen und entwickelten tausende Ideen für Folgeveranstaltungen.</p> <p>Bevor mein Kollege Alexander Wagner in Elternzeit ging, lief unser Gespräch in Richtung: Warum nicht eine Veranstaltung in Brasilien. Ja, warum nicht?</p> <p>Aber klar, so einfach war es nicht! Unsere Rahmenverträge sollten verfolgt werden, internationale Buchungen und Überweisungen außerhalb der EU: wie soll das alles funktionieren? Unsere Kollegen der Finanzabteilung wie auch aus der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) haben uns entscheiden unterstützt. Also haben Fernanda, Clemens und ich (unser damaliges Team) unsere Suche begonnen. Wo, Warum, Was und Wofür?</p> <p>Es war nicht sehr einfach sich mit all den Fragen zu beschäftigen. Aber es war offensichtlich, dass das Thema eine wichtige Rolle in Lateinamerika spielt. Wir haben von allen Partnern aus Brasilien eine große Zustimmung erhalten und alle haben uns gesagt:  Ja, wir würden uns sehr freuen, wenn die Veranstaltung hier stattfinden wird. Nach der Festlegung des Ortes und des Partners haben wir uns auf den Weg gemacht. Ich freute mich, dass unser Team super zusammen gearbeitet hat.</p> <p>In vielen Ländern Lateinamerikas, ja, von Mexiko bis Argentinien hatten die Kommunen und Bundesländer Interesse bei unserer Veranstaltung teilzunehmen.</p> <p>Kurz vor der Reise und der Veranstaltung dachte ich, es ist alles gut vorbereitet und die Veranstaltung kann kommen. Trotzdem weiß ich, es kann immer etwas dazwischenkommen, aber dann erinnere ich an den brasilianischen Spruch: Dá sempre um jeitinho! (Es gibt immer eine Möglichkeit)</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/11/Beitrag_Isabela3.jpg" width="1140" height="757" alt="Gruppenbild an einem Damm.">                      <figcaption class="caption" style="width:1140px">Wasserdamm in Curitiba. Foto: Aldo Rempel</figcaption>            </figure>          <p>Curitiba war auch für mich eine neue Stadt. Ich bin Brasilianerin aber ich war noch nie in Südbrasilien, besonders im Winter. Ich hörte als Kleinkind viel über Immigration aus Deutschland, Italien, Polen und anderen Ländern nach Brasilien. Ich komme aus dem Nordosten und meine Region hat nie Winter gehabt. Wir hatten Minimum 18 Grad im Winter. Wir haben viele ähnliche Einflüsse in Brasilien, aber ich merkte, Curitiba war für mich anders. Die Architektur war sehr portugiesisch wie in Salvador, meiner Heimatstadt. Aber es war alles ganz anders und auch viel ähnlich. Es war das gleiche Land, die gleiche Sprache und die ähnliche Architektur. Aber ich sah die Einflüsse anderer Kulturen und anderer Länder. Ich merkte, der Akzent war anders, manche Wörter waren neu und das gesamte Bild der Stadt war für mich anders. Ich war trotzdem in Brasilien. Ich fühlte mich sofort Zuhause und dieses Gefühl hatte ich während der gesamten Veranstaltung.</p> <p>Bevor ich nach Deutschland ausgewandert bin, war ich selten außerhalb meiner Region (Nordostens Brasiliens) unterwegs. Ich kannte unsere Unterschiede, unsere Einflüsse, die brasilianischen Diversitäten mehr aus dem Buch. Diese Veranstaltung machte mir klar, wie vielseitig das Land wirklich ist.</p> <p>Langsam kamen die Gäste der Kommunen aus Peru, Mexiko, Deutschland, Brasilien, Kolumbien. Die Teilnehmenden tauschten sich aus, wir stellen immer wieder fest, alle Kommunen haben viele Gemeinsamkeiten. Als Kernaussagen stellten sich folgende Schlüsselfaktoren heraus: Datenverfügbarkeit und soziales Engagement sind für die Entwicklung und Anwendung der Risikoanalysen entscheidend. Die Kommunikation mit Gemeinden und Entscheidungsträgern wurde als ebenso wichtig identifiziert, um auf die Wirksamkeit der Risikoanalysen und deren Integration in einen breiteren städtischen Plan hinzuweisen. Wir haben alle das größte Problem, dass Leute bis heute in Risikogebieten leben. Alle Kommunen sehen große Herausforderungen bei der Teilnahme von Bevölkerung und Freiwilligen bei Bevölkerungs- und Zivilschutzmaßnahmen, sowie die Schwierigkeiten allen Daten zur Verfügung zu haben.</p> <p>Die drei Tage haben wir viel gemeinsam gearbeitet und uns näher kennengelernt. Während der Tage sah ich die Interaktion zwischen den Teilnehmern und die Ideen für weitere Projekte immer klarer. Am Ende der Projektwerkstatt waren sich viele der Teilnehmenden einig, ihren Austausch weiter zu stärken. So werden im Oktober, November und Dezember Treffen aus eigener Initiative stattfinden.</p> <p>Aktuell befindet sich die Folgemaßnahme in Vorbereitung. In Kooperation mit dem United Nations Office for Disaster Risk Reduction (UNISDR) wird die Städteplattform Connective Cities einen Austausch zwischen drei Städten aus Brasilien unterstützen.</p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/gemeinsam-gegen-hochwasser.html</link><pubDate>Mon, 09 Nov 2015 13:09:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/gemeinsam-gegen-hochwasser.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/11/Beitrag_Isabela3.jpg" length="656512" type="image/jpeg" /></item><item><title>Engagement - von Benin bis Bonn</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/09/Benin_Markt.jpg" width="855" height="1140" alt="Menschen auf einem Markt in Benin">                      <figcaption class="caption" style="width:855px">Auf dem Markt in Benin. Foto: Nina Hassinger</figcaption>            </figure>          <p>Nachdem ich mich von meiner Familie getrennt hatte, die immer noch nicht fassen konnten, dass ich sie einfach so für ein Jahr verlassen sollte (naja, ich konnte es auch nicht ganz glauben), lief ich mit meinem Glas Schokoaufstrich und Koffer durch den Check-In. Der Schokoaufstrich wurde mir abgenommen, es blieb der Koffer.</p> <p>Auch gut, solange die Mitarbeiter des Flughafens es nicht wegschmeißen, sondern selbst essen würden – aus Nachhaltigkeitsgründen.</p> <p>In der Schlange zum Flugzeug traf ich meine Mitfreiwillige Madleen, die mich den Tränen nahe fragte, warum ich denn so knapp gekommen sei, es ginge doch gleich schon los!</p> <p>Pünktlichkeit ist nicht so meine Stärke, sagte ich. Doch das war in der Kultur, in die ich reiste, zum Glück kein so großes Problem wie es in Deutschland ist – es ging nach Westafrika.</p> <p>Wir flogen von Düsseldorf nach Paris. Am Pariser Flughafen angekommen, verpassten wir wegen einer Gate-Änderung - die wir wegen Sprachhürden nicht mitbekommen hatten - fast unseren Flug und wären um ein Haar in San Diego gelandet. Glücklicherweise, schafften wir es dann doch – wieder ganz knapp – in unser Flugzeug nach Cotonou, wo wir von unserem beninischen Gastvater freudig erwartet wurden.</p> <p>Die erste Zeit in Benin war sehr bunt, intensiv, erlebnisreich, aber auch ungewohnt. Über Monate hinweg war ich nachts im Traum mit meinen deutschen Freunden in Bonn unterwegs, tagsüber lebte ich in meiner Gastfamilie, deren Kultur ich noch zu verstehen versuchte.</p> <p>In den ersten zwei Monaten, in denen unsere Arbeit noch anlief, verbrachten wir viel Zeit in unserem neuen Zuhause.</p> <p>Wir lebten in Porto Novo, der beninischen Hauptstadt. Die Familie bestand aus meiner Gastmutter Edwiche, meinem Gastvater Victor, seinen vier Kindern Petronille, Lydie, Syntiche und Onésiphore und den beiden in der Familie lebenden Hausmädchen Regina und Solange, sowie Peace, dem Haushund.</p> <p>Es war sehr hilfreich für uns zu erleben, dass die Jugendlichen in Porto Novo – so auch Regina, Solange und Oné - einen ähnlichen Humor wie wir hatten, obwohl wir aus einer völlig anderen Kultur kamen. Unser Gastbruder Oné brachte uns etwas Schlagzeugspielen in der Gemeinde unseres Gastvaters bei, der Pastor einer Kirchengemeinde mit über 2000 Besuchern war.</p> <p>Mit unserer Gastmutter, die wir einfach „Maman“ nannten, batikten wir Stoffe, die nachher an Verwandte und Bekannte verkauft wurden.</p> <p>Mit Regina und Solange machten wir jeden Tag so lange Witze, bis sie von unserem Gastvater zum Kochen gerufen wurden.</p> <p>In Benin ist es üblich, dass wohlhabendere Familien die Töchter ärmerer Familien für ein paar Jahre „adoptieren“, wenn die eigene Familie nicht genug finanzielle Mittel hat, um sie gut zu versorgen und ihnen ggf. auch eine Ausbildung zu bezahlen. So leben die Mädchen oft bis zu ihrer Hochzeit bei einer Familie, die ihnen ein Dach überm Kopf, geregelte Mahlzeiten und medizinische Versorgung bietet – dafür schmeißen sie den Haushalt, putzen und kochen.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/09/Benin_Schule.jpg" width="1140" height="855" alt="Gruppenbild von Kindern vor der Schule, sie winken oder strecken die Zunge raus.">                      <figcaption class="caption" style="width:1140px">Kinder vor der Schule in Benin. Foto: Nina Hassinger</figcaption>            </figure>          <p>Ab November (Anfang September waren wir angekommen) fingen wir an, in unserer eigentlichen „Einsatzstelle“, d.h. in einem Projekt zu arbeiten, in dem wir die Kultur kennenlernen und die beninischen Mitarbeitenden unterstützen sollten.</p> <p>Unser Einsatzort war eine Grundschule, die von umliegenden Gemeinden gegründet wurde.</p> <p>Dort unterstützten wir die Lehrer vor allem im Sport-, Kunst- und Englischunterricht und durften sogar ein paar Unterrichtsstunden selbst gestalten. Die Arbeit mit den Kindern machte viel Spaß, und ich wurde innerhalb von fünf Monaten von der Schülerin zur Lehrerin, was eine interessante Erfahrung war.</p> <p>Wir lernten die Kinder sehr gut kennen, alberten auch neben den Unterrichtsstunden mit ihnen herum und lernten dabei die Schwierigkeit, wie auch den Segen des Lehrerseins.</p> <p>Die Schwierigkeit bestand darin, den Spagat zwischen der Freundschafts- und der Autoritätsrolle zu schaffen; der Segen war die gute Freundschaft und der große Spaß, den wir mit den Lehrern wie auch Schülern hatten.</p> <p>Wir lernten den Zusammenhalt der Lehrer (teilweise auch gegen die Obrigkeiten) kennen und den täglichen Kampf, die Schulgelder einzuholen. Wurde das Schulgeld für ein Unterrichtsjahr nicht erbracht, so mussten die Kinder immer wieder nach Hause geschickt werden. So lang, bis das Schulgeld von den Eltern abbezahlt war.</p> <p>In diesem Zusammenhang lernte ich das kostenlose Bildungsangebot in Deutschland, was wir nutzen dürfen, noch einmal ganz neu schätzen.</p> <p>Nach einem Jahr in Benin war unsere Gastfamilie – trotz Schwierigkeiten und einigen Diskussionen, in denen wir immer wieder gemeinsam Kulturunterschiede feststellten und akzeptieren lernten -Madleens und meine zweite Familie geworden.</p> <p>Die Lehrer gehörten zu unseren besten Freunden, und Madleen und ich waren froh einander zu haben und lernten uns sehr gut kennen (wir nannten die Zeit manchmal scherzhaft „Ehevorbereitungsseminar“).</p> <p>Durch dies sowie durch viele interessante Unterhaltungen mit beninischen Bekannten vor Ort wurde unsere Sicht auf globale Zusammenhänge geschult und erweitert.</p> <p>Ausschlaggebend für mein Verständnis von Entwicklungszusammenarbeit und so auch für unseren Freiwilligendienst waren die Seminare, die unsere Entsendeorganisation Kinderhilfe Westafrika e.V. für uns veranstaltete und die auch von weltwärts vorgegeben sind: Das Vorbereitungs-, das Zwischen- und das Nachbereitungsseminar. In diesen lernten wir, unseren Drang, die Welt verändern zu wollen, nach seiner Motivation zu hinterfragen und so das westlich-überlegene Denken abzulegen, um uns auf einer Augenhöhe mit der westafrikanischen Kultur zu beschäftigen. So reflektierten wir, welch medienverzerrtes Bild wir eigentlich von Afrika hatten.</p> <p>Das Zwischenseminar, in dem uns unsere deutschen Leiter vor Ort besuchen kamen, lenkte noch einmal das in die Bahnen, was in den letzten Monaten ggf. schief gelaufen sein konnte und gab uns (neben einem Glas Schokoaufstrich) noch einmal frische Motivation, auch den Rest des Jahres aktiv zu bleiben und den Kontakt zu anderen Mitfreiwilligen (aus anderen Städten) auch durch Besuche zu pflegen. Dadurch sahen wir noch einmal mehr vom Land; in unserem Fall den wunderschönen und naturbelassenen Norden.</p> <p>Nach dem Nachbereitungsseminar dann, zurück in Deutschland, waren wir für weiterführendes Engagement bestens ausgerüstet und motiviert, unsere Erfahrungen weiterzugeben. Unsere Motivation war es, Klischeebilder von Afrika aus den Köpfen der Menschen in unserem Umfeld mit unseren persönlichen Erfahrungen zu durchbrechen und die Leute für eine globalere Denkweise zu sensibilisieren.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/09/Benin_Petronilles_Standesamtl.Hochzeit.jpg" width="640" height="480" alt="Gruppenbild von einer Hochzeitsgesellschaft in Benin.">                      <figcaption class="caption" style="width:640px">Die Hochzeit von Petronille. Foto: Nina Hassinger</figcaption>            </figure>          <p>Keine Löwen und Elefanten, sondern Menschen, die leben, lieben, lachen, weinen und genauso über dumme Witze lachen wie Sie und ich, das findet man in einem afrikanischen Staat wie Benin.</p> <p>Nun, drei Jahre später, sitze ich im Büro von Engagement Global und lerne die weltwärts-Koordinatoren persönlich kennen.</p> <p>Das Thema entwicklungspolitisches Engagement, das zu mehr Nachhaltigkeit, d.h. der Erhaltung unseres Planeten, und fairen Bedingungen weltweit führen soll, hat mich ohne Frage nicht losgelassen.</p> <p>Zurzeit studiere ich Online-Journalismus und habe die Aufgabe, im Rahmen meines Studiums ein Pflichtpraktikum zu absolvieren. Durch die Kontaktfreudigkeit meiner Mutter bin ich auf die Idee gekommen, mein Praktikum bei Engagement Global zu machen.</p> <p>Sie lernte eine der Mitarbeiterinnen der Mitmachzentrale von Engagement Global („MMZ“, das ist die ultimative Beratungsstelle für jeden, der sich international sozial engagieren will) im Fitnessstudio in Bonn kennen. Die beiden unterhielten sich häufiger beim Training, und als Iris (die Mitarbeiterin der MMZ) von ihrer Arbeit erzählte, berichtete ihr meine Mutter von meinem Freiwilligenjahr in Benin und dass ich für mein Pflichtpraktikum im Moment noch einen Praktikumsplatz suchen würde, und sehr an internationalen Projekten interessiert sei.</p> <p>Ich hatte Glück, von meinen Interessen und Fähigkeiten ins gesuchte Profil zu passen, und so unterstütze ich nun seit Anfang August die Geschäftsstelle Europäisches Jahr für Entwicklung 2015 und lerne dort von dem Team der Mitmachzentrale, was entwicklungspolitisches Engagement, Nachhaltigkeit und „richtig Helfen“ in der Praxis bedeutet.</p> <p>Ich bin gespannt, was noch kommt!</p>   </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/engagement-von-benin-bis-bonn.html</link><pubDate>Mon, 14 Sep 2015 09:04:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/engagement-von-benin-bis-bonn.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/09/Benin_Schule.jpg" length="703469" type="image/jpeg" /></item><item><title>Jugendliche sind der Schlüssel!</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/08/Kennedy_Chande.jpg" title="Prof. Dr. Markus Behmer" data-lightbox="66545e">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/6/Kennedy_Chande-f70fbfe6.jpg" width="500" height="375" alt="Kennendy Chande" title="Prof. Dr. Markus Behmer">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Kennedy Mambo Chande, Koordinator des Youth to Youth-Projekts der Stiftung Weltbevölkerung</figcaption>            </figure>          <p><strong>Kennedy, was sind die größten Herausforderungen für Jugendliche in Ostafrika?</strong></p> <p>Ein Großteil der Jugendlichen lebt in Armut und hat keinen regelmäßigen Zugang zu guter Bildung. Das betrifft vor allem Mädchen, die häufig zu Hause mitarbeiten müssen, statt zur Schule zu gehen. Jugendliche aus armen Verhältnissen sind dazu gezwungen zu arbeiten, um überhaupt etwas zu essen zu haben. In dieser Situation wird Bildung eine zweitrangige Angelegenheit. Ohne Bildung wird es wiederum schwierig, später einen Job zu finden. Als Folge davon landen viele Jugendliche im sogenannten informellen Sektor – das heißt sie versuchen, sich mit einem eigenen Business durchzuschlagen, ohne dafür die notwendigen Kenntnisse zu haben. Zudem ist ihr Gewerbe nicht angemeldet, und sie haben kaum Rechte.</p> <p><strong>Welche Rolle spielen Sexualaufklärung und Verhütung?</strong></p> <p>Das Aufklärungsangebot in den Schulen ist sehr begrenzt, und wer nicht zur Schule geht, bekommt davon oft nichts mit. In dieser Situation werden Jugendliche verwundbar. Sie wissen nicht, wie sie verhüten und eine Schwangerschaft vermeiden können. Mädchen werden häufig allein aus dem Grund dazu gezwungen, jemanden zu heiraten, weil er sie versorgen kann. Fortan treffen meist die Männer die Entscheidungen für die Haushalte – oft nicht zum Besten der Mädchen und Frauen.</p> <p><strong>Was ist das Besondere am Youth to Youth-Projekt, und wie profitieren Jugendliche davon? </strong></p> <p>Jugendliche sind der Schlüssel, um viele der genannten Probleme zu lösen. Wir vermitteln ihnen wertvolles Wissen zu Sexualität, Gesundheit und Unternehmertum. Diese Informationen geben sie an Gleichaltrige, aber auch an andere Gemeindemitglieder weiter. Unsere Untersuchungen zeigen, dass das sehr gut funktioniert. Wir arbeiten zum Beispiel mit Jugendlichen, die mit HIV infiziert sind und die durch unsere Trainings neuen Mut gefasst haben.</p> <p><strong>Was motiviert dich, diese Arbeit zu machen?</strong></p> <p>Kürzlich habe ich einen unserer Jugendklubs in Uganda besucht. Er war voller Jugendlicher, die in einer Schlange darauf warteten, beraten zu werden. Ich fragte einen Jungen: „Warum kommst du hierher?“ Er sagte: „Dieser Jugendklub erfüllt meine Bedürfnisse.“ Er war von weit her gezielt zu diesem Jugendklub gekommen, weil er dort verstanden und gut behandelt wird. Das höre ich häufig und ermutigt mich, dass wir das Richtige tun.</p>   </div> <div class="ce_text block">             <p><em>Kennedy Mambo Chande koordiniert seit Oktober 2014 das Youth to Youth-Projekt der Stiftung Weltbevölkerung in Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda. Das komplette Interview sowie aktuelle soziale und demografische Daten aus aller Welt finden Sie im neuen Datenreport der Stiftung Weltbevölkerung:</em></p>         </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://weltbevoelkerung.de/fileadmin/content/PDF/Datenreport_2015_Stiftung_Weltbevoelkerung.pdf" class="hyperlink_txt" title="Datenreport der Stiftung Weltbevölkerung" rel="">Datenreport der Stiftung Weltbevölkerung</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://blog.weltbevoelkerung.de/jugendliche-sind-der-schluessel/" class="hyperlink_txt" title="Dieser Beitrag erscheint auch im Blog der Stiftung Weltbevölkerung" rel="">Dieser Beitrag erscheint auch im Blog der Stiftung Weltbevölkerung</a>    </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/jugendliche-sind-der-schluessel.html</link><pubDate>Thu, 27 Aug 2015 10:02:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/jugendliche-sind-der-schluessel.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/08/Kennedy_Chande.jpg" length="717243" type="image/jpeg" /></item><item><title>WILLKOMMEN! Flüchtlinge in Deutschland unterstützen  - aber wie?</title><description><![CDATA[ <div class="ce_image block">         <figure class="image_container">          <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/08/refugees_welcome.jpg" width="640" height="640" alt="Aufkleber auf Laternenpfahl mit Schriftzug Flüchtlinge Willkommen">                <figcaption class="caption" style="width:640px">Refugees Welcome. Bildnachweis am Ende des Beitrags.</figcaption>        </figure> </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>Was sind Flüchtlinge?</strong></p> <p>Flüchtlinge sind Menschen mit einer Fluchtgeschichte. Menschen, die sich in Deutschland um Asyl bewerben, haben einen besonderen Rechtsstatus. Unter ihnen sind in zunehmender Zahl Minderjährige, die ohne Eltern nach Deutschland kommen. Um eine Chance auf Aufnahme in Deutschland zu haben, müssen sie in der Regel einen Asylantrag stellen. Sie werden dann zunächst in eine Erstaufnahmeeinrichtung geschickt. Dort werden die Geflüchteten registriert und erhalten eine Aufenthaltsgestattung, bis zur Entscheidung über den Asylantrag. Nach einer Übergangszeit in der Erstaufnahme werden die Asylbewerberinnen und Asylbewerber bestimmten Städten zugewiesen. Diese Unterbringung kann in einem Heim oder einer Wohnung sein.</p> <p>Ohne Arbeitserlaubnis dürfen Flüchtlinge nicht arbeiten und keine Ausbildung machen. Für Asylsuchende ist die Arbeit in den ersten drei Monaten ihres Aufenthalts ganz verboten. Auch danach haben sie nur schlechte Chancen auf einen Job, weil es "bevorrechtigte Arbeitnehmer" gibt. Dies sind Deutsche, aber auch EU-Ausländer oder anerkannte Flüchtlinge. Nach 15 Monaten Aufenthalt in Deutschland dürfen Asylbewerber und geduldete Flüchtlinge - ohne die beschriebenen Einschränkungen - arbeiten.</p> <p>Das Recht, aber auch die Pflicht, einen Integrationskurs zu machen, haben nur anerkannte Flüchtlinge. Dieser Kurs besteht hauptsächlich aus Deutschunterricht. Alle anderen Flüchtlinge müssen sich selbst um das Deutschlernen kümmern und die Kosten dafür tragen.</p> <p><strong>Städte und Kommunen für ehrenamtliches Engagement in der Flüchtlingshilfe </strong></p> <p>Was können Interessierte konkret tun, wenn sie ehrenamtlich Flüchtlinge unterstützen möchten? Für dieses zivilgesellschaftliche Engagement ist die Kontaktaufnahme mit den lokalen Integrationsagenturen, Integrationsbeauftragten und Migrationsberatungsstellen in der Kommune empfehlenswert. Wenn es um Beratungen und Förderungen für Jugendliche (bis 27 Jahre) geht, dann ist der Jugendmigrationsdienst des Wohnortes zu kontaktieren. Alle diese Beratungsstellen bieten professionelle Beratung für Menschen, die Asyl beantragen und haben einen Überblick über die Bedürfnisse der Bewohner in den Flüchtlingsunterkünften. Entsprechend ihrer Qualifikation können Ehrenamtliche Beiträge zur Integration der Flüchtlinge anbieten. „Es gibt sehr viel bürgerschaftliches Engagement. Viele Menschen rufen an und fragen, ob sie spenden oder helfen können“, meint Lothar Strunk, Flüchtlingsberater des DRK. Das DRK koordiniert die Erstaufnahme in Einrichtungen für Flüchtlinge des Landes NRW. „Über diese große Hilfsbereitschaft freuen wir uns sehr. Aber nicht alle Angebote passen zu dem, was wir brauchen und annehmen dürfen. Wir dürfen z.B. nur fabrikneue Hygieneartikel annehmen und Sachspenden in einem hygienisch unbedenklichen Zustand.“</p> <p><strong>Ehrenamtliche Strukturen und Netzwerke von Ehrenamtlichen </strong>In vielen Städten und Gemeinden haben sich Netzwerke und Initiativen von Ehrenamtlichen, die meist bestimmte Flüchtlingsunterkünfte betreuen, gebildet. Sie sind oft in kirchliche Strukturen oder Wohlfahrtsverbände eingebunden und beschäftigen Koordinationskräfte. Dort können sich Interessierte vorstellen und überlegen, wie viel Zeit sie für ehrenamtliche Einsätze anbieten können. Es gibt kurzzeitige Einsätze, die 1-2 Monate dauern und es gibt Einsätze über mehrere Monate, wie Nachhilfe, Sprachkurse oder die Begleitung von Familien. Die Netzwerke bieten Schulungen an, um Ehrenamtliche auf den Umgang mit Flüchtlingen vorzubereiten: Es werden Erste Hilfe Kurse, Einweisungen in den Sprachunterricht, Stärkung der interkulturellen Kompetenzen und Asylrecht vermittelt.</p> <p>Die Netzwerke verfügen über Kontakte zu Flüchtlingsheimen, Schulen, Stadtteilinitiativen und stehen in enger Verbindung mit den Behörden der Kommunen. Dadurch können sie Interessierte dorthin vermitteln, wo Bedarf besteht. Ehrenamtliche können Flüchtlinge in kirchlichen Räumen oder Integrationshäusern kennenlernen, das lateinische Alphabet und erste Sprachkenntnisse vermitteln, und Unterstützung bei Behördengängen anbieten. Oder Ehrenamtliche geben Flüchtlingskindern Nachhilfeunterricht. Denn aufgrund ihres rechtlichen Status dürfen noch nicht anerkannte Asylbewerber und ihre Familien nicht an Deutsch- oder Integrationskursen teilnehmen.</p> <p>Über Sachspenden freuen sich die ehrenamtlichen Netzwerke - allerdings mit Einschränkung: Fahrräder, Kleidung, Spielsachen für Kinder werden nur angenommen, wenn ein besonderer Aufruf erfolgt.</p> <p><strong>Begegnungen fördern – auch Migranten sind aktiv </strong></p> <p>Ehrenamtliche können sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, indem sie Begegnungen organisieren, Feste in den Unterkünften der Flüchtlinge feiern und so zur Begegnung und dem Abbau von Vorbehalten zwischen Einheimischen und Geflüchteten beitragen. Darüber hinaus bestehen in manchen Städten Projekte wie z.B. die Kultur Paten, wo Ehrenamtliche die Flüchtlinge bzw. Flüchtlingsfamilien langfristig zu kulturellen Veranstaltungen in und um die Kommune begleiten, um Geflüchtete besser in den Alltag in Deutschland zu integrieren.</p> <p>In der Regel sind es Einheimische, die sich um die Integration der Flüchtlinge kümmern. Einige Aktive fordern, dass Menschen mit Migrationsgeschichte entweder den Neuankömmlingen den Einstieg in die Gesellschaft erleichtern oder sich um die Einheimischen kümmern. „Alle Menschen, auch Flüchtlinge, können etwas Sinnvolles für die Gemeinschaft tun. Dies können und sollen sie ruhig ehrenamtlich machen. So können sie sich nützlich für die Gesellschaft machen, es hilft das Selbstwertgefühl zu steigern. Zusätzlich kommen sie durch dieses Engagement in Kontakt mit anderen Menschen und werden nicht nur auf Fluchterfahrungen reduziert. So werden sie anders von der Mehrheitsgesellschaft betrachtet und besser akzeptiert“, meint Dr. Joy Alemazung, der für die Außenstelle von Engagement Global in Stuttgart auch für das Thema Migration zuständig ist.</p> <p>Ein ermutigendes Beispiel, wie Menschen mit Fluchterfahrungen in den Alltag der Mehrheitsgesellschaft einbezogen werden, ist Bad Belzig. Die Kleinstadt in Brandenburg ist trotz der öffentlichen Wahrnehmung als Ort, wo Menschen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit denken und leben, sehr aktiv in der Entwicklungszusammenarbeit mit Kamerun und der interkulturellen Bildungsarbeit. In dem seit 1998 existierenden Infocafé liegt der Schwerpunkt auf der Bildungsarbeit zum Thema Migration. Flüchtlinge können beim gemeinsamen Kochen oder in Länderabenden ihre Potenziale entfalten und mit den Einheimischen in Kontakt kommen. Wenn Menschen mit Migrationsgeschichte darüber sprechen, was in der irakischen Küche gegessen wird, öffnet dies den Blick der Einheimischen für andere Esskulturen. Ebenfalls besuchen anerkannte Flüchtlinge Schulen und berichten dort über ihre Herkunftsländer. Durch diese Begegnungen und Dialoge tragen die Flüchtlinge zur Toleranz und Weltoffenheit der Stadt bei.</p> <p><strong>Welche Möglichkeiten für die Unterstützung von Flüchtlingen gibt es noch?</strong></p> <p>Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis in den Krisenregionen die Konflikte friedlich gelöst, die Menschenrechte eingehalten und alle Menschen genügend zu essen haben werden. Das bedeutet, dass auch das Engagement für Flüchtlinge einen langen Atem braucht. Zivilgesellschaftliche Initiativen und Vereine können sich z.B. - entsprechend ihren Interessen- für eine global nachhaltige Entwicklung einsetzen:</p> <p>-          Im Bereich der Kommune durch die Mitwirkung an der Vernetzung zwischen kommunaler Zusammenarbeit mit Integrations- und Flüchtlingsinitiativen, um die globale Herausforderung Migration zu gestalten.</p> <p>-          Durch Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Fluchtursachen, Informationen über die Herkunftsländer vieler Flüchtlinge durch Bildungsangebote; Kampagnen, Lesungen, Diskussionsrunden, Ausstellungen oder Theateraufführungen.</p> <p>-          Durch Eintreten für die Schaffung besserer Lebensperspektiven junger Menschen vor allem in Afrika, Asien und Lateinamerika. Dadurch können nicht nur Fluchtursachen verringert, sondern auch globale Partnerschaften gefördert werden.</p> <p>Initiativen, Vereine und Schulen, die über die konkrete Flüchtlingshilfe hinaus Interesse haben, Flucht und Migration in der Schule zu thematisieren oder finanzielle Fördermittel für entwicklungspolitische Bildungsarbeit beantragen möchten, können sich gerne an die Engagement Global, Mitmachzentrale wenden und beraten lassen. Wir helfen bei der Recherche nach finanziellen Förderungen für Flüchtlinge. Telefon: 0800-188 7 188 (wochentags von 8-20 Uhr) oder <a href="http://blog.engagement-global.de/&#109;&#97;&#105;&#108;&#116;&#111;&#58;&#105;&#110;&#102;&#x6F;&#64;&#x65;&#x6E;&#x67;&#97;&#x67;&#x65;&#109;&#101;&#x6E;&#x74;&#45;&#103;&#x6C;&#x6F;&#98;&#97;&#x6C;&#x2E;&#100;&#x65;">&#105;&#110;&#102;&#x6F;&#64;&#x65;&#x6E;&#x67;&#97;&#x67;&#x65;&#109;&#101;&#x6E;&#x74;&#45;&#103;&#x6C;&#x6F;&#98;&#97;&#x6C;&#x2E;&#100;&#x65;</a></p>         </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <h2 class="ce_headline">   Weiterführende Links</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.bmz.de/de/was_wir_machen/themen/Sonderinitiative-Fluchtursachen-bekaempfen-Fluechtlinge-reintegrieren/index.html" class="hyperlink_txt" title="BMZ Sonderinitiative Fluchtursachen bekämpfen" rel="" target="_blank">BMZ Sonderinitiative Fluchtursachen bekämpfen</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://www.bmz.de/webapps/flucht/index.php#/de" class="hyperlink_txt" title="Quiz zur Flucht" rel="" target="_blank">Quiz zur Flucht</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.bamf.de/DE/Startseite/startseite-node.html" class="hyperlink_txt" title="Zum Bundesamt für Migration und Flüchtlinge" rel="" target="_blank">Zum Bundesamt für Migration und Flüchtlinge</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.interkulturellewoche.de/content/kontakt" class="hyperlink_txt" title="Zur Interkulturellen Woche" rel="">Zur Interkulturellen Woche</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.unhcr.de/unhcr/in-deutschland.html" class="hyperlink_txt" title="Rechtsschutz für Asylsuchende und anerkannte Flüchtlinge in Deutschland" rel="">Rechtsschutz für Asylsuchende und anerkannte Flüchtlinge in Deutschland</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://europa.eu/pol/hum/index_de.html" class="hyperlink_txt" title="EU Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz" rel="">EU Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz</a>    </div> <h2 class="ce_headline">   Bildnachweis</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://www.flickr.com/photos/philoup_d/" class="hyperlink_txt" title="Bild „Refugees Welcome“" rel="">Bild „Refugees Welcome“</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" class="hyperlink_txt" title="Lizenziert unter CC BY 2.0" rel="">Lizenziert unter CC BY 2.0</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Jeannette Spenlen</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/jeannette-spenlen.html" title="Jeanette Spenlen">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/f/photo_jeannette_spenlen-29745acf.jpg" width="500" height="500" alt="Jeannette Spenlen" title="Jeanette Spenlen">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Jeannette Spenlen</figcaption>            </figure>          <p>Jeannette Spenlen arbeitet als Referentin in der „Mitmachzentrale“ der Engagement Global. Sie ist promovierte Kultur- und Religionswissenschaftlerin und hat in der Vergangenheit Migrantenorganisationen im Bildungsbereich beraten sowie bei NGO`s gearbeitet.</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/jeannette-spenlen.html" title="Read the article: Jeannette Spenlen" class="more">Read more<span class="invisible"> Jeannette Spenlen</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/willkommen-fluechtlinge-in-deutschland-unterstuetzen-aber-wie.html</link><pubDate>Wed, 19 Aug 2015 15:55:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/willkommen-fluechtlinge-in-deutschland-unterstuetzen-aber-wie.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/08/refugees_welcome.jpg" length="85751" type="image/jpeg" /></item><item><title>Internationales Engagement sichtbar machen – Engagement Global als Partner des Bundesnetzwerkes Bürgerschaftliches Engagement &#40;BBE&#41;</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p>Ob als Freiwillige bei der Feuerwehr, im Sportverein, in der Schule, Gemeinde, im Krankenhaus oder als Stadtteilmutter: Millionen Menschen in Deutschland gestalten aktiv die Gesellschaft mit. Das ist bekannt. Weniger bekannt hingegen ist das grenzüberschreitende entwicklungspolitische Engagement in Deutschland und international.</p> <p>Dabei ist vielen Menschen gar nicht bewusst, dass viele Bereiche des freiwilligen Engagements bereits auf globale Fragen reagieren: sie verändern ihr Kauf - und Konsumverhalten, benutzen das Rad in der Stadt, um das Klima zu schützen, nehmen an internationalen Freiwilligendiensten oder Schulaustauschprogrammen teil oder sind als ehrenamtlich tätige Senior Expertinnen und Experten aktiv.</p> <p>„Wir freuen uns sehr, dass wir, die Engagement Global, in diesem Jahr mit dem BBE eine Premiumpartnerschaft eingehen konnten, um das Engagement für die Eine Welt stärker mit der bundesweiten lokalen Engagement - Förderung zu verknüpfen. Dadurch wird sichtbarer, dass sich schon viele Vereine, Migrantengruppen, Gemeinden, Kommunen und Stiftungen für eine gerechtere Wirtschaftsordnung und für eine Verbesserung der Lebenschancen von Menschen in den ärmsten Ländern einsetzen. Außerdem möchten wir mehr Menschen für entwicklungspolitisches Engagement begeistern. Denn die internationalen Lern- und Freiwilligenprogramme ebenso wie die Angebote in den Kommunen und entwicklungspolitischen Vereinen ermöglichen Menschen in allen Lebensphasen die Chance zum Engagement und zur Bildung,“ bemerkt Miriam Füllgraf, Ansprechpartnerin für die Aktionswoche in der Mitmachzentrale der Engagement Global.</p> <p>Die Woche des bürgerschaftlichen Engagements, in welcher die Arbeit von über 23 Millionen Engagierten gewürdigt wird, gibt es schon seit vielen Jahren. Neu in diesem Jahr ist, dass ein Schwerpunkt auf die hohe Bedeutung des internationalen Engagements gelegt wird. Das passt gut, denn 2015 steht ganz im Zeichen der Entwicklungspolitik: Im September wird die Staatengemeinschaft beim Gipfel der Vereinten Nationen 17 globale Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) beschließen. 2015 ist außerdem das „Europäische Jahr für Entwicklung“. Die Würdigung des internationalen Engagements als ein Schwerpunktthema in der Woche des bürgerschaftlichen Engagements möchte den Einsatz für menschenwürdige Beschäftigung, für eine gerechtere Wirtschaftsordnung, für bessere Lebenschancen weltweit sichtbarer machen.</p> <p>„Am 16. September, unserem Thementag „Internationales Engagement“, werden Entwicklungsminister Müller und Ministerpräsident Woidke aus Brandenburg mit der Zivilgesellschaft diskutieren, was nachhaltige Entwicklung und Entwicklungspolitik für das Land Brandenburg bedeuten. Die Veranstaltung ist Teil der Zukunftstour und auch das Europäische Jahr für Entwicklung wird in den Fachforen Thema sein. So bringen wir zahlreiche Akteure zusammen, die sich aus verschiedenen Blickwinkeln mit ähnlichen Fragestellungen beschäftigen“, freut sich Miriam Füllgraf.</p> <p>Die feierliche Auftaktveranstaltung der Woche des bürgerschaftlichen Engagements wird am Freitag, den 11. September 2015 in Berlin stattfinden. Hier wird unter anderem Thomas Silberhorn, Parlamentarischer Staatssekretär im BMZ, an einer Diskussionsrunde zum Thema „Sich einmischen – gestalten – verändern“ teilnehmen. Bürgerinnen und Bürger, Initiativen, Vereine, Stiftungen, Verbände oder engagierte Unternehmen beteiligen sich vom 11.- 20. September wieder bundesweit mit unterschiedlichen Veranstaltungen. Zahlreiche Projekte, innovative und unterschiedliche Ideen und Aktionen aus allen Themenbereichen engagierter Veranstalter stehen im Fokus der Öffentlichkeit und erhalten eine besondere Anerkennung.</p> <p>Um das internationale Engagement für eine breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen, können auf dem Engagementkalender Veranstaltungen und Aktionen eingetragen werden. Dort können Interessierte auf Entdeckungstour gehen, die Vielfalt der Projekte kennenlernen und auch bei den Aktionen oder Vereinen mitmachen.</p> <p>„Bis zum Auftakt der Aktionswoche Bürgerschaftliches Engagement vom 11. bis 20. September 2015 stellt das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) jede Woche ein Projekt des freiwilligen Engagements vor. Dabei wird auch die Arbeit des Marie-Schlei-Vereins vorgestellt, der unter anderem über das Förderprogramm Europäisches Jahr für Entwicklung unterstützt wird. Der Verein setzt sich für ein selbstbestimmtes, ökonomisch unabhängiges Leben von Frauen in Afrika, Asien und Lateinamerika ein,“ so Füllgraf.</p>         </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <h2 class="ce_headline">   Weiterführende Links</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.engagement-macht-stark.de/engagementkalender/" class="hyperlink_txt" title="Engagementkalender des Bundesnetzwerkes Bürgerschaftliches Engagement" rel="" target="_blank">Engagementkalender des Bundesnetzwerkes Bürgerschaftliches Engagement</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.engagement-macht-stark.de/home/" class="hyperlink_txt" title="Mehr zur Aktionswoche" rel="" target="_blank">Mehr zur Aktionswoche</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Jeannette Spenlen</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/jeannette-spenlen.html" title="Jeanette Spenlen">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/f/photo_jeannette_spenlen-29745acf.jpg" width="500" height="500" alt="Jeannette Spenlen" title="Jeanette Spenlen">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Jeannette Spenlen</figcaption>            </figure>          <p>Jeannette Spenlen arbeitet als Referentin in der „Mitmachzentrale“ der Engagement Global. Sie ist promovierte Kultur- und Religionswissenschaftlerin und hat in der Vergangenheit Migrantenorganisationen im Bildungsbereich beraten sowie bei NGO`s gearbeitet.</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/jeannette-spenlen.html" title="Read the article: Jeannette Spenlen" class="more">Read more<span class="invisible"> Jeannette Spenlen</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/internationales-engagement-sichtbar-machen-engagement-global-als-partner-des-bundesnetzwerkes-buergerschaftliches-engagement-bbe.html</link><pubDate>Mon, 03 Aug 2015 10:18:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/internationales-engagement-sichtbar-machen-engagement-global-als-partner-des-bundesnetzwerkes-buergerschaftliches-engagement-bbe.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/08/logo_engagementmachtstark.jpg" length="14440" type="image/jpeg" /></item><item><title>Vom Lernen im Dunklen – Kino Global</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/07/Millionscanwalk_Teaserbild.jpg" title="Hunderttausende Inderinnen und Inder kämpfen für die Kontrolle über lebenswichtige Ressourcen. © 2015 MILLIONS CAN WALK" data-lightbox="f9e682">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/5/Millionscanwalk_Teaserbild-d2d58715.jpg" width="500" height="333" alt="Hunderttausende Inderinnen und Inder protestieren. © 2015 MILLIONS CAN WALK" title="Hunderttausende Inderinnen und Inder kämpfen für die Kontrolle über lebenswichtige Ressourcen. © 2015 MILLIONS CAN WALK">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Hunderttausende Inderinnen und Inder kämpfen für die Kontrolle über lebenswichtige Ressourcen. © 2015 MILLIONS CAN WALK</figcaption>            </figure>          <p>„Sie haben uns so viel versprochen und nichts gehalten. Wir dürfen jetzt nicht einmal mehr unseren eigenen Wald betreten, sagt die Forstbehörde! Ja, ich bin sehr wütend!“ Im Kinosaal herrscht gespannte Konzentration, als die indische Frau auf der Leinwand, eine Indigene vom Volk der Adivasi, ihrem Ärger freien Lauf lässt. Mehr als 60 Zuschauer verfolgen aufmerksam das Schicksal der entrechteten und landlosen Menschen. Mit einem machtvollen Marsch machen sie sich auf den Weg nach Delhi, dorthin wo die Politiker sind. Diszipliniert, gewaltfrei und sehr bestimmt. Hunderttausende rücken Tag für Tag ein Stück auf die Hauptstadt zu, ganz in der Tradition von Mahatma Gandhi. Ekta Parishad heißt die Bewegung, die die „Jan Satyagraha“ (Marsch der Gerechtigkeit) initiierte und koordiniert. Ihre eindrucksvolle Demonstration wird dokumentiert von einem indisch-schweizerischen Filmteam.</p> <p>„Millions can Walk“ heißt dieser Film, den das „Allerweltskino“ zeigt, eine interkulturelle und entwicklungsbezogene Reihe, die schon seit vielen Jahren in Köln regelmäßig Filme anbietet und mit dem Publikum diskutiert. Im Anschluss an diese Vorstellung gibt es eine Besonderheit: Im Publikum sitzen der Kölner Fotograf Martin Bauer und andere Personen, die am Marsch teilgenommen haben. Sie berichten von ihren Eindrücken, den Erfolgen und den Plänen der indischen Aktivisten. Fast eine Dreiviertelstunde diskutieren Publikum, Veranstalter und die Gäste lebhaft miteinander und haben so Gelegenheit, das Gesehene zu reflektieren und ihre Eindrücke auszutauschen.</p> <p>Für den Kollegen Martin Block von der Mitmachzentrale sind Kinoveranstaltungen eine große Chance für das Globale Lernen. „Da werden auch Menschen angesprochen, die zu anderen Veranstaltungsformen nicht kommen würden. Oft ist der Besuch spontan, und ein Kino hat wenige Hemmschwellen. Zur Diskussion bleibt nur, wer möchte und vom Film ergriffen wurde. Denn Kino informiert uns nicht nur über Lebensbedingungen und Alltag, sondern spricht auch unsere Gefühle an, beeindruckt durch Bilder und künstlerische Darstellung. Mit den Heldinnen und Helden leiden, lachen und freuen wir uns. Wir durchleben ihre Probleme und Ängste, aber sehen auch ihre Würde und ihr Selbstverständnis. Diese Identifikation ist eine wichtige Hilfe beim Perspektivwechsel, der für das Globale Lernen von zentraler Bedeutung ist.“</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_right">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/07/Millionscanwalk2Pankhi_600x400.jpg" title="Pankhi Bai, eine Indigene vom Volk der Adivasi, protestiert gegen Landraub in Indien." data-lightbox="0147c0">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/0/Millionscanwalk2Pankhi_600x400-417f4660.jpg" width="500" height="281" alt="Pankhi Bai, eine Indigene vom Volk der Adivasi, protestiert gegen Landraub in Indien." title="Pankhi Bai, eine Indigene vom Volk der Adivasi, protestiert gegen Landraub in Indien.">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Pankhi Bai, eine Indigene vom Volk der Adivasi, protestiert gegen Landraub in Indien. © 2015 MILLIONS CAN WALK</figcaption>            </figure>          <p>Der Abend in Köln hat eine weitere Besonderheit. Rund 20 der Zuschauenden sind selbst Kinomacherinnnen und Kinomacher. Es sind Filmtheaterbetreiber und Filmtheaterleiterinnen, aber auch Mitarbeitende von Organisationen des Globalen Lernens. Sie sind aus ganz Deutschland gekommen, um bei einem Seminar von den langjährigen Erfahrungen des Allerweltskinos zu lernen. Dessen Konzept dient als Inspiration des Projektes „Kino Global“, das die Möglichkeiten von Spiel- und Dokumentarfilmen für das Globale Lernen in andere Städte tragen will. Dazu hat die Mitmachzentrale der Engagement Global Kontakt zu Kinoverbänden, Filmverleihen, Organisationen der politischen Bildung und den Verbänden der entwicklungspolitischen Zivilgesellschaft aufgenommen. Mit deren Unterstützung wurden in fast allen Bundesländern interessierte Kinobesitzerinnen und Kinobesitzer gewonnen. Die meisten zeigen bereits gelegentlich Filme mit einem Bezug zum globalen Süden und bieten mit engagierten Partnerinnen und Partnern Diskussionen an.</p> <p>Kontinuierliche und systematische Reihen hat bisher jedoch kaum jemand durchgeführt. Das finanzielle Risiko für Kinos ist hoch, ebenso der Vorbereitungs- und Durchführungsaufwand. „Wir möchten diese Hemmnisse abbauen“, meint Martin Block, Projektleiter von „Kino Global“. „Durch gezielte finanzielle Unterstützung, aber auch durch Vernetzung und gegenseitigen Austausch. Wir vermitteln zudem geeignete Referentinnen und Referenten über unser Programm ‚Bildung trifft Entwicklung‘, schlagen Filme vor und ermutigen so die Kinos und ihre Partner zu ganzen Veranstaltungs-Staffeln. Unser Ziel ist es, den Kinosaal zu einem Ort des Lernens und des regelmäßigen Dialogs über weltweite Fragestellungen zu machen.“</p> <p>Martin Block freut sich, dass bereits 15 Kinos bundesweit mitmachen, und im Sommer und Herbst 2015 jeweils acht Filme zu verschiedenen Themen zeigen werden. Die Abende orientieren sich an der Zukunftscharta der deutschen Entwicklungspolitik, die die wichtigen Fragen weltweiter Zusammenarbeit anspricht: Klimaschutz, Hunger, Flucht, Migration und Faires Wirtschaften. „Kino Global“ ist Teil der ZukunftsTour, die diese Themen mit den Menschen vor Ort diskutiert. Die Vorbereitungen für die Filmreihen laufen auf Hochtouren. Am 25. Juni wird in Bremen mit „China Blue“ der erste Film gezeigt. Die Dokumentation stellt die schwierigen Arbeitsverhältnisse und Lebensbedingungen chinesischer Textilarbeiterinnen aus ihrer Perspektive vor.</p> <p>Nach der Sommerpause, ab Ende August, startet „Kino Global“ in den anderen Städten in ganz Deutschland. Etliche Filmtheater mehr hatten sich beworben, dabei mitzumachen. Leider mussten viele aus finanziellen Gründen vorerst vertröstet werden. Wenn „Kino Global“ Ende 2015 das erste Fazit des Projekts zieht, kann es vielleicht weitergehen. Martin Block dazu: „Wenn wir in unserer Auswertung ein positives Resümee sehen, dann geht es 2016 hoffentlich weiter. Und möglicherweise mit noch mehr Kinos in weiteren Städten als in der Startphase.“</p> <p>Die Geschichte des friedvollen Marsches der Hunderttausend fand ein gutes Ende. Schon weit vor Delhi eilte den Demonstranten der zuständige Minister entgegen und ging auf ihre Forderungen nach Land und Zugang zu den Wäldern ein. Ekta Parishad beobachtet die Einhaltung der Zusagen weiterhin kritisch. Zum Zeitpunkt der Kölner Veranstaltung, drei Jahre nach dem Großereignis, waren immerhin 70 Prozent der Versprechen tatsächlich eingelöst. Der Fotograf Martin Bauer berichtet, dass Ekta Parishads Gründer Rajagopal nun für 2020 weltweite Märsche gegen Landraub plant: Um die Kraft der Gewaltfreiheit in einem viel größeren Maßstab aufzuzeigen, sollen von Indien zur UNO nach Genf, von Südamerika nach New York und einmal längs den afrikanischen Kontinent von Kairo nach Kapstadt erneut hunderttausende Demonstranten für ihre Rechte marschieren.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <h2 class="ce_headline">   Weiterführende Links</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.engagement-global.de/kino-global.html" class="hyperlink_txt" title="Infos zu allen Partnerkinos von Kino Global" rel="" target="_blank">Infos zu allen Partnerkinos von Kino Global</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.engagement-global.de/pressemitteilung/items/kino-global-lernen-im-filmtheater.html" class="hyperlink_txt" title="Pressemitteilung zu Kino Global" rel="" target="_blank">Pressemitteilung zu Kino Global</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.allerweltskino.de/" class="hyperlink_txt" title="Zur Seite von Allerweltskino e.V." rel="" target="_blank">Zur Seite von Allerweltskino e.V.</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Jeannette Spenlen</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/jeannette-spenlen.html" title="Jeanette Spenlen">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/f/photo_jeannette_spenlen-29745acf.jpg" width="500" height="500" alt="Jeannette Spenlen" title="Jeanette Spenlen">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Jeannette Spenlen</figcaption>            </figure>          <p>Jeannette Spenlen arbeitet als Referentin in der „Mitmachzentrale“ der Engagement Global. Sie ist promovierte Kultur- und Religionswissenschaftlerin und hat in der Vergangenheit Migrantenorganisationen im Bildungsbereich beraten sowie bei NGO`s gearbeitet.</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/jeannette-spenlen.html" title="Read the article: Jeannette Spenlen" class="more">Read more<span class="invisible"> Jeannette Spenlen</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/vom-lernen-im-dunklen-kino-global.html</link><pubDate>Thu, 16 Jul 2015 15:29:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/vom-lernen-im-dunklen-kino-global.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/07/Millionscanwalk_Teaserbild.jpg" length="124495" type="image/jpeg" /></item><item><title>„All inclusive“ -­ Ist Ihr Arbeitsplatz bereits inklusiv?</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p><strong>Aber was bedeutet das und worin liegt der Unterschied zu Integration? </strong></p> <p>Mit dem Begriff „Inklusion“ beschreiben die Soziologen Talcoat Parsons und Niklas Luhman die Idee einer Gesellschaft, in der jeder Mensch akzeptiert wird und gleichberechtigt und selbstbestimmt an dieser teilhaben kann – unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft, von Religionszugehörigkeit oder Bildung, von eventuellen Behinderungen oder sonstigen individuellen Merkmalen.</p> <p>Es geht also nicht ausschließlich um Menschen mit Behinderung, sondern es geht um jeden einzelnen Menschen mit seinen persönlichen Eigenschaften, seinem Hintergrund und seinen Überzeugungen. Für ein Unternehmen, dass sich mit dem Thema Inklusion beschäftigt geht es daher nicht ausschließlich darum, rollstuhlgerechte, barrierefreie Arbeitsplätze zu schaffen, sondern allen Beschäftigten zu ermöglichen, sich als Person mit allen ihren Eigenschaften in das Unternehmen einbringen zu können. Je besser das gelingt, desto besser können die Beschäftigten sich und ihre Ressourcen einbringen und so zum Erfolg des Unternehmens beitragen.</p> <p><strong>Doch wie gelingt es Unternehmen eine solche Umgebung zu schaffen? </strong></p> <p>Gehen wir dazu einen Schritt weg vom abstrakten Begriff der Inklusion und richten wir den Blick auf die Unternehmens-Kommunikation.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_above">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/06/Stefan%20Zollondz/Whole-System-Change01.jpg" width="600" height="450" alt="Ein gezeichneter Baum mit den Wörtern Aktivitäten und Strukturen.">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Whole System Change, Bild 1</figcaption>            </figure>          <p>Für Außenstehende lassen sich zunächst Aktivitäten und Strukturen eines Unternehmens erkennen. Diese setzen sich aus dem individuellen Verhalten der Beschäftigten und dem vorgegebenen kollektiven Verhalten des Unternehmens in Form von Regeln, Dienstanweisungen, Leitbild etc. zusammen.</p> <p>Oftmals treten hier Konflikte auf, wenn das vom Unternehmen geforderte kollektive Verhalten nicht mit dem individuellen Verhalten übereinstimmt.</p> <p>Die Wurzeln für diese Konflikte liegen unsichtbar unter der Oberfläche verborgen:</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_above">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/06/Stefan%20Zollondz/Whole-System-Change03.jpg" width="600" height="450" alt="Über den Wurzeln des Baumes steht VOrannahmen, Werte, Sinn und Zweck">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Whole System Change, Bild 2</figcaption>            </figure>          <p>Hier stoßen die unterschiedlichen Charaktere der Beschäftigten auf die Unternehmenskultur und wenn es keine Übereinstimmung der individuellen Werte und Überzeugungen mit den kollektiven Werten und Überzeugungen des Unternehmens gibt, kommt es zu Konflikten.</p> <p>Viele Unternehmen sind der Meinung, dass bei einem Konflikt als erstes die Strukturen verändert werden müssen und sich diese Veränderungen dann auch positiv auf die Aktivitäten auswirken und wieder Ruhe einkehrt.</p> <p>Das ist allerdings ein Trugschluss.</p> <p>Ein solcher Konflikt kann nur auf der Ebene der Werte und Überzeugungen gelöst werden. Es geht darum, im Dialog zwischen Geschäftsleitung und Beschäftigten den Sinn und Zweck des Unternehmens und die damit verbundenen Werte gemeinsam festzulegen und sich über die damit verbundenen Vorannahmen bewusst zu werden.</p> <p>Erst dann können ggf. Strukturen verändert werden, die sich wiederum positiv auf die Aktivitäten und das gesamte Betriebsklima auswirken.</p> <p>In Bezug auf die oben genannte Definition des Begriffs Inklusion wird ein inklusives Unternehmen so zu einer Gesellschaft, in der jeder Mensch akzeptiert wird und gleichberechtigt und selbstbestimmt an dieser teilhaben kann.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_above">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/06/Stefan%20Zollondz/Whole-System-Change04.jpg" width="600" height="450" alt="Der Baum ist beschriftet mit den Wörtern Aktivitäten, Strukturen, Vorannahmen, Werte, Sinn und Zweck">                      <figcaption class="caption" style="width:600px">Whole System Change, Bild 3</figcaption>            </figure>          <p>Hier noch einmal das ganze System im Überblick.</p> <p>Ein erfolgreiches Unternehmen wird zunächst seinen Sinn und Zweck genau definieren und die damit verbundenen kulturellen Werte ermitteln. Anschließend wird es prüfen, welche Vorannahmen mit dem Sinn und Zweck und den kulturellen Werten korrespondieren und anschließend die Unternehmensstruktur aufbauen und aktiv werden.</p> <p>Bis hierhin sind damit allerdings nur die kollektiven, unternehmerischen Werte und Überzeugungen berücksichtigt und für diese ein kollektives Verhalten definiert.</p> <p>Der entscheidende Schritt in Richtung Inklusion findet erst statt, wenn die linke Seite bestehend aus den individuellen Werten und Überzeugungen und dem damit verbundenen Verhalten mit berücksichtigt wird.</p>   </div> <div class="ce_text block">             <p><strong>Klingt utopisch! Warum sollte ein Unternehmen das tun? </strong></p> <p>Über Jahrzehnte spielte das Thema Mitbestimmung in Unternehmen nur eine untergeordnete Rolle. In den vergangenen Jahren hingegen entwickeln sich die Wirtschaft und im Nachzug auch die Sozialwirtschaft und der dritte Sektor immer schneller und müssen immer anpassungsfähiger werden.</p> <p>Immer weniger Fachkräfte stehen dem Markt zur Verfügung und immer öfter müssen sich die Unternehmen um diese KräEe bewerben und nicht mehr wie früher umgekehrt. Damit verbunden sind Zugeständnisse an familienfreundliche Arbeitszeiten, Mitbestimmung, Gehälter etc.</p> <p>Aber was die einen Unternehmen als Zugeständnis empfinden, entdecken andere Unternehmen gerade als Chance für sich und als zukünftigen Wettbewerbsvorteil. Inkludierte, engagierte Beschäftigte bringen sich und ihre Arbeitsleistung in einem wesentlich höheren Maße ein und tragen damit zum Erfolg des Unternehmens bei. Das neue System führt dazu, dass mehr Ideen aus den Reihen der Beschäftigten entwickelt werden und der Innovationsgrad des gesamten Unternehmens steigt.</p> <p>Gleichzeitig ist eine größere Zufriedenheit bei den Beschäftigten zu erkennen, die in einem höheren Maß an Identifikation mit dem Unternehmen und einer niedrigeren Fluktuationsquote messbar wird.</p> <p>Wenn Sie sich jetzt auf die Suche nach Beispielen für solche Unternehmen begeben und dabei den Begriff „Inklusion“ verwenden, werden Sie sicherlich eher auf erstaunte Minen, als auf Verständnis stoßen. Denn auch bei den Unternehmen ist die Idee der Inklusion in der von mir beschriebenen Form meistens noch nicht bewusst angekommen, obwohl sie oftmals bereits unbewusst gelebt wird. Beschrieben wird sie allerdings eher als kulturelle Werteorientierung, Leitbild oder interne Kommunikation.</p> <p>Aus meiner Sicht zählt letztendlich das Ergebnis in Form von Menschen, die sich an ihrem Arbeitsplatz entsprechend ihren Eigenschaften entwickeln und einbringen können und damit zu einer Vielfalt beitragen, die zukunftsgewandte Unternehmen auf einen erfolgreichen, nachhaltigen Kurs bringen.</p> <p>Wie ist Ihre Meinung dazu?</p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/all-inclusive-ist-ihr-arbeitsplatz-bereits-inklusiv.html</link><pubDate>Fri, 03 Jul 2015 09:29:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/all-inclusive-ist-ihr-arbeitsplatz-bereits-inklusiv.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/06/Stefan%20Zollondz/Whole-System-Change01.jpg" length="45674" type="image/jpeg" /></item><item><title>Mit Global Voices die Filterbubble verlassen</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p>Früher mussten die Menschen beschwerliche Reisen auf sich nehmen, um die Welt kennenzulernen. Heute scheinen die Wege kürzer, die Reisen schneller und einfacher zu sein. Selbst im Internet kann man die Welt finden. Jedoch geht es auch hier nicht ohne Anstrengung.</p> <p>In der vernetzten Welt glauben wir, die ganze Welt mit einem einzigen Klick erreichen zu können. In sozialen Medien kommt man jedoch kaum über seine eigene <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Filterblase" target="_blank">Filterbubble</a> hinaus. Algorithmen bestimmen, was wir sehen. Ständig klicken wir auf Dinge, die unseren Freunden gefallen oder die andere auch gelikt haben. Davon auszugehen, dass das Internet automatisch zur Erweiterung des eigenen Horizontes beiträgt, ist ein Trugschluss, wie Ethan Zuckerman in seinem Buch „Rewire. Digital Cosmopolitans in the Age of Connection.“ erläutert. Um tatsächlich unbekanntes oder überraschendes zu finden, bedarf es einer Anstrengung. Global Voices kann dabei helfen.</p> <p>Global Voices ist eine globale Gemeinschaft von mehr als 1.200 ehrenamtlichen Autoren und Übersetzern. Gemeinsam arbeiten sie an der Website Global Voices Online bzw. an einer der 30 Seiten des Lingua-Projektes, welche die Artikel in bis zu 30 Sprachen übersetzt. Auf den Webseiten werden Geschichten veröffentlicht, die man in dieser Form nirgends findet. Die Autoren und Übersetzer fassen beispielsweise Debatten zusammen, die in chinesisch- oder arabischsprachigen Social-Media-Kanälen geführt werden. Sie eröffnen uns damit einen Zugang zu Welten, die uns aufgrund von Sprachbarrieren verschlossen bleiben würden.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Global Voices im Klassenzimmer</h2>             <p>Die Artikel von Global Voices können wunderbar im Unterricht eingesetzt werden. Im Bereich des Globalen Lernens sind sie eine unüberhörbare Stimme von Menschen, denen für gewöhnlich jegliche Handlungsfähigkeit abgesprochen wird. So kann man beispielsweise im Geografieunterricht die Artikel von GV verwenden, wenn man einzelne Länder oder die Auswirkungen des <a href="http://de.globalvoicesonline.org/2014/06/12/erhebt-eure-stimme-aber-nicht-den-meeresspiegel-kommentare-aus-der-karibik-zum-weltumwelttag/" target="_blank">Klimawandels</a>, <a href="http://de.globalvoicesonline.org/2014/10/29/mitten-aus-dem-meer-der-malediven-ragt-eine-insel-aus-giftigen-abfallen-empor/" target="_blank">Umweltschutz, </a>die <a href="http://globalvoicesonline.org/2015/03/13/look-what-large-scale-mining-did-to-these-four-beautiful-philippine-islands/" target="_blank">Ausbeutung der Bodenschätze</a> oder das Thema <a href="http://globalvoicesonline.org/2012/05/02/africa-calls-for-transparency-over-marked-increase-in-land-deals/" target="_blank">Landgrabbing</a> bespricht. Fächerübergreifend nutzbar ist es, wenn man die Artikel in einer anderen Sprache zur Verfügung stellt. So wird nicht nur das Sprachverständnis in der Fremdsprache geschult, sondern auch wertvolle Informationen aus anderen Fächern vermittelt oder vertieft. Die Texte von Global Voices, die übrigens alle unter CC-Lizenz stehen, können auch als Grundlage für Übersetzungsübungen genutzt werden. Soll dies noch um eine Kompetenz im Bereich digitale Medien erweitert werden, können die Schülerinnen und Schüler die Texte selbst ins Internet stellen und lernen, dieses mitzugestalten.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Global Voices für Selbstlerner</h2>             <p>Menschen, die ihren Horizont erweitern möchten, bietet Global Voices ebenfalls zahlreiche Möglichkeiten. Allein das Lesen der Artikel liefert neue Erkenntnisse. Bei Global Voices wird aus einer anderen Perspektive berichtet, als es in den traditionellen Mainstreammedien der Fall ist. Selbst bei globalen Nachrichtenereignissen berichten die Autoren von Global Voices aus der Perspektive der Menschen vor Ort. Sie schauen nicht von außen auf eine Situation, sondern die Stimmen, die gesammelt, zusammengefasst und übersetzt werden, kommen aus der jeweiligen Situation selbst. Dies bietet einen Perspektivwechsel, wie er ja auch im Lernbereich des Globalen Lernens gefordert wird. In jedem Artikel kann man „dem Anderen“ begegnen und Gemeinsamkeiten entdecken. Zudem wird auch die Handlungsfähigkeit der „Anderen“ betont, während sie in traditionellen Medien meist als handlungsunfähig, als Opfer oder als Hilfeempfänger, dargestellt werden.</p> <p>Verstärkt wird dieser Prozess des informellen Lernens durch die Mitarbeit bei Global Voices. Da das Projekt fast ausschließlich von Freiwilligen getragen wird, kann sich dort auch jeder einbringen. Die Freiwilligen arbeiten über Kontinente und Sprachgrenzen hinweg zusammen und bilden Teams um ein bestimmtes Projekt herum. Innovative Ideen entstehen aus der Community heraus. Die Erfahrung in einer internationalen Organisation kann man also auch zuhause am Computer erleben. Und wer daran mitarbeitet, kann durchaus auch vom heimischen Schreibtisch aus die Welt ein wenig verändern, indem er den unterrepräsentierten Stimmen Gehör verschafft.</p> <p>Global Voices bietet also auf verschiedenen Ebenen die Möglichkeit des globalen Lernens: Es kann im Unterricht oder in der Projektarbeit eingesetzt werden. Man kann die Geschichten lesen oder sogar mitgestalten. Auf jeden Fall verlässt man hier seine Filterbubble und schaut hinter den eigenen Horizont.</p>         </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/global-voices.html</link><pubDate>Mon, 15 Jun 2015 17:50:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/global-voices.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/06/Global-Voices-Logo.gif" length="48192" type="image/gif" /></item><item><title>“Wir sind viele! Entwicklung ist möglich.“</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/autoren/7e318f341d.jpg" title="Prof. Dr. Markus Behmer" data-lightbox="f91d21">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/b/7e318f341d-a23a2fbb.jpg" width="500" height="348" alt="Prof. Dr. Markus Behmer" title="Prof. Dr. Markus Behmer">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Prof. Dr. Markus Behmer, Professor für empirische Kommunikatorforschung an der Universität Bamberg</figcaption>            </figure>          <p><strong>Wenn Sie beschreiben müssten, worum es bei den „Bildkorrekturen“ geht und weshalb es diese Konferenz- und Seminarreihe gibt – was würden Sie sagen?</strong></p> <p>Die meisten von uns reisen gerne, wir kaufen Waren aus aller Welt, gehen im Chinarestaurant oder dem argentinischen Steak-House essen. Wie aber die Menschen in Ostasien, in Südamerika, in Afrika leben, darüber wissen wir meist wenig. In den Medien ist der „globale Süden“ oft nur mit exotischen Bildern oder, mehr noch, mit Schreckensmeldungen von Krisen, Kriegen, Krankheiten, Kriminalität und Katastrophen präsent – er wird vielfach wenig differenziert als riesige Region dargestellt, die „entwickelt“ werden muss. Bei den Bildkorrekturen suchen wir immer wieder nach Antworten auf die Fragen, warum die Berichterstattung so ist, wie sie nun einmal ist – und wie sie anders, besser werden könnte. Wir argumentieren nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, wollen vielmehr die Zwänge kennenlernen, unter denen die Berichtenden stehen.</p> <p><strong>Was ist das Besondere an der Bildkorrekturen-Reihe? Was macht die Bildkorrekturen aus?</strong></p> <p>Die Themenkombination – und die Vernetzung ganz unterschiedlicher Menschen, die voneinander lernen wollen. Im Mittelpunkt stehen dabei immer konkrete Themen wie Migration, Energiewende, biologische Vielfalt, Korruption oder auch Sport und Entwicklung, die an spezifischen Länderbeispielen besprochen werden. Es gibt Diskussionsrunden, Fachvorträge, interaktive Workshops und Filmvorführungen, durch die insbesondere Studierende für Zusammenhänge des interkulturellen Dialogs, für Möglichkeiten und Grenzen der angemessenen Berichterstattung sensibilisiert werden sollen. Im Seminar werden sie mit kleinen Forschungsaufträgen inhaltlich vorbereitet und am Ende werden die Teilnehmenden selbst zu Berichterstattern: Sie gestalten eine Website mit Inhalten rund um die Tagung und die dort behandelten Themen.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_right">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/05/Habermann_Interview.jpg" title="Teilnehmer in der Diskussion" data-lightbox="5e22eb">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/d/Habermann_Interview-139f966d.jpg" width="500" height="333" alt="Teilnehmer in der Diskussion" title="Teilnehmer in der Diskussion">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Foto (c) Julia Habermann</figcaption>            </figure>          <p><strong>Was reizt Sie persönlich an dem Themenfeld Medien &amp; Entwicklung als Kommunikationswissenschaftler und ehemaliger Journalist?</strong></p> <p>Es ist ein komplexes Gebiet, in dem es nicht in erster Linie darum geht, Theorien weiterzuentwickeln, am Computer und in Bibliotheken abstrakten Fragestellungen nachzugehen oder Mini-Details zu bereits vielfach Erforschtem hinzuzufügen. Hier geht es um konkrete Probleme und um globale Zusammenhänge. Wenn ich dann noch die Chance habe, mich mit vielen anderen auszutauschen, Positionen, Erfahrungen, Schwierigkeiten aus erster Hand zu erfahren, vielleicht sogar Anstöße für kleine Veränderungen zu geben – gibt es dann Spannenderes? Für mich kaum, und ich merke auch immer wieder, wie sehr sich die Studierenden dafür begeistern lassen.</p> <p><strong>Welche der vielen unterschiedlichen entwicklungs-, und medienpolitischen Fragestellungen der vergangenen Jahre war für Sie die spannendste?</strong></p> <p>Oh, die eine spannendste? Wie können wir den Menschen hier begreiflich machen, was Migration für den Einzelnen bedeutet. Oder: Wie funktionieren Mikrofinanzmodelle? Oder: Welche Chancen bieten „neue Medien“ in Staaten mit stark eingeschränkter Pressefreiheit. Oder: Wie können wir die Journalistenausbildung in Nigeria, Nepal, Nord und Süd fördern, wo und wie enger kooperieren? Oder, oder, oder …</p> <p><strong>Weshalb ist das spannend?</strong></p> <p>Wir leben in Einer Welt. Entwicklungshemmnisse entstehen vielfach global, Entwicklungschancen erkennen wir oft lokal. Und der Journalismus, die Medien haben ein großes Potential, diese Zusammenhänge zu verdeutlichen, so schwer dies auch ist in den Zeiten hoher Konkurrenz um die mediale Aufmerksamkeit. Es geht darum, das Publikum zu interessieren, zu informieren, Empathie zu ermöglichen, so dass eine nachhaltige Beschäftigung mit Themen der transnationalen Entwicklung wahrscheinlicher wird. Bei der Konferenz „Bildkorrekturen“ gelingt’s; warum sollte es nicht auch mehr Platz in den Medien für diese Themen geben?</p> <p><strong>Wer waren Ihre Top-3-ReferentInnen?</strong></p> <p>Ich will das nicht ranken – und schon gar nicht namentlich. Es ist schön, immer wieder „Promis“ wie Rupert Neudeck und herausragende Journalisten wie den SZ-Chefreporter Stefan Klein oder Guy Berger, den Leiter der Abteilung für Medienfreiheit der UNESCO, dabei zuhaben. Noch wichtiger, noch interessanter sind aber oft die „No-Names“: Eine Journalistin, die plastisch von ihren Alltagsproblemen in einer Redaktion in Kenia erzählt, eine Aktivistin, die von der Situation in Flüchtlingslagern in Pakistan berichtet, eine Fußballspieleren, die zeigt, was Sport für Mädchen in einem Township von Johannesburg bedeutet, Studierende, die in Diskussionsrunden überraschende, kluge, neue Fragen stellen …</p> <p><strong>Ihr größter Erkenntnisgewinn?</strong></p> <p>Wir sind viele! Entwicklung ist möglich. Und es gibt nicht nur einen Weg, eine Richtung, in die sie positiv gehen kann. Aufeinander zugehen und einander zuhören eröffnet neue Perspektiven, neue Wege. Neu ist das nicht. Aber es stimmt bei den vielen täglichen Schreckensmeldungen und dem Klein-Klein auch des Alltags positiv, es immer wieder neu zu erfahren.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">             <p><strong>Worauf sind Sie am meisten stolz bezüglich der Bildkorrekturen?</strong></p> <p>Auf die Kontinuität. Bald eineinhalb Jahrzehnte machen wir das nun schon, mit immer wieder neuen Partnern, zu immer wieder neuen Themen. Und auf den Werdegang von manchen der Studierenden. Einige waren als Teilnehmende dabei, kommen Jahre später als Referenten wieder, berichten z.B. von ihrer Tätigkeit als Auslandskorrespondent. Klar, das ist nicht mein Verdienst, aber schön ist’s schon.</p> <p><strong>Wo sehen Sie die Bildkorrekturen in zehn Jahren – 2025? Was sind Ihre Visionen, die sie gern noch umsetzen möchten?</strong></p> <p>Oh, da gehe ich dann bald in Rente, aber die Bildkorrekturen wird’s immer noch geben, die Partner werden sie weiter führen, denke ich; und wenn sie mich dann noch dabei haben wollen, komme ich (hoffentlich). Eine Vision ist, die Bildkorrekturen noch mehr zu öffnen, zu internationalisieren. Warum nicht auch mal eine Tagung in Kamerun, Kambodscha oder Kolumbien veranstalten? Keine Vision ist, dass Bildkorrekturen dann, 2025, nicht mehr nötig sein werden. Stereotype, Berichterstattungsdefizite, Entwicklungszusammenarbeitsprobleme wird es immer geben. Die Themen werden uns also nicht ausgehen.</p> <p><strong>Vielen Dank an Professor Behmer für die Beantwortung unserer Fragen. Und jetzt interessiert uns die Meinung unserer Leser: Entwicklungspolitische Themen in den Medien - wie nehmen Sie sie wahr? Was wünschen Sie sich von den Medienmachern?</strong></p>         </div> <h2 class="ce_headline">   Weiterführende Links</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.bildkorrekturen.de/" class="hyperlink_txt" title="Internetseite der Bildkorrekturen" rel="" target="_blank">Internetseite der Bildkorrekturen</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://www.uni-bamberg.de/kowi/infos-zum-institut/personen/behmer-markus/" class="hyperlink_txt" title="Infos und Kontakt zu Professor Markus Behmer" rel="" target="_blank">Infos und Kontakt zu Professor Markus Behmer</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	</div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/wir-sind-viele-entwicklung-ist-moeglich.html</link><pubDate>Fri, 29 May 2015 09:32:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/wir-sind-viele-entwicklung-ist-moeglich.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/autoren/7e318f341d.jpg" length="449458" type="image/jpeg" /></item><item><title>Wo Milch und Honig fließen - Ein geführter Gang durch Oberbilk</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left" style="margin-bottom:60px;">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/05/FullSizeRender%20%281%29.jpg" data-lightbox="a38a92">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/b/FullSizeRender%20%281%29-f91cfa8b.jpg" width="500" height="518" alt="Boxring in einem Boxstudio">               </a>                   </figure>          <p>Die Dramaturginnen Charlott Dahmen und Karin Frommhagen haben ein Theaterprojekt konzipiert, mit dem das aktuelle Thema Flucht begreifbarer gemacht werden soll. Dabei sollen Theaterbesucher und Besucherinnen jeder für sich alleine den Weg eines Flüchtlings gehen. Ein wenig eingeweiht bin ich schon, so weiß ich, dass Schauspieler in verschiedene Rollen schlüpfen und an verschiedenen Orten Teil der Geschichte werden. Doch wie das Ganze tatsächlich funktionieren soll, will ich heute am eigenen Leib bzw. Ohr herausfinden.</p> <p>Treffpunkt ist ein Boxstudio in einer Straße hinter dem Düsseldorfer Hauptbahnhof. Komisch, obwohl ich seit über 20 Jahren in Düsseldorf lebe und schon öfters durch Oberbilk geradelt bin, ist mir das Studio noch nie aufgefallen. Versteckt in einem Hinterhof finde ich es und platze mitten in eine Probe herein. Drei Menschen springen im Ring herum, gehen aufeinander zu und sich aus dem Weg. Ich kapiere nach kurzer Zeit, dass sie einen Asylsuchenden, einen Dolmetscher und eine BAMF-Beamtin darstellen. Warum er nach Deutschland wolle und was er denn überhaupt von der deutschen Kultur kenne, brüllt die Beamtin. Der hier auf Asyl Hoffende ist Musiker, er schätzt Brahms, musiziert auch gerne selber, doch natürlich darf er nirgendwo als Musiker auftreten. Als Zuschauerin verstehe ich sofort, dass es sich hier um einen Kampf handelt: den Kampf um Anerkennung, den Kampf um ein Bleiberecht, den Kampf, als Mensch wahrgenommen und respektiert zu werden.</p> <p>Es ist ein Kampf, den fast alle Flüchtlinge führen, denn in den seltensten Fällen werden sie mit offenen Armen in Deutschland begrüßt. Das Projekt „Dorthin wo Milch und Honig fließen“ möchte einen kleinen Geschmack davon geben, wie es ist, ein Flüchtling zu sein. Warum ein Mensch flieht, wie er hierher kommt, was für Erfahrungen Flüchtlinge machen, wie mit ihnen umgegangen wird …</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left" style="margin-bottom:60px;">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/05/IMG_2693.JPG" data-lightbox="90ce2b">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/e/IMG_2693-2cc3da3e.jpg" width="500" height="666" alt="Eckhauses mit Wandmalerei: „La condition humaine“">               </a>                   </figure>          <p>Vier Flüchtlinge aus vier unterschiedlichen Krisengebieten teilen ihre Geschichte mit den Theaterbesuchern. An diesem sonnigen Montagnachmittag ist es Sami, der mich mit auf eine Hörreise durch sein Leben nimmt. Auf dem obersten Deck eines Parkhauses hinter dem Düsseldorfer Hauptbahnhof startet der audiogeführte Theatergang, hier beginnt Sami seine Geschichte zu erzählen. Die riesige Fläche des obersten Parkdecks ist komplett leer, kein einziges Auto, kein Mensch weit und breit, die Sonne knallt auf den Beton. Mir ist einen Moment lang nicht ganz geheuer - obwohl ich mitten in der City bin. So ähnlich, denke ich, ist es auf dem weiten Meer, wenn kein anderes Boot in Sicht ist und man nicht weiß, wohin genau die Reise geht.</p> <p>Samis Erzählstimme ist warm und freundlich, wenn er von seiner Kindheit und Jugend im Irak erzählt und mich gleichzeitig durch das Parkhaus nach draußen führt. Ich folge seinen Wegweisungen, die mich in die Ellerstraße führen, und nehme dort, weil er mich darauf aufmerksam macht, zum ersten Mal die Wandmalerei an der Fassade eines Eckhauses war: „La condition humaine“ steht über dem Bild. Genau darum geht es, denke ich. Die menschliche Würde.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_right" style="margin-bottom:60px;">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/05/FullSizeRender.jpg" data-lightbox="551cbc">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/9/FullSizeRender-95b280e9.jpg" width="500" height="297" alt="Bäume mit rosa Kirschblüten in Düsseldorf">               </a>                   </figure>          <p>Sami und seine Geschichte begleiten mich weiter - in eine Konditorei, zu einem schönen Garten, an einer Schneiderei vorbei. Derweil erzählt er von seiner Familie, von seinen Freunden, von seinem Musikstudium. Doch dann gibt es Krieg, und Sami erzählt auch davon und von schlimmen Erfahrungen, die er und seine Familie gemacht haben. Es gibt Tote zu betrauern, und während er das erzählt, leitet er mich zu einem Bestatter. Am Ende ist die Situation für ihn im Irak lebensbedrohlich. Mit einem Freund flüchtet er nach Europa. Währenddessen biege ich falsch ab und finde daher die Orientierungshilfe, die Sami gerade beschreibt, nicht. Ich fühle mich auf einmal verloren - und das, obwohl ich den Stadtteil relativ gut kenne. Doch nach dem Weg kann ich nicht fragen, denn außer mir weiß ja keiner von den Passanten, wohin Sami mich leiten will. Ich muss also ganz alleine den richtigen Weg finden.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">             <p>Ich gehe weiter durch das Viertel und versuche, die Plätze, Parks und Geschäfte durch Samis Augen zu betrachten. Als ich an einen kleinen Platz mit blühenden Kirschbäumen vorbeikomme, muss ich an die Maulbeerbäume denken, von denen er am Anfang erzählte.</p> <p>Von Holland aus schlägt Sami sich durch nach Deutschland. Hier angekommen muss er sich erst mit der Bürokratie auseinandersetzen. Vieles versteht Sami nicht, vieles ist fremd, die erste Zeit im gelobten Land ist alles andere als rosig. Doch er begegnet auch Menschen, die ihm helfen. Samis Geschichte geht gut aus. Er darf bleiben. Am Ende führt er mich in ein typisches orientalisches Café, in dem ältere Männer vor Brett- und Kartenspielen sitzen und ich mir einen leckeren Minztee bestelle. Heute bin ich alleine unterwegs, aber hier in diesem Café werden die fünf Flüchtlings-Geschichten zusammenkommen, hier werden sich die Theater-Gänger am Ende alle treffen, hier können Erfahrungen ausgetauscht und vielleicht sogar konkrete Handlungsmöglichkeiten ersonnen werden.</p>         </div> <h2 class="ce_headline">   Weiterführende Links</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.engagement-global.de/theater" class="hyperlink_txt" title="Zur Seite der Theaterproduktion" rel="" target="_blank">Zur Seite der Theaterproduktion</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Tina Adomako</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/tina-adomako.html" title="Tina Adomako">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/c/Tina%20Adomako-72c833cc.jpg" width="500" height="500" alt="Tina Adomako" title="Tina Adomako">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Tina Adomako</figcaption>            </figure>          <p>Tina Adomako ist freie Journalistin und Vorstandsmitglied der Neuen deutschen Medienmacher. Sie schreibt u.a. über Fragen der Gleichstellung, Staatsangehörigkeit und der Integration in Gesellschaft, Politik und in Betrieben. Zudem bietet sie als Bildungsreferentin im Rahmen des von Engagement Global geförderte Programms "Bildung trifft Entwicklung" Seminare zu den Themen Fairer Handel, Flucht, Migration &amp; Integration sowie über die Lebensbedingungen von Menschen in Westafrika an.</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/tina-adomako.html" title="Read the article: Tina Adomako" class="more">Read more<span class="invisible"> Tina Adomako</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/wo-milch-und-honig-fliessen-ein-gefuehrter-gang-durch-oberbilk.html</link><pubDate>Mon, 18 May 2015 13:32:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/wo-milch-und-honig-fliessen-ein-gefuehrter-gang-durch-oberbilk.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/05/ausfahrt.jpg" length="25878" type="image/jpeg" /></item><item><title>Wie wir das Engagement von Vereinen unterstützen</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left" style="margin-right:-30px;">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/05/checklist-41335_1280.png" title="Checkliste für Vereine" data-lightbox="e1161f">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/9/checklist-41335_1280-affcc249.png" width="300" height="374" alt="Checkliste" title="Checkliste für Vereine">               </a>                   </figure>          <p>Die Mitmachzentale, bei der ich arbeite, informiert an Entwicklungspolitik Interessierte telefonisch, per Mail, im persönlichen oder auch in Gruppengesprächen nicht nur über Förderangebote bei Engagement Global, sondern auch über Finanzierungsmöglichkeiten durch Stiftungen oder durch Landesmittel. An uns wenden sich junge Menschen, Ältere, Vereine, Schulen und viele andere zivilgesellschaftliche Akteure, wenn sie Auslandsaufenthalte oder Auslandsprojekte planen, nach Referierenden für Veranstaltungen suchen oder zu entwicklungspolitischen Themen recherchieren. Und es kommen immer wieder Anfragen von Landesnetzwerken, die uns bitten, ihren Mitgliedern und anderen Interessierten das schwierige Thema der Fördermöglichkeiten zu erklären.</p> <p>So haben wir von der Mitmachzentrale zusammen mit DEAB, dem <a href="http://www.dachverband-entwicklungspolitik-bw.de/web/cms/front_content.php?idart=584&amp;lang=1">Dachverband Entwicklungspolitik Baden- Württemberg</a> sowie der SEZ (<a href="http://www.sez.de/" target="_blank">Stiftung Entwicklungszusammenarbeit des Landes Baden- Württemberg</a>) zu einem Seminar nach Stuttgart eingeladen. Das Interesse war riesig, von den über 100 Anmeldungen konnten jedoch nur 30 Personen teilnehmen, um genügend Zeit für Nachfragen und Diskussionen zu haben. Die Teilnehmenden waren bunt gemischt: Jüngere und Ältere, Männer und Frauen, Einheimische und Menschen mit Migrationsgeschichte.</p> <p>Zunächst stellte Herr Schill von der SEZ die Landesförderungen vor. Nach der Präsentation der Förderlandschaft ergaben sich lebhafte Diskussionen über den Sinn und Unsinn der Förderung bestimmter Projekte, z.B. Fahrräder in Deutschland zu sammeln oder in Deutschland hergestellte solarbetriebene Pumpen nach Afrika zu verschiffen. Sind diese Güter nicht auch auf dem lokalen Markt zu kaufen? Was ist der Vorteil, wenn diese Waren aus Deutschland geliefert werden? Bewirken die Lieferungen gesellschaftliche Veränderungen, die der breiten Gesellschaft zugutekommen? Das wurde kontrovers diskutiert.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left" style="margin-top:10px;margin-bottom:30px;">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/05/gruppe2jpg.jpg" title="4 Teilnehmer füllen Formulare aus" data-lightbox="353798">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/05/gruppe2jpg.jpg" width="500" height="247" alt="4 Teilnehmer füllen Formulare aus" title="4 Teilnehmer füllen Formulare aus">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Anträge schreiben - gemeinsam geht es leichter</figcaption>            </figure>          <p>Am Nachmittag folgte ein Beitrag zu „Was ist ein Projekt und welche Förderungen gibt es?“ Dabei wurde betont, dass eine gute Projektkonzeption eine Voraussetzung ist, um die Antragstellung zu erleichtern. Der Weg von der Entstehung des Projekts, der Ausarbeitung des Konzepts mit den beteiligten Partnern, die Beantragung von Fördermitteln und die Projektdurchführung wurden ausführlich erläutert. Die lebendige Atmosphäre zeigte den großen Bedarf, sich über die eigenen Projekte auszutauschen und von den Erfahrungen der Anderen zu lernen. In den Pausen gab es dann für uns immer wieder kleine Beratungsgespräche mit den Teilnehmenden, die ihre Projektideen besprechen und reflektieren wollten. Der Bau einer Kindertagesstätte in Bolivien und ein Informationstag in Stuttgart zum Thema „Textil“ als Best-practise Beispiele veranschaulichten den Beitrag.</p> <p>Am Abend brachte uns Frau Muguruzu, Fachpromotorin des DEAB, spielerisch nahe, wie ungleich weltweit der Konsum von Kakao und der Profit dieses Rohstoffs verteilt sind. Frau Muguruzu, gebürtige Peruanerin, stellte fest: „Es ist für mich auch wichtig, unter welchen Bedingungen der Kakao in Peru produziert wird. Vor allem interessieren mich das Konsumverhalten und die Preise in Deutschland. Und ein gutes Leben hier ist mir wichtig. Ich möchte gute und faire Produkte haben und nicht verzichten.“ Ihre Position, den Blick ganz auf die Wirtschaft hier und das eigene Handeln zu lenken, hat mich beeindruckt.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">             <p>Am nächsten Tag wurden drei Förderprogramme konkret in Workshops vorgestellt. Und dann ging es in die praktische Arbeit: Kleingruppen diskutierten und schrieben Anträge. Hier war deutlich zu sehen, dass dies nicht immer so leicht von der Hand geht. Anschließend lobten alle die gute Übung, einen Antrag von der Beschreibung des Problems, der Zielgruppen bis hin zu den Maßnahmen und Aktivitäten zu durchdenken.</p> <p>Und die Rückfragen zeigten, dass noch nicht alle entwicklungspolitisch Engagierten fundierte Erfahrungen mit Förderanträgen besitzen. „Jetzt habe ich keine Scheu mehr, Fragen zu stellen und meine Projektideen zu besprechen. Denn ich weiß, dass ich mich direkt an die Mitmachzentrale wenden kann, die mich je nach Thema dann weiterleitet“, meinte eine Teilnehmerin. Über diese Aussage haben wir uns sehr gefreut, denn unser Angebot der Erstberatung und die gezielte Weiterleitung an die Fachberatung haben ja das Ziel, entwicklungspolitisches Engagement zu unterstützen.</p> <p><strong>Schreiben Sie jetzt einen Kommentar: Welche Erfahrungen haben Sie schon mit der Beratung von Engagement Global gemacht? Oder welche Beratungsangebote würden Sie sich wünschen?</strong></p>         </div> <h2 class="ce_headline">   Weiterführende Links</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://www.engagement-global.de/unser-service-kontakt.html" class="hyperlink_txt" title="Ihr direkter Draht zur Mitmachzentrale von Engagement Global" rel="" target="_blank">Ihr direkter Draht zur Mitmachzentrale von Engagement Global</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Jeannette Spenlen</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/jeannette-spenlen.html" title="Jeanette Spenlen">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/f/photo_jeannette_spenlen-29745acf.jpg" width="500" height="500" alt="Jeannette Spenlen" title="Jeanette Spenlen">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Jeannette Spenlen</figcaption>            </figure>          <p>Jeannette Spenlen arbeitet als Referentin in der „Mitmachzentrale“ der Engagement Global. Sie ist promovierte Kultur- und Religionswissenschaftlerin und hat in der Vergangenheit Migrantenorganisationen im Bildungsbereich beraten sowie bei NGO`s gearbeitet.</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/jeannette-spenlen.html" title="Read the article: Jeannette Spenlen" class="more">Read more<span class="invisible"> Jeannette Spenlen</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/wie-wir-das-engagement-von-vereinen-unterstuetzen.html</link><pubDate>Fri, 01 May 2015 18:30:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/wie-wir-das-engagement-von-vereinen-unterstuetzen.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/05/checklist-41335_1280.png" length="459990" type="image/png" /></item><item><title>&quot;Flüchtlinge sind bei den Tafeln nicht nur geduldet, sie sind willkommen.&quot;</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/04/Jochen%20Bruehl_Sept2012_Foto_Wolfgang_Borrs.jpg" title="Jochen Brühl, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Deutsche Tafel e.V., Foto: Wolfgang Borrs" data-lightbox="c8fd55">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/0/Jochen%20Bruehl_Sept2012_Foto_Wolfgang_Borrs-de744100.jpg" width="500" height="400" alt="Jochen Brühl, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Deutsche Tafel e.V., Foto: Wolfgang Borrs" title="Jochen Brühl, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Deutsche Tafel e.V., Foto: Wolfgang Borrs">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Jochen Brühl, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Deutsche Tafel e.V., Foto: Wolfgang Borrs</figcaption>            </figure>          <p>Viele der über 900 Tafeln berichten seit einiger Zeit von einer zum Teil erheblich gestiegenen Nachfrage. Die Tafeln können nur verteilen, was ihnen zuvor gespendet wurde. Und mehr Tafelnutzer bedeutet nicht, dass auch die Menge der zur Verfügung stehenden, verzehrbaren Lebensmitteln entsprechend steigt. Also muss die gleiche Zahl an Spenden auf einen größer werdenden Nutzerkreis verteilt werden. Lebensmittelengpässe sind da nicht auszuschließen. Hinzu kommt, dass viele Flüchtlinge traumatisiert sind. Die derzeitigen Umstände fordern unseren 60.000 Helferinnen und Helfern sehr viel ab. Hilfreich ist hier, dass Tafel seit jeher stark interkulturell geprägt ist, das kommt uns zugute.</p> <p><strong>Was muss getan werden, damit die Tafeln diesen Herausforderungen besser begegnen können?</strong></p> <p>Jeder Mensch in Not ist bei den Tafeln willkommen. Wir sind eine spendenfinanzierte Ehrenamtsorganisation. Das heißt Spenden und helfende Hände werden heute dringender denn je gebraucht. Aber selbstverständlich können Organisationen wie die Tafel die Lage der Flüchtlinge in Deutschland nur bedingt verbessern. Wir würden gerne gemeinsam mit den Verantwortlichen aus der Politik und in enger Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Wohlfahrtsverbänden an der Verbesserung der Aufnahme- und Unterstützungssituation von Flüchtlingen arbeiten.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_right">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/04/P1130386%20%283%29.jpg" title="Die Wörther Tafel bietet zusätzlich zur Essensausgabe Sprachkurse für Flüchtlinge an, Foto: Wörther Tafel" data-lightbox="4222a7">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/9/P1130386%20%283%29-12334fd9.jpg" width="500" height="375" alt="Flüchtlinge und eine Sprachlehrerin sitzen am Tisch" title="Die Wörther Tafel bietet zusätzlich zur Essensausgabe Sprachkurse für Flüchtlinge an, Foto: Wörther Tafel">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Die Wörther Tafel bietet zusätzlich zur Essensausgabe Sprachkurse für Flüchtlinge an, Foto: Wörther Tafel</figcaption>            </figure>          <p><strong>Welche Reaktionen der deutschen Hilfeempfänger stellen Sie fest? Gibt es z.B. Neid auf Flüchtlinge, die nun auch Lebensmittel bekommen?</strong></p> <p>Das Leben eines Flüchtlings ist nicht beneidenswert. In unserer aktuellen <a href="http://www.tafel.de/fileadmin/pdf/Charta/Charta_Anerkennung_statt_Ausgrenzung.pdf">Charta Anerkennung statt Ausgrenzung</a> gehen wir sehr proaktiv mit diesem Thema um. Unser Grundsatz lautet: Tafeln leben eine Kultur der Vielfalt, die geprägt ist von Toleranz und Respekt. Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Gewalt haben bei uns keinen Platz – nicht bei unseren Tafel-Aktiven, nicht bei unseren Tafel-Nutzern und nicht bei unseren Spendern und Unterstützern. Neid und Missgunst wird es immer geben. Flüchtlinge sind bei den Tafeln nicht nur geduldet, sie sind willkommen. Was wir nicht dulden, sind Ressentiments gegen Menschen – erst recht nicht gegen diejenigen, die unsere Unterstützung so dringend brauchen.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">             <p><strong>Hilfe für notleidende Menschen, ungeachtet ihrer Herkunft. Ist aus Ihrer Sicht das Instrument der Tafeln das richtige, um dabei mit gutem Beispiel voranzugehen?</strong></p> <p>Ich staune ich immer wieder über den Ideenreichtum und die Leistungsbereitschaft der Kolleginnen und Kollegen vor Ort. Immer häufiger bieten Tafeln Sprachkurse für Flüchtlinge an, gestalten gemeinsame Kochabende oder stemmen spezielle Spendenaktionen. Wir gehen vielerorts mit sehr gutem Beispiel voran. Nichtsdestotrotz: eine gelebte Solidarität gegenüber Flüchtlingen muss zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe werden.</p> <p><strong>Menschen, die Flüchtlinge in Deutschland unterstützen möchten - was wünschen Sie sich von ihnen?</strong></p> <p>Ich finde es ganz großartig, dass es immer mehr Initiativen zur Unterstützung von Flüchtlingen gibt. Ob durch Kirchengemeinden, zivilgesellschaftliche Organisationen wie der Tafel oder Privatpersonen, die ihre Hilfe anbieten – jedes Engagement ist ein wichtiger Baustein, um in Deutschland endlich eine angemessene Willkommenskultur zu etablieren. Bei den Tafeln sind Unterstützer herzlich willkommen und werden dringend gebraucht. Wichtig ist aus meiner Sicht eine Vernetzung und Koordinierung der verschiedenen Hilfsangebote.</p> <p><strong>Vielen Dank für die Antworten an Jochen Brühl. Uns interessieren jetzt die Meinung und die Erfahrungen unserer Blog-Leser.</strong></p>         </div> <h2 class="ce_headline">   Weiterführende Links</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.tafel.de/" class="hyperlink_txt" title="Internetseite des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V." rel="" target="_blank">Internetseite des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V.</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://de-de.facebook.com/DieTafeln" class="hyperlink_txt" title="Facebookseite des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V." rel="" target="_blank">Facebookseite des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V.</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.tafel.de/fileadmin/pdf/Charta/Charta_Anerkennung_statt_Ausgrenzung.pdf" class="hyperlink_txt" title="Link zur Charta Anerkennung statt Ausgrenzung" rel="" target="_blank">Link zur Charta Anerkennung statt Ausgrenzung</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	</div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/fluechtlinge-sind-bei-den-tafeln-nicht-nur-geduldet-sie-sind-willkommen.html</link><pubDate>Sat, 18 Apr 2015 12:52:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/fluechtlinge-sind-bei-den-tafeln-nicht-nur-geduldet-sie-sind-willkommen.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/autoren/Jochen_Bruehl_Foto_Wolfgang_Borrs.jpg" length="71955" type="image/jpeg" /></item><item><title>Mitmachen: Europäisches Jahr für Entwicklung 2015</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left" style="margin-bottom:60px;">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/04/logo_eje.png" title="Europäisches Jahr für Entwicklung 2015" data-lightbox="53176e">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/1/logo_eje-893b7de1.png" width="500" height="165" alt="Logo Europäisches Jahr für Entwicklung" title="Europäisches Jahr für Entwicklung 2015">               </a>                   </figure>          <p>Meine Kolleginnen von der Geschäftsstelle des Europäischen Jahrs für Entwicklung sind begeistert. Denn dieses Jahr ist <strong>die</strong> Gelegenheit, Entwicklungszusammenarbeit in all ihren Facetten darzustellen und zu erleben. Zwar ist die EU schon seit vielen Jahren eine der wichtigsten Geberinnen für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe. Aber in der europäischen Bevölkerung scheint dies oft nicht wahrgenommen zu werden.</p> <p>Das soll durch dieses Themenjahr anders werden. Neulich begleitete ich die Kolleginnen zu einer Veranstaltung, bei der sie ein Rednerteam für europäische Themen darüber informierten, wie sich die EU in der Entwicklungszusammenarbeit engagiert. Das große Interesse und die neugierigen Fragen der ansonsten zu Europathemen recht gut informierten Rednerinnen und Redner haben mich überrascht.</p> <p>Darum halte ich es für sehr gut, dass die EU die Bevölkerung stärker in die entwicklungspolitischen Diskussionen einbeziehen möchte. In Deutschland hat die EU nichtstaatlichen Organisationen Fördermittel zur Verfügung gestellt, die sie für Veranstaltungen und Kampagnen im Rahmen des Themenjahres nutzen können. Der Prozess ist abgeschlossen und es werden aktuell 27 Projekte gefördert.</p> <p>Auf der <a href="http://ej2015.engagement-global.de/">Website der deutschen Geschäftsstelle</a> gibt es einen Veranstaltungskalender, um Engagement für Entwicklungsfragen sichtbar zu machen. Dies ist ein Service für die zivilgesellschaftlichen Akteure und Gruppen, um sich zu vernetzen und einen gemeinsamen Dialog zu führen über Themen wie Faires Wirtschaften, das geplante Freihandelsabkommen TTIP, den Nutzen von Freiwilligendiensten im globalen Süden oder den Schutz der Regenwälder. Damit dies möglich ist sollten möglichst viele Veranstalter ihre Aktionen an die Plattform melden. Besonders viele Aktivitäten finden im Monat Mai statt, in dem traditionell die Europawoche begangen wird.</p> <p>Für mich ist dabei das Besondere: Der Blick soll auch über den europäischen Tellerrand hinaus geöffnet und das Bewusstsein für gemeinsame Verantwortung und Solidarität weltweit geschärft werden. Denn alle Menschen haben die gleichen Bedürfnisse: Gesundheit, ein Dach über dem Kopf, gerecht bezahlte Arbeit, ein Leben in Frieden und Sicherheit. Dieses Jahr 2015 bietet durch die Veranstaltungen die Chance, die eigene Verantwortung und die Verantwortung der EU besser zu erkennen.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">             <p>Toll ist, dass die wechselnden Monatsthemen auf der Plattform wichtige Bereiche der Entwicklungszusammenarbeit konkret fassbar machen: Bildung, Mädchen und Frauen, Gesundheit, Frieden oder Klima. Bei den Monatsthemen finde ich sehr gut, dass auch Projekte beschrieben werden, die sich für bessere Lebensbedingungen der Menschen im globalen Süden einsetzen. Einige Organisationen und Akteure berichten über eigene Projekte. Im April wird das Thema Gesundheit und im Mai das Thema Frieden behandelt.</p> <p>Hier in der Mitmachzentrale erhalten wir zahlreiche Anfragen von Schulen oder Jugendgruppen, wie sie in diesem Jahr für Entwicklung mitmachen können. <a href="http://mitmachen.ej2015.de/">„Zeig dein Engagement"</a> heißt die Aktion, die das Entwicklungsministerium gestartet hat und die sich an Einzelpersonen oder Gruppen richtet. Bis zum 26. April 2015 können Fotos des Engagements für eine nachhaltige und faire Welt eingesendet werden.</p> <p><strong>Die Engagement Global Redaktion fragt: Wie ist Ihre Meinung zum Europäischen Jahr für Entwicklung? Beteiligen Sie sich vielleicht an einer der Aktionen? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.</strong></p>         </div> <h2 class="ce_headline">   Weiterführende Links</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://ej2015.engagement-global.de/" class="hyperlink_txt" title="Zur Website &quot;Europäisches Jahr für Entwicklung&quot;" rel="" target="_blank">Zur Website "Europäisches Jahr für Entwicklung"</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://blog.engagement-global.de/&#109;&#97;&#105;&#108;&#116;&#111;&#58;&#101;&#106;&#x65;&#64;&#x65;&#x6E;&#x67;&#x61;&#103;&#101;&#109;&#x65;&#110;&#x74;&#45;&#103;&#108;&#x6F;&#98;&#x61;&#108;&#x2E;&#100;&#x65;" class="hyperlink_txt" title="Email an die Geschäftsstelle Europäisches Jahr für Entwicklung" rel="" target="_blank">Email an die Geschäftsstelle Europäisches Jahr für Entwicklung</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Jeannette Spenlen</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/jeannette-spenlen.html" title="Jeanette Spenlen">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/f/photo_jeannette_spenlen-29745acf.jpg" width="500" height="500" alt="Jeannette Spenlen" title="Jeanette Spenlen">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Jeannette Spenlen</figcaption>            </figure>          <p>Jeannette Spenlen arbeitet als Referentin in der „Mitmachzentrale“ der Engagement Global. Sie ist promovierte Kultur- und Religionswissenschaftlerin und hat in der Vergangenheit Migrantenorganisationen im Bildungsbereich beraten sowie bei NGO`s gearbeitet.</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/jeannette-spenlen.html" title="Read the article: Jeannette Spenlen" class="more">Read more<span class="invisible"> Jeannette Spenlen</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/mitmachen-europaeisches-jahr-fuer-entwicklung-2015.html</link><pubDate>Sat, 18 Apr 2015 11:37:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/mitmachen-europaeisches-jahr-fuer-entwicklung-2015.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/04/logo_eje.png" length="14677" type="image/png" /></item><item><title>Burger für Flüchtlingsfamilien</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/04/Good%20Godesberger%20Burger.jpeg" title="30 Asylbewerber freuten sich über ein kostenloses Burger-Menü im Godesburger" data-lightbox="7e8e3b">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/3/Good%20Godesberger%20Burger-9040a783.jpeg" width="500" height="363" alt="30 Asylbewerber freuten sich über ein kostenloses Burger-Menü im Godesburger" title="30 Asylbewerber freuten sich über ein kostenloses Burger-Menü im Godesburger">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">30 Asylbewerber freuten sich über ein kostenloses Burger-Menü im Godesburger</figcaption>            </figure>          <p>Das Thema Nachhaltigkeit hat sich der Godesburger unter regionalen, ökologischen und sozialen Aspekten auf die Fahne geschrieben. Angefangen bei unserer Dienstleisterauswahl – das Fleisch für die Pattys und die Burgerbrötchen stammen von eingesessenen Godesberger Familienbetrieben – über die Verwendung vollständig kompostierbarer Take-Away-Verpackungen bis hin zu einem inklusiven Restaurant-Team, das je zur Hälfte aus Mitarbeitern mit bzw. ohne Behinderung besteht.</p> <p>Natürlich schauen wir in Sachen Nachhaltigkeit aber auch über den sprichwörtlichen Tellerrand. Daher mussten wir nicht zweimal überlegen, als uns die Bezirksbürgermeisterin von Bad Godesberg, Simone Stein-Lücke, darauf ansprach, ob wir bei der Initiative „Good Godesberg“ mitmachen möchten. Das Projekt hat zum Ziel – gerade im Angesicht der aktuellen Flüchtlingsproblematik – eine neue Willkommenskultur in Bad Godesberg zu etablieren. Den betroffenen Familien soll über „Good Godesberg“ die Möglichkeit gegeben werden, sich der hiesigen Kultur über den Besuch in örtlichen Restaurants und das Thema „Essen“ zu nähern.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">             <p>Der Godesburger machte den Auftakt und bewirtete 30 Flüchtlinge mit einem kostenlosen Burger-Menü. Wir hoffen, dass wir durch unsere Teilnahme an „Good Godesberg“ einen kleinen Teil dazu beitragen konnten, dass sich die Menschen in Bad Godesberg willkommen und gut aufgehoben fühlen. Gerne rufen wir auch andere ortsansässige Gastronomen dazu auf, sich an „Good Godesberg“ zu beteiligen.</p> <p><strong>Die Engagement Global Redaktion fragt: Was halten Sie von dieser Idee? Was haben Sie z.B. mit der lokalen Wirtschaft in Ihrer Nähe schon auf die Beine stellen können? Wir sind gespannt auf Ihre Kommentare.</strong></p>         </div> <h2 class="ce_headline">   Weiterführende Links</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://www.facebook.com/goodgodesberg" class="hyperlink_txt" title="Good Godesberg auf Facebook" rel="" target="_blank">Good Godesberg auf Facebook</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://www.facebook.com/godesburger" class="hyperlink_txt" title="Godesburger auf Facebook" rel="" target="_blank">Godesburger auf Facebook</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.godesburger.com/" class="hyperlink_txt" title="Godesburger-Webseite" rel="" target="_blank">Godesburger-Webseite</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Wolfgang Pütz</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/wolfgang-puetz.html" title="Wolfgang Pütz">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/1/Wolfgang%20Puetz-47314f31.png" width="500" height="500" alt="Wolfgang Pütz" title="Wolfgang Pütz">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Wolfgang Pütz</figcaption>            </figure>          <p>Wolfgang Pütz (49) leitet als Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer seit mehr als 20 Jahren unterschiedliche Unternehmen des Sozial- bzw. Gesundheitssektors. Heute führt er als Geschäftsführer unter anderem das 500-Mitarbeiter starke Sozialunternehmen GVP Gemeinnützige Werkstätten Bonn GmbH und die PRIMA Gemeinnützige Einrichtungen Bonn GmbH, zu der unter anderem auch Deutschlands erstes inklusives Better-Burger Restaurant „Godesburger“ zählt. Sein gesellschaftliches und auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Engagement rundet Wolfgang Pütz durch Mitgliedschaften im Wirtschaftsrat Deutschland und im Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) ab.</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/wolfgang-puetz.html" title="Read the article: Wolfgang Pütz" class="more">Read more<span class="invisible"> Wolfgang Pütz</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/burger-fuer-fluechtlingsfamilien.html</link><pubDate>Fri, 10 Apr 2015 15:18:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/burger-fuer-fluechtlingsfamilien.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/04/Good%20Godesberger%20Burger.jpeg" length="157884" type="image/jpeg" /></item><item><title>Deutschland ist vielfältig, und Pluralismus braucht Engagement</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/03/germany-652967_1280.png" data-lightbox="2cf179">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/d/germany-652967_1280-8633b0ad.png" width="500" height="316" alt="Ein Fingerabdruck in schwarz, rot, gold">               </a>                   </figure>          <p>Vor knapp zwei Jahren lernte ich auf einer der vielen Veranstaltungen im politischen Berlin zwei Deutsche mit Migrationshintergrund kennen. Zu denen zähle ich mich irgendwie auch, obwohl ich als weiße Frau mit deutschen Eltern normalerweise nicht so benannt werden würde. Schnell deckten wir in unserem Gespräch auf, dass wir im Grunde „verkehrte Welt“ spielen: die beiden hatten ihr ganzes Leben in Deutschland gelebt, hier Abitur gemacht und studiert, einer von beiden ist seit Jugendtagen aktiv in einer politischen Partei engagiert. Ich, im Ausland geboren, habe knapp mein halbes Leben im Ausland verbracht, dort meinen Schulabschluss gemacht und studiert. Während ich in Deutschland jedoch immer selbstverständlich als „Deutsche“ angesehen werde, konnten sie von unzähligen Gegebenheiten berichten, in denen sie – auch von Repräsentanten des Staates – als „Nicht-Deutsche“ behandelt wurden. Der Grund: Ihre Eltern bzw. Großeltern sind aus nicht-europäischen Ländern eingewandert. Ihnen sieht man das vermeintliche „Nicht-Deutschsein“ (oder was man dafür hält) an der Hautfarbe an, mir nicht. </p> <p>Jedem Rassismus liegt Schubladendenken zu Grunde. Vorurteile sind nichts anderes als die Zuschreibung bestimmter Charakteristika von außen. Sie beschreiben das „Fremde“, das man nicht kennt. Die gute Nachricht: Eine Gesellschaft kann Vorurteilen durch Aufklärung entgegentreten. Die schlechte Nachricht: Vorurteile sind weit verbreitet und allzu oft gekoppelt an ein Vertrauensdefizit, aus dem sich der so vorurteilsbeladene erst einmal wieder ausgraben muss. Dies kann er allein kaum schaffen. Unsere von Rassismus betroffenen Mitmenschen sind auf die Hilfe von jenen angewiesen, die von unserer Mehrheitsgesellschaft nicht als fremd benannt werden. Nur gemeinsam können wir den Konsens verändern.</p> <p>Ich erinnere mich an meine eigene Auseinandersetzung mit Vorurteilen während meiner Auslandsaufenthalte in den 90er Jahren. Als Jugendliche im englischsprachigen Ausland wurde ich oft mit Vorurteilen gegenüber Deutschen konfrontiert. Ob ich mich selbst als Deutsche fühlte war da zunächst einmal egal. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=2Hosf86OLxM">„Two World Wars and one World Cup“</a> („Zwei Weltkriege und eine Weltmeisterschaft“) war eine beliebte „Begrüßung“ auf der Schule, auf der ich Ende der 90er Jahre in England meinen Abschluss machte. Als ich einen Freund zu Hause besuchte, wurde ich von seinem Vater mit dem Hitlergruß begrüßt – „aus Spaß“. Mein Bruder wurde einige Jahre früher gar als Sohn vermeintlicher Nazi-Spione beschimpft. „Deutsche“ standen für alles, was schlecht ist auf dieser Welt.</p> <p>Diese isolierten Erfahrungen sind natürlich keinesfalls vergleichbar mit der Fremdenfeindlichkeit, mit denen etwa in Deutschland (und anderen europäischen Staaten) lebende Bürger mit Migrationshintergrund, Einwanderer und asylsuchende Flüchtlinge konfrontiert werden. Doch sie haben mir als weißem Mädchen aus der Mittelschicht damals gezeigt, wie hilflos man sich angesichts solcher Zuschreibungen von außen fühlen kann, und wie schwer es ist, solchen Vorurteilen zu entkommen – selbst, wenn tagtägliche Berührungspunkte gegeben sind. Sie haben mir auch gezeigt, dass hinter Vorurteilen und Fremdenfeindlichkeit nicht immer ein böser Wille steht. Manchmal sind es „nur“ Ignoranz, Unwissenheit, und Angst. Was den Umgang damit für die mit Vorurteilen Konfrontierten natürlich nicht leichter macht.</p> <p>Fakt ist: Identitäten sind vielschichtig – das trifft auf die persönliche Identität genauso zu wie auf die kollektive, gesellschaftliche. Die „deutsche“ Identität sollte einer solchen Vielschichtigkeit Raum bieten. Wer nun etwa fordert, dass alle Einwanderer zu Hause Deutsch sprechen sollten, der signalisiert ein klares „noch gehört Ihr nicht dazu“. <a href="http://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2015/maerz/wie-steht-es-um-deutschlands-willkommenskultur/">Willkommenskultur</a> sieht anders aus. </p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">             <p>Fremdenfeindlichkeit und Rassismus sind in Deutschland ein Problem und <a href="http://kleinerdrei.org/2015/02/empoert-euch/">wir sollten uns mit aller Macht dagegen stemmen</a>: Indem wir <a href="http://www.taz.de/!156882/">auf die Straße gehen</a>, Artikel schreiben, an Bürgerinitiativen mitwirken, uns in Vereinen engagieren oder uns einfach gegen die tagtäglichen Auswirkungen der Fremdenfeindlichkeit wehren. Dazu gehört es, als Gesellschaft auch <a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/studie-ueber-auslaender-im-schulbuch-immer-haben-sie-probleme-a-1023826.html">die eigenen Vorurteile zu erkennen</a>. Ängste müssen erkannt und ernst genommen werden. Hierzu gehört auch eine verstärkte Auseinandersetzung von politischen Akteuren mit ihren Bürgern: sowohl mit denen, die (potenzielle) Opfer von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus sind <a href="https://publixphere.net/i/publixphere-de/proposal/1537-Ins_Gespr%C3%A4ch_kommen_mit_PEGIDA">als auch</a> mit denen, die diese Ängste haben und rassistisches Gedankengut hegen. Ich würde mir jedoch wünschen, dass unsere Politiker eher den Schritt auf diejenigen zugehen, die unsere Gesellschaft vielfältiger und bunter machen wollen, als auf die, die diese Entwicklung mit Argwohn betrachten. Da wir derzeit auch beobachten können, dass die politische Rhetorik in Europa vermehrt für mehr Nationalismus und weniger Pluralismus plädiert, müssen wir uns lautstark zu einer offenen Gesellschaft bekennen.</p>         </div> <h2 class="ce_headline">   Weiterführender Link</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://publixphere.net/i/publixphere-de/instance/publixphere-de" class="hyperlink_txt" title="Politik diskutieren bei publixphere.net" rel="" target="_blank">Politik diskutieren bei publixphere.net</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Mayte Schomburg</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/mayte-schomburg.html" title="Mayte Schomburg">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/b/MP_310x15-00ff42cb.jpg" width="500" height="500" alt="Mayte Schomburg" title="Mayte Schomburg">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Mayte Schomburg, Foto (c) Asmus Henkel</figcaption>            </figure>          <p>Dr. Mayte Schomburg wurde in Spanien geboren und wuchs in Deutschland, den USA und England auf. Ihr Studium der Staatswissenschaften führte sie in die Schweiz, danach hatte sie weitere Auslandsaufenthalte in Frankreich und den USA. Sie ist Initiatorin und Vorstandsvorsitzende des Vereins Publixphere e.V., der den freien politischen Meinungsaustausch junger Erwachsener fördern möchte. Zur Zeit ist sie außerdem Fellow am Berkman Center for Internet &amp; Society an der Universität Harvard, USA.</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/mayte-schomburg.html" title="Read the article: Mayte Schomburg" class="more">Read more<span class="invisible"> Mayte Schomburg</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/deutschland-ist-vielfaeltig-und-pluralismus-braucht-engagement.html</link><pubDate>Wed, 25 Mar 2015 18:46:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/deutschland-ist-vielfaeltig-und-pluralismus-braucht-engagement.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/03/germany-652967_1280.png" length="360931" type="image/png" /></item><item><title>„Mosambik wird nicht wahrgenommen, aber deshalb bin ich ja da“</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/03/IMG_2217.JPG" title="Francisco sitzt am Tisch in der Schule, in der er eingesetzt wird" data-lightbox="b188d8">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/7/IMG_2217-773a3b57.jpg" width="500" height="333" alt="Francisco sitzt am Tisch in der Schule, in der er eingesetzt wird" title="Francisco sitzt am Tisch in der Schule, in der er eingesetzt wird">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Francisco in "seiner" Schule</figcaption>            </figure>          <p><strong>Wie bist du zu weltwärts gekommen?</strong></p> <p>Ich habe mich in Mosambik bereits ehrenamtlich engagiert, bei AJUDE, einer mosambikanischen Jugend- und Freiwilligenorganisation, die weltwärts-Freiwillige aus Deutschland, aber auch Freiwillige aus andern Ländern aufnimmt. Ich war dort unter anderem Mentor für die Freiwilligen. Die Freiwilligen, die aus Deutschland zu uns nach Mosambik kommen, werden über die ICJA Freiwilligenaustausch weltweit e.V. entsendet. Und über ICJA wiederum habe ich dann von der so genannten „weltwärts-Süd-Nord-Komponente“ erfahren und mich für einen Freiwilligendienst in Deutschland beworben.</p> <p><strong>Was sind deine Aufgaben an der Schule?</strong></p> <p>Ich habe einen festen Stundenplan mit wöchentlich stattfindenden Angeboten, darüber hinaus ist aber auch noch Zeit für andere Aktivitäten. Im kommenden Monat werde ich vielleicht eine Klasse mit dem Lehrer ins Schullandheim begleiten. Ich unterstütze den Sportlehrer bei der Betreuung der Fußball AG. Für Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen biete ich an zwei Wochentagen „English Conversation“ an. Dies findet als Ergänzung zum normalen Englisch-Unterricht statt und soll den Kindern die Sprache praxisbezogen und mit Spiel und Spaß vermitteln. Wir sprechen viel, lesen Texte und machen Spiele zur Wortschatzerweiterung. Für den Kurs brauche ich natürlich auch einiges an Zeit zur Vorbereitung. Zwar ist Englisch nicht meine Muttersprache, aber mich hat die Sprache schon in der Schule begeistert, und durch den Umgang mit jungen Menschen im Freiwilligendienst in <strong>Mosambik </strong>habe ich auch Sprachpraxis gewonnen. Außerdem konnte ich durch mein Engagement bei AJUDE und die Kontakte zu ausländischen Partnerorganisationen auch drei Monate nach Kanada reisen. Außerdem gibt es an der Schule noch ein besonderes Projekt, einen Schulbauernhof. Die Kinder der fünften und sechsten Klassen verbringen dort einen Monat lang mehrere Wochenstunden. Dort lernen sie sehr viel über Landwirtschaft, Nutztiere und Nahrungsmittelproduktion in lokalen und globalen Maßstäben.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_right">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/03/IMAG0841.jpg" title="Francisco sitzt auf einem Felsen und streckt beide Daumen nach oben" data-lightbox="3fb715">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/e/IMAG0841-265e560e.jpg" width="500" height="429" alt="Francisco sitzt auf einem Felsen und streckt beide Daumen nach oben" title="Francisco sitzt auf einem Felsen und streckt beide Daumen nach oben">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Francisco mag die Schwäbische Alb</figcaption>            </figure>          <p><strong>Was gefällt dir an deinem weltwärts-Einsatz besonders?</strong></p> <p>Es macht mit zwar großen Spaß, Erfahrungen im Unterrichten zu sammeln und dabei habe ich schon viele schöne oder auch lustige Momente erlebt. Ganz besonders mag ich es aber, wenn ich draußen bin - zum Beispiel mit meiner Outdoor AG - und wir uns auf Schnitzeljagt oder Schatzsuche begeben. Mir gefällt die Vielseitigkeit der Aufgaben. Außerdem freue ich mich über die positiven Rückmeldungen der Lehrkräfte. In den ersten Wochen, als ich noch neu an der Schule war, kannten mich viele noch nicht richtig. Mittlerweile aber wissen alle, dass ich da bin und fragen mich, ob ich hier und dort dabei sein und mithelfen kann.</p> <p><strong>Was waren deine ersten Erfahrungen in Deutschland? Wann hattest Du das Gefühl wirklich angekommen zu sein?</strong></p> <p>Als ich ankam hatte ich erst mal elf Tage Seminar in Berlin mit anderen weltwärts-Freiwilligen meiner Aufnahmeorganisation. Dazu gehörten ein kleiner Intensivsprachkurs, kurze Vorträge, Workshops und Diskussionen zu Land, Leute, Gesellschaft und auch zur Geschichte Deutschlands. Außerdem gab es ein paar Museumsbesuche. Wir haben aber auch über mögliche Herausforderungen, einen möglichen Kulturschock und vieles mehr gesprochen. Das war alles erst mal sehr aufregend, unglaublich spannend und neu – wie ohnehin alles in den ersten Tagen. <br>Danach traf ich dann viele Leute in Reutlingen. Alle interessierten sich für mich und wollten wissen, was ich hier mache und wie es mir geht. Die Neugierde und der Zauber verflogen dann allmählich. Es war nicht unbedingt einfach, damit umzugehen. Ich brauchte erst einmal – wie wahrscheinlich alle – eine gewisse Zeit, um anzukommen und mich zu integrieren. Ich finde es ohnehin schwieriger hier, Kontakt mit anderen Menschen aufzunehmen. Die anfängliche Aufregung war also weg und ich empfand das etwas ernüchternde Gefühl, am Boden der Tatsachen angekommen zu sein. <br>Was dann richtig toll war und mir auch in guter Erinnerung bleiben wird, ist die Fasnacht in Rottenburg. Eine Familie aus St. Johann, wo ich wohne, lud mich ein mitzukommen. Ich durfte mit ihrer Gruppe beim Umzug mitlaufen, wir waren alle als Schweine verkleidet und hatten Masken auf. Es hat mir unglaublich viel Spaß und Freude bereitet, die Festkultur der Region kennen zu lernen und miterleben zu dürfen. Ich habe mich als Teil der Gruppe gefühlt und nicht mehr als ein Fremder.</p> <p><strong>Gibt es etwas, was Du hier vermisst oder auf was du Dich freust, wenn du wieder in Mosambik bist?</strong><br>Vor allem freue ich mich auf meine Freunde. Mit fehlt dieses Alltagsleben mit einem – meinem Empfinden nach - einfacheren, offeneren und gesprächigeren Umgang von Menschen untereinander. Ich verbringe hier viel Zeit allein, was zwar in diesem Land nicht weiter ungewöhnlich ist, aber mir fehlt ein wenig die Art von Vertrauen und Nähe, die ich aus Mosambik kenne. Ich mag es nicht, wenn ich längere Zeit allein bin. In Mosambik ist es aus irgendeinem Grund, den ich noch nicht kenne, einfacher und normaler, spontan bei einem Bekannten vorbeizuschauen, zu fragen wie es dem anderen geht und einfach die Zeit mit Freunden zu verbringen oder selbst Besuch zu bekommen.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">             <p><strong>Wie wird aus deiner Sicht Mosambik in Deutschland wahrgenommen und welche Rolle können Freiwillige wie du bei der öffentlichen Wahrnehmung spielen?</strong></p> <p>Ehrlich gesagt wird Mosambik, wie ich finde, gar nicht wahrgenommen. Ich habe mal an der Schule eine Umfrage zu Mozambique gemacht und einige Schülerinnen und Schüler gefragt, was sie über Mosambik wissen. Die allerwenigsten wussten überhaupt, dass es ein Land in Afrika ist, und wenn konnten sie nicht genau sagen, wo es liegt. Keiner wusste, welche Sprache in meinem Heimatland gesprochen wird und wie viele Menschen dort leben. Wenn ich also mit Leuten über Mosambik spreche, dann werden Assoziationen – von Hunger über Kindersoldaten bis Ebola – , die viele Menschen mit Afrika verbinden, alle auch auf Mosambik projiziert. Ich glaube aber, dass das Menschen aus Ghana, Tansania, Togo oder Kamerun ähnlich erleben. Die länderspezifischen und regionalen Unterschiede werden kaum wahrgenommen. <br>Aber ich hoffe und glaube, dass sich das gerade durch Freiwilligendienste wie weltwärts langsam verändern kann. Während der Arbeit, in den Pausen oder noch viel mehr im privaten Leben habe ich ja die Chance, mit Menschen zu sprechen. Oft bitten mich die Leute auch, etwas über mein Land zu erzählen, gerade die Kinder in der Schule. Durch meine Gastfamilie habe ich in unserem kleinen Ort auch schon einen Vortrag über Mosambik in der Kirchengemeinde gehalten.</p> <p><strong>Was nimmst du aus deinem Freiwilligendienst mit?</strong><br>Ich denke im Moment noch nicht so viel an die Rückkehr. Ich habe durch meinen weltwärts-Freiwilligendienst hier sehr viel gelernt, auch weil ich mit offenen Augen und Ohren hergekommen bin. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen macht mir außerdem viel Spaß. Ich kann mir auch für meine berufliche Zukunft gut vorstellen, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten.<br>Wenn ich wieder in Mosambik bin, werde ich von Ereignissen und Eindrücken aus einem Jahr in Deutschland erzählen und bestimmt viel dazu gefragt werden. Durch meine Erfahrungen und Überlegungen hat sich schon einiges in meiner Lebensweise verändert und ich kann mir vorstellen, dass sich auch noch manches verändern wird. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass das auf mein Umfeld und meinen Freundeskreis abfärben wird. Wenn das nicht nur bei mir so ist, sondern bei viel mehr Freiwilligen, dann glaube ich daran, dass wir etwas verändern können.</p>         </div> <h2 class="ce_headline">   Weiterführende Links</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.weltwaerts.de/de/id-22012015-mehr-internationale-freiwillige-kommen-nach-deutschland.html" class="hyperlink_txt" title="weltwaerts" rel="" target="_blank">weltwärts: Mehr internationale Freiwillige kommen nach Deutschland</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.icja.de/content/Freiwilligendienst/weltwaerts/" class="hyperlink_txt" title="ICJA" rel="" target="_blank">Homepage von ICJA Freiwilligenaustausch weltweit</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://www.youtube.com/watch?v=hk05D4Uo1sk" class="hyperlink_txt" title="YouTube Film Mehr Südfreiwillige" rel="" target="_blank">Film auf YouTube: weltwärts - Mehr Süfdreiwillige</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	</div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/mosambik-wird-nicht-wahrgenommen-aber-deshalb-bin-ich-ja-da-kopie.html</link><pubDate>Tue, 17 Mar 2015 19:36:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/mosambik-wird-nicht-wahrgenommen-aber-deshalb-bin-ich-ja-da-kopie.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/03/IMG_2217.JPG" length="112544" type="image/jpeg" /></item><item><title>Workshop zur Kunst der Workshopgestaltung</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/02/1.png" title="Die Bildungsagenten" data-lightbox="afd50e">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/02/1.png" width="500" height="139" alt="Die Bildungsagenten" title="Die Bildungsagenten">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Die Bildungsagenten</figcaption>            </figure>          <p>Von einem guten Freund wurde ich vor kurzem zu einem Seminar der Bildungsagenten eingeladen, bei dem es ein Wochenende lang um die Kunst der Workshop-Gestaltung gehen sollte. Da mich alternative Lernmethoden sehr interessieren sagte ich kurzentschlossen zu. Ich konnte nicht ahnen, welch einen scheinbar unerschöpflichen Schatz an Inhalten, Kooperationsmöglichkeiten und Projektideen mir dieses Wochenende eröffnen würde, und so freue ich mich sehr, meine anhaltende Begeisterung nun mit euch teilen zu können, indem ich euch diese Truppe einmal vorstelle.</p> <p>Die Bildungsagenten sind ein Netzwerk von zumeist studierenden jungen Menschen, die Bildungsarbeit zum Thema Globales Lernen organisieren und realisieren wollen. Viele von ihnen haben mit dem staatlich geförderten Programm <a href="http://www.weltwaerts.de" target="_blank">weltwärts</a> einen Freiwilligendienst in sozialen Bereichen in sogenannten Entwicklungsländern geleistet und möchten die Eindrücke und Ideen, die sie dabei gesammelt haben, nun weitergeben. Es sind jedoch alle willkommen, die sich mit der Motivation und den Zielen der Bildungsagenten identifizieren können und sie in fruchtbaren Projekten umsetzten wollen.</p> <p>Doch wie sieht das Ganze denn konkret aus? Zum Beispiel werden Impulsvorträge und thematische Gespräche an Schulen, auf Seminaren oder auf Konferenzen angeboten, um Menschen neue Denkanstöße zu geben und sie dadurch anzustiften, sich über die Hintergründe globaler Probleme zu informieren und tätig zu werden. Dabei geht es zum Beispiel um Fragen zur Verteilungsgerechtigkeit, zur Welt-Ernährungsproblematik oder zu wirtschaftlichen Strukturen wie Fair-Trade oder dem Finanzsystem. Weitere Themen, die es kritisch zu reflektieren gilt, wenn Mensch WeltbürgerIn werden möchte, sind das Bildungssystem, der eigene Konsum, Rassismus, Macht, Ökologie, eben alle Inhalte, die sich mit der Frage beschäftigen, wie wir unsere globalisierte Welt gestalten wollen, durch unser Verhalten, aber auch auf institutioneller Ebene. Diese Impulse sollen dazu anregen, den Aufgaben der Gesellschaft, also unseren Aufgaben kreativ und kooperativ entgegen zu treten und es durch ein erlebtes Verständnis der Hintergründe und Handlungsoptionen auch zu können.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_right">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/02/2.jpg" title="Die Bildungsagenten singen und tanzen" data-lightbox="5642fb">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/02/2.jpg" width="500" height="139" alt="Die Bildungsagenten singen und tanzen" title="Die Bildungsagenten singen und tanzen">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Die Bildungsagenten singen und tanzen</figcaption>            </figure>          <p>Um die Energie dieses Willens zu kanalisieren haben die Bildungsagenten eine stolze Sammlung von Spielen, Moderationstechniken, Tipps zur Projektentwicklung usw. angelegt, mit deren Hilfe es auf höchst interaktive und produktive Weise möglich ist, sich auch als Gruppe weiter mit den angesprochenen Inhalten und den eigenen Vorstellungen dazu auseinanderzusetzen. Auf ihrer Internetseite <a href="http://www.bildungsagenten.com" target="_blank">www.bildungsagenten.com</a> kann sich jede_r dieses inspirierende MethodenWiki ansehen. Was nützt schließlich Motivation, wenn sie nicht auf ein Ziel gerichtet wird, auf eine Vision einer besseren, gerechteren oder vielleicht lustigeren Welt?</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_right">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/02/3.jpg" title="Die Bildungsagenten im Workshop" data-lightbox="7bae85">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/02/3.jpg" width="500" height="140" alt="Die Bildungsagenten im Workshop diskutieren" title="Die Bildungsagenten im Workshop">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Die Bildungsagenten im Workshop</figcaption>            </figure>          <p>Facettenreiche Workshops mit viel Freiraum für eigene Gedanken und Ideen sind deshalb ein weiterer wichtiger Aspekt der Arbeit der Bildungsagenten. Dieses Angebot richtet sich an Schulen, aber auch an Gruppen jeglicher Größe und jeglichen Alters, denn es geht nicht nur um globales und ganzheitliches, sondern auch um lebenslanges Lernen mit Kopf, Herz und Hand.</p> <p>„Wir wollen Menschen inspirieren, ganz gleich in welchen Positionen sie arbeiten, ob als Chef im Autokonzern oder als Schulkind, ihre Gestaltungsmöglichkeiten zu entdecken und zu Wandel-Agenten zu werden, für die positive Entwicklung der Welt“, so Helmut Wolman, der Initiator der Initiative, der die „Ideenwerkstatt Bildungsagenten“ vor drei Jahren gegründet hat.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/02/5.png" title="Die Frida" data-lightbox="b89a09">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/02/5.png" width="500" height="375" alt="Das Seminarhaus &quot;Die Frida&quot;" title="Die Frida">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Die Frida</figcaption>            </figure>          <p>Zum 3-Jährigen Jubiläum luden die Bildungsagenten Rückkehrende aller Entsendeorganisationen in das brandenburgische Dorf Brück ein, zu einer Fortbildung, über die im folgenden berichtet wird.</p> <p>Unser Seminarhaus, zu dem alle am Freitagabend anreisten, lag etwas abseits von Berlin in der Mark Brandenburg, in einem sonst eher verlassenen Dorf namens Brück. Die Tramper von der A9 sowie die Zugreisenden aus Berlin schafften es dennoch alle pünktlich um 17 Uhr da zu sein und wir begannen uns und unser Seminarhaus, <a href="http://www.die-frida.de">„die Frida“</a>, kennenzulernen. Die Frida ist ein kleiner alter Bauernhof, der in der DDR als Konsum (Lebensmittelladen) gedient hatte und nun von Jona und Markus schöngemacht und zu einem Friedenszentrum umgebaut wird, wo Yoga, gewaltfreie Kommunikation und eben so etwas wie die Bildungsagenten einen Platz zum Wachsen haben. Noch ist alles etwas rustikal, die winterlichen Temperaturen wurden aber erfolgreich mit Feuerholz und Kuscheln bekämpft. Und das ist auch das Schöne, denn obwohl genügend Platz für 20 Personen ist, bleibt alles irgendwie klein und überschaubar, sodass diejenigen, die in der Küche helfen oder in der Sofaecke ausruhen gleichzeitig am Programm teilnehmen können, da die kleine Küche gleich an den Seminarraum angrenzt.</p> <p>Den Plan für das Wochenende erarbeiteten wir gemeinsam am Freitag, jedoch passte er sich auch ständig an die Gruppe und das wachsende Interesse für bestimmte Themen an. Freitagabend stellten wir die Freunde der Erziehungskunst, die Ideenwerkstatt Bildungsagenten und insbesondere Ideen³ vor, denn die Bildungsagenten sind ein Teil dieses bunten Vereins zur Gestaltung von Räumen für Entwicklung und wollen Räume an Schulen schaffen, in denen sich globales Bewusstsein und Menschlichkeit entwickeln kann.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/02/6.png" title="Die 5 Elemente eines Workshops" data-lightbox="f162c1">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/8/6-2d7561b8.png" width="500" height="598" alt="Tafel mit aufgepinnten Zetteln" title="Die 5 Elemente eines Workshops">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Ein guter Workshop hat 5 Elemente: Orientieren und Kennenlernen – Erfahrungsaustausch der TN – Analyse von Fakten – Handlung im eigenen Leben – Reflexion und Feedback</figcaption>            </figure>          <p>Samstagmorgen ging es gleich nach dem gemütlichen Frühstück mit der <a href="http://bildungsagenten.com/2015/01/22/workshopgestaltung/" target="_blank">„Kunst der Workshopgestaltung“</a> von Helmut Wolman los. Gemeinsam sammelten wir zunächst Elemente wie Praxisnähe und Warm-Ups, die einen guten Workshop ausmachen, aber auch Gefahren, wie „Osterhasenpädagogik“ oder zu lange Inputs, die es zu umschiffen gilt. Im zweiten Teil hörten wir einen Youtube-Vortrag von Andreas Schleicher, auch genannt „Mr. Pisa“, in dem er einige interessante und mutige Ansätze für eine neue Bildungslandschaft nennt und entwickelten daraus unsere eigenen Visionen für die <a href="http://bildungsagenten.com/2011/12/16/kindsein/" target="_blank">Schule der Zukunft</a>. Schlussendlich hat der Workshop sein Ziel erreicht: alle fühlen sich ermutigt, den Zwang des Besserwissens abzulegen und als freier Künstler in Schulen und in Workshops über das Darstellen globaler Zusammenhänge eine selbstgestaltete und friedliche Weltgemeinschaft zu fördern.</p> <p>Schon während des Vormittags sind einige auf die „Wir-haben-es-satt-Demo“ nach Berlin gefahren und haben laut ihre Meinung zu Themen wie Genpflanzen, Massentierhaltung und dem Freihandelsabkommen TTIP geäußert, zu denen wir in der Frida friedlich geplaudert haben.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/02/7.png" title="Wie treffen wir selber eigentlich Entscheidungen?" data-lightbox="d9a5c5">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/02/7.png" width="500" height="538" alt="Tafel mit aufgeschriebenem Text" title="Wie treffen wir selber eigentlich Entscheidungen?">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Wie treffen wir selber eigentlich Entscheidungen?</figcaption>            </figure>          <p>Am Samstagabend beschäftigten wir uns mit Markus Castro in seinem Workshop <a href="http://bildungsagenten.com/2015/01/29/sk/" target="_blank">„Systemisches Konsensieren“</a> damit, wie die Leitung von Workshops bei wichtigen Entscheidungen an die Gruppe abgegeben werden kann, denn die Teilnehmenden wissen immer am besten, was für sie relevant ist. Und um zu wissen, ob wir jetzt lieber über TTIP reden sollen oder die ökologischen Probleme von Genmais, eignet sich systemisches Konsensieren hervorragend, denn dadurch wird klar, mit welchem Vorschlag die wenigsten ein Problem haben und somit, wofür es die breiteste Zustimmung gibt. </p> <p>Dieser Workshop hat auch dazu geführt, dass wir Bildungsagenten uns plötzlich stark damit beschäftigten, wer eigentlich hier die Entscheidungen fällt und wie wir das partizipativer gestalten können.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/02/8.png" title="Kurzinput zu Machtkritik" data-lightbox="b76fae">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/02/8.png" width="500" height="650" alt="Tafel mit aufgeschriebenem Text" title="Kurzinput zu Machtkritik">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Kurzinput zu Machtkritik</figcaption>            </figure>          <p>Der Sonntag begann mit einem kleinen Workshop zu <a href="http://bildungsagenten.com/2012/04/27/criticalwhiteness/" target="_blank">machtkritischem Bewusstsein</a> von Max Schulte, wobei uns nochmal deutlich wurde, wie subtil der Einfluss von Macht eigentlich beginnt.</p> <p>Daraufhin wurde es für uns konkret, denn wir beschäftigten uns mit Projektideen und kommenden Workshops wie den <a href="http://bildungsagenten.com/2013/04/07/oasis-games/" target="_blank">„Oasen-Spielen“</a>, <a href="http://bildungsagenten.com/2012/08/28/stadtfuhrung/" target="_blank">„Transition Stadtspaziergängen“</a> und der Ausarbeitung des „Nationalen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte“ im Auswärtigen Amt. Aus der Frage, wie wir mit den Gedanken von Pegida umgehen sollten, entstand eine neue Regionalgruppe in Dresden.</p> <p>Mit einem Spaziergang schlossen wir unser Themenwochenende ab. Wie immer war es viel zu kurz, um die vielen Ideen ausreichend zu vertiefen, dadurch aber spannend und bewegend für alle, die dabei waren und insgesamt wunderschön.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">             <p>Großartige Unterstützung für ihre Arbeit bekommen die Bildungsagenten von ihrem Trägerverein Ideen3 , von weltwärts, von den Freunden der Erziehungskunst Rudolf Steiners und von Spendern, die helfen das globale Lernen so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen.</p> <p>Wenn du auch Lust bekommen hast, deine Erfahrungen einzubringen und deiner Vision einer schöneren Welt ein Stück näher zu kommen oder du dich einfach für die angesprochenen Themen interessierst: Melde dich und werde Bildungsagent!</p> <p>Fotos: Chocco Johanna Samberger und Helmut Wolman</p>         </div> <h2 class="ce_headline">   Weiterführende Links</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://bildungsagenten.com/neuanmeldung" class="hyperlink_txt" title="Link zur Anmeldung bei den Bildungsagenten" rel="" target="_blank">Anmelden und Bildungsagent werden</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="https://www.betterplace.org/p11667/news/109496" class="hyperlink_txt" title="Den Post bei betterplace.org lesen" rel="" target="_blank">Den Post bei betterplace.org lesen</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	</div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/workshop-zur-kunst-der-workshopgestaltung.html</link><pubDate>Fri, 27 Feb 2015 15:11:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/workshop-zur-kunst-der-workshopgestaltung.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/02/tanzen.jpg" length="75807" type="image/jpeg" /></item><item><title>Fairtrautes Bonn!?</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/02/IMG_0751.JPG" title="greenwalker" data-lightbox="f2017a">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/02/IMG_0751.JPG" width="500" height="323" alt="Die fünf Bonner Greenwalker" title="greenwalker">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Die Bonner Greenwalker</figcaption>            </figure>          <p>Die Welt rückt scheinbar immer enger zusammen, da es immer einfacher wird, in ferne Länder zu reisen, Produkte aus aller Welt bei uns zu kaufen oder globale Dienstleistungen zu nutzen. Trotzdem weiß kaum jemand etwas über die Konsequenzen dieses Zusammenrückens oder über die genauen Herkunftsorte und Produktionsbedingungen der Konsumgüter.</p> <p>Durch allgegenwärtige Werbung wird uns vorgegaukelt, dass es für uns notwendig ist, immer mehr zu konsumieren, überall schnell anzukommen und immer erreichbar zu sein. Außerdem bestimmen immer fragwürdigere Schönheits- und Modevorstellungen unser Konsumverhalten.</p> <p>Durch unsere ständig wachsende Nachfrage nach „billigen“ Produkten, seien es Schokolade, Kosmetikartikel oder Handys, umreisen diese meist erst die ganze Welt, bevor sie als fertiges Endprodukt bei uns angeboten werden. Von der Rohstoffgewinnung über die Verarbeitung<br>bis hin zur Fertigstellung durchläuft ein Produkt unterschiedliche Stadien, um die einzelnen Komponenten möglichst günstig in fernen Ländern herzustellen. Dies geschieht auf Kosten der Umwelt und der dortigen ArbeiterInnen. So hinterlässt die Reise Spuren, die dem<br>Endprodukt nicht anzusehen sind.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_right">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/02/IMGP4175.JPG" title="Die Greenwalker beim konsumkritischen Rundgang durch Bonn" data-lightbox="1b85c5">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/0/IMGP4175-c9ec6270.jpg" width="500" height="333" alt="Gruppe der Greenwalker in Bonner Innenstadt" title="Die Greenwalker beim konsumkritischen Rundgang durch Bonn">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Die Greenwalker beim konsumkritischen Rundgang durch Bonn</figcaption>            </figure>          <p>Doch „Du bist was Du isst!“ Und wir sind, was wir kaufen. Unser Konsumverhalten bestimmt das Gesicht der Globalisierung mit.</p> <p>Seit rund einem Jahr bieten wir deshalb einen konsumkritischen Stadtrundgang durch die Bonner Innenstadt an. Hier erzählen wir von konkreten Beispielen aus den Ländern, in denen wir gelebt haben, bieten aber immer einen Bonner Bezug.</p> <p>In den rund zweistündigen Spaziergängen beziehen wir die Teilnehmer mit interaktiven Methoden mit ein, so dass ein stetiger Austausch besteht. So erfahren wir z.B. von neuen Bonner Initiativen, Geschäften oder Aktionen und können dies der nächsten Gruppe weitergeben.</p> <p>Unsere Themen reichen von Handys, Kosmetik, Schokolade, Kleidung, regionalen und biologischen Lebensmitteln bis hin zu Bankgeschäften und Mobilität. Uns geht es darum, Hintergründe zu erklären, aber vor allem auch Handlungsalternativen zu bieten.</p> <p>Nach einem interaktiven Einstieg, indem es darum geht, wie sehr wir als KosumentInnen von Produkten abhängig sind, die in anderen Ländern produziert werden, geht es los mit dem Spaziergang. Je nach Modul spazieren wir z.B. an Geschäften vorbei, die faire Mode oder Schokolade anbieten. Weiter geht es mit Methoden, die spielerisch den Zugang zu den einzelnen Themen bieten. Zum Schluss gibt es immer ein paar konkrete Tipps, wie es in Bonn auch anders (fair/regional/alternativ) geht, oder wo man sich noch weiter informieren kann.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">             <p>Jeden dritten Samstag im Monat gibt es einen Spaziergang, zu dem jede/r Interessierte kommen kann. Außerdem kann man uns für Gruppenführungen buchen, die individuell angepasst werden können.</p> <p>Wir bieten auch gerne weiterführende Veranstaltungen an, so z.B. Workshops in Schulen oder bei bestimmten Veranstaltungen. Besonders gerne begleiten wir auch Seminare oder Konferenzen im Rahmenprogramm.</p> <p>Gefördert werden wir durch das Programm Bildung trifft Entwicklung von Engagement Global.</p>         </div> <h2 class="ce_headline">   Weiterführende Links</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.bonnfairtraut.de" class="hyperlink_txt" title="bonnfairtraut" rel="" target="_blank">Aktuelle Termine und Hintergrundinformationen der Bonner Greenwalker</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.bildung-trifft-entwicklung.de/" class="hyperlink_txt" title="Bildung trifft Entwicklung" rel="" target="_blank">Das Programm "Bildung trifft Entwicklung" der Engagement Global</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Rosa Grabe</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/rosa-grabe.html" title="Rosa Grabe">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/3/P1150072%20%282%29-eb083713.jpg" width="500" height="500" alt="Rosa Grabe" title="Rosa Grabe">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Rosa Grabe</figcaption>            </figure>          <p>Rosa Grabe wohnt in Bonn, seit sie aus Kenia und Indonesien zurückgekehrt ist, wo sie im entwicklungspolitischen Bereich tätig war. Dort war sie mit verschiedenen Stadien der textilen Kleidungsproduktion konfrontiert. Sie hat das Thema als Referentin für globales Lernen beim Programm "Bildung trifft Entwicklung" von Engagement Global sowie als Mitbegründerin der "greenwalker" und des konsumkritischen Stadtrundganges in Bonn aufgenommen. Außerdem ist sie Mitglied bei femnet (eine Trägerorganisation der Kampagne für Saubere Kleidung) und auch Multiplikatorin bei fairschnitt. In dieser Funktion hat sie den Einkaufsführer für öko-faire Mode in Bonn miterstellt (u.a. gefördert durch Engagement Global).</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/rosa-grabe.html" title="Read the article: Rosa Grabe" class="more">Read more<span class="invisible"> Rosa Grabe</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/faitrautes-bonn.html</link><pubDate>Fri, 20 Feb 2015 13:26:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/faitrautes-bonn.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/02/P1030715.JPG" length="91076" type="image/jpeg" /></item><item><title>„Die Geschichten des Engagements“ – das neue Blog von Engagement Global</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">       <h2>„Wo arbeitest Du nochmal genau? – Irgendwas mit Engagement, oder?“</h2>             <p>Wenn mich Bekannte ansprechen und fragen, wo ich arbeite, versuche ich immer möglichst kurz und knapp zu erklären, dass wir bei Engagement Global den Auftrag haben, Menschen bei ihrem entwicklungspolitischen Engagement zu unterstützen. Da gibt es eine Vielzahl an Programmen, die es Menschen ermöglichen, in Schwellen- und Entwicklungsländern aktiv zu werden - und die vielen Initiativen, die mit spannenden Bildungsmaßnahmen auch die globalen Zusammenhänge hier in Deutschland sichtbar machen. Diese Themenvielfalt und Zusammenhänge verständlich zu kommunizieren ist unsere Herausforderung.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Contentstrategie</h2>                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/01/lea.JPG" title="Ausschnitt des YouTube-Kanals von Engagement Global &#40;Kopie&#41;" data-lightbox="3d7da4">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/d/lea-064b2bdd.jpg" width="500" height="318" alt="Ausschnitt des YouTube-Kanals von Engagement Global" title="Ausschnitt des YouTube-Kanals von Engagement Global &#40;Kopie&#41;">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Lea erzählt auf YouTube von ihrem weltwärts-Dienst</figcaption>            </figure>          <p>Wir lassen Menschen für ihre Projekte sprechen. Die persönlichen Geschichten über das Wasserprojekt in Uganda oder die Erfahrungen, mit einer Berliner Schulklasse über Fairtrade-Produkte zu diskutieren, interessieren uns. So werden Engagierte selbst zu Anstiftern und können andere motivieren, auch aktiv zu werden. Ob auf Buswerbungen oder im Bühnenfilm auf unserer Website, wir setzen „echte“ Engagierte in Szene, die Anknüpfungspunkte zu Engagement Global haben und eine Menge Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit mitbringen. So erzählt Lea von ihrem Auslandaufenthalt mit weltwärts oder ein Lehrer über einen inklusiven Schulaustausch.</p> <p>Auf unserer Website präsentieren wir im Wesentlichen Serviceangebote, wie Veranstaltungen, Stellenanzeigen und natürlich Informationen zu unseren entwicklungspolitischen Programmen. Über unsere Social Media Kanäle streuen wir auch Informationen über unsere Angebote hinaus und geben Einblicke in die entwicklungspolitische Szene. Auf Twitter haben wir es eher mit einem Fachpublikum zu tun, hier folgen uns Bundestagsabgeordnete, Stiftungen und Journalisten. Auf Facebook sprechen wir eine recht breite Zielgruppe an und können hier besonders gut mit jungen Interessierten kommunizieren und Kampagnen, z.B. für Programm-Bewerbungsphasen, steuern und monitoren. Außerdem versuchen wir einen authentischen Einblick hinter die Kulissen von Engagement Global zu geben und berichten über Aktuelles aus dem Haus.</p> <p>Unser Blog, das wir erst Ende des letzten Jahres gelauncht haben, liegt uns besonders am Herzen, da wir hier die persönlichen Erfahrungsberichte dauerhaft platzieren können und die Inhalte nicht nur kurz durch eine Timeline huschen. Das ist nicht nur gut für die Suchmaschinenoptimierung, es wird auch dem Aufwand gerecht, den wir betreiben, um guten Content zu produzieren. Besonders wichtig ist uns dabei, dass wir die Texte, im Gegensatz zu den großen Social Media Plattformen, barrierefrei anbieten können - übrigens ein Themenfeld, das ich in der Blogossphäre noch viel zu selten antreffe und zu dem ich mich sehr gerne mehr austauschen würde.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Themen</h2>             <p>Zum Start unserer Blogs haben wir fünf Themengebiete definiert: Entwicklungszusammenarbeit, Fairer Handel, Kommunen, Globales Lernen und Migration bilden hier die Schwerpunkte. Bis jetzt haben 14 Autorinnen und Autoren aus NGOs, Wissenschaft, aber auch aus dem eigenen Haus, Artikel verfasst. Engagement Global hat den Auftrag, entwicklungspolitischen Initiativen eine Plattform zu bieten. Das Angebot, einen Blogbeitrag zu verfassen, nehmen unsere Partner hier gerne an und schreiben aus der Ich-Perspektive, sehr bildhaft, über ihre Erfahrungen.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Marketing</h2>             <p>Wir verkaufen keine Produkte. Somit können wir keine Conversion berechnen oder genaue ROI-Kennzahlen monitoren. Dennoch schauen wir auf unsere Statistiken und versuchen, Blogposts möglichst optimal über unsere Social Media Kanäle zu bewerben. Besonders gute Zahlen erreichen wir, wenn uns die Autoren mit unterstützen. So hat z.B. Oxfam den Gastbeitrag ihrer Geschäftsführerin auch über die eigenen Kanäle verbreitet und so für gute Reichweiten gesorgt. Im nächsten Schritt möchten wir unsere Netzwerke zu digitalen, entwicklungspolitischen Angeboten ausbauen und uns intensiver mit anderen Blogs und Fachgruppen (in Netzwerken wie Xing) verknüpfen. Neben der Bereitstellung von RSS-Feeds haben wir auch einen Follow Button für Bloglovin eingerichtet. Ich nehme die Plattform eigentlich eher als Dienst in der Lifestyle- Modeszene wahr, dennoch wollen wir testen, ob wir als Organisation hier auch profitieren können.</p>         </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">       <h2>Organisation</h2>             <p>Das Blog ist fester Bestandteil unseres Redaktionsplans, der alle digitalen Kanäle beinhaltet. In unseren Redaktionssitzungen wird gemeinsam festgelegt, wen wir für Beiträge ansprechen können und welche Themenschwerpunkte gesetzt werden sollen. Es folgt die Abstimmung mit den Autoren, ein kurzes Lektorat und die Bewerbung des Beitrags. Bis jetzt haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Betreuung der Autorinnen und Autoren das richtige Fingerspitzengefühl voraussetzt. „Einen eigenen Artikel schreiben? – Ich weiß nicht!“ Hier versuchen wir zu unterstützen, geben Tipps und Motivation.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Zukunft</h2>             <p>Wir hoffen, dass wir uns mit unserem Blog - nach und nach - eine breite Leserschaft aufbauen können und über die Bereitstellung von spannenden Inhalten auch noch mehr Interesse für die Angebote von Engagement Global wecken werden.</p>         </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Daniel Montua</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/daniel-montua.html" title="Daniel Montua">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/0/Montua_quadrat_klein-136ba960.jpg" width="500" height="500" alt="Daniel Montua" title="Daniel Montua">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Daniel Montua</figcaption>            </figure>          <p>Daniel Montua ist Social Media und Community Manager bei Engagement Global und dort für die strategische Planung der sozialen Netzwerke zuständig. Nach seiner Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann sammelte er Erfahrungen im Agenturumfeld. Der Diplom-Medienökonom beschäftigte sich im Rahmen seiner Diplomarbeit mit neuen, digitalen Bürgerbeteiligungsformaten. Ehrenamtlich engagiert sich Daniel Montua in der Jugendverbandsarbeit, z.B. mit der Organisation von internationalen Jugendbegegnungen. Er ist Mitorganisator der Socialbar Bonn.</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/daniel-montua.html" title="Read the article: Daniel Montua" class="more">Read more<span class="invisible"> Daniel Montua</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/die-geschichten-des-engagements-das-neue-blog-von-engagement-global.html</link><pubDate>Fri, 30 Jan 2015 18:53:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/die-geschichten-des-engagements-das-neue-blog-von-engagement-global.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/01/lea.JPG" length="41666" type="image/jpeg" /></item><item><title>Ich bin dankbar</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/01/key-565607_1280.jpg" width="500" height="333" alt="Hand dreht Schlüssel in Türschloss">                   </figure>          <p>Mein Erwachsenwerden und Erwachsenenleben war geprägt von einem beruflichen und ehrenamtlich Engagement: ich habe demonstriert für die Friedensbewegung, bin Feministin geworden, boykottiere Atomkraftstrom, war und bin aktiv in der entwicklungspolitischen Bewegung, eben sehr bewegt, gefühlt mein ganzes Leben: Mit all seinen Schwankungen, Zweifeln, auch Verzweiflung, Wut, Hoffnung, und immer wieder Hoffnung. Werte, die geprüft wurden, die immer wieder gefestigt werden mussten. Irritation tut gut.</p> <p>Mit 22 Jahren ging ich mit dem DED nach Afghanistan, dann nach Nord-Ost-Brasilen, dann nach Nicaragua, dann 2. Bildungsweg, dann hier und da. Und nun eine Bilanz? Erst mal ein Blick zurück, dann nach vorn.</p> <p>Ich bin dankbar, dass ich in meinen letzten Berufsjahren noch das Programm weltwärts mit „auf die Schiene setzen“ konnte. Und ich bin zuversichtlich, dass der eingeschlagene Weg sowohl für alle Akteure des Programms als auch für die Gesellschaft ein Gewinn sein wird. Besonders erfreulich ist für mich, dass das Programm dort anknüpft, wo ich vor gut 42 Jahren in die Entwicklungsszene als Entwicklungshelferin in Afghanistan eingestiegen bin: Junge Menschen für eine Welt zu engagieren, ihnen Erfahrungen und Erkenntnisse zu ermöglichen, die sie aktiv und handlungsfähig in der Gesellschaft machen, das war der DED. Dieses Engagement hat mich nicht mehr losgelassen, es floss ein in meine entwicklungspolitische Arbeit, in mein feministisches Engagement , in meine beruflichen Aufgaben bei der Stadt Köln (in der Migrationsarbeit) oder bei der AWO. Dadurch konnte ich auch immer wieder balancieren zwischen NGO und „knorrigen“ Verwaltungsakteuren . Ich habe gelernt: Verwaltung ist im Prinzip zähhhhhhh, und es macht keinen Sinn, sie beschleunigen zu wollen, sie hat ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten und ist gegen Veränderungen sehr widerständig. Das zu erkennen und zu nutzen war mein Ziel.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">             <p>Diese Arbeit war nicht immer einfach, aber sie hat mir auch Energie gegeben und auch Spaß gemacht, sie hat meinen Blick geweitet und mich auf meinem Weg, Erkenntnisse zu sammeln, weitergebracht. Die größte Hürde war für mich die Zusammenarbeit mit Ministerien. Die dortigen DienerInnen des Staates (die ja von unseren Steuergeldern alimentiert werden) sind immer mehr zu DienerInnen der jeweiligen PolitikerInnen (MinisterInnen) geworden. Und weil die NGO auch zum großen Teil von ihnen abhängig sind - oder sich über die Jahre abhängig gemacht haben - haben sie sich auch treiben lassen. Keine Sichtweise steht mehr im Vordergrund, sondern die Betriebswirtschaft mit seinen kapitalistischen Orientierungen (Effizienz um jeden Preis z.B.) hat uns alle in ihre Klauen genommen.</p> <p>Und jetzt habe ich Zeit, meine Visionen wieder zu suchen und … sicherlich zu finden. Ich bin zuversichtlich und habe weiterhin Hoffnung. Warum auch nicht. Auch im Ruhestand gibt es MitstreiterInnen. Packen wir es an.</p>         </div> <h2 class="ce_headline">   Weiterführende Links</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.weltwaerts.de" class="hyperlink_txt" title="Zur Homepage von weltwärts" rel="">Zur Homepage von weltwärts</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Karin Schüler</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/karin-schueler.html" title="Karin Schüler">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/e/12-04-10-Passfoto-Karin_Schueler-28283a8e.jpg" width="500" height="500" alt="Karin Schüler" title="Karin Schüler">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Karin Schüler</figcaption>            </figure>          <p>Karin Schüler war seit 1982 als Entwicklungshelferin des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) in Afghanistan, Brasilien und Nicaragua tätig und engagierte sich als Rückkehrendenvertreterin beim DED für über für 10 Jahre. Sie war Mitgründerin bei VEHEMENT e.V., einem Verein ehemaliger Entwicklungshelfer und -helferinnen. Innerhalb des DED hat Katrin Schüler das weltwärts-Programm mit aufgebaut und war dann bis zu ihrem Ruhestand Ende 2014 bei Engagement Global als Abteilungsleiterin im Bereich Förderprogramme tätig.</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/karin-schueler.html" title="Read the article: Karin Schüler" class="more">Read more<span class="invisible"> Karin Schüler</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/ich-bin-dankbar.html</link><pubDate>Wed, 28 Jan 2015 12:10:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/ich-bin-dankbar.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/01/key-565607_1280.jpg" length="62722" type="image/jpeg" /></item><item><title>Argentinien: Feuchtgebiete für Mensch und Natur erhalten</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/01/P1060721.JPG" title="Wenn der Fluss über die Ufer tritt, saugt das Naturschutzgebiet das Wasser wie ein Schwamm auf. Foto: Daniela Heblik" data-lightbox="f91e80">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/01/P1060721.JPG" width="500" height="375" alt="Wasser bedeckt Wiesen, ein Baum steht im Wasser" title="Wenn der Fluss über die Ufer tritt, saugt das Naturschutzgebiet das Wasser wie ein Schwamm auf. Foto: Daniela Heblik">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Wenn der Fluss über die Ufer tritt, saugt das Naturschutzgebiet das Wasser wie ein Schwamm auf. Foto: Daniela Heblik</figcaption>            </figure>          <p>Am Horizont ist Pilar zu sehen, eine Stadt, die in den letzten Jahren rapide angewachsen und heute eine exklusive Wohngegend für wohlhabende Familien ist. Ausgedehnte eingezäunte Wohnanlagen und Poloressorts sowie eine sich rasch entwickelnde Wirtschaft haben viele natürliche Flächen verdrängt. Aber hier in dem Naturreservat von Pilar, nur 10 Minuten entfernt, hat sich die Natur ein Stück zurückerobert. Von der Hektik der Stadt ist hier nichts zu spüren. Die Wasserflächen und das Gezwitscher der Vögel strahlen Ruhe aus.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Ein Feuchtgebiet mit wichtigen Funktionen</h2>             <p>Obwohl das Naturschutzgebiet nicht groß ist, nimmt es wichtige ökologische Funktionen wahr. Wie ein Schwamm saugt es das Wasser auf, wenn der Río Luján über die Ufer tritt und vermindert so Überschwemmungen in den nahe gelegenen Siedlungsgebieten. Außerdem ist es Teil eines Biokorridors, der die Feuchtgebiete im Norden mit denen im Süden des Landes verbindet.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Ein vielfältiger Lebensraum</h2>             <p>Flache Lagunen und Flussauen wechseln sich mit Steppenvegetation auf den etwas höher gelegenen Flächen ab. 164 Vogelarten leben in dem Reservat. „Hier schau, in diesen Blattscheiden sammelt sich Wasser an, das den Lebensraum für einen kleinen Käfer bildet, der Nahrung für eine Froschart ist, die wiederum von einem bestimmten Vogel gefressen wird“, erklärt Graciela die Nahrungskette. Sie kennt die meisten Pflanzen- und Tierarten im Gebiet und erzählt mir während eines Rundgangs Interessantes zu deren ökologischer Bedeutung. „Was ist das denn?“, frage ich und zeige auf ein himbeerförmiges Gebilde an einem Baumstamm. „Dies sind die Eier einer Schnecke, die hier sehr häufig vorkommt und deren Schale für den Kalkhaushalt bedeutsam ist.“</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h1>… und eine ehemalige Müllhalde</h1>                <figure class="image_container float_right">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/01/P1060717.JPG" title="Graciela kann zu den meisten Pflanzen in der Reserva eine spannende Geschichte erzählen. Foto: Daniela Heblik" data-lightbox="146335">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/01/P1060717.JPG" width="500" height="666" alt="Graciela streicht mit ihrer Hand durch eine Pflanze" title="Graciela kann zu den meisten Pflanzen in der Reserva eine spannende Geschichte erzählen. Foto: Daniela Heblik">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Graciela kann zu den meisten Pflanzen in der Reserva eine spannende Geschichte erzählen. Foto: Daniela Heblik</figcaption>            </figure>          <p></p> <p>Graciela ist eine der Aktivistinnen, die vor elf Jahren das Feuchtgebiet entdeckt und in seinen ursprünglichen Zustand zurückverwandelt hat. „Das hier war lange Zeit die Müllhalde der Gemeinde“, erzählt sie mir. „Als wir das Gebiet entdeckten, haben wir der Stadtverwaltung einen Managementplan vorgelegt und den Verein Asociación Patrimonio Natural gegründet. Sie zeigt mir Fotos, auf denen zu sehen ist, wie viele Container Müll abtransportiert und native Arten aus der Region anpflanzt wurden. Seither bewirtschaften Graciela und Mitstreiterin Marina gemeinsam mit drei Parkwächtern sowie rund 20 Freiwilligen das Gebiet. Studenten und Studentinnen helfen das Naturschutzgebiet zu erforschen. Ich bin beeindruckt, da bis auf drei fest angestellte Parkwächter alle rein ehrenamtlich arbeiten.</p> <p> </p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Invasive Arten bekämpfen</h2>             <p></p> <p>Lange Zeit hat ein österreichischer Trockeneiproduzent den Río Luján mit seinen schwefelhaltigen Abwässern vergiftet. „Das, was sie in ihrem eigenen Land nicht machen dürfen, machen sie hier bei uns“, ereifert sich Graciela. Man sieht ihr die Empörung immer noch an. Sie klatscht in die Hände, um ein paar Kühe zu verscheuchen, die in das Naturschutzgebiet eindringen wollen.</p> <p>Neben der Verschmutzung des Flusses, der Ausdehnung der Siedlungsgebiete und den Beeinträchtigungen durch die Land- und Viehwirtschaft zählt die Einschleppung invasiver, nicht aus der Region stammender Arten, zu den Hauptbedrohungen des Naturschutzgebietes. „Dort drüben haben sich wieder Bäume angesiedelt, die aus dem Mississippi-Gebiet eingeschleppt wurden. Die Acacia Negra, eine Akazienart, verbreitet sich mit ihren Früchten über den Fluss und verdrängt alle anderen Pflanzen“. Und dann erklärt mir Graciela, wie die Umweltschützer einen anillo de muerte (Übersetzung: Todesring) in Rinde und Bast der Bäume schneiden, damit der Transport der Nährstoffe unterbrochen wird und die Pflanze abstirbt.</p> <p> </p>         </div> <div class="ce_text block">       <h1>Native Arten ansiedeln</h1>                <figure class="image_container float_right">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/01/P1060690.JPG" title="Das Gewächshaus wurde aus recycelten Materialien gebaut. Foto: Daniela Heblik" data-lightbox="e4e65c">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/01/P1060690.JPG" width="500" height="666" alt="Weg durch das Gewächshaus" title="Das Gewächshaus wurde aus recycelten Materialien gebaut. Foto: Daniela Heblik">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Das Gewächshaus wurde aus recycelten Materialien gebaut. Foto: Daniela Heblik</figcaption>            </figure>          <p>Parallel werden einheimische Pflanzenarten wieder angesiedelt. Auf ihrem Grundstück betreibt Graciela einen kleinen Pflanzgarten, der ihr die Setzlinge liefert. Das Gewächshaus besteht ausschließlich aus recycelten Materialien. So etwas habe ich noch nie gesehen: Die Wände werden aus aufgeschnittenen und ineinander gestapelten Plastikflaschen gebildet. Da die Temperaturunterschiede in El Pilar nicht allzu groß sind, ist das als Schutz ausreichend. Damit der Boden bei Regen nicht zu matschig wird, wurde er mit Plastikdeckeln ausgelegt. Die Pflanztöpfe bestehen ebenfalls aus aufgeschnittenen Flaschen, Kartonreste schützen die Pflanzen vor Austrocknung. „Warum soll ich Erdöl oder natürliche Ressourcen verschwenden, wenn ich auch Abfälle verwerten kann“, meint Graciela. Einige Firmen kaufen hier Setzlinge für ihr Gelände und tragen damit dazu bei, dass die Arbeit des Vereins weitergeführt werden kann. Ein Teil der Pflanzen wird auch zur Begrünung an Schulen verschenkt.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h1>Für Natur und Umwelt sensibilisieren</h1>                <figure class="image_container float_right">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/01/P1060678.JPG" title="Die Pfanzgefäße werden mit Kartonschnipseln bedeckt, um sie vor dem Austrocknen zu schützen. Foto: Daniela Heblik" data-lightbox="e86c33">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/01/P1060678.JPG" width="500" height="375" alt="Kartoffelspalten auf Pflanztöpfen" title="Die Pfanzgefäße werden mit Kartonschnipseln bedeckt, um sie vor dem Austrocknen zu schützen. Foto: Daniela Heblik">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Die Pfanzgefäße werden mit Kartonschnipseln bedeckt, um sie vor dem Austrocknen zu schützen. Foto: Daniela Heblik</figcaption>            </figure>          <p>An den Wochenenden kommen rund 100 Besucher und Besucherinnen in das Naturreservat. Dann bietet der Verein Asociación Patrimonio Natural geführte Wanderungen oder Zeltlager an. Außerdem werden Nachtwanderungen veranstaltet, mit denen die Sinne der Teilnehmenden geschärft werden sollen. An den Schulen führt die Organisation ebenfalls Aktivitäten zur Umwelterziehung durch, denn das Bewusstsein für die Bedeutung von Natur- und Umweltschutz ist noch nicht sehr weit entwickelt.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">       <h1>Mitmachen</h1>             <p class="p2">Seit 2010 engagieren sich über die Entsendeorganisation IN VIA auch deutsche Freiwillige in Pilar. Sie wohnen auf dem Grundstück von Graciela und unterstützen die Naturschutzorganisation bei den verschiedensten Aufgaben. Daniel ist vor allem in der Baumschule tätig. Hier müssen die Pflanzen gemulcht, gegossen und gejätet werden. An regnerischen Tagen werden die Samen zur Saat vorbereitet und mit einer Nagelschere angeritzt, damit sie schneller keimen. „Ich kann gut malen“, sagt Daniel, „daher habe ich auch die Plakate für einen Umzug gemacht, bei dem wir für den Natur- und Umweltschutz aufmerksam machen wollten.“ Je nach Interesse und Talenten können sich Freiwillige aber auch in alle anderen Arbeitsbereiche einbringen. Daniel hat schon Hunderte von Fotos von dem Naturschutzgebiet. „Ich bin froh, dass es solche Orte gibt“, sagt er mit einem Blick auf die Flussniederungen und Lagunen. Ach, wie gerne würde ich hier auch einen Freiwilligendienst machen.</p>         </div> <h2 class="ce_headline">   Weiterführende Links</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.weltwaerts.de/ep-detail.html?id=207502" class="hyperlink_txt" title="Zum weltwärts-Einsatzplatz im Naturschutzgebiet Pilar" rel="" target="_blank">Zum weltwärts-Einsatzplatz im Naturschutzgebiet Pilar</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.invia-koeln.de/" class="hyperlink_txt" title="Zur Webseite von IN VIA" rel="" target="_blank">Zur Webseite von IN VIA</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.reservadelpilar.com.ar/" class="hyperlink_txt" title="Zur Website der Reserva Natural El Pilar" rel="" target="_blank">Zur Website der Reserva Natural El Pilar</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-bottom:20px;">           <a href="https://es-es.facebook.com/AsociacionPatrimonioNaturalDelPilar" class="hyperlink_txt" title="Zur Facebook-Seite der Reserva Natural El Pilar" rel="" target="_blank">Zur Facebook-Seite der Reserva Natural El Pilar</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Daniela Heblik</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/daniela-heblik.html" title="Daniela Heblik">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/a/Daniela_Heblik-29b3aa5a.jpg" width="500" height="500" alt="Daniela Heblik" title="Daniela Heblik">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Daniela Heblik</figcaption>            </figure>          <p>Daniela Heblik ist Referentin der Koordinierungsstelle für das Freiwilligenprogramm "weltwärts" und dort für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Sie ist als PR-Beraterin und Journalistin seit mehr als 15 Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit tätig und war sechs Jahre lang Entwicklungshelferin Ecuador.</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/daniela-heblik.html" title="Read the article: Daniela Heblik" class="more">Read more<span class="invisible"> Daniela Heblik</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/argentinien-feuchtgebiete-fuer-mensch-und-natur-erhalten.html</link><pubDate>Wed, 21 Jan 2015 12:37:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/argentinien-feuchtgebiete-fuer-mensch-und-natur-erhalten.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2015/01/P1060678.JPG" length="156386" type="image/jpeg" /></item><item><title>Von Aleppo nach Beuel –  durch lokales Engagement aus Krieg und Zerstörung in ein sicheres Leben</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/3/signs-24100_1280-9c676053.png" width="500" height="255" alt="grünes Notfallschild Mann rennt zum Ausgang">                   </figure>          <p>Im Frühjahr 2014 baten die Eheleute M., die seit mehr als 30 Jahren in Bonn leben, deren Kinder hier geboren und wie ihre Eltern mittlerweile deutsche Staatsbürger sind, unsere Beueler Initiative gegen Fremdenhass um Hilfe. Sie wollten ihre Schwester bzw. Bruder und deren Familien die Flucht hierher ermöglichen.</p> <p>Beide Familien – ein Ehepaar mit einem nicht mal ein Jahr alten Sohn und ein Ehepaar mit drei Kindern zwischen 12 und 17 Jahren – hatten im Krieg ihre Lebensgrundlage verloren. Ihre Wohnhäuser in Aleppo wurden zerstört. Sie flohen aus der immer noch umkämpften Stadt und fanden bei Verwandten im Umland von Aleppo eine vorübergehende notdürftige Unterkunft. Die Kinder konnten nun aber nicht mehr die Schule besuchen. Es gab keine Arbeit. Auch dort waren sie nicht vor dem Kriegstreiben sicher. Der Alltag ohne Einkünfte und voller Gefahren war unerträglich geworden. Eine Flucht ins Ausland wurde zur einzigen verbliebenen Option.</p> <p>Das <a href="http://www.mik.nrw.de/themen-aufgaben/auslaenderfragen/aufnahmeprogramme-fuer-syrische-fluechtlinge/aufnahmeverfahren-nrw.html">Aufnahmeverfahren des Landes Nordrhein-Westfalen zugunsten syrischer Flüchtlinge</a> sollte es in NRW lebenden syrisch-stämmigen Familien möglich machen, ihre Angehörige hierher zu holen. Das Land erklärte sich bereit, die Krankenkassenkosten zu übernehmen, die gesamten Kosten für Wohnung und Lebensunterhalt müssen aber von den aufnehmenden Familien übernommen werden. Darauf zielte der Hilferuf der Familie M., denn der Frührentner und seine Frau kommen selbst nur knapp über die Runden, da sich noch drei der vier Kinder in Schule und Ausbildung befinden.<br>„Verpflichtungserklärung“ hieß das erste Stichwort, mit der wir uns von der Beueler Initiative vertraut machten; manche kannten es bereits aus der Unterstützung für bosnische Flüchtlinge in den Neunziger Jahren. Will ich, kann ich, kann meine Familie eine so weitreichende Garantie für im Grunde Fremde abgeben? Nachdem die Suche nach Bürgen auch in der Lokalpresse bekannt gemacht wurde, wurden Mitte April 2014 die benötigten acht Bürgen gefunden, darunter auch der älteste Sohn der Familie. Die Bürgen verpflichteten sich gegenüber dem Land, dass die Familien keinen Antrag auf staatliche Sozialleistungen stellen und dem Staat so keine weiteren Kosten entstehen werden. Unterzeichnet – die erste Hürde war somit bewältigt.</p> <p>Dies war das Signal für die beiden Familien, die zerstörte Heimat zu verlassen, die Grenze zur Türkei in einer Nacht- und Nebelaktion zu überqueren, sich nach Istanbul durchzuschlagen und dann dort auf die benötigten Ausreisevisa aus Deutschland zu warten. Das untätige und belastende Warten ohne wirkliche Unterkunft sollte viel länger dauern als angenommen, bis Ende Juli und Anfang August.</p> <p>Während die Flüchtenden zu Untätigkeit gezwungen waren, entwickelte sich in Beuel fieberhafte Aktivität. Die Bürgen lernten sich kennen, schlossen sich mit weiteren Unterstützern und Unterstützerinnen zu einer solidarischen Gemeinschaft zusammen, die die entstehenden Lasten verteilen und durch das Gewinnen vieler Spenden verringern sollte. Auch dies gelang durch das Zutun vieler, die die Hilfsaktion bekannt machten, in Gesprächen im Freundeskreis, in Kirchengemeinden, in der Presse, mit Informationsständen und einem Benefizkonzert. So konnten binnen weniger Wochen über 20.000 Euro an Spenden gesammelt werden. Mit diesem Geld wurde eine Wohnung angemietet und eingerichtet, dringend benötigtes Geld wurde an die Familien in die Türkei geschickt, Visa-Gebühren und `Strafzahlungen´ sowie Flugtickets wurden bezahlt. Schließlich erhielten sie ihre Visa und konnten nach Deutschland ausreisen – die zweite Hürde war bewältigt.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/b/Begegnungsfest_Holzlar_klein-679364bb.jpg" width="500" height="308" alt="Menschen begrüßen die Flüchtlinge bei einem Fest">                   </figure>          <p>Ende Juli und Anfang August konnten wir die beiden Familien endlich hier willkommen heißen. Lange nervenaufreibende und bange Wochen lagen hinter allen.</p> <p>Wie schwierig dieser schmale reguläre Weg nach Deutschland ist, zeigen eindrucksvoll die Zahlen: 31.500 Interessenten gab es für das NRW-Programm. Davon wurden 11.000 geprüft. Aber nur 4.253 Bürgen erfüllten die Voraussetzungen. Bis Mitte August waren in NRW nur 648 Einreisen erfolgt. `Unsere´ acht zählten zu den wenigen Glücklichen!</p> <p>Nachdem die Einreise geschafft war, begann für die Geflüchteten das Einleben im Alltag in Bonn. Begleitet durch ihre Verwandten und die Aktiven, machten sich die Neuankömmlinge mit ihrer Wohnung, mit Verkehrsverbindungen, Einkaufsmöglichkeiten vertraut. Die Kinder wurden in internationale Klassen aufgenommen, und auch die Erwachsenen begannen Deutsch zu sprechen, verstehen und schreiben zu lernen. Weitere Amtsgänge waren erforderlich, um eine Krankenversorgung und die Aufenthaltserlaubnis mit Arbeitserlaubnis zu erhalten. Auch die Teilnahme an einem Integrationskurs wurde genehmigt, im Januar 2015 soll dieser beginnen.</p> <p>Der Alltag in Deutschland ist gesichert, doch damit ist noch längst nicht alles gut: Die Kinder tragen die Last der schlimmen Kriegserfahrungen in sich, sie bangen ebenso wie die Eltern um in Syrien zurückgelassene Freunde und Verwandte. Und die Erwachsenen sind unendlich dankbar für die große Unterstützung, doch sie wollen nicht zu lange auf die Spendenbereitschaft angewiesen sein: Der Möbeltischler, der Schuhmacher und die beiden Frauen ohne berufliche Ausbildung wollen selbst Geld verdienen, um ihr Selbstwertgefühl zurückzuerhalten.</p> <p>Bis die Familien finanziell unabhängig sind, werden die Aktiven der Unterstützungsaktion weiter um große und kleine, einmalige oder wiederkehrende Spenden werben und Jobmöglichkeiten suchen. Der Lohn für diese Arbeit sind breite Zustimmung, Anerkennung, Dank von vielen Seiten und das Erleben, aus gemeinsamer Kraft diesen acht Menschen geholfen zu haben.</p> <p>Die bittere Seite ist: Nur acht Menschen konnten wir helfen. Über 3,3 Millionen Syrer sind auf der Flucht. Über 9 Millionen weitere Menschen aus dem Irak, aus Somalia, Eritrea, dem Sudan oder anderen Ländern flohen vor Verfolgung, Krieg und auch Hunger in ein anderes Land. Für Sie gibt es keinen legalen Weg in das europäische Asylsystem. Ein von Schleppern organisierte illegale Einreise nach Europa kostet bis zu 10.000 Euro – und zu viele Menschenleben. 2013 sind in Deutschland 127.000 Asylanträge gestellt worden, doch nur 6.000 von 37.000, d.h. 16%, der bearbeiteten Fälle wurden positiv entschieden.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">             <p class="western">Es ist wichtig und richtig, dass Familien ihre Angehörigen aus Syrien nach Deutschland holen können. Und es ist entscheidend, dass sie mit dieser Aufgabe nicht alleine gelassen werden, sondern tatkräftige Unterstützung von Aktiven, karitativen Einrichtungen und Kirchengemeinden bekommen. Doch der Staat sollte nicht aus der Verantwortung gelassen werden. Die Flüchtlingshilfe darf nicht „privatisiert“ werden. Bürokratische Hürden müssen abgebaut, die Verfahren beschleunigt und mehr Anträge positiv entschieden werden. Die finanzielle Unterstützung von Flüchtlingen muss schlichtweg umfangreicher werden. Und viele Familien, die Verpflichtungserklärungen unterschrieben haben aber kein großes Unterstützernetzwerk hinter sich wissen, geraten durch ihre Garantien selbst in finanzielle Schwierigkeiten. Der Staat darf auch hier nicht wegschauen und die Flüchtlingshelfer alleine lassen. Es bleibt viel zu tun – und einzufordern.</p> <p class="western"><em>Benjamin Etzold, Susanne Rohde</em></p> <p> </p> <p> </p>         </div> <h2 class="ce_headline">   Weiterführende Links</h2> <div class="ce_text block">             <p>Einzelheiten über die Familien, die Schwierigkeiten bei der Flucht nach Deutschland, über den Beueler Unterstützerkreis, die bisherigen Spenden und Ausgaben, Möglichkeiten zu spenden und konkret zu helfen entnehmen Sie bitte dem</p>         </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://beuelerinisyrienfluechtlinge.wordpress.com" class="hyperlink_txt" title="Blog der Beueler Initiative gegen Fremdenhass" rel="" target="_blank">Blog der Beueler Initiative gegen Fremdenhass</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Benjamin Etzold</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/benjamin-etzold.html" title="Benjamin Etzold">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/b/benjamin-etzold_SW-2ec1e4db.jpg" width="500" height="500" alt="Benjamin Etzold" title="Benjamin Etzold">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Benjamin Etzold</figcaption>            </figure>          <p>Dr. Benjamin Etzold (35 J.) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geographischen Institut der Universität Bonn.<br> Seit Jahren beschäftigt er sich mit gesellschaftspolitisch relevanten Themen wie Migration und Flucht.<br> In Bonn ist er ehrenamtlich im flüchtlingspolitischen Netzwerk <em>weltoffen </em>aktiv.</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/benjamin-etzold.html" title="Read the article: Benjamin Etzold" class="more">Read more<span class="invisible"> Benjamin Etzold</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/von-aleppo-nach-beuel-durch-lokales-engagement-aus-krieg-und-zerstoerung-in-ein-sicheres-leben.html</link><pubDate>Mon, 22 Dec 2014 18:51:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/von-aleppo-nach-beuel-durch-lokales-engagement-aus-krieg-und-zerstoerung-in-ein-sicheres-leben.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/12/signs-24100_1280.png" length="234471" type="image/png" /></item><item><title>Die Zukunftscharta 2015 - Erwartungen und Einblick</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">       <h2>Die Zukunftscharta</h2>             <p>Auf der Homepage finde ich schon ein fertiges pdf dieser Charta. Externe Akteure wie BürgerInnen, Nichtregierungsorganisationen oder Vereine hatten im Vorhinein die Chance, die Charta mitzugestalten und zu kommentieren. Ein wichtiger Faktor, finde ich. Denn immerhin sollten alle Interessen bei einer solchen wichtigen Angelegenheit abgedeckt sein. Bei einem Blick in die Liste der Kooperationspartner bleibe ich jedoch an den Wirtschaftspartnern hängen. Da gehen natürlich meine Alarmglocken an. Ob bei dem Prozess nichtstaatliche Akteure überhaupt eine Chance gegen Wirtschaftsinteressen hatten? Und was passiert eigentlich mit der Charta? Gibt es dann konkrete Zukunftspläne und wann werden diese durchgesetzt?</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Einsatz vor Ort</h2>             <p>Ich persönlich besuche die Zukunftstage im Namen der politikorange, dem Jugendmedium der Jugendpresse Deutschland, als Jungredakteurin für das Blog <a href="http://www.blog.politikorange.de">www.blog.politikorange.de</a>. Mit dem Themenkomplex Nachhaltigkeit beschäftige ich mich jedoch auch ehrenamtlich. Ich bin leidenschaftliches Mitglied bei Slow Food Youth, einer Organisation, die ebenfalls auf der Zukunftscharta vertreten ist. Sie steht für eine nachhaltige, regionale und faire Landwirtschaft und eine bewusste, verantwortungsvolle Ernährung. Außerdem gehe ich regelmäßig „Lebensmittelretten“. Das Portal <a href="http://www.lebensmittelretten.de" target="_blank">www.lebensmittelretten.de</a> ermöglicht es, Lebensmittel, die sonst in der Tonne landen, entweder direkt vom Supermarkt oder von Privathaushalten abzuholen bzw. zu retten. Nun bin ich gespannt, auf der Veranstaltung noch mehr über nachhaltige und entwicklungspolitische Projekte zu erfahren und für mich mitzunehmen.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Die ersten Eindrücke vor Ort</h2>                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/11/10636330_661639313949999_1738487403723791230_n.jpg" title="Minister Gerd Müller spricht mit jungen Redakteurinnen" data-lightbox="056bf4">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/a/10636330_661639313949999_1738487403723791230_n-a38c7a9a.jpg" width="500" height="367" alt="Bundesminister Gerd Müller spricht mit zwei jungen Redakteurinnen" title="Minister Gerd Müller spricht mit jungen Redakteurinnen">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Minister Gerd Müller spricht mit jungen Redakteurinnen</figcaption>            </figure>          <p>Zuerst einmal erwartet mich ein sehr prachtvolles Gebäude. Die feierliche Übergabe der Zukunftscharta findet in der STATION statt. Im Eingang muss ich erstmal stutzen: hunderte Glühbirnen hängen von der Decke – das grenzt ja schon an Energieverschwendung. Soll die Veranstaltung nicht im Namen der Nachhaltigkeit stehen? In der riesigen Halle ist der Aufbau schon fleißig im Gange. Für die Redakteure der politikorange steht eine Medieninsel bereit – direkt neben der Medieninsel der deaf – einem Magazin für Gehörlose. Es ist für eine unabhängige und freie Pressearbeit und Dokumentation gesorgt. Nebenher schnüffeln Hunde nach Sprengstoff – die Sicherheitsvorkehrungen für den Besuch von Gerd Müller, dem Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Bundeskanzlerin Angela Merkel und weiteren sind hoch. Alles verläuft nach einem strengen zeitlichen Plan. Es kann beginnen!</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Verpflegung</h2>             <p>Doch im Vorhinein zieht es mich zunächst zum Bistro. Als Verganerin checke ich erst mal das Angebot ab. Sonderlich erfolgreich bin ich leider nicht: Cookies, Croissants und Käsesandwich werden dort verkauft. Das Mittagsangebot ist leider auch nicht vegan, obwohl die rein pflanzliche Ernährung immerhin die Nachhaltigste ist. Bei Nachfrage würde allerdings etwas für mich zubereitet, wird mir zugesichert. Für die regionale Bio Mate und das Angebot an Soja Drink gibt es ebenfalls einen Pluspunkt. Damit lässt es sich als VeganerIn leben, vorausgesetzt man hat die Brotbox dabei.</p>         </div> <div class="ce_text block">       <h2>Der erste Ansturm</h2>                <figure class="image_container float_right">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/11/1975116_661639210616676_8654950265198758859_n.jpg" title="Dichtes Gedränge in der Berliner &quot;Station&quot;" data-lightbox="7c5164">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/c/1975116_661639210616676_8654950265198758859_n-2ed59a5c.jpg" width="500" height="373" alt="Viele junge Menschen in der Veranstaltungshalle" title="Dichtes Gedränge in der Berliner &quot;Station&quot;">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Dichtes Gedränge in der Berliner "Station"</figcaption>            </figure>          <p>Nach und nach füllt sich die Halle. Immer mehr, insbesondere junge Menschen, jedoch auch viele Menschen in Kostüm und Anzug beleben die Halle, die zunehmend einen Messecharakter bekommt. Projekte, Initiativen und Unternehmen präsentieren sich, es gibt Gummibärchen und Jutebeutel umsonst. Viele Stände arbeiten interaktiv, man kann mitmachen, ausprobieren oder sich auch nur informieren. Die Themen Nachhaltigkeit und Entwicklungspolitik stehen dabei klar im Vordergrund. Hier kann man bei einem Workshop Kleider 'upcyclen', dort kann man sich über die Zahnhygiene in Mosambik informieren. Sogar ein Theaterstück für Kinder wird aufgeführt. Das Programm ist sehr vielfältig, die Eindrücke sind enorm, immer passiert etwas Neues. Man weiß kaum, wo man anfangen soll! Zwischendurch huscht mal ein Bundesminister vorbei oder die Schauspielerin Wolke Hegenbarth schlendert in der Halle herum.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Die feierliche Übergabe</h2>                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/11/20141124_155050_HDR.jpg" title="Die Übergabe der Zukunftscharta an Bundeskanzlerin Merkel" data-lightbox="2d745b">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/11/20141124_155050_HDR.jpg" width="500" height="281" alt="Minister Müller, Kanzlerin Merkel und jubelnde Kinder" title="Die Übergabe der Zukunftscharta an Bundeskanzlerin Merkel">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Die Übergabe der Zukunftscharta an Bundeskanzlerin Merkel</figcaption>            </figure>          <p>Um circa 13.50 Uhr ist in der Halle alles wie ausgestorben: die feierliche Charta-Übergabe hat begonnen. Immer, wenn sich mehrere Männer in Anzügen häufen und die Atmosphäre angespannter wird, weiß man: jetzt passiert etwas Wichtiges. Pünktlich 14:55 Uhr gibt es noch einmal einen kleinen Aufruhr: Frau Angela Merkel spaziert höchst persönlich an unserer Medieninsel vorbei. Leider bleibt ihr nicht viel Zeit, um sich die Ausstellung wirklich anzusehen. Pünktlich 16.00 Uhr rauscht sie wieder aus der Halle. Der politische Zeitplan ist straff. Doch nicht nur Politiker haben auf der Zukunftscharta viel zu tun. Auch für mich und die anderen Redakteure von politikorange bleibt nicht viel Zeit für gucken, staunen und mitmachen. In Akkordzeit tippen wir Artikel, basteln Ideen, schießen Fotos und sammeln Eindrücke.</p>   </div> <div class="ce_text block">       <h2>Workshops, Talks, Slams und Erlebnisinseln</h2>                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/11/10390026_661646983949232_3108389161133922555_n.jpg" title="Teilnehmer in einem der Workshops" data-lightbox="8f8502">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/11/10390026_661646983949232_3108389161133922555_n.jpg" width="960" height="717" alt="Junge Menschen sitzen in einem Workshop" title="Teilnehmer in einem der Workshops">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:960px">Teilnehmer in einem der Workshops</figcaption>            </figure>          <p>Am Nachmittag geht es mit dem vielfältigen Programm weiter. Auf der Messe stelle ich fest: selbst wenn man sich schon viel mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander gesetzt hat, man lernt nie aus. Von dem Projekt „Erna goes fair“ erfahre ich, dass Milch mittlerweile billiger ist als Wasser. Die Arbeitsbedingungen für Milchviehhalter werden folglich immer miserabler. Da frage ich mich: wer will denn da noch in einem landwirtschaftlichen Sektor arbeiten? Dabei sind eben diese Berufe doch existentiell. Wie werden wir uns also in Zukunft ernähren, wenn wir unser System nicht bald reformieren und auf eine nachhaltigere, fairere und ökologischere Landwirtschaft ausrichten? Auf der Erlebnisinsel von Slow Food Deutschland lerne ich, wie die Banane in mein Müsli gelangt und wie viel CO² und Wasser sie dabei verbraucht. Beim nächsten Frühstück werde ich wohl mein Bedürfnis nach der Banane in meinem Müsli noch einmal überdenken. Bei dem Zukunftsslam der Lemonaid Beverages GmbH erfahre ich von Sarah Stiller, wie man mit einer Limonade Gutes tun kann, ohne von Haus zu Haus zu laufen und Spenden zu sammeln.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">       <h2>Ein Blick in die Zukunft</h2>                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/11/10384653_661802037267060_88618471402541119_n.jpg" data-lightbox="1295a1">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/11/10384653_661802037267060_88618471402541119_n.jpg" width="403" height="537" alt="Umgestürzte Wand nach der Veranstaltung">               </a>                   </figure>          <p>Bei allen tollen Projekten, Ideen und Zielen darf man jedoch nicht vergessen, wann und vor allem wie diese in Zukunft fortbestehen bzw. in die Tat umgesetzt werden sollen. Nicht umsonst heißt es Zukunftscharta. Was passiert nun mit den formulierten Zielen? Die Übergabe und Bekanntmachung<br>war nur der Anfang eines langen Prozesses. Die Millenniumsziele von 2001 waren ein erster wichtiger Schritt, um grundlegende Probleme der internationalen Entwicklungszusammenarbeit anzugehen. Zwar wurden die meisten Ziele nicht erreicht, jedoch erzielte man in vielen Bereichen<br>Teilerfolge. Es wird spannend, zu sehen, wie die Sustainable Development Goals daran anknüpfen. Im Endeffekt ist es mit diesen Zielen auf Papier also nicht getan. Nicht alle Fragen konnten geklärt und nicht für jedes Problem eine Lösung gefunden werden. Nun ist der Wille und das Engagement<br>jedes Einzelnen und vor allem politischer Umsetzungswille gefragt! EINEWELT – eine Verantwortung.</p>   </div> <h2 class="ce_headline">   Weiterführende Links</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.bmz.de/de/mitmachen/zukunftscharta/index.html" class="hyperlink_txt" title="Die Zukunftscharta zum Download und weitere Informationen" rel="" target="_blank">Die Zukunftscharta zum Download und weitere Informationen</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://blog.politikorange.de/" class="hyperlink_txt" title="Der politikorange Blog zur Zukunftscharta" rel="" target="_blank">Der politikorange Blog zur Zukunftscharta</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://blog.deafmagazine.de/" class="hyperlink_txt" title="Der Blog des DEAF MAGAZINE zur Zukunftscharta" rel="" target="_blank">Der Blog des DEAF MAGAZINE zur Zukunftscharta</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block" style="margin-bottom:20px;">           <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/zukunftscharta-zur-entwicklungspolitik-von-unten-her-gedacht-1.2235785" class="hyperlink_txt" title="Süddeutsche.de: &quot;Von unten&quot; her gedacht" rel="" target="_blank">Süddeutsche.de: "Von unten" her gedacht</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Tasnim Rödder</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/tasnim-roedder.html" title="Tasnim Rödder">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/7/Tasnim%20Roeder-40b236a7.jpg" width="500" height="500" alt="Tasnim Rödder" title="Tasnim Rödder">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Tasnim Rödder</figcaption>            </figure>          <p>Tasnim Rödder, 20 Jahre alt, studiert seit Oktober diesen Jahres Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Zuvor absolvierte sie ein freiwilliges Jahr der Kultur bei der Jugendpresse Deutschland e.V., in dessen Rahmen sie auch auch schon im Gremium der Jury für die Projektauswahl der Zukunftscharta gesessen hat. Vor Ort bei der Veranstaltung zur Zukunftscharta war sie im Einsatz als Bloggerin für politikorange, dem crossmedialen Medium der Jugendpresse Deutschland.</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/tasnim-roedder.html" title="Read the article: Tasnim Rödder" class="more">Read more<span class="invisible"> Tasnim Rödder</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/die-zukunftscharta-2015-erwartungen-und-einblick.html</link><pubDate>Wed, 26 Nov 2014 18:03:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/die-zukunftscharta-2015-erwartungen-und-einblick.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/11/10250284_786026148124517_1418704287747915012_n.jpg" length="56878" type="image/jpeg" /></item><item><title>Neues Lernen und Gestalten in einer Globalen Welt</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/11/EF_inside_UNI46342-dae8748e.jpg" title="Kinder halten sich an den Händen und bilden einen Kreis" data-lightbox="1cff8b">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/11/EF_inside_UNI46342-dae8748e.jpg" width="500" height="334" alt="Kinder halten sich an den Händen und bilden einen Kreis" title="Kinder halten sich an den Händen und bilden einen Kreis">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">© UNICEF/NYHQ2006-2268/Pirozzi</figcaption>            </figure>          <p>Global Citizenship Education ist das Konzept einer Bildung, die anstrebt, die globale Perspektive und darin eingeschlossen die Perspektive der globalen Vielfalt der Welt in Bildungsprozesse einzubringen. Sie richtet sich im Sinne lebenslangen Lernens an alle und sollte einen Schwerpunkt in der formalen Bildung (Schule / Hochschule) haben. Global Citizenship Education will die verantwortliche, bürgerschaftliche Partizipation des Einzelnen an globaler Entwicklung erreichen, und muss die dazu notwendigen Kompetenzen fördern, zum Beispiel die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel. Wichtige Kompetenzen zu Global Citizenship zielen nicht nur auf kognitive Fähigkeiten, das heißt das Verstehen von Zusammenhängen, sondern auch auf die Fähigkeit zur Gestaltung. Typische Kompetenzen sind hier die Fähigkeit, Bereiche persönlicher Mitverantwortung für Mensch und Umwelt zu erkennen und als Herausforderung anzunehmen, oder die Handlungsfähigkeit im Globalen Wandel. Das heißt: Die Lernenden erwerben Kompetenzen, die sie fähig machen in einer sich globalisierenden Welt gestaltend tätig zu sein. Die Lehrenden haben Interesse an der bestmöglichen Förderung der Lernenden.</p> <p>Den Begriff „Global Citizenship Education“ hat UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon im Rahmen seiner „Education First“-Initiative zur Definition eines der Schwerpunktbereiche verwendet. Von daher hat der Begriff zum Beispiel in der UNESCO und in internationalen Debatten Prominenz bekommen. Für Ban war vermutlich ein wesentlicher Aspekt, dass die Vereinten Nationen gerade versuchen, über eine „Global Citizenship Commission“ die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (Universal Declaration on Human Rights) zu aktualisieren. Dahinter stehen Überlegungen, dass die Erklärung angesichts der modernen Herausforderungen an Global Governance – als Beispiel sei nur der Klimawandel erwähnt – erweitert werden müsse.</p> <p>Zurzeit verhandelt die Weltgemeinschaft unter bisher nie dagewesener breiter Beteiligung über die Fortschreibung der Millenniumsentwicklungsziele und ihre „Umwandlung“ in globale Nachhaltigkeitsziele. Es ist wahrscheinlich, dass das Bildungsziel, das in den Nachhaltigkeitszielen enthalten sein wird, Global Citizenship als ein Unterziel enthält.</p> <p>Dennoch: Nach meiner Auffassung gibt es keine grundsätzlichen Unterschiede zum Globalen Lernen. Allerdings ist das Konzept der Global Citizenship Education - oder kurz GCE - noch sehr offen, so dass sich erst herausstellen wird, wie GCE letztlich weltweit verstanden wird. Interessant ist hier insbesondere die Frage, was GCE von Bildung für nachhaltige Entwicklung – BNE – unterscheidet.</p> <p>Aber was wird das für Deutschland bedeuten? Wir werden hier diejenigen Partner brauchen, die das Gelingen von Bildung generell befördern. Das sind die staatlichen Institutionen der Bildungsverwaltung von den Ministerien bis zu den Schulen, das sind die Lehrkräfte, die Institutionen der Lehrerbildung, aber auch die externen Partner von Schulen, wie die im Schulumfeld tätigen nichtstaatlichen Organisationen. Die Nichtregierungsorganisationen, die Erfahrungen im Globalen Lernen oder in Bildung für nachhaltige Entwicklung haben, bieten sich hier in erster Linie als Partner an.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">             <p>Wir haben bei uns mit dem Orientierungsrahmen für Globale Entwicklung bereits einen Ansatz des Globalen Lernens, der wesentliche Elemente der Global Citizenship Education einschließt. Nach der UNESCO-Definition zielt GCE auf eine Welt „which is more just, peaceful, tolerant, inclusive, secure and sustainable“ – die gerechter, friedlich, tolerant, inklusiv, sicher und nachhaltig ist. Diesen Zielsetzungen verschreibt sich der Orientierungsrahmen, der zudem, wie die Jahre nach 2007 gezeigt haben, sich als Instrument der Implementierung des Globalen Lernens bewährt hat. Im Mittelpunkt steht dabei der Ansatz, die Unterrichtsfächer auf ihren Beitrag zur Bearbeitung der Fragen globaler Entwicklung zu verpflichten.</p> <p>Dennoch fällt auf, dass das Stichwort „Global Citizenship Education“ in anderen Ländern, etwa in Kanada oder auch in Österreich, bereits eine viel größere Rolle spielt als in Deutschland. Ein Grund für eine gewisse Zurückhaltung könnte sein, dass das Globale Lernen hierzulande überwiegend als Teil der Bildung für nachhaltige Entwicklung positioniert wird. GCE ist als Konzept noch nicht gefestigt, insbesondere steht eine Klärung der Anschlussfähigkeit an BNE aus. Vielleicht hat dies in Deutschland dazu geführt, zunächst etwas vorsichtig mit dem „neuen“ Begriff umzugehen. Hier gibt es noch einiges zu tun. Das Konzept muss nicht nicht nur bekannt gemacht, sondern in der Umsetzung mit Leben gefüllt werden. Ich bin sicher, dass das sich für alle Beteiligten lohnt.</p>         </div> <h2 class="ce_headline">   Weiterführende Links</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.globaleducationfirst.org/" class="hyperlink_txt" title="Global Education First Initiative" rel="" target="_blank">Global Education First Initiative</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.globaleslernen.de/de/theorie-und-praxis-globales-lernen/neu-aktualisierte-und-erweiterte-neuauflage-des" class="hyperlink_txt" title="Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung" rel="" target="_blank">Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.engagement-global.de/bte-bildung-trifft-entwicklung.html" class="hyperlink_txt" title="Bildung trifft Entwicklung" rel="" target="_blank">Das Programm "Bildung trifft Entwicklung" bei Engagement Global</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Hannes Siege</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/hannes-siege.html" title="Hannes Siege">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/autoren/SiegeFoto%20%282%29-5fb807d3.jpg" width="500" height="500" alt="Hannes Siege" title="Hannes Siege">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Hannes Siege</figcaption>            </figure>          <p>Hannes Siege ist Berichterstatter der Kultusministerkonferenz für Bildung für nachhaltige Entwicklung. Er ist Mitautor des KMK-BMZ-Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung und seit 2003 Mitglied im Beratungskreis des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, BMZ, zur Entwicklungspolitischen Bildung.<br><br>Nach dem Studium von Soziologie und Volkswirtschaft arbeitete Hannes Siege in der Lehrerfortbildung und Bildungsplanung, bevor er 1989 für die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, GTZ, nach Malawi ging. Dort blieb er beinahe zehn Jahre, zuletzt als Sektorkoordinator des Deutschen Beitrags der technischen Zusammenarbeit im Bildungssektor. 2003 wurde Hannes Siege von der hessischen Landesverwaltung zu InWEnt – ab 2012 Engagement Global gGmbH - nach Bonn freigestellt. Dort ist er im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung an der Schnittstelle von Entwicklungshilfe und Bildung in Deutschland tätig.</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/hannes-siege.html" title="Read the article: Hannes Siege" class="more">Read more<span class="invisible"> Hannes Siege</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/neues-lernen-und-gestalten-in-einer-globalen-welt.html</link><pubDate>Thu, 13 Nov 2014 20:22:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/neues-lernen-und-gestalten-in-einer-globalen-welt.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/11/EF_inside_UNI46342-dae8748e.jpg" length="44808" type="image/jpeg" /></item><item><title>Endlich Wachstum!</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/11/P1010853.JPG" title="mobil-magazin" data-lightbox="f3ccf2">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/11/P1010853.JPG" width="500" height="375" alt="Magazin der Deutschen Bahn mit der Überschrift: „Die Veränderung der Welt ist nur herbeizuführen...“" title="mobil-magazin">               </a>                   </figure>          <p>Das Zitat auf der Zeitschrift könnte passender nicht sein. Die letzten zwei Tage habe ich mich in Berlin mit zehn weiteren Menschen kritisch- konstruktiv mit dem Thema Wirtschaftswachstum, seinen Grenzen und den Alternativen auseinandergesetzt.</p> <p>"Endlich Wachstum!" war der Titel der Fortbildung, der mich bildlich gesprochen von meinem Bonner Hocker riss. Ein schöner, positiver Slogan. Schon hatte ich mich angemeldet.</p> <p>Wachstum klingt ja auch laut Tagesschau nach Glück. Wachstum schafft Arbeit. Wachstum ist mehr als weniger. Es geht voran. Endlich.</p> <p>„Die Grenzen des Wachstums“ hieß schon 1972 eine Studie des Club of Rome, ein so genannter Think Tank zu internationalen und globalen Fragen, die Tendenzen der Industrialisierung, des Bevölkerungswachstums, der Unterernährung, Ausbeutung von Rohstoffreserven und Zerstörung von Lebensraum in den Blick nahm.</p> <p>Endlich beschäftigen sich auch die entwicklungspolitische Bildung und das Globale Lernen mit alternativen Wachstumsmodellen. Einige methodische Möglichkeiten und theoretisches Futter vermittelt der Verein <a href="http://www.fairbindung.org/">fairbindung e.V.</a>, der in Kooperation mit dem <a href="http://www.konzeptwerk-neue-oekonomie.org/">Konzeptwerk Neue Ökonomie</a> die Materialien „Endlich Wachstum“ herausgegeben hat.</p> <p>Grundlagen zum Wachstumsmodell, persönliche und globale Fragen sowie alternative Ansätze, Ideen und Vorbilder konnte ich gerade mit den Teilnehmenden (neun Frauen, ein Mann!) in Berlin erörtern.</p> <p>Eine der Diskussionen zum Thema Ressourcenknappheit gründete auf einer Frage, die mir schon in der Grundschule begegnete: „Hat jeder Mensch ein Recht auf ein Auto?“</p> <p>Hier wird die Endlichkeit fossiler Rohstoffe in den Mittelpunkt gestellt, besonders des Erdöls, welches sich in so vielen unserer täglich genutzten Dinge wiederfindet. Knappheit der Erdgüter wie auch seltene Erden und Wasser sind der Kern und Ausgangspunkt für die Überlegungen zu einem Wandel unserer Lebensweisen. Die globale Gerechtigkeit ist zentral betroffen.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/11/studie.png" title="Wirtschaftswachstum und Lebenszufriedenheit in Deutschland" data-lightbox="746321">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/4/studie-b0599c24.png" width="500" height="384" alt="Schaubild zeigt steigendes Wirtschaftswachstum und sinkende Lebenszufriedenheit in Deutschland" title="Wirtschaftswachstum und Lebenszufriedenheit in Deutschland">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">(c) Studie: "Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt" des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie</figcaption>            </figure>          <p>Beim Thema Wohlstand und „gutes Leben“ fiel in unserer Runde oft das Wort „Zeitwohlstand“. Wir betrachteten uns selbst und entdeckten, wofür wir gerne mehr Zeit hätten. Zum Beispiel für einen Kaffee im Sitzen- ohne Wegwerfbecher. Zeit haben, auch für mehr Selbstbestimmung.</p> <p>In Frankreich gibt es die „Schrumpfungsbewegung“ (<a href="http://ladecroissance.org">ladecroissance.org</a>), von der sich ein Teil aktiv gegen Werbung einsetzt, die uns unsere Bedürfnisse „einredet“.</p> <p><a name="_GoBack"></a>Ein großer Moment der Skepsis, ob ich denn wirklich mehr Zeit für Reparieren statt Konsumieren, Einkochen statt Aufwärmen und Anbauen statt Einkaufen aufbringen möchte, ereilte mich beim Gedanken an meine heißgeliebten Omas, die all dies taten und doch vom Frauenbild her für die Frau, die ich öffentlich und privat werden wollte, keine Vorbilder für mich waren.</p> <p>Es gibt bereits alternative Vorschläge zur Berechnung eines Wachstumsindikators, in den auch Beiträge zum Gemeinwohl mit einbezogen werden; auch Arbeitsbegriffe, die die Frauenarbeit in Haus und Familie in Wert setzen.</p> <p>Eine persönliche Hoffnung also: Postwachstum kann Geschlechtergerechtigkeit?</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/11/P1010855.JPG" title="Reinhold Messner" data-lightbox="4e4d26">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/11/P1010855.JPG" width="500" height="375" alt="Reinhold Messner: wenn sich jeder Einzelne verändert" title="Reinhold Messner">               </a>                   </figure>          <p>Mein Gedankenkarussell kommt langsam zum Stehen. Da schlage ich die Bahnzeitschrift auf und lese auf dem zweiten Innentitel</p> <p>„...wenn sich jeder Einzelne verändert“.</p> <p>Nach diesem persönlichen Wachstum suche ich jetzt. Endlich.</p> <p>Übrigens: Wenn Sie wissen wollen, was sie von Reinhold Messner, dem größten Bergsteiger aller Zeiten, lernen können in punkto Weltveränderung: Mobil, das Magazin der Deutschen Bahn, Ausgabe 11/2014</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <h2 class="ce_headline">   Weiterführende Links</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.engagement-global.de/bte-bildung-trifft-entwicklung.html" class="hyperlink_txt" title="Bildung trifft Entwicklung" rel="" target="_blank">Das Programm "Bildung trifft Entwicklung" bei Engagement Global</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.endlich-wachstum.de" class="hyperlink_txt" title="Endlich Wachstum!" rel="" target="_blank">„Endlich Wachstum“-Materialien für die Bildungsarbeit, Fortbildungen und Seminare</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.fairbindung.org/" class="hyperlink_txt" title="Fairbindung e.V." rel="" target="_blank">Zur kritischen Auseinandersetzung mit Wachstum in der Bildungsarbeit: Fairbindung e.V. in Kooperation mit Konzeptwerk neue Ökonomie</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Katrin Volck</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/katrin-volck.html" title="Katrin Volck">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/4/Katrin%20Volck-df97a304.jpg" width="500" height="500" alt="Katrin Volck" title="Katrin Volck">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Katrin Volck</figcaption>            </figure>          <p class="western">Katrin Volck ist Koordinatorin und Bildungsreferentin im Programm „Bildung trifft Entwicklung“ bei Engagement Global. Sie ist Politikwissenschaftlerin und hat in der Vergangenheit bei verschiedenen feministischen Organisationen in Deutschland und Mali gearbeitet und gelernt.</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/katrin-volck.html" title="Read the article: Katrin Volck" class="more">Read more<span class="invisible"> Katrin Volck</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/endlich-wachstum.html</link><pubDate>Thu, 06 Nov 2014 19:46:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/endlich-wachstum.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/11/P1010853.JPG" length="79137" type="image/jpeg" /></item><item><title>Hamburgs koloniales Erbe - Vergangen und Vergessen?</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">             <p>Hamburg hat damit einen Weg bestritten, den ich für für ganz Deutschland und auch darüber hinaus für wegweisend halte, indem es beginnt, sich der Verantwortung zu stellen, die ihm als Deutschlands "Tor zu Welt" zukommt. Denn diese Welt, zu der die Hansestadt das Tor bildete, war in den letzten fünfhundert Jahren eine überwiegend koloniale: man handelte mit Kolonien, von Kolonialismus geprägten neuen Staaten wie den USA oder den süd- und mittelamerikanischen Staaten (nach deren Unabhängigkeit genauso wie zuvor) oder mit Kolonialmächten. Und man handelte mit Kolonialwaren, Rohstoffen aus Kolonien oder Gütern für diese und bis ins 19. Jahrhundert zuweilen sogar mit Menschen.</p> <p class="western">Im Sommer 1883 forderte sogar die Hamburger Handelskammer von Reichskanzler Otto von Bismarck die Errichtung eigener deutscher Kolonien. Und als ab 1884 ein eigenes deutsches Kolonialreich entstand, beteiligten sich ebenfalls auch Hamburger Reedereien und Kaufleute an prominenter Stelle daran, Verkehr und Handel mit Kamerun, Togo, Deutsch-Ostafrika und Deutsch-Südwestafrika sowie den deutschen Besitzungen im Pazifik auf- und auszubauen, ohne dabei die Geschäfte mit den anderen Kolonialreichen zu vernachlässigen. Die Bürger der Hansestadt verstanden sich als besonders kosmopolitisch, und das bedeutete auch als Interessierte an der kolonialen Welt. Sie pflegten diesen bildungsbürgerlichen Anspruch beispielsweise durch die Errichtung eines eigenen Völkerkundemuseums, dessen repräsentativer Bau schon einen Hinweis auf die Rolle dieser Form der Weltschau in der bürgerlichen Welt gab. Auch glaubte man war zwar keine Universität zu brauchen, gründete 1908 aber ein Kolonialinstitut, aus dem nach dem Ersten Weltkrieg dann die Hamburger Universität hervorging.</p>         </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/10/Hamburg/IMG_0261.JPG" title="Das Askari-Relief in Hamburg" data-lightbox="84e48c">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/8/IMG_0261-e8c054d8.jpg" width="500" height="375" alt="Das Askari-Relief in Hamburg" title="Das Askari-Relief in Hamburg">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">"Askari-Relief" (c) Zimmerer</figcaption>            </figure>          <p>In Hamburg stehen bis heute einige der umstrittensten kolonialen Denkmäler, wie etwa die 1938 im Zuge der Wiederaufrüstungspolitik des Dritten Reiches eingeweihten sogenannten "Askari Reliefs". Sie glorifizierten nicht nur die deutsche Kriegsführung in Afrika im Ersten Weltkrieg, sondern dienten auch der Abrechnung mit dem Versailler Frieden und damit der Legitimation der aggressiven nationalsozialistischen Außenpolitik. Dazu gehören auch die im gleichen Zusammenhang an die Gebäudefassaden der Lettow-Vorbeck Kaserne angebrachten Porträts ehemaliger Schutztruppenoffiziere aus Deutsch-Ostafrika. Obwohl die Kaserne längst aufgelöst ist, hängen sie dort - mittlerweile unter Denkmalschutz stehend - bis heute völlig unkommentiert, darunter auch ein Lothar von Trotha, der mir durch meine Forschungen zum ersten deutschen Völkermord an den Herero und Nama (1904-1908) in Deutsch-Südwestafrika seit langem vertraut war. Über ihn erklärte die deutsche Bundesregierung 2004 selbst, dass er einen Genozid verübt habe und deshalb heutzutage vor Gericht gestellt werden würde.</p>   </div> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/10/Hamburg/IMG_0298.JPG" title="Trotha" data-lightbox="874b8c">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/5/IMG_0298-8819db55.jpg" width="500" height="375" alt="Lothar von Trotha; Relief an Gebäuden der ehemaligen Lettow-Vorbeck Kaserne in Hamburg" title="Trotha">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Lothar von Trotha; Relief an Gebäuden der ehemaligen Lettow-Vorbeck Kaserne in Hamburg</figcaption>            </figure>          <p>Seit mehr als zehn Jahren gibt es auch deshalb in Hamburg eine bisweilen heftige, öffentliche Debatte um den Umgang mit der kolonialen Hinterlassenschaft, ohne die wohl auch die diesjährige Senatsentscheidung nicht möglich geworden wäre. So aber betritt die Hansestadt erinnerungspolitisches Neuland, denn Erfahrungen mit postkolonialer Erinnerungsarbeit außerhalb zivilgesellschaftlicher, postkolonialer und migrantischer Gruppen gibt es kaum. Zu lange war der deutsche Kolonialismus, bzw. die deutsche Beteiligung am europäischen Kolonialismus vergessen und verdrängt worden, überdeckt auch durch die Menschheitsverbrechen des Dritten Reiches. Die deutsche Mehrheitsgesellschaft zögert auch, sich dieses Themas anzunehmen, sei es aus Unwissenheit, sei es aus nostalgischer Verklärung des Kolonialismus, die immer noch weit verbreitet und selbst eine Folge jahrhundertelanger kolonialer Prägung ist.</p> <p class="western">Das Ziel des historischen Teils der Aufarbeitung ist es, die Rolle Hamburgs im europäischen und deutschen Kolonialismus herauszuarbeiten und im Stadtbild zu visualisieren. So wollen wir etwa zeigen, welche Gebäude, Institutionen und Straßennamen eigentlich koloniale Erinnerungsorte sind und wofür sie historisch stehen. Auch wenn dies zunächst nur exemplarisch geschehen kann, so vermag dies, wie ich hoffe, einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit zentralen Themen der deutschen Geschichte zu leisten, vom Rassismus bis zum Paternalismus gegenüber Menschen aus dem Globalen Süden, von der Gewaltgeschichte mit ihren kolonial-genozidalen Vorläufern des Holocaust bis zur Diskussion über koloniale Ursprünge des deutschen Staatsangehörigkeitsrechtes. auch, so hoffe ich, zu einer breiten öffentlichen Debatte aller an diesen Fragen Interessierten um die angemessene Form des historischen Gedenkens daran kommen, wobei insbesondere auch der Dialog mit den Nachfahren der vormaligen Opfern des Kolonialismus zu führen sein wird.</p> <p class="western">Eine Gesellschaft konstruiert ihre kollektive Identität durch gemeinsame Rituale und Traditionen und ist geprägt durch gemeinsame Erinnerung. Diese Erinnerung ist dabei gesteuert bzw. ausgehandelt. Im Unterschied zur individuellen Erinnerung ist sie also geformt, sei es durch den Staat oder das Kollektiv selbst. So wird etwa durch Schulen, Erwachsenenbildung aber auch offiziöse Rituale wachgehalten und in eine bestimmte Richtung gelenkt. Was wir als unsere Geschichte verstehen, ist zum nicht geringen Teil, was uns als unsere Geschichte vorgestellt wird. Dazu gehört auch, was weggelassen wird. Die Marginalisierung des Kolonialismus im öffentlichen Geschichtsbild ist deshalb nicht nur eine akademische Frage. Indem der nostalgisch-kitschigen Verklärung nicht Einhalt geboten wird, wird ein Bild vom Deutschen bzw. europäischen Engagement gezeichnet, welche die führende Rolle Europas und seine Überlegenheit über den "Rest" der Welt unhinterfragt zementiert. Das Thema, das geeignet wäre, diese Rolle kritisch zu reflektieren, findet dagegen kaum Platz in der öffentlichen Erinnerungspolitik. Letzteres ist aber notwendig, nicht nur zur kritischen Reflexion auf die eigene Geschichte, sondern auch um zu verstehen, wie die Welt außerhalb des "Westens" diesen wahrnimmt. Und letzteres ist ein zwingendes Erfordernis, da die Realitäten der Globalisierung mit dem Aufstieg ehemals kolonisierter Nationen zu Mächten mit Weltrang dies von selbst erzwingen wird.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">             <p class="western">Dies zu leisten, dafür kann auch die Hamburger Initiative nur ein Anfang sein. Wenn es uns jedoch gelingt, diese in ein breiteres Engagement der gesamten Hamburger Bürger zu überführen, kann dies nicht nur den Umgang Hamburgs mit seiner Geschichte verändern, sondern auch das Verhältnis der Hamburgerinnen und Hamburger zur Welt. Und angesichts der eingangs skizzierten Rolle Hamburgs für den deutschen Kolonialismus insgesamt kann davon letztendlich die gesamte deutsche Gesellschaft profitieren; denn dass Kolonialismus nicht nur in Hamburg Spuren hinterlassen, sondern die deutsche Gesellschaft in vielen Teilen geprägt hat, ist nicht zu übersehen, wenn man weiß, wie man die Spuren lesen muss.</p> <p class="western">Es ist derzeit oft zu hören, dass Deutschland seine Stellung in der Welt neu definieren sollte und eine bedeutendere Rolle spielen. Dazu gehört aber auch, sich der Bedingungen und Konsequenzen der vergangenen Versuche bewusst zu werden. Das hilft auch kritische Reaktionen, gerade auch aus ehemaligen Kolonien, zu verstehen. Von William Faulkner stammt der schöne Satz: "Die Vergangenheit ist nicht tot, sie ist nicht einmal vergangen." Auf wenige Phänomene der Geschichte trifft dies so zu wie auf das des Kolonialismus.</p>         </div> <h2 class="ce_headline">   Weiterführende Links</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.firsturl.de/uFd24w9" class="hyperlink_txt" title="taz-Artikel" rel="" target="_blank">taz: "Die Früchte jahrelanger Debatten"</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.service-eine-welt.de/home/index.html" class="hyperlink_txt" title="SKEW" rel="" target="_blank">Servicestelle Kommunen in der Einen Welt bei Engagement Global</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Jürgen Zimmerer</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/juergen-zimmerer.html" title="Jürgen Zimmerer">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/c/Juergen%20Zimmerer-5a9f6efc.jpg" width="500" height="500" alt="Jürgen Zimmerer" title="Jürgen Zimmerer">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Jürgen Zimmerer</figcaption>            </figure>          <p class="western">Jürgen Zimmerer ist Professor für Neuere Geschichte mit dem Schwerpunkt Afrika an der Universität Hamburg und Leiter der Forschungsstelle "Hamburgs (post-)koloniales Erbe/Hamburg und die frühe Globalisierung". Er ist Präsident des "International Networks of Genocide Scholars (INoGS). Er forscht zur postkolonialen deutschen Erinnerung, zum deutschen Kolonialismus, insbesondere zum deutschen Genozid an den Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika, sowie über das Verhältnis von Kolonialismus und Nationalsozialismus.</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/juergen-zimmerer.html" title="Read the article: Jürgen Zimmerer" class="more">Read more<span class="invisible"> Jürgen Zimmerer</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/hamburgs-koloniales-erbe-vergangen-und-vergessen.html</link><pubDate>Fri, 31 Oct 2014 12:21:00 +0100</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/hamburgs-koloniales-erbe-vergangen-und-vergessen.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/10/Hamburg/IMG_0261.JPG" length="331224" type="image/jpeg" /></item><item><title>Carrotmob – Wie wir mit Konsum das Klima schützen wollen</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/10/Carrotmob/carrotmob_9565_fotograf_andreas_schebesta.jpg" width="1000" height="667" alt="Carrotmob">                      <figcaption class="caption" style="width:1000px">Green City, Fotograf: Andreas Schebesta</figcaption>            </figure>          <p>Für alle, die mit einfachen Alltagshandlungen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und dabei auch noch Spaß haben wollen, veranstaltet Green City Carrotmobs. Angefangen hat alles 2009. Damals brachte eine unserer Kolleginnen das Konzept Carrotmob aus den USA mit. Bei einem Carrotmob kaufen Konsumenten gezielt am Aktionstag in einem Geschäft ein. Der Mob konsumiert dabei Artikel des täglichen Bedarfs und kauft den Laden leer. Die Mehreinnahmen, die der Eigentümer am Aktionstag erwirtschaftet, investiert dieser wiederum in Energieeffizienzmaßnahmen im eigenen Laden. Letztendlich profitieren alle vom Carrotmob: Die Konsumenten entwickeln Bewusstsein für reflektierten Konsum. Der Eigentümer reduziert seine Stromkosten langfristig und gewinnt ein nachhaltiges Image.</p> <p>Unser Team begeisterte sich schnell für diese unkonventionelle Aktionsform und Green City organisierte zwischen 2009 und 2014 neun Carrotmobs. Dabei wurden wir zum Vorreiter für Carrotmobs in Süddeutschland und sammelten viel Erfahrung in deren Ausrichtung und Perfektionierung. Bis heute finden wir den Grundgedanken gut und organisieren selbst einen Carrotmob pro Jahr.</p> <p>Ich selbst habe 2011 bei Green City erstmals von Carrotmobs gehört. Das Konzept hat mich damals überzeugt, weil diese Form der Klimaschutzaktion den Leuten vor Ort einfach zu vermitteln ist und schnelle und nachhaltige Ergebnisse erzielt.</p> <p>Meinen ersten Carrotmob organisierte ich dieses Jahr im Restaurant bodhi zusammen mit meinem Kollegen Christian Grundmann. Wir wählten dieses vegane Restaurant aust, weil die Themen Ernährung und Klimaschutz eng verknüpft sind. Außerdem war der Besitzer des Restaurants in Vorgesprächen sehr aufgeschlossen gegenüber unserer Idee und erklärte sich bereit, 80 Prozent der Tageseinnahmen für Energieeffizienzmaßnahmen in seinem Laden zu reinvestieren. Nach einigen Wochen Vorbereitungszeit hatten wir für den 14. Juli auch ein Programm auf die Beine gestellt, das sich sehen lassen konnte: Geboten wurden ein Vortrag über solidarische Landwirtschaft, Live-Cooking mit alltagstauglichen veganen Rezepten und dem Auftritt zweier Livebands. Und natürlich jede Menge vegane Gerichte, die von den Gästen begeistert verspeist wurden. Am Ende des Abends zogen wir Bilanz. Auch wenn sich Bewusstseinsbildung bei Besitzer, Belegschaft und Konsumenten nicht messen lassen, so war ein Effekt doch deutlich spürbar. Der höchste Tagesumsatz des bodhi seit seiner Eröffnung im Dezember 2013 spricht in jedem Fall für den Erfolg der Aktion und wird komplett in sparsame Beleuchtung investiert.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">             <p>Neben der Organisation von Carrotmobs betreue ich seit 2012 zusammen mit Christian Grundmann außerdem die Carrotmob Akademie. Mit diesem vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit geförderten Projekt haben wir es uns zum Ziel gesetzt, Andere für Carrotmobs zu begeistern und ein deutschlandweites Netzwerk von Klimaschützern aufzubauen. Mit Workshops, Vorträgen und über die Homepage <a href="http://www.carrotmob-akademie.de">www.carrotmob-akademie.de</a> zeigen wir Carrotmob-Neulingen, wie sie diese Klimaschutzaktionsform am besten auf die Beine stellen.</p> <p>Rückblickend erkenne ich inzwischen auch die Schwächen des Konzepts. Uns ist es nie wirklich gelungen, mit unseren Carrotmobs oder der Carrotmob Akademie eine breite Masse zu erreichen und langfristig für Klimaschutzmaßnahmen zu mobilisieren. Auch über die Online-Kanäle gestaltete es sich sehr schwierig. Aktivisten zur Organisation von Carrotmobs zu motivieren. Allerdings halte ich die Aktionsform weiterhin für eine smarte Idee, mit der wir als Umweltorganisation neue Zielgruppen erreichen und positive Anreize für Klimaschutz setzen. Das öffentliche Interesse für das Konzept ist ungebrochen, was zahlreiche Anfragen für Interviews und Workshops zeigen. Wir werden die Idee weiterentwickeln und uns insbesondere auf das Schulprojekt „Carrotmob macht Schule“ konzentrieren. Denn ohne ein Umdenken in der Gesellschaft ist unser Klima nicht zu retten. Und nirgendwo ist dieser Prozess einfacher anzustoßen wie bei heranwachsenden Klimaschützern!</p>         </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Daniel Reitmeier</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/daniel-reitmeier.html" title="Daniel Reitmeier">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/7/Daniel%20Reitmeier_2013_Fotografin%20Annette%20Kulp-e8427bd7.jpg" width="500" height="500" alt="Daniel Reitmeier" title="Daniel Reitmeier">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Daniel Reitmeier</figcaption>            </figure>          <p>Daniel Reitmeier (27) zeigt, dass Klimaschutz auch Spaß machen kann. Im Laufe seines Studiums der Politikwissenschaften in München und Kopenhagen erkannte er: Während internationale Verhandlungen nur kleine Fortschritte macht, bringen jeden Tag engagierte Bürger den Klimaschutz vor Ort voran. Seit 2013 arbeitet er für die Münchner Umweltorganisation Green City in der Kommunikation und als Politischer Referent. Mit der Carrotmob Akademie bringt er angehenden Klimaschutzaktivisten bei, wie man Konsum und Umweltschutz unter einen Hut bringt.</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/daniel-reitmeier.html" title="Read the article: Daniel Reitmeier" class="more">Read more<span class="invisible"> Daniel Reitmeier</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/carrotmob-wie-wir-mit-konsum-das-klima-schuetzen-wollen.html</link><pubDate>Thu, 23 Oct 2014 18:44:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/carrotmob-wie-wir-mit-konsum-das-klima-schuetzen-wollen.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/10/Carrotmob/carrotmob_9565_fotograf_andreas_schebesta.jpg" length="327939" type="image/jpeg" /></item><item><title>Slum ist nicht gleich Slum</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/10/Slum/Foto_2.JPG" title="Slum" data-lightbox="7b8193">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/8/Foto_2-3b2b0608.jpg" width="500" height="375" alt="Slum" title="Slum">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Slum: Entlehnung vom irischen S lom é zum englischen slum für „düsterer und mittelloser Ort“.</figcaption>            </figure>          <p>Auf was haben wir uns eingelassen? Ob die Teilnahme am Exposure- und Dialogprogramm in Mumbai wirklich eine gute Idee war? Was werde ich sehen, riechen, schmecken? Wie werde ich mich fühlen? Was davon wird bleiben? Mich gefangen nehmen? Mein weiteres Leben beeinflussen? Jetzt wirkt alles so viel realer und beunruhigender als die in den Unterlagen angekündigte Begegnung in Slums „mit Menschen, die von verschiedenen Dimensionen der Armut betroffen sind.“ Beim Lesen klang das ganz nüchtern und sachlich.</p> <p>Schon vor unserer Reise entstanden beim Wort „Slum“ Bilder in meinem Kopf. Bilder von den Waisenkindern im Film „Slumdog Millionär“, die auf Müllbergen leben und schließlich von skrupellosen Kriminellen versklavt oder verstümmelt werden. Bilder von Hunger, Elend und Krankheit. Laut Definition von UN-Habitat ist ein Slum eine „Siedlung, in der mehr als die Hälfte der Einwohner in unzumutbaren Unterkünften ohne grundlegende Versorgungseinrichtungen leben“. Slumbewohner leben demnach „ohne Eigentumsrechte, Zugang zu sauberem Wasser, Zugang zu sanitären Einrichtungen und ohne ausreichenden Wohnraum“. Beinahe jeder sechste Mensch lebt in einem der Elendsviertel der Erde, in dem Armut, Krankheit und Elend herrschen. Hier in Mumbai leben 54 Prozent der knapp 13 Millionen Stadtbewohner in Slums. Unfassbare Dimensionen.</p> <p>Das Taxi hält auf einer nicht asphaltierten engen Straße oder treffender beschrieben: auf einem Schotterweg. Gegenüber stehen zwei Ziegen vor einem Haus. Um uns herum liegt überall Müll. Meine Nase fühlt sich attackiert. Stolz zeigt Melques in eine enge dunkle Gasse. „Dort wohnen wir“, sagt er freudestrahlend. Vorbei an offen stehenden Türen, die Einblick in äußerst bescheidene und beengte Wohnungen geben sowie an steilen Treppen, die in die oberen Geschosse führen, gelangen wir in die „gute Stube“ der Familie Majella, von Vater Jerald und seiner Frau Mary.</p> <p>Sieht doch alles ganz ordentlich aus, ist einer meiner ersten Gedanken. Kein Dreck, keine unerwünschten Tiere, eine „normale“ Toilette. Während wir bei unseren Gastgebern Jerald und Mary den Luxus eines nahezu westlichem Standard entsprechenden Badezimmers genießen, können wir beim morgendlichen Rundgang durchs Viertel vielen Menschen beim Waschen auf der Straße zuschauen und sind nach einem Blick auf die öffentliche Gemeinschaftstoilette mehr als erleichtert darüber, dass wir sie nicht ausprobieren müssen. Wir sehen Wohnungen unterschiedlicher Größe und Ausstattung.</p> <p>Schnell werden wir selbst zur Attraktion der Nachbarschaft. Zunächst sind es die Kinder, die Kontakt suchen. Neugierig und unbefangen stürmen sie in unser Gästezimmer. Im Gegensatz zu den meisten Erwachsenen können sie Englisch und haben keine Scheu uns anzusprechen. Ihre Eltern investieren viel in ihre Bildung. Fast alle gehen auf private Schulen im Viertel. Auch Allwin, der 13 Jahre alte zweite Sohn der Familie besucht eine private katholische Schule. Außerdem nimmt er nachmittags an dem von der Kirchengemeinde organisierten Zusatzunterricht teil. In seiner knapp bemessenen Freizeit kümmert er sich um den „Schatz“ der Familie: die zwei Jahre alte Adoptivtochter Felcy.</p> <p>Die kleine quirlige und ausgesprochen selbstbewusste „Prinzessin“ hält nicht nur ihre Eltern und Geschwister, sondern auch etliche befreundete Familien in der unmittelbaren Nachbarschaft auf Trapp. Den ganzen Tag über rennt sie durch die anliegenden Gassen und wird überall freundlich und liebevoll empfangen. Niemand scheint Angst um sie zu haben, wenn sie nicht in Sichtweite ist. Meine Vorstellung von „Slum“ wird ständig herausgefordert. Wir erleben weder tätliche Angriffe noch Überfälle, und hungern müssen wir auch nicht. Im Gegenteil, Mary bekocht uns ausgesprochen gut und üppig. Auch ihre Nachbarn und Freunde, die uns zu sich einladen, bieten stets Getränke und Essen an.</p> <p>Am zweiten Tag begleiten wir Melques zum Don Bosco Boys Home in Borivali. Er absolviert dort eine Ausbildung zum Automechaniker. Seit 1976 können hier Straßenkinder und Jugendliche aus den umliegenden Slums an verschiedenen Kursen in technischen Berufen und in der Hotellerie teilnehmen. Zugleich versuchen die Priester des Salesianer Ordens die Jungen und (wenigen) Mädchen, die sie ausbilden, über das Fachliche hinaus auf ein eigenständiges Leben vorzubereiten. Ihren Erzählungen lauschend scheint das allerdings die größte Herausforderung zu sein. Das Sozialverhalten der Jungen entspricht nicht immer den Vorstellungen der Ordensbrüder. Melques bezeichnen sie beispielsweise als „spitzbübisch“.</p> <p>Im Boys Home treffen wir auch andere Teilnehmer des Programms und erfahren mehr über deren Erfahrungen. Einer musste sein Bett mit mehreren Ratten und Bettwanzen teilen. Das Abendessen der Gastgeber ließ ihn und seine Begleiter hungrig zurück. Die für sie nächstgelegene öffentliche und nicht beleuchtete Toilette ist nur über eine mehrspurige, stark befahrene Straße zu erreichen. Wir hören, dass es im ländlichen Chinchwad kein fließendes Wasser gibt und der Strom meist bei Einbruch der Dunkelheit ausfällt. Die Teilnehmer sind daher schon um 20 Uhr schlafen gegangen. Welch ein Gegensatz: Bei uns gab es erst um 23 Uhr Abendessen.</p> <p>Je mehr ich über „unsere“ Familie erfahre, desto mehr fühle ich mich an Aufstiegsgeschichten aus den späten fünfziger und frühen sechziger Jahren in Deutschland erinnert. Stolz berichtet uns Jerald über das, was er für seine Familie erreicht hat. Er selbst kam Mitte der achtziger Jahre aus seiner Heimatstadt Mysore nach Mumbai. Wie viele andere Inder auch zog es ihn in die Metropole auf der Suche nach gut bezahlter Arbeit. Wie viele wurde er anfangs enttäuscht. Das Leben in der Großstadt war hart und kostete viel Kraft und Durchhaltevermögen. Doch im Gegensatz zu anderen hat er es geschafft. Seit zwölf Jahren arbeitet er fest angestellt mit Anspruch auf 20 Tage bezahlten Urlaub als Busfahrer in einer lokalen Firma. Mittlerweile gehört ihm die Zwei-Zimmer-Wohnung einer Nachbarin, um die er sich gekümmert hat, als diese alt wurde. In derselben Gasse gegenüber hat er ein weiteres Haus mit drei Zimmern auf drei Stockwerken gekauft und umgebaut. Im Erdgeschoss sind wir untergebracht. Das Zimmer darüber ist vermietet und unterm Dach hat Melques sein eigenes Reich. Keiner der Nachbarn, die wir kennen lernen, verfügt über ähnlich viel Platz. In der ärmsten katholischen Gemeinde von Mumbai gehört Jerald heute zu den wohlhabendsten Mitgliedern und ist laut Gemeindepfarrer einer der großzügigsten Spender.</p> <p>Umso weniger kann er nachvollziehen, dass sein ältester Sohn Melques die Chancen, die seine Eltern sich für ihn erhoffen und für die sie sehr viel investieren, nicht zu nutzen scheint. Jerald erzählt uns, dass er nicht erkennen kann, das Melques alles für einen erfolgreichen Abschluss tut. Die Ausbildung im Boys Home sei die letzte Chance auf ein anerkanntes Zertifikat. Sollte er dies nicht schaffen, habe er keine Chance auf eine gute Anstellung. In den Diskussionen über den in den Augen von Jerald „missratenen“ Sohn erfahren wir viel über die indische Gesellschaft. Während es in Deutschland auch nach einem Scheitern in einer Ausbildung Möglichkeiten auf berufliche Entwicklung und Erfolg auf anderen Wegen gibt, ist dies in Indien nahezu unmöglich. Sollte Melques den Abschluss nicht schaffen, besteht die Gefahr, dass er sich in das Heer von Tagelöhnern, die von der Hand in den Mund leben, einreihen wird. Ein Schicksal, dass der Vater seinem Sohn gern ersparen würde.</p> <p>Marys Freundin Maya besteht darauf, dass wir abends bei ihr essen. Großzügig teilt die Freundin „ihre“ Gäste. Und wir erhalten weitere Einblicke in das Leben im „Slum“. „Leider kann ich kaum Englisch, aber für meine Kinder ist es sehr wichtig, dass sie diese Sprache beherrschen“, sagt sie. Auch sie und ihr Mann lassen sich die Ausbildung ihrer Kinder einiges kosten. Sie können es sich leisten, er arbeitet in der Finanzbranche. Sorgen mache ihr allerdings, dass manche Menschen auf sie und ihre Kinder herabschauen, weil sie anhand der Adresse erkennen können, wo die Familie wohnt.</p> <p>Warum bleiben Menschen wie Mary und Jerald oder Maja und ihre Familie im „Slum“ wohnen, obwohl sie wirtschaftlich besser gestellt sind als viele ihrer Nachbarn, fragen wir uns. Am Ende unseres Aufenthaltes können wir uns vorstellen, dass „Slum“ für sie Heimat und nicht Elend und Not bedeutet. Hier leben ihre Freunde, sie kennen sich aus, haben alle ihre Bezugspunkte wie Geschäfte, Ärzte, Schulen und Kirche in der Nähe. Ein Umzug in eine bessere Wohngegend würde sie nicht nur mehr Geld kosten, welches sie hier in die Zukunft ihrer Kinder investieren können, sondern vermutlich auch entwurzeln und vielleicht sogar unglücklich werden lassen.</p> <p>„Slum“ mag bedeuten, dass es keine oder nur wenige öffentliche Güter gibt, es muss jedoch nicht gleichzeitig auch einen Mangel an privaten Gütern bedeuten. Slum ist eben nicht gleich Slum.</p> <p> </p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <h2 class="ce_headline">   Weiterführende Links</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.edpev.de/programme/" class="hyperlink_txt" title="Exposure- und Dialogprogramme e.V." rel="" target="_blank">Exposure- und Dialogprogramme e.V.</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Ute Lange</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/ute-lange.html" title="Ute Lange">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/3/ute_lange-3712f493.jpg" width="500" height="500" alt="Ute Lange" title="Ute Lange">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Ute Lange</figcaption>            </figure>          <p>Ute Lange leitete bis 31.12.2014 die Stabsstelle Kommunikation, Veranstaltungen der ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH – Service für Entwicklungsinitiativen in Bonn. Zuvor war sie in dieser Funktion bei InWEnt - Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH sowie der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit gGmbH tätig. Sie hat Skandinavistik und Anglistik in Bonn, München und Berlin studiert. Die gelernte Journalistin hat für deutsche und amerikanische Medien, u.a. dem Berliner Tagesspiegel, der Washington Post sowie dem Californian gearbeitet. Im November 2013 hat sie an einem Exposure- und Dialogprogramm im indischen Mumbai teilgenommen und neue Perspektiven zum Thema Armut kennen gelernt. Ute Lange leitet nun die Kommunikation der Deutsche Welle Akademie. </p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/ute-lange.html" title="Read the article: Ute Lange" class="more">Read more<span class="invisible"> Ute Lange</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/slum-ist-nicht-gleich-slum.html</link><pubDate>Fri, 17 Oct 2014 20:45:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/slum-ist-nicht-gleich-slum.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/10/Slum/Foto_2.JPG" length="711523" type="image/jpeg" /></item><item><title>Ebola: Nur entschlossenes Handeln kann eine Katastrophe verhindern</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/autoren/shutterstock_211912213.jpg" title="Ebola" data-lightbox="4dcb38">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/5/shutterstock_211912213-b56e5fc5.jpg" width="500" height="334" alt="Ebola" title="Ebola">               </a>                   </figure>          <p>Die UN befürchtet, bis zum Ende des Jahres könnten sich 20.000 angesteckt haben, sollte die internationale Gemeinschaft nicht schnell und entschlossen handeln. Andere Schätzungen gehen sogar von über einer Million Fälle bis Ende Januar 2015 aus. Der UN-Sicherheitsrat spricht inzwischen von einer "Gefahr für Frieden und Sicherheit der Welt".</p> <p class="western">Oxfam ist in allen von Ebola betroffenen Ländern aktiv: Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Liberia und Sierra Leone. Ziel unserer Arbeit ist es, die weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern und eine ordentliche Behandlung der bereits Infizierten sicherzustellen. Konkret unterstützen wir lokale Hilfsarbeiter/innen dabei, diejenigen zu identifizieren, die sich mit Ebola angesteckt haben, und die bereits an der Krankheit gestorbenen Menschen sicher zu begraben. Zudem kümmern wir uns um gesundheitliche Aufklärung, etwa durch die Ausbildung von Freiwilligen-Teams oder über Beiträge in lokalen Radiostationen. Außerdem stellen wir sauberes Trinkwasser, Hygieneeinrichtungen und Schutzausrüstungen zur Verfügung.</p> <p class="western">Medien hatten zuletzt von Angriffen auf Mitarbeiter/innen einer Aufklärungskampagne in Guinea und einer verbreiteten Skepsis gegen moderne Medizin berichtet. Sicherlich gibt es solche Reaktionen, die Regel sind sie nicht. Aus Liberia berichtet meine Kollegin Cathy Stephen, dass die Menschen dort sehr vernünftig auf die Ebola-Gefahr reagieren. Normalerweise ist der zwischenmenschliche Kontakt eng und herzlich, doch in den betroffenen Gebieten schütteln sich die Menschen derzeit nicht einmal die Hände. Dafür stehen überall Eimer und Seife zum Händewaschen. Allerdings ist es in Liberia, anders als in anderen betroffenen Ländern, bislang nicht gelungen, die Ausbreitung der Krankheit unter Kontrolle zu bringen. Warum ist das so?</p> <p class="western">Ebola ist keine isolierte Epidemie, sondern geht mit vielen anderen Plagen einher. So leidet Liberia noch immer unter den Folgen eines brutalen 14-jährigen Bürgerkriegs. In vielen Teilen des Landes ist der Zugang zu Schusswaffen leichter als zu sauberem Wasser und Medikamenten. Auf eine Bevölkerung von 3,7 Millionen kommen gerade einmal 51 Ärzte. Große Krankenhäuser waren wegen der Regenzeit lange geschlossen und viele Behandlungszentren arbeiten am Limit.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">             <p class="western">Die aktuelle Epidemie bedroht nicht nur akut die Ärmsten der Gesellschaft, sondern auch Liberias längerfristige Entwicklungschancen. So sind die Auswirkungen von Ebola auf die liberianische Wirtschaft massiv, Investoren ziehen sich zurück, die Lebensmittelpreise steigen dramatisch an und das ohnehin defizitäre Gesundheitssystem droht zu kollabieren. Sollte es nicht gelingen, den Menschen eine Zukunftsperspektive zu geben, könnte das Land, ebenso wie die angrenzende Region, zurück ins Chaos stürzen.</p> <p class="western">Die internationale Gemeinschaft hat lange gezaudert, doch noch kann entschlossenes Handeln das Schlimmste verhindern. Am wichtigsten ist es, die Ausbreitung der Krankheit unter Kontrolle zu bringen. Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass das Zeitfenster hierfür klein ist. Nur das Militär verfügt derzeit über die logistischen Mittel, die erforderlichen Maßnahmen schnell und koordiniert auf den Weg zu bringen. Grundsätzlich steht Oxfam dem Einsatz von Militär bei humanitären Hilfsmissionen kritisch gegenüber. Doch in diesem Fall ist es die letzte Chance, eine Katastrophe zu verhindern. Der Einsatz muss allerdings auf Logistik und Gesundheitsdienste beschränkt bleiben und auf Grundlage etablierter humanitärer Prinzipien erfolgen.</p> <p class="western">Nicht zuletzt braucht es mehr Geld: Die UN taxiert den Bedarf der nächsten sechs Monate auf rund eine Milliarde US-Dollar. Bislang haben die Staaten jedoch nur rund ein Drittel davon zugesagt, auch Deutschland könnte deutlich mehr beisteuern. Doch nicht nur die Politik ist gefordert, auch Sie können etwas tun: Spenden Sie, damit humanitäre Organisationen vor Ort die nötige Hilfe leisten können! Machen Sie politisch Druck, damit Deutschland sich nicht aus der Verantwortung stiehlt! Vor allem aber gewöhnen Sie sich nicht an Horrornachrichten aus Westafrika, damit die Welt den Menschen vor Ort so lange wie nötig beisteht!</p>         </div> <h2 class="ce_headline">   Weiterführende Links</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.oxfam.de/spenden/ebola-jetzt-groessere-katastrophe-verhindern" class="hyperlink_txt" title="Den Einsatz von Oxfam gegen Ebola unterstützen" rel="" target="_blank">Den Einsatz von Oxfam gegen Ebola unterstützen</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.bmz.de/de/presse/aktuelleMeldungen/2014/september/140918_BMZ-Engagement-gegen-Ebola/index.html" class="hyperlink_txt" title="BMZ: Engagement gegen Ebola" rel="">BMZ: Engagement gegen Ebola</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Marion Lieser</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/marion-lieser.html" title="Marion Lieser">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/9/oxfam-marion-lieser-733346e9.jpg" width="500" height="500" alt="Marion Lieser" title="Marion Lieser">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Marion Lieser</figcaption>            </figure>          <p>Geschäftsführerin des Oxfam Deutschland e. V. Sie hat Sozialpädagogik/ Sozialarbeit, Soziologie und Umweltwissenschaften studiert und war während ihres gesamten Berufslebens im Rahmen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland und im Ausland tätig. So hat sie für den Deutschen Entwicklungsdienst (DED) im Bereich Frauen- Förderung und Stärkung zivilgesellschaftlicher Strukturen im Sudan und Kenia gearbeitet, in Marokko Kampagnen gegen Fremdenfeindlichkeit initiiert und bei der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) die internationalen Projekte geleitet. Anschließend baute sie das HIV/AIDS-Kompetenzzentrum für die Consulting-Firma EPOS Health Management auf und etablierte die Firma später in Ostafrika. Zuletzt war sie für die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit, GIZ, in Tansania als integrierte Fachkraft für die Beratung der Leitung des größten zivilgesellschaftlichen Dachverbandes des Landes eingesetzt. In dem Verband sind kirchliche Initiativen zu Gesundheitsfürsorge, Bildung und Armutsbekämpfung organisiert. Marion Lieser stammt aus Berlin. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder.</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/marion-lieser.html" title="Read the article: Marion Lieser" class="more">Read more<span class="invisible"> Marion Lieser</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/ebola-nur-entschlossenes-handeln-kann-eine-katastrophe-verhindern.html</link><pubDate>Thu, 09 Oct 2014 09:00:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/ebola-nur-entschlossenes-handeln-kann-eine-katastrophe-verhindern.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/autoren/shutterstock_211912213.jpg" length="611973" type="image/jpeg" /></item><item><title>Mama, bitte nicht schon wieder Klamotten kaufen!</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/10/Altkleider/boy-286809_1920.jpg" title="Man wächst schnell raus" data-lightbox="c0edc7">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/9/boy-286809_1920-9398f659.jpg" width="500" height="564" alt="Altkleider" title="Man wächst schnell raus">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Man wächst schnell raus</figcaption>            </figure>          <p>Die Zeit der nervigen Kaufhausbesuche ist zum Glück lange vorbei. Dass ich heute nur selten im Kaufhaus zu finden bin, hat aber eine andere Bewandtnis. Als Student hatte ich natürlich wenig Geld, und so kam es mir sehr gelegen, als in der Nähe ein Umsonstladen eröffnete, in dem Freiwillige alles mögliche aus Spenden und Haushaltsauflösungen anboten. Das meiste davon in tadellosem Zustand, allemal wert, vor der Mülltonne gerettet zu werden. Auch an Kleidung gab es ein gutes Angebot. Natürlich musste man regelmäßig vorbeischauen, ob etwas Passendes dabei war. Dafür gab es hier auch abgefahrene Retro-Teile oder das ein oder andere Schätzchen.</p> <p class="western">Da das Angebot an Anziehsachen mit zunehmender Bekanntheit des Umsonstladens recht groß war, gab es erst recht keinen Grund mehr, ein Kaufhaus zu besuchen, in dem viel teurere Neuware angeboten wurde, die vorwiegend unter fragwürdigen Bedingungen genäht wurde. Ökomode gab es in der kleinen Unistadt sowieso nicht, und wenn, wäre sie mit dem Bafög nicht erschwinglich gewesen. Ich blieb also weiter Kunde diverser Secondhandangebote.</p> <p class="western">Auf Kleidertauschpartys wurde ich auf einem Nachtflohmarkt aufmerksam, wo neben den regulären Ständen auch eine Kleidertauschparty stattfand. Der Kleidertauschstand war der am meisten umlagerte Stand des Marktes. Die Gäste, die sonst vielleicht am Samstag Abend zum Tanzen ausgingen, waren nun hier und nutzen die Chance, diverse Kleiderkombinationen von skurril bis elegant auszutesten und sich gegenseitig darin zu fotografieren. Was in ihrem eigenen Kleiderschrank herumlag wurde mitgebracht und füllte den Wäscheberg auf. Die interessantesten neuen Teile wurden dann mitgenommen. Das war Konsum als Event in einer anderen Form. Meine Neugier war geweckt, und schon bald nahm ich selbst an einer Kleidertauschparty teil. Zugegeben ist das Angebot an Damenbekleidung auf solchen Partys meist größer als das für Herren, aber das mindert den Spaß nicht im geringsten. Solange man mit netten Leuten nebenher plauschen und Kaffee trinken kann, bevor man die nächste Hose ausprobiert, ist gute Laune garantiert. Hätte meine Mutter nur damals schon von Kleidertauschpartys gewusst, das hätte uns beide weniger Nerven gekostet.</p> <p class="western">Nach der Uni begann ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Umweltberatung der Verbraucherzentrale NRW. Hier durfte ich weiter meinen ökosozialen Neigungen nachgehen. Mit dem Bereich Abfall und Ressourcenschutz oblag mir auch das Thema Altkleider. Textilrecycling ist ein Dauerbrenner bei den Anfragen, die die Verbraucher an unsere Umweltberater stellen. Es gibt einfach so viele verschiedene Sammlungen und immer wieder Berichte, dass mit den Altkleidern nur vorgeschobene soziale Interessen bewegt werden, um das große Geschäft dahinter zu verstecken. Wie also kann man die rein karitativen Sammler von den schwarzen Schafen unterscheiden, die nur so tun als wären sie gutherzig? Und wie gut waren die Unternehmen, die offen zugaben rein gewinnorientiert zu arbeiten, aber eben trotzdem gute Recyclingdienstleister waren?</p> <p class="western">Nun, privat löste ich das Problem, indem ich nur bei den namhaften Organisationen Textilien für mich erstand. Als Berufsanfänger brauchte ich erst mal "etwas Ordentliches fürs Büro". Die Caritas und die Diakonie hatten in meiner Nähe zwei liebevolle Secondhandkaufhäuser, in denen ich einen guten Anzug und ein Jacket fand.</p> <p class="western">"Aber du musst doch nicht bei der Diakonie kaufen. Du bist doch jetzt nicht mehr arm!" sagte meine Mutter, als ich ihr von dem Einkauf erzählte. Nein, arm war ich nicht mehr, aber ich mochte die Atmosphäre dort deutlich lieber als in den großen Kaufhäusern, wo Verkäufer ihre Kunden immer "beraten" wollten und die Kunden gehetzt waren. Als ein Freund, der nun ebenfalls in die Arbeitswelt eintrat, mir berichtete, er habe sich zwei Anzüge kaufen müssen und für jeden um die 300€ bezahlt, dachte ich an das viele gesparte Geld, von dem ich einen wunderbaren Wanderurlaub machen würde.</p> <p class="western">Mit der Eröffnung des Malteser-Ladens in der Innenstadt konnte ich dann noch einen weiteren Anzug erwerben, um für alle Anlässe der Arbeit gerüstet zu sein. Die Malteser wagten sich in die beste Geschäftslage und hatten einen besonders schön eingerichteten Laden, in dem eher Premium-Secondhand angeboten wurde. Das hier war ganz klar ein Angebot für die Menschen, die nie in ein Sozialkaufhaus gehen würden, weil sie ja nicht arm waren. Dies war kein Sozialkaufhaus, sondern ein edler Seconhandladen. Der Umweltnutzen war freilich der Gleiche.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">             <p class="western">Auch in der Ware unterschieden sich die Malteser von den anderen Anbietern dieser Branche. Sie boten auch Ausschussware an: vollkommen neue Textilien, die - warum auch immer - vom Einzelhandel abgelehnt wurden und die sonst gleich im Reisswolf gelandet wären. Vielleicht nur, weil in dieser Saison andere Farben gewünscht wurden oder die Knöpfe nicht die exakt gewünschte Farbe hatten. Ich fand dieses Vorgehen im Textilhandel um so befremdlicher, seitdem ich mal auf einer Messe für soziales Engagement selber ein T-Shirt genäht hatte und einsah, wie viel Zeit und Arbeit dahinter steckt, bei einem Lohn, der den meisten Näherinnen und Nähern nicht zum Leben reicht.</p> <p class="western">Das mussten wir doch den Verbrauchern mitteilen! Tatsächlich beschloss die Gruppe Umwelt der Verbraucherzentrale NRW eine Kampagne zum Thema Altkleider. Desweiteren sollte das Thema ergänzt werden durch eine Kampagne zu fairen Textilien und Textillabeln. Wir entwarfen einen Flyer mit den wichtigsten Informationen zu Altkleidersammlung und Textilrecycling, in dem auch ein lokaler Einkaufsführer enthalten war. Die Umweltberater sammelten dazu Adressen in ihren Städten, wo Verbraucher Altkleider abgeben konnten, aber auch selbst die Möglichkeit hatten, Secondhand zu kaufen. Der reißende Absatz der Flyer und die gute Presseberichterstattung stimmen mich sehr hoffnungsvoll, dass immer mehr Bürger ihren Textilkonsum überdenken und nachhaltiger gestalten.</p>         </div> <h2 class="ce_headline">   Weiterführende Links</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.vz-nrw.de/unserioese-kleidersammlungen--lukratives-geschaeft-mit-abgelegten-roecken-und-hosen" class="hyperlink_txt" title="Die Verbraucherzentrale NRW informiert über Altkleidersammlungen" rel="" target="_blank">Die Verbraucherzentrale NRW informiert über Altkleidersammlungen</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.vz-nrw.de/fair-trade-textil-1" class="hyperlink_txt" title="Siegel für faire Textilien" rel="" target="_blank">Siegel für faire Textilien</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.checked4you.de/trendsmarken" class="hyperlink_txt" title="Textilien im Jugendmagazin der Verbraucherzentrale NRW" rel="" target="_blank">Textilien im Jugendmagazin der Verbraucherzentrale NRW</a>    </div> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://www.bmz.de/de/presse/aktuelleMeldungen/2014/oktober/141016_pm_102_Ein-Buendnis-der-Fairness-Start-des-Textilbuendnisses-im-Bundesentwicklungsministerium/index.html" class="hyperlink_txt" title="Start des Textilbündnisses im Bundesentwicklungsministerium" rel="" target="_blank">Start des Textilbündnisses im Bundesentwicklungsministerium</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Philip Heldt</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/philip-heldt.html" title="Philip Heldt">              <img src="http://blog.engagement-global.de/assets/images/2/Philip_Heldt-7329b1d2.jpg" width="500" height="500" alt="Philip Heldt" title="Philip Heldt">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Philip Heldt</figcaption>            </figure>          <p>Philip Heldt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Gruppe Umwelt der Verbraucherzentrale NRW. Der Themenbereich des Biologen umfasst Abfall und Ressourcenschutz, Wasser und Umweltgifte. In seiner Freizeit ist er ehrenamtlich aktiv beim BUND und als freier Referent für umwelt- und sozialverträglichen Konsum. Aktuell arbeitet er mit an einem Projekt zu Biodiversität und Ernährung.</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/philip-heldt.html" title="Read the article: Philip Heldt" class="more">Read more<span class="invisible"> Philip Heldt</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/mama-bitte-nicht-schon-wieder-klamotten-kaufen.html</link><pubDate>Tue, 07 Oct 2014 19:41:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/mama-bitte-nicht-schon-wieder-klamotten-kaufen.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/10/Altkleider/boy-286809_1920.jpg" length="450391" type="image/jpeg" /></item><item><title>Rührei für Afrika</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/10/ruehrei_fuer_afrika/ruehrei_fuer_afrika.jpg" title="Rührei für Afrika" data-lightbox="8b3697">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/10/ruehrei_fuer_afrika/ruehrei_fuer_afrika.jpg" width="1140" height="855" alt="Rührei für Afrika" title="Rührei für Afrika">               </a>                   </figure>          <p>Ich habe mir gerade Kaffee eingeschüttet und mein Rührei zur Hälfte geschafft, da klopft die Gastgeberin energisch mit einem Messer gegen ihr Glas. Die etwa 60 Gäste verstummen. Begrüßung des Gastredners. Der wohl beleibte Herr, um die 60, im beigen Pullover, erhebt sich, fängt an zu referieren. Über die schwere Bürde der Kolonialzeit für seine Stiftung. Über Afrika, das ja kein Land sei sondern ein Kontinent. Über das man bei uns ja immer noch zu wenig wisse. Und das immer noch als arm, mit hungernden Menschen und rückständig dargestellt werde. Meist zur Weihnachtszeit, um Spenden zu generieren.</p> <p>Die Kauenden um mich her versuchen, leise zu sein. Bisse ins Brötchen klingen dennoch wie Schritte auf trockenem Holz. Der Redner von der Stiftung ist nun beim persönlichen Teil. 10 Jahre habe er in diesem "Afrika" arbeiten dürfen. Eine Kellnerin bringt neues Rührei, ein zu spät gekommener Herr im Anzug bedient sich am Büffet. Mir ist es derweil gelungen, nahezu geräuschlos mein Brötchen zu belegen und so traue ich mir zu, auch noch Kaffee nachzuschütten.</p> <p>Im Vortrag wird es jetzt wirtschaftlich. Der Chinese sei so ganz anders in Afrika. "Stellen Sie sich einen Deutschen und eine Chinesin vor, die zusammen in Afrika ein paar Kinder mit nackten Füßen sehen", referiert der Afrika-Kenner, während ich mit den Geräuschen meiner Salami-Brötchenhälfte kämpfe. "Der Deutsche telefoniert sofort nach Hause, dass man Schuhe spenden müsse. Die Chinesin aber hat ein Maßband dabei, misst die Kinderfüße und lässt passende Schuhe produzieren."</p> <p>Mittlerweile wird von aufmerksamen Kellner neuer Orangensaft zum Büffet gebracht, der Stiftungs-Redner ist nun richtig in Fahrt und schießt Breitseiten gegen die Entwicklungspolitik. Überhaupt wüssten Politiker kaum etwas von Afrika. Aber dafür mache seine Stiftung ja Lobbyarbeit. Schwitzend nimmt der Afrikafreund Platz und es ist Zeit für die Gastgeberin, ihm zu danken und Fragende aufzurufen.</p> <p>Ich scheine mit meiner Erleichterung nicht allein zu sein, dass der Vortragsteil nun vorüber ist, beiße befreit in meine Käsebrötchenhälfte. Besteck ist im Saal wieder zu hören, Quark wird gelöffelt, vereinzelt holt man sich Nachschub am Büffet. Der Institutsleiter an meinem Tisch lässt von seinem dritten Brötchen, diesmal belegt mit Fleischsalat, ab und wird zum erregten Fragesteller. Dass man Afrika nur noch als arm und rückständig wahrnähme decke sich ja gar nicht mit seinen Beobachtungen. Ob diese Behauptung denn zu validieren sei, fragt er mit lauter Stimme. Und er habe 8 Jahre in Mali gelebt. Dann wendet er sich wieder zum Fleischsalat.</p> <p>Weitere Einwürfe folgen, von einem älteren Herr, 5 Jahre Ghana und einer Dame mit Doppelnamen von einer Organisation, 4 Jahre Sambia. Jüngere Teilnehmer melden sich zu Wort, in Ermangelung von eigenen Afrikajahren eifrig erwähnend, dass sie gerade von Tagungen in Berlin kämen und den Chinavergleich gefährlich fänden.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">             <p>Mein Brötchen habe ich geschafft und tupfe mir den Mund mit der Serviette ab. Ich fühle mich satt und brauche Orangensaft. Auf dem Weg zum Büffet dringen weitere Doppelnamen an mein Ohr, mal stimmt die Vertreterin einer Hilfsorganisation dem Sprecher zu, mal rechtfertigt sich eine Dame vom Ministerium. Dem Herrn vom Institut hat man inzwischen den Teller abgeräumt, was ihn zwingt, sich einen neuen samt Brötchen mit Belag zu holen. Ein Herr fragt gerade, was die Stiftung des Redners denn eigentlich genau mache. Er setzt deshalb, noch mehr schwitzend zu einer Antwort an, erklärt ausschweifend, wie gut seine Stiftung Politikern die wirtschaftliche Lage in Afrika erklären könne.</p> <p>Irgendwann ist die Stunde vorbei, die letzten Fragesteller aufgerufen. Mein Orangensaft ist leer. Die Gastgeberin hat noch ein paar abschließende Worte: am Freitag gibt es ein Fußballturnier der verschiedenen EZ- und IZ-Organisationen der Stadt. Und bitte schon mal vormerken solle man das berühmte gemeinsame Glühweintrinken im Dezember. Schluss. Satt und gestärkt erheben sich die Frühstückenden. Man kennt sich und networked ein wenig oder eilt zum nächsten Termin.</p> <p>Während ich mit dem Aufzug nach unten zur Tiefgarage fahre habe ich plötzlich nur noch einen Wunsch: unten das Autoradio laut aufdrehen und Toto hören. Mit 'Africa'.</p>         </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Mathias Piecha</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/mathias-piecha.html" title="Mathias Piecha">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/autoren/Matthias_Piecha_1.jpg" width="500" height="500" alt="Mathias Piecha" title="Mathias Piecha">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Mathias Piecha</figcaption>            </figure>          <p>Mathias Piecha hat nach seinem Architekturstudium u.a. in den Bereichen ökologisches und nachhaltigers Bauen gearbeitet. Später setzte er seine berufliche Laufbahn nach einem Journalistikstudium und einem Volontariat beim Westdeutschen Rundfunk als freier Fernseh- und Hörfunk-Journalist fort, bevor er in der freien Wirtschaft für ein Aktienunternehmen u.a. Corporate Social Responsability und <span class="st">Sustainable Development</span> in Sozialen Medien thematisierte. Zur Zeit hat er eine Projektstelle als Social Media Manager der Koordinierungsstelle weltwärts bei der Engagement Global gGmbH und arbeitet als freier Journalist.</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/mathias-piecha.html" title="Read the article: Mathias Piecha" class="more">Read more<span class="invisible"> Mathias Piecha</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/ruehrei-fuer-afrika.html</link><pubDate>Sun, 28 Sep 2014 18:45:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/ruehrei-fuer-afrika.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/10/ruehrei_fuer_afrika/ruehrei_fuer_afrika.jpg" length="507221" type="image/jpeg" /></item><item><title>Herr Mbassi</title><description><![CDATA[ <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/09/Herr_Mbassi/Herr_Mbassi.jpg" title="Herr Mbassi" data-lightbox="6ca8b0">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/09/Herr_Mbassi/Herr_Mbassi.jpg" width="960" height="797" alt="Herr Mbassi" title="Herr Mbassi">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:960px">Jean-Pierre Elong Mbassi, Generalsekretär von United Cities and Local Governments (UCLG) of Africa</figcaption>            </figure>          <p>Dann erklärt er uns Afrika. In 20 Minuten. Ich habe selten Menschen erlebt, die Statistiken, an die Wand geworfen, ähnlich zum Leben erwecken konnten. Wahrscheinlich noch niemanden, der Zahlen so aus dem Herzen präsentiert hat. Staaten, die voran kommen möchten, brauchen Bürgerbeteiligung und Dezentralisierung. Er spricht frei, ohne zu stocken, nächtliche Reisestrapazen sind ihm nicht anzumerken. Er appelliert, überzeugt. Tosender Applaus.</p> <p>Ich arbeite mich im Konferenzraum langsam nach vorne. Meine Fragen habe ich vorbereitet. In dem Glauben, jemand wie er von irgendeiner Organisation sei doch nur irgend so ein langweiliger Bürokrat, bestenfalls rethorisch gut. Die Anwesenden aus Afrika kennen Mr. Mbassi, nehmen ihn in Beschlag. Irgendwann bin ich dran. Keine Ahnung, ob die Anfrage für ein kurzes Interview an ihn weitergeleitet wurde. Er sagt aber sofort zu, will sich Zeit für mich nehmen. Dann ist er wieder umringt von Leuten, die ihn sprechen möchten, ihre Visitenkarte austauschen. Immer wieder höre ich sein lautes, herzliches Lachen. Den einen oder anderen umarmt er. Während ich etwas abseits zuschaue ruft er mir immer wieder zu: "I will come with you!"</p> <p>Irgendwann gelingt es uns dann tatsächlich, uns in eine Stille Ecke im Konferenzraum zurückzuziehen. Fünf Fragen für Facebook, erkläre ich ihm. Für jüngere Menschen, die sich engagieren möchten. Kurz. Für mich würde ich hinzufügen: oberflächlich. Doch seine Antworten sind es nicht. Sind voller Enthusiasmus, geben ein Feuer wieder. Er, der kaum Schlaf hatte in der Nacht zuvor, sich um einen Krieg in Afrika kümmern musste, spricht zu mir an junge Menschen in Deutschland. Engagiert Euch für die eine Welt, ist sein Appell. Die Jugendlichen in Afrika wollen das Selbe. Was wir von Afrika lernen können, frage ich ihn. Er erzählt eine Geschichte von einem jungen Paar aus Europa. Am Kilimandscharo waren sie abends in einem Dorf gelandet, ohne Hotel, Motel, Jugendherrberge. Eine Familie nahm sie auf. Gab ihnen einen Schlafplatz, kochte für sie. Als die junge Europäerin fragt, warum die Familie selbst nichts esse, ist die Antwort: "Ihr müsst morgen Fahrrad fahren, ihr braucht die Kraft." "Und das", sagt Herr Mbassi, "das könnt ihr von uns in Afrika lernen."</p> <p>Dann ist mein Smartphone nicht mehr auf Aufnahme geschaltet. Aber das Gespräch geht weiter. Mit einem Mann aus Kamerun, den ich mir vor 24 Stunden noch als trockenen Bürokraten vorgestellt habe. Staaten verfolgen eigene Ziele, Menschen wollen Freundschaft und Humanität. Deshalb sollen sie sich auf untersten Ebenen kennenlernen, sich helfen. Sein Appell ist ihm wichtig. Immer wieder beugt er sich vor, packt mich am Arm, blickt mich dabei mit warmen Augen an, während er spricht. Die Menschen ließen sich heute nicht mehr alles von ihren Regierungen gefallen. Sie stünden auf, wenn ihnen etwas nicht passt. Meinen Zweifel bemerkt er an meinem Blick. Nennt Saatgut von Monsanto, das der Konzern nicht mehr so einfach verkaufen könne, weil die Menschen sich wehrten. "In 10 Jahren haben wir eine andere Welt" ist er überzeugt, lacht.</p>   </div> <div class="rs-columns ce_rs_columns_start"> 	<div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-4 -large-first -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-first -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last -small-first-row"> 	 <div class="ce_text block">             <p>Eine Dreiviertelstunde reden wir. Auch über den Kolonialismus. Dass die Europäischen Regierungen es versäumt hätten, in ihrer eigenen Zeitzone Geschäfte mich den Menschen in Afrika zu machen, "die die selbe Sonne aufgehen sehen". Statt dessen habe man auf China gesetzt, bis die alles selber könnten und uns nicht mehr bräuchten. Er argumentiert mit Zahlen, mit Geschichte. Doch sein häufigstes Wort ist "humanity". Jeder Mensch habe sie in sich. Und das sei unsere Zukunft.</p> <p>Dann wird er von einem Tagungsteilnehmer abgeholt, muss noch jemanden treffen. Wir schütteln uns die Hände, ich höre wieder sein lautes, herzliches Lachen. Ich bin kurz allein. Überwältigt von der inneren Kraft und ungekünstelten Überzeugung von dem Guten im Menschen, von dem Veränderungswillen der nächsten Generationen. Eigentlich ist er Politiker. Und doch so ganz anders als die, die ich kenne.</p> <p>Und ich frage mich: ist er naiv? Haben wir bei uns in Deutschland nicht gerade Wahlen erlebt, die alles andere zeigten als Menschen, die Veränderung wollen und gegen schlechte Politik aufstehen? Sind so viele bei uns nicht eingelullt von dem täglichen 12-Stunden-Kampf um die nächste Vertragsverlängerung, von den steigenden Kosten, der psychischen Belastung des Alltags, dass kein Platz mehr bleibt für Menschen mit Problemen im eigenen Land, ganz zu schweigen von Afrika?</p> <p>Die Welt bräuchte mehr Herren Mbassis. Ich bin froh, diesen einen getroffen zu haben.</p>         </div> <h2 class="ce_headline">   Weiterführender Link</h2> <div class="ce_hyperlink block">           <a href="http://http//www.engagement-global.de/jean-pierre-elong-mbassi.html" class="hyperlink_txt" title="Facebook-Interview mit Jean-Pierre Elong Mbassi" rel="" target="_blank">Facebook-Interview mit Jean-Pierre Elong Mbassi</a>    </div> </div> <div class="ce_rs_column_start  rs-column -large-col-6-2 -large-last -large-first-row -medium-col-2-1 -medium-last -medium-first-row -small-col-1-1 -small-first -small-last"> 	 <div class="ce_teaser article_author_teaser ce_text block">       <h1>Mathias Piecha</h1>      <p> <div class="ce_text block">                <figure class="image_container float_left">               <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/mathias-piecha.html" title="Mathias Piecha">              <img src="http://blog.engagement-global.de/files/autoren/Matthias_Piecha_1.jpg" width="500" height="500" alt="Mathias Piecha" title="Mathias Piecha">               </a>                      <figcaption class="caption" style="width:500px">Mathias Piecha</figcaption>            </figure>          <p>Mathias Piecha hat nach seinem Architekturstudium u.a. in den Bereichen ökologisches und nachhaltigers Bauen gearbeitet. Später setzte er seine berufliche Laufbahn nach einem Journalistikstudium und einem Volontariat beim Westdeutschen Rundfunk als freier Fernseh- und Hörfunk-Journalist fort, bevor er in der freien Wirtschaft für ein Aktienunternehmen u.a. Corporate Social Responsability und <span class="st">Sustainable Development</span> in Sozialen Medien thematisierte. Zur Zeit hat er eine Projektstelle als Social Media Manager der Koordinierungsstelle weltwärts bei der Engagement Global gGmbH und arbeitet als freier Journalist.</p>   </div> </p>   <a href="http://blog.engagement-global.de/ueber-die-autoren/articles/mathias-piecha.html" title="Read the article: Mathias Piecha" class="more">Read more<span class="invisible"> Mathias Piecha</span></a> </div> </div> </div> ]]></description><link>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/herr-mbassi.html</link><pubDate>Sun, 28 Sep 2014 18:00:00 +0200</pubDate><guid>http://blog.engagement-global.de/blog-artikel/herr-mbassi.html</guid><enclosure url="http://blog.engagement-global.de/files/blog_beitraege/2014/09/Herr_Mbassi/Herr_Mbassi.jpg" length="352100" type="image/jpeg" /></item></channel></rss>